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Melanie Amanns verstörende Nähe zur AfD

Jeder Journalist kennt das: die Korruption durch Nähe. Die notwendige Symbiose von Beobachter und Quelle führt zu Situationen, bei denen der Unterschied zuweilen verschwimmt. Deshalb sollte man gelegentlich die Themen wechseln. Die „Spiegel“-Journalistin Melanie Amann beschäftigt sich seit vier Jahren ausschließlich mit der AfD. Das hat ihrer Urteilskraft geschadet. Sie ist zu nahe dran.

In ihrem Buch „Angst vor Deutschland“, mit dem ich mich schon einmal beschäftigt habe, streicht Amann (S.306f) auch „die positiven Effekte der AfD“ heraus. Die sind:

1.       „Die AfD zwingt ihre etablierte Konkurrenz, insbesondere die CDU, sich auf ihre Kernbotschaften zu besinnen und klar Position zu beziehen. (…) Die Rechtspopulisten haben die Politiker ehrlicher gemacht.“

Ach ja? Dafür bleibt Amann uns jeden Beweis schuldig. Die Unterstellung, „die Politiker“ seien unehrlich oder würden das Wahlvolk mit „Worthülsen“ abspeisen, ist reine AfD-Ideologie. Tatsächlich hat die CDU unter Angela Merkel ihre Strategie der „asymmetrischen Demobilisierung“ der SPD-Wähler nie verhehlt, und sie war auch sehr erfolgreich. Der Einzug der Populisten in die Parlamente wird – mindestens bis 2021, wo laut Frauke Petry eine Koalition Union-AfD möglich sein sollte – den Zustand verfestigen, in dem die Große Koalition als „alternativlos“ erscheint.

2.       Die AfD „hat dafür gesorgt, dass sich viele Bürger, die sich lange nicht für Politik interessiert haben, erstmals wieder politisch engagiert haben“, was man „nur feiern kann“.

Man muss keineswegs „feiern“, dass sich Bürger für eine Partei ins Zeug legen, deren Kernbotschaften lauten, man werde die gesellschaftlichen Entwicklungen seit 1968 rückgängig machen, erstens, und zweitens, dass man allerlei ressentimentgeladene Dinge „wohl noch sagen dürfen“ wird. Man kann auch der Meinung sein, dass Stammtisch Stammtisch, Politik Politik bleiben sollte.

3.       „Die Existenz der AfD zwingt zudem die Journalisten zu mehr Vorsicht und Neutralität in ihrer Arbeit.“

Ach ja? Gibt es dafür auch nur ein Beispiel? Amann selbst ist ein Gegenbeispiel , denn sie mischt sich in die innenpolitischen Kämpfe der AfD ein, indem sie etwa der Vorsitzenden Frauke Petry reinen Opportunismus unterstellt, im Gegensatz zu ihren nationalkonservativen Gegnern. Undd sie betreibt gegenüber den „Altparteien“ (sie nennt sie so, wenn auch mit Anführungsstrichen) Politikberatung: „Ohne sich von den Rechten treiben zu lassen oder gar in deren jargomn zu verfallen, sollten sich die Unionsparteien (…) urkonservativen Themen wie Patriotismus oder Freiheitsdrang stellen.“

Seit wann Patriotismus und Freiheit „urkonservative“ Themen sind, schließlich werden sie in der Französischen Revolution erstmals verbunden, bleibt Amanns Geheimnis, aber darum geht es nicht. Es geht um den Gestus der Journalistin als Erzieherin: „Hier geht es um das ganze Land, es geht um uns alle. (…) Die wichtigste Aufgabe im Wahljahr wird sein, die AfD wieder in die Grenzen des politischen Systems zu zwingen. Im Interesse aller – wir haben es in der Hand, darüber zu entscheiden, welchen Weg Deutschland einschlagen soll …“ Wer ist dieses ominöse „Wir“? Wer bestimmt, was „die wichtigste Aufgabe im Wahljahr ist“? Für wen? Wo ist da die Neutralität? 

4.       „In der öffentlichen Debatte hat die AfD im guten Sinne viele Selbstverständlichkeiten infrage gestellt … so können Kritiker der Eurorettung oder einer ungebremsten Zuwanderung nicht mehr pauschal als rechte Hetzer, Fremden- oder Europa-Hasser abgetan werden.“

Au contraire, würde ich sagen: da die AfD legitime Kritik an der Europa- und Zuwanderungspolitik verknüpft mit Hetze, Fremdenhass. Putin-Freundlichkeit und Europafeindlichkeit, hat sie diese Positionen, die es doch auch lange vor Lucke und Gauland gab, delegitimiert. Übrigens trat auch vor der AfD keine Partei und auch kein Publizist von Rang für „ungebremste Zuwanderung“ ein. Frau Amann sollte sich das Schicksal des Rot-Grünen Einwanderungsgesetzes vergegenwärtigen, das auch keiner „ungebremsten“ Zuwanderung das Wort redete, und dennoch von der Union – „Kinder statt Inder!“ – zu Fall gebracht wurde. Auch an der Euro-Rettung wurde Kritik geübt, und lange vor dieser Politik konnte der Ex-Bundespräsident Roman Herzog in der „Welt am Sonntag“ die Frage stellen, ob denn die Bundesrepublik angesichts ihrer Einbindung in Europa noch als parlamentarische Demokratie bezeichnet werden könne, ohne dass ihn irgendjemand als „rechten Hetzer“ oder „Europafeind“ beschimpft hätte. Mag sein, dass es in der Kantine des „Spiegel“ so zuging, aber der „Spiegel“ ist eben nicht die Welt.

5.       „Allein die Existenz der AfD dürfte auch manche sprachliche Übertreibung der Political Correctness korrigieren und ideologisch durchtränkte Wissenschaften wie die Genderlehre unter Rechtfertigungsdruck setzen.“

Nun, eine Wissenschaft ist entweder eine Wissenschaft oder „ideologisch durchtränkt“, dann ist sie keine Wissenschaft. Und „die Gender-Lehre“, von AfD-Männern gern mit hartem G ausgesprochen, gibt es auch nicht. Es gibt „Gender Studies“, und es ist nicht Schuld derjenigen, die sie betreiben, dass es im Deutschen, anders als im Angelsächsischen, keinen Unterschied gibt zwischen „science“ – Wissenschaft, in der Regel Naturwissenschaft – und „studies“ als Teil der „humanities“, also der Sozial- und Kultur„wissenschaften“, und auch nicht zwischen „sex“ – biologischem Geschlecht – und „gender“ – sozialer und sprachlicher Zuschreibung bestimmter Rollen –, so dass manche Witzbolde unterstellen, als reaktionär gelte bei den „Gender-Anhängern“ schon, wer glaubt, den Geschlechtsunterschied mit bloßem Auge erkennen zu können. (Dass man bei diesen Witzbolden zuweilen tatsächlich eine Brille braucht, um etwas zu erkennen, versteht sich von selbst.)

Was die Political Correctness angeht, so brauchte es keine AfD, um Übertreibungen zu korrigieren. Philip Roths Roman „The Human Stain“ thematisierte schon vor 17 Jahren sowohl die politische Korrektheit wie auch die feministische Literatur„wissenschaft“. Gideon Böss legte 2014 seinen Roman „Die Nachhaltigen“ vor, der sich mit politischer Korrektheit beschäftigte, als die Lucke-AfD noch auf den Euro fixiert war.  Amanns Kollege Jan Fleischhauer, der seit Jahren eigentlich kein anderes Thema hat als die Kritik der politischen Korrektheit, die ihm die Kindheit verdorben, dafür aber zu einem Bestseller – „Unter Linken“ – verholfen hat, lobte „Die Nachhaltigen“ überschwänglich, aber vielleicht war Amann gerade geistesabwesend. Und von Henryk Broder, dem großen Polemiker wider den tierischen Ernst der „Gutmenschen“ (deren Haltung und Sprache Kurt Scheel schon Mitte der 1990er Jahre im „Merkur“ geißelte), wollen wir erst gar nicht reden. Die Unterstellung, die AfD würde „allein durch ihre Existenz“ den Übertreibungen der Political Correctness eine Grenze setzen, ist reine AfD-Propaganda und durch nichts zu belegen, weil sie – auf gut Deutsch – Bullshit ist.  

Noch einmal: Melanie Amann ist zu nahe dran. Und nahe dran an fürchterlichen Vereinfachern. Sie braucht ein neues Aufgabengebiet. Wie wär‘s mit Brüssel? Auch dort wird man durch Nähe korrumpiert, aber es ist wenigstens Nähe zu einer an sich vernünftigen Sache.

24 thoughts on “Melanie Amanns verstörende Nähe zur AfD

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      Oleander, ich habe über meine Erlebnisse in Köln zwei Artikel geschrieben, Sie dürfen sie ruhig lesen.

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    Ich möchte auch anfügen, dass Amann die AfD durchgängig zu kritisieren versucht und ausnahmsweise Gedanken einschiebt, was an der AfD gut sein könnte.

    Wer Ausländerkriminalität oder Zuwanderung problematisierte, ist auch früher in die rechtsradikale Ecke getextet woden, dazu braucht es die AfD nicht. Wenigstens hat die Rechte jetzte eine politische Heimat in Deutschland, die als Partei nicht vom Verfassungsschutz beobachtet wird.

    Ich selbst habe den Parteibuch-Journalismus (zB Bednarz und Giesa) oder parteiischen Springer-Journalismus ziemlich satt. Ich will nicht von Journalisten dauernd belehrt werden, welche Parteien ich zu wählen habe. Ich selbst befasse mich nebed der AfD auch mit FDP und CDU, das lockert auf. Wer zu tief in den Abgrund schaut, mag sich vorsehen, dass der Abgrund nicht irgendwann in ihn hineinschaut, sagte Nietzsche.

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    Ich fand das Buch von Amann gut. Aber wahrscheinlich bin ich auch zu nah dran an der AfD. Dass es in Deutschland jede Menge Journalisten gibt, die zu nah an den Grünen, nämlich Parteimitglied derselben sind, stört den APO-Opa natürlich nicht.

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      Lieber Münsteraner, ich kann auch persönlich werden, wenn Sie es unbedingt wollen. Lassen sie das doch einfach.

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    Corruption through proximity. This is proved time and time again whether it be the EU or the Vatikan, both of which may be considered reasonable institutions —– at a stretch. I so enjoyed Enzensberger’s essay on the EU. It made me wonder whether it is the closest thing to a perpetuum mobile. Criticism of both institutions, whether in Brussels or Rome, is often treated as a form of heresy.

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    Bin jetzt drei Tage in Köln auf dem AfD-Parteitag. Kann sein, dass ich aus Zeitgründen Kommentare weder freischalten noch selbst kommentieren kann. Das ist keine Zensur. Sie findet hier zwar statt, nicht wahr „Linkenhasser“ und Co., aber wie gesagt …

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      Natürlich, und ich schätze es, daß Sie wenigstens zu Ihrem Linksismus stehen. Daran sieht man, daß Sie menschlich nicht total korrumpiert sein können 😆

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    Korruption durch Nähe ist bei der AfD ein ganz besonderes Problem, nicht nur für Journalisten. Die AfD braut ihren Eintopf aus Angst und unverstandenen Gefühlen, oberflächlichen Beobachtungen, halbverdauter Geschichtsphilosophie und eine gehörigen Prise orgiginalem Blödsinn. Für sich genommen kauft denen das kein ernstzuehmender Mensch ab, so dass also vielleicht 10-15 % Wählerschaft zusammenkommen. Daran ist auch unter allerbesten Bedingungen – wenn überall Frieden und Wohlstand für alle wären – nichts zu ändern.

    Nun gibt es die Möglichkeit, diese Partei sozusagen als politische Bad Bank zu betrachten und weiträumig zu umgehen, das wäre am vernünftigsten. Dann bleibt man andernorts verschont. Oder es passiert, was sich Herr Gauland auch explizit vorgenommen hat: dass die AfD als Schreckgespenst dafür sorgt, dass sich die anderen Parteien und die Politik insgesamt verändern, weil das Gebräu überall einsickert. Dies ist das eigentliche Problem.

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      …ich frage mich seit längerem, was die gutsituierten Leute bei der AfD umtreibt, sich laufend über „das deutsche Volk“ den Kopf zu zerbrechen. Die haben doch alle ein Bankkonto, eine verlgeichsweise gute Lebenserwartung, eine hervorragende medizinische Versorgung (im Vergleich zu ihren Jugendjahren), einen internetfähigen Computer, um ordentlich zu diskutieren, womöglich ein Auto und sehr viel Freizeit, um über das deutsche Volk nachzudenken und eine zugegebenermaßen mangelhafte Schul- und Ausbildung, die sie aber – ausgerechnet – gar nicht stört. Wenn man alles zugäbe, was sie sagen, wenn sie also endlich mal Recht bekommen und sich gegenseitig dazu gratulieren (derzeit sägen sie sich ja ab), kann man sich also immer noch fragen, warum sie sich so echauffieren? Wozu der Lärm?

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    Die macht das sehr gut und sachlich, die Frau Amann. Sie macht das Halali in seiner primitiven Form nicht mit und setzt sich angenehm als intelligente Denkerin und Analytikerin ab vom Rudel.

    Ich werde den Verdacht nicht los, dass Sie sich auf sie einschießen, weil sie das Gendern auch nicht so toll findet. Die Gender-studies dienen letztlich zur Verunsicherung des weißen heterosexuellen Mannes sowie seiner Frau und ihrer Auflösung im Vagen. Das zieht sich von Deutschland bis in die USA oder eher umgekehrt und dürfte zur Wahl von Donald Trump, auch unter Latinos und Latinas, nicht unwesentlich beigetragen haben.
    Jedenfalls würde das prima zu Ihren zersetzenden Kritiken am Vatikan eines Kalibers wie Ratzinger passen. Den Polen müssen Sie wohl stehen lassen, aber der dachte in puncto Natur ähnlich.

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    Na – so einfach ist das nicht, lieber Alan Posener:
    Frau Ammann sucht nicht das „Positive“, wie sie maligne behaupten, sondern sie argumentiert funktional. Die AfD – in der Version Lücke und Petry, zu Höcke kann niemandem etwas einfallen – zwingt die anderen Akteure zu sinnvollen Reaktionen. Diese beschreibt sie. Sie tun so, als sei das eine Botschaft von M. Ammann, die das „Positive“ sucht, weil sie zu „viel Nähe“ zu diesen Gruppierungen hat. Das ist eine ungewöhnlich unsachliche Diffamierung Ihrer Kollegin. Wieso Sie sich ausgerechnet M. Ammann ausgesucht haben, bleibt mir völlig unverständlich; denn sie ist sehr beschreibend und sie sucht nach einer politisch verantwortlichen Gegenstrategie. Ich finde das sehr gut. Es unterscheidet sich im übrigen auch nicht von der Herangehensweise, welche Frau Bednarz gewählt hat. Was also war der Grund für die verfälschende Kritik an Frau Ammann? Meine Kommentare sind nicht „schnippisch“, sondern verärgert.

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      Liebe Monika Frommel, ich habe bekanntlich hier auf Starke Meinungen auch das buch von Liane Bednarz über die „gefährlichen Bürger“ kritisiert. Das ändert nichts an meiner Hochachtung für Liane Bednarz. Ich habe zwei Beiträge zu Melanie Amanns Buch gepostet, und bisher haben Sie mir nicht nachgewiesen, dass die Kritikpunkte falsch wären. Meine Erklärung – „Korruption durch Nähe“ – muss nicht richtig sein. Aber die ist auch zweitrangig.

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    Martin van Creveld, u.a., zur AfD:

    PAZ: Sind die vom „Weichei-Establishment“ so geschmähten „populistischen Bewegungen“ in Europa ein Hoffnungsschimmer in Richtung Realismus?
    Creveld: Meiner Meinung nach ja. Obwohl es mir persönlich gar nicht recht wäre, wenn die EU zerfällt.

    … no comment

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    Tja, lieber Alan Posener: Frau Ammann schaut auf die AfD von innen und von außen, ist distanziert und eine hervorragende Journalistin. Das Buch habe ich erst gelesen, nachdem mich Ihr Urteil: „Naivität“ so irritiert hatte, dass ich der Sache nachgehen wollte. Eine Meinung hatte ich da nochmal nicht, nur ein ungutes Gefühl.
    Ihre Kollegin hat ein fundiertes Buch über die verschiedenen Strömungen innerhalb der AfD geschrieben. Wer dieses Buch liest, wundert sich übrigens nicht über den begrenzten Rücktritt von Petry heute; denn Björn Höcke (und Alexander Gauland sind schlicht so unklug und veranstalten Intrigen in einer Zeit, in der sie kooperieren müssten, wollten sie ihre unsägliche Partei stabilisieren. Meuten hat dies ja schon vorher probiert.
    Dass diese Partei sich zerlegt, freut mich, Sie und Frau Ammann. Aber offenbar hat der Zwang zum Argument und zu Fakten, den Melanie Ammann vorschlägt, bereits gewirkt. Eine Frau wie Petry überlegt sich nun, zumindest den Schein von Realpolitik zu inszenieren und sich so zu präsentieren, wenn sie denn in einigen Monaten ihr 5. Kind geboren hat, als Mutter klar kommt und wieder auf der politischen Bühne ist.

    Nach der Bundestagswahl und mit Blick auf Sachsen können wir ja dann schauen, wie sich diese Gruppe entwickelt. Ich jedenfalls habe viel gelernt von Frau Bednartz – hier – und von Melanie Ammann. Das ist ja schon mal was. Ihre Meinung, lieber Alan Posener, kann ich gar nicht kritisieren, da Sie ja nur ein leeres Werturteil verkündet haben (die Kollegin sei „naiv). Dazu konnte ich nur sagen: hallo – was soll denn das!

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      Nein, liebe Monika Frommel, ich habe mein Urteil an jener Stelle des Buches festgemacht, wo Frau Amann das Positive an der AfD hervorhebt. Sie müssen schon etwas mehr lesen als die Überschrift, wenn Sie das kritisieren. Und ich habe ausdrücklich in meinem letzten Artikel geschrieben, dass man aus dem Buch klug werden kann. Das ist kein Widerspruch; Sie freilich konstruieren einen.

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    „Übrigens trat auch vor der AfD keine Partei und auch kein Publizist von Rang für „ungebremste Zuwanderung“ ein.“

    Dann hab ich irgendwie die Politik der Linken, der verblichenen Piraten und besonders der Grünen in den letzten Jahren aber total mißverstanden.

    Noch nicht man Claudia Roth ist so blöd von „ungebremster Zuwanderung“ zu sprechen.
    Dort heißt es eher „wir brauchen mehr Einwanderung“, „Kein Mensch ist illegal“, „Sichere Fluchtwege schaffen“ , „wir baruchen Einwanderung“ etc.
    Wenn man diese Leute diese Politik ungehindert verwirklichen läßt läuft das natürlich auf eine ungebremste Zuwanderung hinaus.

    Und nicht daß ich Ihren Kollegen Yücel als Publizist von Rang bezeichnen will, aber Typen seines Schlages mit diesen Einstellungen:
    http://taz.de/!5114887;m/
    gibt es leider viel zu viele.

    PS: Kein Nazi von Rang trat je für den Holocaust ein, und dennoch sind heute viele der Meinung man hätte es kommen sehen können.

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      Lieber Don Geraldo, ich empfehle Ihnen, sich das Zuwanderungsgesetz der Rot-Grünen Bundesregierung anzuschauen, das die Unionsmehrheit im Bundesrat 2004 zu Fall brachte. Dann müssen Sie nicht über Claudia Roth orakeln. die Grünen wollten damals ein Punktesystem für Arbeitsmigranten. Dem Asylkompromiss wiederum hatte die SPD bereits 1992 zugestimmt. Ihr Vergleich mit dem Holocaust ist einfach widerlich. ich fordere sie in aller Freundschaft auf, ihn zurückzunehmen.

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        Um die Pläne der Grünen in der Zuwanderungspolitik deutlich zu machen genügt es eben nicht, sich die Gesetzte, die sie im Kompromiss mit anderen Parteien verabschiedet haben.
        Es genügt auch nicht, sich nur die offizielle Programmatik anzuschauen.
        Viel interessanter sind stattdessen die Äußerungen der führenden Köpfe einer solchen Partei. Gerade Frau Roth, aber auch andere sind dabei manchmal entlarvend ehrlich.

        Mein PS war der Versuch deutlich zu machen, daß Politiker ihre Pläne nicht immer offen zur Schau tragen, man sie aber trotzdem erkennen könnte, wenn man nur genau hinschaut.
        Ich hätte mich eines anderen Beispiels bedienen müssen, natürlich ist selbst der erbärmlichste Grünen-Politiker in keinster Weise mit den Urhebern des Holocausts vergleichbar.
        Dafür entschuldige ich mich hiermit.

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      Don Geraldo, man hatte die Shoah schon geplant, aber die Öffentlichkeit darüber bewußt im Unklaren gelassen.

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    Lieber Alan Posener,
    Ihre Kritik an Frau Melanie Ammann hat ihr eine Käuferin ihres Buches beschert. Schon beim ersten Blättern wirkten Ihre Einwände konstruiert. Beim genauen Lesen ärgert es mich die Kolleginnen-Schelte ohne Substanz. Schade!

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      Wie wäre es, liebe Monika Frommel, Sie würden sich kritisch mit meinen Einwänden auseinandersetzen, anstatt Phrasen wie „Kolleginnenschelte“ und „ohne Substanz“ zu verwenden? Wenn Sie ein Urteil kritisieren, rede ich ja auch nicht abschätzig von „Kolleginnen-Schelte“; und wenn ich anderer Meinung bin als Sie, mache ich klar, worin unsere Unterschiede bestehen, statt apodiktisch zu behaupten, Ihre Einwände hätten „keine Substanz“. Außerdem schlage ich vor, sich nicht erst „beim ersten Blättern“ ein Urteil zu bilden. Sie sind übrigens Autorin und können jederzeit hier etwas Fundiertes publizieren, statt schnippische Kommentare zu posten.

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