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Amal – Stadt der Hoffnung

An einem verregneten Wochenende im Oktober trafen sich am Werbellinsee am Rande der Schorfheide die Parteivorsitzenden aller im Bundestag vertretenen Parteien unter strengster Geheimhaltung zu einer Krisensitzung. Eingeladen hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel. In einem von der Presse abgeschotteten Nobelhotel wollte sie den Spitzen der anderen Parteien eine k√ľhne Idee verk√ľnden, die sich ihr Stab unter Leitung des „Fl√ľchtlingskommissars“ Peter Altmaier ausgedacht hatte – frei nach dem Motto: Ungew√∂hnliche Situationen verlangen nach ungew√∂hnlichen L√∂sungen. Der Vorschlag, den sie unterbreitete, ist wahrhaft revolution√§r, weil er mit einem zentralen Axiom der Integrationspolitik in unserem Land radikal bricht. Bisher galt die Lehrmeinung, dass Integration von Menschen aus fremden Kulturen in unsere Gesellschaft nur gelingen k√∂nne, wenn sie in unserer Mitte leben und sich nicht in Ghettos unter Ihresgleichen zur√ľckziehen und sich dadurch von den Deutschen abschotten. Berlin-Neuk√∂lln, Duisburg-Marxloh und Dortmund-Nordstadt gelten in diesem Diskurs immer als die abschreckenden Beispiele f√ľr „verlorene Quartiere“.

Altmaier und seine Crew schlugen der illustren Runde nun das genaue Gegenteil vor. Sie wollen den Fl√ľchtlingen aus Syrien erm√∂glichen, eine eigene Stadt zu gr√ľnden und darin weitgehend selbstverwaltet zu leben. Der Vorschlag steht so quer zu allem, was bisher als unumst√∂√ülich galt, dass die Kanzlerin die Notwendigkeit sah, die anderen demokratischen Parteien vorab in die Diskussion einzubinden, bevor der Vorschlag das Licht der √Ėffentlichkeit erblickt. Weiterlesen

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