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Die Pandemie und die Genozidforscher

In seinem neuen Buch „Faust oder Mephisto?“ beklagt mein ehemaliger Genosse und alter Freund Willi Jasper die Abwesenheit der Intellektuellen bei den aktuellen Diskussionen. Ich kann ihm da schwer folgen. Manchmal kommt es mir vor, als ob sich allzu viele Intellektuelle in allzu viele Diskussionen einmischen, von deren Grundlagen sie keinen blassen Schimmer haben. So zum Beispiel die „Genozidforscher“, die sich nun mit einem „Manifest“ – darunter tut man es heute nicht – in die Diskussion um den Klimawandel eingeschaltet haben.

Zur allgemeinen Problematik dieses postkolonialen Manifests habe ich in der WELT das Nötige gesagt. Das will und werde ich nicht wiederholen. Mir geht es hier eher um ein Detail, das ich aus Platzgründen im WELT-Artikel nicht behandeln konnte, aber bezeichnend finde.

Nun sind Genozidforscher – der Begriff selbst freilich gibt Willi Jasper in einem gewissen Sinne Recht, da die zunehmende Spezialisierung im Bereich der so genannten Geisteswissenschaften mit einer notwendigen Betriebsblindheit einhergeht: die 68er sprachen nicht ganz zu Unrecht von „Fachidioten“ – keine Naturwissenschaftler, keine Klimaforscher, Klimafolgenforscher usw. Ihre Meinung zum Klimawandel kann ungefähr so viel Gültigkeit beanspruchen wie etwa meine oder die der Verkäuferin an der Wursttheke. Weniger, wenn sie sich nicht einmal bemühen, den Stand der Wissenschaft zu rezipieren und stattdessen ihren Status als Akademiker missbrauchen, um dem Alarmismus eine scheinbar wissenschaftliche Grundlage zu verschaffen.

Covid-19: ein “Warnsignal der Natur”?

Wie zum Beispiel in diesem Abschnitt:

The present coronavirus pandemic (…) is simply a signal warning from nature reminding us that ever-increasing human disturbance to an already threadbare ecological balance must in turn have severe consequences for ourselves. Yet the overall effect of human-induced planetary destabilisation in coming decades will make of one singular zoonotic event a passing footnote.

Die gegenwärtige Coronavirus-Pandemie ist (…) einfach ein Warnsignal der Natur, um uns daran zu erinnern, dass die zunehmende menschliche Störung eines bereits fadenscheinigen (sic!) ökologischen Gleichgewichts wiederum schwere Folgen für uns haben muss. Doch wird der Gesamteffekt der menschengemachten planetarischen Destabilisierung in den kommenden Jahrzehnten ein singuläres zoonotisches Ereignis wie eine vorübergehende (sic!) Fußnote werden lassen.

Ich sehe über den grässlichen Stil – ein Gleichgewicht kann nicht fadenscheinig, eine Fußnote nicht vorübergehend sein – hinweg: Genozidforscher müssen keine Stilisten sein. Kommen wir zum Inhalt: Ist die Covid-19-Pandemie eine „Warnung der Natur“? Ist sie Ergebnis der „Störung des ökologischen Gleichgewichts“?

Nein. Die Natur „warnt“ nicht. Sie ist ja keine Person und keine Gottheit. Weder will sie etwas noch will sie etwas nicht. Und die gegenwärtige Pandemie ist Ergebnis erstens eines Vorgangs, der seit Beginn der Zivilisation immer wieder passiert, nämlich des Überspringens eines Virus vom Tier zum Menschen, und zweitens des kriminellen Versuchs der Kommunistischen Partei Chinas, diesen Vorgang zu verheimlichen.

Pandemien gehören zur Zivilisation

In seinem Buch „The Plague Cycle“ weist Charles Kenny nach, dass Infektionskrankheiten ebenso zur Zivilisation gehören wie Städte und Märkte, Kriege und Handel. Als die Menschen noch Sammler und Jäger waren, lebten die einzelnen Sippen und Stämme so verstreut, dass eventuell auftretende Virusinfektionen allenfalls kleine Gruppen anfallen und auslöschen konnten. Als die Menschen Afrika verließen und die gemäßigten Zonen der Erde besiedelten, konnten sie sogar einige der in den Tropen beheimateten Parasiten, Bakterien und Viren hinter sich lassen.

Mit dem Aufkommen der Städte und des dichten Zusammenlebens von Mensch und Mensch, Mensch und Tier, schufen unsere Vorfahren jedoch die idealen Bedingungen erstens für zoonotische Ereignisse, also den Übersprung von Viren vom Tier auf die Menschen (und umgekehrt), und zweitens für deren Verbreitung von Mensch zu Mensch zuerst durch die dichtgedrängte Stadtgesellschaft und dann mittels Handelskarawanen und Heere über die gesamte zivilisierte Welt.

Auf diese Weise entstanden und verbreiteten sich Vireninfektionen, die uns bis heute plagen, wie etwa die Grippe; und solche, die ganze Zivilisationen zerstörten, wie die Pest. Sie zwang das Reich Justinians in die Knie und ermöglichte so den Aufstieg des Islam; sie tötete in Europa im 14. Jahrhundert 25 Millionen Menschen und läutete das Ende des Feudalismus ein.

Als die Europäer Amerika für sich entdeckten, schleppten sie in die Neue Welt alte Viren ein, gegen die sie bereits aufgrund ihres langen Zusammenlebens mit Nutztieren eine gewisse Immunität besaßen, die aber die Ureinwohner dezimierten. Nicht zuletzt deshalb ging die Eroberung und Zerstörung der Hochzivilisationen der Azteken, Inka und Maya so schnell voran: Neben dem brutalen Genozid mit dem Schwert ein viel schlimmeres Genozid sozusagen aus Versehen, das seinerseits zum Aufkommen des europäischen Sklavenhandels führte, da die fehlenden einheimischen Arbeitskräfte durch Sklaven aus Afrika ersetzt wurden.

Und so weiter und so fort. Kenny rechnet vor, dass Infektionskrankheiten noch mehr als Hunger oder Krieg den Malthusianischen Faktor darstellten, der bis Ende des 18. Jahrhunderts die Weltbevölkerung mehr oder weniger stabil hielt. Erholten sich die Städte von einer Epidemie, indem die Überlebenden eine Herdenimmunität entwickelten, dauerte es nur wenige Jahrzehnte, bis das Virus in der neuen Generation wieder ideale Verbreitungsbedingungen vorfand.

Die Lehren aus der Pandemie

Was das 19. Jahrhundert von allen vorangehenden Jahrhunderten unterscheidet, ist die Erfindung der Impfung, des einzigen dauerhaften und sicheren Schutzes vor Infektionskrankheiten. Inzwischen sind die Pocken und die Kinderlähmung, Masern und Mumps weitgehend ausgerottet, alte und schwache Menschen müssen nicht mehr an Grippe sterben; die Tropen müssen keine Todeszone sein. Und wenn die Corona-Pandemie eine Lehre bereithält, dann bestimmt nicht die, dass die zunehmende menschliche Störung eines bereits fadenscheinigen ökologischen Gleichgewichts wiederum schwere Folgen für uns haben muss, obwohl das ja auf anderen Gebieten stimmt. Sondern dass es dank der Wissenschaft innerhalb weniger als eines Jahres gelang, mehrere Impfstoffe zu entwickeln; dass Covid-19 besiegt werden kann; und dass das Problem dabei nicht die Störung des ökologischen Gleichgewichts ist, sondern das Entwicklungs- und Wohlstandsgefälle und die politische Führung.

Was die Welt braucht, um für künftige Pandemien vorbereitet zu sein, sind bessere Gesundheitssysteme überall; mehr Wohlstand und Wohnraum überall, so dass social distancing überhaupt möglich wird; ein international funktionierendes Frühwarnsystem beziehungsweise – da es ja schon existiert – dessen Beachtung; und die exemplarische Bestrafung oder wenigstens Ächtung von Politikern, die Informationen über Krankheiten unterdrücken, wie die chinesische Führung, oder die Warnungen der Wissenschaftler in den Wind schlagen, wie Donald Trump, Jair Bolsonaro oder Narendra Modi. Und nicht Manifeste von Ignoranten, die von „Warnrufen der Natur“ faseln.

Pandemie und Pogrom

Nach dem Schwarzen Tod kam es in ganz Europa zu massiven Judenpogromen, Jedoch wäre es verkehrt zu sagen, dass die Verfolgung, Vertreibung, Enteignung und Ermordung der Juden eine Folge der Epidemie gewesen wäre. Sie war eine Folge der Aufhetzung der Bevölkerung durch die Intellektuellen jener Zeit, die katholische Geistlichkeit, die ja lange vor dem 14. Jahrhundert wiederholt zu Pogromen geführt hatte. Für sie war die Pandemie nicht ein “Warnsignal der Natur”, sondern ein “Warnsignal Gottes”.

Diese elementare Einsicht der „Genozidforschung“ aber wollen die Genozidforscher nicht begreifen, die dieses Manifest der Konfusion unterzeichnet haben. Einer der Unterzeichner, der deutsche „Universalhistoriker“ und postkoloniale Propagandist Jürgen Zimmerer, machte das im Interview mit der „taz“ deutlich, in dem er die Absicht der Unterzeichner erläuterte.

Die Genozidforschung müsse, so Zimmerer,  „ihre Perspektive ändern“. Bislang habe sie sich (zu) „stark auf ideologische Ursachen konzentriert. Das liegt daran, dass sie aus der Holocaust-Forschung kommt und deren Blick auf das ideologische Moment – Antisemitismus etwa – übernommen und strukturelle Ursachen zu wenig berücksichtigt hat. Wenn man aber nur ideologisch ‚irregeleitete‘, pathologische Verbrecher für Gewaltausbrüche verantwortlich macht, heißt das auch: Wir anderen sind es nicht. Wir sind die „Guten“. Eine Selbsttäuschung. Wenn man die systemischen Ursachen für Raubbau, Klimawandel und die aus beidem resultierende Gewalt einbezieht, werden wir von Zuschauern zu Tätern. Das heißt: Wer hier einen SUV fährt, wer Klimaschutzpolitik blockiert, ist mitverantwortlich für Gewaltausbrüche andernorts.“

Nein. Für Gewaltausbrüche sind tatsächlich ideologisch irregeleitete – ohne Anführungszeichen – pathologische Verbrecher verantwortlich, heute wie im Mittelalter, auch wenn sie, heute wie im Mittelalter nicht für die, um mit Zimmerer zu reden „strukturellen“ Probleme – Pandemie oder Klimawandel – verantwortlich sind. Die Pest wurde nicht durch Pogrome besiegt, und der Klimawandel wird auch nicht durch Gewalt irgendeiner Gruppe gegen eine andere gestoppt. Wer aber SUV-Fahrer und nicht näher genannte „Blockierer des Klimaschutzes“ im Voraus zu „Tätern“ an Genoziden der Zukunft erklärt, handelt auf seine Weise nicht verantwortlicher als jene Priester, die gegen die angeblichen jüdischen Brunnenvergifter hetzten. (Und nein: SUV-Fahrer sind nicht die Juden von heute.)

Noch einmal: Genozidforscher müssen keine Ahnung haben von Infektiologie, obwohl man sich fragt, wie sie überhaupt die Universalgeschichte ohne solche Kenntnisse verstehen wollen; aber wenn sie schon keine Ahnung davon – und noch weniger vom Klimawandel – haben, sollten sie wenigstens den Anstand haben, davon zu schweigen. Sie sind am Ende weder Faust noch Mephisto, sondern allenfalls der Famulus Wagner.

 

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70 Gedanken zu “Die Pandemie und die Genozidforscher;”

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    @Alan Posener
    “Die Armen in den USA sind immer noch arm. Aber sie haben Dinge – Internet, Auto, Stom, fließend kaltes und warmes Wasser, Haushaltsgeräte, ja selbst medizinische Versorgung -, von denen im 19. Jahrhundert selbst reiche Leute nicht zu träumen wagten, und sie leben im Schnitt doppelt so lange wie die Reichen vor 100 Jahren. Und so weiter und so fort.”
    Der erste Satz stimmt. Aber was wollen Sie denn mit dem Rest sagen? Dass es Fortschritt gibt und Armut nunmal ein relativer Begriff ist? Das ist doch eine Binse …
    Mit dem deutschen Hartzviersatz bin ich anderswo auch Krösus. Und nun?
    Und: Weder Putin, noch Ji machen irgendwen reich. Aber auch “der Kapitalismus” macht zuerst die Kapitalisten, Unternehmer oder Anteilseigner “reich”. Der “Wohlstand” weiterer Teile der Gesellschaft ist ein Kollateralnutzen- die Armen in den USA machen mit ihren paar Kröten, die sie für Fernseher, fürs Internet, Warmwasser oder sonst was ausgeben, die beretstellenden Unternehmen reich, nicht wahr? Diesen Kollateralnutzen für so viele wie möglich zu zu mehren, auch durch Umverteilung, und dafür zu sorgen, dass ein Land oder eine Region nicht zum “Standort” degeneriert, ist Aufgabe der Politik.

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      Ja, lieber Stefan Trute, den Kollateralnutzen des bösen Kapitalismus ziehe ich den Kollateralschäden des guten Sozialismus allemal vor, und ja: diesen Nutzen möglichst zu mehren ist Aufgabe des Staates.

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    Diese binäre Einteilung würde ich ungerne machen. Wenn es nur zwei Lösungen gibt, dann ist die eine falsch und die andere alternativlos. Venezuela oder Rich-kids-on-Instagram. Ich glaube nicht, dass die Welt so funktioniert. Zumindest die Erkenntnis hatte uns Deng Xiaoping voraus.
    Und ja, ich habe mit meiner Oma gesprochen. Und es ist ein Gegenbeispiel, sogar aus genau der Zeit: Meine Frage 1988 (16 Jahre, Punk aus dem Westen): Was hat uns der Kommunismus denn eigentlich gebracht? Sie (70 Jahre, Kriegsveteran) hat mir, fast genau im Wortlaut, eben das geantwortet: „Wir haben Dinge – Eisenbahn, Auto, Strom, fließend kaltes und warmes Wasser, Haushaltsgeräte, ja selbst medizinische Versorgung -, von denen vor dem Krieg selbst reiche Leute nicht zu träumen wagten, und wir leben im Schnitt doppelt so lange wie die Reichen vor 100 Jahren.“ Ich verteidige bestimmt nicht den Kommunismus oder will gar die Marktwirtschaft abschaffen, so als Disclaimer. Aber sie hatte Recht. Schauen sie sich Fotos aus den 40ern (vor und erst recht nach dem Krieg an) und Bilder aus den 70ern aus Osteuropa, besonders Jugoslawien an. Da ist was passiert, und zwar so richtig. Vergleichen sie Tuzla 1995 mit Tuzla 2021. Von 45 an gerechnet, der ultimativen Apokalypse, wären wir im Jahr 1971. In dem Zeitraum hatte sie ein Auto und mein Onkel ein Motorrad. Impfung und Zentralheizung, Urlaub an der Adria. Und jetzt schauen sie sich Tuzla heute an. Nochmal: das Prinzipielle ist mir egal. Ich weine den Kommunisten keine Träne nach. Wenn die die richtige Antwort gewesen wären, wäre ich heute nicht hier. Wir hätten als Familie vielleicht zusammengelebt. Und wissen Sie was? Déjà-vu. Die Billiglöhner bei Tönis, die ukrainischen Schwarzarbeiter in Warschau. Unsere Familientreffen, alle Familientreffen, sind noch kleiner geworden. Wenn das Internet, dass es auch in Somalia gibt, der einzige Stich ist, den der Westen gemacht hat, dann ist der Kaiser nackt. Aber es ist nicht der einzige Stich. Wir haben eine halbkriminelle Kaste geschaffen, die Stellvertretend für die Arbeiterklasse die Früchte des Westens genießt. Eben kapitalistische statt sozialistische Freiheit. Warum gewinnen Linkspopulisten Wahlen im Kosovo, nach zwei Jahrzehnten als Protektorat des Westens? Warum klammern sich Ostpolen an ihren Glauben? Weil Ihnen das Mindset fehlt und sie die falsche Ideologie haben? Ich glaube eher, weil sie sehen, dass der Progress den sie machen, überall, selbst in den ärmsten Ländern stattfindet, wenn die Chinesen ein schnelleres Handy auf den Markt (ja, Marktwirtschaft) bringen, Das ganze also mehr mit Technik, als mit Freiheit zu tun hat. Deswegen sind die Chinesen in Belgrad und die Ukraine ein Drecksloch ohne Perspektive, mit Neonazi Szene, von der unsere nicht mal zu träumen wagen. Für jeden ein signiertes Frank Thelen Buch „Das Mindset der Zukunft“ und Fahrkarte in Ferne? Und bloß nicht über arm und reich sprechen, damit Castro nicht aus dem Grab erwacht? Ist das alles, was der Westen zu bieten hat? Außerhalb der westlichen Zeitungsredaktionen hat sich der Eindruck verdichtet. Ja, die Marktwirtschaft kann helfen und ist effizienter. Aber folge nicht dem Westen, der ist eher was für Superhelden wie Musk, MBS oder Lady Gaga. Der Rest hat es einfach nicht verstanden.

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        Ich bin weder Kommunist, noch gegen Marktwirtschaft, im Gegenteil. Ja, der Kommunismus war verheerend. Seitdem sind nun über 30 Jahre vergangen. Aus bulgarischer Sicht sind wir im Jahr 1975 nach dem zweiten Weltkrieg. Was hätte man wohl einem Kommunisten in diesem Jahr gesagt, der die Verantwortung auf die Bürgerlichen vor 45 geschoben hätte? Wenn wir die Messlatte auf den Boden legen, ist es gar nicht mal so schlecht gelaufen. Und in den letzten 30 Jahren hatten Investoren, der Westen, wer auch immer, die besten Bedingungen und vor allem die Hoffnung der Menschen, von der die Kommunisten 45 nur träumen konnten. Übrig geblieben ist eine Debatte um die Superliga. Ronaldo hat die Haare schön und ein Scheich bezahlt den Frisör. Mager, oder?

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      Ich glaube nicht, Stevanovic, dass uns eine politische Richtungsorientierung (oder gar ein Bekenntnis dazu) derzeit auch nur einen Millimeter zu weiterem Verständnis bringt. Zu dem Video mit dem Burger: Was glauben Sie, was mich an den ‘Grünen’ so abstößt? Darum geht’s. Die einzige Politikerin, die das, glaube ich (ich habe das Buch vorliegen, aber noch nicht gelesen) verstanden hat, ist die Kommunistin Sarah Wagenknecht. Vermutlich, weil sie das Spiel der Versprechungen und Heilsversprechen kennt.

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    APo: ‘Die Natur „warnt“ nicht. Sie ist ja keine Person und keine Gottheit. Weder will sie etwas noch will sie etwas nicht. Und die gegenwärtige Pandemie ist Ergebnis erstens eines Vorgangs, der seit Beginn der Zivilisation immer wieder passiert, nämlich des Überspringens eines Virus vom Tier zum Menschen, und zweitens des kriminellen Versuchs der Kommunistischen Partei Chinas, diesen Vorgang zu verheimlichen.’

    … na ja. Das Naturrecht ist Teil des ewigen göttlichen Gesetzes und für alle Menschen, unabhängig von der christlichen Offenbarung, allein aus ihrer Existenz als Mensch heraus einsichtig und verbindlich. (d. heil. Augustinus und Thomas von Aquin)

    Nicht ohne Grund gibt es Speisevorschriften. Unter anderem:

    3. Mose 11:13-19 – Und diese sind es, die ihr verabscheuen werdet unter den fliegenden Geschöpfen, sie sollten nicht gegessen werden, sie sind etwas Widerliches: der Adler und der Fischadler und der Schwarzgeier, ferner der Rote Milan und der Schwarze Milan nach seiner Art, außerdem jeder Rabe nach seiner Art, des weiteren der Strauß und die Eule und die Möwe und der Falke nach seiner Art, ferner das Käuzchen und der Kormoran und die Waldohreule, außerdem der Schwan und der Pelikan und der Geier, des weiteren der Storch, der Reiher nach seiner Art, ferner der Wiedehopf und die Fledermaus.

    … damit der Beweis, das Naturrecht ist Teil des ewigen göttlichen Gesetzes und für alle Menschen verbindlich. Fledermäuse stehen im Verdacht, für den Ausbruch von Ebola in Westafrika verantwortlich zu sein. Aus der FAZ: Und gerade hat ein internationales Forscherteam unter Leitung des Bonner Virenexperten Christian Drosten sechzig neue Paramyxoviren in Fledermäusen entdeckt. Fledermäuse bieten ein Reservoir, aus dem Viren auch nach erfolgreichen Impfkampagnen immer wieder zurückkommen können. Die Tiere lebten in sehr großen Sozialverbänden mit zum Teil Millionen Exemplaren. Dieser enge Kontakt, sagt Drosten, begünstige die Ansteckung untereinander und sorge für eine große Vielfalt an zirkulierenden Viren.

    Oder etwa nicht?

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      Sie halten sich auch nicht an das Verbot, Schweinefleisch zu essen, was übrigens höchstwahrscheinlich auch seuchenhygienisch motiviert war; und wenn Sie es tun, so hält sich Ihre Kirche nicht daran. Und zwar nicht zuletzt aufgrund folgender Bibelstelle (:
      https://www.bibleserver.com/LUT/Apostelgeschichten (ab 10,10). Den Ort, an dem Petrus diese Vision hatte, kann man noch heute in Jaffa (“Joppe”) besichtigen. In der Nähe sind übrigens mehrere exzellente arabische Restaurants.

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        … ich radikalisiere mich. 😉 Schweinefleisch gehörte in meinem Elternahaus auf den Speiseplan. Aber schon als Kind konnte ich den Geruch nicht ab. Furchtbar etwa Steckrüben mit Bauchspeck. Da gab es am Mittagstisch Stress mit dem ‘kleinen blonden hans’. Nun bin ich schon länger weg von dem Gestank. Mein Familie auch. Heute gibt ‘s, ausschließlich Rind, Spaghetti Bolognese.

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        Sie stimmen also nicht mit der schleswig-holsteinischen CDU überein, die mehr Schweinefleisch in öffentlichen Kantinen und Kitas forderte?

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        @APo, Nachtrag

        … im Übrigen war Schweinefleisch für Jesus kein Nahrungsmittel. Die Speisevorschriften in 3. Mose 11 hat Gott seinem Volk nicht gegeben, um sie einzuschränken, sondern um sie vor Schädlichem zu bewahren. Jo, so ist das.

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        Wie Paulus Galater 4 sagt, war Jesus “dem Gesetz untertan”. Doch im Neuen Bund gelten diese Gesetze nicht. Mir scheint, lieber blonderhans, Sie kennen die Paulinische Theologie nicht sehr gut und bedienen sich eher bei amerikanischen Evangelisten. Mir ist das egal, Ihrem Papst und Ihrer Kirche aber gewiss nicht. Sie müssen sich schon entscheiden, wem sie folgen wollen.

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        @APo,

        … ich zitiere Prof. May; ‘… Alles in der Kirche, was von Gott stammt, ist und bleibt heilig. Wenn der Mensch die göttlichen Gaben verunstaltet, dann macht er sich schuldig, aber was immer auch in der mißbrauchten Gestalt von Gott kommt, das ist bleibend heilig. …

        Nun ist das Göttliche in der Kirche in mancher Hinsicht an das Menschliche gebunden. Das besagt: Es ist an die Einseitigkeit, Unzulänglichkeit und Brüchigkeit des Menschen geknüpft. Ja, das Göttliche ist in gewissem Sinne auch und sogar von der Sünde des Menschen bedroht. In der Kirche ist Sünde möglich. Sie ergibt sich aus der Versuchlichkeit und der Freiheit der Kirchenglieder.’

        Zu Schleswig-Holstein; mehr Schweinefleisch? … wenn interessiert das? Der Staat hat die Pflicht auch in öffentlichen Kantinen und Kitas Art. 5 GG zu gewähren.

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        Aha, also wenn es gegen Muslime, Juden und Atheisten geht, sind Sie für Schweinefleisch; ansonsten sind Sie gegen Schweinefleisch, weil Gott gesagt hat, das dürfe man nicht essen, und weil es Sie persönlich anekelt. Was Prof. May sagt, ist zweifellos richtig, sofern man immanent argumentiert, hat aber nichts mit der Frage zu tun, ob für einen Christenmenschen die mosaischen Speisegesetze gelten. (Tun sie nicht.)

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        @APo, … ooops? Korrektur.

        Der Staat hat die Pflicht auch in öffentlichen Kantinen und Kitas Art. 4 GG zu gewähren.

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        @APo

        … hä? … ich? ‘‘… gegen Muslime, Juden und Atheisten’? … hassu was gegessen mit scharf?

        … für ‘Ekel’ gibt es keine schlüssige Erklärung. Was für einen ‘Christenmenschen und die mosaischen Speisegesetze ‘ (Ihre Wortwahl) gilt, ist allein ‘ganz oben’ rechenschaftspflichtig. ‘Hier unten’ gilt Art. 4, GG.

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        Sie lenken ab. Gelten die mosaischen Speisegesetze für Christen, ja oder nein? Ihre Kirche hat dazu eine klare Position, die sich auf Petrus und Paulus (nicht auf Jesus) berufen kann. Ist diese Position Ihrer Meinung nach richtig, oder warten Sie das jüngste Gericht ab, um zu sehen, wie der Chef das sieht? Und wenn das Ihre Position sein sollte, wie vereinbaren Sie das mit dem Dogma Ihrer Kirche, dass dem Papst selbst die Macht von Gott gegeben ist, “zu binden und zu lösen, im Himmel und auf Erden”?
        Ich habe das Gefühl, Sie sollten sich weniger im Netz herumtrollen und sich mehr mit der Dogmatik Ihrer Kirche beschäftigen.

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        @APo,

        … was stört Sie an meinem Speiseplan? … als Katholik komme ich, mit dem Verzicht auf Schweinefleisch, Fledermäuse oder gar Insekten zurecht. Das hat mit den Speisegeboten im Judentum nur bedingt zu tun. Die sind wohl auch etwas komplizierter.

        Streit zur Gültigkeit der Speisegebote für Nichtjuden gab es wohl schon immer. Im Übrigen gab Paulus einen diplomatischen Ratschlag: Zwar seien mit dem Dienst an Christus alle Dinge rein, wenn ein Gemeindemitglied dennoch an den Speisegeboten festhalten wolle, sei ihm das freigestellt. Beide Praxen sind für Paulus möglich, solange die Einheit der Gemeinde und ihr Selbstverständnis als endzeitliches Gottesvolk nicht gefährdet sind (vgl. Niebuhr, 40).’

        Alles sehr interessant bei den Bibelwissenschaftlern zu lesen. Aber dafür muss man sich halt im Internet trollen. 😉

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        Fiel mir gerade auch auf: hans antwortet nicht wirklich. Kommt vielleicht noch.

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        @Klaus

        … doch, doch, ich habe geantwortet. ‘Prüfe alles und behalte das Gute’ – Paulus. Christen setzen also – auch – auf Eigenverantwortung. Zudem gebe ich zu; ich kenne kein Dogma der rkK zu welchen Speisen auch immer. Meine Speisen befinden sich, seit einiger Zeit, größtmöglich, im Einklang mit ganz oben. Allein das zählt. Schließlich kann ich, wenn meine Stunde gekommen ist, auf die Frage warum, nicht antworten; das Schweineschnitzel hat mit Papst XXXX genehmigt, wenn es in Dtn. 14.3 heiß; ‘Du sollst nichts essen, was (IHM) ein Gräuel ist.’ Und wie ich weiter oben geschrieben habe, hat ER seine Meinung auch nicht geändert. (Oder auch so; ‘Ich bin nicht gekommen, um aufzuheben, sondern um zu erfüllen. (Mt 5, 17b) – meine ich.)

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        Lieber KJN, man muss zugeben, dass dbh hier nur exemplarisch vormacht, was christliche Theologie seit langem betreibt: sich um die Widersprüche in der eigenen Lehre und der eigenen Geschichte herumreden. Dass man beinahe jede Lehre mit Zitaten aus den heiligen Büchern belegen kann, dass haben Christen und Marxisten gemeinsam, und dbh beherrscht als gelernter Ossi die Zitatenhuberei ebenso gut wie die Nichtpositionierung, wenn’s brenzlig wird.

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    Seit wann dient Wikipedia als eine solide unbestrittene Quelle? Wenn ich mich nicht täusche, ist sie an den deutschen Unis als eine solche nicht zugelassen…

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    Ich glaube, menschliche Schuldige zu benennen und zu bestrafen für Klimawandel, Pest oder Weltwirtschaftskrise, bewahrt auch vor dem demütigenden Gefühl des Kontrollverlustes, der Ohnmacht und des Ausgeliefertseins, das man sich ja dann eingestehen müsste.

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      Das Klima das sich jedesmal ändert, wenn die Autoabgase um meine Nase wandern… ist doch wohl offensichtlich menschengemacht. Ich möchte nicht zur Kutsche zurück, ich möchte mehr, einfach einen finanziellen Ausgleich dafür, dass mir in(!) den und beim Vorbeifahren der hiesigen Busse übel wird.

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    Finanz ist wie Google, Amazon, etc. Informations-/Kommunikationstechnologie, wenn man so möchte Samenpakettechnologie welche nun von Antisemiten angegriffen wird. Den Weg dazu hat auch Herr Döpfner geebnet.

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      Unsinn. Antisemiten muss niemand “den Weg ebnen”. Sie geraten von selbst auf die entsprechenden Abwege. Toben Sie Ihre Obsession bitte woanders aus.

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    Der Mensch will anscheinend aufgrund der hier schon angesprochenen sozialen Ausrichtung seines Verstands alles vermenschlichen, auch die Schuld bzw. Ursache, das Schicksal wird zu einem personalen Gott mit menschlichen Zügen, auch Naturkatastrophen müssen irgendwie menschliche Schuldige haben. Nichts wird einfach so hingenommen.

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    Hier die strukturell-antisemitische Schrift von Mathias Döpfner: “Wir sind überzeugt, dass Portale wie Google, Facebook, Amazon und Apple weitaus mächtiger sind, als die meisten Menschen ahnen. Ihre Macht beruht auf der Fähigkeit, exponentiell zu wachsen. Mit Ausnahmen von biologischen Viren gibt es nichts, was sich mit derartiger Geschwindigkeit, Effizienz und Aggressivität ausbreitet wie diese Technologieplattformen, und dies verleiht auch ihren Machern, Eigentümern und Nutzern neue Macht.” https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/mathias-doepfner-warum-wir-google-fuerchten-12897463.html
    Das Zitat ist zwar von Eric Schmidt, dass aber von Herrn Döpfner ins strukturell-antisemitische Gegenteil verkehrt wird.

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      Ich weiß nicht was “struktureller Antisemitismus” sein soll. Aber Döpfner Antisemitismus vorzuwerfen, weil er Google, FB, Amazon und Apple eine durchaus gefährliche Macht attestiert, ist unterkomplex und absurd.

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        So sehr ich die Amadeu-Antonio-Stiftung schätze: die Beispiele illustrieren stinknormalen Antisemitismus, nicht “strukturellen” Antisemitismus.
        Wenn Sie mit Herrn Döpfner über Google streiten wollen, tun Sie das. Aber ich kann Ihnen versichern, er wird Sie hier nicht lesen. Da müssen Sie schon eine andere Plattform suchen.
        Ansonsten möchte ich Sie bitten, sich am Thema zu orientieren. Und das Thema ist nicht Google und Döpfner, sondern die Pandemie und Zimmerer. Haben Sie dazu etwas Sinnvolles beizutragen? Bitte. Nein? Dann werde ich Ihre Beiträge nicht veröffentlichen. Sie haben die Wahl.

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        Döpfners Text stellt verkürzte Kapitalismuskritik und damit strukturellen Antisemitismus dar. “Kauft nicht beim Juden Abraham”, ähh Google…
        Weiters unterstellt er diesen Unternehmen Böswilligkeit, etc.

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        Erstens ist Döpfner als CEO und Anteilseigner von Springer der Letzte, der Kapitalismuskritik üben würde. Zweitens ist Kapitalismuskritik noch lange kein Antisemitismus (auch “verkürzte” Kritik – wollen Sie irgendwie auf die Beschneidung anspielen? – ist nicht antisemitisch). Sie müssten sonst umgekehrt sagen, der Kapitalismus wäre “jüdisch”, und DAS wäre in der Tat eine antisemitische Aussage. Drittens wurde Google von Page und Brin gegründet; Brin ist Jude, Page nicht. Viertens ist Google heute börsennotiert, also im öffentlichen Besitz, und wird von dem Inder Sundar Pichai geführt: Kritik an Google ist also nicht Kritik am “Juden Abraham”. Fünftens soll es sogar böse jüdische Kapitalisten geben.

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        Sie und Herr Döpfner unterschätzen den Virus des Antisemitismus und sein exponentielles Wachstum.

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        Es wird einzelnen (juristischen und natürlichen und jüdischen) Personen die Ursache der Gemeinheiten des Kapitalismus angedichtet, das ist daran strukturell antisemitisch.

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        Nein, das ist nicht “strukturell”. Das ist einfach antisemitisch. Und ist kein Spezifikum des Antisemitismus. Arabische Clan-Mitglieder sind im Drogenhandel verwickelt, also sind alle arabischen Clans kriminell. Weiße haben vom Kolonialismus profitiert, also sind heute alle Weiße Nutznießer des Kolonialismus und potenzielle Rassisten. Deutsche sind alle potenzielle Nazis. Männer vergewaltigen, also sind alle Männer potenzielle Vergewaltiger. Und so weiter und so fort. Die Struktur, die hier sichtbar wird, ist eine allgemeine Denkstruktur, die Daniel Kahneman (Ihnen hoffentlich jüdisch genug) als “availability heuristic” kennzeichnet: man schließt von bekannten und anekdotischen Beispielen auf das Ganze.
        Übrigens wette ich, dass Sie kein Jude sind. Sie reagieren hier, wie der Goj “Daniel Loewe”, irgendetwas ab, für das weder ich noch die User dieses Blogs verantwortlich sind.

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        Hier das dazugehörige Zitat: “Plant Google allen Ernstes den digitalen Suprastaat, in dem ein Konzern seinen Bürgern selbstverständlich nur Gutes und natürlich „nichts Böses“ tut? Bitte, lieber Eric, erklären Sie uns, warum unsere Interpretation von dem, was Larry Page sagt und tut, ein Missverständnis ist.”
        Tut Google denn nun jemandem etwas Böses? Erklären und zeigen Axel Springer und Döpfner, was sie in ihren Redaktionen aushecken, während sie es aushecken? Wär doch Mal was, Dauerschleife Redaktionstübchen 🙂

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        Ich empfehle auf Amazon Prime die Doku-Serie über die BILD-Zeitung. Genau das, was Sie fordern, passiert dort. Döpfner hat übrigens mit dem Tagesgeschäft rein gar nichts zu tun. Und nun zur Sache, bitte.

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      Ach, diese Sache mit ‚strukturell‘.. Damit kann man alles als ‚faschistisch‘, ‚stalinistisch‘, ‚rassistisch‘, ‚antisemitisch‘ ff. bezeichnen. Das wird einem spätestens als Vater im Kinderzimmer klar, wenn man vom eigenen Nachwuchs als ‚Aufräumnazi‘ bezeichnet wird.
      Solche Zuordnungen haben in der ‚großen Politik’ bis auf die Legitimation des eigenen verbrecherischen Regierungshandelns noch niemandem genutzt.
      Immer wieder Ignazio Silone:“Denn sieh‘, der neue Faschismus wird sagen: Wir sind der Antifaschismus..“ Und das hat nichts mit ‚strukturell‘ zu tun, sondern mit Machtwillen, Manipulation, Lüge, Eitelkeit und Eiferei.., also Abwesenheit jeglicher Moral. Wer ständig das Wort ‚strukturell‘ im Mund hat, hat mit 100%iger Sicherheit das Menschenbild vom unmündigen Untertan und wünscht sich nichts mehr, als einen Großen Vorsitzenden..

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        Eine Nummer kleiner, bitte (können auch gern mehrere sein).

        “Strukturell” und “systemisch” stehen pars pro toto für “genaueres weiss ich auch nicht”, hören sich aber bei weitem wichtiger an und werden deshalb gerne verwendet. Die meisten Beiträge auf der Müllhalde “Veröffentlichte Meinung” richten sich ohnehin nicht an intelligente und gebildete Menschen, sondern an den vermuteten Gegenüber des Autoren :-).

        Gruss,
        Thorsten Haupts

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        Lieber Thorsten Haupts, ich befürchte, „die Nummer kleiner“ reicht nicht mehr. Man muss schon auf die letzte (totalitäre) Konsequenz dieser Argumentation („strukturelle [Platzhalter]“) aufmerksam machen, die nicht ‚Struktur‘, sondern ‚System‘ meint und einen Systemwechsel will. Und zwar derzeit: Weg von der Freiheit, hin zum Staat. Zum ‚gestaltenden’ Staat. Vorbild: China. Zur ‚Klimarettung‘, für ‚Klimagerechtigkeit‘, ‚Chancengerechtigkeit‘, ‚Gesundheitsschutz‘ usw. Dazu werden von den ideologischen Trittbrettfahrern (-> ‚Kim‘) ohne Skrupel benutzt: Antisemitismus, Holocaust und sonstige Genozide, also alles, was auf vermeintlich rechter Seite (..eben nicht der chinesische Kulturkrieg gegen die eigene Bevölkerung) so passiert ist und wo jedem recht- oder besser Linksgläubigen reflexhaft innezuhalten geraten ist, wenn er/sie nicht aus dem ‚Diskurs‘ gedrängt werden will. Es geht da nicht mehr um echte Empörung über Antisemitismus und den Holocaust, sondern um einen Vorteil im jakobinischen Diskurs. Ich für meinen Teil finde das ekelhaft. Und warum machen die das? Ich glaube, einfach nur, weil es funktioniert.

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        “… ich befürchte, „die Nummer kleiner“ reicht nicht mehr …”

        Verstehe ich sogar. Habe ich auch schon mehrfach in meinem Leben geglaubt. Bisher lag ich dabei meistens falsch, nicht unbedingt in der Sache, aber in der Grössenordnung.

        Und wenn man sich da hineinsteigert … nun, das Ergebsnis können Sie täglich (manchmal sogar hier) im Indernet bewundern. Alleine darum werde ich es nicht tun.

        “Wer ständig das Wort ‚strukturell‘ im Mund hat, …”

        plappert mit 90% Wahrscheinlichkeit einfach nur nach, was in seiner Peer Group gerade en vogue ist. Denken tun nur wenige Menschen, das ist eine Menschheitskonstante. Denken, BEVOR sie sprechen oder schreiben, noch viel weniger.

        Gruss,
        Thorsten Haupts

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        Lieber KJN, ich würde Ihnen mit den Linksgläubigen zustimmen, wenn ich bei dem Aufbruch ins liberale Wunderzeitalter nicht selbst mit dabei gewesen wäre. Es war die Entscheidung des Westens, dass Freihandel die einzig seligmachende Form des Lebens ist. Es war die Entscheidung des Westens, dass Arbeitslager und Erschießungen, Umweltdumping und Zwangsabtreibungen in China keine Kriterien sind, nach denen man Zölle verhängen darf, weil Zölle igitt sind. Es war der Westen, der die Regeln gemacht hat, dass nicht die Städte Osteuropas geboomt haben, sondern chinesische Fischerdörfer heute Millionenstädte sind. Es war der Westen, der verkündet hat, dass die soziale Frage keine Frage mehr ist, sondern der Markt es am besten weiß. Fragen sie beim BDI oder den Mittelstandsvereinigungen mal nach. Schauen sie auf Youtube Interviews mit Roland Berger aus den 90ern an, lesen sie die Kommentare aus den 0ern, sämtlicher Publikationen. Es gibt keine sozialen Fragen mehr, es gibt nur noch das richtige Mindset. There is no such thing as society. Und da sind wir jetzt. Es kommt auf den einzelnen an, nur auf den einzelnen. Auf sein Mindset. Seien sie der jüngeren Generation nicht böse, wenn sie an der einzig verblieben Schraube nun so feste drehen, dass das Gewinde knackt. Sein sie den Kommentatoren nicht böse, weil sie ständig Skandalisieren, um Bewusstsein zu schaffen (Impfneid – wer denk sich so einen Scheiß aus?). Wenn die Wirtschaft und die soziale Frage gottgeben sind (der liebe Markt) und TINA, alternativlos, bleibt ja nicht mehr viel. George Floyd war doch ein gutes Beispiel. Ja, in den USA werden mehr Schwarze durch die Polizei erschossen als Weiße. Rassismus spielt eine Rolle. Aber unweit größer ist das Verhältnis von durch die Polizei erschossenen Armen, aller Farben, im Verhältnis zu jedem anderem Industrieland. Die armen Familien vor 100 Jahren sind heute noch arm, soziale Mobilität war eben nur ein leeres Versprechen. Wenn es aber keinen Klassenkampf mehr gibt, dann bleiben Rassismus, Sexismus, Kolonialismus, der Feind in uns allen, nach Sherlock Holmes ja wohl die einzigen Erklärungsmuster, die zutreffen können. Und weil die Kuh so nicht fliegt, schränken wir nun den freien Markt mit Sanktionen ein. Wir stellen Gegner nicht aus wirtschaftlichen Gründen kalt (das wäre ja Venezuela), wir Sanktionieren sie wegen ihrem Mindset, das (puh, Glück gehabt), mit unseren wirtschaftlichen Interessen deckungsgleich ist. Und nun tobt der Kampf ums richtige Mindset eben auch hier, unter uns. Es reicht nicht mehr, sich an Regeln zu halten, man muss es glauben. Es waren nicht die jungen Aktivisten, die dieses alles geschaffen haben, lieber KJN, es war unsere Generation, die nach dem Zusammenbruch des Kommunismus ihre Ideologie als einzig seligmachendes Rezept für alle Lebenslagen erhoben hat und jetzt fliegen uns die Widersprüche um die Ohren. Wir haben es uns redlich verdient. PS: Den Widerstand gegen Lukaschenko und Putin organisieren Gewerkschaften, weil die soziale Lage unerträglich ist. Wir bekommen aber als Oppositionsführer immer nur Superheldenclowns mit richtigem Mindset präsentiert und fragen uns, warum der Aufstand ausbleibt. China war das Vorbild der Welt und Investors Liebling, als Arbeiterinnen zu Abtreibungen gezwungen wurden und freie Gewerkschaften zerschlagen wurden. Präsentiert bekommen wir aber Studenten, die so klingen wie die Redaktionen, damals, als sie noch jung waren.
        Die Armut auf der Welt hat nicht der Westen beseitigt, sondern die Kommunistische Partei Chinas. Putin hat die Lebenserwartung in Russland um 10 Jahre gehoben. Der Westen bietet nur den Zuzug in den Billiglohnsektor (das Dutzend estnischer Programmierer natürlich ausgenommen). Fragen sie doch in der Ukraine mal nach, was die Menschen für zwei Aufstände und einen Bürgerkrieg für die Westbindung bekommen haben – nicht mehr als die im Donezk, nämlich gar nichts.
        Wir ernten nun, was wir drei Jahrzehnte gesät haben. Und das waren nicht Fridays for Future und auch nicht die woken Schwachköpfe. Das warenwir, die alten Wutbürger, die die Kränkung, in eine ideologische Falle gelaufen zu sein, der Welt, Putin und der Jugend einfach nicht verzeihen können.

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        Lieber Stevanovic, die Hälfte dessen, was Sie schreiben, ist richtig. Aber halb richtig ist trotzdem ganz falsch. Nur ein paar Beispiele: Es war nicht die KPChinas, die das Land reich gemacht hat. Es war der Kapitalismus. Es war nicht Putin, der den Russen zehn Lebensjahre geschenkt hat. Es war der Kapitalismus. Ob es China und Russland mit Kapitalismus, aber ohne Diktatur nicht noch sehr viel besser ergangen wäre und ergehen würde, kann man ehrlicherweise nicht wissen, aber ganz bestimmt nicht ausschließen. Oder: Die Armen in den USA sind immer noch arm. Aber sie haben Dinge – Internet, Auto, Stom, fließend kaltes und warmes Wasser, Haushaltsgeräte, ja selbst medizinische Versorgung -, von denen im 19. Jahrhundert selbst reiche Leute nicht zu träumen wagten, und sie leben im Schnitt doppelt so lange wie die Reichen vor 100 Jahren. Und so weiter und so fort. Die linke Kritik an der Marktwirtschaft krankt daran, dass sie rein nostalgisch ist, weil die 50er, 60er, 70er Jahre angeblich so toll gewesen seien, und auf keine einziges funktionierendes Gegenbeispiel verweisen kann. Tatsächlich war es aber früher nicht besser, sondern schlechter. Fragen Sie die 68er. Und Osteuropa, lieber Stevanovic, leidet nicht an der Marktwirtschaft, sondern an den Spätfolgen des Kommunismus.

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        Lieber Stevanovic, die Betriebswirtschaft der 90er, die Controller und Quartalszahlen, das war ein Exzess, die u.a. zu den kaputtgesparten Intensivstationen geführt hat, keine Frage. Aber das Schlüsselwort bei dieser ganzen Veranstaltung ist immer outsourcing gewesen und – Sie haben ja vollkommen recht, unsere Kinder sind das Produkt von uns selber – aber sie meinen zwar, sie würden uns etwas entgegensetzen, aber sie führen genau das bis zum nächsten Exzess weiter: Was sind Atomausstieg, CO2-Einsparung, ‚Klimaschutz‘, autofreie Innenstädte usw. usf. anderes als outsourcing? Nur das es hier nicht um Maximierung von Gewinnen geht, sondern um Maximierung eines Lifestyles der Kinder von Besserverdienenden: Maximale Sicherheit bei maximalem Komfort bei maximal ruhigen Innenstadtlagen auf Kosten Dritter, die möglichst weit weg sind. Gegenreaktionen zu unserem eindimensionalen destruktiven Maximierungsverhalten? Maximale Fehlanzeige.. Kapitalismus? Der muss nicht verteidigt werden, der ist immer und überall. Bei Putin, in China und in unserer Ökodiktatur. Was verteidigt werden muss, gegen die Eiferer, ist die Freiheit.

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        @Thorsten Haupts
        Natürlich plappern die nach. Und die das dann hören plappern das dann auch nach. Ich glaube, das nennt man ‚exponentielles Wachstum‘. Das ist ja das Problem..

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        Hätte Herr Posener meine Kommentare veröffentlicht, dann wüssten sie, dass ich mir Dauerschleife KPstübchen mit Rückschau wünsche. Dazu müsste man Zeitreisen machen und alles filmen. Wie das geht? Weiß ich leider auch nicht.
        Dauerschleife KPstübchen würde übrigens auch Dauerschleife Holocaust und -zum Thema- anderer Genozide bedeuten. Ohne das gesamte Geschehen bis ins Detail zu überblicken, ist es doch gar nicht richtig möglich, diese Fälle aufzuklären. Oder?
        Die BRD trifft als Rechtsnachfolger des Dritten Reiches eine Verantwortung, weil der Holocaust vom Staat geplant wurde. Konkret waren es aber viele einzelne Mörder.
        Herr Posener, Kap-ital-ismus ist die Ideologie des italienischen Cap (?!) 😉
        Viele Gebiete Chinas waren noch feudal geprägt, als Mao durch China marschierte. Ohne die KP Dengs wären diese Gebiete vielleicht bis heute nicht in den Genuss des Kapitalismus gekommen, siehe Tibet. Indien war durch die Briten und durch die Demokratisierung schon länger kapitalistisch, hat aber lange nicht so viel Armut beseitigt wie Chinas Kapitalismus.

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        Stevanovic, haben sie schon einmal eine Zollerklärung machen müssen? Nein? Schätzen sie sich glücklich, Spaß bringt sowas natürlicherweise Unnötiges nicht. Wenn doch, wissen sie ja wie nervig das sein kann…
        Es waren nicht Zölle die uns wohlhabend werden ließen. Wie Herr Posener so schön sagt: Es war der Kapitalismus.
        Was hat das mit dem Thema zu tun? Außengrenzen schützen (begrenzt?!) vor der Ausbreitung des Virus. Wobei, die wird nicht vom Zoll, sondern von der Frontex geschützt.

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        @Kim
        “Hätte Herr Posener meine Kommentare veröffentlicht, dann wüssten sie, dass ich mir Dauerschleife KPstübchen mit Rückschau wünsche. Dazu müsste man Zeitreisen machen und alles filmen. Wie das geht? Weiß ich leider auch nicht.
        Dauerschleife KPstübchen würde übrigens auch Dauerschleife Holocaust und -zum Thema- anderer Genozide bedeuten. Ohne das gesamte Geschehen bis ins Detail zu überblicken, ist es doch gar nicht richtig möglich, diese Fälle aufzuklären. Oder?”

        Nee.. kann ich nicht wissen. “Dauerschleife” wäre wohl nötig. Aber ohne Kommentare der stets Bescheidwissenden und ‘Einordnenden’. Verstanden ist davon offensichtlich immer noch allzu wenig.

      11. avatar

        Beispiel: https://en.wikipedia.org/wiki/Sany
        In einem kleinen Dorfe in China wachte ein Bauer morgens auf und baute eine Betonpumpe, sparte wie die schwäbische Hausfrau, investierte und schuf in 20 Jahren ein Unternehmen mit 60.000, heute 90.000 Mitarbeitern. Er verzichtete auf eine neue Fahrradklingel und legte so das Fundament für eines der größten Unternehmen weltweit. Bullshit. Die Regierung und sämtliche Staatsunternehmen kauften ihre Betonpumpen von ihm, es war eine strategische Entscheidung der KP, dass sein Laden sämtliche Baustellen des halben Kontinents beliefert. Und weil er damit so richtig Geld machte, wurden die Pumpen immer besser und er ging nach Deutschland, wo er den Mercedes unter den Betonpumpen kaufte, die deutsche Firma Putzmeister. Für Putzmeisters war der Verkauf auch Ok, hatten sie nun Zugang zum regulierten Markt in China. Zumal Sany in Europa ein Werk gründete und damit Putzmeister unter Druck setzte. Die Geschichte kann jeder Googeln. Nicht viel anders entstand auch Airbus. Und während nun zehntausender Chinesen ein Auskommen und Zukunft haben, Häuser bauen und in den Urlaub fahren, erzählen wir den Nationen um uns herum, dass nur der freie Markt und Zollfreiheit sie retten kann und wenn sie lang genug sparen, wir irgendwann ihre Autos kaufen werden (höhö). Ganz schön doof, die Chinesen, dass sie nicht auf uns hören wollen. Meanwhile in Brüssel legte Jean-Claude Juncker als Antwort einen Fördertopf auf, 30 Milliarden in Cash für einen Kontinent von 500.000.000 Einwohnern, halb China:
        https://www.handelsblatt.com/politik/international/eu-investitionsplan-juncker-bringt-315-milliarden-programm-auf-den-weg/11035890.html?ticket=ST-316624-oKLmRmFxZcW3bpS4Ge7P-ap4
        Es wurden nicht 315 Milliarden investiert. Die sollten marktwirtschaftlich aktiviert werden. Und seitdem warten die guten Kinder Europas auf den Weinachtsmann und den lieben Herrn Kapitalismus, dass er auch ihnen Wohlstand bringt. Oder mal eine Wachstumsrate von 0,5%. Die unsichtbare Hand blieb leider unsichtbar.
        Und als ob das alles gar nicht passiert wäre, verhandelt Europa ein Investitionsschutzabkommen mit China aus. Auch wenn andere nicht an unsichtbare Hände glauben, sich nicht an unsere Dogmen halten und damit noch so einen Erfolg haben, dass sie nach einer Generation unsere Unternehmen kaufen, löst der keinerlei Selbstzweifel aus. Zum Glück rief der böse Hegemon USA an und hat mal nachgefragt, ob noch alles knusper hier drüben ist. Und da würde ich sagen, nein, ist es nicht. Auch wenn jetzt von Souveränität schwadroniert wird, es ist unser Glück, dass es jemanden aufgefallen ist.
        Es wundert mich überhaupt nicht, dass esoterischer Unsinn von natürlichen Einklängen und postkolonialen Zusammenhängen gerade Konjunktur hat. Follow the science? Genau das machen wir doch nicht mehr. Wir behaupten immer noch, unsere Regeln hätten China groß gemacht, obwohl sie sich nie, wirklich zu keinem Zeitpunkt, an unsere Regeln gehalten haben. Während diejenigen, die sich an unsere Regeln gehalten haben, seit einer Generation stagnieren. Ja, wenn die Bulgaren nur 5€ am Tag in Aktien anlegen würden…Der Kapitalismus (oder der freie Markt, impliziert: wir, der Westen) hätte die Welt die letzten Jahre vorangebracht, ist so eben nicht wahr. Die KP hatte einen Plan und der ist aufgegangen. Und an diesem Plan hängt auch nun unsere halbe Wirtschaft. Es steht in jeder Zeitung, jeder kann es lesen. Trotzdem warten wir hier auf unsichtbare Hände und hüten die Reinheit der Lehre, während chinesische Technik in der Zwischenzeit das Rückgrat unserer Diskurs/Informationsgesellschaft ausrüstet. Ich bin kein Gehirnchirurg, aber wenn die reicher und mächtiger werden, wir stagnieren und an Bedeutung verlieren, wer ist, natürlich nach wissenschaftlichen Maßstäben, der clevere in der Geschichte? Und haben wir klugen, alten und so clever/wertvollen weißen Männer denn das Recht der Jugend vorzuwerfen, sie sei verblendet und dogmatisch (nur so moralisch/rhetorisch gefragt, natürlich haben wir das)? Wir führen jetzt mit denen die hohlen Debatten, die wir redlich erarbeitet haben.

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        Zu China:
        https://www.zeit.de/politik/ausland/2021-05/china-eu-investitionsabkommen-neue-seidenstrasse-einfluss

        Ganz entscheidend ist, dass China der WTO beitreten durfte, sich jedoch nicht an deren Regeln halten musste, weil es als “Entwicklungsland” gilt.
        Ich glaube kaum, dass die Geschichte mit den Betonpumpen in Bulgarien geklappt hätte. Nokia etwa zog 2008 von Bochum nach Rumänien, 2011 weiter nach China. Aber es gibt jede Menge osteuropäische Erfolgsgeschichten, die Sie verschweigen: Dacia in Rumänien. Skoda in Tschechien. Die polnischen Klempner, die in Frankreich die EU-Verfassung zu Fall brachen und in Großbritannien dem Brexit zum Erfolg verhalfen (ich mache Witze). Betonpumpen sind schön, aber wenn Sie glauben, man könnte damit die europäische Industrie retten, irren Sie sich, glaube ich. Und Stamokap passt eben gut zu Betonpumpen, aber nicht zu jenen innovativen Industrien, die man braucht, um im 21. Jahrhundert zu bestehen. Ich höre immer, China produziere zehnmal so viele Ingenieure wie wir. Mag sein, aber Ingenieure haben nicht Windows oder das iPhone, Facebook oder Amazon (oder Tiktok, oder Alibaba) erfunden.

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        @Stevanovic/Posener
        Hier streitet man um den Weg: WIE entsteht Innovation, wie entsteht Wohlstand. In der Entstehung zwei verschiedene Dinge. Stamokap passt zum Abkupfern, zur Organisation herkömmlicher Industrie mit Stechuhr, Betriebsfahrrad und Weihnachtsfeier. Hieß in der BRD in abgeschwächter Form ‘konzertierte Aktion’. Der Erfinder und der Organisator sind aber grundverschiedene Persönlichkeiten – man braucht als ‘Erfinder’, der sich i.d.R. mit Psychotechnik und Machiavellis Lehrbuch nicht so recht auskennt, schon das Wachstum der Nachkriegszeit, um die Weiterentwicklung und Produktion seiner Erfindung noch kontrollieren zu können. Wir brauchen allerdings beides: Stahl und Software. Also auch Produktion. Und die selber ist auch wieder Quelle von Innovation.
        Und: Ich glaube, wir sollten uns von der Vorstellung trennen, dass technisch-wissenschaftliche Entwicklung und kulturelle Entwicklung (Überwindung des Kollektivismus) immer so synchron, bzw. mit genau dem Schlupf abläuft, wie es bei uns in Europa (oder den USA) abgelaufen ist. China wird noch etwas länger im Kollektivismus verbleiben, Stevanovic hat einen Grund dafür genannt: Noch feudale Gesinnung, bis Mao kam.
        Und noch was: Demokratie ist auch keine Garantie für Freiheit. Man, bzw. die Mehrheit kann nur die Tyrannei abwählen. Wenn sie denn will. Mehr oder weniger. Der Begriff, die Dimension ‘Freiheit’ fehlt mir allerdings bei den meisten Diskussionen: Mag sein, dass der Mehrheit der dicke Burger wichtiger ist, als die Freiheit, die Grundrechte, aber es geht nun mal nicht allen so. Womit die Herkunft der gesellschaftlichen Innovation auch geklärt wäre.
        Kurz: Innovation, technische, wie gesellschaftliche, wächst besser auf dem Unbeständigen, der persönlichen Freiheit. Produktion auf dem Kollektivismus, den Normen, den Konventionen. Diesbezüglich noch Fragen zu China?
        Aber die Chinesen sind auch Menschen, auch sie wollen irgendwann ihre Freiheit, ihren Indvidualismus, ich denke sogar, sehr bald. Aber in Europa (und in den USA schon länger) setzt sich gerade, zumindest an den Unis ein anderes kollektivistisches Menschenbild durch. Kaschiert durch die zweifelhafte Freiheit von ‘gender’ und political correctness. Ich kenne keinen Schwulen, der heute noch wirklich unter Stigmatisierung leidet. Jedenfalls nicht in Deutschland und den USA.

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        Ich stimme zu, KJN, aber leider stimmt auch, was Bertolt Brecht sagte. “Erst kommt das Fressen, dann kommt die Moral.”

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    Dass man in der Vergangenheit von German Measles und Spanischer Grippe sprach, macht das ganze nicht besser, auch wenn viele so sprechen. Das Problem daran ist, dass in den USA es vermehrt zu rassistischen Gewaltausbrüchen kam/kommt. Was Trump da macht ist Aufhetzung zur Diskriminierung, was nicht von der Meinungsfreiheit gedeckt ist. Das sind Menschenrechtsbrüche.
    PS: an alle Trumpfans: ich hätte Trump gewählt. Naja, der Drops ist jetzt auch gelutscht.

    1. avatar

      Die Brunnen waren nicht vergiftet. Die Pest breitete sich über Flöhe aus, die ihrerseits auf Ratten von Stadt zu Stadt gelangten.

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