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Andreas Rödder und die Nazikeule

Über mangelnde Aufmerksamkeit kann sich der Geschichtsprofessor Andreas Rödder nicht beklagen. Seine Geschichte der Wiedervereinigung wurde mit Adjektiven wie „prägnant“ und „markant“ bedacht, seine Geschichte der Gegenwart als „erstaunliches“ und „mutiges“ Buch gelobt. Als Gründer des rechtskonservativen Thinktanks „R21“ und Leiter der Grundwertekommission der CDU ist er stets in der Öffentlichkeit – FAZ und taz, Cicero und Zeit, Deutschlandfunk, SWR usw. usf. – mit Interviews und Essays präsent.

Dennoch haben seine Einlassungen zuweilen etwas Nölendes an sich, als fühle er sich missverstanden. „Das Einstiegsetikett ist der Begriff ‚umstritten‘“, klagte Rödder in einem Essay für Gabor Steingarts Online-Magazin „The Pioneer“: „Eigentlich ein Ehrentitel für jeden unabhängigen Kopf, ist es in der öffentlichen Praxis die Vorstufe zum Label ‚rechts‘, das unhinterfragt mit ‚konservativ‘, ‚rechtspopulistisch‘, ‚rechtsextrem‘ oder ‚rechtsradikal‘ gleichgesetzt wird. Fließend ist dann der Übergang zur Höchststrafe ‚Nazi‘.“

Umstritten muss nicht gut sein

Es fällt auf, dass Rödder keine Medien als Beleg für seine Behauptung nennt.  Wie auch? Er ist der lebende Beweis dafür, dass „umstrittene“ Köpfe in der „öffentlichen Praxis“ hofiert werden. Was allein der Aufmerksamkeitsökonomie geschuldet ist. Rödder klickt halt. Rödder jedoch glaubt, die Bezeichnung „umstritten“ ehre jeden „unabhängigen Kopf“. Ein 68er-Irrtum. Denn jede demokratische Selbstvergewisserung beginnt mit der Festlegung von Grundsätzen, die unumstritten sind, wie es in der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung heißt: „We hold these truths to be self-evident …“

Wer diese Wahrheiten – dass alle Menschen das gleiche Recht auf Leben, Freiheit und Glück haben, dass Regierungen diese Rechte zu garantieren haben usw. – nicht teilt, mag umstritten sein, aber das ist dann kein Ehrentitel. Umstritten sind ja auch Putin-Freunde und Relativierer des DDR- Unrechts. Von Impfgegnern und Leugnern des Klimawandels, Islamfeinden und Israelhassern ganz zu schweigen. Alle halten sich für „unabhängige Köpfe“, sind aber nur Gefolgsleute irgendeines Alternativ-Mainstreams. Wirklich unabhängig denken können sehr wenige Menschen.

Mimosenraunen

Wie Rödder mit seiner Wortwahl beweist. „Höchststrafe Nazi“. Damit wird wieder einmal – seit Martin Walsers Paulskirchenrede ist das Gerede von der „Nazikeule“ und dergleichen das ständige Begleitraunen der angeblich Missverstandenen – das Täter-Opfer-Verhältnis umgekehrt. Die Nazis haben zwischen 1933 und 1945 millionenfach die „Höchststrafe“ verhängt. Neonazis haben allein zwischen 1989 und 2020 laut BKA 109 Menschen getötet. Aber niemand ist gestorben, weil er in einer Diskussion als „Nazi“ beschimpft wurde; und in den wichtigsten Medien der Republik werden Konservative wie Rödder weder als rechtsextrem noch als rechtsradikal noch gar als Nazis beschimpft.

Rödders sprachliche Schluderei ist nicht konservativ, sondern verweist in Richtung beleidigte Leberwurst, so ziemlich das Gegenteil geistiger Unabhängigkeit. Das sollte einem für christlich-demokratische Grundwerte zuständigen Intellektuellen nicht passieren.

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73 Gedanken zu “Andreas Rödder und die Nazikeule;”

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      Abgesehen davon, dass im Video Bullshit erzählt wird: Es geht in dieser Diskussion um Andreas Rödder. Könnten wir bitte mal halbwegs beim Thema bleiben?

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    @APo, 27. August 2023 um 09:13

    … die Evangelisierung, die Verbreitung des Evangeliums von Jesus Christus, ist Aufgabe und Pflicht. Die Ideologisierung der Welt ist ein Menschheitsverbrechen.

    … ‚wir‘ hatten das schon, ich wiederhole; im Vergleich zum ‚track record‘ des modernen Staates – insbesondere den diversen Sozialismen des 20. Jahrhunderts, davon die braunen Sozialisten mit etwa 30 Millionen, die roten Sozialisten mit etwa 100 Millionen ermordeten Menschen, sieht derjenige der Kirche geradezu makellos aus.

    Das Lagersystem der National-Sozialisten hat in einer Woche mehr Menschen das Leben gekostet, als die spanische Inquisition in 400 Jahren, und Mao hat dieses Pensum ab und an einem einzigen Tag geschafft.

    Die Verbrechen im Namen [sic!] der Kirche, ja der Menschen überhaupt, wie auch die Verbrechen im privaten Bereich, sind aus verschiedensten Gründen Bestandteil des Menschseins im Laufe seiner Existenz. Sei es aus ideologischen Gründen, aus Gründen reiner Machterhaltung oder Machtverbreiterung.

    … im Übrigen wurden grundsätzlich Formen intoleranter Mission, die von weltlichen Herrschern [sic!] angeordnet wurden, von Vertretern der Kirche sehr kritisch gesehen. Zwei bedeutende Beispiele dafür sind die Zwangstaufen, die Karl der Große unter den Sachsen vollziehen ließ, 9. Jahrhundert, und die Mission in Lateinamerika im Auftrag der spanischen Krone, 16. Jahrhundert. In beiden Fällen waren es weltliche Herrscher, die Mission als Mittel der Machtpolitik einsetzten. Die Kritik an diesem Ansinnen kam aus Kirchenkreisen, von Hofpredigern und Ordensleuten, die mit biblischen, theologischen und rechtlichen Argumenten opponierten.

    … und zur Psychopathologie ein Netzfund; (nur mal so nebenbei 😉 )

    Wahlverhalten chronisch psychisch Kranker, Wahnwelten – psychisch gestörte wählen rot-grün.

    Abteilung Gemeindepsychiatrie, Zentralinstitut für Seelische Gesundheit Mannheim

    Ergebnisse von Umfragen unter Bewohnern therapeutischer Wohneinrichtungen zu den Bundestagswahlen 1994, 1998 und 2002

    Zusammenfassung:

    Anliegen: Durch die Ermittlung des Wahlverhaltens chronisch psychisch Kranker soll nachgewiesen werden, dass diese Gruppe als politische Interessenvertretung handeln könnte.

    Methode:

    Befragung von Bewohnern therapeutischer Wohneinrichtungen nach den Bundestagswahlen 1994, 1998 und 2002.

    Ergebnisse:

    Es findet sich eine stabile Präferenz der Parteien des ‚linken‘ Spektrums. Jeweils mehr als 2/3 der Befragten gaben ihre Stimme der SPD oder den GRÜNEN. Die Wahlentscheidung ist für 17,2 % der Befragten abhängig vom Engagement einer Partei für psychisch Kranke.

    Schlussfolgerungen:

    Chronisch psychisch Kranke unterscheiden sich in ihrem politischen Wahlverhalten von
    der Allgemeinbevölkerung. Sie wählen zum Teil interessenorientiert und könnten organisiert eine politisch relevante Lobby darstellen. Dieser Umstand sollte bei der zukünftigen Entwicklung und Planung der psychiatrischen Versorgung berücksichtig werden.

    Frage meines Hamsters: ‚Kann man daraus nicht auch schließen, dass Rot-grün-Wähler …‘

    … nein, kann man/frau nicht. Man/frau MUSS daraus schließen, das Wähler von ‚rot-grün‘, wie auch ‚rot-grün‘ selber, schlichtweg psychisch gestört sind.

    … das finde ich nicht lustig.

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    … ooops? Ist mein Kommentar verloren gegangen oder war er zu stark für starke-meinungen.de? Thema verfehlt zählt nicht. Ich antworte nur auf Ihren Kommentar. 😉

    APo: ‚Sie meinen, es gibt mehr CO2 in der Luft, weil Vulkane die Sonneneinwirkung auf die Erde beeinflussen? Ok …‘

    … *rofl*, netter Versuch, ich habe über Auswirkungen von Sonnenaktivitäten und Vulkanen auf Wetter und Klima geschrieben … nachts ist es kälter als draußen und schwarze Schuhe sind wärmer als gefütterte … 😉 und ohne CO2 keine Photosynthese – deren Entstehung und Entwicklung bis heute nicht erklärt ist – und kein es grünt so grün wenn Spaniens Blüten blühen …

    Ergo, wer CO2 binden will, kann nicht für Windräder Wälder abholzen, der sollte anfangen die Sahara zu begrünen. Das wäre eine sinnvolle Aufgabe für die ‚grüne Lobby und den Philanthrop‘.

    Oder mit Sinai anfangen. Dort ist allemal Platz für ‚Schutzsuchende‘ aus Alt-Mohammedanien. Von Sharm El Sheikh bis Port Said durcharbeiten. Die können sich von den Israelis abgucken wie Land urbar gemacht wird. Arbeitskräfte gäbe es, allein Deutschland, genügend. Nennen wir es das Friedensprojekt ‚Neu-Mohammedanien‘. ‚Inschallah‘.

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      Also, weil die Industrieländer seit 300 Jahren CO2 in die Luft blasen, sollen Flüchtlinge aus muslimischen Ländern in der ägyptischen Wüste zu Zwangsarbeit eingesetzt werden. Immer wieder verblüffend, die Menschlichkeit von Menschen, die sich Christen nennen und sich darauf auch noch etwas einbilden. Glauben Sie ernsthaft, Jesus will einen wie Sie in seinem Himmelreich?

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        @APo

        … lieber Alan Posener, ich bin immun gegen Rabulistik. Ich verwende die, wenn ich meine sie nützt, selber. Es gibt keine Flüchtlinge aus Mohammedanien. Es gibt ausschließlich mohammedanische Eroberer. Allein Art 16a GG und Dublin II ist geltendes Recht.

        Der Islam will die Welteroberung und ich will keine mohammedanische Ideologie in meiner Heimat.

        … und wenn Sie Hilfe zur Selbsthilfe, das Subsidiaritätsprinzip, als Teil der katholischen Soziallehre und Gehalt/Lohn als Zwangsarbeit sehen, dann, nun ja, sind Sie immer noch Maoist/Marxist. Oder?

        … und ob Jesus mich in sein Himmelreich ‚will‘, O-Ton APo, werden Sie merken, wenn ich Ihnen alle 100 Jahre eine Kiste Hafenbrühe ins Fegefeuer, wo Sie Ihre Sünden abarbeiten müssen, schicke. 😉

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        Nur eine Religion ist je dem Ziel der Eroberung der Welt halbwegs nahegekommen, und das ist das Christentum. Und ständig unterstellen die Christen anderen Leuten, was sie selbst getan haben: Siehe jüdische Weltverschwörung, islamische Weltbeherrschungspläne. Wenn’s nicht so schreckliche Folgen gehabt hätte, wäre das als Psychopathologie fast schon lustig.

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    So, ein Beitrag noch – zwecks Klarheit, denn Sie haben mir Ihre Grenzen formuliert und Grenzen habe ich wohl auch: Sie werfen wie so viele derzeit mit Kategorisierungen um sich, wie ein Ninja- Kämpfer mit Kampfsternen:“Impfgegnern und Leugnern des Klimawandels, Islamfeinden und Israelhassern..“
    Wenn Sie (z.B.) mich als Leser erhalten wollen, möchte ich mich nicht ständig mit irgendwelchen Feindbildern auseinander- oder absetzen müssen. Auch No-names wie ich können selber denken, differenzieren oder abwägen und merken Sie wirklich nicht, dass ich nichts anderes mache, als Ihre vorgefassten Kategorisierungen zu spiegeln? Ich habe Ihnen auch explizit geschrieben, worum es mir geht, zur Erinnerung: „Eine ernsthafte Diskussion müsste sich darum drehen, wie man diesen wohlstandsbedingten Katastrophismus und diese Superfürsorgeansprüche wieder zurückdreht, statt sich mit billigen linken Narrativen…“, wo Sie nur „billig“ gelesen haben entsprechend reagierten.
    Wenn Sie da keine Schnittmenge zu Ihren Überlegungen sehen, ist das in Ordnung und für mich kein Aufreger, aber durch Vorab-Kategorisierungen verminte Felder betrete ich nicht mehr und ich kann mir sehr gut vorstellen, dass Prof. Rödder und auch Norbert Bolz, den Sie ja kennen, das ähnlich sieht.

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      „Auch No-names wie ich können selber denken, differenzieren oder abwägen und merken Sie wirklich nicht, dass ich nichts anderes mache, als Ihre vorgefassten Kategorisierungen zu spiegeln?“ Ähm, natürlich können Sie das. Wo habe ich das bezweifelt? Aber nein, ich merke nicht, das Sie bloß meine Kategorisierungen spiegeln. Was im übrigen, selbst oder gerade wenn es stimmen würde, kein wirklich zielführender Ansatz wäre.
      Sie merken hoffentlich, dass ich mir Zeit nehme und einigen Aufwand treibe, Sie nicht als Leser (einer mehr oder weniger … pfff), sondern als Diskutant hier zu erhalten. Wie ich es mit allen halte. Aber:
      „Eine ernsthafte Diskussion müsste sich darum drehen, wie man diesen wohlstandsbedingten Katastrophismus und diese Superfürsorgeansprüche wieder zurückdreht, statt sich mit billigen linken Narrativen…“
      Ich habe nirgendwo „Katastrophismus“ betrieben. Weder im Hinblick auf das Klima noch im Hinblick auf die Zuwanderung, noch auch im Hinblick auf die Deindustrialisierung oder was der von interessierter Seite betriebenen Warnrufe noch sind. Und ich habe nirgendwo „Superfürsorgeansprüche“ gestellt oder verteidigt. Insofern weiß ich nicht, weshalb ich partout darüber in eine „ernsthafte Diskussion“ treten müsste. die Kritik daran, wenn auch meistens nach Blasen getrennt, wird doch lautstark geführt, also die Linke kritisiert Bankenrettungen, Subventionen usw., die Rechte die Sozialausgaben und die Rentenhöhe; die Linke kritisiert die Panikmache bei der Zuwanderung, die Rechte beim Klima. Ich sehe nicht, dass ich „Feindbilder“ pflege. Bolz halte ich für einen wenig originellen Neo-Nietzscheaner, wie übrigens die meisten Libertären, und zu Rödder habe ich eine Glosse geschrieben. Aber für „Feinde“ halte ich beide nicht. Den Ehrbegriff hebe ich für Leute wie Putin auf.
      Das Problem Ihres Hauses halte ich für hoch interessant und habe über solche Probleme ja bei Zeitonline geschrieben. Das interessiert mich. Es ist ein Problem, über das übrigens Don Alphonso auch geschrieben hat, der aber gleich daraus einen „Krieg der Elite gegen die bürgerliche Lebensart“ machte (o.Ä.,ich zitiere aus dem Gedächtnis). Nein. Es ist ein Problem, kein Krieg. Und ich habe für dieses Problem keine Lösung. Bin aber für Vorschläge offen. Dass aber die Bauministerin bei Neubauten jetzt weniger dämmen will, um den Wohnungsbau anzukurbeln, was nur bedeutet, dass die Besitzer in 10 oder 20 Jahren Probleme bekommen, kann schon gar nicht richtig sein. Sie verstehen: es muss möglich sein, über Sachprobleme sachlich zu diskutieren.

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        Ja, das merke ich natürlich, dass Sie sich die Mühe machen, mir detailliert zu antworten, damit ich mich hier weiter äußere, sonst würde ich das ja auch nicht mehr tun. Und die Diskussion um Sachfragen ist mir genauso wichtig, wie Ihnen und es wird durch Unterstellungen und Zuschreibungen bestimmt nicht einfacher. Faktisch hat jedoch ‚Don Alphonso‘ mit „Krieg der Elite gegen die bürgerliche Lebensart“ völlig recht (oder hätte recht), wenn es auch zugespitzt ausgedrückt ist, was ich in seinem Fall auch meistens treffend finde: Kevin Kühnert z.B., dem „das ganze drum und dran einer Immobilie zuwider ist“ und der für sich also den Luxus (ja!) beansprucht, Mieter sein zu dürfen. Dem würde ich auch nichts vermieten, denn da müsste ich mit rechnen, dass er bei jedem tropfenden Wasserhahn die Mietzahlung kürzt. Diese mangelnde Erdung im Alltagsleben lässt mich erschauern. Z.B.
        Zu meinem Haus in der Eifel, das ich vor 3 Jahren erwarb, ich betreue wohl noch ein anderes in der Gegend, das von meiner Lebensgefährtin, das teilweise vermietet ist und bis vor einem Jahr mein bis dato vermietetes Elternhaus an der Mosel, das ich zu jener Zeit verkauft habe. Da ist also mittlerweile ein bisschen Erfahrung.
        Das erstgenannte hat Wände aus Bimsstein, der bereits Dämmeigenschaften hat und die Zwischendecken sind mit Perlit, einem anorganischen Schüttgut (Silikate) gefüllt. Das Dach ist zwischen den Sparren mit Steinwolle gedämmt und die Kellerdecken mit Styroporplatten, die ich selber nicht angebracht hätte und möglicherweise auch entfernen werde, weil sie die Feuchtigkeit in der Zwischendecke versiegelt. Das einzige sehr alte Fenster mit Einfachverglasung in einem Schlafzimmer habe ich belassen, lediglich eine Doppelglasscheibe in den Rahmen eingesetzt.
        Die durchweg eher kleinen Zimmer lassen sich im Winter sehr gut beheizen, mit Heizkörpern, die durch eine 21KW- Flüssiggastherme im Badezimmer gespeist werden, die allerdings dazu eine Vorlauftemperatur von mindestens 50 Grad liefern muss. Das etwas feuchte Raumklima habe ich durch einen Holzofen, der nicht vorhanden war, durch die bei seinem Betrieb ständige Luftabsaugung wesentlich verbessern können. Das Holz dafür kann ich entweder bestellen oder mir selbst im Wald holen und erspare mir dadurch Besuche in einem Fitness-Studio.
        Tatsächlich bin ich der Meinung, dass diese alten Häuser, besonders in den Ortskernen erhaltenswert sind und das Leben auf dem Land stellt sich für mich als geborener Städter keineswegs so öde und eng dar, wie es (vielleicht) mal war und wie es heute noch gerne so eingeschätzt wird.
        Die Wärmepumpen-Politik der jetzigen Regierung (eine Konzession an die Elektroindustrie?) halte ich z.B. schon aus den genannten eigenen Erfahrungen für absurd, aber alle Gründe aufzuführen, das ist mir jetzt zuviel.
        Vielleicht noch dies: Die alte Bausubstanz ist offenporig, d.h. sie hat eine sehr große Oberfläche, so dass die Feuchtigkeit (z.B. aus der ausgeatmeten Luft und vom Kochen) gut aufgenommen, aber auch wieder abgegeben werden kann. Hier gälte es, aus diesbezüglichen Fehlern, die in den vergangenen Jahrzehnten bereits an der Bausubstanz begangen wurden (Eternitplatten, wasserabweisende Farben und Wandbeläge) und die die jahrhundertealte Bauerfahrung konterkarierte, zu lernen. Und die ‚Experten‘ aus der Bau- und Handwerksbrache scheinen mir auch eher Experten für ihren Geschäftserfolg zu sein, was ich zum Teil auch verstehen kann. Um so genauer muss man hinschauen.Ich schildere Ihnen das gerne, aber ich kann das Thema hier nur anreißen.
        Was Norbert Bolz betrifft: Mir ist es lieber – ähnlich wie bei der behutsamen (‚konservativen‘) Vorgehensweise beim Haus – wenn jemand geistesgeschichtlich gesehen nicht so originell ist, dafür aber verantwortungsbewusst.

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        Lieber KJN, ich habe ja mehrere Artikel gegen das Heizungsgesetz geschrieben, die Sie auch kennen. Es ist nie richtig, ein „one size fits all“-Lösung durchzudrücken, ob bei Verbrennungsmotoren oder der Heizung. Was mir widerstrebt, das sind Verschwörungstheorien und Bürgerkriegsrhetorik.
        Don Alphonso schildert recht ausführlich in seinem Artikel, dass eine Erdwärmepumpe den Garten seines Elternhauses zerstören würde. Das kann ich bestätigen. Mein Garten wurde zur Hälfte auch zerstört. Allerdings habe ich die Schäden jetzt schon repariert, mit Hilfe einer Natur, deren Regenerationskräfte oft unterschätzt werden. Ob das Verhältnis Aufwand zu Ertrag wirklich lohnt, ist aus der Ferne schwer zu beurteilen, aber wie auch immer man das beurteilt, ein „Krieg“ wird hier nicht geführt. Der Klimaschutz ist ja ein eminent bürgerliches Anliegen, was man, wenn es argumentativ passt, gern den Grünen um die Ohren haut.
        Sie wiederum schildern die Vorzüge eines Hauses in traditioneller Bauart. Und die sind nachvollziehbar und werden von niemandem bestritten. Ob man den heute benötigten Wohnraum, ob man vor allem den nach dem Krieg benötigten Wohnraum ohne Betonfertigteile und dergleichen zu angemessenen Kosten herstellen kann und konnte, das kann ich aus dem Handgelenk nicht beantworten; aber es gibt Pilotprojekte (eines davon habe ich in Berlin besichtigt) für das nachhaltige und naturnahe Bauen, auch das natürlich, wenn es passt, wird von Grünen-Feinden gern als Elitenprojekt verlacht. Und bitte, vielleicht ist es so. Aber, und nun komme ich zum Punkt: Die Unterstellung, die Konzentration Habecks auf die Wärmepumpe sei „eine Konzession an die Elektroindustrie“ ist wirklich nicht hilfreich, um es vorsichtig auszudrücken.
        Meine Wärmepumpe hat eine Effizienz von 400 Prozent. Den Effizienzgrad bekommen Sie bei einem normalen Heizungssystem nicht hin, da sind 100 Prozent schon viel. Hinzu kommt, dass es leichter ist, ein Kraftwerk von Kohle auf Gas auf Flüssiggas und schließlich auf Solar / Wind / Biogas umzustellen, als Tausende von Haushaltsheizungen; es macht also Sinn, das vorhandene Stromnetz auszunutzen; hinzu kommt, dass man (so mache ich das) die Pumpe mit Strom vom eigenen Dach betreiben kann. Das sind Sachargumente. Sie treffen nicht in jedem Fall zu. Das Heizungsgesetz berücksichtigte nicht die Vielfalt der Problemlagen, es war handwerklich ein Desaster. Aber nicht, weil man Konzessionen an die „Elektroindustrie“ machen wollte, sondern aus einem Mangel an Fantasie und Erfahrung.
        Zu Kühnert haben wir vermutlich eine ähnliche Meinung.

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        Jetzt wieder so? Das andere von mir haben Sie ignoriert? Wollten Sie nicht was von mir über Immobilien wissen?

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        „Ich wollte nicht einen Artikel über Schottergärten kommentieren.“ .. ja gut, aber ich hatte noch zwei andere Beiträge geschrieben, einen zu Hans‘ Einlassung.

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        Lieber Alan Posener, Ihre Sachargumente bezüglich Heizung und Energieversorgung habe ich seit langem auch so gesehen und daran hat sich auch nichts geändert und ich finde, Sie haben Sie auch gut und schlüssig dargestellt. Auch das mit dem Garten: Natürlich wächst da schnell Gras drüber, wie man ja treffend sagt. Don Alphonso bedient hier das rigorose ästhetische Empfinden und den Gestaltungswillen älterer Damen, was nicht meine Sache ist, was ich aber schon deswegen gut finde, weil sie mit ihren Händen was machen. Eine Kultur. Allerdings sind es nun mal die ‚Grünen‘ (ja, in Anführungszeichen) und deren NGOs (Agora Energiewende etc.), die die One-size-fits-it-all-Lösung so vehement vertreten haben und die die so offensichtlichen Einwände ignorieren wollten. Wenn das keine Klientelpolitik ist, als das Ergebnis von Abwägungen und Konzessionen, ist es ja noch schlimmer, denn wie schnell kann dann eine hoch erratische Legislative ein Land herunterwirtschaften? Und wieder, seit ‚Corona‘: Wieviel sind die angeblich unveräußerlichen Grundrechte (in diesem Fall Freizügigkeit) in diesem Land noch wert, wenn der neue Bildungsbürger durch Medien und Teile der Wissenschaftler in Angst und Schrecken versetzt wird?
        Ich denke, die neue ‚grüne’ Bürgerlichkeit in diesem Land hat den direkten Kontakt zur Natur längst verloren und durch eine romantische Naturvorstellung ersetzt (wie Rilke..) und die Versatzstücke ihrer abgelegten und verteufelten Religion, wie Erbsünde, Heiligenverehrung, Hölle und Fegefeuer ins Diesseits übersetzt (CO2-Fußabdruck, ‚Greta‘, Klimahölle, Straßenkleber) und ‚die Wissenschaft‘ ist die neue Kirche, der man folgen soll und Wissenschaftler deren Priester. Wenn Religion nicht mehr in der Kirche stattfindet, sondern im Alltag, wird es i.d.R. totalitär und das soll keine „Bürgerkriegsrhetorik“ sein, sondern ich muss zugeben, es macht mir Angst. Und nicht nur mir.

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        Ja, sie haben in Vielem Recht. Die Klientel der Grünen ist städtisch, besserverdienend und oft nicht nur von der Natur – also dem Land, nicht der Ferienanlage in der Toskana – entfremdet, sondern von den Sorgen der leute, die man früher als „einfach“ bezeichnet hätte.
        Nur: ich halte sie für erreichbar durch Argumente. Denn ihre Pseudo-Religion erfüllt für sie eine Forderung nicht: sie garantiert kein ewiges Leben. Deshalb ist sie nicht sehr tief verwurzelt, sie imitiert teilweise die Formen der christlichen Religion, füllt eine Leerstelle aus, aber eben nur notdürftig, wie früher der Sozialismus, der ebenfalls das Christentum imitierte.
        Da Sie Don Alphonso so schätzen, aber die Regierung wegen der Einschränkungen zu Corona-Zeiten kritisieren: Don Alphonso hat wochenlang die Regierung kritisiert, weil sie zu wenig getan hat:
        16. Februar 2020:
        „Denn Seuchen sind nur die eine unabänderliche Katastrophe, und das war schon bei der spanischen Grippe so, die vor 100 Jahren wütete: Die wurde nur so schlimm, weil sie auf die schlimmen Zustände am Ende des Ersten Weltkriegs traf. Corona trifft auf die Berliner Stadtverwaltung.“
        29. Februar:
        „Unterhalb der Mittelklasse sind die Italiener über das wahre Ausmaß des Debakels schlecht informiert oder gar blind.“
        8. März:
        „Diese Leute (die Politiker wie Spahn, A.P.) werden überleben, sie sind nachher noch da, und das hohe Alter der Rentner ist ihnen schon länger ein Dorn im Auge und ein Elend im Haushalt.“
        12. März:
        „(W)er dem deutschen Gesundheitsminister Spahn glaubt, dass die Todesrate bei 0,1 bis 0,7 Prozent liegen wird, der glaubt vermutlich auch, Deutschland sei bestens vorbereitet und müsste keine Angst vor Corona haben – so schrieb es nämlich die CDU/CSU-Fraktion am 24. Februar.“ (Sie lag in Deutschland dann bei 0,45, A.P.)
        17. März:
        „Was Sie hier sehen, den Gegensatz zwischen einem zunehmend erbosten Autor wie mir und manchen Leuten im Netz, und dem, was die Regierung und ihre die eigenen Lügen vertuschenden Medienkompanien verbreiten, ist, schlicht gesagt, der Unterschied zwischen individuellem und systemischem Risiko. Man kann das leicht mit dem Krieg erklären: Der Soldat hat das Interesse, den Kampf zu überleben. Angehörige der Zivilbevölkerung wollen nicht individuell beraubt, beschossen und vergewaltigt werden. Der Staat dagegen betrachtet den Krieg als großes, systemisches Risiko, und tut, was nötig ist, damit die Herrschenden an der Spitze keine besonderen, individuellen Risiken wie Machtverlust oder Enthauptung erdulden müssen. So gesehen gibt es individuelle Interessenlagen, die aber nicht mit dem Ziel des Gesamtsystems in Einklang zu bringen sind.“

        Und so weiter und so fort. Ich habe das damals gesammelt. Ein Trommelfeuer der Kritik, weil die Regierung uns angeblich nicht schützt, keine Notmaßnahmen ergreift – bis hin zur Unterstellung, die Politiker nähmen den Tod der Rentner billigend in Kauf, um Geld zu sparen. So war die Stimmung, auch und gerade ziemlich weit rechts, bis die Regierung darauf hörte – und plötzlich war das ein Angriff auf die Freiheit. Kopf ich gewinne, Zahl du bist ein Faschist.

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        Oje, an die anfänglichen Zitate von Don Alphonso kann ich mich noch gut erinnern, besonders an das vom 17. März und ich war ziemlich irritiert, weil er auch schrieb, nur die Italiener „könnten“ im Gegensatz zu den unfähigen und unentschlossenen Deutschen Lockdown. Ich hatte mich wirklich gefragt, was das sollte, obwohl ich auch zunächst reichlich verunsichert wegen dem ‚neuartigen’ Virus war. Das fand ich ziemlich billig. Und anti-freiheitlich. Möglicherweise journalistische Gefallsucht bzw. Populismus. Ob ich also Don Alphonso „so schätze“ kann ich gar nicht sagen. Was ich aber sicherlich schätze, ist nicht, dass jemand meine Wahrnehmung oder Meinung in einer Frage teilt, sondern ob in einer Auseinandersetzung oder Diskussion meine Sorgen, Argumente, ja auch Ängste wahrgenommen werden, statt mich der Einfachheit halber direkt in eine der üblichen Schubladen (Leugner von irgendwas, Rechter, Querulant, ‚Querdenker‘, Verschwörungstheoretiker usw.) einzusortieren (was uns wieder zu Prof. Rödder führt und was er m.E. auch kritisieren wollte). Dieses Einsortieren kann zumindest ich Ihnen nach dieser Diskussion überhaupt nicht vorwerfen (was ich aber auch vorher nicht wirklich geglaubt habe und was auch der Impuls für meinen Einwand war).
        Und ja, davon..
        „Kopf ich gewinne, Zahl du bist ein Faschist.“
        .. müssen wir unbedingt wieder weg und das gilt sicher auch für unsere politische Rechte, weswegen Sie mit Ihrem Vorwurf der Larmoyanz an Rödder nicht ganz daneben liegen. Wenn nur nicht dieses Dauerfeuer der ö.-r. Medien und diese moralische Überheblichkeit der Einsortierer z.B. an den Unis wäre.. o.k. Studenten dürfen das, nervt trotzdem..
        Weiterhin formulieren Sie die interessante Einschätzung..
        „Nur: ich halte sie für erreichbar durch Argumente. Denn ihre Pseudo-Religion erfüllt für sie eine Forderung nicht: sie garantiert kein ewiges Leben. Deshalb ist sie nicht sehr tief verwurzelt, sie imitiert teilweise die Formen der christlichen Religion, füllt eine Leerstelle aus, aber eben nur notdürftig, wie früher der Sozialismus, der ebenfalls das Christentum imitierte.“
        Ich weiß nicht, ob der Glaube an das Leben nach dem Tode z.B. bei Katholiken in der Vergangenheit wirklich so tragfähig war: Meine katholische Großmutter von der Mosel sagte jedenfalls mal in einem Gespräch mit ihrem Schwiegersohn, meinem Vater: „nach dem Tod kommt nix mehr..“ und das mag zwar nur eine Anekdote aus meiner Kindheit sein, aber war dieser Glaube an ein Leben nach dem Tode nicht immer eher metaphorisch? Wollen wir modernen Atheisten, Agnostiker, was auch immer, wirklich mehr ‚glauben‘, dass unser Leben bedeutungsloser ist, weniger in die Zukunft wirkt, dass wir ‚toter‘ sein werden, als unsere Vorfahren? Ist nicht gerade ‚Wir retten den Planeten, weil wir die letzte Generation vor den Kipp-Punkten sind’ eine Vorwegnahme eines Daseins als Engel?
        Ich würde Ihnen das zu gerne glauben, dass da irdische Argumente noch ankommen.

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        Ok, KJN, Ihre Frage zur Religion ist natürlich zugleich sehr wichtig und nicht zu beantworten. Meine These, mehr ist das nicht, bezieht sich einerseits auf meine eigene Erfahrung mit der Religion des Marxismus-Leninismus und auf die umfangreiche Renegaten-Literatur – bezeichnenderweise heißt einer der einflussreichsten Sammelbände „Ein Gott, der keiner war“; andererseits auf eine Bemerkung von Solschenizyn irgendwo im „Archipel Gulag“. Er schreibt, dass die eingelieferten Kommunisten, von ihrer eigenen Unschuld ebenso wie von der Gerechtigkeit des Systems überzeugt, schnell zerbrachen; die Christen aber die Kraft fanden, nicht aufzugeben.
        Die Familie meiner Frau ist katholisch. Da finden sich natürlich alle Schattierungen des Glaubens und Unglaubens, aber mich haben gerade die sehr frommen Familienmitglieder, die es da durchaus noch gibt, durch ihre heitere Gelassenheit immer sehr beeindruckt. Und die im Glauben eher Schwachen waren die, die zu den Nazis gingen.
        Ich denke also, E.O. Wilson hat Recht (ich glaube, er war es, der den Begriff prägte), als er sagte, die Menschen seien evolutionsbedingt „theotrop“, so wie manche Blumen heliotrop sind. Wir suchen Sinn, Geborgenheit und eine Entlastung von der Verantwortung eigenen Denkens. Elternersatz. Aber die Religionen haben mehrere tausend Jahre gehabt, sich auf dieses Bedürfnis einzustellen; moderne Kopien sind – wie Nazismus und Kommunismus – für Falsifikation viel anfälliger. Und eine Bewegung, die stets die eigene Verantwortung betont, die Notwendigkeit, das eigener Zimmer aufzuräumen, ohne dass es dafür eine Belohnung im Jenseits gibt, ist letztlich als Religion zu anstrengend, um auf Dauer erfolgreich zu sein.

      9. avatar

        KJN/APO; ‚Ok, KJN, Ihre Frage zur Religion ist natürlich zugleich sehr wichtig und nicht zu beantworten.‘

        … doch, doch, es gibt eine (einzige) Antwort; Johannes 3,16

        Und wenn Klaus sucht, dann ist er schon auf den (einzig) richtigen Weg. 😉

      10. avatar

        Ich denke wohl, dass die Idee des Kommunismus immer noch vor die Hintertüre wartet. Mir sagte eine junge Dame, Mitglied der Partei ‚Die Linke‘ bei einer Familienfeier, dass der Klimawandel eine Chance (für die Menschheit) wäre, sich endlich vom Kapitalismus zu befreien. Aber es stimmt schon: Verzicht ohne Belohnung (noch nicht mal im Jenseits) ist keine erfolgreiche Religion.
        Ansonsten.. Danke!

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    Verehrter „Hans“
    Schauen Sie doch mal, neben der Bibel, in ein Geschichtsbuch, Stichwort „Konzil von Nicäa“. Dort wurde, von den rund 300 anwesenden Bischöfen per Mehrheitsentscheidung Ihr geliebter Jesus zum Sohn Gottes erklärt. Also fast 300 Jahre nach seinem Tod (wenn man der Bibel glauben will). Spannende Frage: Woher namen die Herren seinerzeit die Gewissheit? Woher wusste Johannes, der seine Texte ca 90 Jahre n.Chr. verfasste, also mit ziemlicher Sicherheit Jesus nie begegnete, wer dieser Jesus war und was er gesagt haben soll? Nebenbei: Wieso hinterließ Jesus, ein nach der Bibel offenbar für seine Zeit hochgebildeter Mann der schon im zarten Alter vor etwa 12 Jahren mit den damaligen Schriftgelehrten stritt, eigentlich keinen einzigen, von ihm selber verfassten Text?
    Oder anders gesagt: Glauben Sie, was sie wollen, aber wundern Sie sich nicht, wenn andere anders, oder auch gar nicht an irgendeine Religion glauben.

    1. avatar

      @Stefan Buchenau

      … werter S.T., das ist so nicht richtig.

      Zunächst, was spricht dagegen eine ‚Partei-Versammlung‘ einzuberufen, die eine Historie ordnet? Das ‚Erste Konzil von Nicäa‘ 325 n. Chr. hat nix neues behauptet und nix erfunden.

      Es gibt Beweise für Entstehung des vierten Evangeliums vor der Jahrhundertwende. Der Text selbst bietet sowohl Argumente für eine Datierung vor dem Jahre 70 wie auch andere, die mehr für eine spätere Entstehung sprechen. Auch in der Verfasserfrage gibt es verschiedene Auffassungen. Dass der Apostel Johannes der ‚eigentliche‘ Autor ist, lässt sich jedoch bei Berücksichtigung aller Kriterien kaum in Abrede stellen; ebenso wenig, dass die Briefe des Johannes vom gleichen Autor stammen.

      S.T.: Oder anders gesagt: Glauben Sie, was sie wollen, aber wundern Sie sich nicht, wenn andere anders, oder auch gar nicht an irgendeine Religion glauben.

      … unter uns, ich glaube immer was ich will. Wahrheit, Historie und Wirklichkeit sind dabei meine Grundlagen. Das es andere Sichtweisen gibt, ist mir durchaus bewusst.

      Und so nebenbei; Ich habe nicht von mir aus dieses Thema in diesem thread ‚angesprochen‘.

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    „Umstritten sind ja auch Putin-Freunde und Relativierer des DDR- Unrechts. Von Impfgegnern und Leugnern des Klimawandels, Islamfeinden und Israelhassern ganz zu schweigen. Alle halten sich für „unabhängige Köpfe“, sind aber nur Gefolgsleute irgendeines Alternativ-Mainstreams. Wirklich unabhängig denken können sehr wenige Menschen.“
    So kann man es natürlich auch machen: Einfach mal alle deren Meinung man nicht ist, einem irgendwie gearteten Kollektiv zuordnen, ihnen das eigenständige Denken und das Format absprechen, überhaupt eigenständig urteilen zu können (alle doof..). Willkommen im Tribalismus dieser Zeit.

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      Lieber KJN, wenn Sie der Ansicht sind, dass sich Impfgegner und Putinfreunde (um nur zwei Beispiele zu nennen) durch unabhängiges Denken auszeichnen, dann sagen Sie es doch. Das abzustreiten hat mit Tribalismus nichts zu tun. Sondern mit der Feststellung, dass im Supermarkt der Ideen die meisten von uns (und ich schließe mich ein) nur Konsumenten sind.

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        Ja, will ich sagen. Eigenständiges Denken zeichnet sich wohl kaum dadurch aus, „im Supermarkt der Ideen Konsument“ zu sein, sondern eigene Vorstellungen zu entwickeln, meist aufgrund von Intuition und eigener Lebenserfahrung. Ich habe mich früher auch über Impfgegner lustig gemacht, nach ‚Corona‘ wohl nicht mehr. Gegen die Mehrheit der Epidemiologen und Virologinnen, die in den Medien unüberhörbar ihr Mantra skandieren. Z.B.
        Gut, es mag von außen so aussehen, dass man dann auch nur einer Gruppe folgt, aber subjektiv kann ich Prof. Rödder schon verstehen, wenn er aus der linksgrünen Ecke ständig ‚Nazi, Nazi‘ vernimmt. Was soll denn das dann noch sein, ein Nazi? Schon jemand, der das ‚Klima leugnet‘. Aus der ‚Verschwörungsecke’? Es doch keine Jammerei wenn man diese Inflation des Gebrauchs von ‚Nazi’ als eitles Affentheater wahrnimmt. Auf das, was die wirklichen Nazis so angerichtet haben – mit der breiten Zustimmung und Duldung der ach so gebildeten und kultivierten Eliten aus Wirtschaft und Wissenschaft – sollte man nicht hinweisen müssen. Statt dessen diffamieren gewisse Politiker und ein ehemaliger Bundespräsident recht elitär die ‚Ostdeutschen‘ als „nicht in der Demokratie angekommen“. Ja, auch der Ton macht die Musik und der ist bisweilen schrill und lässt nichts Gutes dahinter vermuten.

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        Erstens hört Rödder nicht ständig „Nazi, Nazi“ aus der linksgrünen Ecke. Er wird im Gegenteil überall hofiert. Zweitens kommt der schrille Ton von allen Seiten. Das hat mit den Medien zu tun, auf denen er zu vernehmen ist: Facebook, Twitter und Co.. Nicht gut, aber niemand muss sich dort herumtreiben. Drittens: Wenn Sie „nach Corona“ – ausgerechnet! Wo Impfungen schon im ersten Anwendungsjahr 14 Millionen Leben gerettet haben! – die Impfgegner ernst nehmen, dann ist das nicht eigenständiges Denken, dann ist das die Abschaltung des rationalen Denkens. Und das ist leider nicht einmal originell, sondern – da haben Sie Recht – sieht so aus, als ob Sie auch nur einer Gruppe folgen.
        https://www.thelancet.com/journals/laninf/article/PIIS1473-3099(22)00320-6/fulltext

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        … es gibt andere, als die von ‚The Lancet‘ publizierten Studien zu den Corona-Impfstoffen.

        Daten-Nachprüfungen bei geimpften Versuchsteilnehmern hätten mehr schwere Gesundheitsschäden ergeben als in Studien festgestellt, erklärt der US-Pharmazieprofessor Doshi dem MDR.

        Anhand der bisher veröffentlichten Studiendaten der Hersteller hat Doshi eine so genannte Re-Analyse versucht. Unterstützt wurde er dabei von einer Gruppe aus erfahrenen Klinikern, Epidemiologen und Statistikern aus den USA, Australien und Spanien.

        Fazit: Das Risiko einer schweren Nebenwirkung ist höher als der nachgewiesene Nutzen.

        … im Übrigen meine ich, als gelernter ‚OSSI‘; es ist schwer vorstellbar, dass es zwischen einer aus der DNA – die einmalige [sic!] Genkombination eines Menschen, das habe ich im Biologie-Unterricht gelernt, ähm, konnte auch nicht ‚abgewählt‘ werden – ‚produzierten‘ körpereigenen mRNA und der Impfstoff-mRNA, nicht zu Konflikten kommt. Mehr Logik braucht es eigentlich nicht, um zu behaupten, die mRNA-Technologie ist insgesamt nutzlos und gefährlich, sei denn man/frau arbeitet ‚An d. Goldgrube 12, 55131 Mainz‘ … aber wer bin ich? 😉

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        Na, wer Sie sind, Hans? Ein katholischer Fundamentalist und zugleich als „gelernter Ossi“ ein in der Wolle gefärbter Antikapitalist. Und dementsprechend mögen Sie als blindes Huhn zuweilen ein Körnchen finden, aber daraus wollen Sie gleich ein Weizenfeld machen. Funktioniert nicht. Nur Jesus konnte aus wenigen Broten und Fischen eine Mahlzeit für Zehntausende machen. und der war nicht Katholik. Er war Jude.

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        Ich glaube mittlerweile, lieber Alan Posener, Sie nehmen auch nur das zur Kenntnis, was in Ihre Schemata passt:
        „Wo Impfungen schon im ersten Anwendungsjahr 14 Millionen Leben gerettet haben! – die Impfgegner ernst nehmen, dann ist das nicht eigenständiges Denken, dann ist das die Abschaltung des rationalen Denkens. Und das ist leider nicht einmal originell, sondern – da haben Sie Recht – sieht so aus, als ob Sie auch nur einer Gruppe folgen.“
        Ich sehe mich nicht unter Originalitätszwang, denn selbst meine Eitelkeit lässt nach und folge gerne Leuten, die mir erklären, wie Impfungen wirken oder eben auch nicht wirken und wie medizinische Statistiken (‚Studien‘) gelesen werden können. Nee ist klar, ich schalte meine ‚Rationalität‘, meinen ‚kritischen Geist‘ ab, wenn ich Wodarg oder Bhakdi überhaupt nur Kenntnis nehme.. und ja , ich lehne die utilitaristische Schweinestall-Ethik dieser Medizin-Kollektivisten der Corona-Zeit ab, weil sie allzu nonchalant über Freiheitseinschränkungen, Impf- und Kollateralschäden hinweg gegangen ist.
        Wissen Sie, wollte ich Ihnen schon immer mal schreiben: Denken ist geronnenes Gefühlsleben und basiert auf letzterem und damit der Intuition und nicht (i.d.R. linken) Weltrettungs-Programmen und ich habe Rödder so verstanden, dass er sich über das so überaus sichere Urteilsvermögen der linken Moralisten („follow the science“ – nicht wahr?) mit seiner „Höchststrafe“ lustig machte und genau das scheint Sie in Rage zu bringen.
        Nein Wissenschaft ist nicht Statistik und Rationalität schon gar nicht, sondern eine ganz andere Liga, nämlich eben nicht diese ständige Verwechslung von Koinzidenz mit Ursache-Wirkung (eben nicht das Zeug von Lauterbach, Brinkmann, Priesemann et.al.), weswegen Linke meist weder die Menschen noch Wissenschaft verstehen, weil sie meinen, mit (5-Jahres) Plänen die Welt retten und die Menschheit beglücken zu können. Letztlich ist diese ganze statistikbasierte Erbsenzählerei linker Technokraten nur noch eine eher ‚nerdige‘ Lachnummer von Wissenschafts-Darstellern was vielen mittlerweile klar wird. Und das gilt auch für allzu viele Klimaforscher die nicht mehr wissen, ob die Wissenschaftler oder Aktivisten sein wollen. Rödder hat die Überheblichkeit dieser Stetsbescheidwisser in den Geisteswissenschaften ironisch aufgespießt und Sie wollen einen ‚Beleg‘ dafür, wer wann wo ‚Nazi‘ gesagt hat…
        Rödder trifft den Zeitgeist ins Mark, Sie laufen ihm nur hinterher.

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        Tja, lieber KJN, um mit Ihrem letzten Satz zu beginnen: Das mag sein. Aber, und nun kommt es: Lesen Sie Ihren Kommentar in Ruhe durch. Sie finden kein einziges Argument, nur eine Ansammlung von Schimpfereien. Wie Alexander Gauland sehr treffend 2009 in seinem Buch „Die Deutschen und ihre Geschichte“ schrieb: „Die Errungenschaften der Vielfalt wie der Emanzipation des liberalen Individuums ermöglichen aber auch den libertären Hedonismus und Narzismus, die Rationalität und Disziplin als die Grundlage ihrer Ermöglichung zerstören können. (…) Doch dies ist das klassische Problem aller reifen Gesellschaften: Die Auflösung des Politischen in höchst unbestimmbare Gefühlswelten …“ (S.150)
        Sie bekennen sich dazu: „Wissen Sie, wollte ich Ihnen schon immer mal schreiben: Denken ist geronnenes Gefühlsleben und basiert auf letzterem …“
        Wo diese Haltung von der Mehrheit Besitz ergreift, ist die Demokratie, wie Gauland 2009 richtig erkannte, erledigt.

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        APo: ‚Und dementsprechend mögen Sie als blindes Huhn zuweilen ein Körnchen finden, aber daraus wollen Sie gleich ein Weizenfeld machen … Nur Jesus konnte aus wenigen Broten und Fischen eine Mahlzeit für Zehntausende machen. und der war nicht Katholik. Er war Jude.

        … aaaber nur im ‚Alan-Evangelium‘. Ganz fundamental im heiligen Evangelium Jesu Christi nach Johannes – Kap. 18, 33-37 steht geschrieben:

        ‚Da ging Pilatus wieder in das Gerichtshaus hinein, rief Jesus, und sprach zu ihm: Bist du der König der Juden? Jesus antwortete: Sagst du dieses von dir selbst, oder haben es dir andere von mir gesagt? Pilatus antwortete: Bin ich denn ein Jude? Dein Volk und die Hohenpriester haben dich mir überliefert; was hast du getan?

        Jesus antwortete: Mein Reich ist nicht von dieser Welt. Wenn mein Reich von dieser Welt wäre, so würden wohl meine Diener kämpfen, dass ich den Juden nicht überliefert würde. Nun aber ist mein Reich nicht von hinnen.

        Da sprach Pilatus zu ihm: Also ein König bist du? Jesus antwortete: Du sagst es, ich bin ein König. Ich bin dazu geboren, und dazu in die Welt gekommen, dass ich der Wahrheit Zeugnis gebe. Jeder der aus der Wahrheit ist, höret meine Stimme.‘

        … und wenn Sie Biologie nicht abgewählt und im Unterricht nicht geschlafen haben, kann sogar Alan Posener aus einem Korn ein Kornfeld ‚machen‘. Das dauert ein wenig … aaaber glauben Sie mir, es klappt. 😉

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        Schon erstaunlich, woher der „Johannes“ wusste, was im Zwiegespräch zwischen dem Statthalter des Imperiums und seinem jüdischen Gefangenen gesagt wurde. Hat ihm das der Pilatus erzählt? Oder Jesus? Oder hatte er einfach eine blühende Fantasie?

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        @APo

        … keine Fantasie; die Überheblichkeit der ‚DDR‘-Genossen, dass ihre Schandtaten für immer unter Verschluss bleiben, ’steht‘ in meinem Regal mit 4 prall gefüllte Aktenordnern. Darin, unter anderem, diverse, auf die Minute datierte Vernehmungsprotokolle aus der Stasi-UHA Bln.-Pankow. Lt. Protokoll ein Untersuchungsführer und ich allein im Verhörraum. Und bitte, das ist kein Vergleich mit dem Verhör vor Pilatus (18,28 – 18,40). Aber ein Beweis wie Historie realistisch möglich ist.

        Ich habe keinen Grund Johannes nicht zu glauben.

        ‚Das Johannesevangelium macht Ernst mit der dogmatischen Aussage, dass Jesus wahrer Gott ist. Darum hatte er auch als Mensch nichts zu lernen, nichts zu verbessern, weil er alles wusste und keinen Fehler beging.‘ (H. Reinhardt, Johannes, Die Rede von Gott).

        … die Trinitätslehre hatten ‚wir‘ hier.

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        Sie „haben keinen Grund, Johannes nicht zu glauben“. Doch, haben Sie. Niemand kann wissen, was Pilatus zu Jesus sagte, und was Jesus erwiderte. Es handelt sich offensichtlich um einen erfundenen Dialog. Das ficht sie nicht an, weil Ihre Wahrheit die Tatsachen transzendiert. Und das ist völlig OK so. Aber Sie sollten die innere Größe besitzen, sich selbst zuzugeben, dass die Bibel nicht das Wort Gottes, sondern das Werk fehlbarer Menschen ist.

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        @APo

        … doch, doch, Johannes kann es wissen. Und Sie können nicht behaupten das sei ein erfundener Dialog.

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        Doch, doch, kann ich; um Sie zu zitieren, „ich glaube immer was ich will“, und zum Glück sind die Zeiten vorbei, da die Kirche kritisches Nachfragen verbieten konnte.

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        @KJN
        „Nein Wissenschaft ist nicht Statistik und Rationalität schon gar nicht, sondern eine ganz andere Liga, nämlich eben nicht diese ständige Verwechslung von Koinzidenz mit Ursache-Wirkung (eben nicht das Zeug von Lauterbach, Brinkmann, Priesemann et.al.) … “
        und
        „Letztlich ist diese ganze statistikbasierte Erbsenzählerei linker Technokraten nur noch eine eher ‚nerdige‘ Lachnummer von Wissenschafts-Darstellern was vielen mittlerweile klar wird“

        Also was machen wir denn sonst, wenn wir nicht mehr empirisch arbeiten? Praxeologie vielleicht wie sie Ludwig von Mises angewendet und propagiert hat? Ich kann mir gar nicht vorstellen wie laut die Kollegen lachen würden, wenn ich im Seminarraum vortrüge, dass ich ab sofort nicht mehr Hypothesen durch Messungen und deren Auswertung teste, sondern indem ich mir einfach ausdenke, wie „es sein muss“? Gerade in den Gesellschaftswissenschaften bleibt doch außer der empirischen Methode nahezu nichts übrig, um sich den tatsächlichen Begebenheiten anzunähern. Ich nehme aber mal an, dass sie nur diejenigen Wissenschaftler kritisieren, deren Forschungsergebnisse nicht mit ihrer politischen Weltsicht zu vereinbaren sind. Anders gesagt gehe ich nicht davon aus, dass sie die Statistiken in „The Bell Curve“ von Murray und Herrnstein kritisch betrachten. Aber bitte sagen Sie mir, wenn ich mich irre.

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        Lieber Alan Posener, die Erkenntnis mit dem geronnenen Gefühlsleben ist nicht von mir, sondern von einem Psychiater namens Luc Ciompi, der sehr erhellend Begrifflichkeiten der Chaostheorie auf das Phänomen der seelischen Erkrankung anwandte. Was aber – und dazu bekennt Ciompi sich ausdrücklich – nicht heißt, dass Affekte irgendwie ‚falsch‘ sein könnten. Meine „Beschimpfungen“ (s.o., von mir aus auch gerne ohne Anführungszeichen) sind Folge von Ängsten, die mir möglicherweise aufzeigen, dass eine Denkrichtung Überhand gewinnt und die zukünftige Gesellschaft nicht mehr ‚offen’ sein wird (ja!). Nicht die Empfindung ist falsch, sondern die Ignoranz von Politikern, die Impfnebenwirkungen aus politischer Opportunität klein reden, ‚Ossis‘ als demokratieunfähig diffamieren, weil sie eine aus ihrer Sicht falsche Partei wählen, also von ihrem Recht als Bürger Gebrauch machen oder Rödders Studenten, wenn sie in ihrer jugendlichen naiven Überheblichkeit „die Höchststrafe“ verhängen. Falsch, bzw. die individuelle Freiheit zerstörend ist es, wenn die Politik bestimmte Befindlichkeiten auf ihre Fahne schreibt, um in bestimmten Bevölkerungskreisen zu punkten, vielleicht noch in Kombination mit ‚durchregieren‘. Z.B. hätten Politiker es unterlassen müssen, bei ‚Corona’ auch noch Panik zu erzeugen, auch beim ‚Klima‘ usw.
        Aus Emotion muss abwägender Verstand werden, aber nicht umgekehrt. Gauland kritisiert zu Recht, dass Befindlichkeiten im Übermaß durch die Politik aufgegriffen werden, z.B. um zu gefallen. Er kritisiert nicht die Befindlichkeiten selber.
        Sie machen daher einen Denkfehler bei der Interpretation von Gaulands Satz: Nicht die Emotionen sind das Problem, sondern die Verkündung von Wahrheiten durch die Politik mit der Absicht eine ‚Bewegung‘ zu erzeugen, ihre Macht dadurch auszubauen.
        Die naive Bescheidwisserei der NoCovid-Protagonisten, der Klimapaniker und wahrscheinlich eines Teils von Rödders Studenten ist Emotion und sie erzeugt natürlich Abwehrreflexe in einer Bevölkerung, die schlichtweg andere Sorgen hat.
        Sie kritisieren in einigen Einlassungen die scholastische Vorstellung von einem Naturrecht, wie ich finde, zu Recht, weil sie selbstreferenziell ist und nur das berücksichtigt, was in das Konzept passt. Das ist dann zwar in sich logisch, beschreibt aber die Wirklichkeit nicht hinreichend. Bitte überprüfen Sie mal neuere Theorien, sagen wir mal die des Feminismus oder der Geschlechtertheorien, wo der Wunsch allzu oft Vater des Gedankens ist (.. auch in der jetzigen Teichenphysik übrigens..). Sie werden erhebliche Parallelen entdecken und vor allem eine bemerkenswerte Arroganz gepaart mit dem Willen, andere dazu zu bringen, so zu fühlen und zu handeln, wie sie es wollen. Die zugrundeliegenden Gefühle würde ich nicht werten wollen, ich wende mich lediglich gegen den Machtanspruch, weswegen ich Gaulands Aussage zustimme.

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        Lieber KJN, es hat, glaube ich, wenig Sinn, wenn wir hier das Diskussionsnetz so breit auswerfen, dass alles Mögliche darin hängen bleibt, von der Frage wissenschaftlicher Methodik über die Fehler der Regierung(en) in der Pandemie bis hin zur Rolle der Emotionen in der Politik. Da reden wir am Ende auch dort aneinander vorbei, wo wir uns einig sind oder uns einigen könnten. Vielleicht.
        Deshalb schlage ich vor, dass wir zurückkehren zum Thema: Rödders Bemerkungen. Ich sage ausdrücklich vorweg, dass ich in dem Beitrag nicht Rödders Gesamtwerk, seine Arbeit für R21 oder die Union insgesamt kritisieren will. Es handelt sich hier um eine Glosse.
        Und ich halte fest:
        1. Rödder wird in keinem ernsthaften Medium als „Nazi“ bezeichnet. Leute, die konservativ sind, werden in keinem ernsthaften Medium als „Nazi“ bezeichnet. Nicht einmal die AfD, in der es einige sehr unappetitliche Gestalten gibt, wird in ernsthaften Medien als Nazi-Partei bezeichnet. Wenn – Sie deuten es immer wieder an – einige Studenten ihn so bezeichnen, so muss man sagen: Studenten sind Studenten. Damit muss ein Professor klar kommen. Sich mimosenhaft tu beschweren und so tun, als sei die aufgeheizte Uni-Atmosphäre typisch für Deutschland insgesamt, ist schlicht nicht richtig.
        2. Die Bezeichnung „Nazi“ ist keine „Höchststrafe“. Das ist eine völlig unzulässige Übertreibung.
        Das erinnert mich daran, wie sich Leute aufregen, wenn man ihre Äußerungen als „antisemitisch“ bezeichnet. Da wird auch von Höchststrafe, Todesurteil und dergleichen geredet, als ob das Problem in der Bezeichnung liegt und nicht in der so bezeichneten Sache. Das ist ein billiger rhetorisch-moralischer Trick.
        So, und nun mag jemand zu Unrecht einer antisemitischen Handlung bezichtigt werden. Das kommt vor. Es ist mir passiert, wie Sie wissen, ich habe es hier beschrieben.

        https://starke-meinungen.de/blog/2022/12/07/liebe-mitglieder-der-upj-glauben-sie-wirklich-ich-waere-antisemit/

        Da muss man sich wehren, aber eben inhaltlich, wie ich es in dem Beitrag tue.
        Und sollte jemand der Ansicht sein, Rödders Ansichten glichen in Teilen den Ansichten der NSDAP, und sollte er das in einem seriösen Medium äußern, dann muss sich Rödders auch damit auseinandersetzen. Dass es Verbindungen zwischen Konservatismus und Faschismus gibt, wird kein ernsthafter Konservativer leugnen, man denke an Carl Schmitt oder Ernst Jünger; es gibt ja auch Verbindungen zwischen Sozialismus und Faschismus, siehe Mussolini oder Goebbels. Darum ist es für Konservative wie für Sozialisten wichtig, sich zu fragen, wo die geistigen „Brandmauern“ sind, und ob sie halten.
        Ich bin jetzt ein drei Wochen im Urlaub und nehme keinen Computer mit, kann also Kommentare nicht freischalten. Das ist keine Zensur, sondern dient der Pflege meiner eigenen geistigen Gesundheit.
        Wir hören Mitte August wieder voneinander.
        Bis dahin beste Grüße.

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        APo: ‚…um Sie zu zitieren, „ich glaube immer was ich will“, und zum Glück sind die Zeiten vorbei, da die Kirche kritisches Nachfragen verbieten konnte.‘

        … schon klar, es sind wohl eher die Sozialisten die große Probleme mit einer freien Meinungsbildung haben. Wie sehr dabei das GG – kritischer Nachfragen wegen – mittlerweile in die Tonne gekloppt wird, dürfte auch Ihnen nicht entgangen sein. In der ‚BRD‘ ist die Frau ein Mann und der Mann eine Frau oder gar dutzendfach geschlechtlich. Wer nachfragt oder zweifelt, wird vor ein Tribunal gezerrt. Fragen Sie mal Ihren Ex-Kollegen Reichelt.

        … immer wieder gern; Religion ist die Beziehung des Menschen zu Gott. Der eine will eine Beziehung, der andere nicht. Der hl. Augustinus anno Schnee schreibt: ‘Der Glaubensakt ist schlichtweg unmöglich, außer er ist freiwillig’

        … jo, so ist das.

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        Ähm, wenn ich mich recht erinnere, wurde Reichelt gefeuert, weil er seine Machtposition ausnutzte, um seine Sucht nach jungen Frauen zu befriedigen. Aber wenn Sie ihn für einen christlichen Märtyrer halten: bitte sehr, it’s a free country.

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        APo; ‚Doch, doch, kann ich; um Sie zu zitieren, „ich glaube immer was ich will“,

        … Sie wollen den Kontext; ich glaube immer was ich will. Wahrheit, Historie und Wirklichkeit sind dabei meine Grundlagen – nicht sehen. Leider gibt es in der ‚BRD‘ zu viele Menschen die glauben was sie sollen oder andere wollen … puuuh!

        Sie können eben nicht behaupten ‚Pilatus/Jesus‘ sei ein erfundener Dialog. Sie waren schlichtweg nicht dabei. Das Sie es … aaaber trotzdem tun, nun ja, das ist halt das ‚Alan Evangelium‘.

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        Beim Gespräch zwischen Pilatus und Jesus war naturgemäß allenfalls ein Dolmetscher dabei; Pilatus dürfte kaum Aramäisch gesprochen haben.
        Es ist denkbar, dass der Dolmetscher mit „Johannes“ sprach, aber nicht sehr wahrscheinlich. Denn sein Evangelium wurde erst etwa 100 n. Chr. in Ephesus niedergeschrieben.
        Matthäus, der viel näher an den Ereignissen dran war, schreibt 27,13ff, Jesus habe auf die Vorhaltungen des Statthalters gar nichts geantwortet.
        Also entweder stimmt der Bericht des Matthäus oder jener des „Johannes“. Oder beide nicht.

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        @APo

        Moses war ein Prophet, ein Mensch, bei dem Gottes Verheißungen im Mittelpunkt standen. Faktisch ein Freiheitskämpfer der Israeliten. Und nein, auch er brauchte keinen Dolmetscher als er mit Gott sprach.

        Wohltuend anders als der ‚BRD‘ ihre unterwürfige WEF-Lakaien – ‚Vaterlandsliebe fand ich stets zum Kotzen. Ich wusste mit Deutschland noch nie etwas anzufangen und weiß es bis heute nicht.‘

        … aaaber, es gibt Hoffnung.

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        Schön, dass Sie mich belehren, wer Moses war.
        Wir waren von Jesus ausgegangen. Sie meinen wirklich, weil er Gott war, konnte er mit dem Statthalter Romas auf Lateinisch parlieren?

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        Lieber Alan Posener, da ich sehe, dass Sie nach Ihrem, so hoffe ich, schönen und erholsamen Urlaub wieder hier aktiv sind, möchte ich sehr gerne hiermit detailliert antworten:
        Schon klar, dass ich Ihnen zu Ihrer „Glosse“ hin etwas mehr Bezüge herstellen möchte, als Sie möglicherweise ausdrücken wollten. Vielleicht, weil ich da ein ‚Framing‘ sehe, wie mittlerweise allzu oft aber es sollte wirklich nicht mehr sein, als eine persönliche Stellungnahme zu Ihrer Kenntnis.
        Damit man sich nicht wieder verliert, gehe ich numerisch durch Ihre letzten an mich gerichteten Sätze:
        1) „Nicht einmal die AfD, in der es einige sehr unappetitliche Gestalten gibt, wird in ernsthaften Medien als Nazi-Partei bezeichnet.“
        Ja, aber leider gibt es eine Menge nicht ernsthafter Medienarbeiter, denen es gefällt, hier entsprechende Subtexte zu produzieren.
        2) „Sich mimosenhaft zu beschweren und so tun, als sei die aufgeheizte Uni-Atmosphäre typisch für Deutschland insgesamt, ist schlicht nicht richtig.“
        Statistisch sicher nicht, aber auch Prof. Rödder wird Befindlichkeiten haben. In seiner Lebenswelt an der Uni. Und ich vermute stark: Nicht ohne Grund.
        3) „Die Bezeichnung „Nazi“ ist keine „Höchststrafe“.“
        Mit Sicherheit nicht. Weder vor dem historischen Hintergrund, noch vor der dem Hintergrund des derzeitigen inflationären Gebrauchs, den ich als erhebliche Unappetitlichkeit empfinde.
        4) „Das erinnert mich daran, wie sich Leute aufregen, wenn man ihre Äußerungen als „antisemitisch“ bezeichnet. Da wird auch von Höchststrafe, Todesurteil und dergleichen geredet, als ob das Problem in der Bezeichnung liegt und nicht in der so bezeichneten Sache. Das ist ein billiger rhetorisch-moralischer Trick.“
        Absolut. Diese Leute haben lediglich Angst, nicht mehr ‚dazu‘ zu gehören. Wobei ich das mit dem ‚rhetorisch-moralischen Trick‘ nicht verstanden habe. Ist das wirlich Kalkül zwecks Verharmlosung des Nationalsozialismus?
        5) „So, und nun mag jemand zu Unrecht einer antisemitischen Handlung bezichtigt werden. Das kommt vor. Es ist mir passiert, wie Sie wissen, ich habe es hier beschrieben.“
        Sie erlauben mir bitte, an dieser Stelle ein wenig zu polemisieren: Diese Eiferei kommt von Leuten, die sich ihre persönliche Rolle in der Geschichte Deutschlands, z.B. aufgrund der eigenen Familiengeschichte nicht klar sind und niemals werden, die sich nicht ‚ehrlich gemacht‘ haben (was ihnen psychisch helfen würde.. es gibt nämlich einen Unterschied zwischen ‚Schuld‘ und ‚Verantwortung‘, was auch diese Eiferei überflüssig machen würde usw.). Und diese Eiferei ist billige Selbstdarstellung, nichts sonst.
        6) „Dass es Verbindungen zwischen Konservatismus und Faschismus gibt, wird kein ernsthafter Konservativer leugnen, man denke an Carl Schmitt oder Ernst Jünger; es gibt ja auch Verbindungen zwischen Sozialismus und Faschismus, siehe Mussolini oder Goebbels.“
        Aber selbstverständlich! Wie hätten denn sonst die Nazis so viele überzeugen können? Auch wenn AH mal gesagt haben sollte „Die Sonne scheint heute“, dann wird er wohl recht gehabt haben.
        7) „Darum ist es für Konservative wie für Sozialisten wichtig, sich zu fragen, wo die geistigen „Brandmauern“ sind, und ob sie halten.“
        Von Brandmauern ist derzeit viel die Rede. Allzuviel Vernünftiges habe ich wohl dazu noch nicht gehört. Nur Bekenntnisse zu Irrelevantem und Unscharfem. Ich vermute zwecks Karriere/Narzissmus/Selbsterhöhung.

        Zu meiner vermutlich etwas emotionalen Einlassung über die derzeitigen politischen Eliten: Wir beide sind wohl kaum in der Situation, für unsere Expertisen in den recht unterschiedlichen Bereichen noch adäquat bezahlt oder gewürdigt zu werden, aber ich nehme schon zumindest für mich in Anspruch, besser (wenn auch nicht immer) über die Auswirkung meines Tuns informiert gewesen zu sein, als die Herrschaften am Ruder seit einigen Jahren. Und wir beide sollen uns hier über deren Versagen, die Ersetzung der intellektuellen Standards in der Wissenschaft durch Mehrheits-‚Wahrheiten‘, peinlich unprofessionelle Legislative, lächerliche Außenpolitik usw. streiten?
        Ich ärgere mich vor allem über die maßlose Arroganz unserer poltischen Akteure (und den ungehemmten Opportunismus in der Wissenschaft, der Proles mit akademischem Grad). Aber diese Entwicklungen sind sicher auch eine Folge des Desinteresses der Wähler.

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        Lieber KJN, in Vielem dürften wir uns einig sein. Und doch macht der Ton die Musik. So urteilen Sie über die gewählten Vertreter des deutschen Volks: „Die Herrschaften am Ruder“; „Versagen“; „peinlich unprofessionelle Legislative, lächerliche Außenpolitik“; „maßlose Arroganz unserer politischen Akteure“.
        Wissen Sie, ich schreibe Woche für Woche in WELT und Zeitonline Kommentare, in denen ich meistens das Tun der Regierung kritisiere. Aber ich halte sie weder für „maßlos arrogant“ noch ihr Tun für „lächerlich“ und durchweg „unprofessionell“, noch sehe ich ein totales „Versagen“ der Elite. Diese Kritik halte ich vielmehr für arrogant und maßlos.
        Und nun die Wissenschaftler: „Die Ersetzung der intellektuellen Standards in der Wissenschaft durch Mehrheits-‚Wahrheiten‘“, der „ungehemmte Opportunismus in der Wissenschaft“, die „Proles mit akademischem Grad“.
        Es tut mir Leid, da komme ich nicht mit und will nicht mitkommen. Natürlich gibt es Opportunismus in der Wissenschaft wie überall; natürlich sind nicht alle Wissenschaftler Geistesgrößen; natürlich, das hat Thomas Kuhn vor Jahrzehnten beschrieben, gibt es Moden in der Wissenschaft.
        Aber eine derartig überhebliche Generalkritik ohne jeden Beleg halte ich für arrogant und maßlos.
        Das macht mir dann auch keinen Spaß mehr. Wie soll man sich mit Ihnen auseinandersetzen, wenn Sie derart voller Verachtung für alle sind?

      24. avatar

        Lieber Alan Posener, ich habe keine „maßlose Verachtung für alle“ sondern bewerte das Handeln der Politik aus meinem persönlichen Standpunkt heraus und ich meine dass sie mir und meinen Angehörigen nicht nur wirtschaftlich sehr schadet. Und bin wohl der Meinung, dass ich das als Bürger darf und dürfen können muss. Die Begründungen dafür habe ich hier immer und immer wieder geliefert und ich bin müde sie zu wiederholen, auch weil ich das ewige Ping-Pong mit Expertenzitaten (‚Belegen‘) leid bin. Ich weiß auch ohne Experten, was ich auf dem Konto habe, was ich an wen abführen muss und wie neue Gesetze neue Begründungen schaffen, um noch mehr Geld und Abgaben aus mir herauszupressen, bzw. meine Investitionssicherheit weiter zu verringern. Wenn Sie das für unqualifiziert oder unschicklich halten (‚Wutbürger‘, nicht wahr?) und das Ihnen „keine Spaß“ macht, akzeptiere ich das natürlich und halte mich hier raus. Ich sage nur noch, dass nicht nur ich denke, dass die Lebenswirklichkeit der Mehrheit (ich riss es gerade erneut an) nicht mehr zur Kenntnis genommen wird und der Unmut darüber nicht nur bei mir steigt und dass – das befürchte ich ehrlich – meine „überhebliche Generalkritik“ – gegenüber dem, was sonst an Unmut anwachsen wird, akademisch-feingeistig bis sensibel-mitfühlend ist. Ich hatte gesagt: Auch der Wähler ist dran schuld, weil er nicht weiß, was er will. Meine „überhebliche Generalkritik“ ist schlichtweg Vertrauensentzug und ist ein Irrtum, anzunehmen, ich müsse dieses Vertrauen aufbringen, denn Vertrauen muss man sich erwerben. Und auch da sollten Sie es sich nicht so einfach machen, wie viele andere Journalisten und schreiben ‚das Vertrauen in die Demokratie sinkt’ oder ähnliches. Nein das Vertrauen in die Administration und den real existierende Staatsgewalt sinkt und das ist etwas anderes. Es liegt jedoch selbstverständlich bei Ihnen, was Sie wahrnehmen wollen (die Klagen kommen z.B. durchaus auch aus der Wissenschaft und Politik selber) und möchte dann nicht weiter insistieren, mir ist es selber langsam peinlich das Sie jetzt herhalten müssen. Ich wünsche Ihnen alles Gute, bedanke mich für Ihre Aufmerksamkeit über die Jahre und das ist ehrlich gemeint.

      25. avatar

        Ach, nun kommen Sie. Seien Sie nicht so’ne Mimose. ich muss ganz andere Sachen einstecken. UND ich habe gerade 20.000 Euro für eine PV-Anlage und 40.000 Euro für eine Erdwärmepumpe ausgegeben, und ob ich auch nur einen Cent Förderung sehen werde, steht in den Sternen. Die Inflation trifft auch mich, und was ich für die gesetzliche Krankenkasse bezahlen muss, wollen Sie nicht wissen.
        Aber wir Deutschen – ausnahmslos alle – jammern auf sehr hohem Niveau. Und meckern auf noch höherem.
        Die Politik und die Managerkaste vor allem haben in den letzten 15 Jahren viel versäumt, vor allem Investitionen in die Infrastruktur, getrieben von einer völlig verrückten Ideologie, die sich in der Schuldenbremse manifestierte. Und da kommt einiges auf uns zu, mitten in einer demographischen Krise, für die niemand etwas kann, einem Krieg, an dem die jetzige Regierung nicht schuld ist, einer Energiewende, die unausweichlich ist, aber aufgeschoben wurde, und nach einer Pandemie, die viel Energie und Nerven und Geld gekostet hat. Es sind konkrete Reformen, die angegangen werden müssen, und allgemeines Geschimpfe hilft gar nichts. Das wissen Sie auch.

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        @APo

        … nicht weil er Gott war – weil er Gott ist. Wenn Sie dem nicht glauben, bleibt immer noch die logische Erklärung, dass Jesus, neben aramäisch, mit galiläischem Akzent, auch die Amtssprache der Pharisäer althebräisch und griechisch/Latein, als Folge der römischen Besatzung, konnte. Sogar koptisch.

        (Besatzer verlangen das erlernen ihrer Sprache. Bei mir waren es 13 Jahre Russisch-Unterricht.)

      27. avatar

        Gut, dann war er also allein mit dem Statthalter, und weder Matthäus noch Johannes konnten wissen, was die Beiden miteinander beredeten. Pilatus jedenfalls hat das Gespräch nirgends erwähnt.

      28. avatar

        @APo

        … etwa 2’000 Jahre, bis Mitte des vorigen Jahrhunderts gab es nicht einmal einen epigrafischen Nachweis für Pontius Pilatus. Irgendwann wird auch noch ein Speicherstick gefunden werden. 😉

        Das ‚Verhör‘ hat nicht einmal 5 Minuten gedauert. Vier Fragen von Pilatus, drei Antworten von Jesus. Als ‚Wünschel-Machthaber‘ kein Grund für irgendwelche Aufzeichnungen. Bestimmt aber wird Pilatus sich bei seiner Frau und seinen Untergebenen ausgejammert haben. Und schon ist das ‚Verhör‘ publik. Die Hände wollte er sich auch nicht schmutzig machen. Das geht in die Runde.

        INRI – Iesus Nazarenus Rex Iudaeorum – Pilatus; ‚…was ich geschrieben habe, habe ich geschrieben.‘

      29. avatar

        @AP: Ihre bereits erfolgte Investition von 60000 € für PV und Erdwärme kommentiere ich ungern, denn ich gehe mal davon aus, dass Sie wissen, was Sie tun aber Fördermittel in die Amortisationsrechnung einzubeziehen habe nie für einen guten Plan gehalten und bin genau damit auch immer gut gefahren. Davon mal abgesehen sind Erdwärmebohrungen eher was für das sandige Brandenburg und die Wärmepumpe was für hoch abgedämmte Häuser, aber das Fass mit der Bau-Mikrobiologie lasse ich jetzt mal zu.
        Ich finde wohl auch, dass das kein Thema für eine politische Auseinandersetzung ist, besonders, wenn wiederholt seitens der Akteure in der Politik Gegenargumente von Experten und Praktikern ausgeschlossen werden. Und Sie glauben den einen und ich eher den anderen und mir scheint da ein Abgleich mit Ihnen derzeit unmöglich, denn wenn ich argumentiere, halten Sie mir vor, ich würde das Thema zu sehr ausweiten.
        Naja – und die Krankenkassenbeiträge werden wohl noch viel stärker steigen, weil der Herr Lauterbach immer weiter neue Viren und Klimakrankheiten findet.
        Eine ernsthafte Diskussion müsste sich darum drehen, wie man diesen wohlstandsbedingten Katastrophismus und diese Superfürsorgeansprüche wieder zurückdreht, statt sich mit billigen linken Narrativen..

        „Die Politik und die Managerkaste vor allem haben in den letzten 15 Jahren viel versäumt, vor allem Investitionen in die Infrastruktur..“

        und sehr deutschen Selbstbezichtigungen

        „Aber wir Deutschen – ausnahmslos alle – jammern auf sehr hohem Niveau. Und meckern auf noch höherem.“

        ..zu begnügen.

        Ihr Kollege Hannes Stein berichtete darüber Erhellendes über den Mathematiker Turchin in dem Blatt, für das Sie auch schreiben:
        https://www.welt.de/kultur/plus246897308/Gesellschaft-Leider-sind-Buergerkriege-sehr-wahrscheinlich.html

        „In den Epochen des inneren Friedens glaubt die herrschende Klasse, dies sei die natürliche Ordnung der Dinge. Sie unterliegt der Versuchung, die Wirtschaft so zu rekonfigurieren, dass sie nur ihnen nützt und sonst niemandem.“

        Turchins These ist die der „Wohlstandspumpe“, die über die Universitäten neue Eliten hervorbringt, die Wirtschaft und Politik nach Ihrem Vorteil umbauen und sicher bin ich ein Schelm, wenn ich mit „Wohlstandspumpe“ immer an P. Graichens Wärmepumpe und die ‚Scientists for future’ denken muss.
        Wer einen Umsturz vermeiden will, sollte m.E. Turchins Thesen sehr ernst nehmen.

      30. avatar

        Lieber KJN, ich habe alle Hände voll zu tun, diverse Kommentatoren hier dazu zu bringen, die Kommentarfunktion nicht für alle möglichen Aussagen zu missbrauchen, die nicht zum Thema gehören. Das Thema hier war die Behauptung eines medial hyperpräsenten und sehr kritikfreudigen Professors, man dürfe nicht konservative Positionen vertreten, ohne (von wem eigentlich?) als Nazi beschimpft zu werden; und die Wortwahl, die er bei dieser Klage verwendete. Ich würde gern dabei verbleiben.
        Kein Kommentator hier hat Belege für Rödders Behauptungen beigebracht. Keinen einzigen Beleg. Sie auch nicht.
        So und nun – ich habe die Erdwärmepumpe (ich sitze auf sandigem Berliner Boden, und mein Haus ist gut gedämmt) nur angebracht, um Ihren Klagen über Geldverlust etwas entgegenzuhalten.
        Sie benutzen das aber, um wieder ungenannte „Akteure in der Politik“ anzugreifen, die angeblich nicht auf Experten hören und zu unterstellen, wir diskutierten hier „Glaubensfragen“. Nein, das tun wir nicht. Wir diskutieren sehr praktische Probleme, von der Chemie des Treibhauseffekts bis hinunter zu der Frage, wie die Energiewende beim Bau gelingen kann, und mir zu unterstellen, ich wäre nicht kritisch, ist schlicht und einfach ein Ergebnis mangelnder Recherche. Kleine Kostprobe aus der letzten Zeit:
        https://www.zeit.de/wirtschaft/2022-04/waermepumpen-alternative-gas-heizung-berlin
        https://www.zeit.de/politik/deutschland/2022-09/akw-laufzeitverlaengerung-robert-habeck-stromversorgung
        https://www.zeit.de/politik/deutschland/2022-09/robert-habeck-gasumlage-uniper-energiepolitik
        https://www.zeit.de/gesellschaft/2023-01/luetzerath-raeumung-klimaaktivisten-ende-gelaende
        https://www.zeit.de/politik/deutschland/2023-03/verbotspolitik-energiewende-kosten-robert-habeck
        https://www.zeit.de/politik/deutschland/2023-05/robert-habeck-die-gruenen-patrick-graichen-vetternwirtschaft-wirtschaftsminister
        https://www.zeit.de/politik/2023-06/energiewende-waermepumpe-geothermie-behoerden-buerokratie

        Sie werden über dies ausfallend und unterstellen mir „… billige linke Narrative“, wenn ich die Schuldenbremsenpolitik kritisiere. Was daran „billig“ ist, weiß ich nicht. „Links“ ist das schon gar nicht. Lesen Sie Diesen Artikel aus dem „Economist“, dem Zentralorgan des global agierenden Kapitals:
        https://www.economist.com/leaders/2023/08/17/is-germany-once-again-the-sick-man-of-europe
        Ich zitiere daraus: „For years Germany’s outperformance in old industries papered over its lack of investment in new ones. Complacency and an obsession with fiscal prudence led to too little public investment, and not just in Deutsche Bahn and the Bundeswehr. Overall, the country’s investment in information technology as a share of gdp is less than half that in America and France.“
        Ihre Verwendung des Adjektivs „deutsch“ („sehr deutsch“) als Kritik schließlich lässt tief blicken. Schon lange hege ich den Verdacht, dass unter den vielen 68er-Haltungen, die von links nach rechts gewandert sind – Hass auf den Staat, Fundamentalkritik der Wirtschaft, Unduldsamkeit gegenüber dem politisch Andersdenkenden, Misstrauen gegenüber den USA – auch der deutsche Selbsthass nun dort gelandet ist.
        Ich mag dieses Land. Ich will versuchen, es besser zu machen. ich diskutiere gern mit jedem, dem es ähnlich geht, über konkrete Probleme. Aber bestimmte Normen und Formen gilt es einzuhalten.

      31. avatar

        APo: ‚Ich mag dieses Land. Ich will versuchen, es besser zu machen. ich diskutiere gern mit jedem, dem es ähnlich geht, …

        … jau, ich mach mit: ‚Wir‘ hatten die ‚Energie‘ hier, u.a., im September 2017 angeschnitten. Ich meine; ‚wir‘ befinden uns im ideologischen Verteilungskampf zwischen einer Klima-Mafia und den Erdöl- und erdgasexportierenden Ländern.

        Es gibt, davon bin ich überzeugt, echte Alternativen. Ob synthetische Treibstoffe oder die Kernfusionstechnik. Ein Fusionsreaktor im ‚Keller‘ für Mehr- oder Einfamilienhäuser ist die (nahe) Zukunft.

        … aaaber, jetzt kömmts – (fast) kostenlose Energie? Da fehlt den ideologischen Machtstrukturen ein wichtiger Teil für die Finanzierung ihrer Selbstüberhöhung. Daher!

        … nicht der Klimawandel ist umstritten, ja er wird nicht einmal bestritten. Von niemanden. Bestreiten tu ich einen entscheidenden anthropogenen Anteil daran. Es gibt nicht einmal einen Beweis, das CO2, ein Bestandteil der Atemluft, einen entscheidenden Anteil bei der ‚Erderwärmung‘ hat. Die Atemluft besteuern, das ist der verwirklichte Traum aller Ideologen. Tja, und wer seine Träume verwirklicht – hat keine mehr. Das ist ‚BRD‘.

        … zu Rödder; ‚umstritten‘ assoziiert u.a. ‚unglaubwürdig‘ oder ‚fraglich‘. Beweis? Gibt es nicht, nicht nötig. Das soll kleben. Ich würde Rödder vorhalten sich auf die ‚rechts-konservativ-rechtspopulistisch-rechtsradikale-Nazi-Ebene‘ ziehen zu lassen. Meine Güte, soll er das Gekeife dort lassen wo es her kömmt – LINKS. Die haben sonst nix zu bieten.

        … nicht der Klimawandel ist umstritten, ja er wird nicht einmal bestritten. Von niemanden. Bestreiten tu ich einen entscheidenden anthropogenen Anteil daran. Es gibt nicht einmal einen Nachweiseis, das CO2, ein Bestandteil der Atemluft, einen entscheidenden Anteil bei der Erderwärmung hat. Die Atemluft besteuern, das ist der verwirklichte Traum aller Ideologen. Tja, und wer seinen Träume verwirklicht – hat keine mehr. Das ist ‚BRD‘.

      32. avatar

        … oops? copy/paste Fehler – Daher!

        APo: ‚Ich mag dieses Land. Ich will versuchen, es besser zu machen. ich diskutiere gern mit jedem, dem es ähnlich geht, …

        … jau, ich mach mit: ‚Wir‘ hatten die ‚Energie‘ hier, u.a., im September 2017 angeschnitten. Ich meine; ‚wir‘ befinden uns im ideologischen Verteilungskampf zwischen einer Klima-Mafia und den Erdöl- und erdgasexportierenden Ländern.

        Es gibt, davon bin ich überzeugt, echte Alternativen. Ob synthetische Treibstoffe oder die Kernfusionstechnik. Ein Fusionsreaktor im ‚Keller‘ für Mehr- oder Einfamilienhäuser ist die (nahe) Zukunft.

        … aaaber, jetzt kömmts – (fast) kostenlose Energie? Da fehlt den ideologischen Machtstrukturen ein wichtiger Teil für die Finanzierung ihrer Selbstüberhöhung. Daher!

        … nicht der Klimawandel ist umstritten, ja er wird nicht einmal bestritten. Von niemanden. Bestreiten tu ich einen entscheidenden anthropogenen Anteil daran. Es gibt nicht einmal einen Beweis, das CO2, ein Bestandteil der Atemluft, einen entscheidenden Anteil bei der ‚Erderwärmung‘ hat. Die Atemluft besteuern, das ist der verwirklichte Traum aller Ideologen. Tja, und wer seine Träume verwirklicht – hat keine mehr. Das ist ‚BRD‘.

        … zu Rödder; ‚umstritten‘ assoziiert u.a. ‚unglaubwürdig‘ oder ‚fraglich‘. Beweis? Gibt es nicht, nicht nötig. Das soll kleben. Ich würde Rödder vorhalten sich auf die ‚rechts-konservativ-rechtspopulistisch-rechtsradikale-Nazi-Ebene‘ ziehen zu lassen. Meine Güte, soll er das Gekeife dort lassen wo es her kömmt – LINKS. Die haben sonst nix zu bieten.

      33. avatar

        So, lieber Alan Posener, Sie wollten mir also sagen, dass Sie auch viel Geld ausgegeben haben und dass ich mich deswegen nicht so anstellen soll? Aber Sie MUSSTEN es nicht. Es war Ihre eigene Entscheidung, und ich finde wohl, es sollte eine persönliche Investment-Entscheidung bleiben, denn ich kann hier in der Eifel jedenfalls kein so tiefes Loch für den Wärmetauscher graben und ein älteres Haus unter der Dämmung verfaulen lassen. Schon gar nicht allein, wenn unsere politischen Eliten der letzten beiden Regierungen meinen, den Preis für Brennstoffe über CO2-Steuern in die Höhe treiben zu müssen und z.B. die Betriebsdauer von Heizungen zu beschränken. Damit das Öl woanders und weniger effektiv verbrannt wird.
        Für Sie mag das jetzt schon wieder „Geschimpfe“ sein, für mich bittere Realität. Es ist nicht praktikabel. Und der Versuch der, ja von vielen gewählten, Politik, alternative Technolgien (effektive Öl- und Gasheizungen, E-Fuels usw.) auf breiter Front (EU) abzuwürgen hat mehr als ein ‚Geschmäckle‘, wie man in Schwäbischen sagt. Ein Interessenkonflikt in der Gesellschaft. Von mir aus Stadt- Land. Noch.
        Vergleichbares gilt für E-Autos, überzogene Feinstaubgesetze, Lieferkettengesetz (für die, die noch produzieren), Wölfe in der Eifel usw. Und eben auch die einseitig darstellende (zumindest jedesmal wenn ich sie zufällig anschalte) ö.r.-Medien, die sich üppig von uns allen finanzieren lassen.
        Und da mit „die Deutschen jammern wie immer auf hohem Niveau“ anzukommen, finde ich ziemlich daneben. Da wo ich die meiste Zeit lebe, hängen alte Witwen noch Decken vor die Türen und vor die Fenster, um Heizkosten zu sparen und die wenigsten leisten sich, das ganze Haus zu heizen. Ja, Deutschlands Wirtschaftsschwäche liegt auch an der geschwächten Infrastruktur (z.B. durch den gleichzeitigen Kernkraft- und Brennstoff-Ausstieg, aber auch an hochkomplizierten Genehmigungsverfahren) und darin dass sich die angestellten Manager seit den 1990ern daran gewöhnt haben, die Quartalszahlen zwecks Börsen-Performance zu optimieren und ihnen der Begriff ‚Nachhaltigkeit’ im Sinne von Erhalt des Unternehmens ein Fremdwort war und noch ist, ach ja, und dass sie sich daran gewöhnt hatten, dass das deutsche Bildungssystem Ihnen die ‚human ressources’ passgenau liefert, was es wohl jetzt nicht mehr tut. Das was Sie schrieben ist eher nebulös und tatsächlich ein oberflächliches (billiges) politisches Narrativ. Und auch der ‚Economist’ bewegt sich da eher im diplomatischen Sprachgebrauch. Warum wohl? Also seien Sie bitte auch nicht so empfindlich.
        Und ja, der deutsche Selbsthass lässt tatsächlich tief blicken und deswegen habe ich mit dem Quatsch auch nicht angefangen.
        Und meinen Sie tatsächlich, die Aussagen der empirischen Wissenschaften wären etwas anderes, als mit statistischen Aussagen und Modellierungen unterlegte Narrative, gut, ich sage ‚Annahmen‘, ‚Thesen‘, damit Sie mir nicht wieder ‚Geschimpfe‘ vorwerfen oder – horrible dictu – nicht freischalten und ich mir die Schreibarbeit umsonst mache. Erst die Beobachtung über einen längeren Zeitraum wird aufdecken, ob sie sich für Prognosen eignen oder ob es eine (i.d.R. auskömmliche) Mode war, ein Thema zu dramatisieren (Klimapaläanthologie, Geologie).
        Und ich finde, ich darf von einem Wissenschaftler erwarten, in dieser Frage immer wieder etwas mit sich selber zu ringen und sich vorsichtig zu äußern, denn es ist immer noch ein Privileg, einer sein zu dürfen.
        Und zur Causa ‚Rödder‘ – hoffentlich – Abschließendes: Lesen Sie bitte nochmal genau, was ich als erstes unter Ihren Text geschrieben habe: Das bezog sich NICHT auf seinen etwas verunglückten Sprachgebrauch (..habe ich doch schon längst konzipiert und Sprachkritik ist überdies nicht mein Metier), sondern auf Ihre Kategorisierungen.
        Ihre verlinkten Texte lese ich noch.

      34. avatar

        zu Artikel 1
        „Auch Liberale müssen wieder mehr vom Staat wollen als Fördertöpfe und Verbote: nämlich Fantasie und Führung.“
        Nö. Fantasie habe ich selber und auf „Führung“ möchte als ich Erwachsener lieber verzichten. Und der Staat soll nicht „wieder lernen Unternehmer zu sein“ sondern stabile und verlässliche Rahmenbedingungen in Infrastruktur, Gesetzgebung und Sicherheit im öffentlichen Raum leisten. Dafür zahle ich Steuern und alles andere halte ich für Übergriffig. Staatswirtschaft (Vermischung der Kompetenzen) ist das Gegenteil von liberal und führt bekanntermaßen in die Mangelwirtschaft und bereits zigfach in autoritären sozialistischen Staaten gescheitert.

        zu Artikel 2
        „Das Problem des radioaktiven Mülls ist nicht gelöst; wir hinterlassen den strahlenden Abfall, zusammen mit unseren Schulden, künftigen Generationen.“
        Und man wird es auch nicht lösen können, wenn man diesbezügliche Möglichkeiten durch den Ausstieg abschneidet und die Arbeit der diesbezüglich en Fachleute entwertet.
        „Man wünschte sich im Wirtschaftsministerium etwas mehr Baerbock-Geist; etwas mehr Zivilcourage.“
        Und ich wünschte mir von Zeit-Autoren etwas mehr Realismus, was dieses Land leisten kann und was nicht, wenn ich diese Zeitung noch regelmäßig lesen würde. Und nein, ich bin kein ‚Putin-Versteher‘. (Warum sehe ich mich gezwungen, das überhaupt zu betonen?)

        zu Artikel 3
        Ich habe kein Zeit-Abo und kann das nicht lesen. Ich hatte Habeck in Diskussionen zuerst in Schutz genommen, von wegen, lass ihn doch mal machen, vielleicht haben die ‚Grünen’ aufgrund ihres Images mehr Ellenbogenfreiheit für vernünftige Politik usw.. Und auch Baerbock. Ob jemand ‚Kobold‘ sagt, wenn sie ‚Kobalt‘ sagt, ist für mich nicht maßgeblich. Sie werden aber absehbar scheitern. Aus physikalischen Gründen.

        zu Artikel 4
        Kann ich auch nicht lesen. Nur die Kernaussagen am Anfang. Ok, Symbolpolitik ist immer schlecht. Allerdings gibt es auch Gesetze und die dürfen nicht aus politischen Erwägungen mal so und mal so angewendet werden.

        Die weiteren Artikel kann ich auch nicht lesen, aber ich konnte erkennen, dass Sie in den letzten Artikeln ‚grüne’ Realpolitik kritisch abhandeln.

        Und nun? Es scheint doch so zu sein, dass mit diesen ganzen idealistischen Klimaschutz-Ansätzen grundsätzlich etwas nicht stimmt. So macht man dieses Land nun wirklich nicht besser. Ich für meinen Teil sehe das ziemlich genau so, wie dieser junge Mann hier, wenn ich auch Idealisten gegenüber – wahrscheinlich altersbedingt – wesentlich kritischer gegenüber stehe. Den Zugang werden Sie ja haben.
        https://www.welt.de/debatte/kommentare/plus246886774/Klimaangst-und-Macht-Warum-wir-gerade-die-Juengeren-vor-den-Oeko-Autoritaeren-bewahren-muessen.html

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        @APo

        … na ja, das Kohlendioxid, Methan, Stickoxide und Wasserdampf zur Stabilisierung der Erdatmosphäre beitragen bestreite ich ja gar nicht. Die Treibhausgase sind aber doch eher Indikatoren und nicht die Ursache der Erderwärmung und des sich ständig ‚wandelnden Klimas‘. Warum wohl finde ich am Ostseestrand gelegentlich Bernsteine? Da war einmal ein tropischer Urwald vor meiner Haustür. So ganz ohne ‚menschliche‘ CO2-Produktion.

        Das die Sonne erhebliche Auswirkungen auf das Wetter und damit auf das Klima hat, ist Schulwissen. Vulkane, über und unter Wasser, beeinflussen wiederum die Sonne in ihrer Wirkung auf das Wetter/Klima. Da gibt es in der Forschung noch viel zu tun. Meine ich.

        … im Übrigen; ‚ein Teil des Ostpazifiks widersetzt sich den Klimavorhersagen und kühlt zunehmend ab. Hält die Entwicklung an, könnte das den Klimawandel abbremsen – aber auch schwere Dürren in den USA verursachen.‘

      36. avatar

        Sie meinen, es gibt mehr CO2 in der Luft, weil Vulkane die Sonneneinwirkung auf die Erde beeinflussen? Ok …

      37. avatar

        APo: ‚Sie meinen, es gibt mehr CO2 in der Luft, weil Vulkane die Sonneneinwirkung auf die Erde beeinflussen? Ok …‘

        … *rofl*, netter Versuch, ich habe über Auswirkungen von Sonnenaktivitäten und Vulkanen auf Wetter und Klima geschrieben … nachts ist es kälter als draußen und schwarze Schuhe sind wärmer als gefütterte … 😉 und ohne CO2 keine Photosynthese – deren Entstehung und Entwicklung bis heute nicht erklärt ist – und kein es grünt so grün wenn Spaniens Blüten die blühen …

        Ergo, wer CO2 binden will, kann nicht für Windräder Wälder abholzen, der sollte anfangen die Sahara zu begrünen. Das wäre eine sinnvolle Aufgabe für die ‚grüne Lobby und den Philanthrop‘. Oder?

      38. avatar

        „Das die Sonne erhebliche Auswirkungen auf das Wetter und damit auf das Klima hat, ist Schulwissen. Vulkane, über und unter Wasser, beeinflussen wiederum die Sonne in ihrer Wirkung auf das Wetter/Klima. Da gibt es in der Forschung noch viel zu tun. Meine ich.“

        Das ist schlecht formuliert, aber im Kern völlig richtig: Vulkane emittieren große Mengen CO2 (Treibhauseffekt), Schwefeloxide (Aerosolbildung => Schwächung der Sonneneinstrahlung) und Partikel (ebenfalls Abschattung). Mit sehr bisweilen dramatischen Einfluss auf das globale Klima (s. ‚Jahr ohne Sommer‘ im 19.Jh.). Und auch die Sonnenleistung ist keineswegs konstant. Desweiteren steigt auch die CO2-Freisetzung aus Biomasse mit der Sonnenaktivität, was den Anstieg der Keeling-Kurve allerdings keineswegs erklärt. Nur muss man im Hinterkopf behalten, dass menschliche Aktivität insgesamt max. 3% der CO2-Emissionen verursacht und die durch fossile Brennstoffe ist noch erheblich geringer. Folgerichtig ist die erzwungene Verringerung der weltweiten CO2-Emissionen durch die Corona-Lockdowns von 8% im Keeling-Plot auch nicht zu erkennen, der jahreszeitliche Wechsel der Vegetation auf der Nordhalbkugel hingegen schon.

    2. avatar

      Hallo Klaus, ein sehr schönes Beispiel, wie man trotz fundamentaler Meinungsunterschiede „im Dialog bleibt“, ist das Gespräch zwischen Norbert Bolz und Wolfram Eilenberger in der Sendung „Sternstunde Philosophie“ im SRF. Voraussetzung? Weglassen von Affekten und Bereitschaft zuzuhören.
      Grüße!

  6. avatar

    Die Rödders ‚analysieren‘ den „Verlust der MItte“ (Sedlmayr) und wundern sich, dass sie dort nicht mehr eingeordnet werden können.

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