avatar

Brexit: the consequences

Last week, I was on the panel of a seminar on Brexit and its consequences for different EU countries, organized by University College London. Here are my initial thoughts, formulated in response to questions by Alan Renwick,  Deputy Director of the Constitution Unit, Department of Political Science, UCL.

Weiterlesen

avatar

Rote Karte f√ľr die T√ľrkei

Am 2. Juni 2016 hat der Deutsche Bundestag ¬†mit √ľberw√§ltigender Mehrheit eine interfraktionelle Resolution verabschiedet, in der das Massaker des Osmanischen Reiches 1915/1916 gegen die christliche Minderheit der Armenier als V√∂lkermord bezeichnet ¬†wird. In der Resolution bekennt sich der Bundestag¬† zugleich zur¬† Mitschuld des Deutschen Reiches, das in Waffenbr√ľderschaft mit dem Osmanischen Reich verbunden war und den Massenmord ¬†sehenden Auges geschehen lie√ü. ¬†Rechnet man die Toten hinzu, die die Verfolgung der Armenier¬† durch die Jungt√ľrken¬† schon¬† vor den “Todesm√§rschen” gekostet hat, kommt man auf eine Gesamtzahl der Opfer von bis zu 1,5 Millionen Menschen. Hier nicht von V√∂lkermord zu sprechen, ginge an den Tatsachen vorbei.¬† Die T√ľrkei hat bisher stets nur bedauert, dass es Opfer unter den Armeniern gegeben habe, das Ausma√ü der Massaker, ihren systematischen und grausamen Charakter jedoch und vor allem die Bewertung der Gr√§uel ¬†als ¬†V√∂lkermord¬†¬† stets bestritten, und sie tut es bis heute. Was in Deutschland heute weitgehend unumstritten ist (rechnet man die notorischen Leugner auf der extremen Rechten ab), n√§mlich die Verbrechen Deutschlands –¬† Angriffskrieg und Holocaust –¬† schonungslos und wahrheitsgem√§√ü¬† aufzuarbeiten und der Opfer w√ľrdig zu gedenken, ist in der T√ľrkei noch nie m√∂glich gewesen. Und heute ist es weniger m√∂glicher denn je. ¬†Nationalistisches Denken ¬†hat die t√ľrkische Gesellschaft und das Parteiensystem so sehr ¬†infiziert, dass man es von links bis rechts als Beleidigung der t√ľrkischen Nation empfindet, wenn man auf die¬† historische Wahrheit pocht. Das kluge Wort des fr√ľheren tschechischen Pr√§sidenten Vlaclav Havel, dass ein Volk¬† in der Wahrheit leben m√ľsse, um seine W√ľrde zu bewahren, hat in der T√ľrkei bisher nicht die geringste¬† ¬†Resonanz gefunden. Deshalb ist es nicht verkehrt, wenn demokratische Staaten ¬†bei der Aufarbeitung der ¬†Schattenseiten in der¬† t√ľrkischen Vergangenheit etwas nachhelfen – auch mit solchen Resolutionen. In der Schweiz gilt es sogar als Straftatbestand, wenn man den V√∂lkermord an den Armeniern leugnet. Weiterlesen

Scroll To Top