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Robert Habecks Populismus

Beim Parteitag der AfD in Köln 2017 brachte Vorstandsmitglied Albrecht Glaser das Programm der Populisten auf den Punkt. Hauptfeind der AfD sei die „One-World-Ideologie“. 1989 sei zwar „die One-World-Ideologie unter Hammer und Sichel gescheitert“, jedoch sei das für „die Internationalisten nur ein Betriebsunfall“ gewesen. Sofort hätten sie zu „einem neuen Angriff auf die Idee von Völkern und Staaten“ angesetzt, und zwar „in Gestalt der kapitalistischen Globalisierung“ und der „ökologischen und humanitären Ideologie“, die „gewissermaßen die marxistische ersetzte.“

Beim digitalen Länderrat der Grünen 2020, einer Partei, die sich wohl als Verkörperung jener „ökologischen und humanitären Ideologie“ versteht, die Glaser so hasst, zog Robert Habeck einen neuen Feind aus der Tasche: „Die kapitalistische Globalisierung nach dem Prinzip Billigkeit ist an ihr Ende gekommen“, so der Ko-Vorsitzende.

Kapitalistische Globalisierung: Feindbild von AfD und Grünen

Dass hohe Funktionäre der AfD und der Grünen bei allen Gegensätzen einen gemeinsamen Feind in der „kapitalistischen Globalisierung“ entdecken, muss alle Menschen alarmieren, denen an offenem Handel, einer vernetzten Welt und der Überwindung nationaler Engstirnigkeit gelegen ist.

Anlass für Habecks Tirade war die Tatsache, dass es in Deutschland vor der Corona-Krise keine heimische Produktion für Mundnasenschutzmasken gegeben habe. Andere Gegner des freien Handels und der „kapitalistischen Globalisierung“ haben andere Gründe: Sicherheitsbedenken bei chinesischen 5G-Herstellern; Kritik an den Arbeitsbedingungen in der Bekleidungsindustrie in Bangladesch; oder die Sorge um heimische Arbeitsplätze. Alle diese Einwände sind für sich und zusammen genommen gerechtfertigt, und es genügt nicht, sie als bedauerliche, aber unvermeidbare Begleiterscheinungen der großen, guten Sache der Globalisierung hinzustellen.

Ein Hoch auf den Globalismus

Dennoch aber gilt es festzuhalten, dass die kapitalistische Globalisierung mehr Menschen in kürzerer Zeit aus Armut und Unwissenheit geholt hat als irgendein System je zuvor in der Geschichte. Während die „Globalisierung unter Hammer und Sichel“ zwischen 1917 und 1989 unzählige Millionen in den Tod getrieben und einen Großteil der Bevölkerung zu grauer Hoffnungslosigkeit und einer Existenz zweiter Klasse verurteilt hat. Die „untere Milliarde“ der Weltwirtschaft, über die der britische Ökonom Paul Collier schreibt, ist genau jene Milliarde, die aus welchen Gründen auch immer nicht an der Globalisierung teilhat.

Dass hochentwickelte Haushalts- und Kommunikationsgeräte für Sozialhilfeempfänger in den reichen Ländern erschwinglich sind, ist ebenso ein Verdienst der Globalisierung wie der Aufstieg Indiens, Chinas und der „asiatischen Tiger“ wie etwa Malaysia. Ohne die kapitalistische Globalisierung, ohne weltweite Konkurrenz um die besten und billigsten Lösungen, wären weder die UN-Millenniumsziele zu erreichen gewesen, noch kann der notwendige ökologische Umbau der Gesellschaft gelingen.

Und was ist mit dem „Billigkeitsprinzip“?

Das „Billigkeitsprinzip“ ist schlicht und einfach das vom englischen Ökonomen David Ricardo 1817 aufgestellte Prinzip des „comparative advantage“: Jedes Land sollte das produzieren, was es am besten kann und nicht versuchen, in splendid Isolation alles selbst zu machen. England produzierte im 19. Jahrhundert Baumwollprodukte billiger als jedes andere Land; daran ging die indische Baumwollspinnerei zugrunde. heute produziert Bangladesch billiger als jedes hochentwickelte Land; daran ging die englische Bekleidungsproduktion zugrunde. Es leuchtet da etwas wie historische Gerechtigkeit auf.

Gesichtsmasken und Sparsamkeitsregime

Und was die Masken angeht: dass es zu wenige davon gab, liegt nicht an der „kapitalistischen Globalisierung“, sondern daran, dass deutsche Behörden ihre eigenen Planungen für den Pandemie-Notfall und für Angriffe mit Biowaffen nicht ernst nahmen. Nichts wäre einfacher gewesen, als beizeiten einen ausreichenden Vorrat anzulegen, zumal die in China produzierten Masken dank dem „Billigkeitsprinzip“ eben … billig waren.

Bei Behörden, Krankenhausleitungen und anderen Verantwortlichen jedoch herrschte das „Prinzip Billigkeit“ vor; das gleiche Prinzip, nach dem die Held*innen der Pandemie, die Mitarbeiter*innen des Gesundheitsdiensts, entlohnt wurden und werden; und zwar auch dort, wo Grüne die Verantwortung hatten und haben.

Das kann und sollte geändert werden.

Heimische Knauserigkeit und Kurzsichtigkeit auf die „kapitalistische Globalisierung“ zu schieben, ist Populismus pur. In lichteren Augenblicken weiß das Habeck wohl auch. Seine Bereitschaft, jene dumme Ideologie zu unterstützen, der auch die Populisten der AfD und der Linkspartei frönen, ist ein Zeichen, dass der Übergang zwischen notwendiger Biegsamkeit und unverantwortlicher Rückgratlosigkeit fließend ist.

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68 Gedanken zu “Robert Habecks Populismus;”

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    Zugegeben, das hier ist nicht weder durchdacht, noch ausformuliert, aber mehr geht gerade nicht. Die Corona-Krise habe ich von der ersten Meldung im DLF in der ersten Januarwoche miterlebt und die Chronologie in diesem Artikel https://www.welt.de/politik/deutschland/plus208030405/Coronakrise-78-Tage-bis-zum-Lockdown-Die-verlorenen-Wochen.html
    erscheint mir nachvollziehbar, auch wenn ich mir einzelne Daten, wann ich was gehört habe, mir nicht immer gemerkt hab. An die erste Meldung kann ich mich gut erinnern, ich flachste mit meinen Mädels rum, wir haben über Weinachten ein paar Zombiefilme geschaut. Ab da war ich auf Empfang, beruflich hingen einige Projekte von der weiteren Entwicklung in China ab. Von den ersten Minute an irritierte mich die Gottergebenheit der Regierung, als ob es eine vollkommen unmögliche Variante sei, dass Berichte aus China manipuliert seien. Immerhin war die erste Nachricht aus China, dass das Virus neu und damit unbekannt sei. Mich irritierte, dass es keine Man-in-Black gibt, die die über eine Generation kaputtgesparten Gesundheitsämter in den Kommunen unterstützen. Mich irritierte, dass es keine Kapazitäten gab, valide Daten zu erheben und das, wo es sie gab, sie nicht erhoben werden, weil Krankenkassen und Ministerien über Kosten streiten und es eben nicht im Geringsten klar ist, was in einem Notfall zu tun ist. Mich irritierte, dass Kommunen jetzt zum ersten mal sich die organisatorische Umsetzung des Jahre vorliegenden Pandemieplans kümmerten. Mich irritierte, das hat der Welt-Artikel vergessen zu erwähnen, alle Medien in das „habt keine Panik-Horn“ bliesen, ich hatte Panik und hab meine Klopapier und Medikamentenvorräte schon im Januar aufgestockt. Der Staat hat sich als handlungsunfähig erwiesen. In den Prozessen, aber vor allem in seiner Fähigkeit, valide Daten zu erheben. Die Debatte um Masken war typisch: bringt nix (weil wir gar keine haben). Am Ende stand der Lockdown, weil es über Jahre politisch Vorbereitet wurde, in einem solchem Moment keine Handlungsmöglichkeiten zu haben.
    Was mich nicht irritiert, sind die journalistischen Lobpreisungen des Sparkurses der letzten Jahre. Scholz rühmt sich, dass wir heute das zigfache an Geld für die Reparatur ausgeben müssen, weil wir in der Prävention kein Geld vergeudet haben. Wiederspruch? Keine Zeit, weil wir über Hygienedemos berichten müssen, auf denen eine aufgeschreckter Freiheitsmob für genug steuersparenden Zirkus macht, damit wir über ernste Sachen nicht reden müssen. Warum sorgen sich die Leute um die Freiheit, Türklinken zu lecken und nicht um einen funktionierendes Staatswesen? An der Stelle sollten jetzt Screenshots der Headlines unserer wichtigsten Presseorgane sein, der Welt inklusive (Die Deutschen wird es nun besonders hart treffen).
    Ich muss abkürzen: die Hayek-Ideologen arbeiten seit langer Zeit mit populistischem Müll und an der Demontage des Staates. Angefangen von den Präventionssystemen, dem Gesundheitswesen, der Infrastruktur, den Schulen, dem Wohnraum und der Verteidigung. Applaus bekommen die Politiker, die mit Hingabe gar nix machen. So kann man getrost eine ganze Generation Journalisten und Politiker als Totalausfall abschreiben. Damit ein Staat funktioniert braucht es Leute, die sehen, was nicht funktioniert, damit sie das richtige tun und nicht Ideologen, die die Wirklichkeit nicht annehmen. Die Wirklichkeit ist, dass wir Glück hatten, dass Covid nicht tödlicher ist und daran ändern alle neunmalklugen Kommentare über Freiheit und die Verachtung der Staatsgläubigkeit dieser Welt nichts. Covid ist das Tschernobyl des Westens. Der Populismus eines Habeck ist dagegen lächerlich.

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      Nur eine Gegenprobe: Was ist der Unterschied zwischen den Vernünftigen in der AfD und dem rechtsradikalem Flügel? Das Märchen lautet, dass die einen Rechter, gar radikaler seien, als die anderen. Das ist Unsinn. Der Unterschied ist, dass der Flügel Etatisten sind, die mit einer Entstaatlichung nichts anfangen können. Und nur das ist das Kriterium, nach dem die einen Gesprächspartner sind und die anderen so gar nicht gehen. Rassist oder Antisemit sein, ist bei weitem nicht so relevant, wie eine kapitalgedeckte private Altersvorsorge.

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        Nun überspannen Sie den Bogen, lieber Stevanovic. Denn das Problem ist ja, wie relativ wohlhabende Gesellschaften mit ausreichender, wenn nicht üppiger Sozialfürsorge sich in mörderisch-selbstmörderische Gewalt stürzen können aufgrund von Wahnvorstellungen: Deutschland 1914 und 1933, Jugoslawien 1989ff, Russland oder Italien vielleicht morgen. Das ist mit Soziologie nicht zu erklären.

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        Stevanovic schreibt; … ‚Der Unterschied ist, dass der Flügel Etatisten sind, die mit einer Entstaatlichung nichts anfangen können. Und nur das ist das Kriterium, nach dem die einen Gesprächspartner sind und die anderen so gar nicht gehen. Rassist oder Antisemit sein, ist bei weitem nicht so relevant, wie eine kapitalgedeckte private Altersvorsorge … ‚

        … jau, Stevanovic, das sind offene Worte. Ich möchte Sie fragen, was machen Sie beruflich? Wie stellen Sie sich eine friedliche und gerechte Welt vor? Soll es ein selbsternannter Sowjet, eine ‚Räte-Kommission‘ richten? Nur für wen? Für Recht und Freiheit, Demokratie und Solidarität ganz bestimmt nicht. Oder?

        Götz Aly hat schon recht, was die Strafbarkeit der Holocaustleugnung angeht; ‚ … Es wird immer einige Verrückte geben, an denen Tatsachen einfach abperlen.‘ … nur darum geht es überhaupt nicht. Wie Sie es selber schreiben. Denn wirklicher Antisemitismus wird von der EU, Merkel und Genossen betrieben – ich denke an das Geschwurbel um die ‚2-Staatenlösung‘, an Jerusalem, die Unterstützung der Hamas, BDS, Mbembe, u.v.a.m.. Dieser praktizierte Antisemitismus dient allein einer für das, was auch immer kommen soll – ‚Ihre‘ weltliche ‚Entstaatlichung‘ … tä-tähh, tä-tähh, tä-tähh.

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        Stevanovic schreibt; … ‘Der Unterschied ist, dass der Flügel Etatisten sind, die mit einer Entstaatlichung nichts anfangen können. Und nur das ist das Kriterium, nach dem die einen Gesprächspartner sind und die anderen so gar nicht gehen. Rassist oder Antisemit sein, ist bei weitem nicht so relevant, wie eine kapitalgedeckte private Altersvorsorge … ‘

        … jau, Stevanovic, das sind offene Worte. Ich möchte Sie fragen, was machen Sie beruflich? Wie stellen Sie sich eine friedliche und gerechte Welt vor? Soll es ein selbsternannter Sowjet, eine ‘Räte-Kommission’ richten? Nur für wen? Für Recht und Freiheit, Demokratie und Solidarität ganz bestimmt nicht. Oder?

        Götz Aly hat schon recht, was die Strafbarkeit der Holocaustleugnung angeht; ‘ … Es wird immer einige Verrückte geben, an denen Tatsachen einfach abperlen.’ … nur darum geht es überhaupt nicht, wie Sie es selber schreiben. Denn wirklicher Antisemitismus wird von der EU, Merkel und Genossen betrieben – ich denke an das Geschwurbel um die ‘2-Staatenlösung’, an Jerusalem, die Unterstützung der Hamas, BDS, Mbembe, u.v.a.m.. Dieser praktizierte Antisemitismus dient allein für das, was auch immer kommen soll; ‘Ihre’ weltliche ‘Entstaatlichung’ … tä-tähh, tä-tähh, tä-tähh.

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        „jau, Stevanovic, das sind offene Worte. Ich möchte Sie fragen, was machen Sie beruflich?“ Mir, blonderhans, würde es reichen zu wissen, wie Sie wirklich heißen. Aber da Sie schon fragen: Was machen Sie eigentlich beruflich?

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        Ja, mag sein, dass Sie Recht haben. Ich habe nach Covid und Merkels U-Turn einiges zu sortieren. Nicht ausgeschlossen, dass ich einiges zurücknehme.

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        Anders als Sie klicke ich nicht in alten Kommentaren herum. also für ADSler nochmal, bitte.

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      “Damit ein Staat funktioniert braucht es Leute, die sehen, was nicht funktioniert, damit sie das richtige tun und nicht Ideologen, die die Wirklichkeit nicht annehmen.“
      Das ist wohl was Wahres dran, Stevanovic, nur kann man das so oder so sehen: Auch im öffentlichen Dienst und bei dessen Finanzierung hat man allzu gerne und oft denen stattgegeben, die am lautesten geschrien haben, sprich, die dauerhafteste Präsenz in den Medien hatten. Und die Gesundheitsämter waren nicht darunter. Ansonsten von Östrogenoiden in Abwasser, Stickoxiden in der Luft, Feinstaub durch Rheinschiffe, bis hin zum ‚Klimanotstand‘ in Konstanz so ziemlich alles, was der Expertenkarriere nützen könnten und womit sich Politiker*innen profilieren können. Von Orchideen, wie ‚feministischer Wissenschaft‘ (ich meine nicht Genderforschung), mal ganz zu schweigen. Und es mag ja auch nicht ganz verkehrt sein, dieses freie Spiel der Interessen in der Hoffnung, dass manchmal schon etwas Vernünftiges dabei herumkommt, zuzulassen. Nur, in der Tat, geht dieses Vorgehen der Politik bisweilen nach hinten los, wenn es wirklich ernst wird. Ich denke auch, mit Covid19 haben wir zumindest, was die zwar höhere Letalität, als bei der Grippe, aber mit dem bisher nicht virologisch erklärten mathematisch modellierbaren Infektionsverlauf, der eine irgendwie geartete Sättigung zu erreichen scheint, Glück gehabt. Möglicherweise mutiert der Virus schnell, was ja gut wäre. Und ich hoffe natürlich auch, dass das kein Menetekel ist. Die Frage, die ich mir stelle, ist wer in Zukunft über die Vergabe der Steuergelder nach Relevanz befindet und wie sich dieser ‚Jemand‘ dafür qualifiziert.

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        „Die Frage, die ich mir stelle, ist wer in Zukunft über die Vergabe der Steuergelder nach Relevanz befindet und wie sich dieser ‚Jemand‘ dafür qualifiziert.“ Hoffentlich wie bisher schon das gewählte Parlament, bestehend aus Laien.

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        Das hoffe ich auch, lieber Alan Posener, allerdings gehört dazu auch eine gewisse Mündigkeit der Laien, die da wählen. Und mal abgesehen von der Berichterstattung insbesondere der sich als ‚demokratierelevant‘ gebenden zwangsfinanzierten Medien, die die ‚grüne‘ Themen weitestgehend nur noch im Sinne einer Partei darstellen, muss dann jeder für sich selber beurteilen (können) inwieweit seine Sicht auf Themen, wie ‚Lockdown‘, ‚Klimawandel‘, ‚Energiewende‘, ‚Grundrechte‘ nicht doch auf einem ‚framing‘ basiert, das den Blick auf die tatsächlichen Lebensrisiken vernebelt. Und wir wissen ja nun zu Genüge, welche Katastrophen möglich sind, wenn eine Mehrheit das Gefühl bekommt, nicht mehr Herr seiner Sinne und Wahrnehmung zu sein, sich aber ansonsten nicht mehr in der Lage sieht, argumentativ z.B. gegen eine #wirsindmehr-Selbstgewissheit gewachsen zu sein. „Lügenpresse“ kommt nicht von Ungefähr. Und die, die ständig diese ‚Männer mit Hut‘ meinen pathologisieren zu können, machen sich m. E. sehr stark mitschuldig an dieser Entwicklung.

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        Lieber KJN, schon die 68er glaubten, die Mehrheit der Deutschen würde durch die „Springerpresse“ usw. manipuliert. Ich halte solche Manipulations-Thesen – heute kommen sie als „Framing“-Theorien daher – für wenig hilfreich. Bei uns damals führten sie bei einer kleinen Minderheit in die Gewalt, bei einer Mehrheit zu einer Entfremdung vom demokratischen Prozess, der erst durch den – durch keine Manipulationstheorie erklärbaren – Erfolg der Grünen überwunden wurde. Nun sagen Sie vermutlich, „Ja, die 68er haben erfolgreich den Marsch an die Spitze der Institutionen abgeschlossen und haben sich Medien nach ihrem Bilde geschaffen.“ Ein Zipfelchen Wahrheit ist da auch dran. Aber die Antwort darauf ist: Bitte, macht es den 68ern nach. Und zwar den Vernünftigen, nicht den Terroristen. Wenn ich nicht irre, schwebt Meuthen von der AfD so etwas vor. Aber man muss allen enragierten Apologeten der Gewalt und der Abkehr vom demokratischen Prozess mit aller Deutlichkeit sagen: Es gibt im demokratischen Prozess keine Abkürzungen.

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        Lieber KJN,
        mehr Netto vom Brutto, Geiz ist Geil und Privat vor Staat waren alles keine grünen Projekte. Mich interessieren Gender-Themen und Öko-Wende nicht die Bohne, sie stören mich aber auch nicht. Wenn wir von einer Infantilisierung der Politik sprechen, dann könnten wir auch über Parteien reden, die viel zum Solizuschlag, aber wenig zum Zustand der Freiwilligen Feuerwehr zu sagen haben. Oder die Bundeswehr in 5 Jahren nicht zum funktionierendem McDonalds umbauen konnten. Demonstrieren die Hutträger gerade für die Stärkung der Sicherheit und des Schutzes, ob nun Viren oder Hausbrand, oder geht es um das Recht, nach dem Pipi die Hände nicht waschen zu müssen? Das Bild ist noch viel dusterer, als Sie es darstellen. Tatsächlich haben sich auch die Hutträger schon längst von den wichtigen Themen verabschiedet. Culture wars auf allen Kanälen. Ob jemand*innen mit Sternchen schreiben will oder nicht, kann Hutträger für Wochen lahmlegen.

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        Ja, aber die These vom „falschen Bewusstsein“ hatten wir auch schon 68.

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        Lieber Alan Posener, weitgehend d‘accord, besonders was die Analyse der Parallele zwischen 68er und AfD, bzw. Meuthen betrifft. Danke dafür. Was aber die Springerpresse angeht, da meine ich einen erheblichen Unterschied zwischen den quasi (volks-) therapeutischen Provokationen einer Bildzeitung auf proletarischem Niveau und dem sich wissenschaftslastig und genauso vernuftsbetont, wie titelgläubig-seriös gebenden grünen Aktivismus der ÖR-Medien, der ‚Zeit‘ und der ‚Süddeutschen‘. Und genauso, bzw. komplementär und entgegengesetzt erscheint doch auch der Protest dagegen: Während die 68er sich akademisch bzw. als marxistische Theoretiker gaben, bleibt dem jetzigen Protest der von Ersteren zugewiesene Aluhut. Aber mal sehen..

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        Richtig, lieber KJN. Es bleibt abzuwarten, ob es diesseits von Kubitschek und Co. zu einer nennenswerten Intellektualisierung der rechten Opposition kommt. Denn bei allem Verständnis für den Brast gegen die Elite: antiintellektuelle Revolutionen, ob man an die Nazis, die Roten Garden oder die Roten Khmer denkt, sind immer fatal.

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        Nachtrag: Sie erinnern sich noch an Greta, den süßen Schneehasen, der als Apokalyptischer Reiter das Ende des Abendlandes einläuten sollte? Lesen Sie zum Spaß die Kommentarspalten der Welt und fragen Sie sich, ob die alten weißen Männer wirklich der Träne wert sind und ob das die Leute sind, die Themen wirklich gewichten können. Ein Schneehase konnte sie lahm legen und außer übersäuerter Galle kam von denen nichts mehr.

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        .. “mehr Netto vom Brutto, Geiz ist Geil und Privat vor Staat waren alles keine grünen Projekte.“: Lieber Stevanovic, das mögen früher mal keine primär grünen Anliegen gewesen sein, aber dass diese Greta-kompatibel und vor allem MargaretheStokowski-kompatibel sind, also sich hervorragend in das McKinsey‘sche Betriebssytem einbauen lassen, das haben die etwas helleren grünen Gesellschaftsoptimierer*innen doch schon längst verinnerlicht: Windkraft und Dämmzwang als Geschäftsmodell für die Bauwirtschaft, Genderquoten und Kitas zur Beseitigung ineffektiver, von Familie unterbrochener Erwerbskarrieren. Feuerwehr? Freiwillig? Die sollen in die Stadt ziehen, da gibt’s Berufsfeuerwehr, die haben Tarifverträge und das Wohnen dort ist eh’ energetisch günstiger. Das, was die McKinseys mit den (Staats-)Betrieben machten, ist längst das Progamm der grünen Ideologie für alles und jeden. Ich vermute, dem „Schneehasen“ ist das gar nicht klar und dass sie hofiert wurde, keine Heuchelei. Wer hat die Lockerungen für die Hedgefonds durchgesetzt? Richtig. Rot-grün. Wer hat 2002 die Energieeinsparungsverordnung durchgesetzt, die Hausbesitzer (nein, keine Millionäre) dazu zwingt, ihre Altbauten zu dämmen, ihre Bausubstanz ggf. damit zu ruinieren und Zuwiderhandlungen mit einem Bußgeld von bis zu 50000 Euro ahndet? Wer verklagt Haus- und Wohnungsanbieter, die keinen kostenpflichtigen ‚Energieausweis‘ vorweisen können, bzw. kassiert die Erpressungsgelder direkt selber? Die ‚Deutsche Umwelthilfe‘ ist längst Ignacio Lopez und Camorra in einem für Kleinunternehmer, Autofahrer, Vermieter und letztlich auch Mieter. Wer glaubt, dass diese Optimierer, die hier alles strammziehen wollen, irgendwie ‚besser‘ als die Betriebswirte wären, hat das System nicht verstanden. Befördert durch diese Turbo- Gentrifizierung wird eine Massenumsiedlung in die Städte, wie Ceaucescu das schon vorschwebte. Dabei wäre das Umgekehrte sinnvoll und möglich (Homeoffice, Digitalisierung). Ideologie hat keine Wahrnehmung der Wirklichkeit und deren Chancen. Wer in dieser Vorstellungswelt so etwas wie Autarkie gut findet, ist längst ein ‚prepper‘, ‚Reichsbürger‘ u. Schlimmeres. Natürlich regt sich der Mann mit Hut ständig auf und weil er argumentativ schwach ist, projeziert er auf Killefit, wie das Gendersternchen. Aber wenn man will (ja man muss es auch wollen), kann man nach wenig Nachbohren schon auf Substantielles stoßen: Angst und die klare Aussage: So will ich nicht leben! Und wenn Sie dann mal überlegen, wie lange es schon diese unsäglichen Zustände in diesen Großschlachtbetrieben gibt, wie lange es diese wirklich unsägliche, einer Zivilisation nicht würdigen Massentierhaltung gibt, ohne dass etwas wesentliches versucht wurde, daran zu ändern, können Sie ermessen, wo die tatsächlichen Prioritäten der grünen Elite liegen: Das ist längst ein Interessenkomplex aus Berufspolitikern, Großindustrie und Institutionellen Großinvestoren. Und die kümmern sich vorwiegend um sich selber. Greta ist in diesem Spiel nicht mehr, als ein missbrauchtes Kind.

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        @KJN: Um ein anderes Thema aufzugreifen: „haben wir […] Glück gehabt“. – Das sehe ich anders: Wir haben kein Pech gehabt; die Bundesregierung hat bei allen Versäumnissen und Fehleinschätzungen im Vorfeld so reagiert, wie man es erwartet: Sie hat nicht auf diejenigen NGOs gehört, die am lautesten herumgeplärrt haben, sondern auf externe Berater, die nicht offensichtlich mit NGOs verbandelt sind, welche eine eigene Agenda verfolgen. Daß es anders geht, kann man an einer Vielzahl von Beispielen sehen:
        – In unserem Nachbarland Österreich hat die Regierung nicht den Mumm gehabt, gegen die lautstarken NGOs zu opponieren, und ist dem Tourismusverband insofern entgegengekommen, daß sie nicht sofort den Skizirkus in Ischgl stillgelegt hat, als unübersehbar war, daß dieser die Erreger über einen Großteil Europas verteilte. Stattdessen endete die Saison von sich aus früher, als immer mehr Touristen es vorzogen, den Urlaub in der größten Virenschleuder des Kontinents zu stornieren.
        – In NRW und Bayern wurden Volksfeste wie Karnevalssitzungen und Starkbierfeste anfangs nicht abgesagt aus Rücksicht auf die Befindlichkeiten vor Ort, sondern erst, als sich auch diese als immense Beschleuniger der Pandemie erwiesen.
        – In den USA geht des dem Präsidenten augenscheinlich nur darum, seine Wiederwahl gegen Jahresende zu sichern, und diesem Unterfangen könnte eine angemessene Reaktion auf die Pandemie, nämlich ein mindestens partieller Lockdown, gefährlich werden, weil er die Wirtschaft in Mitleidenschaft zieht.
        – In Brasilien, der Türkei, Belarus und Rußland haben die Autokraten lange Zeit die Pandemie gelugnet, um nicht zugeben zu müssen, daß es Dinge gibt, die sich ihrer Kontrolle entziehen, und teilweise wird Corona immer noch kleingeredet.

        Noch ein Nachtrag zu dem Verlauf der Pandemie in Deutschland und warum dies schlecht zu den mathematischen Modellen paßt:
        Man modelliert eine Epidemie mit anschließender (zumindest temporärer) Immunisierung üblicherweise über die logistische Funktion (https://de.wikipedia.org/wiki/Logistische_Funktion). Voraussetzung dafür ist aber, daß die beobachtete Population nicht während des Beobachtungszeitraums von sich aus ihr Verhalten ändert. Genau das ist allerdings passiert: Noch bevor die Behörden mit Verfügungen begannen, wurden Veranstaltungen wie die Leipziger Buchmesse abgesagt; Arbeitgeber begannen von sich aus, ihren Mitarbeitern Telearbeit zu gestatten, wo dies betrieblich möglich war (teilweise wurde reichlich Geld in die Hand genommen, um dies kurzfristig auch technisch zu ermöglichen); Menschen haben begonnen, größere Ansammlungen zu meiden und dem Aufruf zu „Flatten the Curve“ nachzukommen. Die Art Sättigung, die hierzulande festzustellen ist, liegt daran, daß zumindest gegenwärtig noch die staatlichen (Verbot bestimmter Veranstaltungen, Erlaß von Verhaltensregeln) wie privaten Maßnahmen (freiwillige Kontaktbeschränkung) erfolgreich sind. Einen Verlauf der Pandemie, der näher an den mathematischen Modellen liegt, finden Sie dort, wo die Regierung Maßnahmen zur Eindämmung aktiv torpediert wie in Brasilien oder den USA.

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        Lieber ‚Opa Krempel‘, ich hatte schon versucht, Ihnen bei Frau Bednarz zu antworten, aber sie schaltet nach einer längeren Zeit wohl nicht mehr frei, daher nur kurz:
        Ja, die Kontaktbeschränkungen im März waren mit dem, was man da wissen konnte richtig und sie wurden ja auch weitgehend von der Bevölkerung mitgetragen. Allerdings MÜSSEN sie aufgehoben werden, wenn der Grund dafür wegfällt, weswegen Ramelow in Thüringen (von dem Ich bestimmt kein Fan bin) richtig entschieden hat. Alles andere is Bruch der Verfassung.
        Die SIR-Funktion, nicht die Logistische Funktion modelliert den Infekionsverlauf in D bei Wahl der passenden Parameter einwandfrei und von Anfang an. Verblüffend ist dabei, dass sich die Parameter dabei nicht durch die formale Einführung der Kontaktbeschränkungen geändert haben. Das kann natürlich verschiedene Gründe haben.
        Ja, Prof. Drosten, Prof. Streek und auch Prof. Kekulé waren in ihrer unterschiedlichen und durchaus auch sich ändernden Beurteilung hervorragende Berater der Regierung. Wir können uns froh und glücklich schätzen, solche Kapazitäten zu haben und nicht Prof. Lauterbach das Sagen hatte.

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    Posener, Sie sind ein Demagoge.

    Sie sind Globalist, eine Weltregierung wird angestrebt. Weltwährung natürlich auch und wegen Corona natürlich Welt-Impfung durch Weltbürger Bill Gates.

    Merkel, Obama, Gordon Brown…alles Globalisten…wie George Soros und Bill Gates…..schöne neue Welt.

    Jeder löst seine Probleme selber…..die EU ist gescheitert…Sie beschloss, die letzten 10 Jahre die Region zu sein, die am schnellsten wächst´. Die Kommunisten in Brüssel haben versagt…alles zu bürokratisch.

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    Habeck und Höcke sind Brüder im Geiste, weder in ihrer Rhetorik noch in ihren Methoden unterscheiden sie sich.

    Beide sind Sozialisten und Feinde der freien Gesellschaft.

    Die Sollbruchlinie in unserer Gesellschaft verläuft daher auch nicht zwischen Links und Rechts, sonder zwischen

    Freiheit oder Sozialismus.

    Denn die entscheidende Lehre aus dem zweiten Weltkrieg war: Nie wieder Sozialismus.

    Denn merke: Der Nationalismus hat nach Verdun geführt, das ist richtig, aber es existiert ein direkter Weg des Sozialismus nach Ausschwitz oder Gulag.

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        Erstens, blonderhans, liegt der Mitarbeiter sachlich und methodisch falsch, und zwar erwiesenermaßen – ergal, ob das BMI dies nochmal extra hervorhebt; und zweitens ist es kein Kennzeichen einer paranoiden Behörde, sondern ein ganz normaler Vorgang auch in privaten Unternehmen, einen Mitarbeiter zu maßregeln, der ohne Abstimmung mit seinen Führungskräften etwas auf offiziellem Briefpapier nach außen gibt. Und dabei ist unerheblich, was der Mitarbeiter von sich gibt; für die Maßregelung entscheidend ist, daß sich der Mitarbeiter anmaßt, für die Organisation zu sprechen.

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    Globalismus heisst: No border, no nation. Jedermann aus der Dritten Welt (Afrika, Arabien) soll das Recht haben, in die Sozialstaaten Europas einzuwandern.

    Milton Friedman, ein ganz böser Ökonom, sagt: Man kann entweder eine Grenze haben oder man kann ein Sozialsystem haben. Beides geht nicht.

    Die linken Gutmenschen sind fest entschlossen, diesen Grundsatz zu brechen.

    Das nennt man „Primat der Politik über die Wirtschaft“.

    Viel Spass beim Bürgerkrieg.

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      Nein, Globalismus heißt freier Handel, freier Verkehr, freier Austausch von Ideen; Globalismus heißt, dass die UN-Charta der Menschenrechte überall und für jeden gilt; und dass alle Länder der Erde (diese Wendung setzt ja voraus, dass es verschiedene Länder gibt) bei globalen Problemen zusammenarbeiten. Globalismus bedeutet mithin an den Idealen festzuhalten, die die Westalliierten am Ende des Zweiten Weltkriegs proklamierten. Es ist kein Zufall, dass Demagogen wie Sie ein Zerrbild davon verbreiten; es geht Ihnen im Kern um die Aufhebung jener Ordnung.

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    „Und kurzsichtige Einkaufsmanager in den Firmen.“
    Um eine Lanze für die Kollegen im Einkauf zu brechen: Die Jungs*innen machen in ihrem Job genau das, was in der Stellenbeschreibung ihres Arbeitsplatzes stand. Sie handeln weitsichtig, in dem sie die Interessen des sie bezahlenden Unternehmens vertreten. Weil es eben Wettbewerb gibt, weil die Preise sinken müssen und weil jeder beim günstigsten einkaufen muss, kommt es zu Monopolbildungen und dem Wettlauf um den niedrigsten Standard. Das mag langfristig schädlich sein, Unternehmen leben und sterben aber auf viel kürzerer Strecke. So macht es eben Sinn, wenn „Globalisiert“ ein Synonym für Made in China ist. Im Montenegro am Strand waren außer den Tageszeitungen buchstäblich alle Produkte aus China. Der Einkäufer des Kioskes hat alles richtig gemacht, wir haben nichts von zu Hause mitgenommen, konnten billig alles dort kaufen und er hatte ein Auskommen. Wer sich nicht zurechtfindet kann wie die Bremer Stadtmusikanten sein Auskommen wo anders suchen. Das ist keine Kurzsichtigkeit oder Versagen einzelner Akteure, das ist doch der Sinn des Ganzen Sache.

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      Nein, Stevanovic, Sie irren. Es mag in der Logik von „Unternehmensberatern“ wie McKinsey liegen, einfach überall (außer beim Management) Kosten zu senken; aber jeder echte Unternehmer weiß, dass zum Erfolg sehr viel mehr gehört: ein gutes Produkt, Investitionen in Grundlagenforschung und Weiterentwicklung, auch und gerade, wenn der Absatz gerade prima läuft, ein engagiertes Team von Mitarbeiter*innen und sichere Lieferketten – mithin keine Abhängigkeit von nur einem Zulieferer. Es ist nicht schuld der kapitalistischen Globalisierung, wenn beispielsweise Krankenhäuser nicht genügend Vorrat an Masken hatten. Es ist schuld der mittelfristigen Finanzplanung im zuständigen Krankenhaus oder Unternehmen. außerdem stimmt es nicht, dass Globalisierung China bedeutet. Marktführer bei Gummihandschuhen für den Krankenhausbereich ist ein Unternehmen aus meiner zweiten Heimat Malaysia.
      https://www.nzz.ch/nzz-asien/der-siegeszug-eines-malaysischen-kautschuk-tycoons-ld.1529065

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        Es ist nicht schuld der kapitalistischen Globalisierung, wenn beispielsweise Krankenhäuser nicht genügend Vorrat an Masken hatten.

        Schuld würde voraussetzen, dass etwas falsch gelaufen ist und das ist es nicht. Die Krankenhäuser werden privatwirtschaftlich betrieben., es sind zum Teil Aktiengesellschaften. Der Sinn der Unternehmungen ist es, Geld zu verdienen. Das haben sie getan, so gut sie eben konnten. Warum sollten sie Vorräte anlegen? Warum sollten sie in Gehalt und Ausbildung der Mitarbeiter investieren, wenn es in Albanien genug Krankenschwestern gibt, die es für die Hälfte machen würden? Das wäre unverantwortlich, sogar schädlich gegenüber dem Eigentümer, ist ein Fonds beteiligt bestiehlt man sogar Rentner. Was Sie da von den Unternehmen erwarten, macht für die Unternehmen keinen Sinn. Das sind die gleichen Entscheider, die mit zehntausenden von MSRA Infektionen leben können, wir haben empirische Beweise, wo die Sorgen liegen. Die Deregulierung führt zu mehr Effizienz, vielleicht nicht des gewünschten Ergebnisses, aber bestimmt zu der des eingesetzten Kapitals. Und nur um das Dreht es sich. Wir können doch jetzt nicht enttäuscht sein, wenn die Unternehmen genau das machen, wozu wir die demokratischen Spielregeln geschaffen haben. Und na klar ist es das Ergebnis der kapitalistischen Globalisierung. Wenn wir nämlich die Spielregeln ändern würden, geht das Kapital woanders hin. Wir erschrecken die Märkte, Luxemburg hat ein Geschäftsmodel daraus gemacht. Also, in Grunde kam alles genau so, wie es vorgesehen war.

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        Sie irren, Stevanovic. Die Zeiten der Alleinherrschaft des Shareholder Value gingen 2008 zu Ende. Mittlerweile ist den meisten Managern und Theoretikern des liberalen Kapitalismus klar, dass der Preis zwar der wichtigste Faktor bei der Allokation von Ressourcen ist, aber nicht der einzige. Der „Sinn eines Unternehmens“ ist es eben nicht, Geld zu verdienen, sondern eine Ware oder eine Dienstleistung zur Verfügung zu stellen. (Und das Unternehmen gehört auch nicht den Aktienbesitzern. Auch das ist ein Missverständnis, das in den Nuller Jahren vorherrschte.) Wenn beispielsweise zu den Dienstleistungen eines Krankenhauses die Versorgung der Bevölkerung im Fall einer Epidemie gehört, dann müssen eben Masken in ausreichender Zahl vorgehalten werden. Notfalls muss das gesetzlich vorgeschrieben werden, wie viele andere Dinge, die dem Profitinteresse widerstreben, von der Lebensmittelhygiene bis hin zur Börsenregulierung. Sie zeichnen hier das Zerrbild eines Ayn-Rand-Kapitalismus, aber Ayn Rand ist eine Denkerin, die nur Spätpubertierenden imponiert.

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        Die gesetzliche Regulierung war auch die Pointe, auf die ich hinauswollte. Wenn man Unternehmen, wie auch Personen, die Wahl lässt, kann es eben passieren, dass sie sich anders entscheiden als gewünscht. Ich teile zwar Ihre Beobachtung nicht wirklich, ich glaube nach wie vor, dass das primäre Ziel das Geld ist und der Rest ein Mittel zum Zweck. Aber ich registriere auch, dass die Idee einer Enthemmung doch stark gelitten hat. Nur glaube ich eben nicht, dass es besonders effektiv noch redlich ist, das Tun der Unternehmer mit großen Hoffnungen aufzuladen. Der Große Zusammenhang ist nicht seine Aufgabe, das ist Politik und die Richtung können wir durch Wahlen mitbestimmen. Aufgabe des Unternehmers ist es, mit diesen Vorgaben Geld zu machen und das können die richtig gut. Die Arbeit von Bill Gates Stiftung ist ein Glück einerseits, aber doch auch ein Zeichen, dass die Politik sich aus Feldern, die dem Volke wichtig sind, schlicht zurückgezogen hat. to whom it may concern ist in vielen Branchen absolut richtig, im Gesundheitswesen wohl nicht. Soll das Ergebnis passen, braucht es Gesetz, den handelnden Staat.

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        Bis jetzt wäre mir nicht bekannt, dass es irgendwo Ermittlungen laufen würden, warum bestimmte Sachen nicht an einem bestimmten Ort waren. Oder warum Stadt/Land/Fluss die Pandemiepläne nicht ernst genommen haben. Das kann ich mir nur damit erklären, dass es eben keine Verbindlichkeiten gegeben hat. Ich will keine Köpfe auf Lanzen, aber vielleicht einfach den Gedanken bewerben, dass wichtige Dinge keine Frage der Hoffnung der Einsicht von Unternehmern sein können, quasi eines Superhelden der Humanität, der dann auftaucht, wenn wir kollektiv Bubu gemacht haben. Was, wenn Gates seine Energie in die Raumfahrt oder in Fußballklubs gesteckt hätte? Supermann mal ein langes Wochenende macht? Er hätte das Recht dazu und wenn er es hat, darf er es auch nutzen.

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        Deswegen empfinde ich Habecks Einwurf (mehr war es ja nicht) als Denkanstoß auch nicht ganz abwegig, wenn auch flapsig. Das Bild der Globalisierung ist ja, dass es einen ungehemmten, offenen Markt gibt, bei dem die Beantwortung von Fragen, die uns (mich) bewegen, eher eine Sache des Zufalls oder eben unsichtbarer Hände sind. Angefangen von Einwanderung, über Umweltschutz bis zur Sozialpolitik, das Motto des gewonnen Brexit war ja nicht umsonst take back control. Wenn es keine Konsequenzen aus dieser Pandemie gibt, mithin alles rechtens war, von der Verteilung der Masken bis zu Kapazitäten der Intensivstationen oder Testeinrichtungen, dann ist der Eindruck, dass etwas der öffentlichen Kontrolle entglitten ist, ja nicht ganz falsch. Populistisch wird Habeck, wenn er die Verantwortung der Wirtschaft zuschiebt, denn diese Verantwortung hatte sie gar nicht. Die Verantwortung liegt beim Wähler, Politikern mit Gestaltungswillen ein Mandat zu erteilen. Ich hätte ihn nicht gewählt, aber ich verstehe durchaus, was die Anziehungskraft eines Boris Johnson ausmacht oder eben auch eines Trump. Die Zeiten eines Junker, der mit einem Signal von ein paar Milliarden € von einer Hebelwirkung für ganz Europa von hunderten Milliarden fabuliert, während in Europa eine wirtschaftliche Völkerwanderung stattfindet, dürfte vorbei sein. Die Leute sind es leid, in essenziellen Fragen auf Batman zu warten und Politikern bei Schultern zucken zuzuschauen, wenn der nicht kommt.

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        „Take back control“ hat ja auch bisher super funktioniert. Wie man der EU den Rücken kehren kann, die allein – zusammen mit den USA – dafür sorgen könnte, dass die Regeln der Globalisierung europäisch-westlich geprägt sind, und dann „take back control!“ brüllen kann, ist mir ein Rätsel. Das ist so lächerlich, als wollte Hong Kong oder Singapur behaupten, sie könnten die Globalisierung kontrollieren.
        Habeck weiß das ja alles. Er tut nur naiv. Aber gerade deshalb nehme ich ihm den Spruch übel. Der Feind ist nicht die „kapitalistische Globalsierung“. Der Feind ist die staatsmonopolistische Globalisierung.

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        Beruflich hatte ich am Rand mit China zu tun, ich hatte mein Klopapier und Vorräte, vor allem Medikamente, schon Ende Januar gebunkert. Ich wusste, was kommt, es stand ja alles in der Zeitung. Als nach dem chinesischen Neujahrsfest die KP auf richtig scharf schaltete, feierten wir hier noch Karneval und Maske war kein Thema. Headliner waren die Angst vor der Panik. Ich war mit meiner Tochter Anfang Februar wegen Lungenproblemen in der Klinik, keine Vorbereitungen, weit und breit. Ich war geschockt. Trotzdem faseln alle (ok, nicht ganz) über Bürgerrechte und nicht auszuhaltende Einschränkungen der Freiheit, weil die Boomer nicht auf den Spielplatz dürfen, aber nicht darüber, warum kaum eine Kommune den Pandemieplan umsetzen konnte. Was kann eine kaputtgesparte Kommune denn überhaupt leisten? Kapitalistische Globalisierung dient als Synonym für die Abwesenheit von Politik oder eben für das Überlassen der Daseinsvorsorge an Unternehmen, to whom it may concern. Das ist so nicht richtig und es ist ein Zerrbild nach Ayan Rand, aber wie weit das in den Köpfen verankert ist, sehen Sie doch an Inhalten, die die Menschen bewegen, nämlich ob Merkel uns vorschreiben darf, die Hände zu waschen. Warum auch nach dem Fall bei Webasto im Januar noch nichts ins Rollen kam, interessiert irgendwie nicht wirklich. Stattdessen wird der Diskurs mit Sophie-Scholl-Posen zugemüllt oder es wird phantasiert, auf wen wir für das Bruttosozialprodukt verzichten können. Entweder haben wir eine große Zahl an Spätpubertierenden oder sie ist doch wirkmächtiger, als wir es wahrhaben wollen. Wenn ein Habeck (ich habe noch nie grün gewählt und werde es wohl so schnell auch nicht) nun von Ende der kapitalistischen Globalisierung spricht, verstehe ich ihn so, dass der Diskurs um Fragen der Staatsorganisation und Verantwortung des Staates erweitert werden soll. Ich gebe zu, dass das ein politischer Strohhalm ist, an den ich mich klammere, ich bin nach dem ganzen Trara etwas müde. Aber wenn wir am Ende mal doch eben darüber sprechen, was ein Katastrophenschutzbundesamt wirklich braucht, um zu funktionieren, soll es mir recht sein. Von der Seite fand ich die Mitpreisbremse auch einen produktiven Knall (wenn auch keine gute Lösung). Der Feind ist die Pflege unserer neurotischen Diskurse.

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        Ähm, ja. Ich denke, auch ohne Globalisierung wäre niemand gut auf die Epidemie vorbereitet gewesen. Bürokratien funktionieren nun einmal nach Regeln und Routine, und sie ziehen natürlich auch Leute an, denen es an Fantasie und Führungskraft mangelt, weil die ja fast nie verlangt werden. Wenn dann der Ernstfall eintritt, dauert es, bis sich die Bürokratie umstellt. Das ist in großen Unternehmen auch nicht viel anders. Allerdings, da es dort weder Regelbeförderung noch Jobsicherheit gibt, sind die Chefs oft flexibler, führungsstärker und rücksichtsloser, wenn’s um die Notmaßnahmen geht. Also effektiver.
        Das hat, ich wiederhole es, mit Globalisierung nichts und mit Kapitalismus einiges zu tun.
        Wenn die „Staatsorganisation und die staatliche Verantwortung ausgeweitet“ werden, dann heißt das nur: NHS statt deutsche Verhältnisse im Gesundheitssystem. Nein, danke. Oder: bitte nicht!
        Ich bin mir relativ sicher, dass es in Zukunft ausreichend Masken (aus China oder woauchimmer) in deutschen und selbst britischen Krankenhäusern geben wird. Dafür wird es bei der nächsten Krise an irgendetwas fehlen, das uns gerade nicht einfällt, das aber irgendwo in irgendeinem Papier jetzt schon steht.
        Haben wir beispielsweise genügend Spritzen, um eine Massenimpfkampagne durchzuführen, wenn es einen Impfstoff gibt? Wäre ein interessantes Recherchethema. Ich schätze: nein.

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        Bitte jetzt kein Bürokratie-bashing. Die Büroktatie mag bisweilen langsam sein, aber sie IST der Rechtsstaat. Und ohne Rechtsstaat frisst in der Demokratie die Mehrheit die Minderheit auf. Und es mag herzlos klingen, aber haben wohl alle hier Risikopatienten im nächsten privaten Umfeld, das bringt das Alter mit sich. Man kann aber eine Bevölkerung nicht desinfizieren und dass wir nicht, wie in Pest-Zeiten alles, was kreucht und fleucht erschlagen, verbrennen usw., also eine Zivilisation, hat auch mit unserem besseren Umgang mit eigener Angst zu tun. Zivilisation bedingt Gesundheit und Gesundheit Zivilisation. China ist kein Vorbild.

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        Absolut. Ich stimme Ihnen 100% zu, lieber KJN. Bürokratie ist Zivilisation. Aber sie ist schwerfällig. Das ist normalerweise gut: So ohne Weiteres kann niemand einen Flughafen in ein Wohngebiet setzen, und die Kröten freuen sich über den bürokratisch geschützten Lebensraum. In der Krise dauert es halt, bis die Bürokratie reagiert. Ich kritisiere nicht, ich stelle fest.

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        Und ja, es wird immer mit irgendwas Engpässe geben. Prinzipiell, behaupte ich.

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        Ok. – Ich glaube, ich muss die Gelegenheit nutzen, um erstmal eine ‚Lanze für die‘ Exekutive ‚zu brechen‘. Ich weiß sehr genau, dass i.d.R. bei Polizei, Ordnungsämtern, Gesundheitsämtern usw. versucht wird, den noch vorhandenen Ermessensspielraum möglichst im Sinne von Augenmaß und Humanität zu nutzen, auch wenn immer wieder Einzelfälle von Bestrafungs-Exzessen bekannt werden. Und genau diese humanistische Kultur (Kant?) sollte die Politik nicht mit immer neuen einseitig ausgerichteten ethischen Vorstellungen, Programmen, Ideologien und Panikmache überstrapazieren. Mit dem Öffentlichen Dienst hat die Politik in D eine sehr wertvolles Werkzeug in einer komplizierten Zivilisation mit sehr vielen Einzelinteressen. Im ÖD gibt es viele Akteure, die mit viel gesundem Menschenverstand und einer hervorragenden Ausbildung mehr überblicken, als Politiker, Ideologen und – ich muss das leider immer wieder schreiben – Vertreter der derzeitigen Wissenschaft. Letztere wird demnächst in eine ziemlich starke Glaubwürdigkeitskrise geraten, vielleicht weil sie durch den Zwang zur Einwerbung von Drittmitteln ihre Finanzierung zu sichern, ihre Themen dramatisiert, was man ihren Akteuren wohl moralisch zugestehen muss. Es wäre zumindest nicht das erste Mal. Nur hat diese – ich nenne sie ‚lockdown-Krise‘ (es ist auch ein nicht bestandener Stresstest einige nationale Gesundheitssysteme) – im Gegensatz zu vorherigen ‚follow-the-science‘-Kampagnen – direkt einschneidende Folgen, so dass im Nachhinein viele Fragen beantwortet werden müssen, als da z.B. wären:

        1. wo ist der mathematische Zusammenhang zwischen den nicht erkennbar irgendwelchen Gesetzmäßigkeiten oder Bedingungen folgenden und in der Folge sehr stark streuenden Reproduktionskoeffizienten ohne erkennbaren Trend und der Infektionszzahl, die sehr wenig streut?

        2. Warum wurde und wird das auch bei dieser Pandemie die Infektionszahlen sehr gut korrelierende SIM-Modell (1927 -> Wikpedia) bei der politischen Planung nicht berücksichtigt?

        Anmerkungen, Quellen dazu:
        Prognosekraft SIR-Modell leicht selber zu überprüfen hiermit:
        https://www.dropbox.com/s/1z1bro94mfjgxog/SIR.ods?dl=0

        Daten hier:
        https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=COVID-19-Pandemie_in_Deutschland&fbclid=IwAR09hJ_h26AV5qxYtnq02LnxKryFU-ExDrcFJrhZ53Dn-dK2NwEjP1HFHcg

        Vorgehensweise erläutert hier:
        https://www.youtube.com/watch?v=TyKsDI5db9I
        bzw. auf Facebook https://www.facebook.com/carsten.kuss.98/posts/670089077166055?comment_id=671822536992709&notif_id=1589189804761003&notif_t=feedback_reaction_generic

        Diskussionsansatz hier:
        https://www.facebook.com/carsten.kuss.98/posts/666445950863701?comment_id=667037700804526&reply_comment_id=667823790725917&notif_id=1588688778893673&notif_t=comment_mention

        3. Was trägt eigentlich das RKI zur Erkenntnisfindung bei?

        4. Wieso kann eine sehr medienpräsente Virologin – Professorin im derzeitigen Wissenschaftsbetrieb – unwidersprochen behaupten, man müsse den Virus „ausrotten“, um das Problem zu lösen? (Es gibt nur eine Möglichkeit, eine Bevölkerung zu desinfizieren und ich denke, die will hoffentlich niemand.)

        Es ist stets leicht, von einer Regierung oder Verwaltung Vorsorge für alles und jeden zu fordern. Von einem Wissenschaftsbetrieb gute Entscheidungsgrundlagen einzufordern ist, wie man gerade sieht, schon etwas schwieriger.

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        Ja, lieber KJN, und ohne Ihre Quellen jetzt gelesen zu haben: Es gehört zur Paradoxie der Wissenschaft, dass sie ihrem Wesen nach unabgeschlossen und ergebnisoffen ist, aber in bestimmten Lagen aufgefordert wird, sehr konkrete Handlungsanweisungen zu geben. Die Politik will etwas, das die Wissenschaft eigentlich nicht liefern kann. Umgekehrt will die Wissenschaft gelegentlich etwas, das die Politik nicht liefen kann. Mit diesen Widersprüchen muss man leben.

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      McKinsey-Berater sind mit das blitzgescheiteste und am besten ausgebildetste, was die Freie Welt zu bieten hat. Es sind keine geistlosen Dilettanten, die alles kaputt machen wollen. Sie werden beauftragt, wenn der echte Unternehmer ein unangenehmes Treffen mit der unsichtbaren Hand des Marktes hatte und deswegen macht auch McKinsey exakt das, wofür sie bezahlt werden und setzen auch genau das um, wofür sie ausgebildet worden sind. Niemand geht freiwillig Abhängigkeiten ein, im Gegenteil, es geht darum, Abhängigkeiten zu schaffen und diese dann zur Kostensenkung zu nutzen, siehe Autoindustrie. Innovative Produkte sind wichtig, aber eben nicht nur. Der überwältigende Teil verkauft nach wie vor über den Preis, wobei wir wieder bei den Kosten sind. Motivierte Mitarbeiter schafft man auch dadurch, dass man ihre Arbeitsplätze zur Disposition stellt. Das sehen über den Einzelhandel, McDonalds bis zum betriebsinternen Wettbewerb der Standorte in Automobilsektor so ziemlich alle Unternehmen. Es macht halt Sinn in Deutschland über Subunternehmer Rumänen im Akkord in Drecksbuden arbeiten zu lassen. Das macht die Wurst billiger. Und genau darum geht es doch. McKinsey hilft den Unternehmen dabei. Es ist nicht so, dass das System gut ist und nur falsch umgesetzt wird – das, was McKinsey macht, ist das System und verstehen sehr gut, worum es geht.

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        „McKinsey-Berater sind mit das blitzgescheiteste und am besten ausgebildetste, was die Freie Welt zu bieten hat.“

        Ich hatte beruflich mehrfach mit McKinsey und PWC Consultants zu tun. Die obige Behauptung stimmt, was aber mitnichten zu Effizienz führt. Denn den Consultants fehlt routinemässig an Erfahrung in ihren jeweiligen Einsatzgebieten, es mangelt eher häufig am Einfühlungs-/Beurteilungsvermögen in die Möglichkeiten und Grenzen der jeweils spezifischen Unternehmenskultur und die Consultants vergeuden einen Grossteil ihrer Zeit mit dem „Schönmachen“ von erzeugten Dokumenten.

        Ich habe niemals erlebt, dass ich (oder Kollegen) im Projektmanagement (Grossanlagenbau) von Beratern Ideen oder Knozepte präsentiert bekamen, die wir nicht schon selbst entwickelt und entweder implementiert oder verworfen hätten. Blitzgescheit und akademisch ausgebildet nützt ohne langjährige Praxiserfahrung sehr, sehr wenig. Das nicht zu wissen ist ein typischer Denkfehler vieler Theoretiker.

        Wenn man mal davon absieht, dass in ca. 2/3 der Fälle Consultants ohnehin entweder für CMA (Cover My Ass) oder deshalb gerufen werden, um einem im Unternehmen bereits entwickelten Konzept den Stempel „unabhängig geprüft“ zu verpassen.

        Sorry für den Rant, aber das musste ich hier loswerden. Was die Projektpraxis angeht, werde ich 3 mittelmässige, langjährige Projektpraktiker 3 Blitzbirnen von einer der Star-Beratungen jederzeit vorziehen, ohne auch nur drüber nachzudenken.

        Gruss,
        Thorsten Haupts

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        Das sehe ich genau so, lieber Thorsten Haupts. Wie sollen Leute, die BWL studiert haben, sich in wenigen Tagen einfühlen etwa in die Abläufe einer Redaktion? Klar gibt es da viel Leerlauf. Da entstehen aber Ideen. Ich sollte sagen: „gab“ und „entstanden“.

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        „Wenn man mal davon absieht, dass in ca. 2/3 der Fälle Consultants ohnehin entweder für CMA (Cover My Ass) oder deshalb gerufen werden, um einem im Unternehmen bereits entwickelten Konzept den Stempel “unabhängig geprüft” zu verpassen.“
        2/3 halte ich in diesem Zusammenhang für zu niedrig angesetzt. Genau das ist das Geschäftsmodell. Und es produziert eben deswegen auch die Ergebnisse, für die sie bezahlt werden. Warum werden unsere besten Köpfe dafür eingesetzt? Ganz einfach, weil jemand bereit ist, dafür zu bezahlen und zwar nicht wenig. Die brechen ja niergends ein oder benutzen im Pitch Mittel wie Hypnosegas. Sie sind kein Irrtum oder gar ein Naturereignis. Sie werden bestellt und bezahlt, weil irgendjemand fand, dass die Redaktion zu viel rumlungert, der Projektmanager etwas Dampf machen oder der Programmierer vielleicht eine Inbetriebnahme mehr machen könnte. Am Anfang steht eine Entscheidung und erst dann holt man sich Berater, die sie um und durchsetzen sollen. Die gehören zur unserer Marktwirtschaft. Wer A sagt, muss auch mit B leben. Ob das effizient ist? Nun ja, kommt darauf an, wer sie bestellt.

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      .. Ich denke, man muss hier unterscheiden: Eine Firma, wie Coca Cola oder Mc Donalds kann sich erlauben, Zulieferer und Angestellte zu knebeln und sich jeweils das billigste herauszupicken, solange die – vergleichsweise einfach zu definierenden – Qualitätskriterien erfüllt werden. Der Hauptwert einer Firma, wie Coca Cola, ist die Marke; die darf natürlich nicht leiden, aber es kann bei einer schlechten Qualität irgendwo auf der Welt durch lokal schlechte Rohstoffe schnell gegengesteuert werden. Das Marken-Image nimmt durch das verantwortungslose handeln einzelner Hasardeure wenig Schaden. Völlig anders verhält es sich bei einem Produzenten, wie z.B. Opel: Der ‚Sanierer‘ und Industriespion Ignacio Lopez hätte Opel (und auch Verbraucher) durch seine völlig unverantwortliche Einsparpolitik fast auf seinem Gewissen. Es hat Opel viel Zeit und geld gekostet, den (Image-)Schaden wieder zu beheben. Ich würde jetzt nicht so weit gehen, den Wert eines Unternehmens über den ‚gesellschaftlichen Nutzen‘ zu definieren, allerdings schon über seine Kompetenz, dieses oder jenes zu leisten. Wenn sogenannte Optimierer diese Kompetenz gefährden, in dem sie z.B. kompetente Mitarbeiter vergraulen oder wahlweise in den Burnout bringen, dann ist das genau eines von so vielen, vielen Beispielen, wie destruktiv das Fixieren auf eine Kenngröße ist, hier die Quartalzzahlen. Mc Kinsey & Co haben es vor allem durch langjährige Propaganda in eigener Sache geschafft, Unternehmern den Kopf zu vernebeln, um dann ihre Sichtweise auf die Quartalszahlen zu lenken. Das war 90er, 00er Jahre. So langsam – auch infolge so vieler ausgestiegener frustrierter Fachleute, also selbstverschuldetem Personalmangel, setzt sich wieder die Erkenntnis durch, dass Aktionäre keine Chefs, sondern bestenfalls Geschäftspartner und Nutznießer sind, die Risiko zu tragen haben, wie andere Beteiligte auch. Und dass der Erhalt und Auskömmlichkeit des Unternehmens das Ziel der Firmenleitung zu sein hat und nicht Gewinne. Mitarbeiter zu knebeln bedeutet nichts anderes als Aussaugen und Wegwerfen, ist also, um es mal ‚grün‘ (bzw. in der Förstersprache) auszudrücken, nicht ’nachhaltig‘. Ich habe immer einen möglichst großen Bogen um Mc Kinsey und Konsorten gemacht.

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        „Mc Kinsey & Co haben es vor allem durch langjährige Propaganda in eigener Sache geschafft, Unternehmern den Kopf zu vernebeln, um dann ihre Sichtweise auf die Quartalszahlen zu lenken.“

        Genau das, meine ich, war nicht der Fall. Von Universitäten mit hunderten von Dozenten, über global agierende Mittelständler bis zu den Großkonzernen, von den Absolventen und Berufsanfängern ganz zu schweigen, waren sich alle einig. Es gab Bedarf an neuem, heißem Scheiß und der MC und Verwandte haben es geliefert. Jede Pommesbude wollte global werden. Da wurde nichts vernebelt, die Unternehmer haben sich mehr Gewinn versprochen und es hat ja auch funktioniert. Wir sind Exportweltmeister und haben unsere Hausaufgaben gemacht. Nachhaltige Personalpolitik entstand, als es Rekrutierungsprobleme gab, weswegen die Arbeitgeberverbände ja auch für qualitative Zuwanderung sind. Ich will die MCs nicht freisprechen, aber sie wurden bestellt, bezahlt und haben geliefert, und zwar genau das, was die Kundschaft wollte. Nicht nur die AGs, auch der Mittelstand. Nachhaltig wurde es erst durch die Demographie. Das Sein bestimmte das Bewusstsein. Wir werden es in der anstehenden Rezession sehen, ich prophezeie eine Rückkehr der Quartalszahlen und die Berater werden uns alle wieder links drehen, aus Partnern im Unternehmen wird wieder Wohlstandsmüll. Die MCs sind nur die Sündenböcke, geht aber in Ordnung, dafür holt man sich die Berater ja.

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        Ganz ehrlich, Stevanovic- ich glaube, Sie haben in allen Punkten recht. In dem Spiel sind die Berater nicht treibend. Selbst Ignacio Lopez nicht. Muss der Staat die Wirtschaft hier regulieren? Kann sie es? Immerhin schickt man, je nach Lage des Schweinezyklus am Arbeitsmarkt ganze Generationen ins Prekariat.

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        Der Staat muss regulieren, wenn die Ergebnisse des Marktes der Geselschaft nicht passen. Vorgaben machen etc….naja, und sich selbst ernst nehmen. Wenn er Vorgaben macht, diese auch prüfen. Wie viele Mitarbeiter kontrollieren denn Schlachthöfe?

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    Genau diese Gedanken hatte ich schon bei „Attac“. Globalisierung ist ein ökonomisches Gesetz. Wenn dann aber nationalistische Ideologien dieses Prinzip konterkarieren, kann es nicht gut gehen. Was nun Harbeck betrifft, so hat er – aus meiner Sicht – kein ideologisch geprägtes Weltbild. Aber er passt sich an rot-rot-grüne (einige SPDler ausgenommen) an und neigt außerdem dazu ahnungslos Politik zu machen, also ohne Kenntnisse komplizierter Zusammenhänge, so nach Gefühl. Das mag sympathisch sein. Aber ich hoffe, dass der grüne Höhenflug zu Ende ist.

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    … ein ‚Billigkeitsprinzip‘ bei gleicher Abgabenquote – Deutschland ist Weltmeister – spräche nix gegen eine internat. Arbeitsteilung. Soll der Beste verdienen so viel er will. Wozu dann noch Imperien, Massenmigration und Schuldenvergemeinschaftung?
    Die Realität sieht anders aus.

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    Also ich glaube, hier wird auch was verwechselt: Nämlich Politik mit Verwaltung. Katastrophenschutz ist Staatsaufgabe und wenn da etwas versäumt wird, ist es eine Folge schlecht organisierter Verwaltung. Man hätte z.B. diesen Trigema-Fürsten mit dem gut sitzenden Kragen verpflichten können, Produktionskapazität vorzuhalten, falls die Grippeepedemie was stärker wird. Jetzt kosten die bei ihm natürlich 12 € /Stück. Die Dinger sind nun mal nicht ewig lagerfähig. Was falsch gemacht wird, ist, zu versuchen, staatliche Aufgaben betriebswirtschaftlich bzw. ‚konkurrenzfähig‘ zu organisieren. Das ist FDP-Unsinn (ich wähle bisweilen FDP, aber es ist Unsinn..). Es muss einen stabilen Rahmen staatlicher Verantwortung existieren und da müssen Betriebswirtschaftler leider draußen bleiben, hier zählt NUR Verlässlichkeit. Und – innerhalb des staatlicherseits abgesicherten Rahmens – kann die ‚Globalisierungsorgie‘ von mir aus exponentiell ansteigen. Dass da ein Poet, wie Robert Habeck sich linksromantisch verliert.. meine Güte, hat da wirklich jemand was anderes erwartet? Wenn er unter dem sympathischen und realitätsnahen Apparatschik Laschet Vize-Kanzler wird, erhält er einen heilsamen Praxisschock und ich zumindest werde damit leben können.

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    „Nichts wäre einfacher gewesen, als beizeiten einen ausreichenden Vorrat anzulegen, zumal die in China produzierten Masken dank dem „Billigkeitsprinzip“ eben … billig waren.“

    Im Rüstungsbereich würde sogar bei der Bundeswehr – selbst nach den Heimsuchungen durch Gutenberg, von der Leyen und ihrer McKinsey-Horden – kein Mensch auf die Idee kommen, nur nach dem Billigkeitsprinzip zu verfahren.
    Ein Staat muß in der Lage sein, sich bei gewissen strategischen Gütern selbst zu versorgen.
    Aber das wäre angesichts des Personals an den entscheidenden Stellen zu viel verlangt. Der Gesundheitsminister ist ein Bankkaufmann mit Politikstudium (nebenbei absolviert während der ach so anspruchsvollen Mandatsausübung als Bundestagsabgeordneter) und der für Katastrophenschutz zuständige Innenminister ist ein abgetakelter bayrischer Provinzpolitiker mit einer Ausbildung als Verwaltungsfachwirt.
    Von denen ist eine langfristig durchdachte und geplante Politik nicht zu erwarten, darum erscheint ja einer wie Habeck als positive Alternative.
    Das liegt aber weniger an Habecks besserer Qualifikation, sondern an dem Wohlwollen, mit dem ihn die Medien begleiten. Ihm haben weder der Nonsens, daß er das von seinen Parteifreunden regierte Thüringen befreien will noch seine Unfähigkeit, die Pendlerpauschale zu verstehen je geschadet. Er wird auch in Zukunft jeden populistischen Blödsinn von sich geben können ohne daß es kritische Nachfragen geben wird.

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    Einspruch, Euer Ehren! Es gibt gute Gründe, bei der Globalisierung einen Gang zurückzuschalten und nicht nur von Just-in-Time_Produktion auf Vorratshaltung umzustellen. So vorteilhaft die Globalisierung aus betriebswirtschaftlicher Sicht auch sein mag, ist es die Aufgabe der Politik, volkswirtschaftliche und strategische Gesichtspunkte im Fokus zu haben. Und da fallen mir ad hoc einige Argumente ein, weniger darauf zu vertrauen, daß die Globalisierung so funktioniert wie in den Hochglanzbroschüren beschrieben.
    1. Ja nachdem wie kritisch ein Produkt für das reibungslose Funktionieren der eigenen Volkswirtschaft ist, desto weniger darf man sich von launenhaften Herrschern abhängig machen, die mal mehr von einem Parlament wieder zur Einhaltung von Lieferverträgen gezwungen werden können (USA) und mal weniger (Iran, Rußland). Zumal, wenn diese Herrscher die Lieferung auch gezielt als Mittel zur Erpressung einsetzen (wie etwa China bei den seltenen Erden oder die Golfstaaten 1973 beim Erdöl) – oder es zumindest könnten (wie Rußland beim Erdgas). Es sind denn auch weniger marktwirtschaftliche Argumente, welche die Proteste gegen Nordstream 2 oder die deutschen Waffenexporte nach Saudi-Arabien begründen, als eher Fragen der politischen Opportunität. Dies sind auch die Gründe, warum entgegen aller marktwirtschaftlichen Regeln nach 1973 in der Nordsee nach Öl gebohrt und Westberlin von 1948 an wirtschaftlich am Leben erhalten wurde.
    2. Globalisierung neigt dazu, daß Klumpenrisiken entstehen, weil alle Welt in einem bestimmten Land produzieren läßt. Ein Ausfall einer einzigen Produktionsanlage durch Feuer oder eine Naturkatastrophe kann dann Auswirkungen auf den Weltmarkt haben, weil rasch 10% der weltweiten Produktion betroffen sind. So 2013 geschehen, als die Halbleiterfabrik von SK Hynix im chinesischen Wuxi brannte.
    3. Globalisierung lebt nicht nur davon, daß Hersteller an die Empfänger liefern wollen, sondern auch davon, daß sie es können, also die Transportwege frei bzw. daß Transportkapazitäten verfügbar sind. Gerade das war dieses Jahr im Hinblick auf China nicht der Fall.

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      Nun ja, „Opa Krempel“ (ich wünschte, Sie würden diesen Namen nicht verwenden), es ist eine Sache, Ausnahmen von der kapitalistischen Globalisierung zu machen, eine andere, sie insgesamt abzulehnen, das werden Sie zugeben.
      1. Strategische Güter: Ich habe wiederholt gegen Nordstream 2 (und schon Nordstream 1) argumentiert. Es wäre besser, wir würden diversifizieren: LNG aus USA, Algerien und anderswo, Sonnenenergie aus Marokko, Atomkraft aus Frankreich und natürlich die heimischen Energielieferanten Wind, Sonne usw. Seltene Erden werden wir beim besten Willen nicht in Deutschland fördern können.
      2. „Klumpenrisiko“: Siehe oben. Niemand zwingt deutsche und andere Abnehmer, alles aus einer Hand zu beziehen. Das Problem ist nicht die Globalisierung, das Problem ist die Monopolbildung. Und kurzsichtige Einkaufsmanager in den Firmen.
      3. Auch jetzt, mitten im der Krise, können Tanker und Frachtschiffe fahren, Frachtflugzeuge fliegen. Ansonsten gilt für Gesichtsmasken, was ich im Artikel und unter (2.) geschrieben habe.

      Kein einziges Ihrer Argumente spricht also gegen die Globalisierung oder das „Billigkeitsprinzip“. Jedes Argument spricht hingegen dafür, dass die Globalisierung nicht als Vorwand dafür herhalten muss, Monopolbildungen zuzulassen und durch das eigene Einkaufsverhalten zu fördern.

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