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Lügen mit Fakten. Ungarn und die Pandemie

In schöner Regelmäßigkeit erhalte ich Propagandamaterial aus dem Büro des ungarischen Ministerpräsidenten. Dazu gehören die Interviews, die Viktor Orbán täglich einem hörigen Rundfunksender gibt, und das von Orbáns Desinformationsbeauftragten Zoltán Kovács herausgegebene Blog „About Hungary“.

In der neuesten Ausgabe konnte man lesen, dass sich die Ungarn laut Umfrage eines „mit Soros assoziierten Thinktanks“ – gemeint ist der „European Council for Foreign Relations“ ECFR – „zweimal so frei fühlen wie die Deutschen“. Wow.

Nun wäre die Meldung als solche nicht unbedingt aussagekräftig. „Es sind nicht alle frei, die ihrer Ketten spotten“, wie schon Friedrich Schiller wusste, und wer sich frei fühlt, kann sich täuschen. Aber sie wäre doch bedenkenswert, wenn sie denn stimmte. Aber sie stimmt nicht. Getreu seiner Aufgabe, Fake News zu verbreiten, hat Kovács hier eine korrekt durchgeführte Umfrage aus ihrem Kontext gelöst, um eine Falschmeldung in die Welt zu setzen.

Wenn man sich die Mühe macht, und die Wahrheitsfindung wird je mühsamer, desto mehr Informationen in die Welt gesetzt werden, wenn man sich also die Mühe macht, die Ergebnisse der Umfrage im Kontext zu lesen, das heißt die Webseite des ECFR zu besuchen, ergibt sich ein etwas anderes Bild.

Um es vorwegzunehmen: Die Frage, wie frei sich die Menschen fühlen, bezieht sich lediglich auf die Einschränkungen durch die Covid-Pandemie, sei es durch die Maßnahmen der Regierung oder durch die Auswirkungen des Virus. Da ist der Anteil der Menschen, die sich in ihrer Freiheit eingeschränkt fühlen, nirgendwo in der EU höher als in Deutschland, obwohl, wie die Autoren betonen, das Land keinen umfassenden Lockdown erlebte, wie viele andere Länder, inklusive Ungarn.

Die Frage, warum sich gerade so viele Deutsche in ihrer Freiheit so eingeschränkt fühlen, ist erklärungsbedürftig. Vielleicht sind sie nur ehrlicher als andere, vielleicht neigen sie eher als andere zum Meckern: Denn natürlich hat die Pandemie zu Einschränkungen der Freiheit geführt, und eben nicht nur in Deutschland: Kinos und Theater, Clubs und Bars, Restaurants und Läden machten dicht oder führten Einschränkungen ein; viele Bewohner von Altersheimen konnten lange weder ihr Heim verlassen noch Besuch empfangen usw. usf.

Erklärungsbedürftig ist allerdings, warum die ungarische Regierung eine so gute Note für ihre Corona-Politik bekommt, obwohl laut Our World in Data, einem Statistik-Projekt der Universität Oxford, in den Wochen unmittelbar vor der Erhebung mehr nirgendwo in der Welt mehr Menschen im Verhältnis zur Bevölkerung an dem Virus starben als in Ungarn. (Siehe die Grafik oben, die die Todesfälle der zweiten Welle in Ungarn dokumentiert.) Die Angabe ist einem Bericht des MDR vom 13. April dieses Jahres entnommen, der in seiner Gesamtheit lesenswert ist.

Freilich sind die Umfrageergebnisse aus Ungarn widersprüchlich. Bei der Frage, ob sie von der Pandemie „unmittelbar betroffen“ worden seien, antworteten – den Fakten entsprechend – mehr Leute mit „Ja“ in Ungarn (48%) als in jedem anderen Land der EU. In Deutschland waren es 23%. Bei der Frage, wer für die Krise verantwortlich sei, antworten 49% der Ungarn – ebenfalls für ihr Land zutreffend – „Institutionen und Regierungen“. In Deutschland 36%. Bei der Frage allerdings, ob sie den Motiven ihrer Regierung vertrauen, gehören nur 33% der Ungarn zu den Skeptikern oder Anklägern, in Deutschland vergleichbare – und beunruhigende – 36%.

Wie man es auch immer dreht und wendet, der Orbán-Regierung ist eine gewaltige PR-Leistung gelungen. Nirgendwo in Europa waren die Auswirkungen der Pandemie schlimmer, völlig zu Recht sehen fast die Hälfte der Ungarn die Schuld dafür bei „Institutionen und Regierungen“, und immerhin ein Drittel ist skeptisch, was die Motive der Regierung betrifft: Und dennoch geben sie an, sich genau so frei zu fühlen wie vor der Pandemie, und billigen die Maßnahmen der Regierung zu sagenhaften 71 Prozent.

Ich kann den Widerspruch nicht auflösen. Herr Kovács meint, die Umfrage des ECFR  „raises some uncomfortable contradictions for the prevailing mainstream, left-liberal view disseminated by biased media reports and the foundations that rank “freedom.”“ Freedom in seinen Anführungszeichen, wohlgemerkt. Das stimmt. Aber nicht die Fragen, die er meint. Man muss sich vielmehr fragen, ob der Prozess der Dissoziation von Fakt und Urteil, der für die Postmoderne kennzeichnend ist und bei der Ungarn innerhalb der EU den Vorreiter spielt, so weit fortgeschritten ist, dass die Bevölkerung schon in einer Art Orwell’schen Blase lebt, in der sie zugleich weiß und nicht weiß, dass die Propaganda ihrer Regierung eine Lüge ist.

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73 Gedanken zu “Lügen mit Fakten. Ungarn und die Pandemie;”

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    Es ist ganz einfach:
    a) es handelt sich um eine FAKE-Pandemie. Grundlage ist der PCR-Test, der nicht geeignet ist, das Virus festzustellen. Der Test darf nur im Labor verwendet werden, nicht am Kunden.

    b) Was die Todeszahlen anbetrifft, so erkennen wir eine mittlere Grippe. Siehe Prof. Ioannidis aus Stanford. Drosten und Lauterbach kann man vergessen. Drosten hat schon 2009 bei der Schweinegrippe „Scheisse“ gebaut. 4 von 5 Coronatoten sind nicht an Corona gestorben.

    c) Lockdowns sind unnötig. Man betrachte Nord- und Süddakota. Unterschiedliche
    Strategien (mit und ohne Lockdown), dasselbe Ergebnis.

    d) Die Zahlen des RKI kann man vergessen. Statistiker wie Schrappe und Bergholz weisen das nach. Im Gesunheitsausschuss. AFD ist da, Altparteien nicht. Die wissen schon alles.

    e) Es gibt keine „asymptomatische“ Kranken. Es gibt auch keine „asymptomatische“ Beinbrüche. Ein guter Witz von Hochstapler Drosten.

    f) Deutschland ist eine Diktatur. Systemkasper wie Lauterbach treten 30 mal in Talkshows auf…Kritiker NULL mal. Das ist Merkel-Demokratie. Zum Glück gibt es Servus TV und Youtube…..die Wahrheit kann nicht ewig vertuscht werden.

    g) Bill Gates-Virologin Brinkmann wird ausfällig den Kinderärzten gegenüber.

    Alles in allem ein riesen Verbrechen, welches rechtliche Konsequenzen für alle aktiv Beteiligten haben wird….Völkermord und Verbrechen gegen die Menschlichkeit.

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      a) bis e): Etwas unscharf, aber ja. f), g) ein Durcheinander von Unbehagen, Reflexen, die ersichtlich aus einem Unbehagen an der Moderne und dem ÖR-Funk stammen (nachvollziehbar) aber Verschwörungstheorien folgen (nicht der Erkenntnis dienen). Wird Melanie Brinkmann von Bill Gates bezahlt? Ausfällig wird sie, ja.
      Der Rest: Puh..

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      Ich weiß nicht, KF Buck, ob ich Ihnen gratulieren soll zu einem gelungenen Satire-Account oder Sie bedauern, daß Sie das, was Sie posten, offenbar für bare Münze nehmen.
      a) Der PCR-Test ist sehr wohl in der Lage, das Virus festzustellen, und zwar besser als jeder andere Test. Er spricht auf mehrere RNA-Sequenzen an, die sich nur im Erbgut des Virus finden, aber nicht in anderen Organismen, insbesondere nicht in menschlichen Zellen. Heißt: Wenn Sie Virus-RNA in sich tragen, sind Sie mit dem Virus in Berührung gekommen. Das einzige Manko ist, daß er nicht standardisiert ist – was aber auch kaum möglich ist, da bereits bei der Entnahme der Probe schon unmöglich ist, stets die gleiche Menge Sekret zu entnehmen (ein paar Milliliter Blut zu entnehmen ist deutlich einfacher zu standardisieren – nur sind die Viren dort i.d.R. nicht nachweisbar).
      b) Die Mortalität unterscheidet sich dahingehend von Influenza, daß sie erheblich vom Alter der Infizierten abhängt. Aber sich auf Ioannidis‘ Studie zu berufen, bedeutet, seine Ansprüche an wissenschaftliche Qualität erheblich nach unten zu schrauben. Eine Auseinandersetzung mit der von der WHO veröffentlichten Studie und deren formalen Fehlern siehe etwa hier: https://twitter.com/GidMK/status/1316511734115385344
      c) Die Dakotas miteinander zu vergleichen, setzt voraus, daß sie beide vergleichbar gründlich testen; das ist nicht der Fall.
      d) Wo beispielsweise Schrappe irrt (exemplarisch): https://twitter.com/MKreutzfeldt/status/1394275043438383106.
      e) Es gibt durchaus asymptomatisch Erkrankte und solche, deren Symptome man nicht korrekt wahrnimmt, weil sie denen anderer Krankheiten ähneln. Siehe etwa beim Eppstein-Barr-Virus: https://www.gesundheitsforschung-bmbf.de/de/epstein-barr-virus-von-harmlos-bis-folgenschwer-7238.php
      f) Ob Deutschland eine Diktatur ist, erkennen Sie am besten daran, ob Sie in allen Medien Ihre Thesen zum Besten geben können, und ob kurz darauf bullige Typen in langen schwarzen Ledermänteln vor Ihrer Tür stehen und nach Ihnen verlangen. Das ist weder Xavier Naidoo, noch Nena oder Wolfgang Wodarg passiert. Daß einige ihrer früheren Freunde eventuell nichts mehr mit ihnen zu tun haben wollen, wenn sie die Propaganda von Sekten wiederkäuen, steht auf einem anderen Blatt. Aber das fällt unter Privatrecht; da ist der Staat außen vor.
      g) Spielen Sie auf folgende Bemerkung von Frau Brinkmann an? „Wenn man etwas abschaffen möchte, dessen Nutzen wissenschaftlich erwiesen ist und das fast nichts kostet, kann man das machen. Die Frage ist nur, ob es klug ist. … Bei der hohen Anzahl an Nicht-Geimpften, und hierzu zählen die Kinder, halte ich diese Entscheidung für verfrüht – und ehrlich gesagt auch für ziemlich dumm.“ Offen gesagt: Sie hat recht.

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        „Heißt: Wenn Sie Virus-RNA in sich tragen, sind Sie mit dem Virus in Berührung gekommen.“

        Und? Ist das schon eine Diagnose? Fehlt hier der Virologie nicht die Medizin? Tanzen wir nicht sein fast zwei Jahren nach der Pfeife von (sorry, ich kann manchmal nur knallig) Fachidiotenund Fachidiotinnen? Ist hier etwa nicht die Politik gefragt? Wie lange noch? Und wann wieder?

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      Da die Antwort verschütt gegangen zu sein scheint, hier aus der persönlichen Sicherung.

      Und wenn man sich mal die Zeit nimmt, Barz’ Antworten durchzulesen, kann einem deutlich werden, daß er mehr auf Desinformation setzt. An drei Punkten fällt das besonders auf:
      1. Übersterblichkeit. Statistiker blicken naturgemäß auf möglichst granulare Daten und aggregieren nach Bedarf selber. Von vornherein nur aggregierte Daten zu betrachten (etwa jahresweise Sterbezahlen von Januar bis Dezember und damit die Grippesaison zerteilend), deutet eher darauf hin, durch die Aggregation etwas verschleiern zu wollen; im Fall der Über- und Untersterblichkeit ist das ein zeitlicher Zusammenhang mit äußeren Ereignissen (etwa Krankheitswellen, Gegenmaßnahmen oder Hitzewellen). Wir erinnern uns: 2018 gab es in Deutschland zwei Übersterblichkeitsereignisse im Vergleich mit den Vorjahren, nämlich eine schwere Grippewelle und eine bis dahin ungewöhnliche Hitzewelle im Sommer. Und zumindest die Grippewelle hat, weil sichtbar in den Daten und weil eine der Ursachen bekannt ist, politische Folgen gehabt: Die vorher aus Kostengründen an Kassepatienten verabreichten Dreifachimpfstoffe, die 2017/18 nicht gegen den damals vorherrschenden Virenstamm geholfen haben, sind durch Vierfachimpfstoffe ersetzt worden. In der Aggregation geht unter, daß es zwei Übersterblichkeitsereignisse gab; die erhöhte Zahl von Verstorbenen 2018 hätte (wie auch 2019) ebensogut eine Folge der Hitzewelle sein können.
      2. Sogenannte “abgebaute Betten”. Hier unterschlägt Barz den Kontext, nämlich u.a. Änderungen in der Berechnungsweise der betreibbaren Betten oder einfach die Tatsache, daß Bettenkapazitäten freigeschaufelt wurden, indem nicht notwendige Operationen verschoben wurden. Der Rückgang der betreibbaren Betten im November ist auch nicht auf Vorgriffe auf eine neue Gesetzeslage zurückzuführen (was infolge der Gesetzeslage eine Träger-übergreifende konzertierte Aktion verschiedener Krankenhäuser eines Landkreises erfordert hätte), sondern darauf, daß Pflegepersonal selbst erkrankt war oder in Quarantäne mußte.
      3. Wirksamkeit der Impfstoffe. Hier ist Barzens Argumentation, salopp gesagt, ziemlich Banane: Weil die Presse angeblich eine Aussage trifft, die von seinem Freundeskreis mißverstanden wird, kontert er mit einer völlig unbrauchbaren Zahl. Die absolute Risikoreduktion ist bei Ereignissen, deren Eintrittswahrscheinlichkeit gering ist, per se verschwindend gering, egal wie hoch die relative Risikoreduktion ist. Beispiel: Jeden Tag werden auf deutschen Straßen zig Millionen Fahrten im Automobil begonnen, aber nur ein verschwindend geringer Bruchteil von diesen endet mit einem Unfall. Die absolute Risikoreduktion durch Anschnallgurte ist also a priori ebenfalls verschwindend gering. Gleichwohl ist die relative Risikoreduktion erstaunlich hoch, denn nur im Schnitt 2% der KFZ-Insassen sind nicht angeschnallt, sorgen aber für 20% der Todesfälle unter KFZ-Insassen. Gleiches gilt für die Impfstoffe: 95% der Patienten, die derzeit intensivmedizinisch gegen Covid-19 behandelt werden, haben keinen vollen Impfschutz.

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        „Von vornherein nur aggregierte Daten zu betrachten (etwa jahresweise Sterbezahlen von Januar bis Dezember und damit die Grippesaison zerteilend), deutet eher darauf hin, durch die Aggregation etwas verschleiern zu wollen; im Fall der Über- und Untersterblichkeit ist das ein zeitlicher Zusammenhang mit äußeren Ereignissen (etwa Krankheitswellen, Gegenmaßnahmen oder Hitzewellen).„

        Ach so, wenn die Menschen im April 2020 an ‚Corona‘ gestorben sind, soll das anders bewertet werden, als wenn sie im Juni 2020 an etwas anderem gestorben sind? Z.b. an Selbstmord, wenn sie durch ‚Maßnahmen’ in eine finanziell ausweglose Situation geraten sind? Und wenn die Sterbezahlen im Jahr 2020 gegenüber dem Jahr 2019 im Trend und in der Schwankung nicht signifikant anders sind, soll das aber eine „verschleiernde“ Aussage sein..
        Mir erschließt sich die Sinnhaftigkeit und Gerechtigkeit von ‚Maßnahmen‘ aufgrund solcher Fokussierung auf eine Sterbeursache überhaupt nicht: Warum ist es schlimmer, an Covid zu sterben, als an etwas anderem?

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        Lieber Herr Nick,
        die Sterbeursache ist durchaus von Bedeutung, da es eine urdeutsche Angewohnheit ist, nach jedem Ereignis sogleich mit den Schuldzuweisungen loszulegen. Und eine der ersten Fragen lautet dann stets: „Hätte man das verhindern können?“
        Ursachen herauszufinden, ist also etwas, das sowohl im Interesse der Bürger wie auch im Interesse der verantwortlichen Politiker (als Adressaten der Schuldzuweisungen) liegt. Als die Grippewelle 2018 sich gelegt hatte, wurden Konsequenzen gefordert und gezogen: Auch Kassepatienten erhalten Vierfachimpfstoff. Die zwei Hitzesommer 2018 und 2019 haben deutlich später zu Konsequenzen wie Erleichterungen und Förderung beim Einbau von Klimaanlagen geführt. Dies hat wenig bis nichts mit einer Wertigkeit von Toten zu tun, sondern mit besagtem Blame Game; Schuldige für die infolge der Hitzewelle Verstorbenen zu finden, war eben deutlich schwieriger als bei denen, denen aus Gründen der Sparsamkeit ein Impfstoff verabreicht wurde, der nicht gewirkt hat.
        Was diejenigen angeht, deren Gesundheit sich infolge verschobener Operationen verschlechtert hat (oder auch derer, die sich aufgegeben haben, weil sie im Krankenhaus nicht besucht werden konnten), findet die Aufarbeitung immer noch statt; das Datenmaterial ist noch nicht verfügbar, wird aber von diversen Plattformen sehnlichst erwartet, um die bislang in den Nebel gestocherten Schuldzuweisungen endlich einmal mit validen statt gefühlter Zahlen zu unterfüttern.
        Aber zumindest hinsichtlich der Suizide zeichnet sich ab, daß es entgegen der lautstark vorgetragenen Unkenrufe 2020 in Deutschland nicht signifikant mehr gab. Die Zahlen für 2020, aufgedröselt nach Monaten, finden sich in dem Excel-Sheet, das unter der folgenden Seite verlinkt ist: https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Gesundheit/Todesursachen/Tabellen/sonderauswertung-todesursachen.htm, dort die laufende Nummer 31, beschriftet mit „X60-X84 – Vorsätzliche Selbstbeschädigung“. Demgegenüber sind die Jahre 2009 bis 2019 hier zu finden: https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Gesundheit/Todesursachen/Tabellen/sterbefaelle-suizid-monat-zeitreihe.html
        Was auffällt: Von 2019 auf 2020 gab es in den Monaten Februar, Mai, Juni und September mehr Suizide (in der Größenordnung von 10 bis 15%), aber deren Zahl bewegt sich im Rahmen der Jahre 2017 und 2018. Insgesamt sieht es also nicht nach auffällig mehr Suiziden in Deutschland 2020 aus.

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        Lieber Opa Krempel, ich glaube wir kommen auch gar nicht weiter, wenn wir Ursachen des Einen (Coronaviren, geschwächte Organismen) gegen Ursachen des Anderen (Lockdowns, Disposition für Suizid) versuchen statistisch aufzurechnen. Die Frage bleibt aber doch: Waren Grundrechtseinschränkungen, Grundrechtsaussetzungen angesichts des Nutzens der ja nun statistisch erkennbar oder eben nicht erkennbar ist, gerechtfertigt. Angesichts der Sterbezahlen denke ich nicht. Man muss schon sehr viel interpretieren, um einen Nutzen zu erkennen. Und diese Interpretationen aufgrund von Zahlen, die zu Zeiten herausgegriffen wurden, wo besonders viele Sterbefälle in Verbindung mit Covid dokumentiert wurden, halte ich für den Versuch einer nachträglichen Rechtfertigung für die Coronapolitik. Und Ländervergleiche sind gar nicht möglich, weil die Erhebungsverfahren mit dem PCR-Test nicht standardisiert sind. Je früher wir uns da ‚ehrlich machen‘, wie es bisweilen Inder Politik formuliert wird, desto besser. Ich stimme Ihnen in einem Punkt zu: Die Frage ‚wer ist schuld?‘ ist ganz sicher Triebfeder der Corona-Hysterie gewesen und dass sich die Politik mit den ‚Maßnahmen‘ selbst, wahrscheinlich auch unser Staatssystem geschützt hat – gegen die schrillen hypochondrischen Stimmen, die vermutlich noch mehr eskaliert wären – hat eine eigene Vernunft.

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    Wieso gibt es keine einheitliche Regeln für einen Genesenenausweis? Das ist ein klarer Fehler. Immerhin gibt es kleine Ansätze: SWR – Aktuell
    Mehr als 2,5 Millionen Menschen sind in Deutschland von Covid-19 genesen – in Baden-Württemberg allein 350.000. Sind diese nun immun? Oder müssen sie doch noch geimpft werden? Fragen, auf die es inzwischen teilweise Antworten gibt.
    SWR Redakteurin Dorothee Soboll ist eine dieser vielen Genesenen. Sie erkrankte im vergangenen Winter an Covid-19. Die 32-Jährige hatte Schüttelfrost, leicht erhöhte Temperatur, Atemnot und Geschmacksverlust. Aller Wahrscheinlichkeit nach ist sie jetzt immer noch immun. Studien der Universität Freiburg belegen einen starken Schutz durch sogenannte Gedächtniszellen auf Covid-19.
    „Wir wissen jetzt von Folgedaten, dass acht Monate nach der Infektion zelluläre Immunantworten immer noch nachweisbar sind, die bleiben also wirklich bestehen.“
    von
    Robert Thimme, Ärztlicher Direktor der Universitätsklinik Freiburg

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    Lieber Alan Posener,
    Ihre Thesen sind leider weitgehend falsch: Sie meinen, grundsätzlich gelte:
    „1. Die Kinder sind eine “Gefährdung”, wenn die Impfquote bei den Erwachsenen so niedrig bleibt wie jetzt.
    2. Es gibt eine nicht zu vernachlässigende Zahl von Kindern, die tatsächlich schwer erkranken, insbesondere in den USA.
    3. Darum gilt: Impfen, impfen, impfen! Auch, damit die Schulen offenbleiben können“

    Das ist etwas zu neinfach:
    zu 1) Die Impfquote ist nicht niedrig. Schließlich gibt es auch Genesene (bei denen zwar offiziell eine weitere Impfung nötig ist, um sie anzuerkennen, aber sie haben Antigene, die auch nachgewiesen sind).
    Kinder mögen infiziert werden, aber sie erkranken selten und noch seltener schwer. Auch Langzeitfolgen treffen KInder kürzer, allenfalls drei Monate.
    zu 2) Offenkundig kennen Sie die Kinderstudie der süddeutschen Uni-Kliniken nicht und überschatten die Zahl. Dass einige Kinder geimpft werden sollten, weil sie Vorerkrankungen haben, bestreitet ja niemand. Aber die meisten Kinder sind gesund und haben ein sehr gutes Immunsystem.
    zu 3) ja – aber genau so gut ist es, die natürlich Immunisierten den geimpften gleich zu stellen – natürlich nur mit ärztlichem Nachweis. Diese wird noch behindert.

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      Zum Komplex Covid und Kinder sollte man die Erfahrungen aus USA heranziehen:
      https://www.aap.org/en/pages/2019-novel-coronavirus-covid-19-infections/children-and-covid-19-state-level-data-report/
      Und:
      https://www.reuters.com/world/us/children-hospitalized-with-covid-19-us-hits-record-number-2021-08-14/

      Zum Komplex Genesene: Auch für sie wird eine Booster-Impfung empfohlen.
      Daraus folgt m.E.: Es gibt nur eine wirkungsvolle Strategie gegen Covid, und die lautet: Alle impfen.

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        Nein, es gibt zwei Strategien: impfen oder abwarten, bis sich der Rest infiziert hat. Denn das ist die Alternative zum Impfen: sich infizieren. Ich denke schon, dass man den Leuten diese Alternative offenhalten sollte. Zumal die, die sich infizieren wollen oder jedenfalls werden, gar keinen Wert auf solidarische Lebensrettungsmaßnahmen des anderen Teils der Bevölkerung legt. Im Gegenteil: die bekämpfen die Maskenpflicht sogar am stärksten. Also bitte, dann tun wir ihnen eben den Gefallen.
        Ich kann verstehen, wenn man die Maßnahmen in diesem Herbst/Winter aufrecht erhält – Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste, und es gibt auch Leute, die noch umdenken. Aber spätestens im Frühling sollten die Maßnahmen endgültig fallen – und in den Schulen schon vorher.

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        Eine Impfpflicht wäre dann sinnvoll, wenn die Todesrate bei Infizierten hoch wäre oder wenn von den Nichtgeimpften eine Bedrohung für die Geimpften ausgehen würde. Die Todesrate ist aber nicht hoch, man lässt die Leute ja auch rauchen oder auf der Autobahn rasen. Von den Nichtgeimpften geht zwar eine Gefahr für die Geimpften aus, weil durch das Infektionsgeschehen neue Virusvarianten entstehen. Solange aber keine globale Impfpflicht hergestellt wird, lässt sich das nicht ändern. Daher: keine Impfpflicht.

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    APo: ‚Eine mir nahestehende Frau – Lehrerin, also in verantwortlicher Position – schrieb mir völlig aus dem Blauen, sie beuge sich nicht dem “Apartheidstaat” und bleibe dabei, sich nicht impfen zu lassen, auch wenn es sie den Job koste. Da fehlen mir die Worte. Was auch gut ist. Man muss vermutlich abwarten, bis sich auf allen Seiten die Hysterie legt.‘

    … genau, es gibt viel zu tun, warten wir es ab? ‚Ministers Horowitz, Shaked caught on mic saying that Green Pass restrictions unjustified medically, but rather serve to pressure unvaxxed. … ‚Otherwise, Horowitz continues, ‚we won’t get out of this.‘

    … no comment

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      Die Lehrerin lebt aber nicht in Tel Aviv, lieber dbh, sondern in Berlin. Interessant, dass Sie bei „Apartheidstaat“ sofort Israel assoziieren.

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        … werter APo, wäre die ‚Corona-Pandemie‘ auch nur annähernd so gefährlich wie seit Anfang ’20 von den Großkopferte:Innen behauptet – die Sterbefallzahlen im August ’21 sind im Bereich des mittleren Wertes der Vorjahre ohne Corona – hätten sich die ‚gleicheren Schweinchen‘ längst in Bunkern verbarrikadiert.

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        APo: ‚Interessant, dass Sie bei “Apartheidstaat” sofort Israel assoziieren.‘

        … nö, tue ich nicht. Das sind allein Ihre Projektionen. (Übrigens wiederholt ähnlich unterstellt. Müssen Sie bei mir nicht. Ich schreibe offen was ich denke. Soweit müss(t)en Sie mich kennen.)

        Interessant aber ist, so verstehe ich den Inhalt im Link, wie die ‚Eliten‘ aus der selbstgeschaffenen ‚Pandemie‘ herauskommen wollen, wenn sie bereits zugeben, dass der Impfausweis, somit die Pandemie, Nonsens ist.

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        … in jeder (modernen) Gesellschaft gibt es, auch zu Lasten anderer, Lebensrisiken. Natürlich sollten gefährdete ‚Gruppen‘ besonders geschützt werden. Wer streitet das ab? Nur das tut dieser Staat eben nicht. Im Gegenteil.

        Die ‚BRD‘-Figuren und ihre Entourage schaffen und benutzen Krisen, aus ideologischen Gründen, aus Gründen reiner Machterhaltung oder Machtverbreiterung.

        :Wenn alle ‚BRD‘-Parteien – mit Ausnahme der ‚Alternative für Deutschland‘ – die ‚Abtreibung‘, das Töten ungeborenen Lebens fordern/zulassen aber gleichzeitig jährlich 100’000-fache Zuwanderung von ‚Fachkräfte‘ ermöglichen wollen, dann ist die ‚BRD‘-Politik pervers, menschenfeindlich und voller Hass gegenüber lebensbejahender Politik.

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    Lieber Alan Posener: es ist zu hoffen, dass Kinder und Jugendliche ungestört zur Schule und in Universitäten können, aber das ist keineswegs sicher. Unüberhörbar sieht die gesamte Berichterstattung in Kindern und Jugendlichen eine potentielle Gefährdung und hängt immer noch dem Schreckgespenst „Infektion“ nach, unterscheidet also nicht zwischen Viruslast und Symptombildung und schweren Erkrankungen. Damit unterfüttert sie die Sorgen der über-besorgten Eltern, die wegen der Betonung der Gefahr von Infektionen = Viruslast (nicht Erkrankung) Ängste haben. Da wäre etwas mehr Aufklärung sehr sinnvoll.

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      Also, liebe Monika Frommel, „die gesamte Berichterstattung“ kennen Sie nicht (und ich auch nicht). Deshalb empfehle ich Ihnen erstens weniger Hyperbole und zweitens die Lektüre der WELT.
      Grundsätzlich gilt:
      1. Die Kinder sind eine „Gefährdung“, wenn die Impfquote bei den Erwachsenen so niedrig bleibt wie jetzt.
      2. Es gibt eine nicht zu vernachlässigende Zahl von Kindern, die tatsächlich schwer erkranken, insbesondere in den USA.
      3. Darum gilt: Impfen, impfen, impfen! Auch, damit die Schulen offenbleiben können

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    na ja, Kinder schützen durch Abstand und Masken ältere Menschen, wenn sie diese besuchen, weil alte Menschen nun einmal eher erkranken. Aber im Klassenraum unter Gleichaltrigen dürften die sozialen und gesundheitlichen Nachteile die geringen Vorteile überwiegen.
    Die Faktoren Alter und Vorerkrankungen waren und sind deratgig überwältigend, dass Maßnahmen, die alle gleichmäßig zu schützen vorgeben, schlicht Unsinn sind.
    Tatsächlich haben wir uns vor einer Grippe geschützt, immerhin.

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    Ich bin Ihrer Meinung, was die Bewertung der Maßnahmen betrifft, und empfinde die vielen COVID-Toten als erschreckend.
    Allerdings ist die Frage, warum sich die Ungarn genauso frei fühlen wie vor der Pandemie, nur auf den ersten Blick ein irrationaler PR-Erfolg. Jedenfalls dann, wenn man die Unfreiheiten (z.B. für das Ausleben nicht-konformer Sexualität oder für Sinti/Roma) ausblendet und die Frage nur auf die COVID-Maßnahmen bezieht. Hierbei sind die Ungarn ja tatsächlich freier, weil sie weniger Einschränkungen als andere hatten – dieser umstand führte ja eben zu den vielen Toten. Ihre Freiheit produzierte die vielen Toten. Und wenn diese Politik von sagenhaften 71 Prozent der Befragten gebilligt wird, dann muss man daraus schließen, dass die Ungarn – jedenfalls die, die überlebt haben – dieses „Überleben ohne Maske“ besser finden als ein „Lebenretten durch die Maske“. Liber tot als rot, sozusagen. Und die Toten kann man ja nicht mehr fragen, ob sie das genauso sehen.
    Für die Zukunft hier in Deutschland denke ich, dass die Maßnahmen vor allem durch die Tatsache gerechtfertigt sind bzw. waren, dass bis vor kurzem kein Impfschutz für alle zur Verfügung stand. Dies hat sich inzwischen geändert. Nun ist es eine interessante Frage, ob zur Bewertung der ab jetzt weiterbestehenden Maßnahmen immer noch der Maßstab der Anzahl der Toten zu gelten hat. Kürzlich nahm ich an einer Diskussion teil, wo gesagt wurde: „Die armen Kinder – sie müssen nicht nur für sich selbst Verantwortung übernehmen lernen, sondern darüber hinaus auch die Alten schützen, indem sie Masken tragen, sich alle naselang testen lassen usw!“ Dem habe ich widersprochen, ich meinte und meine, dass die Erwachsenen ab jetzt sich um sich selber kümmern können und sollen. Sie dürfen ihre Verantwortung nicht auf den Schultern der Kinder abladen. Das bedeutet: Wer jetzt ungeimpft an Corona stirbt (und es sind ja im wesentlichen nur Ungeimpfte), ist selber schuld; jedenfalls sollte man dabei die Kinder aus dem Spiel lassen. Meine beiden Töchter sind beide geimpft, es hat ihnen in keinster Weise geschadet, die Querdenker reden einen Unsinn, den die Kinder nicht ausbaden sollten. Ich plädiere also dafür, dass die Kinder jetzt in der Schule ihre Maske weglassen dürfen sollten.
    Bezogen auf den Ländervergleich: Ab jetzt kennzeichnet die Zahl der Toten nicht mehr die Qualität der Maßnahmen, sondern Zahl der Impfgegner (jedenfalls in den Ländern, in denen ausreichend Impfungen zur Verfügung stehen).

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      Eigentlich kann ich folgende drei Argumente für die Weiterführung der Maßnahmen als prinzipiell stichhaltig akzeptieren: 1. Impfungen werden von einigen nicht vertragen. (Gegenrede: Ja, aber es sind nur sehr wenige, die kann man gezielt schützen.) 2. Ein rasantes Infektionsgeschehen produziert Virusvarianten, die dazu führen könnten, dass die Impfungen unwirksam werden. (Ja.) 3. Eine Überlastung der intensivstationen muss verhindert werden. (Richtig, aber bislang gibt es eine solche Überlastung nicht und sie ist auch nicht zu sehen.)

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    Der Glaube, dass „die Maßnahmen“ (mit Ausnahme der Kita- und Schulschließungen, das ist mittlerweile Konsens) die relativ guten Daten der Corona-Politik produziert haben, ist ein Glaube, der durch einen vergleich mit Schweden relativiert werden muss. Schweden und Deutschland haben bei den Pflegebedürftigen und Alten in Altenheimen in gleicher Weise versagt und sehr viele vermeidbare Tote und Leid durch die Besuchsverbote bis zur Beginn der Impfung im März 2021 verursacht (erfolgreich war nur das leider regional beschränkte Tübinger Modell). Schutzmaßnahmen etwa seit Oktober 2020 durch regelmäßiges Testen aller Menschen, welche in diesen Heimen leben und hinein gehen, wäre sehr v viel erfolgreicher gewesen als Lockdown.
    Schweden hatte wegen der fehlenden Schutzmaßnahmen bis Winter 2020 ebenfalls viele Tote, aber ansonsten sind die Erkrankungen und Tote pro 100 000 Einwohner vergleichbar, obgleich Schweden auf einen Lockdown verzichtet hat und nur Regelt für Gewerbetreibende erlassen hat und Versammlungen verboten.
    Erst die Impfung der priorisieren (weil besonders gefährdeten) Menschen hat die Infektionszahlen und die Zahlen der Erkrankungen, Tote entkoppelt, dh es gibt zwar Infektionen (auch bei Geimpften), aber sie führen nicht zu so schweren Erkrankungen.
    Dass die Bevölkerung lange Zeit die Corona Politik mehrheitlich getragen hat, besagt nicht viel. Rückblickend war das RKI höchst fragwürdig in seinen Prognosen. Gut war das Gesundheitssystem (wenn man vom finanziell motivierten Intensivbetten-Betrug einmal absieht). Ausreichend war auch das Angebot von Intensivbetten. Aber die Maßnahmen waren hektisch, nicht zielgenau, teilweise verfehlt und bei Kindern und Grundschülern verhängnisvoll.

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      „Aber die Maßnahmen waren hektisch, nicht zielgenau, teilweise verfehlt …“ Ja, liebe Monika Frommel, das sehe ich auch so, und deshalb ist es unsinnig, von einer „Impfdiktatur“ usw. (tun Sie nicht, weiß ich) zu sprechen. Die Schulschließungen waren bestimmt – jedenfalls für Grundschüler*innen – spätestens von da ab falsch, da es Impfstoff gab.

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      Und das beweist was genau? Dass wir ein verdammt gutes Gesundheitssystem haben, erstens; dass die Disziplin der Bürger ziemlich vorbildlich war, zweitens; und dass drittens einige Krankenhauschefs offensichtlich getrickst haben. Was hat das mit dieser Debatte zu tun?

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        Nun.. die Sterbequote an Covid kennen Sie auch, oder? Die gefälschten Statistiken.. Beweisen? Es ist keine Frage der abstrakten Logik, wo man beweisen könnte. Es ist längst eine Glaubensfrage oder Frage des Vertrauens. Und eine Frage einer realistischen Risikoabwägung. Man könnte auch sagen, des gesunden Menschenverstandes, wenn diese Ausdrucksweise allzu ‚wokene‘ Personen nicht stören würde. Die Coronapolitik des Westens ist aufgrund von ‚Strategiepapieren‘ von Maoisten (-> Otto Kölbl, Lausanne, u.v.a) inszeniert worden und längst wurden alle Versprechen der Politik gebrochen. Z.B. besteht das Impfangebot für alle. Dennoch.. Wie gesagt: Wer einmal, zweimal, dreimal lügt, dem glaubt man nicht.. Die Kinder, die Schulen.. Schämen sollten sich die Verantwortlichen und uns in Ruhe lassen!

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        Lieber KJN, Sie offenbaren selbst, und dafür danke ich Ihnen, einen der Gründe, vielleicht den Hauptgrund, weshalb es bei uns so viele gibt, die von Unfreiheit reden, und in Ungarn so wenige. Paradoxerweise nämlich deshalb, weil es bei uns viel mehr Freiheit gibt als in Ungarn und jeder Missgriff der Regierung oder untergeordneter Stellen wie RKI usw. sofort medial ausgeschlachtet wird.

        Sie können sich die Statistiken anschauen:
        https://www.statista.com/statistics/1111779/coronavirus-death-rate-europe-by-country/

        Deutschland steht ziemlich gut da. Ungarn steht auf gut Deutsch beschissen da. Fakt. Es gibt Fakten, darauf können wir uns einigen. So, und wurde nun dieses gute Ergebnis zu teuer (mit zu vielen Einschränkungen) erkauft? Man kann das meinen. Aber das ist Meinung, nicht Fakt.

        Das sollten wir jenseits aller Seitenhiebe auf woke Leute und aller Verschwörungstheorien über Maoisten, die Europa am Gängelband geführt hätten, festhalten. Und uns dann gepflegt streiten.

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        Vielleicht sehen Sie sich nochmal dieses Video an: https://m.youtube.com/watch?v=kqZS0jdWK9Q
        Hätten wir nicht Otto Kölbls 50-Mio-Tote-allein-in-D-Stategiepapier (Maoist hätte ich geschrieben, nicht ferngesteuert auch China, nebenbei bemerkt) und Karl Lauterbachs mediale Dauerhysterie gehabt, hätte ich nicht mit Entsetzen ein „dann sollen sie sich doch alle anstecken“ von einer nahen Verwandten vernehmen müssen. Natürlich hatte ich geantwortet „das hätte auch dein Sohn, dein Neffe sein können, der da sofort überrollt wird, sobald er stolpert“. Natürlich kann man jetzt behaupten, ähnliche Vorfälle würden in Budapest, Minsk oder Moskau vertuscht. Wirklich? Worüber regen wir ins denn hier im Westen sonst so auf? Zu Recht, wie ich ausdrücklich anmerke. Aber wenn ‚Pussy Riot‘ in einer Kirche vulgär Gläubige verspottet, wird das doch hier in ‚Zeit‘, ‚Spiegel‘ und ö.-r. Anstalten als ‚Freiheitskampf‘ gefeiert. Das sind doppelte Standards. Dass unser Corona-Regime anscheinend aufgrund der o.a. Propaganda (ja Propaganda, die ‚Bilder aus Bergamo‘ wurden bekanntlich im falschen Kontext gezeigt und die Sterbestatistiken rechtfertigen zumindest nach Standards der Vergangenheit die ‚Maßnahmen‘ keineswegs) von einer Mehrheit mitgetragen wird, die gleichzeitig durch staatliche Unterstützungsgelder gekauft wurden, nein, lieber Alan Posener, das trage ich nicht mit. U.A. wegen derer, die man nicht gefragt hat und deren Leben und Freiheit anscheinend dann nichts wert ist, wenn sie ‚Superspreader‘ sein könnten. Meine ‚brave new world‘ ist das nicht, auch wenn Sie und viele andere die andauernde Verletzung, Erodierung unserer Grundrechte marginalisieren. So weit, wie in Australien, wo die Hunde von Corona-Patienten massenweise im Tierheim getötet wurden, sind wir zwar noch nicht, aber wohl kurz davor. Zumindest ich möchte nicht in einer solchen virenhysterischen Gesellschaft leben, es widerspricht so ziemlich meiner gesamten Mentalität und natürlich werde ich keine Partei wählen, die das unterstützt, bzw. in der Abgeordnete Ungeimpfte als „Sozialschädlinge“ titulieren. Dass durch Grippen oder Lungenentzündungen Menschen sterben ist traurig aber unvermeidbar. Wer meint er könnte das verhindern, leidet unter Realitätsverlust. Schweden (z.B.) macht‘s richtig vor, die Statistiken in Island, Australien (z.B.) widerlegen dergleichen No-Covid-Allmachtsphantasien. Und Lockdowns töten nachweislich und Mehrheiten liegen bekanntlich nicht immer moralisch richtig.
        Über die PCR-Tests (‚Inzidenzzahlen‘, nicht wahr?) bzw. deren völlig unqualifizierter Umgang damit und die nicht nur dadurch weitgehend aussagefreien ‚Messergebnisse‘ (mir sind Fälle von durchgeknallten Gesundheitsämtern bekannt, die 40 Zyklen fahren lassen, bis sie Menschen nach 6 Wochen aus der Quarantäne entlassen) sind mehr, als ein Skandal. Das ist Behördenwillkür und Drangsalierung des Bürgers. Mir als ehemaliger ‚Messknecht‘ aus der analytischen Chemie sind noch solche Begriffe, wie Qualitätssicherung von Messwerten, Eichung/Kalibrierung usw., was so viel, wie Standardisierung und Vergleichbarkeit bedeutet, bekannt, auf die mal viel Wert gelegt wurde, um die Interpretation von Messwerten erst zu ermöglichen. Heute spielt das anscheinend keine Rolle mehr: Es wird offensichtlich so lange gemessen, bis das persönliche Sicherheitsbedürfnisse des Amtsarztes befriedigt ist. Doppelte, vielfache Standards nach Gutdünken. Da braucht man nicht bis Ungarn gucken..
        Nur – und an diesem Punkt stimme ich Ihrem Kollegen und Freund und ich vermute auch Ihnen – überein, https://www.welt.de/debatte/kommentare/plus233707932/Henryk-M-Broder-Angela-Merkel-geht-die-Mitlaeufer-bleiben.html
        Wir lassen das also freiwillig mit uns machen. Das macht es aber keineswegs besser.

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        Lieber KJN, tut mir Leid: ich komme nicht mit. Ich bin gern bereit, über die Sinnhaftigkeit einzelner Maßnahmen zu diskutieren, aber bei Ihnen scheint irgendetwas durchgebrannt zu sein.
        Inhaltlich: Kölbl, dessen unselige Rolle längst von den Medien ans Licht gebracht wurde, sprach von einem Worst-Case-Scenario mit EINER Million Toten, nicht 50 Millionen. Es haben sich inzwischen etwa vier Millionen mit dem Virus infiziert, etwa 92.000 sind gestorben, was erheblich über dem im Kölbl-Papier „Hammer and Dance“ genannte Best Case (12.000) liegt.
        Ansonsten: „Corona-Regime“, „Dauerhysterie“, „Mehrheit durch staatliche Gelder gekauft“, „andauernde Verletzung, Erodierung unserer Grundrechte“, „virenhysterische Gesellschaft“ usw. usf.: Wer ist hier hysterisch? In einem Land von 80 Millionen mit konkurrierenden Medien und Parteien wird es immer wieder Fehler der Behörden inkl. Amtsärzte geben, werden Politiker versuchen, sich zu profilieren, werden die Medien die gemachten Fehler kundtun und skandalisieren, manchmal zu recht, manchmal zu Unrecht.
        Ich erinnere aber an die Unabhängigkeitserklärung der USA, dem Manifest des Liberalismus:

        „We hold these truths to be self-evident, that all men are created equal, that they are endowed by their Creator with certain unalienable Rights, that among these are Life, Liberty and the pursuit of Happiness.—That to secure these rights, Governments are instituted among Men, deriving their just powers from the consent of the governed …“

        „Life“ ist das erste und wichtigste Freiheitsrecht, und es ist die Pflicht der Regierung, dieses Recht zu sichern. Nach diesem Maßstab hat die ungarische Regierung versagt, und die schwedische steht auch nicht so sehr gut da.
        Ich bin – ich wiederhole es – bereit, die Sinnhaftigkeit jeder Maßnahme zu diskutieren. Ich war gegen Schulschließungen z.B.
        https://www.zeit.de/gesellschaft/2021-01/corona-impfstrategie-lehrer-schule-vulnerabilitaet

        Aber ich diskutiere nicht unter der Prämisse, dass „die Parteien“ oder „die Regierung“ sich irgendwie gegen die Bürger verschworen haben. Das ist jenseits der Vernunft.

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        Lieber Alan Posener, Ihnen mag meine Diktion nicht gefallen, das ist Ihr gutes Recht, aber das sich die Politik gegen die Bürger verschworen hätte, habe ich nicht gesagt, eher das Gegenteil. Allerdings ist mit dem ‚worst case scenarium‘ Angst geschürt worden ohne Ende. Unanständige Angst. Sie bitten oft, genau zu lesen, mit Recht. Das muss ich nun Sie bitten, wenn Sie mir das antworten:
        „Aber ich diskutiere nicht unter der Prämisse, dass “die Parteien” oder “die Regierung” sich irgendwie gegen die Bürger verschworen haben. Das ist jenseits der Vernunft.“
        Ich habe einiges Inhaltliche über dem PCR-Test geschrieben (wovon im Übrigen auch der Ländervergleich der Todesraten durch Covid sehr abhängt) das Sie mir nicht glauben müssen, vertrauen Sie ihren Quellen, darauf habe ich keinen Einfluss und will ihn auch nicht haben. Nur: Ich weiß nicht, wie die US-Verfassung interpretiert wird, aber in D haben so unverdächtige Stimmen, wie Wolfgang Schäuble oder Margot Käßmann darauf hingewiesen, dass nicht das biologische Leben alleine bei der moralischen Abwägung gelten kann, sondern auch die Freiheit, und zwar ohne Priorisierung. Jedenfalls läuten bei bei mir alle Alarmglocken, wenn ein Wert als absolut gesetzt wird. Wenn Sie dass hysterisch finden, kann ich das nicht ändern. So unterschiedlich empfinden offensichtlich die Menschen. Ich finde es für meinen Teil hysterisch, die griechische Alphabet der Mutanten bis zum Ende aufzuzählen und ich frage mich wirklich, was jetzt noch geschützt werden soll..
        Vielleicht noch zum Schluss: Ich hatte weder Angst vor Corona, noch vor der Impfung, das sind für mich im Vergleich eher geringe Lebensrisiken. Ich sah meine Impfung als Dienst an der Gesellschaft. Nur muss es jetzt mal genug sein mit der Virenhysterie. Für mich jedenfalls. Ungarn hatte ich eingeordnet, mehr ist dann von meiner Seite auch nicht zu sagen.

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        Lieber KJN, nun sagen Sie selbst, das klingt schon etwas anders. Meine Quelle für die Todesraten ist Statista. Wenn Sie eine bessere haben, sagen Sie es mir bitte. Laut „Economist“ – einer der Manipulation von Zahlen unverdächtigen Zeitschrift – sind weltweit 50 Millionen Menschen an Covid-19 gestorben. Also etwa so viele wie – nach vorsichtigen Schätzungen – im 2. WK. Das ist nicht trivial. Dass die Zahlen hierzulande verhältnismäßig niedrig sind, mag auch mit der berüchtigten „deutschen Angst“ zu tun haben, die sich auch nach Tschernobyl oder während der Rinderwahn-Episode äußerte, also der Neigung, in allen möglichen Bereichen außer auf der Autobahn übervorsichtig auf Gefahren zu reagieren. Und ich will nicht ausschließen, dass die Regierung diese Neigung zur Übervorsicht bei ihren Überlegungen einbaute. Aber die Ergebnisse lassen sich doch auch sehen: im Verhältnis zu jedem anderen Land der Erde haben wir eine relativ niedrige Anzahl von Todesfällen bei einer relativ geringen Einschränkung der persönlichen Freiheit.
        Und das sage ich, der ich im Nebenjob als Rocksänger in dem Bereich tätig bin – Gastronomie, Konzerte -, der am heftigsten von den Maßnahmen getroffen wurde und wird.
        Und ja, „Leben“ darf man nicht absolut setzen. Aber es steht nicht zufällig an erster Stelle, vor „liberty and the pursuit of happiness“. Ich habe ganz zu Beginn der Pandemie hier darüber geschrieben:
        https://starke-meinungen.de/blog/2020/03/29/eine-kantsche-republik/

        Also: bleiben wir im Gespräch. Ich sehe um mich herum Leute in Verschwörungstheorien und Hyperbole – „Apartheid-Republik“ – abdriften, und ich halte es für dringend nötig, verbal und mental abzurüsten.

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        APo: ‚Aber ich diskutiere nicht unter der Prämisse, dass “die Parteien” oder “die Regierung” sich irgendwie gegen die Bürger verschworen haben.‘

        … das muss niemand, noch hat die Vernunft noch eine Stimme im Bundestag und am 26. September ist ‚Zahltag‘.

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        APo: ‚Meine Quelle für die Todesraten ist Statista. Wenn Sie eine bessere haben, sagen Sie es mir bitte.

        … es gibt ein 83-minütiges Video mit dem Titel ‚Die Pandemie in den Rohdaten‘ – Untersuchungen der Veröffentlichungen vom Robert-Koch-Institut, von Bevölkerungsstatistiken sowie Krankheits- und Sterbetabellen – von einem Offizier der Bundeswehr. Zu den ‚Pandemie-Zahlen‘ erzählt er übrigens auch über seinen Einsatz im Kosovo. (… kommt gut, weil wir das gerade hatten.) Dazu muss man/frau sich allerdings ’sicariomäßig‘ auf ‚vermintes‘ Terrain trauen. 😉

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        Also lieber Alan Posener, bleiben wir im Gespräch: 50 Mio Tote weltweit, 100000 in D, es sind hohe Zahlen über deren Höhe es mir sinnlos erscheint, zu streiten. Nur: Die WK II – Toten, das war nun mal zu annähernd 100 % Übersterblichkeit, junge bzw. gesunde Menschen, Soldaten, Zivilisten, KZ, Vertreibung, Völkermord. Wollen Sie das wirklich mit Grippe- oder Covid-Toten gleichsetzen, wo sich z.B. in NRW herausgestellt hat, dass 80 % hätten gar nicht ‚Corona‘ zugeordnet werden dürfen? Ich glaube nicht. Z.B. hier https://www.welt.de/politik/deutschland/plus233426581/Seit-Juli-2021-Corona-bei-80-Prozent-der-offiziellen-Covid-Toten-wohl-nicht-Todesursache.html .. ich wusste es zunächst allerdings nur über einen privaten Hinweis.
        Es geht also um die Übersterblichkeit, die für 2020 kaum nachzuweisen ist (ich weiß, kompliziertes Thema). Und es gibt den – ja, schlimmes Wort – ‚Harvesting Effect‘, also das Sterben an einer Grippe oder der Covid-Lungenentzündung bei altersbedingt bereits geschwächtem Immunsystem, das in Kürze infolge anderer Ursachen sowieso eingetreten wäre. Und was ist mit dem Immunsystem, auf das jeder Lockdown und jede Kontaktbeschränkung ein Frontalangriff ist, weil es nicht trainiert wird? Es hat hier mit ‚follow the science‘, wobei damit in D anscheinend nur Melanie Brinkmann, Christian Drosten und Karl Lauterbach gemeint ist, und keinesfalls ein John Joannidis oder gar ein Sucharid Bhakdi, eine Unkultur der Eiferei um sich gegriffen, die Sie auch meinen müssen, wenn Sie, zurecht, wie ich finde, darauf hinweisen, dass wir mental und verbal abrüsten müssen. Wenn im Spiegel, z.B., der arme Markus Lanz für tausende Tote verantwortlich gemacht wird, wenn er die ‚falschen‘ Virologen in seine Talkshow einlädt.
        Und was Ihre Beurteilung der Lage in D vom Ergebnis her angeht: Wenn weder das Messverfahren für ‚Inzidenzen‘, also der PCR-Test geeicht ist, noch die Zuordnung der Toten zur ‚Corona‘ nach einem standardisierten Verfahren erfolgt, dann sind logischerweise auch alle daraus folgenden Zahlen, wie Sterblichkeitsraten usw. und Ländervergleiche wenig aussagekräftig. Und nein, dafür kann ich nicht den ‚Economist‘ verantwortlich machen, wohl aber unseriös argumentierende Wissenschaftler und – ich muss es leider sagen – besonders bestimmte Wissenschftsjournalistinnen und Wissenschaftsjournalisten.

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        Vieles richtig, lieber KJN, aber dann sind hierzulande noch weniger an Covid gestorben, und das ist gut, oder?

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        Eine rhetorische Frage, lieber Alan Posener? Kann ich auch: Heiligt der Zweck jedes Mittel? Ist es wirklich besser, die Menschen sterben an etwas anderem, statt an Corona?
        Im Ernst: Ich bin ja bei Ihnen, wenn Sie rhetorische Abrüstung fordern. Aber mal ehrlich: Welche Seite fing damit an? Jens Spahn äußerte ja mal in einer der wenig gewordenen Momente, wo er bei sich ist, den Satz „Wir werden uns viel zu verzeihen haben..“. Dahin sollte man kommen, aber dazu gehören auch Klarstellungen und die Aufarbeitung dessen, wie selbst inthronisierte Hypermoralisten und Stetsbescheidwisser andere versuchten zu drangsalieren und zu radikalisieren. Das hält keine Gesellschaft auf Dauer aus. Symptomatisch für das, was ich meine, poste ich das mal als Beispiel, aber dergleichen Abstruses kam ja nun bekanntlich nicht nur von ‚Antifa‘-Schmieranten..
        https://mobile.twitter.com/francin79125521/status/1427637461258317835/photo/1

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        Wie gesagt, lieber KJN, ich bin für rhetorische Abrüstung. Klar gibt es „selbst inthronisierte Hypermoralisten und Stetsbescheidwisser“; und es gibt Verschwörungstheoretiker und Covidioten. Eine mir nahestehende Frau – Lehrerin, also in verantwortlicher Position – schrieb mir völlig aus dem Blauen, sie beuge sich nicht dem „Apartheidstaat“ und bleibe dabei, sich nicht impfen zu lassen, auch wenn es sie den Job koste. Da fehlen mir die Worte. Was auch gut ist. Man muss vermutlich abwarten, bis sich auf allen Seiten die Hysterie legt.

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        Ich glaube, die Lehrerin ist einfach sauer auf ihre Mitmenschen, gerade vielleicht auf die bei jeder Gelegenheit „Maske auf! Covidiot!“ schnarrende Kollegenschaft. Die sind in der Tat nicht identisch mit einem ‚Apartheitsstaat‘ und in ihrer Übergriffigkeit nicht gerade ein neues Phänomen. Ich muss mir seit Jahrzehnten anhören „geh doch damit zum Arzt, nimm dieses oder jenes Medikament“ usw. und fahre eigentlich ganz gut damit, genau das nicht zu tun. Nicht, dass ich was gegen die ‚Schulmedizin‘ hätte, aber ich meine man muss und kann nicht alles behandeln, der Organismus ist kein Uhrwerk und es gibt ein Immunsystem, das man auch mal machen lassen muss. Womit ich auch meine, den psychologischen Kern dieser Krise, nämlich den Glauben an die Machbarkeit und die Regeln, was ja anscheinend so viel Sicherheitsgefühl vermittelt, getroffen zu haben. Der Politik, insbesondere dem seiner offensichtlich autoritär strukturierten Wählerschaft sehr nach dem Mund redenden Corona- Scharfmacher Markus Söder, werfe ich eher Populismus vor. Aber auch anderen. Ich möchte nicht von einer Saskia Esken als „Covidiot“ betitelt werden und auch nicht von einem Volker Beck als „Terrorist“, wenn ich mich nicht impfen lasse. Oder von einem – mittlerweile ‚entfreundeten‘ Mitmenschen – „queres Gedankengut, das einem Dr. Josef Goebbels alle Ehre machen würde“. Ich kenne keine keinen ‚Querdenker’ mit derartig Potential an Übergriffigkeit. Da wird man den unangenehmen Charakter konstatieren und dauerhaft auf Abstand gehen. Aber – Sinn der langen Rede – derartige Vorkommnisse und Erfahrungen haben zunächst wirklich nichts mit Politik oder ‚Apartheitsstaat‘ zu tun, aber die Politik soll doch solche Dinge nicht noch, wie eben geschildert, befeuern. Sonst könnte man ihr wirklich die Absicht ‚divide et impera‘ vorwerfen.

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        Apropos „neue Übergriffigkeit“: ich fahre, seit ich geimpft bin, wieder sehr oft mit den öffentlichen Verkehrsmitteln. Fast immer gibt es im Bus oder in der Bahn jemanden, der keine Maske trägt oder sie herunterzieht. Weder bekommt er vom Fahrer eine Ermahnung, noch greifen die anderen Fahrgäste ein. Man merkt an kleinen Dingen, dass die Maskenträger*innen solches Verhalten einfach dumm finden, aber niemand will Ärger haben. Also, von neuer Ubergriffigkeit merke ich wirklich nichts.

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        Dann sind Ihre Mit-Fahrgäste offensichtlich angenehmere Zeitgenossen als Saskia Esken und Volker Beck. Und ich hatte tatsächlich mal die Maske bei Betreten des Supermarktes vergessen, merkte es aber und wollte zurück eine holen, die Angestellte meinte aber ich könne ausnahmsweise trotzdem rein. Ich bin eine holen gegangen, um ihr ggf. Ärger zu ersparen. Höflichkeit, Rücksichtnahme und eine gewisse Sensibilität füreinander auf allen Seiten sind m.E. keine Sache der Politik oder Anordnungen der Obrigkeit und sollen es bitte auch nicht werden, weswegen ich jetzt einen Streit darüber, ob es eine diesbezügliche Übergriffigkeit gibt oder nicht, ziemlich fruchtlos finden würde. Es gibt sie, z.B. die Nachbarn, die Besucher zählen und es gibt die Angst davor. Sonst würde ich es nicht erwähnen. Und Polizei und Ordnungsämter haben auch reichlich, teilweise völlig überzogen, durchgegriffen. Ein Beispiel hatte ich genannt.

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        Ja klar, lieber KJN, es gibt Übergriffigkeit. Es gab die schon immer. Darüber, ob der Staat sie delegieren soll (Steuerdenunziantenplattform, Wirte müssen Gäste kontrollieren usw.) kann man streiten. Ich bin eher dagegen.

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        APo: ‚Man merkt an kleinen Dingen, dass die Maskenträger*innen solches Verhalten einfach dumm finden, aber niemand will Ärger haben. Also, von neuer Ubergriffigkeit merke ich wirklich nichts.‘

        … nix merken ist Normalität, das Selbstverständliche in einer Gesellschaft, … aaaber, Sie suchen nach Normalität. DAS ist ‚DDR‘.

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        .. ob da alle die in der U-Bahn mit den Augen rollen, tatsächlich die entblößten Atemwege „unvernünftig“ finden.. irgendwie sträubt sich meine Menschenkenntnis gegen diesen Schluss. Das wäre eine interessante Frage. 10% Reflexion, 90% Reflex, sagen so die Psychologen..

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        Gut. Die Passagiere finden das irgendwie blöd nach dem Motto: Wir halten uns an die Regel, kann der das nicht auch? So wie man sich ärgert, wenn man 30 fährt und überholt wird, oder wenn der Nachbar am Sonntag Rasen mäht. Regeln erleichtern das Zusammenleben. Nicht alle sind sinnvoll, aber wenn jede für sich entscheiden soll, was sinnvoll ist und was nicht, wird das Zusammenleben sehr viel stressiger.

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        Lieber Alan Posener, Regeln sind gut gegen Willkür (die des Mitmenschen, Bsp. Ruhestörung, Tempolimits usw., die der Regierung, Bsp. Grundrechte, Wahl/Abwahl). An Regeln gewöhnt man sich gerne, wenn sie für alle auskömmlich sind und gut begründet bzw. sinnvoll. Deren Einhaltung stiftet Gelassenheit, ja geradezu Freiheit, nämlich die Freiheit von etwas, nämlich ständig reagieren und reflektieren zu müssen. Man kann seine Aufmerksamkeit vor der roten Ampel getrost dem limbischen System überlassen und sich weiterhin mit dem Universum befassen. Deswegen plädiere ich schon sehr lange für ein Tempolimit auf Autobahnen, um beim Überholen von LKWs von den spätestens nach 10 sec im Rückspiegel auftauchenden lichthupenden Dränglern befreit zu werden. Ich würde also nie etwas gegen Regeln sagen. Regeln sind gegen Willkür. Willkürliche Regeln sind allerdings eine Informationskatastrophe für den Einzelnen und der tiefere Grund für die Ablehnung der Corona-Maßnahmen und den vermehrten Widerstand in der Bevölkerung gegen Aktivismus und Aktivisten jeglicher Art. Ich frage mich: Was sind das eigentlich für Leute, die die Politik beraten??
        Sie schreiben „Darüber, ob der Staat sie [die Überwachung der Einhaltung der Regeln] delegieren soll (Steuerdenunziantenplattform, Wirte müssen Gäste kontrollieren usw.) kann man streiten. Ich bin eher dagegen.“. Ich bin unbedingt dagegen. Ich bin absolut dagegen, dass der Staat auf Blockwarte setzt. Wenn jeder Kleingeist Macht erhält oder sich anmaßt Regeln durchsetzen zu dürfen, ist das zwar bequem für die jeweilige Administration, aber wir wissen ja, wohin das führen kann. Jedes Gewaltmonopol muss m.E. ganz streng beim Staat verbleiben, das fängt bei den Ordnungsdiensten an und hört beim Gefängnispersonal auf. ‚Neoliberale‘ Versuche, das an Privatfirmen zu delegieren habe ich immer sehr kritisch betrachtet. Man kennt das von der Kindererziehung: Klare wenige Regeln, strikt einzuhalten und gleichzeitig keine Inquisition. Keine emotionale Erpressung a la „Das macht mich traurig..“. Niemals. Alles andere macht Kinder und auch Erwachsene krank. Kommt Ihnen das nicht auch bekannt vor? Deswegen bin ich beim Staatswesen für ein Beamtentum, dass sich nur um seine eigentlichen Aufgaben, also die Gesetzbücher und deren Durchsetzung kümmert. Aber das mit aller staatlich garantierter Rückendeckung. Und der Bürger muss sagen dürfen: Was nicht verboten ist, ist erlaubt.
        Es gibt doch diese Geschichte, von dem kretischen Herrscher, der die Gesetzestafeln so hoch aufhängen ließ, dass sie keiner mehr lesen konnte. Das war eine Willkürherrschaft. Wir müssen aufpassen, dass wir nicht dahin kommen, wenn die Politik weiterhin den diversen Aktivisten gefallen will. Nein, keine Corona-Diktatur, aber eine fürchterliche Konfusion: Eine logische Folge von ‚follow the science‘.. (Dies auch zum Verständnis der Lehrerin, von der Sie schrieben.)

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        Ja, lieber KJN, so in etwa sehe ich das auch. Und habe es auch geschrieben:
        https://www.zeit.de/politik/deutschland/2021-03/foederalismus-corona-krise-bundeslaender-ministerpraesident-angela-merkel

        Ich würde nur den Politiker*innen zugute halten, dass sie – Katastrophenpläne hin, Kakaphonie der Wissenschaftler*innen her – nicht vorbereitet waren auf die Herausforderung und sich mehr oder weniger durchgewurstelt haben. Ich finde das nicht so schlimm.

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        „Kakophonie der Wissenschaft“ war sicher für Merkels Coronapolitik nicht ursächlich, denn die hat sie ausgeblendet, da sie ja vorwiegend auf Christian Drosten, Viola Priesemann und Melanie „wir-müssen-das-Virus-ausrotten“ Brinkmann hörte, also mit beiden letzteren auf die No-Covid-Fraktion. Deswegen war ich durchaus in dieser Zeit dankbar für unser föderales System und dessen ‚Kakophonie‘. Und eine Wissenschaft, insbesondere eine empirische, deren Aussagen nicht durch exakt definierte Experimente, wie in der Physik verifiziert werden können, ist mir suspekt, wenn sie einstimmig ist. Aber das wissen Sie ja schon von mir. Was die Medizin betrifft, und um die geht es ja wohl hier, holt sich jeder vernünftige Mensch bei einschneidenden ‚Maßnahmen‘ eine zweite Meinung ein. Und ein guter Arzt hat auch nicht dagegen.
        Gerade las ich dies – nicht ohne Gruseln..
        https://www.welt.de/politik/deutschland/article233839440/Corona-Massnahmen-Ausgerechnet-das-Virus-koennte-das-Ende-von-2G-besiegeln.html?source=k325_variationTest_autocurated
        „Die Sprecherin der niedersächsischen Landesregierung sagt, dass noch nicht beantwortet werden könne, wann 2G-Regeln wieder überflüssig werden. Man brauche Schutzmaßnahmen so lange, bis möglichst viele Menschen ein Impfangebot angenommen hätten und eine Überlastung des Gesundheitssystems nicht mehr zu befürchten sei. Laut Sachsens Staatsministerium sind Prognosen aufgrund der Unberechenbarkeit zahlreicher Faktoren nicht möglich.“

        War das Gesundheitssystem im Winter „überlastet“? Und jetzt, wo 2/3 geimpft sind, soll wird das immer noch „befürchtet“? Merkt eigentlich keiner mehr was in diesen Kreisen?

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        Lieber KJN, wir bräuchten keinen Streit um 2G, 3G, Masken hier, Zutritt dort, wenn die Regierung eine Impfpflicht einführen würde. Dafür bin ich mittlerweile. Vielleicht werden sich 5% aktiv widersetzen, 15% werden nölen und dann doch lieber impfen lassen als eine Geldstrafe zahlen. Paar Intellektuelle werden anschwellende Bocksgesänge abliefern. Dann ist Ruhe im Karton, und wir können uns endlich wieder den wichtigen Fragen zuwenden: Klimawandel, Terror, China, Europa, Wohnungsfrage, neue Mobilität …

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        In der ‚Zeit‘ gut geschrieben: „Die Evolution und der Markt funktionieren nicht, weil alle an einem Strang ziehen.“, bzw. der ganze Artikel. (Nur schade, dass bei Ihrer persönlichen sprachlichen Evolution die Männer jetzt ganz ausgestorben sind..)

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        Das stimmt, was Sie mit der Impfpflicht schreiben: Es wäre richtig und konsequent, wenn die Regierung diese Verantwortung auf sich nehmen würde und mit den ewigen Schuldzuweisungen und dem hate speech von ZeroCovid, NoCovid, Gauck, Esken, Beck u.s.v.A., den Corona-Blockwarten, die den kritischen Teil der Bevölkerung jetzt nun schon seit Monaten beleidigt, als ‚Wutbürger’, ‚Querdenker‘, ‚Nazis‘ usw. inkriminiert, Schluss wäre. Und da ich aufgrund der mir (und Ihnen) vorliegenden Informationen über die Statistik der Pandemie (es ist ist übrigens fast immer eine Pandemie mit irgendwas) zumindest in D und der EU keine Übersterblichkeit erkennen kann und auch keine Gefährdung des Gesundheitssystems, hätte ich die Chance diese Regierung aufgrund dieser völlig überzogenen Maßnahme in die Verantwortung zu nehmen, wenn ein Angehöriger oder eine Angehörige an dieser Impfung stirbt, und würde nicht mit 5400 Euro abgespeist..
        https://www.welt.de/debatte/kommentare/plus233858476/Erfahrungsbericht-Meine-Tochter-starb-an-der-Impfung-So-fuehle-ich-mich.html?cid=socialmedia.facebook.shared.web&fbclid=IwAR2hobcIa2YFf1EEDHF-E3BNcsfUmNTqrYZTSM-tF7W3ERGLIlJ89DM1Q_c

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        Gut, da sind wir uns einig.
        Doch wo haben Sie das mit der Übersterblichkeit her? Die Zahlen sind eindeutig:
        https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/124764/Uebersterblichkeit-in-der-EU-geht-tendenziell-zurueck

        Und ja, Leute sterben zuweilen an Impfungen. Zum Beispiel an der Grippeimpfung. Und an der verpflichtenden Masernimpfung. Leute werden von Airbags und Sicherheitsgurten schwer bis tödlich verletzt. Es ist – wie das Meiste im Leben – eine Abwägung. Wer 100% Sicherheit verlangt, wird immer falsch liegen.

        https://www.zentrum-der-gesundheit.de/bibliothek/impfen/grippeimpfung-uebersicht/grippeimpfung-todesfaelle-ia
        https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Merkblaetter/Ratgeber_Masern.html
        https://www.zeit.de/mobilitaet/2015-04/autounfall-knautschzone-autohersteller/seite-2

      27. avatar

        1) „Doch wo haben Sie das mit der Übersterblichkeit her?“
        https://de.statista.com/statistik/daten/studie/156902/umfrage/sterbefaelle-in-deutschland/
        .. Übersterblichkeit ist – ich schrieb es bereits – eine Aussage der viele Interpretationen zugrunde liegen. Die Sterbefälle von 2014 und 2015 unterscheiden sich um etwa 56500. Die von 2019 und 2020 um ca. 46000.
        Ich bitte meine Kürze zu akzeptieren und es sind keine rhetorischen Fragen:
        a) was sind dabei demografische Effekte (Babyboomer beginnen zu sterben), was ist dem Bevölkerungswachstum, z.B. durch Zuwanderung (Gastarbeiter usw.) geschuldet?
        b) was ist ‚Corona‘ geschuldet, was ist einem Covid-bedingten, was einem Grippe-bedingten ‚harvest‘-Effekt geschuldet?
        c) in meinem Umfeld sterben leider nach meiner Wahrnehmung allzuviele Menschen an Krebs. Komischen Krebssorten. Niemand an Covid. Oberirdischen Kernwaffenexperimente aus den 50ern, 60ern geschuldet?

        2) Zitiert aus dem von Ihnen verlinkten Artikel:
        „In Po­len starben in diesem April rund 66 Prozent mehr Menschen als im Durchschnitt desselben Monats in den Jahren 2016 bis 2019. In Deutschland waren es rund sechs Prozent mehr.“
        In Deutschland müssen ja zumindest in den anderen Monaten dann weniger Menschen gestorben sein (s. (1)). Oder ist der „April“ ein Monat, in dem besonders an Covid gestorben wird und deswegen für die Interpretation der Daten von besonderer Bedeutung? (diesmal durchaus als rhetorische Frage).

        3) „Und ja, Leute sterben zuweilen an Impfungen. Zum Beispiel an der Grippeimpfung. Und an der verpflichtenden Masernimpfung. Leute werden von Airbags und Sicherheitsgurten schwer bis tödlich verletzt. Es ist – wie das Meiste im Leben – eine Abwägung. Wer 100% Sicherheit verlangt, wird immer falsch liegen.“
        Ich konnte den Artikel überhaupt nicht als Kritik an Impfungen generell verstehen. Sondern als als Kritik an am Spiegelbild der Hyperbole (der Hyperbel der Emotionen), die Sie ja so beklagen. Ich finde, die, die derartige Verluste zu beklagen haben, wollen nicht noch als ‚Covidioten‘ beschimpft werden. Ich denke Sie verstehen.

        Politker, die sich sicher wären und ihre Aufgabe als auf Grund der ihnen verliehenen Macht (ganz erwachsen sozusagen.. Helmut Schmidt?) auch als eine moralische betrachten würden, würden einen Impfzwang schlüssig begründen können. ‚Follow the Science‘ will deligieren, Verantwortung abschieben. ‚Science‘ soll’s richten. ‚Wahrheiten‘ verkünden. Religionsersatz. Gelebte Unmündigkeit unserer ‚Eliten‘. Kinderpolitik. Merkel, Spahn, Scholz..

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    „Herr Kovács meint, die Umfrage des ECFR „raises some uncomfortable contradictions for the prevailing mainstream, left-liberal view disseminated by biased media reports and the foundations that rank “freedom.”““
    Trost und Erkenntnis können Sie aus der Lektüre des Buchs „Warum es die Welt nicht gibt“ von Markus Gabriel ziehen. Denn ich fürchte, Sie kämpfen mit Ihren meist richtigen Interventionen gegen Windmühlen.
    Aktueller den je:
    „Nicht alle sind im selben Jetzt da.“ (Ernst Bloch, Der Faschismus als Erscheinungsform der Ungleichzeitigkeit.)

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      Liebe Monika Frommel, es kann sein, dass die Regierungen und die Gesetzgeberinnen in Deutschland (Bund und Länder) übervorsichtig agiert haben. Das sehen freilich die meisten Bürger*innen nicht so. Etwa die Hälfte findet nach der Erhebung des ECFR (Sie können es nachprüfen), dass die Regierung in etwa richtig gehandelt habe, und von der anderen Hälfte ist wiederum die Hälfte der Meinung, die Regierung habe nicht strikt genug gehandelt. Während in Ungarn und einigen anderen Ländern die Schuld für die negativen Auswirkungen der Pandemie in erster Linie bei Regierungen und Institutionen gesucht wird, sehen die meisten Bürger*innen in Deutschland die schuld bei Menschen, die sich nicht an die Regeln halten.
      Evidenzbasierte Kritik also hätte im Fall der Frau Ludwig wohl davon ausgehen müssen, dass die von ihr zitierten günstigen Zahlen auch eine Folge der vernünftigen Regierungspolitik seien, oder? Während in Ungarn das Gesundheitssystem bis in den Sommer hinein vor dem Kollaps stand. Nein, rational ist für mich das Geschrei über die angebliche Einschränkung der Freiheit nicht, zumal die wesentlichen Freiheiten – Meinungs- und Medienfreiheit etwa, und die anderen politischen Freiheiten – nicht oder kaum (Demonstrationsfreiheit nur mit Auflagen) eingeschränkt wurden.

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        Die Regierungen in Deutschland haben deshalb „übervorsichtig“ reagiert, weil sie vollkommen unvorbereitet im Nebel gestochert haben.
        Es gab keinerlei Vorbereitung auf eine Pandemie, obwohl verschiedene Planspiele des Bundesamtes für Katastrophenschutz genau das angemahnt hatten. Wahrscheinlich spielt auch deshalb dieses Amt seit Beginn der Pandemie keine Rolle. Man stelle sich vor, bei einer gemeinsamen Pressekonferenz des Präsidenten des Amtes mit der Bundeskanzlerin würde der Präsident gefragt werden, warum es keine Warnungen durch sein Amt gab. Er müßte dann wahrheitsgemäß antworten, daß es zwar Warnungen und klare Handlungsratschläge gab, die Politik diese aber vollkommen ignoriert habe.

        Und bevor jetzt das Argument kommt, mit so etwas wie dieser Pandemie konnte ja kein Mensch rechnen und deshalb konnte man sich auch nicht vorbereiten:
        In jedem Industriebetrieb sind regelmäßige Gefährdungsbeurteilungen vorgeschrieben, Dabei wird für jeden einzelnen Arbeitsplatz, für jeden Betrieb, jedes Labor und jedes Büro analysiert, wo es Gefahrenquellen gibt.
        Darauf basierend wird dann ein Gefahrenabwehrplan mit konkreten Handlungsanweisungen erstellt. Dadurch weiß die Feuerwehr z.B. genau, wo was gelagert wird und welche Löschmittel eingesetzt werden können. Wenn ein Lager mit Natrium brennt wäre es fatal. dort mit Wasser zu löschen.
        Ich arbeite in einem Großunternehmen der Chemiebranche, wir hatten sogar einen Pandemieplan als Teil des Gefahrenabwehrplanes.
        Die Bundesrepublik hatte offensichtlich keinen Pandemieplan, selbst das Infektionsschutzgesetz wurde ja während der Pandemie schon mehrmals geändert weil es nicht ausreichend war.

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        Lieber Don Geraldo, ich glaube nicht, dass irgendjemand das bestreitet, was Sie da ausführen, und so, wie es bei uns war, war es überall, mit wenigen ostasiatischen Ausnahmen. Dass demokratische Staaten generell nicht so effizient reagieren wie Betriebe, in denen es klare Hierarchien gibt, ist nun auch keine Neuigkeit, und an dem Unterschied sind so manche Unternehmer gescheitert, die meinten, den Staat nach unternehmerischen Gesichtspunkten führen zu können, denken Sie an Berlusconi oder Trump. Klar ist aber, dass die Situation in Ungarn in diesem Frühsommer buchstäblich katastrophal war, während sich hier das Leben weitgehend normalisiert hatte und die Krankenhäuser sich in aller Ruhe über die Zahl der Intensivbetten streiten konnten (siehe Beitrag von KJN). Und daraus ergeben sich einige Fragen.

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      … ich stimme Fr. Frommel zu. Die BRD‘-Politik ist irrational, vernunftwidrig. Mehr. Die BRD‘-Politik ist menschenfeindlich.

      Jacques Attali , Ex-Berater des französischen Präsidenten François Mitterrand 1981: ‚Euthanasie wird in jedem Fall eines der wesentlichen Instrumente unserer zukünftigen Gesellschaften sein. In einer sozialistischen Logik stellt sich das Problem zunächst wie folgt dar: Die sozialistische Logik ist die Freiheit und die grundlegende Freiheit ist der Selbstmord; folglich ist das Recht auf direkten oder indirekten Selbstmord ein absoluter Wert in dieser Art von Gesellschaft. In einer kapitalistischen Gesellschaft werden Tötungsmaschinen, Prothesen, die es ermöglichen, das Leben zu eliminieren, wenn es zu unerträglich oder ökonomisch zu kostspielig ist, entstehen und zur gängigen Praxis werden. Deshalb glaube ich, dass die Euthanasie, ob sie nun ein Freiheitswert oder ein Warenwert ist, eine der Regeln der zukünftigen Gesellschaft sein wird.‘

      Der Ex-Gesundheitsminister Seehofer über die Pharmalobby. Leider macht er aus seiner Erkenntnis keine Politik. Womöglich ist ihm damit gedroht worden, seine Spielzeugeisenbahn im hauseigenen Keller zu konfiszieren. Wer weiß das schon.

      Der SPD-Kanzlerkandidat 2021 Scholz: ’50 Millionen sind jetzt zweimal geimpft. Wir waren ja alle die Versuchskaninchen für diejenigen, die bisher abgewartet haben.‘

      … die ‚BRD‘-Politik ist schwer krank, sie gehört abgelöst. Es gilt das Naturrecht.

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        Sie können ja gern in ein Land Ihrer Wahl auswandern, wo Sie gesundheitlich besser versorgt werden als in diesem kranken Land. Welches wäre das? Putins christlich-orthodox gewendete Russland? Die tiefreligiöse USA? Das erzkatholische Ungarn? Das erzkatholische Polen? Das erzkatholische Italien? Nur zu. Machen Sie aus Ihrer Mördergrube mal ein Herz.

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