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Eine gute Morddrohung erkennt man an den Rechtschreibfehlern. Deutsche Satire – eine Zwischenbilanz

Eine Kleinstadt in der badischen Provinz. Eine Schulaula, in der auch schon „große Namen“ wie Dieter Hildebrandt und Georg Schramm aufgetreten sind. Hier sitze ich als Humorkritiker mit gespitztem Stift und warte und höre unfreiwillig den Dialog zweier Damen in der Reihe hinter mir: „Du, sag mal, was gibt’s denn heute Abend hier?“ „Ich glaube, es ist ein Kabarettist“.

Wohlgemerkt, die Damen haben ihre Tickets vermutlich vor Wochen gekauft und sind nicht zufällig über ihrem Sitzplatz abgeworfen worden. Den Dialog nach der Veranstaltung imaginiere ich mir jetzt einfach mal dazu: „Und, wie fandest Du es so?“ „Ja, das war mal was Anderes“. Sollte das repräsentativ für die Wirkmacht es des Kabaretts im 21 Jahrhundert sein, so lasset denn fahren alle Hoffnung. „Die sitzen da wie ein Autistenkongress“ hat der österreichische Großmeister Josef Hader dem Publikum vor einigen Jahren vorgehalten.

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Fastenbrechen im Bundestag: muslimische Landnahme

Betende und speisende Muslime im Bundestag. Screensho eines Facebook-Posts der Grünen-Abgeordneten Lamya Kaddor

Ob sie selbst die Ideengeberin der Aktion war, die Grünen-Abgeordnete Lamya Kaddor? Auf  ihren Social-Media-Kanälen kommentiert sie das Fastenbrechen im Bundestag so: „Gestern Abend wurde im Deutschen Bundestag ein kleines Stück Parlamentsgeschichte geschrieben: Zum ersten Mal hat die grüne Bundestagsfraktion zu einem Parlamentarischen Abend zum Ramadan mit Iftar eingeladen. Das ist das erste Mal, dass eine Bundestagsfraktion das im Hohen Haus ausrichtet.“

In ihrer Rede bei dem Iftarabend sei es um die Wahrnehmung von Muslimen und des Islam gegangen, der öffentlich und medial „ausschließlich über Ausgrenzung und thematischer Verengung stattfindet“, schreibt Kaddor. „Dass dieser Iftarabend mit über 150 Gästen im Bundestag stattfinden konnte“, so Kaddor weiter, „sendet ein klares Signal: Muslimisches Leben gehört selbstverständlich zu unserem Land.“ Weiterlesen

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Ray Davies und Bob Dylan: Hidden Champion und Kultfigur

KI-Bild von Microsoft Copilot erzeugt

Bob Dylan kennt jeder – zumindest dem Namen nach. Der einzige Mensch auf diesem Planeten, der Bob Dylan tatsächlich kennt, dürfte jedoch Bob Dylan selbst sein. In Anspielung auf sein unergründliches Wesen und den damit verbundenen Kultstatus brachte ihm das im Laufe der Zeit den ironischen Spitznamen „His Bobness“ ein.

Nichts davon trifft auf Sir Raymond Douglas Davies zu. Der Londoner Ray Davies, wie er sich selbst nennt, ist der Kopf der Pop- und Rockband The Kinks und seit dem Ende der Band auf Solopfaden unterwegs. Er ist der Hidden Champion der Popwelt – ein Künstler der Spitzenklasse mit einem gewaltigen Œuvre bei vergleichsweise geringer Bekanntheit. Und das ist schreiend ungerecht. Weiterlesen

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HEY GROK, HÖR MAL ZU: ICH REDE NICHT MIT KI !!!

KI-erstellt mithilfe eines Prompts von Grok und dem Verriß unseres Filmplakats…

Oder, warum mich selbst Elons KI mindestens so nervt, wie früher meine Schwester.

Hier ist mein ´Set of Rules´ 2026. 

Grok* empfiehlt mir, diesen Text aus therapeutischen Gründen im Textergänzungsspeicher zu hinterlegen. Zum Beispiel jedesmal, wenn ich „leck mich!“ schreibe – was ich niemals tue, damit es nicht zu Missverständnissen oder fortan zu unerwünschter Textergänzung an der falschen Stelle kommt – ergänzt dann mein Rechner eigenhändig den folgenden Briefing-Rant. Zur Nachahmung ausdrücklich empfohlen. Nützlich für Berufsneurotiker, wie mich, die sich von dem Assist der AI Effizienzgewinne erhoffen, anstelle von Bluthochdruck!  Weiterlesen

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Jacques Brel: Notizen zu einer gescheiterten Annäherung

Bild von ChatGTP nach Angaben von AP erstellt.

Also, ich hab’s versucht. Ulf Kubanke hatte mich mit seinem Text über Jacques Brel ein wenig beschämt. Denn ich konnte noch nie mit französischen Chansonniers etwas anfangen, und vielleicht lag das an musikalischer und sprachlicher Faulheit meinerseits. Also habe ich, weil Ulf das empfahl, mir das Live-Album „Olympia 61“ angetan. Es war, das muss ich zugeben, eher Arbeit als Vergnügen, und um mich zu erholen, musste ich mir anschließend das Live-Konzert von Judy Garland im Manhattan Center (1962) anhören.

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Eine Schriftstellerin als Hotelchefin: Das Literaturhotel in Berlin-Friedenau

Clemens Meyer, Volker Braun, Christa Wolf, Hans Christoph Buch, Peter Schneider, Judith Hermann, Christoph Meckel. Diese Schriftsteller haben aus ihren Büchern gelesen im Uwe Johnson-Salon. So heißt der Frühstücksraum des Literaturhotels in Berlin Friedenau. Dem beschaulichen Kiez, in dem Literatur einen ausgezeichneten Nährboden fand. Erich Kästner, Uwe Johnson und Günter Grass wohnten in der Niedstraße, Max Frisch in der Sarrazinstraße, Herta Müller in der Menzelstraße und Hans-Magnus Enzensberger in der Fregestraße. Fregestraße 68, das ist auch die Adresse des Literaturhotels.

Fotos: Cornelia Echte-Zimmer, ausser Grönemeyer: Literaturhotel Berlin

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Die größten Kritiker des Rezensenten waren früher selber Enten.

Ach, was wäre das Leben des Musik-Kritikers ohne seine schärfsten Kritiker, die Leser. Die immer wieder ihre hochgeschätzte Meinung kundtun, weil der böse Rezensent das Werk ihrer geliebten Kapelle falsch verstanden hat. Selbst dann, wenn er eigentlich gar nichts Grundsätzliches an den gebotenen Ton-Reihungen auszusetzen hatte. Jede Kritik liest der Fan grundsätzlich als Verriss, und dann greift er zur Feder und produziert Stilblüte um Stilblüte.

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There are places I’ll remember… (4): Hotel California

Illustration: Von Perplexity KI-generiert nach Anweisungen von Alan Posener

Ein Klassiker. Und wenn Jeff Bridges als der Dude in „The Big Lebowski“ sagt: „I hate the goddam fucking Eagles, man!“ – und daraufhin vom schwarzen Taxifahrer rausgeschmissen wird –, so läuft im selben Film in der großartigen Bowling-Szene mit John Turturro „Hotel California“. Allerdings in der Fassung der Gypsy Kings. Die ihrerseits nur beweisen, dass eigentlich nur die Eagles den Song spielen und singen können.

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Die Sechziger: Panorama eines Jahrzehnts wie kein anderes (3/3)

Kein Jahrzehnt gleicht dem anderen – geschenkt. Doch die 1960er Jahre markieren mehr als nur eine weitere Etappe der Nachkriegsgeschichte. In dieser kurzen Epoche ballten sich politische Umbrüche, gesellschaftliche Aufbrüche und technologische Neuerungen in einem Ausmaß, gegen das spätere Dekaden fast verblassen.

Einige der damaligen Geschehnisse habe ich aus der Erinnerung wiederbelebt, nachrecherchiert und auf ihren Kern verdichtet. Die Schilderungen stammen aus der Perspektive eines in Bonn lebenden Westdeutschen; für diese Einseitigkeit bitte ich Ostdeutsche um Nachsicht. Nun denn – ein Jahrzehnt wird besichtigt, stilistisch inspiriert durch Florian Illies, der dieses Genre erdacht hat. Hier nun Teil 3, 1967 – 1969. Weiterlesen

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Als ich Zwerg mal lange Schatten warf …

… oder: Warum gibt es immer wieder „Die Neuen“ unter den Parteien?

Natürlich kennen Sie den Ausspruch:

„Wenn die Sonne tief steht, werfen sogar die Zwerge lange Schatten.“

Zum ersten mal erlebte ich dies am 9. Februar des Jahres 1990. „Wir“, also die CDU des Kreisverbandes Tübingen in Baden-Württemberg eröffneten den Wahlkampf zur Volkskammerwahl am 18. März 1990 in Oschatz in Sachsen.

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Hotel California – Der Flur, der nie endet

Foto: IMAGO / Depositphotos

Ulf Kubanke zum keimenden Frühling diesmal mit einem immergrünen Übersong der Eagles: Vorhang auf für „Hotel California“ (1976):

Als der „Dude“ in The Big Lebowski bekennt, er hasse die „goddamn fucking Eagles“, ist das mehr als ein Running Gag. Es ist eine Haltung. Gegen Perfektion. Gegen kalifornische Glätte. Gegen jene Sorte Musik, die so makellos klingt, dass man misstrauisch wird.

Und doch steht da dieses Stück aus dem Jahr 1976: „Hotel California“ von den Eagles. Ein Lied, das sich jedem sonstigen Spott entzieht.

Es geht los:

Es beginnt nicht mit Angst.

Es beginnt mit Müdigkeit.

Warme Luft. Dämmerung. Keine Uhrzeit. ein Zustand Weiterlesen

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