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Unschuldige Antisemiten

 Um zu verstehen, worum es in diesem Beitrag geht, muss ich Sie bitten, vorher auf diesen Link zu klicken. Dort können Sie nachlesen, was der Stellvertretende Chefredakteur der Badischen Zeitung anlässlich der Kritik an einer am Jahrestag der Reichskristallnacht in seiner Zeitung erschienenen Karikatur schreibt. Sie finden dort auch die Karikatur:

http://www.badische-zeitung.de/karikaturen/umstrittene-karikatur-nicht-jede-kritik-ist-antisemitismus–60898246.html

Nun, Originalität kann man Thomas Fricker nicht vorwerfen. Sein zentrales Argument lautet: Nicht jede Kritik an Israel ist antisemitisch. (Als ob irgendjemand das je behauptet hätte oder behaupten würde): „Sollte jegliche Kritik an Israels Politik gleichgesetzt werden mit Kritik am jüdischen Volk und – gravierender noch – mit Antisemitismus, hieße das im Umkehrschluss, dass Kritik an der Politik der israelischen Regierung prinzipiell nicht mehr möglich wäre. Dies, verehrte Leser, kann weder im Sinne der Demokratie hierzulande noch in Israel sein.“ In der Tat. Obwohl man gern wüsste, was der Unterschied zwischen „Kritik am jüdischen Volk“ und Antisemitismus sei, und warum dieser „gravierender noch“ als jene wäre.

Aber darum geht es hier nicht, und die ständige Wiederholung dieser Floskel, wann immer Kritik an Israel in Antisemitismus abgleitet und darum ihrerseits kritisiert wird, macht die Sache nicht besser, sondern schlimmer, weil sie immunisiert statt zu sensibilisieren.

 

Warum ist diese Karikatur antisemitisch? Nun, weil sie nicht nur einen Sachverhalt falsch darstellt, sondern auf eine bestimmte Weise falsch darstellt.

Falsch ist, dass Netanjahu ein Abkommen zwischen den fünf Vetomächten plus Deutschland einerseits und dem Iran andererseits torpedieren wollte. Netanjahu hat gemahnt, das erfolgreiche Sanktionsregime nicht zu lockern, ohne dass der Iran wesentliche Zugeständnisse in der Frage der Urananreicherung und Plutoniumherstellung macht. Es ging um eine sachliche Frage, die nicht nur für Israel von existenzieller Bedeutung ist. Wie es sich herausstellte, war der Iran nicht zu ausreichenden Zugeständnissen bereit, was zuerst Frankreich, dann die USA dazu brachte, die Verhandlungen für gescheitert zu erklären.

Wenn also jemand das von den USA angestrebte Abkommen torpedierte, dann waren es die Iraner. Meinetwegen, wenn man die Mullahs für die Unschuldslämmer hält, als die sie sich ausgeben, die Franzosen. Oder die Amerikaner. Aber eben nicht Netanjahu, der gar nicht an den Verhandlungen teilnahm und keine Möglichkeit hätte, das Abkommen zu verhindern, wenn es denn die fünf Vetomächte plus Deutschland abschließen wollten.

 

Das Wesen des Antisemitismus besteht darin, die Juden (oder „den Juden“) für Dinge verantwortlich zu machen, für die sie nichts können. „An allem sind die Juden schuld.“ Die Karikatur entspricht diesem Muster.

Aber nicht nur das.

Netanjahu will in der Karikatur nicht nur ein Abkommen verhindern, das nach seiner Meinung die Iraner zum Bau der Atombombe oder zur Entwicklung der Fähigkeit zum Bau einer solchen Bombe ermutigt hätte. Er will den Frieden selbst – dieses Zwitterwesen zwischen Schnecke und Taube – töten. Er will die Taube vergiften. Dieses Bild entspricht dem – oder erinnert an das – Nazi-Klischee, demzufolge „das internationale Judentum“ die Völker gegeneinander in den Krieg hetzen wolle.

 

Fricker will das alles nicht erkennen. Stattdessen schreibt er: „Wer die Zeichnung unvoreingenommen betrachtet, findet dort weder eine stilisierte Judenfigur noch das – mittelalterliche – Klischee vom jüdischen Brunnenvergifter. Stattdessen versucht dort ein sehr real existierender und real Politik betreibender israelischer Ministerpräsident…“

Ach so. Antisemitisch ist also, wenn die karikierte Figur eine Hakennase hat, Kaftan trägt und Brunnen vergiftet. Nicht, wenn sie wie ein jüdischer Ministerpräsident aussieht, einen Mantel, Koffer und Handy trägt und Friedenstauben vergiftet. Antisemitisch ist mittelalterlich. Da wir nicht mittelalterlich sind, können wir nicht antisemitisch sein.

Man könnte über so viel Naivität lachen, wäre sie nicht typisch für den unschuldigen Antisemitismus vieler aufgeklärter Deutscher. Natürlich ist man nicht der Meinung, dass alle Juden Hakennasen haben. (Das sind ja die Araber.) Natürlich weiß man, dass sie nicht alle Kaftan tragen und nach Knoblauch riechen. (Das sind Afghanen und Zigeuner, ähm Sinti und Roma.) Natürlich sind sie nicht alle geldgierige Shylocks. (Obwohl … Ich sage nur Goldman Sachs … Lehman … Greenspan …  das jüdische Gen, das aus Juden geborene Banker macht, wie Thilo Sarrazin meinte.) Natürlich sind sie nicht Brunnenvergifter. (Sie vergiften nur den Frieden zwischen den Völkern, weil sie den Krieg wollen, um die armen Palästinenser weiter unterdrücken zu können.)

 

Die Karikatur erschien ausgerechnet am 75. Jahrestag der Reichskristallnacht, die Herr Fricker politisch korrekt, aber – wieder verschleiernd – „Reichspogromnacht“ nennt. Die Aktionen des 9. November 1938 waren ja kein Pogrom – eine spontane Erhebung der antisemitischen Meute, die kein Geringerer als Adolf Hitler in seiner ersten Stellungnahme zur „Judenfrage“ verurteilte; sie waren eine zentral gesteuerte Aktion. Übrigens wurde sie begründet damit, dass „die Juden draußen zum Krieg gegen Deutschland  hetzen“. Und nun, am 75. Jahrestag, wieder der Jude als Friedensmörder. Fricker meint mit Unschuldsmiene:

„Dass dies manche Leser als unglücklich empfunden haben, kann ich nachvollziehen.“ Vielen Dank auch, möchte man sagen, für Ihre Feinfühligkeit. Freilich: „Betroffen macht mich etwas anderes.“

Das wiederum wundert nicht. Es macht Herrn Fricker nicht betroffen, eine antisemitische Karikatur am Jahrestag der Reichskristallnacht veröffentlicht zu haben; es macht ihn betroffen, dass die Jerusalem Post die Badische Zeitung eine „unbekannte Provinzzeitung“ nennt, die mit einer bewussten Provokation auf sich aufmachen wollte.

Nun, ich halte die Badische Post zwar für eine provinzielle Zeitung, aber nicht für eine unbekannte. Vor allem entspricht ihre Provinzialität – in diesem Fall das entrüstete gute Gewissen, mit dem Herr Fricker das entschuldigt, wofür er sich hätte entschuldigen sollen – leider dem Niveau der meisten deutschen Israelkritiker, die „natürlich“ keine Antisemiten sind und darum völlig unempfindlich gegen dessen heutige Ausprägungen. Das schreckliche gute Gewissen, das kein Gefühl für das Unpassende, ja Ungeheure des Vorgangs aufkommen lässt, am Tag, da vor nicht einmal einem Menschenleben die SA-Horden johlten, die Juden sollten „ab nach Palästina“ ziehen, nun den Ministerpräsidenten des in Palästina entstandenen jüdischen Staats als Friedensmörder zu verunglimpfen.

Niemandem in der Redaktion der Badischen Zeitung fiel das auf. Niemandem. Und Fricker findet das nicht einmal peinlich. Ein gutes Gewissen hat der Antisemit immer. Daran hat sich seit dem Mittelalter nichts geändert.

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105 Gedanken zu “Unschuldige Antisemiten;”

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    kjn: „Ich habe mich ganz bewusst nicht zu den Schicksalen palästinensischer Kinder und Jugendlicher in israelischen Gefängnissen geäußert.. das Kann man nicht in einem thread über europäischen Antisemitismus abhandeln“

    das ist nichts anderes als eine vorgeschobene behauptung,weil ihnen des leid dieser menschen egal ist, sonst könnten sie nicht so ignorant darauf reagieren. in diesem thread wird nicht ein thema, sondern ganz unterschiedliche themen abgehandelt. um es klar zu sagen: sie mißbrauchen die holocaust-opfer, um anderes millionenfaches leid zu verschleiern

    „Vielleicht sind Sie Palästinenser? Dann kennen Sie ja die Verhältnisse im Westjordanland, in Gaza und wer da das Sagen hat“

    richtig, nämlich israel

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    kjn: ich nehme zur kenntnis, daß sie ein laberer sind und aus nachvollziehbaren gründen mit jeder antwort meine beiträge und damit das thema ignorieren

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    @ Edmund Jestadt

    Zitat: Aber gerade weil die Karikatur so “unschuldig” geschichtslos ist, gerade weil sie so “nur technisch-politisch” interpretierbar ist und sein soll, ist die Verleugnung eines wesentlichen Teils deutscher und – nota bene! – jüdischer Geschichte und der Geschichte Israels ihr Subtext:

    Ich will ihre Befürchtungen nicht zerstreuen, denn sie sind real, habe dies selber oft genug mitbekommen. Nein, sie spinnen nicht. Nur, wie lösen sie das Dilemma: Offener Antisemitismus ist klar, ist Kritik aber „unschuldig“, dann (tata!) verleugnet sie. Dann ist doch die Aussage: „Man darf Israel kritisieren“ doch eher eine Falle für Unbedarfte, weil je objektiver oder technisch-politischer die Stellungnahme daherkommt, desto verleugnender ist sie ja. In der Praxis bedeutet das eben doch: DU, als Deutscher, vergesse den Subtext nicht, denn den hast du ja geerbt. Dann ist es ein kleiner Schritt zum: DU, als Jude… womit wir in einer kommunikativen Spirale sind, an deren Ende Antisemiten und kritikunfähige Juden stehen.

    Nochmal: es gibt auch versteckten Antisemitismus, aber wir bewegen uns hier mit einem Bein in der Metaphysik. Und über die streiten ist halt schwer.

    the absence of evidence is not the evidence of absence: argumentum ad ignorantiam
    http://de.wikipedia.org/wiki/A.....gnorantiam

    Wenn wir jetzt im Zweifel immer schlimmeres verhüten wollen, dann bleiben nur die unerträglichen Klezmer-Abende.

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    @ lieber Edmund Jestadt,

    ich will Sie beruhigen. Da werden noch Äonen vergehen, bis „wir“ zu Israel ein Verhältnis wie zu Ghana und dem Senegal haben werden.

    Andererseits: Dass Alan Posener und die seinen gerne eine Diskussion dessen, was man euphemistisch israelische Friedenspolitik nennt, weniger wohlwollend israelische Hegemonial- und Besatzungspolitik, vermeidet und eskamotiert, indem er die Diskussion auf das Feld des Antisemitismus verschiebt, ist wohl eine Binse. Produktiv nicht (ich sehe bei der Karikatur durchaus antisemitische Ober- und Untertöne, halte sie jedoch für marginal und wenig relevant). Ich halte jedoch Ihr Bauchgrimmen für heuristisch durchaus interessant: glauben Sie, dass die Berücksichtigung von dem, was Sie „Auschwitz“ nennen, über ein Verständnis der Effekte einer Traumatisierung hinaus zu einem besseren Verständnis und zu einem besseren politischen Urteil über die israelische Politik im Heiligen Land und im Nahen Osten führen kann? Auf israelischer/jüdischer Seite scheint mir die Beschwörung des ewigen Feindes der Juden, seien es weiland Amalek und Haman, seien es itzo Hitler und der Hitler vom Euphrat und Tigris oder von Teheran, für das Selbstverständnis des Am Israel konstituierend zu sein; in dieser Fixierung kommt es jedoch zu nicht unerheblichen Wahrnehmungsstörungen und einer unproduktiven ritualisierten Weltanschauung.

    Ich verstehe, dass Israel um jeden Preis verhindern will, dass der Iran oder andere Länder im Nahen Osten atomar aufrüsten und gleichziehen wollen. Was ich nicht verstehe, dass Israel bisher nicht mit dem Pfund gewuchert hat, sein atomares Potential als Verhandlungsmasse einzubringen mit dem Angebot eines atomwaffenfreien Nahen Osten. Können Sie mir das erklären?

    Sie werden mir nachsehen, dass ich mich hier in die Diskussion einklinke, auch wenn ich mich inzwischen von den täglichen Tumulten der Diskussion fernhalte.

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    EJ: Aber gerade weil die Karikatur so “unschuldig” geschichtslos ist, gerade weil sie so “nur technisch-politisch” interpretierbar ist und sein soll, ist die Verleugnung eines wesentlichen Teils deutscher und – nota bene! – jüdischer Geschichte und der Geschichte Israels ihr Subtext: Vergesst Auschwitz! (Oder: Auschwitz ist vergessen!)

    … warum sollte ich, ein Deutscher, die Historie leugnen oder vergessen wollen?

    … im Gegenteil, anders: … weil meine Kinder, ich, und andere, obwohl ohne Schuld, mehr als 60 Jahre nach Ende des II.WK dafür diesen zahlen müssen, selbst für den I.WK., will ich Wahrheit.

    Von der den Deutschen verweigerten Souveränität, der immer noch selbst im GG verankerten Besatzung durch fremde Mächte – und deren Folgen – ganz zu schweigen.

    … denn APo selber schreibt: … ‚Deshalb ist das Verursacherprinzip … so wichtig, …‘ .

    Wie soll ich als Deutscher mit einem Urteil vom Landgericht Mannheim umgehen ‚… dass es völlig unerheblich sei, ob der Holocaust stattgefunden habe oder nicht. Seine Leugnung stehe in Deutschland unter Strafe. Und nur das zähle vor Gericht. …‘???

    Quelle

    Werter EJ, ersparen Sie sich Hinweise oder Vorhalte auf den Text, der vor mein Zitat im TAZ-Artikel zu lesen ist. Mich interessiert nur die Begründung des Landgerichts.

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    @ Stevanovic

    Sie sagen: „Die meisten haben zu dem Thema [Israel] die gleiche Einstellung wie zu [dem Thema] Sri Lanka oder Ghana.“ Tatsächlich ist das eine in Deutschland weit verbreitete Antwort auf Israel. Und die Karikatur, die hier Thema ist, ist auf genau dieser „unschuldig“ geschichtslosen Basis gemacht, denke ich. (APOs „detaillierte“ Interpretation halte ich für zu weit hergeholt.) Aber gerade weil die Karikatur so „unschuldig“ geschichtslos ist, gerade weil sie so „nur technisch-politisch“ interpretierbar ist und sein soll, ist die Verleugnung eines wesentlichen Teils deutscher und – nota bene! – jüdischer Geschichte und der Geschichte Israels ihr Subtext: Vergesst Auschwitz! (Oder: Auschwitz ist vergessen!) Zu Israel Beziehungen wie zu Sri Lanka oder Ghana!

    Es führt kein Weg dran vorbei …

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    @piwonka
    Todenhöfer: „Wir Deutsche haben unsere Vergangenheit gegenüber den Juden so gut es ging bewältigt.“ Genau. Bestätigung meiner – bis dato – Arbeitshypothese: Jetzt – endlich dürfen wir…- gen Israel.

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    @Jean Luc
    Danke für die Links – einige Karikaturen sind so antisemitsch, daß

    sie als Karikatur für Antisemitismus durchgehen könnten. Daher sind

    sie für Israel ungefährlich (mein Eindruck ohne – was man nicht tun

    sollte – mea culpa, die Kommentare jetzt komplett gelesen zu haben).

    Der „unschuldige Antisemitismus“ (Posener) schleicht sich

    aber unerkannt ein und ist ein deutsches Problem, was ich mal im

    Sinne von der vom Dottore geklauten „ut aliquit fiat“ geklauten

    Einlauf-Strategie als psychologisch verbreitetes Problem dargestellt

    habe, das ich – natürlich – nicht „beweisen“ kann.
    @Stevanovic, R.Z.
    Ich möchte einfach wissen, wie weit der Einfluss der

    (nachvollziehbaren!)

    auch-Deutsche-sind-gute-Menschen-und-Juden-machen-auch-Fehler –

    basierten psychologischen Selbstentlastung bei der Israelkritik

    reichen könnte. Ich halte das Thema „Existenz Israels“ für soche

    „Befindlichkeiten“ für zu ernst.
    @R.Z.: Beleidigen Sie! Es wird sowieso zuwenig beleidigt und man ist

    zuwenig beleidigt. Dadurch verkümmert ein wichtiges Gefühl: Stolz.

    Ja, sieht so aus, wir reiten noch was. (KJNB ist gut, aber

    Lifting-Aktionen lehne ich ab, dazu bin ich zuviel deutsch-öko, die

    Bordmittel müssen reichen).
    „Es handelt sich um das deutsche Staatsvolk, so dass Sie sich ein

    zumindest temporäres antideutsches Ressentiment attestieren müssten,

    wenn Sie einen von beiden schlecht finden.“
    Reicht nicht schon das „Deutsche Volk“? Staatsvolk?? 🙂
    Ich finde, Schöder und Kohl haben im Rahmen ihrer Möglichkeiten das

    beste herausgeholt. Mehr erwarte ich eigentlich nicht. Aber „wir“,

    also das „Deutsche Staatsvolk“ (you made my day) sollten uns

    mehr persönliche Freiheit erlauben.
    (Schröder ist allerdings in einer Art und Weise ein

    Interessenvertreter in eigener Sache, die mir unheimlich ist, Kohl

    ist einfach nur eitel und das finde ich noch akzeptabel)
    (Ihre Ausführungen zum deutschen Mainstream stützen dies ja

    ebenfalls, aber das nur nebenbei.)
    Nun ist aber der deutsche Mainstream eher speziell..
    @piwonka
    „Antisemitismus.. argumentum ad hominem“
    ich verstehe Sie so, daß Sie den Antisemitismusvorwurf als

    Machtinstrument empfinden. (Verzeihen Sie meine – schon wieder –

    psychologische Deutung, psychologisch heißt nicht: unehrenwert,

    gerade der Autor, dessen Text wir hier diskutieren, schreibt oft

    genug über seine Empfindungen und Auffassungen, ein Grund

    meiner Anwesenheit in einem solchen Diskussionsraum – im Sinne von ut aliquit fiat).
    Vielleicht ist es aber einfach nur – Angst.
    Daher fällt mir zu Ihren emotionalen Ausführungen vor allem ein, daß, wir aufpassen sollten, die Dinge und wie wir sie empfinden, nicht durcheinander zu bringen. Ich habe mich ganz bewusst nicht zu den Schicksalen palästinensischer Kinder und Jugendlicher in israelischen Gefängnissen geäußert.. das Kann man nicht in einem thread über europäischen Antisemitismus abhandeln.
    Vielleicht sind Sie Palästinenser? Dann kennen Sie ja die Verhältnisse im Westjordanland, in Gaza und wer da das Sagen hat. Und ich habe versucht, darzustellen, daß es viele Gründe gibt, warum Europäer die eine oder andere Partei ergreifen. Sie sollten sich von Europäern nicht instrumentalisieren lassen. Israel ist – so wie ich das Land kenne – ein Land mit garantierter Religionsfreiheit, mit Fehlern in der Umsetzung und Ressentiments in realita, in der Justiz und wäre dennoch im Falle einer Einstaatenlösung eine Verbesserung vor allem für die Palästinenser in Westbank und Gaza und weniger für die Israelis. Sie würden das wirklich abstreiten?
    In D verbrennen afrikanische Asylbewerber bei lebendigem Leibe angeschnallt auf Pritschen in Polizeistationen
    und werden griechische und türkische Kleinunternehemer von Nazis erschossen. Sehen Sie, wie irrsinnig die Diskussion wird, wenn wir Dinge durcheinanderbringen? Ich bin ja durchaus ein Freund davon, Äpfel mit Birnen zu Vergleichen, aber man muss die Größe kennen, mit der man vergleicht und damit die Aussagekraft des Unterfangens.

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    das habe ich soeben von jürgen todenhöfer im internet gefunden:

    Liebe Freunde,
    wie einige von Euch wissen, war ich auch in Gaza. Dem Land der Verdammten dieser Erde. Die Welt hat Gaza vergessen, sie lässt die Menschen dort allein. Gaza ist ein Schandfleck westlicher Politik. Ein Symbol der Missachtung der primitivsten Rechte der Palästinenser.
    Angeblich war meine „Einreise“ durch einen kleinen, dunklen Erdtunnel illegal. Darauf stehen mehrere Jahre Gefängnis. Aber wirklich illegal ist nur die Art und Weise, wie in Gaza zwei Millionen Menschen in einem großen Käfig eingesperrt sind.

    Wir Deutsche haben unsere Vergangenheit gegenüber den Juden so gut es ging bewältigt. Aber vor dem Unrecht der Gegenwart versagen wir kläglich. Wir lassen zu, dass die Bevölkerung von Gaza wie Untermenschen behandelt wird. Wir sollten das nicht hinnehmen. Der jüdische Politologe Alfred Grosser hat Recht, wenn er sagt: „Wer Hitler abschütteln will, muss heute die Palästinenser verteidigen.“

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    Herr Posener hat ja nun erreicht, was er wollte: sein publizistisches Pfund aus einer Allerwelts Zeichnung zu schlagen. Eine Karikatur ist eine Karikatur, ist eine Karikatur.Die Generalverdacht Keule des Anti-Semitismus herauszuholen, weil ein Politiker überspitzt(das Wesen einer Karikatur) kritisiert wird,der verbal gern die großen Kanonen auffährt, ist für eine offene, demokratische Gesellschaft kontraproduktiv und eine Unterstellung. Letztlich führt sie zur peinlicher, politischer Korrektheit und lädt gerade daurch Ressentiments auf.Ein schlechtes Beispiel sind die USA, wo ein kleiner Mensch“vertically challenged“ und nicht schlicht klein genannt werden soll oder eine Ehefrau/Mann “ the significant other“. Erinnert mich stark an Mac Carthy, im Grenzbereich zur Paranoia.

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    ziegler hat einen wichtigen begriff ins spiel gebracht:“argumentum ad hominem“. zu dem ist der vorwurf des antisemtismus verkommen von jenen, die damit herumfuchteln, wie neureiche mit ihren geldscheinen. es wird gar nicht mehr gefragt, ob bestimmte aussagen richtig sind, das soll ja vermieden werden, sondern es geht nur noch darum, jene person, die diese aussagen macht, selbst zu attackieren, indem ihr verwerfliche motive unterstellt werden

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    kjn: „Besserwisserei“ da habe ich sofort an sie gedacht als großer psychologe

    „Der Zeigefinger zeigt nach Israel, der Rest der Hand auf einen selber.“

    das ist die nächste plattitüde

    „Ja, man darf Netanyahu kritisieren, man darf aber auch fragen, ob die Kritiker überhaupt kompetent sind. Da habe ich gewisse Zweifel. Warum? S.o.“

    ja, man darf die israelkritiker kritisieren, man darf aber auch fragen, ob diese kritiker der kritiker überhaupt kompetent sind. da habe ich gewisse zweifel. warum? sie sehen, wie austauschbar ihre sätze sind

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    @Ziegler

    Eben, der Vorwurf Antisemitismus kommt mir hier wie eine Unterstellung vor. Wenn die reine Möglichkeit schon als Ausweis einer dahinterliegenden Tatsache gilt, dann brauchen wir uns über das Gefühl, etwas nicht kritisieren zu dürfen, nicht wundern. Dann sagt man halt nichts und das staut sich zu einem diffusen Gefühl der Bevormundung. Die meisten Leute, mit denen ich mich zu Israel austausche, stört eher das. Die haben das Gefühl, da sei ein Tabu und Tabubruch ist ja Volkssport. Bei sehr wenigen habe ich den Eindruck gehabt, sie müssten gegenüber Juden was loswerden oder könnten ihnen Auschwitz nicht verzeihen. Die meisten haben zu dem Thema die gleiche Einstellung wie zu Sri Lanka oder Ghana. In der Publizistik sieht es natürlich anders aus, die Klientel drängt es ja in das Rampenlicht.

    Absence of proof is not proof of absence. Damit ist natürlich jeder unter Generalverdacht und wer das so nicht akzeptiert ist folgerichtig ein Verharmloser oder Kollaborateur. Wenn man schon so weit ist, dann wimmelt es in Deutschland nur so von Antisemiten und dann hat alles einen doppelten Boden. Die Frage ist doch, an welchem Punkt versucht man seine Paranoia in den Griff zu bekommen, ohne die Augen zu verschließen. Nur auf das Bild bezogen, würde ich hier Paranoia sehen.

    Denn im Endeffekt geht es um die Bewertung des NO Konfliktes. Die Behauptung, Israel hätte keinen Einfluss auf die Verhandlungen, wenn über 100 Kampfflugzeuge mit Bunkerbrechern bereitstehen, ist im besten Fall naiv. Der Iran droht ständig Israel, Israel kündigt ständig an, sich zu wehren, notfalls präventiv – in welchem Zusammenhang könnte das wohl mit den Atomgesprächen stehen? Sollte das Verhandlungsergebnis nicht die Sicherheit Israels garantieren, wird Israel handeln, auch wenn sich die Verhandler auf die Schulter klopfen und zufrieden grunzen. Eine Selbstverständlichkeit. Und die kann man karikieren, wenn man eine Verhandlungslösung und das Versprechen des Regimes ernst nimmt. Wo sich in diesen Flachheiten der Antisemitismus verbirgt, erschließt sich mir immer noch nicht, außer eben, dass Leute, die das Regime ernst nehmen, als Antisemiten denunziert werden sollen. Wenn ich es richtig von Posener gelernt habe: ein argumentum ad hominem.

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    …ich denke ja selber gern über andere pauschal Schlechtes. wie ich es hier auch bei Berlusconi dmeonstriert habe. Was wäre die Welt ohne Vorurteile und ohne Boshaftigkeit; ein toter Ort. Ein echtes toxisches Ressentiment ist aber etwas ganz anderes.

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    …OK, reiten wir noch etwas. Inzwischen ist mir ein besseres Beispiel gegen das Argument, Herr Netanyahu sei ein vom israelischen Staatsvolk wiedergewählter Regierungschef, den man in dieser Eigenschaft respektieren müsse, eingefallen. Denken Sie mal über Herrn Kohl und Herrn Schröder nach; beide sind wiedergewählte Regierungschefs und Sie werden bestimmt nicht beide gleichermaßen super finden. Vielleicht finden Sie sogar (wenigstens) einen von beiden richtig schlecht? Es handelt sich um das deutsche Staatsvolk, so dass Sie sich ein zumindest temporäres antideutsches Ressentiment attestieren müssten, wenn Sie einen von beiden schlecht finden. (Ihre Ausführungen zum deutschen Mainstream stützen dies ja ebenfalls, aber das nur nebenbei.)

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    ziegler: “ nun halten Sie mal die Luft an! Sie schneien hier zusammen mit dem Herrn Poznanski in unsere gemütliche kleine Blogwelt rein“. wenn sie es gemütlich haben wollen, sollten sie sich in ihr wohnzimmer zurückziehen

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    ihren party-beitrag verstehe ich nicht und die anderen vermutlich auch nicht. das wird sicherlich kein zufall sein, denn sie winden sich wie ein aal, um sich ja nicht mit tatsachen konfrontieren zu müssen. und ihr partybeitrag wird wohl ein erneuter versuch sein, diesmal mit einer anderen variante ihre triviale küchenpsychologie an den man zu bringen. ihre ganzen aktivitäten sind darauf konzentriert, die trennung der normativen von der empirischen ebene zu verhindern. das ist kennzeichnend für totalitäres denken, denn die realität nimmt nicht darauf rücksicht, ob sie in ihr vorurteilsbehaftetes israelfreundliches bild paßt.

    die sie die flucht vor der realität ergreifen, habe ich sie nun mit meinem letzten beitrag mit einem kleinen teil der wirklichkeit konfrontiert, was sie natürlich ignoriert haben. mich interessiert, was dieser kurzbericht bei ihnen ausgelöst hat. überhaupt etwas oder gar nichts? hat es sie ganz kalt gelassen? löst die mißhandlung von kindern in gefängnissen wirklich gar nichts aus?

    meine aussage von „die spatzen pfeifen es von den dächern“ bezog sich auf ihre evidente realitätsflucht. das verfälschen sie, indem sie suggerieren, als ob es hier um selbsternannte israelexperten ging und erwähnen in diesem zusammenhang auch noch die marmara (so ist es richtig geschrieben), obwohl ich davon gar nichts schrieb. so blauäugig ist ihre weltsicht, daß sie selbst nicht einmal wahrnehmen, was ich tatsächlich geschrieben habe.

    wenn sie von leuten, sprechen, „die das land und seine gefährdung besser kennen“, so lügen sie sich selbst in die taschen, denn solche leute sichen sie gar nicht, sondern nur solche, die an israel keine kritik üben und da ist es ihnen schlicht egal, was sie für ein wissen besitzen, denn ich könnte ihnen genug namen nennen, die das land bestens kennen. z.b die nahost-korrespondenten der sz thorsten schmitz, der jetzige peter münch, der in einem artikel festgehalten hat, daß die palästinenser von den israelis „unterdrückt“ werden, oder noch besser heiko flottau bzw sein buch: „die eiserne mauer“.

    am besten ist es freilich, wenn sie sich mit den tätern und deren selbstbekenntnissen beschäftigen, die in dem buch“ breaking the silence. Israelische Soldaten berichten von ihrem Einsatz in den besetzten Gebieten“ im econ verlag abgedruckt sind. hier nur zwei auszüge aus rezensionen: „Unvorstellbares steckt in beinah jedem Absatz dieses so wichtigen Buches.“ Berliner Zeitung, Natascha Freundel, 18.10.2012 und: “ Was sie erzählen, erschüttert das Bild von den israelischen Streitkräften als Verteidigungsarmee.“
    Dresdner Neueste Nachrichten , 22.10.2012

    absurd und heuchlerisch wird es, wenn die sog. „israelfreunde“ von der gefährdung israels sprechen, denn die größte gefährdung dieses staates liegt in dessen politik gegenüber den palästinensern. selbst. wie blind muß man denn eigentlich sein, um zu übersehen, daß landraub, besatzung, ungehemmte zunahme von jüdischen siedlungen im westjordanland und die dadurch erreichte verhinderung eines palästinensischen staates das größte sicherheitsrisiko für israel darstellt?

    sie sind übrigens nicht der einzige, der die augen fest vor der realität auf die von mir beschriebene weise schließt, WOLTERSDORF z.b gehört auch dazu

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    @KJNB: Warum ein „unverfängliches Beispiel“? Aus Feigheit vor den aufgeladenen Emotionen? Nein, sondern weil ein sehr wichtiges und richtiges Argument im Zusammenhang mit Antisemitismus das des „doppelten Standards“ ist. Man sollte an Israel und seine Vertreter keine anderen Maßstäbe ansetzen als an andere (demokratische) Länder. Um das Argument vernünftig benutzen zu können, muss man aber wissen, was denn der „Standard“ jeweils ist. Und das geht nur mit unverfänglichen Beispielen, die man dann anschließend auf die Israeldebatte überträgt.

    Und hier kann man sehen: Man beleidigt überall und immer die Regierungschefs, ohne das weiter bemerkenswert zu finden. Auch übrigens den „Mainstream“, was nichts anderes darstellt als einen anderen Ausdruck für das Staatsvolk (bzw. die Mehrheit desselben). Den deutschen/italienischen/amerikanischen Mainstream, seine Ansichten und Befürchtungen blöd zu finden ist kein Problem; beim israelischen aber sieht das anders aus. Warum dieser doppelte Standard? Weil Israel bedroht wird, die anderen aber nicht?

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    @R.Z.
    „Nun will ich aber nicht weiter darauf herumreiten…“
    Doch, reiten wir doch noch etwas drauf rum, hier in unserer „kleinen gemütlichen Blogwelt“, wie Sie so treffend schreiben. Hier ist Zeit dafür und Berlusconi ist doch ein – sagen wir unverfänglicheres Beispiel, nicht wahr? Für wie blöd hält der deutsche Bildungsbürger die Italiener, wenn sie Berlusconi wählen, für wie bescheuert hält er die Amerikaner, wenn Sie G. W. Bush (wieder-) wählen usw. usf. Ich „bewundere“ keine Politiker (obwohl.. wenn jmd. wie B. sein Leben so gnadenlos versucht auszukosten..), aber ich bewundere auch nicht die selbstgefällige, bequeme dünkelhafte und – letztlich saublöde – Überheblichkeit des öffentlich-rechtlich-paritätisch ausgewogenen Mainstream-Denkens, das niemandem auf die Füße treten will, aber es durch seine behäbige Angepasstheit ständig tut, wie der sprichwörtliche Porzellanladenelefant. Die Welt läuft auch gerne ohne D weiter! Man kann Berlusconi w.g. vielem kritisieren, aber genauso sie wohlabgewogene hiesige VW- und Siemenskonforme Staatsraison. D muss ‚runter vom hohen moralische Ross, runter von der bürgerlichen alt68er (nicht jetzt direkt nicht Sie, 68er) Besserwisserei und das mag schon sein, daß das nicht nur für D gilt, aber wir reden hier eben über hier.

    Der Zeigefinger zeigt nach Israel, der Rest der Hand auf einen selber.
    Ja, man darf Netanyahu kritisieren, man darf aber auch fragen, ob die Kritiker überhaupt kompetent sind. Da habe ich gewisse Zweifel. Warum? S.o.

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    Die ganze Diskussion hat komplett die Richtung verloren – weder geht es um Israel, den Iran oder das Abendland, die Ausgangsfrage war doch, ob die Karikatur antisemitisch ist. Dass sie nicht der politischen Vorstellung vieler Teilnehmer entspricht, haben wir schon festgestellt. Vielleicht wäre es zielführender über die Karikatur zu sprechen, als über das große Ganze.

    @Berlusconi-Fans

    Bin ganz bei euch! Wer so eine geile Sau knallt, kann kein schlechter Mensch sein.

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    Was bleibt eigentlich übrig, wenn man diese ganze antisemitische Thematik komplett aus der Betrachtung herausnimmt?

    Dann bleibt ein politischer Kommentar übrig, der das Wirken von Netanyahu und unbestimmter Anderer („& Co“) als schädlich für einen Friedensprozess („Taubenschnecke“) ansieht, wobei konkret die Verhandlungen mit dem Iran gemeint sind. Und dies ist doch eigentlich die Frage, über die man sich Gedanken machen sollte: Soll man den Schurkenstaat Iran in Verhandlungen einbinden/als rationalen Verhandlungsparter akzeptieren und damit aufwerten oder nicht.

    Die Antwort darauf ist nicht selbstverständlich, auch wenn das einige hier wohl ander sehen. Sie entscheidet auch nicht darüber, wer ein Idiot oder schlechter Mensch ist und wer nicht. Sie hängt von vielen Voraussetzungen ab.

    Ein paar Beispiele: Wenn der Iran einfach nur auf Zeit spielt, um seinen Erzfeind in einer Harakiriaktion mit einer Atombombe auszulöschen, dann lautet die Antwort natürlich: nein. Wenn man den Iran an der nicht-kriegerischen politischen Einflussnahme hindern will und dies als oberste Priorität setzt, lautet sie ebenfalls: nein. Will man stattdessen eine Eskalationsgefahr durch Verhärtung der Fronten verhindern, lautet sie: ja. Hofft man, dass eine Normalisierung der Beziehungen im Iran einen inneren Prozess in Gang setzen kann, der langfristig die Absetzung der Mullahs zur Folge hat, lautet sie ebenfalls: ja.

    Über all das kann man geteilter Meinung sein, vieles auch für vollkommenen Unsinn halten, auch ganz andere Motive ins Feld führen. Aber diese Debatte ist es, die man führen sollte, statt über Bösartigkeiten der Darstellung nachzudenken. Welches ist das Ziel, das man gerne hätte, und wie erreicht man das.

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    @Stevanovic: Ihre Interpretation der Karikatur ist die naheliegendere, das finde ich auch. Allerdings ermöglicht die Karikatur eine antisemitische Lesart (über die beiden Elemente Giftklischee + die merkwürdig unterbestimmte „& Co“-Pauschalisierung). Nimmt man hinzu, dass offen antisemitische Äußerugnen einem Publikationsverbot unterliegen, könnte man hier also eine versteckte antisemitische Botschaft vermuten. Etwa so wie in der DDR versteckte Botschaften in vermeintlich harmlosen Liedzeilen unters Publikum geschmuggelt wurden.

    So ungefähr funktioniert die antisemitische Lesart dieser Karikatur, die ihrerseits ohne eine verschwörungstheoretische Komponente (gegen Antisemiten) nicht auskommen kann. Dadurch wird sie allerdings nicht falsch (genausowenig wie die gleichfalls verschwörungstheoretische Vermutung der Stasi gegenüber dem Publikum falsch war).

    Sehr kritisch wirds allerdings, wenn man so einem versteckten – nicht direkt nachweisbaren – Antisemitismus auch noch Unbewusstheit bescheinigt. Wenn also der versteckte Verschwörer gar nichts davon weiß, dass er ein versteckter Verschwörer ist und nur unbewusst seine Verschwörung betreibt und versteckt. Dies würde ich schon als eine Unterstellung betrachten.

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    @KJN: Die aktuelle Berichterstattung über Berlusconi ist es nicht, die mich zu meiner schlechten Meinung geführt hat (sondern die Tatsache, dass sich jemand erdreistet, heutzutage seine Geld-, Medien- und Politikmacht auf die mittelalterlichste, selbstherrlichste, selbstgerechteste und intransparenteste Art zu konzentrieren und zu zelebrieren. Außerdem sind die Shows von B. – sowohl von ihm persönlich als fürchterlich eitler Selbstdarsteller als auch die Billigproduktionen seiner Sender – furchtbar). Aber noch einmal: Berlusconi interessiert mich im Zusammenhang dieses Threads nur als Beispiel. Sie oder der Doktor können gerne Berlusconi, Churchill, Netanjahu oder wen Sie auch immer weiterhin bewundern. Es geht mir nicht um die Helden.

    Wann darf man als einfacher Staatsbürger einen großen Staatenlenker ganz besonders schlecht finden? So schlecht, dass man ihn auf geradezu bösartige Weise herabsetzt? Meine Antwort: immer.

    Nun will ich aber nicht weiter darauf herumreiten, ich vermute, inzwischen hat auch der flüchtigste Leser begriffen, wie das Argument geht. Wer nicht weiß, wozu es überhaupt aufgeführt wird, lese einfach nochmal den Text von Herrn Posener und hoffe auf eine Erleuchtung.

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    Herr Posener,
    vielen Dank für Ihren treffenden Beitrag. Die Haitzinger-Karikatur ist übrigens auch in der Oldenburger Nord-West-Zeitung erschienen. Ich habe einen Leserbrief dazu geschrieben, der mit Ihrer Einschätzung übereinstimmt. Inzwischen hat die hiesige Zeitung zurückgerudert und eine realistischere, irankritische Darstellung gewählt. Tenor: Der Versuch des Irans, sich „friedlich“ darzustellen ist blanke Heuchelei (nachzulesen unter nwz-online). Dass Israel die Fähigkeit zugesprochen wird, Verhandlungen zu „vergiften“, an denen sie gar nicht teilnehmen zeigt an sich schon ein antisemitisches Denken. Gleichzeitig ist „der Jude“ mal wieder an allem Schuld.
    Auch gibt es gegen kein Land der Welt so viele UN-Rsolutionen wie gegen Israel. Wo bleibt z.B. eine Resolution gegen das Regime in Syrien, das u. a. mit Hilfe der (durch den Iran unterstützten) Hisbolla- Terroristen Verbrechen gegen die Menschlichkeit begeht?

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    What is the goal of a nuclear Iran?
    http://www.honestlyconcerned.info/video.html

    Die Analyse ist von Honestly Concerned.org:
    Aktivitäten und Ziele der Initiative

    1.Wir nehmen Einfluss und engagieren uns für eine wahrhaftige Berichterstattung über Israel, Juden und jüdische Themen in den Medien.
    2.Wir gehen vor gegen Antisemitismus.
    3.Wir informieren proaktiv, organisieren und planen aktiv und handeln, wenn nötig, reaktiv.
    4. Wir bekunden unsere Solidarität mit den Menschen in Israel.
    Mehr über die proaktive Arbeit der unschuldigen Philo-Semiten: http://www.honestlyconcerned.info/ziele.html

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    @piwonka
    gut – lassen wir die Psychologie (geht das überhaupt?). Probieren Sie einfach auf der nächsten Fete folgendes aus: Sie erwähnen beiläufig ihren letzten Urlaub in Israel (..ja nur zum Baden/Tauchen in Eilat) und warten Sie die Reaktionen ab. Das Spektrum reicht in etwa von „ich mache mir „davon“ auch mal vorort ein Bild“ bis „in dieses Land fahre ich nicht“. Auf der übernächste Fete nehmen Sie Kenia oder Thailand und vergleichen Sie.
    Darum geht es hier erstmal und nicht (auch @ddd) um den Konflikt der iranischen und palestinensischen Führungsmafia mit der zivilisierten Welt und Saudi Arabien.
    Und was Ihrer Meinung nach „die Spatzen von den Dächern..“ pfeifen, lasse ich mir statt von Maramara- und anderen selbst ernannten Nahost-Experten lieber von Leuten erklären, die das Land und seine Gefährdung besser kennen.

    @R.Z.
    An der Berichterstattung über Berlusconi kann man in etwa den hiesigen verlogen-moralistisch-bildungsbürgerlich-scheinheiligen-besserwisser-Mainstream erkennen, aber ich höre lieber auf mit der Meckerei, wo Sie mich schon so nett verteidigen und EJ wieder mit mir schimpft.
    Und der Dottore ist mir keineswegs unsympathisch.

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    Übrigens, es gehört zum Wesen von Karikaturen, dass sie einen Sachverhalt überspitzt, ja übertrieben darstellen. Darunter hatte schon fast jede „Person des Öffentlichen Lebens“ zu leiden. Das trifft auch auf Haitzingers Karikaturen zu – ohne Ansehen der Person. Wenn Sie nun den Eindruck erwecken, die Darstellungsformen in der vermeintlich geschmacklosen Karikatur seien ein „lex Netanjahu“, ein Ausdruck anti-semitischen Denkens, dann irren Sie.

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    in den letzten 11 jahren wurden 7500 palästinensische kinder verhaftet, verhört und in israelischen gefängnissen in haft gehalten. während der ersten 8 tage nach der verhaftung werden sie einem militärrichter vorgeführt, an händen und füßen gefesselt. obwohl anfangs viele kinder auf ihrer unschuld bestehen, bekenne sich am ende wenigstens 90 % für schuldig, da dies den schnellsten ausweg aus einemsystem bietet, das selbst kindern in 87 % der fälle eine haftverschonung verweihert.

    es ergibt sich ein muster systematischer mißhandlungen, die großenteils auf eine grausame, unmenschliche oder entwürdigende behandlung oder bestrafung hinauslaufen. in einigen fällen handelt es sich sogar um folter.

    dies steht im bericht der organisation „defence for children internationa“, der von der eu gefördert wurde. sie ist beim hauptquartier der vereinten nationen vertreten und hat beratenden status beim wirtschafts- und sozialrat der vereinten nationen, unicef, unesco und dem europarat. der bericht lautet: „bound, blindfolded, an convicted: children held in military detention, april 2012 : http://www.dci-palestine.org/s.....port_0.pdf.

    jetzt kommt die PREISFRAGE: sind diese aussagen antisemtisch? wer die frage richtig beantwortet, erhält einen kühlschrank

  29. avatar

    Lieber Herr Posener,

    zunächst einmal: Sicher kann man unterschiedlicher Meinung darüber sein, wie die Politik Netanjahus zu beurteilen ist. Man kann darüber diskutieren. Aber man werfe doch jemandem, der in der Sache eine bestimmte Auslegung vertritt, bitte nicht vor, deswegen antisemitisch zu sein! Konkret, es geht um die Kritik an einem _Regierungsstil_, nicht um die Kritik an einem _Volk_ oder gar einer Religion. Erkennen Sie den Unterschied wirklich nicht?

    Wer angesichts einer solchen Karikatur die Nazi-Keule auspackt, der macht es sich sehr einfach, zu einfach. Ich habe das Gefühl, Sie sehen darin nur das, was Sie sehen wollen, um schräge Bezüge zu nationalsozialistischen und mittelalterlichen Ressentiments ziehen zu können. Das ist hier doch überhaupt nicht der Fall. Die Karikatur bringt zum Ausdruck, dass „Netanjahu & Co.“ an einer friedlichen Lösung mit dem Iran nicht interessiert ist, nicht mehr und nicht weniger. DASS dem so, ist ein offenes Geheimnis, darüber brauchen wir doch inhaltlich nicht zu diskutieren. Aber Sie machen sich, und das ist ein unfaires Totschlagargument, durch Gebrauch der „Nazikeule“ argumentativ unantastbar, und das ist wohl auch die Intention.

    Zur Sache: Natürlich wird Israel von vielen Seiten bedroht, keine Frage. Der Satz „treibt die Juden ins Meer“ ist Rhetorik der Araber seit 40 Jahren. Das Land muss sich deshalb angemessen zur Wehr setzen, und so manche Überreaktion der Staatchefs wird dadurch verständlich. Auf der anderen Seite gibt es keinen einzigen Staat auf der Welt, der sich seit langem über alle UN-Resolutionen hinweg setzt, um genau zu sein: 70. Wie mir ein Freund kürzlich so treffend schrieb: „Israel wird bedroht, aber es trägt selbst seinen Teil dazu bei, dass das so bleibt. Ein echter Wille zum Frieden ist nicht erkennbar.“

    Um nicht missverstanden zu werden: Israels Gegner sind keine Heiligen, ganz im Gegenteil. Aber eine Lösung für diese Gegend wäre schon lange machbar, wenn Israel seinen Teil dazu beitragen würde.

    Netanjahu fordert, das erfolgreiche Sanktionsregime nicht zu lockern, ohne dass der Iran wesentliche Zugeständnisse in der Frage der Urananreicherung und Plutoniumherstellung macht. Diese Forderung ist legitim, aber sie kommt zur Unzeit. Man kann doch nicht schon _vor_ Beginn der eigentlichen Verhandlungen Forderungen erheben, das würde das zarte Pflänzchen der Entspannung sofort zertrampeln. Man _kann_ das durchaus als ein Torpedieren der Friedensgespräche sehen, so wie es Horst Haitzinger in seiner Karikatur zum Ausdruck brachte. Nur hat das mit Antisemitismus nicht das Geringste zu tun.

    Vor allem wird die Bedrohung durch den Iran asymmetrisch gesehen: Im Atomwaffensperrvertrag war ganz klar geregelt, dass ein Land Natururan zur friedlichen Nutzung anreichern darf. Der Iran hat den Atomwaffensperrvertrag unterschrieben und hielt sich an alle Bedingungen. Diese wurden plötzlich einseitig gekündigt – dem Iran die Möglichkeit zur friedlichen Nutzung von Uran genommen. Deutschland, das bereits 2 Weltkriege vom Zaun gebrochen hat, darf das jedoch uneingeschränkt. Warum eigentlich? Nun drohte daraufhin der Iran damit, der Welt den Ölhahn zuzudrehen – Verträge können ja ganz offensichtlich einseitig gebrochen werden, gleiches Recht also für alle. Die Reaktionen darauf kann man nicht vergessen haben: Jaques Chirac drohte damit, Atombomben auf „Schurkenstaaten“ zu werfen, wenn die „stragegische Versorgung des Westens gefährdet sei“.
    WENN nun also Verträge einseitig gebrochen werden dürfen, dann KÖNNTE der Iran nun seinerseits der Welt signalisiert haben, dass es dann auch keine Uno-Inspekteure mehr ins Land zu lassen bräuchte. Aber der Iran signalisiert doch gerade, dass es an einer friedlichen Lösung interessiert sei. Der Irre namens Ahmadinedschad ist ja zum Glück Geschichte.

    Woher kommt also dieses tiefe Misstrauen Netanjahus gegen den Iran? Glaubt der denn ernsthaft, die würden die A-Bombe bauen, sie auf Israel schmeißen, um dann einen atomaren Gegenschlag kassieren, und dann wäre dort unten alles platt? So naiv kann er doch wirklich nicht sein. Warum nicht einfach erst mal „beide Seite“ miteinander verhandeln lassen und „sine ira et studio“ kommentieren, was dabei herauskommt?

    Israel selbst hat nie den Atomwaffensperrvertrag unterschrieben, die lassen auch keine Uno-Inspekteure ins Land. Jeder weiß: Die haben die Bombe, auch wenn die das nie offen eingestehen. Denen ist es völlig egal, was die Welt darüber denkt – denen sind auch die Bemühungen der USA, das Atomwaffenarsenal weltweit einzudämmen, völlig wurscht. Hätte sich der Iran so verhalten, hätte es UN-Resolutionen gehagelt bis zum abwinken, vermutlich sogar im UN-Sicherheitsrat, dessen Beschlüsse völkerrechtlich verbindlich sind. Im Falle Israels hingegen schert das keinen Menschen. Und ich kann sehr gut verstehen, dass sich Nationen wie der Iran darüber aufregen und sich IHRERSEITS bedroht fühlen.

    Israel hat, Dank der Vetomächte, nie eine Resolution im UN-Sicherheitsrat kassiert. Deshalb schert es das Land auch nicht, was die Welt darüber denkt. Aber man sollte vielleicht mal darüber nachdenken, ob nicht „beide Seiten“ Schuld daran haben, dass in dieser Ecke der Welt niemals Ruhe einkehrt.
    Das nur mal so als „Denkanstoß“. Und, bitte, nicht wieder gleich das antisemitische Keulchen auspacken. Es geht mir lediglich um eine differenzierte Sicht der Dinge.

    Auf eine Peinlichkeit Ihrerseits möchte ich Sie zum Schluss noch hinweisen: Der Ausdruck „Reichskristallnacht“ ist ein Nazibegriff, eine verharmlosende wie zynische Bezeichnung für das, was passierte. „Reichspogromnacht“ ist dagegen der politisch korrekte Begriff. Wenn Sie nun der BZ vorwerfen, nicht den Begriff „Reichskristallnacht“ verwendet zu haben, so kann ich mich über Ihre Unbelesenheit nur wundern.

    VG, D.d.D.

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    …und zu dem einzigen Punkt, der in Ihrem Beitrag sachlich ist: Wenn man eine Aussage/ein Verhalten/eine Karikatur als antisemitisch eingestuft und dies vernünftig begründet hat, dann ist die Frage, „was ihn wohl zu dieser Aussage gebracht hat“, eine völlig naheliegende und zum Thema gehörige Frage.

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    68er: … wäre es nicht möglich uns zumindest mit den rassebiologischen Phantasien Dr. Po’s zu verschonen?

    … werter 68er, ich finde es toll, dass Dottore hier schreiben darf. Mehr bitte.

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    Nochmal auf die Karikatur zurückzukommen:

    Seit Kreisler werden Tauben vergiftet, auch Friedenstauben. Früher wurden sie auch ganz real vergiftet. Das Vergiften einer Friedenstaube assoziiere ich mit realer Schädlingsbekämpfung. Das Vergiften von Tauben ist ein Topos.
    http://www.youtube.com/watch?v=TiH5BsVTcyg
    Auf den Brunnenvergifter bin ich nicht gekommen. Wozu auch, steht ja eine Taube daneben.

    Netanjahu & Co: Hab ich als Saudis gelesen, vielleicht auch Falken in USA (McCain – Bobobobobomb Iran: http://www.youtube.com/watch?v=o-zoPgv_nYg )
    An internationale Finanzjuden habe ich nicht gedacht – es gibt viele vernünftige Menschen, die einen Militärschlag fordern und im deutschen Politikspektrum als Kriegstreiber gelten.

    Wie jede Karikatur, kann das Bild natürlich als Rorschachtest benutzt werden. Ich sehe da aber keine Juden und Antisemiten, sondern eine andere Meinung zu einem konkreten Ereignis. Das Bild karikiert das Geschehen aus einer Denkrichtung, die nicht die meine ist.

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    @piwonka: nun halten Sie mal die Luft an! Sie schneien hier zusammen mit dem Herrn Poznanski in unsere gemütliche kleine Blogwelt rein, teilen dem Herrn Poznanski erstmal mit, dass Sie ihm nichts mitzuteilen haben, worauf der Ihnen mitteilt, dass er Ihnen ebenfalls nichts mitzuteilen hat, worauf Sie unterstreichen, dass Sie ihm aber nun wirklich nichts mitteilen wollen. Und nach diesem interessanten Zwiegespräch spielen Sie sich nun gegenüber KJN als Oberrealisten auf, der psychologische Analysen der Küche verabscheut und seine Frau nicht mit einem Hut verwechselt. Das ist zwar toll für Sie, aber interessiert hier nicht.

  34. avatar

    „es besteht in D ein psychologisches Interesse „“ („moralische Entlastung) an Israel-Bashing und das ist ein deutsches und privates Problem..“

    was ist denn in ihrer kindheit vorgefallen, daß sie so fürchterliche angst vor der auseinandersetzung und konfrontation mit der realität haben?

    „Sie wollen jetzt nicht ernsthaft über den Unterschied zwischen einer Diagnose und einer Tatsache diskutieren?“

    wichtig ist doch für sie, daß sie den hut nicht mit ihrer frau verwechseln. sie stellen küchenpsychologische diagnosen, um sich nicht mit realitäten konfrontieren zu müssen.die spatzen pfeifen es von den dächern. die frage, ob die aussage von alter ego richtig ist, wird von ihnen durch die frage ersetzt, was ihn wohl zu dieser aussage gebrac ht hat.

  35. avatar

    Lieber Herr Posener,
    liebe Frau Heckel,

    wäre es nicht möglich uns zumindest mit den rassebiologischen Phantasien Dr. Po’s zu verschonen?

    MfG

    Ihr 68er

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    @Adam Poznanski: In meinem Beitrag ging es nicht um Berlusconi. Es kann sein, dass meine schlechte Meinung über Berlusconi falsch ist. Es ging um die Frage, ob diese schlechte Meinung antiitalienisch ist, und falls ja, was daraus folgt. Halten Sie Frau Merkel für eine schlechte Politikerin oder Obama für einen schlechten Politiker? Dann könnten Sie auch die für Berlusconi einsetzen. Oder irgendwen anderes, den Sie für schlecht halten, aber der (wieder)gewählt wurde. Oder finden Sie alle Politiker gleichermaßen gut, wenn sie gewählt wurden, WEIL sie gewählt wurden? Nur dann wäre Ihr Standpunkt konsequent, ansonsten ist es Irrlichterei.

  37. avatar

    Lieber Herr Posener,

    im Artikel „Klasse statt Masse“ (Lettre International) fand ich folgendes: „Dreißig Prozent aller
    Ärzte und Anwälte, achtzig Prozent aller Theaterdirektoren in Berlin waren 1933 jüdischer Herkunft. Auch
    Einzelhandel und Banken waren großenteils in jüdischem Besitz. Das alles gab es nicht mehr, und das war
    gleichbedeutend mit einem gewaltigen geistigen Aderlaß.“ Wenn Sie daraus „das jüdische Gen, das aus Juden geborene Banker macht, wie Thilo Sarrazin meinte“ machen, ist dies Ihr Konstrukt und eine unerlaubte Verknüpfung. Denn zur gemeinsamen Herkunft der Juden hat Adam Poznanski bereits am 19.11. um 14:16 Erhellendes geschrieben.

  38. avatar

    @Poznanski
    Meine „Ansichten springen“?
    War ich etwa zu schnell für Sie?
    Wie gewünscht hier nochmal Schritt für Schritt – extra für Sie:

    a) Mullah-Regime existiert schon lange, viele Emigranten seit den 80er, konnte man hier als Normalbürger gut mitkriegen, was im Iran geschieht, wenn man fragte

    b) es bestand/besteht deutsches Industrieinteresse an Geschäften mit den Mullahs, weswegen die Kritik moderat war/ist

    c) es besteht in D ein psychologisches Interesse (moralische Entlastung) an Israel-Bashing und das ist ein deutsches und privates Problem..

    d) ..das meiner Ansicht nach weniger mit Israel, sondern mit deutschen Befindlichkeiten zu tun hat.

    Bitte haben Sie aber Verständnis dafür, daß damit meine Bereitschaft, meine Gedanken in multiple-choice – kompatibles Medizinerdeutsch (wo Logik und Textverständnis 2 verschiedene Welten sind) zu übersetzen, erschöpft ist. Wenn Sie also wollen, lesen Sie, was ich schreibe, aber bemühen Sie sich auch, es zu verstehen.

    @piwonka
    „tatsachen..“
    Sie wollen jetzt nicht ernsthaft über den Unterschied zwischen einer Diagnose und einer Tatsache diskutieren?

    @Gene, diverse
    Natürlich gibt’s Gene und daraus abzuleitende Phänotypen, z.B. dunkle Hautfarbe bei den meisten Afrikanern. Und es wird auch einiges mehr geben, was abgeleitet werden kann. Was Sarrazin allerdings gemacht hat, ist Phänotypen pauschal, in toto zu bewerten. Und das ist Rassismus.

  39. avatar

    korrektur: Adam Poznanski: stimmt doch nicht, sie haben mich doch angeschrieben. und was macht es für einen logischen sinn, mir mitzuteilen, daß MEINE gespräche für sie nicht von belang sind, nachdem ich ihnen bereits miteilte, daß ich mich nicht mit ihnen auseinandersetze werde

  40. avatar

    Irans Botschafter Ghadanfar Rukn Abadi machte in einer ersten Stellungnahme “zionistische Agenten” für die Tat verantwortlich.

    (Spiegel)

    Warum muss es unbedingt ein “zionistischer Agent” gewesen sein?

    http://aron2201sperber.wordpre.....in-mussen/

    Wenn man nicht die Zionisten als Sündenböcke hätte, müsste man sich womöglich eingestehen, dass Muslime heute in erster Linie von Muslimen im Namen des Islam massakriert werden.

  41. avatar

    Oh, der Dr. Poznanski ist tatsächlich ein netzbekannter Rüpler. Insofern entschuldige ich mich beim blonden Hans für den Vergleich und bin dann mal weg.

  42. avatar

    Adam Poznanski: stimmt doch nicht, sie haben mich doch angeschrieben. und was macht es für einen logischen sinn, mir mitzuteilen, daß ihre gespräche für sie nicht von belang sind, nachdem ich ihnen bereits miteilte, daß ich mich nicht mit ihnen auseinandersetze werde

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    Noch ein kleine Bemerkung dazu, wie „wir“ mit gewählten Richtliniengebern normalerweise umgehen. Silvio Berlusconi wurde insgesamt viermal vom italienischen Staatsvolk zum Ministerpräsidenten gewählt. Trotzdem halten viele, ich auch, Herrn Berlusconi für eine politische (und menschliche) Katastrophe. Ist diese Ansicht antitalienisch? Ich glaube nicht. Falls aber ja, dann ist mir der Vorwurf egal, so dass er also in jedem Fall sein Ziel verfehlt.

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