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Wie spät ist die Moderne? Und wenn ja, wie viele?

In der letzten Zeit befasse ich mich ein wenig mit dem Libertarismus. Eigentlich halte ich die Bewegung für intellektuell wenig anspruchsvoll, eine Mischung aus Friedrich Nietzsche und Fritz Teufel; aber ich kann mich ja irren, also versuche ich mich schlauer zu machen.

Zuletzt griff ich das hoch gelobte Buch „Gekränkte Freiheit“ von Carolin Amlinger und Oliver Nachtwey, die beide an der Universität Basel lehren, die eine Literatursoziologie, der andere Soziologie ohne Zusatz. Nun bin ich, obwohl mein Cousin Yochanan Peres Soziologe war und wir viele interessante Gespräche hatten, skeptisch gegenüber einer Disziplin, die es – anders als etwa die Naturwissenschaften – nicht schafft, auch nur einen Minimalkonsens über die in ihrem Untersuchungsgebiet herrschenden Gesetze herzustellen. Aber die Autoren geben an, ihr Buch beruhe auf Interviews etwa mit Angehörigen der Querdenkerszene, schien also relativ faktengesättigt. Also fing ich an zu lesen.

Und merkte bald, dass „Gekränkte Freiheit“ mitnichten auf Interviews beruht, sondern auf der so genannten „Kritischen Theorie“, einer Mischung aus Marx und Freud, die sich aber, anders als die Theorien jener intellektuellen Giganten, nicht auf eine tatsächliche Änderung der Zustände – die Heilung des Patienten bei Freud, bei Marx das Umwerfen „aller Verhältnisse, in denen der Mensch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein verlassenes, ein verächtliches Wesen ist“ – richtet, sondern auf die permanente Kritik. Was für einen Akademiker sehr angenehm ist. Solange nur kritisiert wird, wirft kein Prolet seinen Lehrstuhl um.

Wer mit der „Kritischen Theorie“ eine beliebige Erscheinung der Gegenwart analysiert, wird immer finden, dass die kapitalistische Entfremdung daran schuld ist. So wie bei Katholiken die Erbsünde und der Teufel, bei Libertären der Staat. Ist der Sinn der Erkenntnis für den modernen Menschen die Überwindung, so ist er für Gläubige die Bestätigung des Dogmas.

Das zeigt sich bei Amlinger und Nachtwey auch daran, dass sie ständig von der „Spätmoderne“ reden. Nun kann man im Nachhinein bei Gesellschaftsformationen frühe, mittlere und späte Phasen unterscheiden, etwa beim Mittelalter. Man ist nachher immer schlauer; die Menschen des Spätmittelalters aber betrachteten sich nicht als „spät“, nicht als die Letzten ihrer Art, nicht als Vorläufer der Renaissance. Wer die Gegenwart als „Spätmoderne“ bezeichnet, gibt vor, ein Wissen zu haben, das er gar nicht haben kann, nämlich, dass auf die Moderne bald etwas Anderes, Nichtmodernes folgt.

Wenn die Leninisten vom „Spätkapitalismus“ sprachen, so auch deshalb, weil sie selbst dafür sorgen wollten, dass auf ihn der Sozialismus folgte. Das hatte eine gewisse Logik, auch wenn in der Praxis der Leninismus nur in halbfeudalen Gesellschaften siegte und sich der angeblich todgeweihte Kapitalismus als erheblich langlebiger erwies als die Diktatur des Proletariats. Die Rede von der „Spätmoderne“ aber ist so unsinnig wie die libertäre Entgegensetzung von Staat und Markt. Wir haben die Postmoderne schon lange hinter uns, und der Staat muss immer noch und immer wieder den Markt vor sich selbst retten.

Nächstes Buch?

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50 Gedanken zu “Wie spät ist die Moderne? Und wenn ja, wie viele?;”

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    „Wissenschaft ist, wenn man Prognosen machen kann, die auch zutreffen, oder halbwegs zutreffen, von der berühmten Gravitations-Rotverschiebung, die genau messbar ist, bis hin zu „Diese Impfung wird dafür sorgen, dass Millionen nicht an Covid sterben.“
    Und in diesem Sinne ist die Soziologie keine Wissenschaft.“

    Nein, lieber Alan Posener, dass etwas „genau messbar ist“ ist weder ein notwendiges, noch ein hinreichendes Kriterium für ernsthafte Wissenschaft. Entscheidend für das wissenschaftliche Niveau ist, ob eine (prinzipiell widerlegbare) Behauptung über einen kausalen Zusammenhang durch Messungen, Zählungen, Erhebungen etc. so bestätigt werden werden kann, dass sie auch weitere kausale Zusammenhänge der so belegten Korrelation wahrscheinlich sein lässt. Also in Ihrem Beispiel:
    Die Rotverschiebung ist eine mit mathematischen Gleichungen genau prognostizierbare Erhöhung der Wellenlänge von Strahlung, deren Emittent (Sender) sich vom Beobachter (Empfänger) wegbewegt. Was dann eben auch für Gravitationswellen gilt, was nicht weniger (aber auch nicht mehr) beweist, dass schnell bewegte schwere Körper Energie in Form von Wellen abstrahlen, die sich mit Lichtgeschwindigkeit fortpflanzen. Also dass es so etwas wie Gravitationswellen überhaupt gibt, bzw. es in der Physik sinnvoll ist, mit dem gut definierten Begriff ‚Welle’ im Zusammenhang mit Gravitation zu arbeiten. Da kommen schon einige Dinge zusammen, die in Theorie und (Mess-)Praxis zusammen passen. Von den zu übergeordneten kosmologischen Theorien passenden Bedeutung dieser Messungen gar nicht erst zu reden.

    Eine angenommene reziproke Korrelation von Coviderkrankungen und Impfungen würde gar nichts beweisen, schon gar nicht deren Wirksamkeit. Es könnte genauso gut sein dass die Impfbereitschaft mit besonderer Vorsicht (‚compliance‘) bei der Vermeidung von Kontakten einhergeht, bzw. es ist wahrscheinlich. Statistik und Korrelationen können also nie allein ein Beweis für etwas sein, bestenfalls ein Marketing-Instrument (wer das eine kauft, interessiert sich auch für das andere), im schlimmeren Fall jedoch blanke politische Agitation (..‘Skeptiker der Coronamaßnahmen’ sind anfällig für Verschwörungstheorien) unter Missbrauch des Ansehens des Wissenschaftlers in der Gesellschaft. Auch die Wirksamkeit von Impfungen oder Kontaktbeschränkungen (nächtliche Ausgangsverbote) müsste gegenüber der Vernachlässigung des Trainings des Immunsystems durch die Kontakte aufgerechnet werden, wollte man deren Nutzen belegen. Zwischen der Physik mit ihren scharfen Aussagen und der Medizinstatistik bzw. Epidemiologie liegen also bereits qualitativ Welten. Andere Beispiele dazu gibt es genügend.

    Unglücklicherweise sind gerade diese eher unscharfen rein empirischen Wissenschaften (ohne tieferen theoretischen, sondern nur mit methodischen Überbau), die ökonomisch und gesellschaftlich besonders bedeutsam sind.

    Ob Soziologen bei ihrem Versuch, den politischen Raum mit Korrelationen zu vermessen überhaupt nur annähernd auf wissenschaftlichen Niveau arbeiten, hängt wohl davon ab, ob sie von ihren eigenen Präferenzen abstrahieren können. Bei den genannten Autoren hätte ich bei dem psychologisierenden Titel „Gekränkte Freiheit“ schon erhebliche Zweifel.

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      Lieber KJN, vielen Dank für Ihre Ausführungen. Ich hatte aber nicht behauptet, dass genaue Messbarkeit ein notwendiges oder auch nur hinreichendes Kriterium für ernsthafte Wissenschaft sei. Ich schrieb im Gegenteil: „Wissenschaft ist, wenn man Prognosen machen kann, die auch zutreffen, oder halbwegs zutreffen …“ Notabene auch „halbwegs zutreffen“.
      Dieses Popper’sche Kriterium ist natürlich nicht ausreichend. Natürlich sollten die Prognosen auf möglichst genauen Beobachtungen und sauberen Berechnungen fußen. Und 99,9 Prozent der Wissenschaftler arbeiten deduktiv. Ich meine, mich erinnern zu können, dass Henrietta Leavitt die Beobachtungen zusammengetragen hat, die es Edwin Hubble 1929 ermöglichten, die Theorie des expandieren Universums (gegen Einstein!) zu formulieren.
      Und dann gibt es die so genannten Geisteswissenschaften, die kein Prognosen machen; dennoch gibt es Felder, auf denen wissenschaftlich gearbeitet wird, ich denke etwa die Erforschung der Shakespeare-Texte; man hat so genau die typischen Fehler in den ersten gedruckten Fassungen der Stücke Shakespeares untersucht, dass man bestimmte Seiten bestimmten Setzern (bekannt als Setzer 1, 2, 3 usw., nicht namentlich bekannt) zuordnen kann. In der Soziologie ist man, denke ich je eher wissenschaftlich, desto beschränkter das Forschungsgebiet ist., so war mein Cousin Yochanan Peres besonders interessiert an der Familiensoziologie. Das Problem dabei ist natürlich, dass man Vorurteile unbewusst in die Forschung hineinschleppt und deskriptiv mit normativ verwechselt. Weites Feld.
      Was die Impfung generell angeht, so unterscheiden Sie zwischen „der Physik mit ihren scharfen Aussagen und der Medizinstatistik bzw. Epidemiologie“, die Sie als „unscharfe rein empirische Wissenschaften (ohne tieferen theoretischen, sondern nur mit methodischen Überbau)“ beschreiben; sie sind ja auch Teil der Soziologie. Dazwischen aber gibt es die Virologie und Humanbiologie, die Chemie und Pharmakologie (etwa), die recht scharfe und nicht nur rein empirische Wissenschaften sind. Man weiß, dass Impfungen wirken, und wie und warum sie wirken. Seit die Impfung im frühen 19. Jahrhundert eingeführt wurde, gibt es außerdem eine Fülle von Daten, auch Vergleichsdaten, die im Hinblick auf Krankheiten wie Pocken, Kinderlähmung und dergleichen den Nutzen der Impfung belegen.
      Und man darf annehmen, dass irgendwann genügend Statistiken vorliegen werden, um auch die Fragen, die Sie aufwerfen, zu beantworten. Mein Hausarzt hat mir von einer Auffrischungsimpfung abgeraten: „Viermal geimpft und einmal erkrankt? Müsste reichen.“ Die Stiko sieht es anders. Mit dem Widerspruch muss man leben. Dass es in der Pandemie auf allen Seiten Überreaktionen gab, finde ich nicht verwunderlich. Verwunderlich finde ich, dass man nicht bereit ist, das zu tun, was Jens Spahn gleich zu Beginn der Pandemie als notwendig hinstellte: „Wir werden einander viel verzeihen müssen.“

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        Lieber Alan Posener, ich hatte übrigens die Gravitationswellen-Rotverschiebung mit einer (möglichen, aber natürlich noch nicht gemessenen) Gravitationswellen-Verschiebung verwechselt. Das kommt, wenn man zu sehr darauf fixiert ist, seine eigene Thesen argumentativ auszubauen. Durch das ‚Peer Review‘ werden dergleichen individuelle Verstiegenheiten sicher schnell aufgedeckt, allerdings die kollektiven Verstiegenheiten nicht. Und das kann sich in überzogenen Seuchenmaßnahmen, in Klima-Katastrophismus, aber auch einem ‚wissenschaftlichen‘ Antisemitismus münden, wie er sich in ‚postkolonialen‘ Köpfen anscheinend flächendeckend bereitgemacht hat und an der z.B. in Relativierung der Schuldfrage bei derzeitigen Pogromen und Kriegen (wieder) deutlich wird. Derartig kollektives Versagen von Geisteseliten (auch das müsste man in Anführungsstrichen setzen) kann apokalyptische Ausmaße annehmen, wie die Geschichte gezeigt hat. Es ist tatsächlich eine veritable Krise der Wissenschaft, die ich bereits während dieser Corona-Krise (auch bei Ihnen hier im Blog) prognostiziert habe und sie hängt mit Fachidiotentum, Narzissmus, Opportunismus auf der einen Seite und Wissenschaftsgläubigkeit auf der anderen Seite zusammen. Und natürlich haben Sie recht: Im Falle von Textdeutung und Familiensoziologie wird der Tugendpfad der Wissenschaftlichkeit i.d.R. eher beibehalten und nicht zugunsten Eitelkeit, Öffentlichwirksamkeit und Karriere bei Megathemen aufgrund von Megapfründen verlassen.
        Gegengift wäre die Verankerung der wissenschaftlichen Tätigkeit in gesichtertem, nicht-politischen theoretischen Überbau, kombiniert mit leidenschaftsloser Beobachtung und bei gesicherter, aber auch begrenzter Bezahlung.
        Vielleicht brauchen wir einfach wieder den bescheidenen, aber unbestechlichen individualistischen Universalgelehrten als Gegengift.. in einem tatsächlichen Elfenbeinturm.
        Also das Gegenteil von Wissenschaftler-Aktivisten.

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        Lieber KJN,
        wir sind uns relativ nahe, glaube ich. Ich stimme Ihnen jedenfalls zu, dass der Wissenschaftler als politischer Aktivist eine problematische Gestalt ist. Da sind freilich die Übergänge fließend. Ist der Statistiker Björn Lomborg Wissenschaftler, Publizist, Politikberater oder Aktivist? Sind Wissenschaftler, die seine Schlussfolgerungen aus den Daten kritisieren, etwa im Netzwerk „Climate Feedback“ https://climatefeedback.org/, ihrerseits schon Aktivisten? It’s complicated, und es hilft wenig, da von „Megapfründen“ zu raunen. Am Ende könnte ein von der Tabak- oder Ölindustrie hoch bezahlter Wissenschaftler tatsächlich eine wichtige Entdeckung machen, die einem Uni-Professor mit seinen bescheidenen Labormitteln entging. Und wenn diese Entdeckung tatsächlich der Überprüfung standhält, so gilt sie auch dann, wenn sie der Tabak- oder Ölindustrie nützt.
        In Sachen Pandemiebekämpfung sind wir immer noch auseinander. Vielleicht hängt das damit zusammen, dass ich im familiären Umkreis hauptsächlich mit Leuten zu tun hatte, denen die staatlichen Maßnahmen nicht weit genug gingen. Und die mich dementsprechend mit Studien und dergleichen eindeckten. Mein Standpunkt war demgegenüber, dass es der Regierung vor allem darauf ankommen muss, ein Zusammenbrechen des Gesundheitswesens zu verhindern, nicht etwa die Ansteckung auf Null zu reduzieren. Das ist ein politisches, kein wissenschaftliches Urteil. In der konkreten Praxis haben bis zur Einführung der ersten Impfungen die Jungen ein Opfer zugunsten der Alten erbracht. Nachträglich gesehen war dieses Opfer vielleicht zu groß. Jedenfalls sieht man die Folgen in Gestalt der PISA-Ergebnisse und einer hohen Zahl psychischer Probleme bei Jugendlichen, denen die Pandemie bzw. der Lockdown die schönsten Jugendjahre geraubt hat. Konkret allerdings weiß ich nicht, wie der Staat die Schulen etwa hätte öffnen können, so lange die Lehrkräfte nicht geimpft und damit wenigstens halbwegs immunisiert waren; man kann ja keine 50-jährige Lehrerin zwingen, sich der Gefahr einer möglicherweise lebensgefährlichen Erkrankung auszusetzen. Ich bin nach wie vor geneigt, der Politik im Sinne Spahns viel zu verzeihen, und ich bin gespannt, ob wir in zwei oder drei Jahren gesicherte Erkenntnisse darüber haben werden, welche Politik am besten war – oder welche Politik welche Vor- und welche Nachteile hatte. denn am ende ist Politik per definitionem eine Sache, in der man eine Wahl nicht zwischen Richtung und Falsch, sondern zwischen Alternativen, zwischen Vor- und Nachteilen trifft. Aufgabe der Wissenschaft ist es, die Vor- und Nachteile bestimmter Maßnahmen möglichst wertfrei darzustellen, sofern sie das überhaupt kann, nicht selbst darüber zu urteilen.

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        Lieber Alan Posener, ich erlaube mir den Versuch, nochmal zu präzisieren, weil denke, dass das von Ihnen besprochene Buch im gleichen Licht bzw. analog dazu betrachtet werden kann.
        Ich selber habe an einem Hygiene-Institut in „Organischer Chemie und Hygiene“ promoviert, was bedeutet, dass ich mir das Verhalten und den Abbau von ‚Stoffen‘ (Pestiziden/Herbiziden) in der Umwelt angesehen habe, speziell unter dem Einfluss von UV-Licht mit entsprechenden Experimenten. Es ist zwar lange her, aber daher kann ich schon ein wenig berichten, dass es der eigenen Karriere nicht gerade förderlich ist, wenn man die Bedeutung des untersuchten Gegenstandes mit gesundem Menschenverstand von sich aus in gesellschaftlich verträgliche Größenordnungen einsortiert. Eine toxikologische Ursache-Wirkungsbeziehung dieser ‚Stoffe’ auf Organismen in den in der Umwelt auftretenden Konzentrationsbereichen konnte jedenfalls nie nachgewiesen werden. (Und ich vermute, auch bei Bayer/Monsanto nicht wirklich.)
        Sobald Sie sich in einem Forschungsverbund befinden, werden Sie schon aus eigenem Interesse die Sprachregelungen der C4-Wissenschaftsmanager übernehmen. Und weil es ‚Verbünde‘ sind, sind es eben auch Megapfründe und das ist nicht „geraunt“, sondern natürliche Entwicklung einer Politik, die sich zu sehr auf ‚Wissenschaft‘ beruft – auch um eigene mögliche Fehleinschätzungen möglichst weg zu deligieren. Ich hatte schon verstanden, was Jens Spahn gesagt hat und es war in seiner Hellsichtigkeit bemerkenswert und sympathisch. Deswegen habe ich – ihm – auch alles verziehen, anderen nicht. Denn Jens Spahn hat seine Unsicherheit in der Corona-Frage damit ehrlich zum Ausdruck gebracht. Andere nicht. Und mit Angst macht sich trefflich Politik und es wird Macht ausgeübt. Und Interessen gibt es immer. Bei allem.
        Wer den Kompass behalten will, muss diese menschliche Komponente immer mit beurteilen.

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        Um Ihre Entgegnungen nicht komplett zu ignorieren: Natürlich brauchen wir (auch) große Forschungsverbünde, damit die Mittel gebündelt werden. Aber man muss die Mechanismen, die sich darin entwickeln, verstehen lernen. Und die Politik darf sich nicht aus der Verantwortung stehlen, wie eine Frau Merkel mit dem Atomausstieg nach dem Motto, ‚wenn die das so wollen‘ oder bei der unregulierten Migration mit „nun sind sie halt da“ bzw. gegenteilige Meinungen gar nicht erst hören zu wollen, wie bei Corona. (Ich hoffe, das ihre unsägliche Kanzlerschaft in der CDU noch aufgearbeitet wird.)
        Wir müssen erkennen, was die Wissenschaft leisten kann (Erkenntnis durch Diskurs) und was nicht (..die Aussage „97% der Wissenschaftler sagen dass..“ ist höchst unwissenschaftlich). Und ich habe das Gefühl, es immer dazu sagen zu müssen: Ich bin nicht der Meinung, dass wir uns die Materialschlacht unseres Alltages auf Dauer leisten können und sie auch nicht glücklich macht.

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        Ja, auch da sind wir uns weitgehend einig, aber das hatten wir schon: Als Nicht-Klima-Experte (etwa) muss ich politische Entscheidungen treffen (Parteien wählen, die bestimmte Programme vertreten) auf der Basis von Fakten (also dem, was die Wissenschaft weiß oder für wahrscheinlich hält), Werten (Stichpunkt Materialschlacht bei Ihnen etwa), Kosten-Nutzen-Abwägungen und eigenen Interessen. Es ist falsch, eine Komponente über die anderen zu stellen – „Follow the science!“ -, aber es ist auch falsch, diese Komponente infrage zu stellen. Es gibt Fakten, es gibt evidenzbasierte Theorien, es gibt Modelle, die gute Prognosen geliefert haben.

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        Nun, lieber Alan Posener, bei soviel (fast) vollständiger Übereinstimmung wundert es mich nicht, dass auch der Reflex auf die „Politisierung der Einsamkeit“ ziemlich ähnlich erfolgte. So viele Befindlichkeiten wollen die Herrschaften bedienen – letztlich keineswegs umsonst..
        Kinder als Therapie wäre ja nicht schlecht, allerdings dürften auch sehr viele der Generation Y und Z vor dem Dasein als möglichst perfekte Helikoptereltern zurückschrecken.
        https://www.welt.de/kultur/
        plus249026008/Volkspsychologie-Die-Politisierung-der-Einsamkeit.html

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        Ein großer Vorteil des Elterndaseins ist ja, dass man bald merkt, wie unsinnig der Anspruch ist, perfekte Eltern zu sein. Kinder werden trotz der Eltern erwachsen, und sie lernen trotz der Schule. Das ist zwar übertrieben formuliert, aber Sie wissen, glaube ich, was ich meine.

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    RZ: Ich denke eher, dass Hitler und Stalin etwas sehr anderes sind als das, was wir jetzt und hier haben

    Allerdings! Aber wo, in welcher Epoche würden Sie denn die einordnen? Wenn nicht in der Moderne? Ich bin verblüfft!

    Unterbrechen Sie die Moderne für Hitler und Stalin mal kurz? Und unterbrechen Sie die für beide ganz oder nur partiell? Waren Hitler und Stalin gar nicht modern? Oder nur halbmodern? Moderne Industrie, moderne Technik und moderne Medizin beispielsweise „liefen durch“, Humanität für ein paar Jahrzehnte aber nicht?

    Würden Sie beispielsweise Rassismus nicht für modern halten? Ich würde von modernem Rassismus und von, weit vor und nach Hitler, unter Medizinerbeteiligung an westlichen Universitäten gelehrten, modernen Rassentheorien sprechen. Industrielle Menschenvernichtung halten sie nicht für modern? Ich würde von moderner industrieller Menschenvernichtung sprechen. Usw. usf.

    Sie sehen mich ein bisschen ratlos. Ich kann mir auf Ihren Begriff von Epoche im Entferntesten keinen Reim machen. Die Entgrenzungen und Exzesse, die (aus meiner Sicht) der „Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit“ immer auch zur Folge hatte (und, wie zu fürchten steht, potenziell hat), sehen Sie jedenfalls nicht, wenn ich Sie richtig verstehe.

    Wollen wir’s – wegen (in diesem Punkt) unüberbrückbarer Differenzen 😉 – dabei belassen, lieber Roland? Sie haben das letzte Wort.

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      Solche Einordnungen sind immer schwierig (um diese Schwierigkeiten geht es hier ja). Je nachdem wie man einordnet, kommt etwas anderes heraus (für die Bedeutung des Begriffs Spätmoderne).
      Um auf Ihr Frage zu antworten: ich sehe Hitler und Stalin als Mischformen an. Die bedienen sich technisch moderner Mittel für unmoderne, barbarische Ziele. Das Ausrotten von Bevölkerungen wegen vermeintlicher Minderwertigkeit hat auch schon Attila der Hunne oder werweißwelche antiken Horden & Helden praktiziert. Die konnten es nicht so effizient, aber ethische Bedenken standen jedenfalls nicht im Weg. Es gibt also Gemeinsamkeiten und Unterschiede – wo zieht man eine Grenze? Die ist willkürlich und es kommt auch gar nicht auf die Grenze selber an, sondern auf die Erklärung, die man seiner Grenzziehung hinzufügt.

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      Eins möchte ich noch als Erklärung hinzufügen, weil es häufig Gegenstand der realweltlichen Diskussionen war. Sie spielen auf Adornos Dialetik der Aufklärung an. Ich schätze Adornos als Autor und Denker sehr. Aber hier irrt Adorno. Die Nazis haben, meiner bescheidenenen Meinung nach, mit Kants Programmatik nicht das geringste und in Folge davon mit der Aufklärung, so wie sie zu verstehen ist, nur akzidentell nicht substanziell etwas zu tun. Die Ziele der Nazis sind unaufgeklärt, inhuman, können nicht als allgemeines Gesetz anerkannt werden und einfach falsch. Und auf die Ziele kommt es hierbei an.

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      Und dann noch zur weiteren Frage, ob Rassismus modern ist: Nein, Rassismus ist falsch und schlecht (beides), ist also kein Ergebnis mündigen Nachdenkens und entsprechend unmoderne. Und wenn man, ausgehend von diesem Ansatz, sich in der Vorgeschichte umguckt, wird man bestätigt: Die Vorgeschichte der Moderne ist voll von Rassismus.

      Der Ausgang aus der Unmündigkei bedeutet nicht, dass man so tut, als sei man mündig (indem man z.B. einen (Pseudo-)Mediziner hinzuzieht, um seinen Rassismus zu untermauern), sondern dass man mündig IST.

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      Und übrigens verkauft man keine Bücher, indem man einfach nur das Selbstverständliche sagt: dass die Nazis umnebelt und barbarisch und die Demokraten vergleichsweise klar und modern sind. Das liegt offen auf der Hand und hört sich viel zu selbstgefällig und schlicht an. Einige Philosophen, vor allem solche mit soziologischer Ausrichtung, erklären gerne, dass die Dinge eigentlich ganz anders sind, als es scheint. Das Barbarische wurzelt dann in der Klarheit, das Schwarze ist eigentlich weiß. Wahrheit ist Schein, Realität Konstruktion. So etwas weckt dann Interesse, so verkauft man Bücher

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      Unüberbrückbare Differenzen sind ansonsten für mich kein Grund, etwas auf sich beruhen zu lassen. Die Annahme, dass der „Ausgang in die Mündigkeit“ Exzesse zur Folge haben kann, ist, fürchte ich, der Ansatz heutiger Autokraten, die glauben, man müsse Demokratie lenken. Mündigkeit ist hierbei unverstanden. Wie wird man mündig? Wohl kaum indem man sich selbst über andere erhebt, Exzesse betreibt, Menschen massenhaft ermordet oder ähnliches. Das ist vielleicht Könnenbewusstsein, aber nicht Mündigkeit. Mündigkeit hat etwas mit Verantwortung zu tun (vgl. Strafmündigkeit). Mündige Menschen machen keine Exzesse, bei denen andere zu Schaden kommen (kategorische Imperativ).

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      Vielleicht können wir uns darauf einigen, dass das Licht der Erkenntnis aus eigenem Nachdenken, das die Aufklärung angezündet hat, den mittelalterlichen Menschen jenes „Könnenbewusstsein“ erzeugt hat. Er fand heraus, was man mit Technik alles leisten kann. Den christlich ausgerichteten Menschen des Mittelalters war das verborgen geblieben. Er hörte zwar: „Macht euch die Erde untertan!“, wusste aber nicht, wie. Nun hatte er auch die Möglichkeiten bzw. erfand sie sich.
      Diesen Prozess hat die Aufklärung in Gang gesetzt, insb. indem die das christliche Weltbild und die Jetztweltvermietung gekippt hat. Das, was sie an die Stelle gesetzt hat – z.B. Kants Verantwortungsethik – haben die Menschen aber nicht angenommen. So standen sie mit einem Bein im Mittelalter und mit dem anderen in der Moderne. Aber nach meiner Einschätzung waren sie damit noch längst nicht „aufgeklärt“. Das Programm ist etwas anspruchsvoller als Technik erfinden.

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      Jetztweltvermietung -> Jetztweltvermiesung (O. Marquardt). Entschuldigung wegen der Tippfehler und einiger Formulierungen – ich tippe mit einem Finger auf dem Smartphone…

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      Vielleicht ganz interessant: Kant selber – vielen seiner ziemlich anstössigen Bemerkungen zum Trotz – hat die Grundlage für einen Antirassismus der Moderne gelegt. Ich weiß nicht mehr wo, aber es gibt bei Kant die Überlegung, dass alle Exemplare zu einer Gattung zählen, die miteinander gesunde Kinder bekommen können (1) und den kategorischen Imperativ als Grundgesetz der Aufklärung für die Gattung Mensch (2). Aus diesen beiden Axiomen folgt, dass Rassismus mit Aufklärung unvereinbar ist – die Menschen sollen allgemeinen Gesetzen, die für alle gelten, folgen. Nimmt man hinzu, dass Aufklärung Grundlage der Moderne ist (3), folgt daraus, dass Rassismus unmodern ist.

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      R.Z.: ‚Die Nazis haben, meiner bescheidenenen Meinung nach, mit Kants Programmatik nicht das geringste und in Folge davon mit der Aufklärung, so wie sie zu verstehen ist, nur akzidentell nicht substanziell etwas zu tun.‘

      … akzidentell? Kant ist Rassist. Himself; Afrikaner vor allem für ein Dasein als Sklaven geeignet, Asiaten unbrauchbar für schwere Arbeit, Europäer allein fähig zu voll entwickelter Kultur.
      … und …
      ‚Sapere aude‘ – ‚Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen‘ – so beackert jeder Bauer sein Feld.

      ‚Wenn du in die erste Etage willst, musst du 36 Stufen überwinden.‘ (Mein Hamster, leider hier in der Diaspora.)

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    Da ich gerade in der Deutschen Bahn auf dem Fußboden sitze, am Tag vor dem Streik bei einem ausgefallenen Zug in einem verspäteten, wird deutlich, dass die Bahn ein perfektes Beispiel für diese Form der Spätmoderne ist

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      @R.Z.

      … muhahaha, werter R.Z.. Das ist ‚DDR‘. Ich erinnere mich, ich komme nämlich aus der rot-grünen Zukunft. Furchtbar die Bahnfahrt damals von Berlin an die Ostsee. Das dann auch noch mit einem Kinderwagen. Etwa ab Güstrow fingen die Sachsen bereits an ihre Gummiboote und Gummitiere aufzublasen, damit sie bei Ankunft sogleich in die Ostsee ’neihippen‘ konnten. Es wurde sehr eng im Zug. 😉

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        Hört sich tatsächlich ähnlich an. Die DDR hat vermutlich die Hochmoderne nach dem 2. Weltkrieg einfach übersprungen und ist direkt in der Spätmoderne gelandet. Überholen ohne einzuholen.

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    Wenn man Ihr – EJs – „Könnenbewusstsein“ als Kriterium für die Moderne zugrunde legt, dann wäre die Spätmoderne dadurch charakterisiert, dass das Könnenbewusstsein schwindet zugunsten eines Nichtkönnenbewusstseins. Dass wir die Grenzen des Machbaren erkennen und berücksichtigen. Und die nachfolgende Epoche – oder etwas kleiner: Episode – wäre also eine des Nicht-Könnens, Nicht-Machens, der Zurückhaltung. Warum nicht.

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      RZ: Und die nachfolgende Epoche – oder etwas kleiner: Episode – wäre also eine des Nicht-Könnens, Nicht-Machens, der Zurückhaltung.

      Genau. Darauf läuft die moderne Rede von „Spätmoderne“ wohl hinaus. Reckwitz jedenfalls arbeitet anscheinend an einer „Soziologie der Verlusts“.

      RZ: Warum nicht.

      Ihr Fatalismus ist bewundernswert 😉

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      Probleme entstehen, weil einige schon im Nichtkönnrenbewusstsein angekommen sind, andere aber noch im Könnenbewusstsein stecken. Dann versuchen die einen, überambitionierte Projekte mit gewaltigen Kosten und potentiell fatalem Ausgang zu stemmen (Atomkraft kontrollieren beispielsweise, oder Gebiete annektieren) und die anderen, sie daran zu hindern. Und bevor die mit dem Könnenbewusstsein nicht schmerzhaftesten Schiffbruch erlitten haben, ist keine Weiterentwicklung zum Nichtkönnenbewusstsein möglich. Die Fähigkeit, Probleme zu erkennen, bevor sie eintreten, ist jedenfalls in der Hochmoderne nicht sehr ausgeprägt.

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    … ich sehe die ‚Moderne‘ als Akne des Bösen. Verfall, Dekadenz und Tod. Die Überhöhung der ‚Industriellen Revolution‘, der sogenannten ‚Aufklärung‘ und ‚Säkularisierung‘, das sind Vehikel sozialistischen Geschwätzes um Machtansprüche durchsetzen. ‚Kommunismus – das ist Sowjetmacht plus Elektrifizierung des ganzen Landes‘ – Lenin/Habeck.

    Die Erfindung der Dampfmaschine ist keine Revolution. Ausgenommen Iwan Lokofeilowitsch, der eine Lokomotive aus einem Stück Eisen feilen konnte. Eine technische Entwicklung der Produktionsmittel gab es in der Historie zu jeder Zeit. Vom Faustkeil zum Ferrari. Und die Menschen heute sind anders, nicht intelligenter, als zu der Zeit, der sie als Jäger und Sammler umherzogen. Der Mensch wird immer wieder neu geboren. Daher!

    Aber womöglich will ‚man‘ da ran. Das nennt sich ‚APokalypse‘. 😉

    Meine ich.

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    APO: Und in diesem Sinne ist die Soziologie keine Wissenschaft.

    Das, erstens. Und spielt das, zweitens, für mich – als Laien! – überhaupt eine Rolle?

    Einschlägig ungeschult, kann ich – als Laie! – entsprechende Publikationen doch ohnehin nur als mehr oder weniger gut begründete Meinung lesen. Und nur so, als Meinung, als eine Sicht der Dinge, denke ich, können sie dem „großen Publikum“ angeboten werden. Sicher, trotzdem klar, dass z.B. schon bei Angebot und Auswahl der Lektüre soziale Kononisierung – „Wissenschaft“, „Professor*in für Soziologie an der …“ usw. – eine Rolle spielt. Aber, wie auch hier, im Thread, sehr schön zu lesen, die Kononisierung kann deutlich so oder so ausfallen. Professur und Lehrstuhl garantieren weder Verkaufserfolg noch Wahrheit. Ich jedenfalls lese „Die Gesellschaft der Singularitäten“ nicht anders als den „Angriff des Vatikans auf die moderne Gesellschaft“. Als Laie, denke ich, ist mir mehr gar nicht möglich.

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    Ich glaube (glaube – ich bin kein Soziologe), die in „Gekränkte Freiheit“ angewandte (soziologische) Methode der Interview-Verarbeitung ist (/nennt sich) die „qualitative“ (im Gegensatz zur „quantitativen“). Von Amlinger & Nachtwey „Fakten“ (und nicht Interpretationen) zu erwarten, war deshalb vielleicht etwas verfehlt, lieber APO. Und dass Amlinger & Nachtwey ihre Interpretationen auf die zugrunde gelegten Kriterien hin transparent machen, ist durchaus OK, finde ich. (Auch wenn sie dabei ein bisschen langatmig sind.) Und, klar, wenn man (aus welchen Gründen auch immer) nicht dazu gehörte, konnte unsere Generation mindestens die Adornianer schon ziemlich doof finden. Keine Frage. Das heißt aber doch nicht, dass man an Kritischer Theorie, und schon gar nicht, wie Sie sagen, an „permanenter Kritik“, gar nichts finden kann. Selbstverständlich ist Kritik, zumal „permanente“, fragen Sie mal Onkel Kant, (verändernde) Praxis. Sogar verfehlte Kritik, fragen Sie mal unsere Social Media!

    Recht haben Sie, finde ich, mit Ihrer – bitte! – Kritik am Begriff der Spätmoderne. Ich glaube zwar durchaus, dass Epochenbegriffe nicht in jedem Falle erst post festum, sondern durchaus auch auf die eigene Gegenwart angewendet werden können. Aber dann sind sie, vgl. wieder Onkel Kant!, programmatisch (und nicht diagnostisch). Und genau das scheint mir das Problem der „Spätmoderne“ zu sein. Diagnostiziert werden kann vielleicht eine „andere“ oder „veränderte“ Moderne. Aber sicher keine „späte“. Dafür fehlen alle Maßstäbe. Stellt sich also die – s.o. (ideologie-)kritische! – Frage, welches (bewusste oder unbewusste) Programm (oder welche – auf Erfüllung hoffende – Prophetie) verbirgt sich hinter „Spätmoderne“. Dazu, und als Antwort auf Ihre Frage nach dem nächsten Buch, – auch ein bisschen „gegen den Strich“ gelesen – Andreas Reckwitz mit seinen beiden letzten Büchern.

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      Naja, lassen wir die Kritische Theorie; Sie haben aber grundsätzlich Recht, insbesondere mit Ihrer Unterscheidung zwischen programmatisch und diagnostisch und der sich daraus ableitenden Frage. Reckwitz (danke für den Tipp, aber …) spricht auch von „Spätmoderne in der Krise“. Himmelherrgott, ich weiß, dass wir in der Krise sind (und in der, und in der, und in der …); ich will Lösungen.

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        APO: Reckwitz […] spricht auch von „Spätmoderne in der Krise“

        Was ja nicht nur als unabwendbare Spätmoderne, sondern als – dramatische, vor einer Entscheidung stehende – Steigerung der Spätmoderne zu verstehen ist. Dahinter verbirgt sich womöglich die von Ihnen gesuchte Lösung.

        Ohne selbst Rechter zu sein, nimmt er den auf der Rechten weit verbreiteten Kulturpessimismus („Singularisierung“) auf, führt der (kapitalistisch „apertistischen“) Gesellschaft ihre unkritisch verblödete Nur-Kulturalisierung vor Augen, um ihr dann eine Wende zum „regulativen, einbettenden Liberalismus“ ebenso zu prophezeien wie zu wünschen.

        Reckwitz macht das ein wenig zu umständlich und zu wenig konturiert, finde ich. Aber die gemeinte (Re-)Politisierung der Verhältnisse dürfte die von Ihnen gesuchte Lösung sein. Und in gewisser Weise hat die (Re-)Politisierung der Verhältnisse – auch der kapitalistischen, nebenbei – ja längst begonnen. Unklar ist allerdings noch immer, ob „wir“, die Demokraten, den einschlägigen (Re-)Politisierungs-Bemühungen (und -Erfolgen!) der Xi Jinpings, Putins, Orbans, Kaczyńskis usw. usf. auch nur eine halbwegs entsprechende (Re-)Politisierung entgegen zu setzen haben. Bewiesen haben „wir“ das jedenfalls bisher noch nicht. (Aber über „Zeitenwende“ haben wir immerhin schon mal gesprochen. Is‘ ja auch schon was!)

      2. avatar

        @EJ

        … werter ‚EJ‘, ich habe Ihren Text, 4. Dezember 2023 um 20:42, wissbegierig wie ich bin 😉 , durch das BlaBlaMeter ‚laufen‘ lassen. Guckst du;

        Bullshit-Index :0.44
        Ihr Text riecht schon deutlich nach heißer Luft – Sie wollen hier wohl offensichtlich etwas verkaufen oder jemanden tief beeindrucken. Für wissenschaftliche Arbeiten wäre dies aber noch ein akzeptabler Wert (leider).

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        Lieber Hans, wenn Sie einen Blablameter brauchen, um Bullshit zu erkennen, haben Sie ein Problem. Wenn Sie sich mit einem Kommentar auseinandersetzen wollen, tun Sie’s. Inhaltlich. Das ist – wieder mal – eine Warnung.

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        @APo,

        … ich schätze was ‚EJ‘ schreibt. Nicht immer inhaltlich. Ich muss mir aber immer 3x durchlesen bis ich das verstehe was er meint. O.k. mein Problem. Sollte mein Text frech ankommen, bitte ich ‚EJ‘ um Vergebung. Also gut geschrieben werter ‚EJ‘. Besonders gefallen hat mir, dass Sie sich als Demokrat sehen. Und was ist nach Ihrer Meinung Orban? (Bitte begründen.)

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      Ich denke schon, dass man Veränderungen auch antizipieren kann. Die sinnvollen Alternativen sind nicht das ideologiegetriebene Programm oder eine auf Erfüllung hoffende Prophetie, sondern Realismus. Man sollte die Wissenschaft auch begreifen als Maschinerie zur Erzeugung guter Prognosen. Auch Technik beruht auf einer Prognose, dass das Ding auch wirklich funktionieren wird (und nicht an der nächsten Ecke stehenbleibt oder in seine Einzelteile zerfällt, wa snatürlich nicht immer glückt, siehe Space X). Und in diesem Sinne wird zum Beispiel prognostiziert, dass die „Klimakrise“ zu tiefgreifenden globalen Veränderungen z.B. durch Migrationsbewegungen aufgrund von unbewohnbaren Gebieten führt. Woraus man wiederum ein Ende des „Weiter so!“ und den Begriff eines nahen Epochenwechsels – „Spätmoderne“ bedeutet ja, das ein neuer Abschnitt in der Geschichte vor der Tür steht – begründen kann, ganz ohne auf irrationale Prophezeiungen oder (Un-)Heilsversprechen zurückzugreifen.

      Was die Lösungen angeht: Es wäre natürlich schön, wenn es bei so viel Problemen ein paar Lösungen gibt. Da die Probleme vielfältig sind, sind es die Lösungen ebenfalls. Meiner Ansicht nach muss man sich ganz allgemein darauf besinnen, was die Spezies Mensch so besonders ausmacht: ihre Fähigkeit zur Kooperation, auch mit Leuten, die man gar nicht kennt. Das unterscheidet uns sehr auch von unseren direkten Verwandten, den Affen. Hierzu gibt es irgendwo auf der Zeit-online-Seite ein interesantes Interview mit dem Historiker Harari.
      Buchempfehlungen zur Online-Besprechung hier habe ich keine, aber ich habe neulich ein interesantes Buch zum Krieg in der Ukraine gelesen, das ich empfehlen kann: „Der Fluch des imperiums“ von Martin Schulze Wessel.
      Viele Grüße!

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        Danke für die Grüße, lieber RZ. Ich sehe es wie Sie: Wissenschaft ist, wenn man Prognosen machen kann, die auch zutreffen, oder halbwegs zutreffen, von der berühmten Gravitations-Rotverschiebung, die genau messbar ist, bis hin zu „Diese Impfung wird dafür sorgen, dass Millionen nicht an Covid sterben.“
        Und in diesem Sinne ist die Soziologie keine Wissenschaft.
        Zu sagen, es gibt Krisen – Klima, Migration usw. usf. – und sie werden unsere Gesellschaft verändern: „It’s not rocket science“, sagen die Israelis dazu. Die Frage ist: Kann die Moderne mit ihren Mitteln sie bewältigen? Als da wären: Vernunft und Wissenschaft, Demokratie und Konsens, Privateigentum, Markt und staatliche Regulierung. Ich denke ja. Aber das ist ein frommer Wunsch, keine Prognose. Und wer sagt, nein, das werde nicht gelingen, äußert auch nur eine Meinung. Und die Frage, welche Meinung sich durchsetzt, beeinflusst auch die Frage, was tatsächlich passiert. Oder?

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        Ich stimme Ihnen zu, lieber Roland, insofern Sie in beiden Textabschnitten sehr moderne Positionen vertreten – im ersten Abschnitt fordern Sie Wissenschaft und Technik, im zweiten – „Kooperation, auch mit Leuten, die man gar nicht kennt“ – Zivilisation. Warum Sie dennoch gerade die Moderne zur Disposition stellen wollen („Epochenwechsel“), erschließt sich mir jedoch nicht.

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        Lieber EJ, es kommt eben darauf an, was man unter „Moderne“ versteht. Falls es da einen gängigen Konsens gibt, so ist er an mir vorbeigegangen. Unter „Moderne“ kann man zum Beispiel alles verstehen, was gerade angesagt ist („Das ist jetzt modern!“) – in diesem Sinne ist natürlich „Fridays for Future“ nicht Spät- sondern Hochmoderne. (Oder war es bis vor Kurzem.)
        Oder man versteht unter „Moderne“ z.B. rauchende Schlote, Abwesenheit von Transzendenzerfahrung, Vollzeit-Arbeit + Umweltzerstörung. Dann wäre Fridays for Future Spätmoderne, weil sie das Ende dieser Programmatik einläuten. In diesem Sinne habe ich es gedacht.
        Wenn man Moderne aber – wie wahrscheinlich Sie – geistesgeschichtlich z.B. als „Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit“ begreift, dann würde der Begriff Spätmoderne den Sieg des Autoritarismus, die Kapitulation im Bildungssystem und die Ära kriegerischer Auseinandersetzungen ankündigen. Also die Wiederkunft der Unvernunft.

        Was im Einzelfall „Moderne“ bedeuten soll, müsste man also klären. Auf jeden Fall bedeutet es einen Zustand, der sich substanziell ändern kann. Und falls er sich ändert, so wird man diese Änderung auch schon vorher bemerken können, d.h. während sie sich vollzieht – mit rationalen Methoden, d.h. ohne Prophezeiungen oder Ideologien. So wie der Frosch, der im Topf sitzt und durchaus merken kann, dass das Wasser wärmer wird (um mal ein übliches makaberes Bild zu benutzen).

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        …übrigens wollte ich noch anmerken, dass Wissenschaft nicht NUR eine Prognosemaschine ist. Sie kann auch rein deskriptiv sein. Um mal die Geistes- und Sozialwissenschaften ein wenig zu rehabilitieren.

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        Lieber Roland, dass man Veränderungen registrieren kann, hatte ich ja bereits (4. Dezember 2023 um 13:13) zugestanden. Um aber eine Spätphase – ein Kurz-vor-dem Ende – feststellen zu können, müssen wir jedoch die Deadline kennen. Und die kennen wir nicht. – Ich denke, Ihnen ist diese lediglich formale Argumentation zu wenig. Und, bitte, ich finde die formale Argumentation ebenfalls äußerst dünn. Aber, lieber Roland, sie kürzt argumentativ beträchtlich ab. Und vermeidet, sagen wir, Unappetitlichkeiten.

        Ja, ich würde die Moderne mit dem „Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit“ beginnen lassen. Das heißt aber nicht, dass ich sie auch zeitlich mit Kant beginnen lassen würde. Eher früher. (Aber zeitlich bin ich da nicht so festgelegt.) Wichtiger ist mir, den „Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit“ als den Eintritt des/ der Menschen in ein bis dahin ungeahntes Könnensbewusstsein und Können zu verstehen. Für mich gehört zur Moderne – jetzt radikalst abgekürzt: – deshalb keineswegs nur etwa die Selbstbändigung der Menschen durch den kategorischen Imperativ. Die auch. Im Sinne des Könnensbewusstseins und Könnens genauso zur Moderne gehören für mich gleichermaßen Weltkrieg, Völkermord, Holocaust und Atombombe und Hitler genauso wie Stalin usw. usf. – Ich denke, in unserer moderne Geschichte haben wir mehr als einmal vor dem Ende der Moderne gestanden. Und was dann – und deshalb! – kam, Roland, war die Moderne! Die modernste Moderne. Die Moderne in Potenz!

        Was ich jenseits aller formalen Argumentation sagen will: Man sollte die Moderne keinesfalls aus den Augen lassen. Man sollte ihr schon gar nicht das Ende prophezeien und den Rücken kehren. Das geht nicht gut aus. Aller modernen Erfahrung nach nicht.

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        OK, EJ, wenn die „Moderne“ so breit gefasst ist, dass sie z.B. die diametralen Gegensätze Hitlerdeutschland und unsere aktuelle Demokratie gleichermaßen umfasst, – und wohl alles, was dazwischen liegt oder liegen könnte – dann kann man gar nicht das Ende der Moderne feststellen, selbst wenn man es wollte. Zumindest fehlt mir die Fantasie, mir vorzustellen, wie der Folgezustand aussehen würde. Mittelalterliche Kleinstaaterei ohne moderne Technik? Gottesstaat?

        Ich denke eher, dass Hitler und Stalin etwas sehr anderes sind als das, was wir jetzt und hier haben und das ggf. „spät“ wird. Auch Putin würde ich nicht als modern bezeichnen. Aber das kann man natürlich auch anders sehen. Die Technik ist jedenfalls gekommen, um zu bleiben bzw. weiterentwickelt zu werden. Hier gibt es nichts Unmodernes, Vor- oder Nachmodernes, was die Moderne ablösen könnte.
        Man muss also nicht nur wissen, was alles zur Moderne zählt, sondern auch, was NICHT zu ihr zählt, um beurteilen zu können, ob die Moderne gerade „spät“ ist und was auf sie folgen könnte.
        Falls Sie an so etwas wie einen Gottesstaat denken und gleichzeitig meinen, der sei nicht modern: Ich glaube nicht, dass der hier vor der Tür steht. Eine Rückkehr zum ethnisch ausgerichteten Nationalstaat und autoritaristischen Denken womöglich schon, partiell, aber beides ist ja längst Teil der Moderne, sogar zentral eingemeindet. So dass die – breit gefasste – „Moderne“ dadurch ebenfalls nicht „spät“ wird.
        Unterm Strich erscheint es also so, dass eine breit genug gefasste Moderne gar nicht „spät“ werden kann. Weil (zumindest ohne Apokalypse) gar kein Ende entstehen kann. Weil alle Alternativen modern sind.

      7. avatar

        Übrigens gab es ja vor einiger Zeit mal eine Konjunktur der „Postmoderne“. Damit wurde eine Gegenwart bezeichnet, die gar nicht mehr zur Moderne zählen sollte, sondern sich an die moderne anschließt. Mit dem Motto „Anything goes!“. Heute, nach der Postmoderne, haben wir also wohl wieder die Spätmoderne. Was doch nach einem kategorialen Schritt rückwärts aussieht, bei gleichzeitigem Voranschreiten in der Zeit.
        Also wahrscheinlich sollte man gar nicht so viel über diese wackeligen Begriffe nachdenken, sondern einfach nur herauszufinden versuchen, was der jeweilige Autor mit seiner „Spätmoderne“ genau meint.

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        Also, ich finde, ein Autor hat die Pflicht, Begriffe zu benutzen, die entweder selbsterklärend sind oder deren Definition feststeht oder die er selbst gleich erklärt. Ich lese kein Buch, das mit Begriffen hantiert, die ich nicht verstehen kann, weil sie vieldeutig sind.

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        (Gleichlautender Kommentar oben – 7. Dezember 2023 um 21:13 – an falscher Position und mit Formatierungsfehlern.)

        RZ: Ich denke eher, dass Hitler und Stalin etwas sehr anderes sind als das, was wir jetzt und hier haben

        Allerdings! Aber wo, in welcher Epoche würden Sie denn die einordnen? Wenn nicht in der Moderne? Ich bin verblüfft!

        Unterbrechen Sie die Moderne für Hitler und Stalin mal kurz? Und unterbrechen Sie die für beide ganz oder nur partiell? Waren Hitler und Stalin gar nicht modern? Oder nur halbmodern? Moderne Industrie, moderne Technik und moderne Medizin beispielsweise „liefen durch“, Humanität für ein paar Jahrzehnte aber nicht?

        Würden Sie beispielsweise Rassismus nicht für modern halten? Ich würde von modernem Rassismus und von, weit vor und nach Hitler, unter Medizinerbeteiligung an westlichen Universitäten gelehrten, modernen Rassentheorien sprechen. Industrielle Menschenvernichtung halten sie nicht für modern? Ich würde von moderner industrieller Menschenvernichtung sprechen. Usw. usf.

        Sie sehen mich ein bisschen ratlos. Ich kann mir auf Ihren Begriff von Epoche im Entferntesten keinen Reim machen. Die Entgrenzungen und Exzesse, die (aus meiner Sicht) der „Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit“ immer auch zur Folge hatte (und, wie zu fürchten steht, potenziell hat), sehen Sie jedenfalls nicht, wenn ich Sie richtig verstehe.

        Wollen wir’s – wegen (in diesem Punkt) unüberbrückbarer Differenzen 😉 – dabei belassen, lieber Roland? Sie haben das letzte Wort.

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