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Spannung pur: Euro, Wahl-Marathon und die FDP

Freuen wir uns auf 2011: Das Jahr verspricht sehr spannend zu werden. Landtagswahlen en masse, die anhaltende Krise um den Euro und die Frage, wie lange sich Guido Westerwelle noch an der Spitze der FDP halten wird. Das sind nur die drei augenfälligsten Themen des kommenden Jahres.

Wie immer, werden alle Prognosen zum großen Teil falsch sein. Dennoch macht es immer wieder einfach zu viel Spaß, welche zu machen, um darauf zu verzichten.

Hier also meine für 2011 – und wie immer im Netz natürlich dann auch Ende 2011 noch nachlesbar zur Bewertung der Prognostikerin: Die SPD wird die erste Wahl in der Hansestadt Hamburg gewinnen, Olaf Scholz dort der neue regierende Bürgermeister in einer Koalition mit den Grünen. Doch aus diesem relativen einfachen Wahlsieg wird die SPD für den Rest des Jahres dennoch nicht viel holen können (auch wenn Kurt Beck Rheinland-Pfalz einen Monat später ebenfalls für die SPD halten kann).

Denn der strahlende Sieger sind die Grünen, die einen Rekord nach dem anderen bei den Landtagswahlen einfahren werden. Trotz eines Super-Ergebnisses wird der Top-Preis allerdings nicht zu gewinnen sein: Baden-Württemberg wird nur deshalb nicht von einem Grünen regiert werden, weil die SPD dort zu schwach sein wird.

So wird der amtierende Ministerpräsident Mappus es entweder knapp noch einmal mit der FDP schaffen oder eine sehr ungeliebte große Koalition mit einer schlecht gelaunten SPD eingehen müssen (vielleicht dann auch nicht er, sondern eine Kompromiss-Kandidatin Tanja Gönner).

Diese wichtigste Wahl des Jahres am 27. März wurde 2010 zur Schicksalswahl auch für Angela Merkel hochstilisiert – einfach, weil Baden-Württemberg so wichtig für die CDU ist und sie dort seit den fünfziger Jahren regiert. Weil die CDU-Chefin das weiß (und weil es ihre Überzeugung ist), hat sie sich frühzeitig und sehr klar für Stuttgart21 positioniert.

Sollte Mappus doch verlieren, wird es wegen seiner Haltung in Sachen Stuttgart 21 sein. Merkel selber wird das jedoch nicht mehr schaden.

Die CDU wird in vielen der Landtagswahlen klar an Stimmen verlieren. Das wird zwar Debatten auslösen, doch nichts wirklich verlieren. Auch 2011 wird Karl-Theodor zu Guttenberg noch nicht Kanzler (das war übrigens der Medien-Hype des vergangenen Jahres – einen Mann, der in Bayern aufgrund seines jungen Alters noch nicht einmal Ministerpräsident werden könnte (Mindestalter 40), zum Kanzler hochzujubeln!). Das gleiche gilt für Röttgen, von der Leyen und all die anderen Kandidaten. Angela Merkel hat ihre Partei fester im Griff denn je zuvor – und ebenso die Regierung.

Ok, der Euro: Das ist schwierig, denn an den Märkten wird es zu neuen Attacken gegen den Euro kommen. Doch die Verantwortlichen in der EU (und auch, ja, Angela Merkel) werden so viel Geld in den Schutzschirm werfen, dass alle fallierten EU-Staaten gerettet werden. Der Preis ist hoch, sehr hoch. Doch auch Ende 2011 wird es den Euro noch geben.

Das ist in Sachen Westerwelle weit unwahrscheinlicher: Die FDP wird ihren Vorsitzenden im Laufe des Jahres, wahrscheinlich nach den verlorenen Wahlen in Baden-Württemberg zwingen, den Vorsitz abzugeben und sich auf seine Amt als Außenminister zu konzentrieren. Das macht das Regieren für Merkel noch einmal schwieriger, da dann ein weiterer Player zu den Koalitionsgipfeln ins Kanzleramt geladen werden muss. Doch für die Meisterin der Moderatin wird auch das keine wirkliche Prüfung sein.

Freuen wir uns also auf ein politisch turbulentes Jahr. Wie immer finden Sie die aktuelle Kommentierung hier auf www.starke-meinungen.de. Bleiben Sie uns gewogen, empfehlen Sie uns weiter und vor allem: Haben Sie ein gutes Jahr 2011!

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2 Gedanken zu “Spannung pur: Euro, Wahl-Marathon und die FDP;”

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    Frau Heckel schrieb: Ok, der Euro: Das ist schwierig, denn an den Märkten wird es zu neuen Attacken gegen den Euro kommen.

    Die Märkte attakieren den Euro nicht, sondern verantwortungslose Politiker können, insbesondere auch in Deutschland, seit 40 Jahren nicht mehr regieren, ohne neue Schulden zu machen. Irgendwann gibt der Markt denen, wie auch dem privaten Bauherrn oder Unternehmer, nichts mehr, weil sie überschuldet sind. Bauherren und Unternehmer würden ausgelacht werden, wenn sie bei einer Überschuldung mit Verschwörungstheorieen über böse Mächte aufwarten, die ihnen übel mitspielen wollen ;).

    Es ist eine ganz banale Tatsache, daß überschuldete Kreditnehmer an Kreditmärkten eine schwache Position haben und über den Tisch gezogen werden. Daran hat im Fall der Euro-Staaten niemand anderer schuld, als die Politiker, die horrende Schulden gemacht haben, und die Wähler, die sie gewählt haben.

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    Liebe Frau Heckel, größtenteils stimme ich Ihrer Einschätzung zu, was die Wahl in BW betrifft, könnte das dramatischer ausgehen.

    Frau Merkel zählt ja jetzt, bekanntermaßen, nicht gerade zu meinen besten Freunden. Sie hat dem Deutschen Volk in den letzten Jahren allerhand abverlangt, und ihr Führungsstil läßt auch heute noch bei manchen eine Gänsehaut aufkommen. Trotzdem hat sie sich doch letztlich meinen Respekt verdient, nachdem sie sich endlich in der EU mit den Deutschen Standpunkten durchgesetzt hat.
    Wenn sie jetzt noch irgendwo den Nichtkanzler für die nächsten Wahlen los wird – denn nicht nur ökonomisch scheint sie kompetenter zu sein, als von ihm angenommen –
    und vielleicht auch noch Herrn Westerwelle, wird das Jahr 2011 ganz sicher ein interessantes Jahr.

    Ich wünsche auch Ihnen ein interessantes und aufregendes Jahr 2011 und daß auch Sie uns gewogen bleiben.
    Dasselbe wünsche ich allen Mitdiskutanten hier.

    Falls jemand for dem dinner for one noch sich gut amüsieren möchte, empfehle ich Alan Posener mit „Schlag den Raab am Hindukusch.

    http://www.welt.de/videos/vide.....l#autoplay

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