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Christian Lindner und das nationale Netz

Vor zwei Wochen habe ich an dieser Stelle die Thesen des EU-Parlamentspräsidenten Martin Schulz zur Regulierung des Internets einer Kritik unterzogen:

https://starke-meinungen.de/blog/2014/03/11/martin-schulz-und-der-technologische-totalitarismus/

Der Kern meiner Kritik war, dass Schulz im Internet und den mit ihm verbundenen neuen Technologien vor allem die alten Feinde erkennt: Die USA, den Neoliberalismus, das Kapital. Darauf antwortet Schulz ebenfalls mit alten Reflexen: Regulieren! Einschränken! Und gegebenenfalls mittels „Wirtschaftspolitik“ europäische Alternativen zu Google, Twitter, Facebook und Co. entwickeln. Doch:

„Die USA sind eine digitale Großmacht, weil sie eine kapitalistische Großmacht sind. Und sie sind eine kapitalistische Großmacht, weil die Amerikaner auf den Markt setzen und auf technische Neuerungen nicht mit Horrorvisionen ihrer Pervertierung reagieren. Weil sie nicht vor allem Gefahren und Regulierungsbedarf sondern Chancen und Freiheitsoptionen sehen. Kurzum, weil sie ganz anders ticken als der Sozialdemokrat Martin Schulz und das kulturpessimistisch grundierte Feuilleton der FAZ.“

Nun, auch Christian Lindner, Parteichef der FDP, fühlte sich durch die Ausführungen Martin Schulz’ provoziert.

http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/it-kapitalimus-fdp-chef-lindner-fuer-digitale-autonomie-europas-12833286.html

Wer aber dachte, Lindner würde die Gelegenheit nutzen, um ein Plädoyer für Unternehmertum und Gründergeist, Informationsfreiheit und Internationalismus – kurz: für liberale Grundsätze – ablegen, sah sich getäuscht.

Zwar plädiert Lindner für „offensive Antworten, um das zivilisatorische Potential dieser Technologien zu nutzen“. Davon spricht Lindner im folgenden nicht, sondern nur von der Gefahr des von Schulz heraufbeschworenen „technologischen Totalitarismus“ und von der Notwendigkeit neuer Regulierungsmechanismen und Gesetze. Ja, Worte wie „Unternehmer“, „Start-up“ und so weiter kommen im Beitrag gar nicht erst vor. Kurz: Lindner gibt sich sozialdemokratischer als der Sozialdemokrat, den er nur dafür kritisiert, nicht genug getan zu haben, um Europa vor Amerika und  uns alle vor „Big Government und Big Business“ geschützt zu haben.

Google-Chef Eric Schmidt – bekannt für Bemerkungen, die nur halb ernst gemeint sind – sagt einmal: „Wenn Sie etwas machen, von dem niemand etwas erfahren soll: vielleicht sollten sie das eigentlich nicht tun.“ Das entspricht unserer Alltagserfahrung. Wenn wir eine Beziehung geheim halten müssen – vielleicht ist es eine Beziehung, die wir lieber nicht hätten eingehen sollen. Wenn wir heimlich Geld in die Schweiz verschaffen müssen, weil wir sonst Steuern auf die Zinsen zahlen müssten – vielleicht sollten wir es lieber lassen. Wenn wir heimlich Kinderpornos anschauen – vielleicht wäre es eine gute Idee, damit aufzuhören, „Irgendwann kommt immer alles raus“, weiß der Volksmund. Darauf wollte Eric Schmidt hinweisen.

Doch Lindner empfindet Schmidts gut gemeinte Warnung als Drohung: „Selbstzensur ist die empfindlichste Form der Freiheitseinschränkung.“ Hm. Demzufolge wäre, wer ein Gewissen hat, also sich selbst zensiert, aufs Empfindlichste eingeschränkt. Dass Liberale so denken, wird ihnen von ihren Gegnern oft unterstellt. Ich meinte bisher: zu Unrecht.

Doch das nur nebenbei. Ernst wird es, wenn Lindner beginnt, über die Rolle Europas nachzudenken. Man weiß ja, dass die FDP unter seiner Führung die strategische Entscheidung getroffen hat, der Euroskepsis in der Partei – eigentlich eine urliberale Regung – keinen Raum zu lassen:

http://www.welt.de/debatte/kommentare/article124941633/Legal-illegal-scheissegal.html

Dies folgt aus der Einschätzung, dass die AfD die Hauptkonkurrenz bei der typischen FDP-Klientel  – Rechtsanwälte, Zahnärzte usw. – darstellt. (Nicht umgekehrt. Die AfD ist nicht deshalb die Hauptkonkurrenz, weil die FDP pro-europäisch ist, sondern die FDP betont ihre Europa-Begeisterung, um sich klar von der AfD abzugrenzen. Ähnlich war es bei den Grünen: Die oft geradezu obsessive Kritik der FDP an allem, was irgendwie nach Umweltschutz aussah, war nicht zwingendes Ergebnis liberaler Positionen, sondern zwingendes Ergebnis der Abgrenzungsmanie gegenüber den damals als Hauptkonkurrenten ausgemachten Grünen.) Die zwanghafte Europhilie  bestimmt auch Lindners Position zur digitalen Herausforderung.

Die verbindet sich mit einem unangenehmen Antiamerikanismus: „Wir haben gelernt, dass die Vereinigten Staaten das technisch Machbare zugleich für legitim halten.“ Unsinn. Im US-Kongress wird – öffentlich und öfter als im Europäischen Parlament oder im Deutschen Bundestag – seit den Enthüllungen Edward Snowdens über das Verhältnis zwischen dem Machbaren und dem Legitimen gestritten. Kann sein, dass die Kongress-Abgeordneten es für legitim halten, die Telefone von Nicht-US-Bürgern abzuhören, weil sie nicht den Schutz der US-Verfassung genießen. Aber eine Behörde wie der Verfassungsschutz, die den expliziten Auftrag hat, die politischen Ansichten der eigenen Bürger auszuspionieren, und die zeitweilig zu diesem Zweck die Führungsebene einer neonazistischen Partei faktisch steuerte – eine solche Big-Brother-Behörde wäre in den USA undenkbar.

Aber das nur nebenbei. Gemäß der neuen Europa-Begeisterung der FDP fordert Lindner die „digitale Emanzipation der Europäer“ von den USA. Diese sei „eine Machtfrage, keine Sachfrage“, so Lindner: also eine politische, keine unternehmerische Frage. Und wie der SPD-Mann Schulz sieht der FDP-Mann Lindner die Antwort auf die amerikanische Dominanz im digitalen Sektor im wirtschaftspolitischen – also staatlichen – Handeln:

„Drittens muss Europa seine Chance zur Innovation nutzen: Einst war die Antwort auf die Dominanz von Boeing Airbus. SDI und Microsoft setzte Europa das Esprit-Programm entgegen. Die europäische Satellitennavigation Galileo ist die Alternative zu GPS. Wo ist heute eine angemessene Initiative als Reaktion auf NSA und Google? Eine Europäische Kommission, die Kapazitäten für die vielzitierten Olivenölkännchen auf Restauranttischen hat, aber kein Projekt zur Herstellung der digitalen Autonomie Europas verfolgt, beschädigt ihre Autorität.“

Hallo? Esprit? Galileo? Gewiss, der Airbus hätte ohne Subventionen nicht vom Boden abheben können, wie auch Boeing ohne Aufträge der US-Luftwaffe nicht überleben würde, aber die Flugzeugindustrie ist eine altmodische Schwerindustrie, und wer das Modell Airbus auf die digitale Welt übertragen will, hat Entscheidendes nicht begriffen.  Wie Josef Joffe in der „Zeit“ schrieb:

„Ein “Euro-Google”? Hatten wir. Es hieß “Minitel” und wurde von Paris mit Milliarden gepäppelt, bis es 2012 auf dem Schrott landete. Vorher aber hatte dieser “nationale Champion” Frankreichs Internet-Know-how um Jahre zurückgeworfen. Ein “Gesichtsbuch” haben wir schon. Es heißt “StudiVZ” und hat eine Million Mitglieder. Facebook hat 1,2 Milliarden. Die Moral: Netzwerke sind entweder global oder (fast) nichts. Überdies lassen sich auch nationale Netze aufräufeln – von Kriminellen wie von der Kripo. Bleibt die Frage, ob der Neo-Etatismus, diese Mischung aus Abkapselung und Staatsknete für den Digital-Kapitalismus, Europa zu seinen eigenen Apples und Microsofts verhelfen würde. Was ist aus Bull (Frankreich) und Olivetti (Italien) geworden – oder aus dem Möchtegern-Computerriesen Siemens? Umgekehrt begann der Quasi-Staatskonzern AT&T erst richtig zu florieren, als der Telefongigant von Washington zerschlagen wurde. Heute sind die “Baby-Bells” größer als die einstige Mutter. Google ist in Stanford, Facebook in Harvard entstanden – nicht im Keller des US-Wirtschaftsministeriums.“

http://www.zeit.de/2014/11/internet-global-nsa

Muss ausgerechnet die „Zeit“ dem Chef der einzigen liberalen Partei Deutschlands eine Grundlektion in Sachen Liberalismus halten? Ich mag Christian Lindner. Ich finde es in Ordnung, dass er für den Markt und für Europa ist statt für die Kapitalisten und die Nation.  Gut, dass Möllemanns dumpfbackiger Populismus und Westerwelles schmissige Doppelmoral der Vergangenheit angehören. Aber Zwischen der neuen Offenheit für sozialliberale Bündnisse und der Aufgabe urliberaler Positionen gibt es doch einen gewaltigen Unterschied.

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45 Gedanken zu “Christian Lindner und das nationale Netz;”

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    @Parisien
    bei der 5%-Klausel gebe ich ihnen aber wieder recht, und unserer Demokratie würde dies sehr gut tun, denn dann müssten sich die demokratischen Parteien der Konkurrenz auch der undemokratischen stellen und stünden so unter mehr Druck, was denke ich bessere politische Ergebnisse hervorbrächte.
    @5%-Klauselverteidiger
    Das Argument, es könnte so ja wieder zu weimarer Verhältnissen kommen, zählt nicht. Weimar hatte nicht mehrere Jahrzehnte Demokratie.

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    @Moritz Berger
    http://www.zerohedge.com/news/2014-04-03/sick-and-tired-being-frontrun-hfts-interactive-brokers-has-solution

    schauen sie mal, gegen flash boys kommt man ganz kapitalistisch an, nix staatliche Regulierung 🙂

    @Parisien
    Google hat kein Monopol, sie können soviel bing und duckduckgo benutzen wie sie wollen. Was Martin Schulz und wohl Lindner wollen ist mehr Hilfe vom Kindergarten-tanten-und-onkel-staat. Statt die verachteten Venture Capitalists soll der wieder das Ruder übernehmen, weil man zu blöd oder wahrscheinlich einfach unwillig ist (schließlich gibt es so mehr zu tun für einen selbst, als Bürokraten) Gesetze zu basteln die Risikokapital anziehen. Wobei es da zugegebenermaßen in Deutschland sogar eigentlich überhaupt nicht schlecht aussieht, es befindet sich seit mehreren Jahren in Rankings was VC angeht unter den ersten 10 Plätzen: http://blog.iese.edu/vcpeindex/ranking-2013/ http://www.iese.edu/research/pdfs/estudio-143-e.pdf#20 Seite 20 http://web.hkvca.com.hk/hkvcpea/files/mar10r01.pdf#18 Seite 18 Andererseits wird laut dieser Studie US Venture Capital abgehalten in Deutschland zu investieren: http://berlinstartupinsights.de/huerden-venture-capital-startups/

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    Christian Lindner hat natürlich Recht, denn selbstverständlich würde ein europäisches Netz bzw. europäische Suchmaschinen das Wirtschaftswachstum in diesem Sektor anschieben. Ich liebe die google-Suchmaschine, aber google ist mehr oder minder ein Monopol. Mehr Suchmaschinen, mehr Server, mehr unterschiedliche software, mehr hardware- und chip-Hersteller in mehreren Ländern wären dagegen miteinander konkurrierende Wirtschaften, somit ist diese Idee absolut FDP-konform. Alte FDP natürlich. Mehr Unterschiede würden beinhalten, dass es sowohl schwieriger wird, zu spionieren als auch sich kriminell zu betätigen. Nachdem der Mist mit der Sicherheitslücke bekannt geworden ist, muss man konstatieren, dass dieses Monopolsystem sich längst überlebt hat und auf neue Bill Gates oder Steve Jobs oder Brins angewiesen ist.
    Abgesehen davon hoffe ich auch, dass Lindner die FDP wieder auf einen wählbaren Stand bringt, denn sie fehlt in der politischen Landschaft. Aber die 5%-Klausel ist ohnehin zu hoch und schützt lediglich etablierte Parteien. Man sollte sich ein Beispiel an Israel nehmen.

  4. avatar

    Lieber KJN,

    so wird aus einem ” Deregulierungsprozess ” wieder ein ” Regulierungsprozess ” , sprich mehr oder weniger ein europäisches ” Oligopol ” Dann warten wir doch einmal ab , ob das europäische Kartellamt hier zu j´keine Einwände hat.

    Alan Posener erwähnte die Zerschlagung von AT & T ein privates Monopolunternehmen.

    “Umgekehrt begann der Quasi-Staatskonzern AT&T erst richtig zu florieren, als der Telefongigant von Washington zerschlagen wurde. Heute sind die “Baby-Bells” größer als die einstige Mutter.”

    Das ” Florieren ” hat 20 Jahre später dazu geführt dass die Mutter AT & T ihre Baby Bells wieder aufgekauft hat.

    2005 wurde das Restunternehmen AT&T für über 16 Mrd. Dollar durch das ehemalige Tochterunternehmen SBC Communications (Southwestern Bell Corporation) übernommen. Der neue Konzern entschied sich, den traditionsreichen Namen AT&T für die Gesamtgesellschaft zu übernehmen.

    “2006 verkündete die neue AT&T, die vor über 20 Jahren abgespaltene Baby-Bell-Gesellschaft BellSouth für fast 70 Mrd. Dollar übernehmen zu wollen. Bei einem Zustandekommen des Geschäfts würde die Gesellschaft den Konkurrenten Verizon Communications überholen und wieder zum weltgrößten Telekommunikationsunternehmen aufsteigen. Hierfür bekam sie am 29. Dezember 2006 die Freigabe der US-Aufsichtsbehörde FCC. ”

    aus:http://de.wikipedia.org/wiki/AT&T

    http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/netzwirtschaft/telekommunikation-at-t-ist-tot-es-lebe-at-t-1407295.html

    Ob tatsächlich eine bessere Wettbewerbssituation entstanden ist, kurzfristig vielleicht, aber wenn Sie sich anschauen, wie lange der Mobil Markt mehr oder weniger von Oligopolen beherrscht wurde und noch wird… siehe roaming Gebühren in Europa, dann habe ich zunehmend meine Zweifel an den scheinbar so positiven Regulierungen.

    In einem anderen Zusammenhang wies Alan Posener auf die positiven Maßnahmen der internationalen Bankenaufsichtsbehörden hin.

    Wenn ich mir diesen Artikel anschaue:

    http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/hochfrequenzhandel-michael-lewis-in-flash-boys-ueber-high-speed-trader-a-961656.html

    http://www.amazon.com/Flash-Boys-Wall-Street-Revolt/dp/0393244660

    Soviel zu den scheinbar positiven Deregulierungsprozessen.

    Aber wie heißt es schon bei Danone:

    Früher oder später kriegen wir Euch alle 🙂

    Ein möglicher Lösungsansatz wäre vielleicht eine progressive Besteuerung bis zu 99% 🙂

    Denn die flash boys spielen doch nur oder ??? 🙂

  5. avatar

    ..zum Thema ‘wem nützt ein nationales Netz’:

    http://www.focus.de/finanzen/boerse/wirtschaft-angriff-auf-europa_id_3649260.html

    So richtig ‘klasse’ allerdngs finde die Dame hier:

    http://www.focus.de/finanzen/boerse/angriff-auf-europa-netzausbau-mit-kostendisziplin_id_3649262.html

    in Zeiten des sog. ‘Fachkraftemangels’ und der Rente mit 70:

    ‘Im vergangenen Jahr hatten wir ein sehr erfolgreiches freiwilliges Abfindungsprogramm in Griechenland. Die Ziele wurden mit mehr als 1500 Mitarbeitern übererfüllt. Gleichzeitig gab es Neueinstellungen von Nachwuchskräften. Ein Beispiel für einen sozialverträglichen Personalumbau.’

  6. avatar

    @lucas

    “mal ernsthaft, ich find das garnicht doof, so muss ich im Museum nicht noch die Suchmaschine bemühen, sondern kann direkt sehen, wer das Bild vor mir gemalt hat.”

    Es gibt in der Regel in Museen auch noch andere
    ” Suchmaschinen ” : kleine Schilder 🙂

    Was ibeacon betrifft, bezog ich mich nicht auf Museen sondern auf den ” Konsumbereich ” daher bestelle ich auch keine Bücher mehr bei amazon, da ich selber entscheiden will welche Bücher für mich interessant sein können.

    oder ich u.a. auch auf ihre Empfehlungen hier im Blog achte:-)

    “hier etwas, wie Technologie im Kapitalismus Menschen helfen kann: http://www.golem.de/news/cybat…..05410.html”

    Versuchen Sie doch einmal Ihre Technologie-Ideen nach Afghanistan, Kambodscha, Syrien oder Angola zu bringen:

    http://www.stern.de/wirtschaft/arbeit-karriere/arbeit/afghanistan-der-prothesenmacher-von-kabul-598322.html

    Wie sagte schon Milton Friedman:

    There ain’t no such thing as a free lunch

    “Elbphilharmonie und BER sind keine ÖPP-Projekte.
    Hätte man Holzmann und Thyssen an den Risiken und an den Profiten beteiligt, hätte es sich um ÖPP-Projekte gehandelt, und wäre es für die öffentliche Kasse egal gewesen, wenn es Probleme gegeben hätte.”

    Ich bezog mich auf die Elbphilharmonie:

    https://www.youtube.com/watch?v=qP-C9auwepY

    Bauherrin ist formell die Elbphilharmonie Hamburg Bau GmbH & Co. KG, deren Kommanditistin und Hauptgeldgeberin die Stadt Hamburg ist. Das Gesamtprojekt erfüllt die Voraussetzungen für eine Öffentlich-private Partnerschaft.[4]

    und wen finden wir hier:

    . Nach mehrmaligen Nachverhandlungen einigte sich der Hamburger Senat im Dezember 2012 mit dem Generalunternehmer H o c h t i e f auf eine Netto-Endbausumme von 575 Mio. Euro (inkl. Planungskosten)

    aus:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Elbphilharmonie

    Das ” small is beautiful ” nicht immer das beste Konzept ist, habe ich nichr bestritten.

    Nur wir haben leider mittlerweile zuviele too big Strukturen von den ” ULC”

    http://en.wikipedia.org/wiki/Oil_tanker

    bis hin zu den Banken.

    Lassen Sie einmal einen ULC in der Nordsee haverieren ??

    Oder nehmen Sie den Fall der Allianz und die Megafrachter:

    http://www.welt.de/print/welt_kompakt/print_wirtschaft/article125826591/Allianz-warnt-vor-gefaehrlichem-Gigantismus.html

    Der Gigantismus stellt m.E. zunehmend eine Gefahr dar, bis zu solchen Projekten wie dem hyperloop von Elon Musk

    http://de.wikipedia.org/wiki/Hyperloop

    Angesichts des Web brauche ich mich doch nicht mehr von A nach B bewegen 🙂

    Aber damit wäre wir wieder bei dem Thema:

    Ist der sogenannte Fortschritt tatsächlich ein Schritt vorwärts und nicht eher ein Schritt rückwärts mit den entsprechenden Folgen 🙂

    Was die Kritik an der von Ihnen benannten
    ” Hilfsindustrie ” betrifft:

    Hier das erwähnte Buch:

    http://www.randomhouse.de/Buch/Die-Asozialen/Walter-Wuellenweber/e414267.rhd

    http://www.freitag.de/autoren/jkassner/zurueck-zum-gentleman-kapitalismus

    http://www.wiwo.de/politik/deutschland/politische-debatte-die-asozialen-ganz-unten-und-ganz-oben/7395058.html

    Wenn Sie vom ” Caritas-Geschäftsklima Index ” lesen, dann dürfte es ihnen sicherlich auffallen, dass die so genannten ” gemeinnützigen Organisationen ” kein Interesse daran haben, die Ursachen der ” Armut ” zu beseitigen. Warum wohl? brauche ich hier sicherlich nicht zu erläutern.

    http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/wohlfahrtsverbaende-profit-geht-ueber-naechstenliebe/7448538-5.html

  7. avatar

    @derblondehans@all
    Technologie kann hier eine Rolle spielen, die Verbreitung des Internets und der damit verbundenen zivilisatorischen Errungenschaften, wie günstigere Bildung (khan academy, coursera, udacity, wikipedia, tedtalks, studien, überhaupt Internet, etc.), freie Meinungsäußerung (twitter, blogs, youtube, Internet etc.), mögliche Verbesserung der materiellen Situation (Bauern die Mobilfunk nutzen, Baupläne http://opensourceecology.org/ http://www.wikihouse.cc/, Märkte, etc.) etc., ist eines der besten Mittel gegen Barbaren.

    Für die zivilisierte Welt ist es schon aus Selbsterhaltungsgründen nötig eine offene Gesellschaft zu verbreiten.

    http://theopensociety.wordpress.com/2009/12/09/why-open-source-works/

    http://theopensociety.wordpress.com/2008/07/28/who-is-preventing-the-future-part-1/

  8. avatar

    @Moritz Berger
    ja, es gibt sogar zwei hochtechnologische Gegenmittel:
    1. mit Stein auf iBeacon und iPhone hauen
    2. iPhone ausmachen
    😛

    mal ernsthaft, ich find das garnicht doof, so muss ich im Museum nicht noch die Suchmaschine bemühen, sondern kann direkt sehen, wer das Bild vor mir gemalt hat (und weil es nichtmehr seltsam ist mit seinem Smartphone im Museum rumzuwedeln auch gleich noch die neuesten Katzenbilder gucken x))

  9. avatar

    … o.t.: … werter APo & EJ, heute schon ‘Die Welt’ gelesen?

    Die Welt: Sie würden so weit gehen zu sagen, der politische, faschistische Islam würde die Welt mit einem dritten Weltkrieg überziehen, wenn er die Möglichkeit hätte, eine vernichtende Kriegsmaschinerie zu schaffen?

    Abdel-Samad: Ja, vielleicht nicht gleich Weltkrieg, aber wir werden eine Schlacht apokalyptischer Dimension erleben. Die Islamisten würden einen Rachefeldzug gegen die Ungläubigen führen. Man kann das im Kleinen dort beobachten, wo Islamisten die Macht in einem syrischen Ort übernehmen. Menschen werden dann getötet, nur weil sie Christen sind, sogar Kinder. Das ist purer Faschismus, dass Menschen nur aufgrund ihrer religiösen oder nationalen Zugehörigkeit hingerichtet werden. Wir können das überall dort beobachten, wo Islamisten die Macht übernehmen, im Irak, in Afghanistan, in Somalia, im Sudan, in Nigeria – egal wo.

  10. avatar

    Lieber Herr Posener,

    ein Nachtrag zur ” angeblichen Schwäche ” des europäischen IT Marktes:

    http://de.wikipedia.org/wiki/Raspberry_Pi

    http://en.wikipedia.org/wiki/Raspberry_Pi_Foundation

    Und der ” low-budget”Computer wird in Wales hergestellt!!

    On 6 September 2012 it was announced that in future the bulk of Raspberry Pi units would be manufactured in the UK, at Sony’s manufacturing facility in Pencoed, Wales.

    In November 2013 they announced that the two millionth Pi shipped between 24 October and 31 October.[69]

    aus:

    http://en.wikipedia.org/wiki/Raspberry_Pi#History

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    Warum das Internet toll ist:
    “The Internet dramatically lowered the cost of entry for companies, empowered customers, squeezed out middle men, compressed margins, blurred industry boundaries, and challenged the very idea of the mass market.” – http://management.fortune.cnn.com/2014/03/10/bureaucracy-revolution-tech/

    was aber schon in den 90ern oder sogar noch früher, wo es erst kaum Internet, dafür aber schon Informationstechnologie gab, absehbar war.

    Ich hatte in einem Kommentar geschrieben, dass mir die Anwendung der Prinzipien Selbstkontrolle und Dezentralität auf Regierungen gefallen würden. Genauso würde mir aber auch Zentralität gefallen.
    Mir gefällt dies, weil es zu weniger Bürokratismus (/= Bürokratie) führen kann, nicht weil ich grundsätzlich für Dezentralität oder gegen Zentralität wäre.
    small is eben nicht immer beautiful:
    http://www.theguardian.com/commentisfree/cif-green/2009/dec/12/fair-trade-fairtrade-kitkat-farmers
    Die Gefahr besteht zudem darin, dass Dezentralitätbefürworter wie derblondehans oder die russischen Faschisten in der Ukraine (danke, Alan Posener für den Artikel, auch wenn ich ihn zerrissen hab 🙂 und sie mir darauf nicht geantwortet haben :P) ihre antiliberale Gülle dazukippen und mit dem Label “uhh, wir sind so dezentral” werben.

  12. avatar

    hier etwas, wie Technologie im Kapitalismus Menschen helfen kann: http://www.golem.de/news/cybathlon-schweizer-richten-turnier-fuer-cyberathleten-aus-1403-105410.html

    So wie in der Formel1 kann auch hier für andere, normalere Anwendungen etwas abfallen.

    Gewissermaßen auch eine Antwort auf die Kritik an Hilfsindustrie. Nein, ich halte garnichts davon, zwangsweise meine Glühbirnen, wie in Australien vom Elektriker reindrehenlassen zu müssen. Die Mittelschicht ist nur sehrwohl daran interessiert Sportveranstaltungen zu schauen, und warum nicht auch transhumanistische Sportveranstaltungen? 🙂 (finde ich, der sonst nie Sport schaut, auch mal interessant :D) Also, nur weil davon auch irgendwelche Reichen und Armen profitieren, heißt das nicht, dass dies schlecht ist. Vielleicht verstehe ich die Kritik an der Hilfsindustrie aber auch falsch, dann freu ich mich über Aufklärung. 🙂

  13. avatar

    @Stevanovic
    naja, kann auch schlecht für einen Politiker sein, Postnationalisten stößt er damit eher von sich 😛 Zugegebenermaßen gibt’s davon aber eher weniger 😀

    Da sie die Zusammenarbeit von Geheimdiensten und Unternehmen beunruhigt, dann dürfte sie das hier auch beunruhigen: http://www.zeit.de/digital/datenschutz/2013-03/bestandsdaten-breyer-bundestag http://www.heise.de/newsticker/meldung/Bestandsdatenauskunft-Zugriff-auf-Passwoerter-koennte-De-Mail-einbeziehen-1854622.html

    Wobei glücklicherweise Internetdienste meist nur noch Hashwerte verwenden, also garkein Passwort gespeichert wird.

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    @KJN
    das ist auch mein Eindruck.
    Es ist aber nicht nur die FDP die das nicht kapiert, aber um die ging es hier gerade.

    @Moritz Berger
    danke für die Einblicke 🙂
    ich hatte leider kaum Zeit zu Hellbigs Dokument zu antworten, deshalb jetzt (ich hoffe es ist ok, wenn die Diskussion zum Artikel um Martin Schulz’ technologischen Totalitarismus hier in Teilen fortgesetzt wird):

    Interessanterweise fordert Dirk Hellbig an manchen Stellen mehr Markt, spontane Ordnung (http://de.wikipedia.org/wiki/Spontane_Ordnung), Selbstorganisation, österreichische Schule, Neoliberalismus, denn er fordert ganz oben einen paradigm shift, der dann hier dargestellt wird: “Traffic light control is a good example to illustrate the ongoing paradigm shift in managing complexity. Classical control is based on the principle of a “benevolentdictator”: a traffic control centre collects information from the city and tries to impose an optimal traffic light control. But because the optimization problem is too demanding for real-time optimization, the control scheme is adjusted for the typical traffic flows on a certain day and time. However, this control is not optimal for the actual situation owing to the large variability in the arrival rates of vehicles. Significantly smaller and more predictable travel times can be reached using a flexible “self-control” of traffic flows 45. This is based on a suitable real-time response to a short-term anticipation of vehicle flows, thereby coordinating neighbouring intersections.[…]” – http://www.soms.ethz.ch/nature12047#5 Seite 5
    Ähnliches hat der Googlemitarbeiter Mike Hearn in diesem Youtube-Video vorgeschlagen: http://youtu.be/Pu4PAMFPo5Y In Israel und Amerika wird dies teilweise auch schon in Ansätzen praktiziert. Dort gibt es Schnellstraßen für die bezahlt werden muss. Von den Gewinnen werden Busse querfinanziert.
    “[…] Decentralized principles of managing complexity are also used in information and communication systems
    46, and they are becoming a trend in energy production (“smart grids” 47). Similar self-control principles could be applied to logistic and production systems, or even to administrative processes and governance.” – http://www.soms.ethz.ch/nature12047#5 Seite 5
    Was ist das anderes als internet of things? Mir gefällt aber die Forderung der Übertragung dieser Prinzipien auf Regierungen.

    Wasser ist übrigens kein freies Gut, es ist nicht zum Preis von Null zu haben. Dass es das sollte, dem stimme ich absolut zu! 🙂 Gerade deshalb sehe ich mit Gewalt geschützte Monopole kritisch. Jeder ist verpflichtet das Wasser und die Wasserentsorgung beim örtlichen Wasserdealer zu kaufen. Er darf sein Abwasser nicht anders entsorgen, und abwägen, ob das eine oder das andere günstiger ist.
    Hier geht es um ähnliches wie beim zwangsweisen Facility-Management, worauf sie hinweisen.

    “A further principle would be to incorporate mechanisms producing a manageable state. For example, if the system dynamics unfolds so rapidly that there is a danger of losing control, one could slow it down by introducing frictional effects (such as a financial transaction fee that kicks in when financial markets drop).” – http://www.soms.ethz.ch/nature12047#6 Seite 6
    Gibt es das nicht jetzt schon? Sie haben da auf jedenfall einen größeren Einblick, aber der Handel wird doch auch jetzt schon ausgesetzt. Nur dann findet sich der Preis/Kurs einer Ware trotzdem weiter unten, weil in der Zwischenzeit auf andere Plattformen ausgewichen wurde. Also wie stellen er oder sie sich das vor? Wenn ein Unternehmen eine hohe Qualität hat, steigt die Nachfrage nach diesem auch wieder (oder stimmt das nicht?). Wenn es schlecht ist, warum sollte man es verbieten, dass der Kurs sinkt? Etwa weil irgendjemandem die Aktie gehört? solange ich es nicht bin, ist mir das egal 😀 Solange ich es bin, muss ich mir überlegen, wie ich mein Investment schütze. Dazu kann ich natürlich versuchen andere einzuspannen:
    “Part of the problem appears to be that credit default swaps and other financial derivatives are modern financial insurance instruments, which transfer risks from the individuals or institutions causing them to others, thereby encouraging excessive risk taking. It might therefore be necessary to establish a principle of collective responsibility, by which individuals or institutions share responsibility for incurred damage in proportion to their previous (and subsequent) gains.” – http://www.soms.ethz.ch/nature12047#7 Seite 7
    Nur wenn alles überreguliert ist, führt dies, weil viele ihr Kapital abziehen zu höheren Kosten, weil das Kapitalangebot sinkt. Wobei mhh, vielleicht auch nicht oder weniger stark, weil das Risiko das Investment zu verlieren, insgesamt sinkt, also ein Anreiz besteht, auf diesem Markt zu bleiben. Nur ist es so, dass die London Stock Exchange schon angekündigt hat, Instrumente anzubieten, die die deutschen Instrumente emulieren und so ermöglichen die Finanztransaktionssteuer nicht bezahlen zu müssen.

    Am Ende spricht er von sozialem Kapital. Nur wenn soziales Kapital zerstört wird, heißt dass nicht, dass nicht an anderer Stelle neues soziales Kapital mit vielleicht sogar mehr Gebrauchswert, entstehen kann? Das Verbot der Zerstörung alten sozialen Kapitals ist ähnlich zu dem zwanghaften Erhalt überkommenen sonstigen Kapitals. Wer braucht heute noch viele Fabriken für die Herstellung von Kutschen? … eben. Stichwort: kreative Zerstörung, deshalb auch der Hinweis auf den Artikel von Reisewitz. Wenn Kapital fehlt, muss es produziert werden. Das selbe gilt analog für soziales Kapital.
    Man sollte also nicht die Zerstörung sozialen Kapitals verbieten, sondern die günstige Produktion des selben fördern bzw. zulassen. Technologie bietet hier wieder Möglichkeiten. Sie kann die Produktion sozialen Kapitals erleichtern. Eine Organisation die transparenter arbeitet und so mehr Vertrauen erzeugt als andere vergleichbare Organisationen, werde ich gegenüber diesen bevorzugen, etc.
    “Therefore, humans need to learn how to quantify and protect social capital” – http://www.soms.ethz.ch/nature12047#7 Seite 7
    Nur kann der Schutz sozialen Kapitals auch dazu führen, dass Menschen oder Gruppen von Menschen ausgeschlossen werden.

    Teilweise gibt es Tools die den Bau eines Planetaren Nerven Systems ermöglichen auch schon: dataminr http://www.dataminr.com/, premise http://www.premise.com/blog/mobile_devices_and_the_inversion_of_control.html (sehr guter Artikel, ähnliche Gedanken wie in Hellbigs Dokument), breakingnews http://www.breakingnews.com/, havocscope http://www.havocscope.com/ Stimmt, sind leider noch sehr begrenzt. Ein Dienst der die Ergebnisse aus diesen Tools zusammenführt und so ermöglicht, neue Erkenntnisse daraus zu ziehen, käme dem aber nahe. Sind Google oder duckduckgo nicht sogar sowas? Ok, sie führen Ergebnisse nicht zusammen, aber sie ermöglichen eine vernünftige und leichte Recherche.

    “Finally, a “Global Participatory Platform” 11 would make these new instruments accessible to everybody and create an open ‘information ecosystem’, which would include an interactive platform for crowd sourcing and cooperative applications.” – http://www.soms.ethz.ch/nature12047#8 Seite 8
    Ist das nicht Internet, die vorhandenen Dienste, Smartphones und OpenSource, OpenHardware, OpenData, OpenGovernment, OpenWhatever?

    “Furthermore, it would be conceivable to create interactive virtual worlds 65 in order to explore possible futures (such as alternative designs of urban areas, financial architectures and decision procedures).” – http://www.soms.ethz.ch/nature12047#8 Seite 8
    finde ich interessant, hierzu kann man denke ich noch in der Realität irgendwo begrenzt stattfindende Versuche hinzufügen: http://www.startupcities.org/ http://athousandnations.com/ http://de.wikipedia.org/wiki/Sonderwirtschaftszone http://www.zeit.de/zeit-wissen/2012/04/Paul-Romer/komplettansicht

    Elbphilharmonie und BER sind keine ÖPP-Projekte.
    Hätte man Holzmann und Thyssen an den Risiken und an den Profiten beteiligt, hätte es sich um ÖPP-Projekte gehandelt, und wäre es für die öffentliche Kasse egal gewesen, wenn es Probleme gegeben hätte.
    Hochtief ist übrigens an einer Veröffentlichung aller Verträge sehr interessiert. Die öffentliche Verwaltung und die dort Tätigen und deren Vertretung die Gewerkschaft verdi sind es, die dies nicht wollen (Hilfsindustrie mal andersherum?). http://www.welt.de/wirtschaft/article125564987/Jeder-Vertrag-sollte-dem-Buerger-zugaenglich-sein.html
    Wenn letzteres nicht stimmen sollte, sollte es ja möglich sein, die Sitzungsprotokolle und Sitzungen per Liveschaltung zu veröffentlichen.

    Beim Virenscanner meinen sie wahrscheinlich avast, oder? Wenn ihnen andere Fälle bekannt sind, dass ein Virenscannerhersteller diese Daten verkauft hat, würde mich das ehrlich interessieren. Überprüfen lässt sich dies nämlich schon, indem man prüft, ob ein Virenscanner übermäßig nachhause telefoniert.

    Da sie sich für dezentrale Wirtschaftseinheiten interessieren, kann ich ihnen diese Artikel sehr empfehlen: kurze Einführung http://btcgeek.com/dawn-of-autonomous-corporations/ mehrteilige Artikelserie http://bitcoinmagazine.com/7050/bootstrapping-a-decentralized-autonomous-corporation-part-i/ wikipediaartikel http://en.wikipedia.org/wiki/Digital_Autonomous_Corporation

    @Alan Posener
    Vielen Dank übrigens noch für die Blumen für den einen Kommentar! 😀

    @Roland Ziegler
    Sie hatten mich gefragt, wie sie sicher kommunizieren können:
    Erstmal nehmen sie das private Fenster in firefox, dann wählen sie sich bei Starbucks ein, nun verwenden sie VPN mit Pseudonym damit Starbucks nicht weiß, dass sie TOR verwenden um sich mit ihrer Großmutter, die das selbe macht, anonym in irgendeinem chat und mit einem beim letzten treffen abgemachten Codewort zum 17 Uhr Kaffee zu verabreden. Die Kommunikation wird natürlich Ende-zu-Ende-verschlüsselt…ist vielleicht aber auch etwas overkill 😀 Und eine absolute Sicherheit bietet auch das nicht.
    Das, denke ich, meint Marit auch mit “Selbstschutz”.

    – Google: sie müssen Google wie gesagt nicht verwenden, es gibt genug sehr gute Alternativen, z.B. duckduckgo. Verwende ich übrigens selbst um Dinge zu recherchieren, die ich in meinem Googleaccount nicht haben will, wobei mir klar ist, dass meine IP-Adresse trotzdem von irgendjemandem gespeichert werden kann. Die lässt sich aber mittels oben genanntem Weg verschleiern.

  15. avatar

    @KJN

    Was Ressentiments angeht, geben wir uns alle (US & Europa) nicht viel. Was Lindner sagt ist Folklore. Etwas für die “Eigenen“ trommeln, tut gut und ist ja nicht schlecht für einen Politiker.

  16. avatar

    Digitaler Totalitarismus ist die negative Beschreibung der Digitalisierung. Natürlich gibt es auch positive. Aber es stimmt schon, die Digitalisierung wird total sein, ob dies mit Totalitarismus gleichzusetzen ist, bleibt abzuwarten. Die rund-um-die-Uhr Beobachtung kann man bagatellisieren, ich persönlich finde es beängstigend, nur ändern können wir es nicht.

    Die Kritik an den US-Unternehmen richtet sich gegen deren Zusammenarbeit mit den Geheimdiensten. Ich sehe nicht, dass mich die Zusammenarbeit von europäischen Unternehmen mit Geheimdiensten besonders beruhigen würde. Wer letztlich gegen meine Interessen handelt, ist ziemlich Wurst. Die meisten meiner persönlichen Daten liegen ohnehin in den CRM-Datenbanken deutscher Unternehmen. Die Frontlinie verläuft nicht USA vs Europa, es ist Geheimdienst (unter welcher Flagge auch immer) gegen Bürger.

    Mit einem europäischen Facebook ist nichts gewonnen.

  17. avatar

    @Roland Ziegler
    “Ich bin sehr dafür, dass man die USA nicht immer als das nonplusultra ansieht – egal ob im positiven oder negativen Sinn -, sondern sich verstärkt um sich selber kümmert.”

    Eben. Ich sehe keineswegs die USA als das nonplusultra an und folge auch keinem antideutschen Reflex (was zurecht zu kritisieren wäre) sondern vermute hinter den ständigen Verweisen auf die ‘doofen Amerikaner, die keine Krankenversicherung haben’, die NSA etc., was man sich in Realita ständig anhören muss, eine nationalchauvinistische und antiamerikanische Grundstimmung bzw. Dummheit. Aufgrund dessen lassen sich dann die ständigen Subventionen an die einschlägigen ‘deutschen’ Grossunternehmen und Verbände wunderbar durchwinken (s. Beitrag M.B.). Schade daß die FDP immer noch nicht kapiert hat.

  18. avatar

    M.B.: Small is beautiful …. and more efficient!

    … volle Zustimmung. Auch zum Rest in Ihrem Kommentar. Das werden die Sozialisten nie begreifen.

  19. avatar

    Lieber Herr Posener,

    heute eine Position zu beziehen, ist wahrscheinlich bedeutend schwieriger als es zu Zeiten vor 1989 war.

    Wenn ich mir den Finanzmarkt anschaue, und die soviel gerühmte ” Deregulierung ” à la Thatcher und Reagan kann ich aufgrund meiner persönlichen Erfahrung nur zu dem Schluß kommen, dass hier die freie Marktwirtschaft mehr Schaden , als Gewinn für die Gesellschaft verursacht hat.

    Die Büchse der Pandora läßt sich m.E. nur durch eine weitere ” Lehman Brothers ” Krise schließen, die eine Umkehr von der Finanzwirtschaft in eine Realwirtschaft vorantreibt.

    Wenn selbst meine Banker-Kollegen nicht mehr wissen, was sie tun, sprich keinen Überblick, bzw. kein Einblick und Transparenz in den Markt der Derivate haben, sondern lediglich diese ” Artikel ” wie Bananen oder Mangos verkaufen, dann ist dies sehr erschreckend.

    Wenn ich mir z.B. den ” Staatskapitalisnus ” in der VR China anschaue, und die ” Schattenseite ” dann frage ich mich on z.B. die Umweltschäden, die durch das ungebremste Wachstum hervorgerufen worden sind, jemals wieder eingedämmt werden können.

    Der Sozialismus à la UdSSR und DDR hat der Parole folgend ” Macht Euch die Erde untertan ” auch zu Schäden geführt die m.E. irreversibel sind.

    Wenn ich ” meine Volkswirte ” wie Thomas Straubhaar und Dennis Snower hier häufiger zitieren, dann weil langsam ein Umdenken der “Wachstumsgesellschaft” einsetzt.

    Die herkömmlichen wirtschaftlichen Modelle à la Reagan und Thatcher und auch die der Grünen mit Ihrer vermeintlichen Nachhaltigkeit erweisen sich zunehmend als nicht für die ” Praxis ” geeignet.

    Nehmen wir den Begriff Nanny Staat. Mit der Kritik am Nanny Staat, der ich durchaus folgen kann, wird mehr oder weniger gesagt, dass hier noch ein erheblicher Staatseinfluß vorhanden ist.

    Sind die Organisation, wie die AWO das Diakonische Werk, das Rote Kreuz der Paritätische Wohlfahrtsverband, tatsächlich noch staatliche Institutionen?

    Ist es nicht vielmehr ein neuer privatwirtschaftlicher ” Geschäftszweig ” der hier Zugriff auf profitable ” öffentliche Bereiche ” hat?

    Das Geschäft mit den ” Armen ” ,den “Hartz IV Empfängern” und anderen benachteiligten Gruppen in unserer Gesellschaft ist ein ” Boommarkt ” geworden. Ein ähnliche Entwicklung ist z.B. auch im Bereich des PPP Private Public Partnership festzustellen.

    Der outsourcing Prozess der staatlichen Institutionen ist eng verknüpft mit weiteren Regulierung, die zwar als staatliche Auflagen erscheinen, aber letztlich privaten Profit erhöhen.

    Um einmal konkret zu werden, Rauchmelder in Wohngebäuden sind sicherlich hilfreich.

    Wenn Sie sich aber einmal die ” Lobby ” anschauen, die die Gesetzesvorlagen beeinflußt haben, werden Sie feststellen, das es neben den Rauchmelderproduzenten und der Feuerwehr auch die sogenannten ” Facility Management Unternehmen, wie Techem , auch die Deutsche Telekom sind.

    Warum??

    Es reicht eben nicht aus, dass jeder Hausbesitzer einen Rauchmelder kauft, sondern die ” Wartung ” dieses Rauchmelders ist ein sehr lukratives Geschäft.

    Sie werden als Hausbesitzer verpflichtet auch einen wartungsvetrag für Rauchmelder abzuschließen, soll heißen einmal im Jahr kommt ein Facility Manager mit einer Leiter in Ihr Haus, kontrolliert ob die Batterie noch funktionsfähig ist und stellt Ihnen eine Rechnung von 50€ oder etwas weniger.

    Das es Rauchmelder bereits am Markt gibt, die Batterien mit einer Lebensdauer von mehr als 3 Jahren haben und die dem Hausbesitzer per Signal melden, dass die Batterie bald nicht mehr funktionsfähig ist, wird in der Öffentlich einfach unterschlagen.

    Weil dies könnte bei diesem ” Zukunftsmarkt ” zu Gewinneinbrüchen führen, wenn nicht direkt zu einem Kollaps.

    Soviel zum angeblichen “Nanny Staat”, der m.E. schon lange ein Privatmarkt ist.

    Walter Wüllenweber hat sehr gut das Geschäft mit den Armen in seinem Buch:

    http://www.randomhouse.de/Buch/Die-Asozialen/Walter-Wuellenweber/e414267.rhd

    beschrieben und auch die Rolle der Reichen beleuchtet.

    Und wenn Sie sich einmal diesen Artikel in der Wiwo durchlesen:

    http://www.wiwo.de/politik/deutschland/arm-und-reich-dilemma-von-erbschaft-und-leistung/8387094-2.html

    müßte es doch dazu führen, dass wir z.B. wieder eine Vermögenssteuer einführen.

    Was natürlich wieder den Nanny Staat in die Diskussion bringt.

    Wo für stehe ich nicht:

    Für einen Kapitalismus à la Reagan und Thatcher

    Wo für stehe ich:

    Kleinere dezentrale Wirtschaftseinheiten, die in der Lage sind die zunehmenden Risiken unserer “noch globalen” Wirtschaft zu verringern.

    Auch für eine kritische Überprüfung des Wachstumsbegriffs:

    http://www.romanherzoginstitut.de/fileadmin/media/veranstaltungen/downloads/20120425/Vortrag_ergaenzt_Prof__Ruckriegel_April_2012_Endfassung.pdf

    Ich stehe auch für Keynes, der in den 30iger Jahren die Prognose stellte, dass wir aufgrund der steigenden Produktivität im Jahr 2000 nur noch am Tag 4 Stunden arbeiten müßten, um unseren Lebensstandard zu erhalten.

    Und wieviel arbeiten wir heute?

    Und wenn ich ein wenig als Krümelkacker Ihre Argumentation zum Thema Neoliberale versus Ordoliberale auseinandergepflückt habe;

    Mea culpa

    Und last not least:

    Bei den Grünen in Hessen habe ich mich im vergangenen Jahr in einer öffentlichen Veranstaltung ib die Nessel gesetzt, da ich gefragt habe:

    Jeder leistet doch Anlaß mit dem Bezug von ” grüner Energie ” gibt es es eigentlich schpn einen Öko-Energie Anbieter, der dem Konsumenten einen Bonus zahlt, wenn er kontinuierlich in seinem Haushalt weniger Energie verbraucht?

    Soviel zur ” Nachhaltigkeit ” in unserer Gesellschaft und der Wachstumsideologie, die leider auch bei den Grünen festzustellen ist.

    Daher sitze ich oftmals mit meinen Positionen zwischen allen Stühlen, auf meinem kleinen Betschemel:-) 🙂

    Ich wünsche Ihnen einen schönen sonnigen Donnerstag.

    P.S. Auch wenn dieser Artikel n i c h t von der NASA veröffentlicht wurde:

    http://www.scilogs.de/gedankenwerkstatt/warum-die-nasa-nicht-sagt-dass-die-welt-untergeht/

    http://www.berliner-zeitung.de/wissen/studie-der-nasa-zivilisation-ist-dem-untergang-geweiht,10808894,26612426.html

    http://www.theguardian.com/environment/earth-insight/2014/mar/14/nasa-civilisation-irreversible-collapse-study-scientists

    Dennoch ich habe im vergangenen Herbst mit unseren Kindern noch einige Apfelbäume gepflanzt.

    Grundlage für den Cider in ein paar Jahren 🙂

  20. avatar

    “Liegt die Antwort auf den “technologischen Totalitarismus” in der “digitalen Autonomie” der europäischen Union?”
    Wenn Lindner damit meinte, dass es ein digitales System geben solle, das der europäischen Kontrolle hinsichtlich der von den Bürgern gewünschten Standards zur Datensicherheit untersteht, dann könnte dies eine Lösung sein. Die Frage wäre dann eher, ob diese Datensicherheit heute noch technologisch sicher gestellt werden kann.Vielleicht müssen wir uns an den Gedanken gewöhnen, dass Technik uns nur sehr begrenzt “schützen” kann. “Selbstschutz” nach individuellem Gusto scheint mir letztendlich die ultimative Lösung zu sein.

  21. avatar

    Lieber Herr Posener,

    herzlichen Dank für Ihre Anmerkungen und die Frage:

    Wo stehen Sie?

    Da haben Sie bei mir einen wunden Punkt getroffen!!!

    Ich hoffe, dass ich am Donnerstagmorgen nach dem Nikkei ein wenig Zeit habe, Ihnen darauf zu antworten.

    Was konkret den Artikel von Lindner betrifft.

    Den technologischen Totalitarismus der USA hat es m.E. nie gegeben.
    Wenn Sie feststellen, dass z.B. derzeit ein Drittel der Mobiles aus der VR China kommen.

    Dass auf Samsung aus Korea auch ein knappes Drittel der Weltproduktion der smart phones entfallen, ist diese Aussage von Lindner unsinnig.

    Die Antwort: Forderung nach einer digitalen Autonomie ist per se in einigen Bereich unserer europäischen Wirtschaft bereits erreicht worden.

    Die ” Chip Schmiede ” in U.K.:
    http://en.wikipedia.org/wiki/ARM_Holdings

    hat eine Anteil an der Weltproduktion von nahezu 50% bei den tablets

    und ist mittlerweile der größte Konkurrenz von Intel geworden.

    Der Weltmarktanteil der EU in der chip Produktion soll bis 2020 von 10% auf 20% steigen:

    http://www.computerwoche.de/a/halbleiterbranche-baut-auf-investitionen-zur-produktion-in-europa,2547696

    Der Arbeitslohn, der früher zur Verlagerung in Billiglohnländer geführt, spielt zunehmend durch die Auromatisierungsprozesse kein große Rolle mehr.

    Und wie in vielen Bereichen der Konsum- und Investitionsgüterindustrie wird zunehmend in kleinen Losgrößen produziert, was eine höhere Marktflexibilität ermöglicht.

    Letztlich:

    Small is beautiful …. and more efficient!

    Bei Industrie 4.0 ist z.B. Deutschland weltweit Marktführer, einschließlich der Robotik.

    Mein Verdacht bei Lindner geht eher dahin, dass er als ” Lobbyist ” natürlich ein Interesse hat dass die europäischen Unternehmen, speziell die Großunternehmen weiter die Subventionen einstreichen.
    Ich würde von ihm eher erwarten, dass er als Vertreter der FDP sich des deutschen Mittelstandes annimmt, die letztlich einen höheren Grad an Innovationen aufweisen, als es der Fall bei den Großtankern, wie Daimler, Siemens und SAP ist.

    Ein Blick in die Welt und Christian Lindner wüßte wo die Potentiale in der EU liegen:

    http://www.welt.de/sonderthemen/mittelstand/forschung/article121759332/Firmen-fordern-gerechtere-Forschungsfoerderung.html

    Auch wenn ich Christian Lindner für einen aufgeklärten Liberalen halte, aber sein Artikel beweist mir immer mehr, dass die Mehrheit der Politiker keine Bodenhaftung mehr haben und nur red- tape Reden schwingen.

    Was Ihre Beispiele von staatlichen europäischen Industrien betrifft, da bin ich eher der Auffassung, dass die US zwar nicht so offensichtlich Direktsubbentionen ausschüten, dafür aber das Instrument von Niedrigsteuern einsetzen. Wie z.B. in meinen Beispielen gemnannt oder auch wie bei der Besteuerung von Gewinnen aus Venture Kapitalanlagen von derzeit gerade 15%.

    Wir schauen immer wie gebannt auf das Silicon Valley, dabei gibt es nicht nur ein Tal sondern sehr viele Täler mittlerweile weltweit.

    Siehe Israel

    Nehmen Sie Ihren Berliner Konzern :

    http://de.wikipedia.org/wiki/Rocket_Internet

    mit über 20.000 Mitarbeitern, weltweit.

    Bis zur Cebit habe ich nicht gewußt, dass z.B. in einem kleinen Land wie Armenien mit gerade 3 Mill. Einwohnern, hervorragende tablets hergestellt werden, die qualitätsmäßig mit denen von Samsung und Apple zu vergleichen sind.
    http://blogs.ft.com/beyond-brics/2014/01/20/tablet-made-in-armenia-the-next-big-thing/#axzz2x6GnlPaY

    Um es daher mit Radio Erivan auf den Punkt zu bringen:

    Im Prinzip hat Christian Lindner recht, ja aber 🙂

  22. avatar

    Lieber Moritz Berger,
    dass die USA nicht Hort der reinen Lehre der Chicagoer Schule sind, müssen Sie mir nicht erst erklären:

    http://www.welt.de/kultur/article113442546/Es-macht-keinen-Spass-mehr-Antiamerikaner-zu-sein.html

    Was mich ein wenig an Ihren Beiträgen stört, ist: Sie wollen mich unbedingt auf einen Begriff, eine Charakterisierung reduzieren (“Ordoliberaler” oder “Chicago Boy” oder was auch immer). Dabei sagen Sie eigentlich nie, wo Sie stehen. Und warum sollten Sie das? Nur wenige (langweilige) Menschen sind konsistente Ideologen.

    Vielleicht kehren wir also zurück zum Ausgangspunkt: meiner Kritik an Lindners Essay. Liegt die Antwort auf den “technologischen Totalitarismus” in der “digitalen Autonomie” der Europäischen Union? Ich meine: Nein. Und Sie?

  23. avatar

    @kJN. Der Blick von USA auf Old Europe ist aber umgekehrt ebenfalls sehr von nationalchauvinistischem Denken geprägt. Falls er überhaupt stattfindet. Ich bin sehr dafür, dass man die USA nicht immer als das nonplusultra ansieht – egal ob im positiven oder negativen Sinn -, sondern sich verstärkt um sich selber kümmert. Übrigens genauso wie sich die USA ebenfalls nur um sich selber kümmern.

  24. avatar

    @MB
    ..tatsächlich ist in den USA nicht alles privatisiert – z.B. ist die Wasserversorgung zum größten Teil öffentlich rechtlich..

    http://en.wikipedia.org/wiki/Water_supply_and_sanitation_in_the_United_States

    .. was m.E. konsequent liberal ist, da Privatisierung doch nur heißen würde, bzw. bei uns in Europa oft genug heißt, daß natürliche Monopole privatisiert werden, um sie mit mehr (Staats-) Gewinn zu vermarkten. Wo Konkurrenz fehlt,füllen sich nun mal zu viele Funktionäre die Taschen. Da kann es liberaler sein, die Preise staatlich festzusetzen. Der Blick von Europa auf die USA scheint mir doch sehr von nationalchauvinistischem Denken geprägt zu sein. Da wird der Balken im eigenen Auge schon mal übersehen (Staatskonzerne, PPP..).

  25. avatar

    ein Nachtrag zu Minitel:
    Das Minitel-Konzept

    Minitel war ein zentral kontrolliertes und kein freies Netzwerk, an dem die zugelassenen Anbieter von Diensten und der Netzwerkbetreiber verdienen konnten. Günter Hack von News.ORF.at kommentiert die hinter Minitel stehende Idee wie folgt: „(…) Apples Erfolg mit dem App Store (hat) der Idee des geschlossenen Systems mit eingebauter Bezahlmöglichkeit wieder Auftrieb gegeben. Auch wenn Minitel gegen die schiere Dynamik des freien Netzes und seiner offenen Standards den Kürzeren gezogen hat – die Idee eines konsumorientierten Netzwerks mit simplen Clients, die mit einer streng kontrollierten Zentrale verbunden sind, hat immer noch zahlreiche Freunde in der Medien- und IT-Industrie. Was ist schließlich Facebook anderes als eine Art Minitel, das sich im Internet breitgemacht hat“.[5]

    http://de.wikipedia.org/wiki/Minitel

  26. avatar
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    Lieber Herr Posener,

    da Sie Ordoliberale mit der Chicagier Schuke, sprich den Chicago boys gleichsetzen (oder täusche ich mich ?) Warum schreiben Sie:

    “Aber es kann sinnvoll sein, dass der Staat Netze baut – Straßen, Bahnen, Pipelines, Stromtrassen”

    http://www.cbo.gov/publication/42685

    Sind die US nicht ein wenig ” rückständig ” im Vergleich z.B. in Italien und Rankreich wo der komplette Autobahnbau seit Jahrzehnten privatisiert ist ???

    Von ” urliberal ” kann da doch in den US keine Rede sein oder???

  28. avatar

    Lieber Herr Posener,

    ich glaube Sie haben die Übersicht nur oberflächlich gelesen.

    Daher hier noch einmal:

    http://thinkprogress.org/climate/2011/11/13/366988/over-half-of-all-us-tax-subsidies-go-to-four-industries-guess-which-ones/#
    #

    Und dann vergleichen Sie bitte die tax rate in den US mit den in Europa üblichen tax rates für die IT technology services!!!

    Und hier:

    http://www.cob.calpoly.edu/wp-content/blogs.dir/1/files/2010/03/Tax-Avoidance-in-Silicon-Valley.pdf

    http://blog.sfgate.com/nov05election/2012/09/20/silicon-valley-deep-into-overseas-tax-havens/

    So urliberal sind leider die US nicht, wie Sie uns immer versuchen begreiflich zu machen.

  29. avatar

    Nicht unbedingt, Stevanovic. Das Gewissen ist ja nicht nur das Ergebnis von Einsicht, sondern auch von Erziehung: und das heißt wiederum auch, von der Aufdeckung und Bestrafung von Dingen, die man verheimlicht hat.
    In vielen Kulturen ersetzt die Scham das Gewissen: das heißt, man unterlässt Handlungen, die einen beschämen würden, wenn sie öffentlich gemacht würden.
    Erich Schmidt weist lediglich darauf hin, dass in den meisten Fällen Dinge herauskommen. Hätte Uli Hoeneß das zu Herzen genommen, müsste er nicht ins Gefängnis. Und hätte die NSA das zu Herzen genommen, säße Snowden jetzt nicht in Moskau…

  30. avatar

    Grobes Foul!!!

    „Selbstzensur ist die empfindlichste Form der Freiheitseinschränkung.“ Hm. Demzufolge wäre, wer ein Gewissen hat, also sich selbst zensiert, aufs Empfindlichste eingeschränkt.

    Sie wissen, dass er es so nicht gemeint hat. Selbstzensur durch Überwachung ist etwas ganz anderes als Gewissen durch Einsicht, isn`t it?

  31. avatar

    Nun ja, Don Geraldo, erstens wird die FDP mit Sicherheit wieder ins EP ziehen. Und zweitens ist mir Lindner sympathisch; ich würde mir wünschen, dass er die FDP auch zurück in den Bundestag – und vielleicht in eine sozialliberale Koalition – führt. Aber SO eben nicht.

  32. avatar

    Lieber Alan Posener,

    was hat Sie denn geritten, so viel kostbare Lebenszeit mit Christian Lindner und der verblichenen FDP zu vergeuden ?

  33. avatar

    Lieber Moritz Berger, das sind interessante Hinweise. Ich bin grundsätzlich gegen Subventionen, ob direkte oder indirekte. Aber es kann sinnvoll sein, dass der Staat Netze baut – Straßen, Bahnen, Pipelines, Stromtrassen und natürlich auch Kabel für die Datenübertragung. Wer wem dafür wieviel Nutzungsentgelt zahlt, ist eine eher technische Frage. Letztlich landen die Kosten via Steuern oder Gebühren beim Verbraucher, das wissen Sie so gut wie ich. Wobei: Beim Verbraucher ist gerechter.
    Liebe Peeka, Sie haben natürlich Recht. Ich glaube, Joffe verwechselt möglicherweise Netze und Netzwerke. Trotzdem ist es absurd, ausgerechnet die EU-Kommission aufzufordern, “die digitale Autonomie Europas” herzustellen. Das ist kein erstrebenswertes Ziel, und die Kommission ist nicht in der Lage, dieses Ziel zu verwirklichen.

  34. avatar

    Christian Lindner hat doch mit seiner Firma “MOMAX” schon Erfahrung gesammelt, wie man in der Branche Geld vom Staat verbrennen kann.

    Ansonsten ist die Aussage Joffes “Netzwerke sind entweder global oder (fast) nichts.” natürlich quatsch.
    Zum einen gibt es globale Netzwerke wie “myspace”, die gescheitert sind, zum anderen gibt es jede Menge erfolgreiche regionale, nationale und europäische soziale Netzwerke, die erfolgreich arbeiten, in Deutschland zum Beispiel “jappy” für das Prekariat oder bekannter auch das business-Netzwerk “xing”.

  35. avatar

    Das hat mich sehr amüsiert, Herr Posener (das Lachen war ein Zeichen der Zustimmung). Ich glaube auch, dass eine digitale europäische Gegeninitiative (Euro-Web) sehr teuer, aber wenig sinnvoll wäre. Man würde die Abhörpraxis nicht aus der Welt schaffen, sondern nur verkomplizieren und verlagern. Angesichts der Kosten scheint mir das nicht lohnend.

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