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Leitkultur alphabetisch

Da es eine große Verwirrung darüber gibt, was zur deutschen Leitkultur gehört, haben wir hier – ohne Anspruch auf Vollständigkeit – ein leicht verständliches, alphabetisch geordnetes Glossar zusammengestellt. (Bei Einträgen, die nicht von mir stammen, ist der Autor bzw, die Autorin in Klammern vermerkt.)

A – Abendbrot. Nicht zu verwechseln mit dem Abendmahl, in seiner religiösen Bedeutung jedoch durchaus vergleichbar. Ähnlich der Wandlung der Hostie, wird in einer seit Jahrhunderten tradierten Zeremonie das Brot in seine eigentliche Bestimmung gewandelt: das Butterbrot. Ihm werden charakterbildende Eigenschaften nachgesagt, galt bis zur Entdeckung der weißen Socke als wirksamstes Mittel gegen mondäne Häresie. (Stevanovic)

A – Alttestamentarisch. Alttestamentlich. Also jüdisch. (siehe Juden.) Meist in Verbindung mit Rache. Wenn Deutsche in Afghanistan Muslime töten, die nicht einmal wissen, wo Deutschland liegt, verteidigen sie die Freiheit am Hindukusch. Wenn Israelis Terroristen töten, die Israel angegriffen haben, dann  handeln sie nach dem „alttestamentarischen Grundsatz Aug um Auge, Zahn um Zahn“.

A – Analfixierung. Offensichtlich einerseits in dem deutschen Drang nach Sauberkeit (siehe Reinheitsgebot), andererseits in der allgegenwärtigen Fäkaliensprache. Der Angelsachse sagt „Fuck!“, der Deutsche „Scheiße!“ Ordnung ist das halbe Leben, heißt ein deutsches Sprichwort. Die andere Hälfte ist Sauberkeit.

A – Angst. Die „German Angst“ ist sprichwörtlich. Deutsche haben Angst vor allem, außer vor dem, was wirklich gefährlich ist, nämlich der Angst. (Hinweis von Oleander)

A – Antisemitismus. Gehört seit jeher zur deutschen Leitkultur, die ja christlich geprägt ist (siehe Christentum). Martin Luther, Erfinder der deutschen Nationalreligion, war zugleich einer der größten Antisemiten aller Zeiten. Seit 1945 sind die Deutschen offiziell Philosemiten. Weshalb es über 50% von ihnen schmerzt, dass Israel einen „Vernichtungskrieg“ gegen die Palästinenser führt, oder – wie 40% meinen – mit den Palästinensern so verfahre wie die Nazis mit den Juden, weshalb 35% verstehen können, dass man Juden nicht mag. So mutiert der nachgeholte Antifaschismus schmerzlos in den zwangsverdrängten Antisemitismus

A – Autobahn. Inbegriff von Freiheit. (Marina) Von Hitler gebaut.

B – Bier. (Oleander) (Siehe Reinheitsgebot, Analfixierung, Oktoberfest). Dabei wird das Bier in der Nationalhymne gar nicht erwähnt. „Deutsche Frauen, deutsche Treue, deutscher Wein und deutscher Sang / Sollen in der Welt behalten ihren alten schönen Klang“, heißt es da. Wobei meiner Erfahrung nach deutsche Frauen nicht anders klingen als andere. Aber Hoffmann von Fallersleben wird gewusst haben, was er da schrieb.

B – Henryk M. Broder und der Babycaust:.

Christentum – Die deutsche Kultur ist christlich geprägt, anders als etwa die israelische. Wenn Deutschland Muslime in einem fernen Land umbringt, dann wird die Freiheit am Hindukusch verteidigt. Wenn Israel Terroristen bei sich tötet, dann ist das „alttestamentarische Rache“ nach dem Motto „Aug‘ um Auge, Zahn um Zahn“.

D – Diesel (Klaus J. Nick). Vorsprung durch Verschleierung (siehe VW).

D – Döner. Das deutsche Nationalgericht, neben Currywurst und Hamburger. Was uns zum nächsten Punkt bringt:

E – Essen. Jede Kultur definiert sich wesentlich über das Essen. Deutsche zum Beispiel essen Schweine. Das unterscheidet sie von Juden, Muslimen, Siebentagesadventisten und Vegetariern. Deshalb war der Vorstoß der Grünen, einen Veggie-Day in deutschen Kantinen einzuführen, undeutsch, während der Vorstoß einiger CDUler, in Kantinen wenigstens einmal die Woche Schweinefleisch verbindlich zu machen, patriotisch war.

F – FKK.  Die Deutschen nennen, den Drang, sich öffentlich nackt zu zeigen, „Freikörperkultur“, was in einem Wort zwei große deutsche Ideale verbindet, Freiheit und Kultur, und in der Praxis nur eine ästhetische Zumutung bedeutet. Genau genommen gehört die FKK nur zur ostdeutschen Leitkultur. Die DDR war ja bekanntlich in Sachen Freiheit und Kultur der „BRD“ weit voraus. Die westliche Variante, zugleich ein Exportgut, heißt „oben ohne“. Kaum haben deutsche Frauen in südlichen Ferienländern den besten Platz am Pool oder den besten Strandkorb mit einem Handtuch belegt, ziehen sie ihren BH aus. Warum sie das tun bleibt ein Rätsel, da sie zuhause nicht oben ohne herumlaufen, ihren Sonnenbrand also gar nicht vorzeigen können. Vermutlich, um den Einheimischen zu zeigen, was deutsche Freiheit und Kultur bedeuten.

F – Führen durch Auftrag. Nur dem deutschem Ingenieur (oder Panzergrenadier) innewohnende Eigenschaft, selbstständig Entscheidungen zu treffen. Kann zu Amnesie bei Vorgesetzten führen (siehe VW Abgasaffäre und den Aufsatz „Erinnerungslücke des deutschen Offiziers im Wandel der Berufungsgerichte“). (Stevanovic)

F- Führer. Leiter. Siehe Leitkultur. Baute die Autobahn.

G – Gabriel, Gunter. Definierte 1990 die deutsche Leitkultur mit seinem Schlager „Deutschland ist“:  „Deutschland ist / Hermann Prey und Maffay / die Knef und Nina Hagen / die Kneipen voller Qualm / und Liebe auf der Alm.“ Erklärer der deutschen Fahne: Schwarz wie die Kohlen im Revier /rot wie die Lippen der Mädchen hier. / Gold wie der Weizen und das Bier…“

G – Gerechtigkeit.  Eine deutsche Obsession. So heißt die Umverteilung soziale Gerechtigkeit, das Sparen Generationengerechtigkeit. Dinge, die leicht zu benutzen oder zu verstehen sind, nennt man „kindgerecht“ (oder „seniorengerecht“). Nirgendwo gibt es mehr Gerechtigkeit als in Deutschland, und nirgends wird mehr über Ungerechtigkeit geklagt (siehe Sozialneid), etwa wenn Flüchtlinge nach Wochen Sozialleistungen bekommen, auf die ein Deutscher warten muss, bis er volljährig ist, oder wenn Deutsche in Österreich Maut zahlen müssen, die Österreicher aber in Deutschland nicht.  Das ist dann eine „Gerechtigkeitslücke“. Und Lücken dürfen nicht sein (siehe Ordnung).

G – Grass, Günter. Schrieb mit letzter Tinte ein Gedicht gegen Israels Weltvernichtungspläne (siehe Antisemitismus) und kritisierte mit vorletzter die dänischen Mohammed-Karikaturen (siehe Islam, Mohammed). Hielt die deutsche Teilung für die Strafe für Auschwitz, was viele Juden (siehe Juden) für eine etwas milde Strafe hielten, zumal auch andere Völker von den Russen besetzt wurden, die Auschwitz nicht erfunden hatten. Nobelpreisträger.

H – Heimat. Heimatromane, Heimatfilme, heimatliche Gefühle, Volksmusik, die Pflege des Dialekts (außer in Berlin, wo es als „Jargon“ diffamiert wird), Waldspaziergänge, TV-Sendungen wie  „Bauer sucht Frau“ zur Pflege des ländlichen Raums, Veröffentlichungen wie „Landlust“ und ähnliche verlogene Veranstaltungen sind spätestens seit dem „Freischütz“ wichtige Teile der Leitkultur.

H – Hitler, Adolf. Unverzichtbarer Teil der Leitkultur, weil man sich nach einer Distanzierung von ihm alles erlauben kann. Zugleich Dauerpräsenz im TV-Programm und auf den Bestsellerlisten. DAS Faszinosum der Deutschen überhaupt. Baute die Autobahn.

H- Humor. Deutscher Humor ist, wenn man trotzdem lacht.

I – Innerlichkeit. Siehe Romantik, Analfixierung. Amerikaner sind auf Äußerlichkeiten fixiert. Immer diese Freundlichkeit, dieses Lächeln, dieses „have a nice day!“ Nicht auszuhalten. Deutsche stehen mehr auf innere Werte. Nur in Deutschland könnte ein Buch mit dem Titel „Darm mit Charme“ ein Bestseller werden. Siehe Zivilisation. (Hinweis von Stefan Trute)

I – Ironie. Verstehen die Deutschen nicht. Siehe Humor.

I – Islam. Gehört zu Deutschland (siehe Antisemitismus, Döner). Zwar haben die wenigsten Deutschen den Koran gelesen, aber die Bibel haben sie ja auch nicht gelesen.

I – Israelkritik (Anregung von Münsteraner). Israel ist das einzige Land, für das es in Deutschland eine eigene Kritikindustrie gibt. Hierfür wurde eigens die Phrase „Das wird man doch noch sagen dürfen“ und die Mär von der manipulierten Lügenpresse und der schädlichen politischen Korrektheit entwickelt, die heute zum festen Bestandteil rechtsextremer Propaganda gehören. (Siehe Alttestamentarisch, Grass, Günter)

J – Juden. Gehören vielleicht nicht zu Deutschland. 53% der Deutschen sind der Ansicht, die Juden in Deutschland seien Israel gegenüber loyaler als dem Vaterland. Die anderen denken wahrscheinlich, die sind nur den Bilderbergern gegenüber loyal. Dennoch ist die Leitkultur angeblich „jüdisch-christlich“. Atheisten und Muslime haben darin keinen Platz.

J – „jüdisch-christlich“. Verlogenes Oxymoron, mit dem verschleiert werden soll, dass „christlich“ 2000 Jahre lang hieß: antijüdisch. Siehe Antisemitismus.

K – Karnevalsverein Muss keinem gefallen, aber, am Rhein aufgewachsen, war es für mich das schönste an Deutschland. Ist so nicht überall, aber am Mittelrhein war es klasse. Das habe ich so nur da gesehen (Stevanovic). (Siehe Vereinsmeierei.)

K – Kirchensteuer. In Deutschland muss man dem Finanzamt und dem Arbeitgeber gegenüber seinen Glauben oder Nichtglauben offenbaren. Das finden Deutsche völlig normal. Muslime müssen das nicht. Der Staat sammelt von ihnen die Glaubenssteuer nicht ein, weil ihre Organisationen keine Körperschaften öffentlichen Rechts sind.

K – Körperschaften öffentlichen Rechts.  Andere Länder kennen die Trennung von Staat und Kirche oder die Unterwerfung der Kirche durch den Staat. Oder umgekehrt, wie im Iran und im Vatikan. Staatliche Medien und private Medien. Und staatliche Medien, die so tun, als wären sie private, wie „Russia Today“. Wir haben diesen Mischmasch. Versteht keiner, ist aber typisch deutsch. Siehe Vereinswesen.

K – Kulturbeutel. Praktischer kleinerer Beutel, in den alle Dinge passen, die die deutsche, anal strukturierte Leitkultur (ausmachen: Haarbürste, Nagelschere, Waschlappen, Zahnbürste, Parfüm und Zahnpasta. Der Deutsche trägt seine Leitkultur gerne mit in ferne Länder. (Martin Jander) Müsste aber eigentlich Zivilisationsbeutel genannt werden. Siehe Analfixierung, Reinheitsgebot, Sauberkeit.

L – Leitkultur. Zur deutschen Leitkultur gehört der Begriff Leitkultur, der, da wir eine Einwanderergesellschaft sind, von einem in Damaskus geborenen sunnitischen Moslem erfunden wurde. In Syrien wurde die Leikultur von den Alawiten und der Familie Al-Assad vertreten. Die Leitkultur bedeutet – von „leiten“ = führen, den Weg weisen – die führende Kultur, also die Kultur der Führenden, also die wegweisende Führerkultur (siehe Mohammed und Nietzsche).

L – Loyalitätsproblem. Symptom, das viele Deutsche befällt, wenn sie sich zu Landleuten bekennen sollen, deren Großväter nicht entnazifiziert werden mussten. (Stevanovic)

M – Mohammed. Gehört zu Deutschland, aber ohne Karikaturen (siehe Grass). Einer hartnäckigen Legende zufolge der belebteste Vorname für Jungen in Deutschland, findet sich aber in dieser Statistik nicht: Und auch nicht in dieser.

M – Mülltrennung. Siehe Analfixierung, Zyklon B.

N – Nationalhymne. Wir haben eine, deren erste Strophe nicht gesungen werden darf (weil dort das Wort „Ätsch“ vorkommt, was unhöflich ist),  und deren dritte Strophe niemand singen kann, ohne zu lachen (weil dort „deutsche Frauen“ und „deutsche Treue“ in einer Zeile gemeinsam vorkommen). Das soll uns erst mal einer nachmachen. Brüh im Lichte dieses Glanzes (siehe Vaterland).

N – Nietzsche, Friedrich. Propagandist des Übermenschen: „eines Typus höchster Wohlgeratenheit, im Gegensatz zu ‚modernen‘ Menschen, zu ‚guten‘ Menschen, zu Christen und andren Nihilisten …“ Das Nietzscheanertum lebt in der Kritik des „Gutmenschen“ ebenso fort wie in der Vorstellung einer Leitkultur (siehe Leitkultur), weshalb Vertreter der Leitkultur so genannte Gutmenschen verachten. Bewunderer des Islam (siehe Islam): „Wenn der Islam das Christentum verachtet, so hat er tausendmal recht dazu: der Islam hat Männer zur Voraussetzung. (…) An sich sollte es ja keine Wahl geben, angesichts von Islam und Christentum, so wenig angesichts eines Arabers und eines Juden.“

N –  Nutella. Danke für das aromatisierte Schmieröl, nach dem heute noch süchtig bin. (Stevanovic). Siehe Analfixierung.

O – Opa war kein Nazi. Ährlich nich. Wahlweise auch: Opa war Sani im Musikkorps.(Herwig Finkeldey) Und nicht nur das. Schon vor 1933 zirkulierte unter den deutschen Juden der Witz: „Wie viele Juden gibt es in Deutschland? Na, mindestens 70 Millionen, denn jeder Deutsche kennt einen anständigen Juden.“ Opa hat oft seine Stellung in der SS benutzt, um Juden zu helfen, unter Lebensgefahr, und hat seinem Vorgesetzten gesagt, das mit den Juden sei eine Schweinerei (siehe Essen, Zyklon B) und werde sich rächen (siehe Alttestamentarisch).

O – Ordnung. Das halbe Leben. Ersatz für Sex.

O – Ossis. Laut Günter Grass sind die Ossis die Strafe für Auschwitz (siehe Zyklon B). Sie gehören aber auch zu Deutschland, wie der Islam. Ostdeutschland gilt insofern als nicht Teil der Leitkultur, als es unter Nazis (siehe Nietzsche, Hitler) und Kommunisten weitgehend entchristlicht wurde. Andererseits spielen sich manche Ossis als Retter des Abendlandes auf (siehe Christentum). Und: vor dem Beitritt der Ossis zum Bundesgebiet war das Händeschütteln im Westen fast ausgestorben. Diesen wichtigen Aspekt der Leitkultur haben die Ossis also gerettet. (Siehe auch Döner, FKK, Sexshops.)

P – Pornografie. Siehe FKK und Sexshops.

Q – Querdenker. Ein anderes Wort für Linke, die nicht in einer linken Partei sind. Rechte, die nicht in einer rechten Partei sind, heißen Querulanten.

R – Rechtstaat. Wenn der Staat eine Sauerei machen will, muss er vorher ein Gesetz dazu erlassen. Das unterscheidet uns von der Willkürherrschaft.

R.- Reinheitsgebot: (Siehe Analfixierung, Antisemitismus, Bier, Islam, Leitkultur, Unrat, Zyklon B) „Vor allem verpflichte ich die Führung der Nation und die Gefolgschaft zur peinlichen Einhaltung der Rassegesetze und zum unbarmherzigen Widerstand gegen den Weltvergifter aller Völker, das internationale Judentum.“ (Adolf Hitler, „Politisches Testament“, 29. April 1945.)

R – Romantik. Dingen eine Tiefe geben, die sie nicht haben. Manchmal reicht es, von einem Felsen auf das Meer zu starren. (Siehe: Leitkultur, FKK, ganzheitliche Ansätze) (Stevanovic)

S – Sauberkeit. Siehe Reinheitsgebot.

S – Sauerkraut. Schmeckt gut zu Blutwurst. Und zu Kassler. Siehe Essen.

S – Schlager. Übersetzung von „Hit“.

S – Sparen. Ein Sparbuch, ein paar Münzen, etwas Gold vielleicht, ein Eigenheim, das man den Kindern hinterlässt. Und es dürfte signifikante Erbitterung ausgelöst haben, dass die Eigenheimpreise steigen, auf Sparguthaben ein Negativzins erhoben wird und der Unterhalt eines Häuschens durch sinnlose Isolierungen und massive Energiekosten steigt, während Länder durchgeboxt werden, die ihre Leute mit 55 in Rente schicken (Griechenland). Wer seinen Verstand beieinander hat, jubelt nicht über Macron, der sich ein kleineres Geschenklein von 50 Mill. wünscht, damit seine Bürger weiter mit 62 in Rente gehen können. (Oleander). Siehe Sozialneid, Gerechtigkeit, Humor.

S –Schlussstrich. Wird immer gefordert, um eine Diskussion zu beenden, bevor etwas ans Tageslicht kommt, das einer Brutalstmöglichen Aufklärung entgangen ist. (Opa Krempel)

S – Sexshops. Bis 1989 nur im Westen nach der Vereinigung auch im Osten.  Bevorzugtes Ziel vollverschleierter Frauen (siehe Islam) in den Bahnhofsvierteln von Frankfurt und München.

S – Sozialneid.  Jeder Millionär ist in den Augen der Deutschen ein Ganove, wenn nicht gar Schlimmeres (siehe Juden). Was ich selber nicht besitze, sollst du schon lange nicht dein eigen nennen (siehe Gerechtigkeit). (Marina)

T – Transvestiten. Es sei denn, sie ziehen sich eine Burka an. Dann sind’s Terroristen (siehe Angst).

U – Umweltschutz. Religionsersatz (Klaus J. Nick). Siehe Reinheitsgebot, Mülltrennung.

U – Unwort. Die Deutschen sind das einzige Volk der Erde, das jedes Jahr ein neues Unwort wählt. Sie sind aber auch das einzige Volk der Erde, das überhaupt das Wort „Unwort“ hat, aber auch Unmensch, Untat, Unding, Ungeziefer (siehe Zyklon B) und natürlich Unkultur. Die Leichtigkeit, mit der etwas mit der Vorsibe „Un“ aus dem „gesunden Volkskörper“ ausgeschieden werden kann, verweist auf die Analfixierung der deutschen Kultur.

U – Unrat. Professor aus Lübeck, außerdem Dauerzustand in einzelnen Vierteln Duisburgs und auf Autobahnrastplätzen im Sommer. (Oleander) (Siehe Reinheitsgebot, Analfixierung.)

V- Vaterland. Für zivilisierte Völker ist die Heimat ein Mutterland. Nicht für die Deutschen (siehe Analfixierung).

V –  Vereinswesen. Ohne Vereinsmeierei und Korporatismus kein Deutschland. Jedes Hobby und Anliegen findet im Verein sein organisiertes Zuhause – vom Angeln bis zum Zierfischzüchten, vom Abendlandretten bis zum Zen-Buddhismus; auch die FKK. Die große Verwirrung um die deutsche Leitkultur verwundert nicht. Die Leitkultur existiert gar nicht eingetragen im Vereinsregister. Die deutsche Leitkultur ohne Mitgliederversammlungen, Mitgliederversammlungsbeschlüsse, Protokolle, Steuerklärung, Vereinskasse, Vereinssatzung, Vereinssitz, Vorstand und Vorstandsbeschlüsse? Schwer vorstellbar. Dringend sei zur Behebung dieses Missstandes die Gründung des gemeinnützigen Vereins „Deutsche Leitkultur e.V.“ empfohlen. Nur eine vereinsmäßig organisierte Leitkultur kann eine wirklich deutsche Leitkultur sein. (Ben Frick)

V –  Volksmusik. Hören immer die anderen, trotzdem verkaufen sich Platten von den Wildecker Herzbuben, die übrigens tolle Musiker sind, ausgezeichnet. Auch wenn uns unsere ‚Kultursender‘ nun ständig mit diesem blutleeren Indypop Singsang quälen. (Klaus J. Nick)

V – Volkswagen. Leuchtendes Beispiel für Mitbestimmung (Stichwort brasilianische Huren für Betriebsräte) und deutsche Technik (Stichwort Abgasskandal).

V – Volkstrauertag. Keine Leidkultur ohne Heldengedenken. (Birgit Gärtner)

W – Wagner, Richard: Antisemit, und Hitler-Vorbild. Darum ein Muss für Eliten einmal im Jahr, andere kriegen keine Karten. (Oleander, von A.P. bearbeitet.) Reimte „konnt‘ er’s auf ‚besonders“ („Die Meistersänger von Nürnberg“).

W – Wald. Mythischer deutscher Ort, wo Kinder ausgesetzt werden, Hexen wohnen, böse Wölfe kleine Mädchen ansprechen, öde Sonntagsspaziergänge stattfinden und Tiere geschossen werden. Ihn vor lauter Bäumen nicht zu sehen, gilt als schwere Sünde. Ohne das angebliche Waldsterben wären die Grünen nie Volkspartei geworden.

W – Weimarer Klassik: Goethe und so. Unverzichtbarer Bestandteil aller Reden, in denen es heißt, man dürfe Deutschland nicht auf die zwölf Jahre reduzieren. Als ob die Nazis (und Kommunisten) nicht auch Goethe, Schiller und Co. als Keule gegen andersdenkende benutzt hätten.

W – Weltmeister. Ätsch. Siehe Nationalhymne.

X – X-Chromosom. 99% der Menschen, die für eine Leitkultur sind, können Ihnen nicht erklären, was ein X-Chromosom ist. Und da liegt das eigentliche Problem.

Y – Scrabble.  Wenn niemand das Wort „Sex“ gelegt hat, kann man mit einem Y rein gar nichts anfangen.

Z- Zivilisation. Inbegriff westlicher Dekadenz. Die Franzosen haben Zivilisation, wir haben Kultur. So jedenfalls Thomas Mann, bevor er der Zivilisation verfiel. Siehe Kulturbeutel.

Z – Zyklon B.

112 thoughts on “Leitkultur alphabetisch

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    KJN, wissen Sie, an sich sind alle „Rassehunde“ Mischlinge, denn ursprünglich wurden ja bestimmte Rassen wiederum zusammengebracht, um eine neue Rasse zu züchten, die ganz bestimmte Eigenschaften haben sollte. Eine relativ junge Mischung, die dann Rasse wurde, ist beispielweise der Landseer.
    Bei bestimmten Pferderassen ist das ähnlich. So darf zum Beispiel bei den Trakehnern der Araber (wegen Schnelligkeit) und das Englische Vollblut (wegen Ausdauer) in homöopathischen Dosen eingekreuzt werden.

    Sorry, wollte Ihnen nicht Ihren Vierbeiner schlecht reden. Posener hat auch einen, wie mir später einfiel. Aber die aus Mischungen entstandenen Rassen sind schon auch schön; und (beim Menschen) gerade Farbige, die ja früher in Südafrika noch mehr ausgegrenzt wurden als Schwarze, ein Schicksal, dass sie mit „Mestizen“ in den Americas teilten, sind oft sehr attraktive und daneben aufgeschlossene Menschen. Nur sollte man deswegen nicht den Fehler machen, absonderliche Ideen wie die Erzeugung einer braunen Einheitsrasse zu propagieren. Erstens macht das allen Angst, zweitens ist das ausgesprochen dämlich, weil nach Frankenstein und Unfreiheit stinkend.

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    B – wie „Bonn ist nicht Weimar“. Als die Bundesrepublik Deutschland noch von Bonn aus regiert wurde, wurde dies immer wieder festgestellt, wenn Extremisten an Einfluß gewannen und man gerade keine Zeit oder Lust hatte, der Anfänge zu wehren. Daß Bonn noch nie Weimar gewesen ist, sieht man schon daran, daß der prominenteste Sohn der Stadt (Beethoven) wegzog, während die prominentesten Bewohner Weimars (Schiller, Goethe, Liszt) dorthingezogen waren. Die Feststellung ist sei dem Regierungsumzug umgewandelt worden in „Berlin ist nicht Weimar.“ Und auch das stimmt (schon allein der Einwohnerzahl wegen). Genausowenig sind übrigens die USA Bulgarien oder ist Peking Bielefeld.

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    @ Thomas ex Gotha:

    Einfach nur Schwachsinn, Ihr Statement zu mir, dazu geeignet, einen CDU-Wähler in die AfD-Ecke zu treiben, was Ihnen mit mir nicht gelingen wird, aber vielleicht mit anderen. Daher kontraproduktiv. Widerspruch.

    „Thomas ex Gotha lebt als Thomas Schweighäuser zwischen westlichem und östlichem Ostwestfalen. Leider, da zwischen 40 und 50, ein nicht mehr ein ganz so adorabler Adonis wie ehedem. Homophobophob. Hausverwalter. Gelegenheitsarbeitender. Ansonsten so gut versorgt (danke, Staat!), dass er sich dem Schönen (Oper, Literatur, Oper) in ausreichendem Maße widmen kann.
    Hält den Kapitalismus für eine der dümmsten Arten des menschlichen Wirtschaftens. Hasst Antisemitismus und kam hierher durch lizas welt, i.e. den konkret-Autor Alex Feuerherdt, welches Interesse sich nach diversen Domplattenbegehungen verstärkte.
    Erntet mit seinen wenigen Kommentaren, die er hier hinterlegt, selten Widerspruch. Praktisch nie.
    https://tapferimnirgendwo.com/2014/10/17/stellt-euch-vor/

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    Aber, aber, lieber Alan Posener. Gucken Sie doch mal, die mit dem Ringelschwanz lässt Gabriel Garcia Marquez doch in „Hundert Jahre Einsamkeit“ eingehen, allerdings sind sie ein Produkt von Inzucht, heißen auch alle gleich, weswegen ich das Buch ätzend fand.

    Aber von meinen acht Hunden war keiner dumm, nicht einmal der erste, der Afghane. Der wusste genau, dass er nur entwischen konnte zum Hasenjagen, wenn Oma die Tür aufmachte, weil sie ihn dabei nicht halten konnte. Großartig war, wie er im Garten diesen Hasen stellte, der Myxomatose hatte. Er war sehr irritiert. Dann beschloss er, sich mit dem Tier anzufreunden. Bissig waren nur die, die wir deswegen gekauft hatten. Es war mühsam und teuer, das zu kanalisieren. Das waren zwei. So kann man das keinesfalls betrachten. Reinrassige Hunde sind meistens schöner als Mischlinge, und eben deswegen sollte man das nicht vergleichen, denn gemischte Menschen können sehr attraktiv sein.
    Ich würde niemals eine Promenadenmischung haben wollen. Mein Hund muss verlässliche Eigenschaften haben und ein nobles Aussehen, sonst kann ich mir auch gleich ein Meerschweinchen zulegen und muss nicht mehr bei Regen raus.
    Es gibt nur wenige Mischlinge, die ich durchgehen lasse: Die von Broder, weil Rassehunde bei ihm ohnehin schlecht aufgehoben wären (steht zu spät auf) und einer zur Fernsehgröße wurde und den von Thomas Mann, weil der zur literarischen Gestalt wurde.
    Aber Menschen sind ganz anders, man muss ja nur an Obama und seine Töchter denken.
    Menschen picken sich intuitiv passende Erzeuger/Frauen raus, Tiere nicht.

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      Interessant…ich habe nur noch nie einen Mischling gesehen, den ich auch nur ansatzweise schön gefunden hätte.

      Ich bin allerdings weniger optimistisch, was die Partnerwahl von Menschen angeht. Wenn das stimmen würde, gäbe es keine Rassenmischung auf der Welt – die ja die Ursache für den Untergang des alten Griechenlands war (Mischung der Hellenen mit Pelasgern) und des alten Roms (Mischung der Römer mit Sklaven)…wenn ich mich nicht irre.

      Was mich angeht, hätte ich niemals etwas Ausländisches geheiratet. Eine Nachtigall paart sich auch nicht mit einer Amsel 🙂

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        Betr.: Nachtigall und Amsel. Wie Ihr Vorbild Adolf Hitler, Linkenhasser, verstehen Sie den Unterschied zwischen Art und Rasse nicht.

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      Schon O.K., wie Sie Ihren Rassehund verteidigen, so, wie ich meinen Mischling, den selbstverständlich allerbesten und liebsten Hund der Welt und der alles andere, als ein Meerschweinchen ist und hoffentlich mindestens 20 Jahre alt wird, wie sich das für einen Mischling auch gehört. ich greife das aber auf, weil mir aufgrund Ihrer Verteidigungsrede für Rassehunde der Gedanke kam, daß Rassefanatiker – wahrscheinlich ohne es zu wissen – absolut utilitaristisch denken, also einen bestimmten Zweck, eine Idee, eine Idealvorstellung verfolgen, die darüberhinaus außerhalb ihres eigenen Interesses (ihres eigenen Ichs) liegt. Sie (nicht Sie, Oleander, es geht mir hier nicht um Hunde, Sie verfolgen ja Eigeninteresse, z.B. einen jagdhund, der gut apportiert, zu haben) sind also im Prinzip Opfer einer Manipulation, nämlich der Manipulation von Interessenten, die sich ihre Macht nicht in weltweiter Konkurrenz (z.B. ‚Globalisierung‘) erschleichen wollen, sondern durch ‚identitäre‘ Politik. So ähnlich, wie manche Feministinnen (und Feministen), die uns erzählen wollen, daß Frauen die besseren Menschen sind. Opfer dieser Manipulationen der Nationalisten und Identitären sind ‚Verlierer‘ (also die, die der immer schärfer und ins Persönliche gehende Anforderungen der Arbeitswelt nicht mehr erfüllen können), und bei den Radikalfeministinnen und -Feministen Frauen, die z.B.Opfer männlicher Gewalt oder Übergriffigkeit sind. Diese Beschreibung, bzw. Kritikansatz als leitkulturellen Aspekt für Deutschland zu bezeichnen, ist vielleicht deswegen überzogen, weil dieser z.B. in Frankreich oder Schweden ähnlich zu finden ist.

  6. avatar

    Körperbesessenheit

    Ich weiß nicht, ob es ein anderes Land gibt, in dem Leute so intensiv über Nahrungsbestandteile nachdenken, ja grübeln, und das dann pseudowissenschaftlich aufarbeiten. Ob in anderen Ländern plötzlich auch niemand mehr Nüüse vertrug und dann später erst Laktose und dann Gluten, erschließt sich mir nicht. Wenn ich die Italiener an Ferragosto (Mariä Himmelfahrt) fressen sehe, ein ganzer Familienclan stundenlang an einem Tisch, würde ich sagen, das ist an ihnen vorbeigeflogen.

    Ich bezweifle auch, dass man in anderen Ländern die Masern einläd, sich dagegen locker-flockig zu einer prophylaktischen Darmspiegelung überreden lässt.

    Der Deutsche und die Deutschin leben körperbewusst, aber mehr die Jüngeren. Zu sehr, finde ich. Ich habe immer Angst, dass die Armen eine sekundäre Neurose entwickeln und zum Therapeuten müssen.

    Apropos Spargel, Stevanovic und Opa Krempel:
    Im Prinzip müssen Sie ihn probieren, bevor Sie weiterdiskutieren, vielleicht mit Poseners Rezept, denn schließlich essen wir Ihre Vorschläge meistens auch. Cevapcici home made sind ein Gedicht, tiefgefroren allerdings eine Ohrfeige. Cevapcici gehören zur jugoslawischen Kultur wie Tito und Djuvec-Reis, letzterer köstlich. Ansonsten kenne ich von Jugoslawien nur Montenegro und nur aus Casino Royal ;-).

    Ob Macron am Montag weißen Spargel kriegt?

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    Opa Krempel, wenn ich das richtig sehe, muss es deftig sein, und Sie trinken Rotwein dazu. Sie haben Bacon und Aioli dabei, aha. Ich ess sowas auch gern, ab und zu.
    Aber wenn Sie das mit weißem Spargel veranstalten würden, wäre es ein Verbrechen. Weißer Spargel schmeckt nussartig und muss zwingend mit Weißwein serviert werden. Er gehört also in eine zartere Küche, und viele Leute servieren ihn daher Gästen.
    Wir reden also über ganz verschiedene Dinge.
    Wir bekommen hier gelegentlich ein Rezept von Georges Blanc, Frankreich, serviert, der den grünen mit einer Morchelsauce kombiniert. Im Grunde spricht das Bände. Mit dem weißen geht das nicht. Der weiße ist pur. Zucker hat er ganz gern, wie Posener herausstreicht. Der grüne wächst überall, der weiße braucht genau wie Wein einen ganz bestimmten Boden.
    Aber, Statement zur Güte. Kartoffeln mit Sauerrahm aus dem Ofen sind auch sehr gut und auch sehr deutsch.

    Der weiße jedenfalls ist eine deutsche Delikatesse, so wie die Gänseleber eine französische ist. In Schottland, Norwegen und Kanada gehört der Wildlachs zu den Delikatessen, in Neu England und am Atlantik der vor Ort! gefangene Hummer.

    Es gibt noch eine deutsche Delikatesse, die es auch in England zu Ruhm gebracht hat: Erdbeeren. Fahr sie durch die Gegend, dann sind sie nullachtfuffzehn. Und dann gibt es in beiden Ländern noch eine Rarität für ca. vier Wochen: Die Stachelbeere. Frankreich wartet dafür mit der Reineclaude auf. Es ging um Leitkultur. Wie schön, dass wir manches noch haben und Pizza am besten in Italien schmeckt, Baguette immer noch am besten in Frankreich und Fisch am Meer, wenn es noch lokale Fischer gibt.

    Alles andere lernt man zu ertragen, aber nur wegen des Portemonnaies.
    Man muss ja keine Delikatessen lieben.

    @ Roland Ziegler
    Guten Appetit!

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