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Wer ist das Volk? Was ist ein Volk? Und überhaupt Palästina

Zu den rührigsten Vertretern der arabischen Sache im Nahen Osten gehört eine Dr. Gabi Weber aus Freiburg, von deren „Café Palestine“ auch ich als Medienvertreter immer wieder Erklärungen und Ankündigungen erhalte. So auch am Freitag letzter Woche. Dr. Weber schrieb:

„Liebe Leserinnen und Leser,

die Ausstellung „Die Nakba – Flucht und Vertreibung der Palästinenser 1948“, die Oberbürgermeister Dr. Dieter Salomon im Herbst 2010 im Alleingang auch in Freiburg verbieten wollte ( Cafe Palestine gewann damals die Klage auf einstweiligen Rechtsschutz vor dem Verwaltungsgericht Freiburg) soll auf dem evangelischen Kirchentag in Hamburg vom 1. – 4. Mai 2013 gezeigt werden.

Wie in vielen anderen Städten bisher, in denen die Wanderausstellung zu Gast sein sollte oder war, kristallisiert sich ein Haupt-Akteur der Gegner der Ausstellung ganz klar heraus: die Deutsch-Israelische Gesellschaft!

 

Neu im Fall des evangelischen Kirchentages ist jedoch, dass die Deutsch Israelische Gesellschaft Stuttgart die Existenz des palästinensischen Volkes leugnet!“

 

Zum Beleg dieser angeblichen Leugnung der Existenz des palästinensischen „Volkes“ (man beachte das antikisierende „e“)  dient Dr. Weber eine Stelle aus einem Brief, den Bärbel Illi von der DIG Stuttgart – vermutlich an die Organisatoren des Kirchentags – geschickt hat. Die Stelle lautet:

 

„Es wird in den Tafeln der Ausstellung  wiederholt behauptet, dass es vor der Gründung Israels eine palästinensische Nation gegeben habe, deren Land durch die Balfour-Erklärung von 1917 jüdischen Einwanderern versprochen worden sei. Eine solche Nation (in jedem Sinne des Wortes ‚Nation‘) hat es nie gegeben, es ist auch umstritten, ob es sinnvoll ist, von einem „palästinensisches Volk“ zu sprechen, wie es in der Ausstellung geschieht.“

 

Dr. Weber kommentiert die Stelle wie folgt:

 

„Vielleicht wurde Frau Illi ja von Newt Gingrich inspiriert, der die Leugnung der Existenz der indigenen Bevölkerung Palästinas zu einem Wahlkampfthema in den USA machte. Er konnte die Wahlen nicht gewinnen, Frau Illi.

(…)

Den Organisatoren des Kirchentages wünsche ich von Herzen, dass Sie ihre Entscheidung, die Nakba-Ausstellung zu zeigen, nicht rückgängig machen. Dies wäre ein weiteres Eingeständnis dafür, dass die Kräfte in unserer Gesellschaft, die versuchen, für Wahrheit, Toleranz, freie Meinungsäußerung, intellektuellen Diskurs und universelle Gerechtigkeit einzustehen, kein Gehör mehr haben. Das dürfen wir nicht zulassen!“

 

Über die Nakba-Ausstellung habe ich bereits an anderer Stelle geschrieben:

 

http://www.welt.de/print/die_welt/kultur/article110306703/Propaganda-in-den-Kirchen.html

 

Man mag darüber anderer Meinung sein, darum geht es mir hier nicht. Worum es mir geht, ist Dr. Webers Versuch, eine kritische Hinterfragung von Begriffen wie „Volk“ und „Nation“ als „Skandal“ hinzustellen. Dies, obwohl sie geradezu ekstatisch Shlomo Sands Buch „Die Erfindung des jüdischen Volkes“ empfohlen hat, in dem – ob zu Recht oder Unrecht, will und kann ich hier nicht erörtern – genau diese Hinterfragung im Hinblick auf die Geschichte des Zionismus geleistet wird.  Nun, mit zweierlei Maß zu messen ist natürlich nicht verboten und im Hinblick auf Israel ohnehin eher die Regel als die Ausnahme. Aber auch darum geht es nicht.  Worum es mir geht, habe ich Frau Weber geschrieben:

 

Sehr geehrte Dr. Weber,

 

Als mein Vater mit der britischen Armee 1945 in Deutschland einrückte, um der Nazi-Herrschaft ein Ende zu machen, schrieb er der vertriebenen Verwandtschaft nach Jerusalem, er habe „als erster Palästinenser den Rhein überquert“. Damals – und bis 1948 – war es völlig klar, dass ein „Palästinenser“ der – jüdische, christliche oder muslimische, arabische oder hebräische – Bewohner des britischen Mandatsgebiets Palästina war.

Als mir 1978 von einem deutschen Gericht die Anerkennung als deutscher Staatsangehöriger verwehrt wurde, geschah das mit dem Hinweis, mein Vater habe „bereits 1937“ – also bevor sie ihm als Juden von den Nazis ohnehin aberkannt worden wäre – seine deutsche Staatsangehörigkeit verloren, indem er „die palästinensische Staatsangehörigkeit angenommen“ habe.

Palästina war jedoch keine Nation. Und die Araber in Palästina verstanden sich auch nicht als Teil einer Nation, schon gar nicht eines eigenen, von anderen Arabern getrennten „Volks“, was auch immer das Wort bedeuten mag. Damals haben auch die anderen arabischen Führer von einem „arabischen Volk“ gesprochen und zumindest rhetorisch eine panarabische Nation angestrebt.

Dass es vor 1918, als das Land Teil des ottomanischen Reichs war, ohnehin weder ein „palästinensisches“ noch ein „jordanisches“ noch ein „syrisches“ oder „libanesisches“ „Volk“ gab, weil es die entsprechenden Staaten nicht gab, ist eine allgemein bekannte Tatsache. Allenfalls Ägypten kann den Anspruch erheben, als Nation schon länger bestanden zu haben.

Darauf möchte Frau Illi, wenn ich sie recht verstehe, hinweisen.

Man kann das alles bestreiten, wie jede Interpretation der geschichtlichen Fakten. Insbesondere kann man das, wenn  man eine blutsmäßige Definition des Begriffs „Volk“ unterschreibt und wenn man wider alle bekannten Tatsachen über die arabische Zuwanderung ins Mandatsgebiet nach 1918 und über die Zusammensetzung der Bevölkerung etwa in Jerusalem und Hebron vor 1918 eine Gruppe – nämlich die Araber – zur „indigenen“ Bevölkerung des Gebiets erklärt.

Darüber kann man gepflegt streiten. Aber von einem SKANDAL (Ihre Versalien) zu reden, ist offenkundiger Unsinn.

Frau Illi leugnet, so weit ich es sehen kann, keineswegs die „Existenz“ des palästinensischen Volks; sie fragt sich aber, ob die Bezeichnung selbst nicht ein historisches Konstrukt sei, das man nicht ohne Weiteres zurück projizieren dürfe auf historische Epochen, in denen sich die Gemeinten selbst nicht so nannten.

Mein Vater, nur um ein beliebiges Beispiel aus der Geschichte herauszugreifen, und auf den Ausgangspunkt zurückzukommen, empfand sich bis 1933 keineswegs als Angehöriger eines „jüdischen Volks“ oder gar als „Palästinenser“, sondern als Teil des deutschen Volks. Das änderte sich aus den bekannten Gründen. Aber nur, weil er 1945 als Palästinenser in seine frühere Heimat zurückgekehrt ist, wäre es doch Unsinn, ihm diese Identität – wie es die Nazis allerdings taten – 1933 schon anzudichten.

 

Mit freundlichen Grüßen


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103 Gedanken zu “Wer ist das Volk? Was ist ein Volk? Und überhaupt Palästina;”

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    EJ: Auf die identitären Schrumpfgermanen, derblondehans! Schöne Pfingsten!

    … ebenfalls. Möge der heilige Geist Sie am 50.Tag erleuchten … komme gerade vom Strand … kam mir doch eben im Haus Roberto Blanco entgegen … hat ’ne Weile gedauert bis ich merkte: mein Spiegelbild, das bin ja ich … ein Wetterchen Freunde … Sonne pur …

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    @ KJN/EJ

    1.) Ich kenne ein Dorf, das gewachsen ist. Bei München. Eine Grundschule wurde gebaut, weil das Dorf wuchs, Tennisplätze, weil Jugendliche dort sind, Sportplatz,etc..

    2.) Ich kenne haufenweise Leute, die zwei oder drei Kinder haben. Wir doch wohl auch fast alle, außer dem faulen Alan 😉

    3.) Daher frage ich mich, wo Ihr Dorf ist. Man muss festhalten, dass es Orte gibt, die veröden, während andere wachsen. Das war schon immer so (amerikanische Geisterstädte).

    4.) Außerdem frage ich mich schon länger, ob wir hauptsächlich Probleme von Städten oder verödenden Orten diskutieren. In Broders und Abdel-Sameds Reihe ging es mal um solche Städte, Zweibrücken zum Beispiel. Sowas wie Zweibrücken ist unvermeidbar, wenn der obere Teil nur Schuhe von Louboutin kauft, der restliche dagegen Schuhe aus China.

    5.) Daher müsste man eigentlich fordern, die heimische Industrie beim Konsum nicht ganz zu ignorieren. Solange sie noch da ist.

    6.) Da ich haufenweise Leute mit zwei oder drei Kindern kenne und die Klassen immer noch zu groß sind, frage ich mich, ob die Zahlen stimmen.

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    @EJ
    Sie klinken sich aus, ich bezweifle auch daß das Medium hier ausreicht, alles darzustellen, was man meint. Nochmal:
    Ihr monokausales Horrorszenarium erscheint mir zu dramatisch, denn nichts ist monokausal. Warum muss jetzt in Ihrem Ort eine Grundschule geschlossen werden, bei Schülerzahlen, die bei Gründung der Schule wahrscheinlich nicht höher waren (vermute ich mal)?
    Wg. Standardisierungswahn. Soo effektiv sind wir gar nicht, die Arbeitsteilung ist zu hoch, zuviele Regeln, zuviel Perfektionsfetischismus, zuviele Häuptlinge und zuwenig Indianer. Soo viel Arbeit haben wir gar nicht zwecks Versorgung der Älteren, die Technik dazu ist da, wenn wir mal die Dokumentation für die Qualitätssicherung und Behörden zusammenstreichen. Ich sehe die Probleme doch auch. Was meinen Sie, warum ich mich hier ständig künstlich über falsche Studieninhalte und falsche Prioritäten bei der Erziehung aufrege. Wenn das (Bevölkerungs-) Wachstum so weitergehen würde, kann man natürlich konservativ „weiter so“ machen. Aber wohin soll es denn noch wachsen? Ganz Deutschland ein Singapur oder Hong Kong? Nein, EJ, wir müssen umdenken. In Richtung Dezentralisierung von Arbeitsmarkt und überhaupt. [Wort-zum-Sonntag-Modus-wieder-aus]. Dann klappt’s auch wieder mit dem Hausverkauf.

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    @EJ: In der DDR waren die Verhältnisse doch wesentlich mieser als nach der Wende? Inwiefern könnte das dann ein Gegenbeispiel sein und ist nicht vielmehr ein Beleg? – Nach der Wende haben die meisten zugesehen, dass sie das Land schnellstmöglich in Richtung Bodensee verlassen. Die Verbliebenen haben zuzugswillige Kandidaten nach Strich & Faden vergrault (auch ich würde gerne in der schönen Landschaft von MV leben; aber diese Leute! Und ihre Angst, ihre Fremdenfeindlichkeit).

    Die haben gezeigt, wie man es NICHT machen darf. Wenn man ein vernünftiges Einbürgerungsverfahren und eine Willkommenskultur aufbaut, freundlich zu den „neuen Leuten“ ist, ihnen gute Schulen für ihre Kinder hinstellt und sich auch sonst nicht so verstockt anstellt, dann klappt das schon mit dem Zuzug, der Arbeit und der Rente.

    Ich will übermorgen auch für ein paar Tage weg. Schöne Pfingsten für Sie, falls Sie sich nicht mehr beteiligen können!

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    EJ: Wider die Verzagten und Kleinmütigen! Wider die Geizigen und Missgünstigen!

    … wider die Sozialisten!

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    @ Roland Ziegler: Warum sollte ausgerechnet diese Variable konstant bleiben, wo doch auch alle anderen Variablen sich ständig ändern? Die Leute suchen sich dann was anderes – Besseres – , um glücklich zu werden.

    Schade – jetzt, wo ich mich mindestens wieder für einige Tage aus klinken muss …

    Die von Ihnen gestellte Frage ist natürlich die Frage aller Fragen. – Richtig. Erfahrungsgemäß produzieren die Menschen gerade in schlechten Zeiten viele Kinder. Und die schlechten Zeiten werden kommen. Keine Frage. Insofern unproblematisch.

    Allerdings: Unmittelbar nach der „Wende“ sind die Geburtenzahlen in der ehemaligen DDR (noch mal) radikal gesunken. Ist das ein Gegenbeispiel?

    Ich fürchte, dass obige „Regel“ nur in einem „geschlossenen System“ gilt. Anders als die etwa die alte Bundesrepublik nach dem Krieg war die DDR nach der „Wende“ kein „geschlossenes System“ mehr. Was sollte Ihre und meine Kinder (zumal gut ausgebildet, weit gereist usw., usf.) davon abhalten, wenn’s unangenehm wird, den nächsten Flieger zu besteigen und sich z.B. nach Brasilien oder … oder … oder… abzusetzen. Das ist nicht mehr „Hürde“ und Aufwand als nach dem Ende der DDR „rüber zu machen“. – Heißt: Gilt die Regel, dass schlechte Zeiten Kinder machen, auch unter den Bedingungen der Globalisierung noch? Auch noch für diejenigen, für die Globalisierung „erreichbar“, auch privat/ individuell ohne übergroße Mühe „realisierbar“ ist?

    “Euroland”

    Wider die Verzagten und Kleinmütigen! Wider die Geizigen und Missgünstigen! 😉

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    @ KJN: Ich denke, daß die Materie zu kompliziert ist, um sie auf ompensation durch Einwanderung zu beschränken.

    Wer meint das? – Selbst bei 200.000 Zuwanderern jährlich wird die Zahl der arbeitsfähigen Bevölkerung noch rapide sinken, auch wenn alle Frauen in den Arbeitsprozess eingebunden werden (die Kinderzahl dadurch aber nicht weiter sinkt). Lebens- und Wochenarbeitszeit wird verlängert werden, Arbeitsproduktivität wird steigen müssen, es muss noch mehr Umverteilung geben usw. usf. Und das wird alles nichts daran ändern, dass – an heutigen Maßstäben gemessen – die Lebensqualität für die Alimentierer wie für die Alimentierten sinken wird. Die Frage ist, ob die Generationen, denen man nichts so sehr wie Konsum und Spaß versprochen hat, dazu bereit und in der Lage ist. – Vgl. aber auch meine Antwort an Roland.

    Ich bin auch noch nicht überzeugt, ob es überhaupt ein Problem ist, denn mit einer geringeren Bevölkerung entschärfen sich auch (z.B. Wohnraum-) Probleme.

    Die Immobilienpreise werden sinken. Keine Frage. Ist damit in der Gesamtbilanz aber etwas gewonnen? Mit sinkenden Immobilienpreisen werden auch die Vermögenswerte schwinden, die der privaten Altersvorsorge dienen. – In meinem Dorf ist ein riesiger Streit um die Schließung der Grundschule entbrannt. Und an dem sind – klar, weil’s überhaupt nur noch ’ne handvoll Leute gibt, die kleine Kinder haben – vor allem diejenigen beteiligt, die keine kleinen Kinder mehr haben oder nie welche hatten – wegen der Immobilienpreise. Man möchte die Grundschule um jeden Preis erhalten, weil man hofft, dadurch die Immobilienpreise stabilisieren zu können. Was natürlich blödsinnig ist.

    (Teure Umverteilung, wie Sie sie so gern mögen! Zur Stabilisierung der Immobilienpreise werden plötzlich „Infrastrukturmaßnahmen“ vorangetrieben, die vorher undenkbar waren. Jetzt wird’s auf dem Fußballplatz Kunstrasen geben (Flutlicht gibt’s schon lange) – für die Altherren-Mannschaften offenbar. Ich warte auf den Tag, an dem die Bürgersteige durch Laufbänder ersetzt werden, damit die – Immobilienpreise senkenden – Rollatoren aus dem Straßenbild verschwinden. Memo an mich – Antrag an die Gemeinde: Autos der ambulanten Pflegedienste dürfen Gemeindestraßen nur noch befahren und beparken, wenn sie mit jugendlichen, z.B. Pippi-Langstrumpf-Motiven geschmückt sind.)

    Ich muss mich wieder für einige Tage ausklinken. Ich kann zwar lesen, aber nicht schreiben.

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    …unter „Euroland“ verstehe ich einen gemeinsamen Staat mit Wirtschaftsregierung und gezielten, dauerhaften Geldtransfers, um entlegene, unterentwickelte Regionen wie Griechenland aufzupäppeln. Nicht das, was wir derzeit haben. (Nur damit keine Missverständnisse aufkommen.)

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    @Blonderhans: Niemand gehört vor ein „Tribunal“. Wenn Sie die CDU abwählen möchten, bitte sehr; versuchen Sie’s. Ich will das auch. Bis dahin aber sind das unsere gewählten Volksvertreter.

    @Volksvermehrung: Die wird schon stärker werden, wenn die Geldvermehrung weniger oder sogar negativ wird. Warum sollte ausgerechnet diese Variable konstant bleiben, wo doch auch alle anderen Variablen sich ständig ändern? Die Leute suchen sich dann was anderes – Besseres – , um glücklich zu werden.

    @Einwanderung: Selbstverständlich brauchen wir sie, aus allen möglichen Gründen. Es herrscht generell ein Wettbewerb um gut ausgebildete Leute, und wenn es Staaten gibt, die darunter leiden, dann sollten wir möglichst nicht dazugehören. Dass ausgerechnet sich liberal, antigrün und wirtschaftsfreundlich gebende „Welt“-Leser ständig davon faseln, dass der Braindrain die anderen Staaten so furchtbar belastet! Meine Güte, so viel Solidarität wird doch sonst nicht angemahnt. Dann soll man eben helfen, diese anderen Staaten vernünftig aufzubauen. Indem man sich z.B. in einen gemeinsamen Europastaat bequemt.

    Wenn man das aber nicht will, sorgt jeder für sich, und wir hier wollen von „Braindrain“ profitieren, statt darunter zu leiden. Die solidarische Alternative liegt auf dem Tisch: Euroland. Ich bin dafür. Aber wenns nicht recht ist, dann eben: Wettbewerb um gute Leute, Braindrain, von mir aus! Oder, wenns etwas teurer werden darf: gute Ausbildung hier (wo sonst?) für schlecht ausgebildete Immigranten.

    Liberalität genießt, wer sich das Land, in dem er leben möchte, aussuchen kann.

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    Ich denke, daß die Materie zu kompliziert ist, um sie auf ompensation durch Einwanderung zu beschränken. Ich bin auch noch nicht überzeugt, ob es überhaupt ein Problem ist, denn mit einer geringeren Bevölkerung entschärfen sich auch (z.B. Wohnraum-) Probleme.
    Anderen europäischen Ländern den Ingenieurnachwuchs zu entziehen, weil deutschen Personalern die hiesigen zu alt sind, halte ich jedoch für keine gute Idee.
    Man sollte sich auf das Schrumpfen einstellen, ob es nun wirklich kommt oder nicht, denn damit werden auch Fehlentwicklungen abgestellt. Wie gesagt, die Liste ist lang.
    Die Gedanken bezüglich des bed. Grundeinkommens z.B. sind nachvollziehbar: Wenn Sie selbständig sind, müssen Ihnen – egal wieviel Sie verdienen – gut 350 Euro Krankenversicherung bezahlen (keine Erstattung!). Sie können (natürlich), wenn Sie das nicht können, zum Amt laufen und aufstocken.. Welcher Selbständige will sowas. Nur ein Beispiel für Menschen, die wir – nicht nur im Falle des Schrumpfens – ermächtigen müssen. Durch Senken fixer Kosten.

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    … aber eigentlich weiß der gesunde Menschenverstand, dass Sozialismus zum scheitern verurteilt ist. Schon immer. … und wieder werden die Völker von den Sozialisten aufeinander gehetzt.

    Die Eurozone wird auseinanderbrechen weil Brüssel immer mehr Macht von den Einzelstaaten verlangt

    ‚Der Euro sei ein politisches Konstrukt ohne fundierte wirtschaftliche Grundlage, … Solange diese nicht geschaffen werde, sei der Euro zum Scheitern verurteilt. „Die Europäischen Völker wollen diese notwendige Vertiefung der europäischen Integration aber nicht …. Die Kulturen, Volkswirtschaften und Bevölkerungen seien zu unterschiedlich, um sich jemals effizient in eine gemeinsame Union zu integrieren. Stattdessen werde die Integration jetzt über die Hintertür eingeführt. Dies geschehe mittels Beiträgen zu den Bailout-Paketen, Korrumpierung der EZB-Bilanz und einer Bankenunion, die die Glaubwürdigkeit auch gesunder Banken zerstören würde.‘

    Schäuble und Kumpane gehören verhaftet und vor ein Tribunal. SOFORT.

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    @ Parisien

    „Es ist ja leichter, ein Land zu lieben, wenn man für seine Verbrechen nicht verantwortlich ist.“

    Superschurken?

    Nicht böse sein, nur ich sehe keine Verantwortung die sie haben und die ich nicht habe. Wenn wir das mit meiner Staatsbürgerschaft ernst nehmen, dann müßte ich doch auch zum Club der Ewigschämer gehören? Oder bin auch für sie kein „Richtiger“ weil mein Blut nicht deutsch ist? Gibt es etwas, was nur euch Biodeutschen gehört?

    Sorry, weil Opa Arschloch war, sein Heim nicht lieben zu können… na Hallo! Klingt neurotisch.

    Womit ich nicht sie persönlich meine (ihnen persönlich unterstelle ich alles positive).

    Danke für den Link – Integration ist nicht einfach und auf Komplexes hat keiner Bock.Ist ja nicht schlimm, warum sollte man das auch, gerade wenn es Geld kostet? Macht weder sie noch Deutschland unnormal. Das Auszusprechen gehört mit zum Integrationsprozess. Auch Leute wieder wegschicken. es muss ja nicht in jedem Fall gelingen.

    Ob das mit einfachen Husarenritten alles zu lösen ist….naja.

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    Lyoner hat hier den Soziologen Heinsohn eingebracht. Heinsohn hat viel geschrieben über „zornige junge Männer“. Dass die alle mal alt werden und wir sowohl in Europa als auch weltweit dann noch mehr Rentner haben, hat noch nie einer erwähnt.
    Abgesehen davon sind etliche davon, wie die in dem Weltartikel genannten, Sofortrentner, so dass man bisher das Rentenproblem mit noch mehr Rentnern scheinbar löst. Das ist für mich keine Einwanderungspolitik. Und auch keine Arbeitsmarktpolitik.

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    Gucken Sie mal, EJ und auch Stevanovic:
    Das sind doch garantiert Polen und Ex-Jugoslawen, oder?:
    http://www.welt.de/politik/deu.....ernen.html

    Fast jeder hat keine Lust mehr darauf, dass Steuergelder dafür draufgehen. Es gibt ein simples Mittel: Satellitenantenne abschrauben.
    Die Holländer und Dänen können brillant englisch, weil sie die englischen Sendungen im Original sehen. Der beste Deutschlehrer für Kleinkinder ist KiKa.

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    @EJ

    … Sie können nicht mal einen Tag, eine Stunde, eine Minute vorhersagen. Woher wollen Sie wissen, das Deutschland mit weniger ‚Volk‘ nach und nach verschwindet?

    Vor allem, wen wollen Sie als Zuwanderung? welchem Land wollen Sie angeblich benötigte Qualifizierte, im wahrsten Sinn des Wortes, wegnehmen?

    … und somit in anderen Ländern die Armut wächst? und ich noch mehr Steuern abdrücken muss damit die Sozialisten sich ‚brüsten‘ können? was soll der Quark? das funktioniert vorn und hinten nicht. Das wissen Sie auch.

    Man kann nur hoffen, dass mit der AfD die Vernunft in Deutschland Oberhand bekommt und ein Kassensturz gemacht wird. Jede Wette, es ist genug ‚Kohle‘ da, um den Menschen in Deutschland [sic!] eine Zukunft zu garantieren. Dann gibt es auch wieder mehr Kinder.

    Wer mit uns arbeiten und leben will, nur in dieser Reihenfolge, ist willkommen.

    Einigkeit und Recht und Freiheit – für Deutschland.

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    @ Stevanovic

    Sie sprechen natürlich hier wie ein ehemaliger Jugoslawe: Es ist uns allen bekannt, dass „Jugoslawen“ exzellent integriert sind.
    Sie sprechen aber nicht für die türkische Minderheit, die ihren Ministerpräsidenten mit hierher genommen hat. Das ist ein einmaliger Vorgang. Ich wüsste jedenfalls nicht, dass ein pakistanischer Premier in England, einer aus dem Maghreb in Frankreich oder der König von Marokko in den Niederlanden mitbestimmt. Auch habe ich noch nicht gelesen, dass die mexikanische Regierung in den USA mitbestimmt.
    Sowas erregt Unmut. Genauer, es erregt Unmut, dass sich niemand von der Regierung dagegen wehrt.
    Gestern noch las ich in der Zeitung, von derselben Seite sei unterstellt worden, die Syrer wären für diesen Anschlag in dem Flüchtlingslager verantwortlich. Ich hatte sofort Zweifel daran, weil es keinerlei Sinn ergab. Heute kommt die Wahrheit ans Tageslicht. Jetzt sind es nur noch zur Hälfte Syrer. Wetten, es war kein Syrer dabei?
    Also, wir haben wirklich keine Zweifel, dass Kroaten, Serben und übrigens auch Muslime aus Bosnien-Herzigowina hier ganz gern sind und zurechtkommen, genau wie Polen. Und wenn sie für uns, die das nicht ausreichend können, das Land lieben, ist das ja schön. Es ist ja leichter, ein Land zu lieben, wenn man für seine Verbrechen nicht verantwortlich ist.
    Trotzdem wäre es mir bedeutend lieber gewesen, wenn wir nur einen Verein im Endspiel der Championsleague gehabt hätten. Natürlich den FC Bayern 😉

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    @Parisien

    Das war mein Gedanke zu Lyoner: das Deutschsein wird mit einer Bedeutung überfrachtet, die weder Biodeutsche noch Beutegermanen leisten können.

    Der Deutsche als (zumindest kultureller) Superheld.

    Dagegen steht das Modell: Der Deutsche als (zumindest ökonomischer) Superschurke.

    Wenn die meisten Menschen sich den Großteil ihres Lebens als Donald Duck vorkommen, verwundert da eine gewisse Hilflosigkeit in nationalen Fragen, die sich in Überforderungsmomenten bei der Integration äußert?

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    @ Parisien
    „Dieses Land ist effizient, mehr nicht.“

    Diese Ansicht kann ich nicht teilen. Ich erlebe das Land anders. Ihre Beschreibung der Einwanderung ist zutreffend, erinnert manchmal an eine Zwangsheirat, aus der aber eine liebevolle Beziehung werden kann. Die meisten Migranten fahren wegen der Familie nach Hause, um dann festzustellen, dass Familie die Familie, aber zu Hause nicht mehr daheim ist. Ich will nicht auf die Tränendrüse drücken, aber viele Migranten teilen nach dem Sommerurlaub ein Gefühl: Wenn sie ihren Ortsmanen bei der Rückkehr auf einem Autobahnschild lesen, dann kommen sie nach Hause. Dann merken sie, dass sie ihre Familie, aber nicht ihr Land besucht haben. Da muss also mehr sein als Effizienz, sonst wäre das nicht so.

    „Dieser Nationalstolz macht mir Sorgen.“
    Sorgen macht mir das Bewerten von Tatsachen. Wer stolz ist, kann sich auch schämen. Wer sich schämt, wäre lieber stolz. Klingt beides nicht gesund. Das Deutschsein bewegt sich meistens auf dieser Skala. Warum kann man das Deutschsein nicht so stehen lassen? Das Deutschsein, als etwas was ist, nicht als etwas, was man gut oder schlecht findet. Dann könnte auch der Drang wegfallen, das Deutschsein ständig problematisieren zu wollen, sei es positiv oder negativ. „Du bist Deutschland“ muss man so nur den Deutschen erklären. Der Nationalstolz, wie er in den Gazetten oft gewünscht wird, ist die Parodie des Hurra Patriotismus, der uns zu recht lächerlich vorkommt. Was nicht gleich bedeuten muss, dass man sich nicht als Deutscher fühlt. Vielleicht gibt es Deutschsein mal einfach unhysterisch?

    “Von der Etsch bis an die Memel”
    Das meine ich. Auch wenn das Demonstranten in Griechenland anders sehen, glauben sie wirklich mit der Truppe, die das Ende der Welt (zumindest das Ende Deutschlands) ausruft, wenn ein x-belibiger Indikator um 0,5% fällt und die zu einem Viertel aus Beutegermanen besteht, nochmal Polen überfallen zu können? Mein Opa meinte über meine Generation: Pädophil, Drogensüchtig und im besten Fall nur Homosexuell. Vertrauen auch sie uns.

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    @ Moritz Berger

    Auch Sie „strecken“ und „mildern“ nur. An Zuwanderung führt kein Weg vorbei, in welchem (Wachstums- oder Verteilungs-)“System“ auch immer.

    Das Kleinerwerden an sich ist/ wäre kein Problem (wenn es eine bestimmte Schwelle nicht über- /unterschreitet). Der asymmetrische/ disproportionale Bevölkerungsrückgang ist das Problem. Der Bevölkerungsschwund findet, wie gesagt, leider am falschen Ende statt. Die theoretisch notwendige Reproduktionsrate wäre in Deutschland 2,1. Tatsächlich erreichen in Deutschland nur 1,3 Kinder eines Paares das heirats- bzw. arbeitsfähige Alter.

    Die Differenz können Sie über Verteilung ausgleichen, soweit nicht entsprechendes Vermögen da ist. (Theoretisch! Ich höre praktisch aber die Sozialismus-Rufe und ich denke an KJN et al.) Aber Sie müssten Umfang der Verteilung ständig vergrößern, weil die zu wenigen Kinder (1) sich ihrerseits wieder nicht reproduzieren und (2) wegen der Verteilungslasten entsprechend weniger Vermögen gebildet haben. Usw. Usf. – Bei unverändertem Reproduktionsverhalten ist die Bahn ad infinitum abschüssig. Da gibt’s nichts zu deuteln.

    Entweder Kinder, um die vorhandene und ständig größer werdende Lücke zu schließen: massig, massig Kinder – wer, bitte, glaubt daran? – oder Zuwanderung.

    @ Parisien

    Ich glaube, ich habe die Frage nach Zuwanderung oder nicht Zuwanderung schon mehrfach beantwortet.

  20. avatar

    Zusatz:

    Dieser Nationalstolz macht mir Sorgen. Wir – die beste Wirtschaft. Wir – der beste Fußball. Und jetzt wollen wir auch noch das schönste Land sein. In manchen Köpfen mag schon wieder ticken „Von der Etsch bis an die Memel“, notfalls mithilfe von Immigranten. Stolz in diesem Land ist hundertprozentig kontraindiziert. Er führte immer in Kriege.

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    @ Stevanovic

    Warum fahren die Deutschen so gern in den Urlaub?

    Einer Täuschung darf man sich doch wohl nicht hingeben: Dass Immigranten nach Deutschland kommen, weil es ein wunderschönes Land wäre.
    Sie kommen, um zu überleben, meistens um zu arbeiten, hin und wieder, um gewisse Entgleisungen auszunutzen.
    Aber Türken lieben konstant weiter die Türkei und fahren dorthin in den Urlaub, so wie wir. Kroaten fahren nach Hause, Italiener, Spanier ebfs. Man kann geschmacklich darüber streiten, welches die schönsten Länder von Europa sind. Der Eine sagt Skaninavien, ich würde alle romanischen Länder nennen.
    Dieses Land ist effizient, mehr nicht. Seine Historie würden wir am liebsten in einem tiefen Loch begraben, seine Dichter und Musiker sind tanti anni fa.
    Aber die Einbildung, das wirtschaftlich stärkste Land wäre auch das schönste, hält sich hartnäckig. Am schönsten ist Bayern, aber nur so lange man nicht weiter fährt nach Österreich, in die Schweiz oder nach Norditalien. MV ist auch nicht schlecht. Aber die Mitte ist keine Show.
    Insofern lassen Sie doch mal das Kuddelmuddel so stehen. Soll sich doch jeder selbst sein Bild machen.

  22. avatar

    @ Moritz Berger
    Wie Sie selbst belegen, bestand zumindest eine Korrelation zwischen AKW und Wirtschaft. Natürlich ist diese Korrelation Vergangenheit.

    Hier aber denken wir über dasselbe nach:
    „Vielleicht sollten generell den Wachstumsbegriff in Frage stellen, wie es vielfach die jüngere Generation bereits macht.“

    @ EJ
    Wie halte ich es mit der Immigration? Immer schön in Maßen und vermittelbar. Wieviel Immigration glauben Sie, würden wir bekommen bei einem bedingungslosen Grundeinkommen für alle?
    Außerdem halte ich das Schengen-Abkommen für einen Fehler, weil es Kriminalität begünstigt. Sind Sie für die Immigration von Kriminellen oder von türkischen/spanischen/griechischen Bürgern, die hier arbeiten wollen? Sind Sie auch bereit, die Wirkung auf die anderen Länder zu sehen, z.B. brain-drain? Besteht Gefahr, dass Deutschland diese Länder ausblutet, wenn es die Industrie nicht zu den Leuten bringt, sondern umgekehrt? Wenn diese Länder nur mit Armut zurückbleiben, besteht Gefahr zukünftiger Kriege (Arme sind eher an der Waffe, nix zu verlieren)? Beantworten Sie die Fragen erstmal.

    MB/Jean-Luc
    Das mit den USA hatte ich mir schon gedacht, die Sozialisten – äh – Demokraten machen’s möglich.

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    @EJ

    Ob die Ökonomisierung tatsächlich der Verursacher des Geburtenrückgangs ist, vermag ich auch nicht zu sagen.

    Es sind sicherlich mehrere Variable, die hierzu beitragen.

    Eine andere Frage, die in dieser Diskussion (und auch in den meisten Diskussionen zur demographischen Entwicklung in .de) micht angeschnitten wird:

    Ist es tatsächlich so dramatisch, wenn wir eine Bevölkerungsrückgang haben?

    Die Produktivität ist in den vergangenen Jahrzehnten so rapide gestiegen, dass wir wahrscheinlich nur noch 20 Stunden für unseren Lebensunterhalt arbeiten müßten (wobei wir hier sicherlich den Streitpunkt hätten, was ist ausreichender Lebensstandard(ein Auto, 2 Autos ?)

    Auperdem wären wir u.U. fitter für die “ golden ager Periode unseres Lebens

    In diesem Zusammenhang ist der Artikel von Thomas Straubhaar von heute sehr aufschlußreich:

    http://www.welt.de/wirtschaft/.....passt.html

    Vielleicht sollten generell den Wachstumsbegriff in Frage stellen, wie es vielfach die jüngere Generation bereits macht.

  24. avatar

    @ KJN:

    Klar. Die Umstände werden definieren, wer „arbeitsfähig“ ist. Keine Frage. Sie tun’s ja jetzt schon. Nur – damit ändert sich ja nichts. Im Gegenteil: Das ist die Entwicklung, um die es geht. Die können Sie ein bisschen strecken, sicher. Sie können die Randbedingungen ein bisschen verändern usw. usf. Sie können die Entwicklung auch gut heißen – ‚unsere – wessen auch immer! – Ansprüche waren eh zu hoch‘ – Sie können die Entwicklung romantisieren – ‚zurück zum guten ehrlichen Leben‘. Usw. usf. Daran, dass wir – ohne Zuwanderung (und die ist zum Glück nicht strittig unter uns, wenn ich Sie richtig verstehe) – vor einem fundamentalen Wandel unserer Verhältnisse stehen, ändert das jedoch alles nichts.

    (Daran, dass wir mit ebenso unkontrollierter wie unwillkommener Zuwanderung früher oder später womöglich vor einer Katastrophe stehen, können wir noch und sollten wir allerdings dringend etwas ändern.)

    @ Parisien

    Bemerkenswerte Verteilungsphantasien haben Sie (am Anfang Ihres Textes), Parisien. KJN wird Ihnen auf’s Dach steigen. Am grundsätzlichen Problem werden aber weder Ihre Verteilungs- noch Ihre sonstigen Vorschläge etwas ändern. Sie „strecken“ und „mildern“ und „ökonomisieren“ (im Prinzip wie KJN) – zeugen damit aber keine Kinder!

    Das Volk reproduziert sich nicht mehr. [pathosmodus on!] Das Volk stirbt![pathosmodus off!] Wie halten wir’s denn nu‘ mit der Zuwanderung, Parisien?

  25. avatar

    @Parisien

    „In Ostdeutschland gibt es z.B. kein einziges Atomkraftwerk und entsprechend wenig Industrie“

    Seit wann besteht eine Korrelation zwischen AKW und Industrie:

    In Ostdeutschland gibt es z.B. kein einziges Atomkraftwerk und entsprechend wenig Industrie

    Und Sie scheinen verdrängt zu haben, dass die ehemalige DDR sowohl AKW´s wie auch eine Industrie hatte und z.T. noch hatte.

    Haben Sie z.B. nie von den Quelle-Waschmaschinen gehört, die in der DDR produziert wurden.

    Und dann gab es auch Billy Regale etc. bis hin zu Billigsärgen

    Und hier zu:

    „Hinzu kommt die Bürokratie. Wenn man in den USA eine kleine Firma aufmachen will, mietet man einen Laden und meldet den an, das war’s.“

    Das war einmal lieber Parisien. Lassen Sie sich von Jean-Luc einmal aufklären, wie das heute mit dem freien Unternehmertum in den USA ist.

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    @ alle

    Mein Eindruck ist, dass wir gerade verschiedene Themen mischen, dadurch entsteht ein großer Brei, der irgendwann zu einem unverdaulichem Brocken wird, dann allen irgendwann auf die Brust drückt. Wenn wir über Geburtenraten sprechen, sollten wir uns bei allen Sorgen mal überlegen, wie wir die Welt sehen und darstellen. Wer Zeitung oder auch nur unsere Beiträge liest wird doch überzeugt sein, dass Kinder bekommen ein Akt der absoluten Verantwortungslosigkeit ist, wer mitdenkt bleibt ohne. Irgendein „des Ende naht“ Thema hat jeder von uns. Wenn wir damit nur einen Leser beeindrucken, haben wir ein Elternteil weniger.

    Ich meine das nicht in Richtung Yes, we can oder Esoterik. Ich meine auch niemanden persönlich. Wer unsere Beiträge liest, dem muss Deutschland als ein Land ohne Freude, Trost oder Hoffnung erscheinen. Damit ist jetzt kein Apell verbunden. Das ist mir gestern nur so aufgefallen.

    @KJN
    Nicht alles “Deutsche” ist schlecht, sonst wäre z.B. Stevanovic nicht hier (oder?)

    Deutsch ist (bei so mancher Schrulligkeit) richtig prima.

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    Dieses undifferenzierte Immergrößer erstreckt sich natürlich auch auf das Gesundheitswesen.
    Gelesen im Spiegel über Frau Mikichs Odyssee und gelesen über die Sendung von Günther Jauch.
    In jungen Jahren verlangten wir Mediziner eine bessere Vergütung des Patientengesprächs. Daraus ist nie etwas geworden, und hier liegt der Hase im Pfeffer. Ein gut ausgebildeter Mediziner kann schon im Gespräch eine Reihe von Erkrankungen ausschließen. Die nächste Reihe folgt bei der körperlichen Untersuchung. Wenn man danach eine weiterführende Untersuchung mit Gewebeprobe macht, sollte wenigstens das Ergebnis abgewartet werden.
    Dem Spiegel und dem Focus gebühren Dank für die Aufklärung über sinnlose Rückenoperationen. Selbst mit so einem „Leiden“ beglückt und selbst Mediziner, änderte ich erstmal die Lebensweise. Mehr Laufen, besser Bücken, bessere Matratze, Gewichtsabnahme, Sit-Ups etc. Der Rücken ist wieder in Ordnung. Außerdem besteht eine leichte Asymmetrie in den Beinlängen. Das haben viele Leute. Früher korrigierte man das mit einer Schuheinlage, heute operiert man den Rücken, der in der Folge etwas leidet, natürlich ohne Effekt. Wenn wir Mediziner, die noch normal denken, ein Buch über Unsinnigkeiten in der Medizin verfassen würden, würde es eine Bibel.
    Die Umstellung auf kostspielige Labor- und Gerätemedizin hat nicht viel gebracht, im Gegenteil, die Geräte müssen amortisiert werden, was gehörige Verwirrung bezüglich ihres ausufernden Einsatzes stiftet. Genauso sollen die ganzen unzähligen Krankenhäuser sich halten, statt dass man einige schließt und andere dazu zwingt, sich zu spezialisieren. Eine Spezialisierung z.B. auf Gelenkoperationen würde auch das lästige Keimproblem lösen, wenn man den Patienten und Besuchern Rachenabstriche abnimmt und diese erstmal antibiotisch saniert. Wer ein Panaritium oder einen septischen Bauch in derselben Klinik operiert wie ein Knie, muss sich nicht über infizierte Gelenke wundern. Aber macht ja nischt, wir ham’s ja. Und der Patient hat Geduld. Gehabt, hoffe ich.

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    @ EJ/KJN/Moritz Berger

    Ich habe nie vermocht, das Problem überhaupt zu sehen. Die Kinderzahl schrumpft, die Wirtschaft ökonomisiert mit dem Einsatz von Geräten. Demnach macht der Einzelne effizientere Arbeit. Also müsste man ihm theoretisch bedeutend! mehr zahlen, so dass er auch mehr Rentner schultern könnte. Das aber ist nicht passiert. Der Gewinn durch Ökonomisierung landet bei den Aktionären. Folgerichtig fing man an, die Aktiengewinne stärker zu besteuern. Nun müsste man einen Teil dieser Steuer in die Rente stecken. Das passiert aber nicht. Liegt der Fehler vielleicht hier? Liegen weitere Fehler darin, dass Steuergewinne nicht zielgerichtet verwendet werden, sondern im Beamtenstaat verschwinden? Wären unsere Straßen in dem Zustand, wenn man die Nutzer wie Frankreich, Spanien, Italien, Österreich und die Schweiz schon viel länger zur Kasse gebeten hätte, auch PKW? Allerdings zahlt jeder KFZ-Steuer. Wo verschwindet diese? Theoretisch braucht jede Regierung heute eine Rechnungsstelle, die von Top-Ökonomen besetzt und vollkommen transparent ist. Im Beamtenstaat gibt es eine Menge Nebel. Ein Land, das so voll ist wie Deutschland, sollte man theoretisch bei Bevölkerungsschwund auf leerer umbauen können, zumal es genug Interessengruppen gibt, die Grünflächen erhalten wollen.
    Es kommt noch etwas dazu. Ein Großteil dieses Zwangswachstums findet in Westdeutschland statt. In Ostdeutschland gibt es z.B. kein einziges Atomkraftwerk und entsprechend wenig Industrie. Es scheint also ein allgemeiner Konsens vorzuherrschen, Strukturen, dort wo sie sind, zu erweitern, statt umzudenken. Dann die Städte/Kommunen. Sie scheinen in einer Art Wettbewerb versackt zu sein. Wer zieht die meisten Leute an, Berlin oder Hamburg? Wer kann Industrie anziehen? Wer versenkt das meiste Geld in Großprojekten, die keiner gebraucht hätte, Berlin, Hamburg oder Stuttgart? München hat auf seine Bürger gehört (Schnellbahn zum Flughafen). Das wirkt vollkommen unflexibel und auch dumm.
    Bedenken muss man auch – mein voriger Punkt – dass eine Kette, die sich unter Zuhilfenahme von Steuererleichterung erweitert, bewirkt, dass andere gleichen Orts nichts aufbauen können, so dass sich die Menge der Eigentümer von Kleinbusiness kontinuierlich verringert. Der Mittelstand wird erodiert. Die Großen haben immer mehr Lobby-Einfluss. Zum Teil stecken simple Persönlichkeiten dahinter, die nicht über den Tellerrand schauen. Das geistige Potential ihres offsprings kann man in Privatschulen bestaunen. Zusätzlich wird die Bevölkerung nicht aufgeklärt, warum sie den Kleinen unterstützen und dafür etwas mehr ausgeben sollte. Also natürlich ein ja zu dem Gemüsehändler, egal, ob türkisch oder autochthon. Die FDP ist ein Riesenproblem hierbei, denn sie hat ihre Clientèle, den Mittelstand, praktisch aufgegeben. Sie wäre auch mit ihrer reduzierten MWSteuer für Hotels durchgekommen, wenn sie diese auf Neugründungen oder kleinere Unternehmer beschränkt hatte. Wer versteht schon, dass Marriott reduzierte MWSt zahlt? Marriott hat übrigens die Minibar abgeschafft. Offenbar wurden sie zu oft beklaut. Man sollte ihnen einen Stern abziehen. Die ganze Chose bewegt sich seit Jahren gegen den Mittelstand. Es ist nicht einzusehen, warum Kleine mehr an Zulieferer zahlen, die sowieso durch die Stadt fahren. Man macht dem Mittelstand seit vielen Jahren das Leben schwer und damit Deutschland, denn Deutschland ist fast synonym sowohl mit starkem Mittelstand als auch starker Mittelschicht. So hat man diese Spaltung erzeugt zwischen groß und immer größer und kleinen Angestellten. Da hat die FDP voll versagt.
    Hinzu kommt die Bürokratie. Wenn man in den USA eine kleine Firma aufmachen will, mietet man einen Laden und meldet den an, das war’s. Hier muss man inzwischen bald einen MBA vorweisen, um sowas zu dürfen.

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    @EJ
    „überproportionale Schrumpfung der arbeitsfähigen Bevölkerung“
    Wer definiert das denn, wer arbeitsfähig ist? Derzeit ja wohl eine bestimmte Industrie, oder sehe ich da was falsch? Ich sehe hier 80-Jährige, die jeden Tag in ihren Garten gehen und alles mögliche an Essbarem da ‚raus holen. Ich will niemanden zu solchem verdonnern, aber – bitteschön – der Arbeitsmarkt muss sich auch ändern, die KV-Beiträge sinken, die Mieten, Grundbesitzabgaben (und Strom!!!!). Das geht aber nicht, wenn auf einem falschen Status-Quo beharrt wird. Die Liste wäre da lang. Welche industrielle Produktion muss den gesteigert werden? Smartphones? Autos? Maschinen? Wir brauchen eine kleinteiligere Wirtschaft, dann geht das schon und dann gibt’s auch keine „Versorgungsmängel“. Man muss das wieder auf viele Füße stellen und nicht weiter städtisch zentralisieren. Die Technik dazu ist da, es fehlt das Umdenken. Und die Pille (hier Zustimmung) ist bestimmt nicht die Ursache für weniger Kinder (-> Frankreich, -> Israel usw.usf.) sondern sog. Sachzwänge. Und die scheinen mir vor allem fremdgesteuert. Vielleicht verstehen Sie jetzt, warum ich immer wieder hier „Unvernunft“ verteidige: Weil „Unvernunft“ heutzutage „Vernunft“ ist.
    Und: In den frühen 90ern hieß es in jedem Wirtschafts-Zirkel und Managementseminar: Meister Eder (der mit dem Pumukl) und seine Werkstatt ist tot – nix da!

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    Zur Verdeutlichung: die Gesamtbevölkerung wird mehr oder weniger massive Einkommens- und deswegen Versorgungsmängel erleiden

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    Parisien: Wenn Bevölkerung schrumpft, könnte die Industrie ja auch schrumpfen oder sich woanders ansiedeln, oder?

    Sicher. Was in Deutschland produziert werden kann, kann auch in China oder Brasilien zu produziert werden. Die Industrie wäre damit gerettet. Aber war das unser Problem? Ging es in diesem Sinne – l´art pour l´art – um Industrie?

    Anders als Ihr Pest-Hinweis suggeriert, geht es eben gerade nicht um eine mehr oder weniger gleichmäßige Schrumpfung der Bevölkerung, sondern um die überproportionale Schrumpfung der arbeitsfähigen Bevölkerung. Ganz abgesehen von dem entstehenden Verteilungsproblem (und etwa dem Dienstleistungsbereich usw.) – die (industrielle) Produktivität müsste so gesteigert werden, dass sie den Verlust an menschlicher Arbeitskraft kompensiert, soll ihr Anteil an der Versorgung der jeweiligen Gesamtbevölkerung gleich bleiben. Dass das gelingen kann, ist mehr als unwahrscheinlich.

    Heißt: Die Industrie (und nicht nur sie) wird überproportional schrumpfen und die Gesamtbevölkerung wird mehr oder weniger massive Versorgungsmängel erleiden. Anders gesagt: Da wir am falschen Ende schrumpfen, ist damit unausweichlich Verarmung/ Verelendung verbunden.

    @ Moritz Berger: Diesem Satz braucht man nichts mehr hinzuzufügen.

    Doch, vielleicht schon. Ich habe den Satz absichtsvoll zögernd formuliert: „Eher ist es …“. Sicher steht die zunehmende Ökonomisierung in einem engen Zusammenhang mit dem Geburtenrückgang. Ich bin mir aber sehr unsicher darin, die zunehmende Ökonomisierung für ursächlich zu halten. Es könnte genauso gut umgekehrt sein: Der Geburtenrückgang erlaubt eine zunehmende Ökonomisierung.

    (Anders als APO glaube ich nicht mal an die Pille als Ursache. Mindestens in bürgerlichen Kreisen (und vielfach darüber hinaus) wurde auch vor der Pille schon zuverlässig verhütet. Die trotzdem entstandenen, in ihrer Zahl aber („vernünftig“) beschränkten Kinder kann ich nicht für bloßes „Versehen“ oder „Zufall“ halten. Kinder waren Pflicht. Eine Sache (privater und) öffentlicher Moral. Wer keine Kinder hatte, musste eine tragische Geschichte dazu erzählen. Und trotzdem wurde über Kinderlose hinter vorgehaltener Hand noch gesprochen … )

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    @EJ, Lyoner
    „Sie drücken sich..“
    Kann sein, aber dann unbewusst. Ich hatte das Fehlen von Vitalität (Ihre Diktion EJ) hier schon mehrfach als Symptom versucht einzubringen, z.B. als in den Tagesschau-Nachrichten dieser junge Ingenieur(?) sagte, Kinder wären nicht „Prio eins“.
    Die Frage ist, was bringt ihn dazu, so zu denken/fühlen? So wie auch die Leute in Ihrer Gemeinde, die ja anscheinend prosperiert. Ich habe da schon Vermutungen und die haben eben etwas mit dem Fetisch Planbarkeit zu tun. Nur deswegen meine Kritik am Nanny-Staat, nicht wg. hoher Steuern etc. Was die Entwicklung des Staates betrifft, sehe ich das etwa so, wie Parisien..
    „Also müsste mit der Wirtschaft auch der bürokratische und parlamentarische Apparat schrumpfen. Der wächst aber auch weiter. Hier passt also eins nicht zum anderen, und dieses Verdonnertsein zum Wachstum in Wirtschaft und Politik halte ich für verkehrt, nicht etwa, dass Menschen weniger Kinder bekommen.
    Das ist eher modern, siehe China.“

    Das Schrumpfen (der Bevölkerung) an sich ist nicht das Problem (wenn unsere Bürokratie darauf reagiert und z.B. nicht noch mehr Bauland auweist, Kläranlagen baut usw. und selber weiter wächst) – mir geht’s um die Lebensplanung der Einzelnen, die ich – gelinde gesagt – merkwürdig finde: Die Anpassung eines normalen, biologischen (sic!) Lebens an Erfordernisse der Karriere, des Arbeitsmarktes, sogenannter Vernunftsgründe. Für viele Frauen ist sowas (zurecht!!!) ein Trennungsgrund. Und da nach 9 Std. Tabellenkalkulation und Telefonaten täglich und jeweils 1-2 Std. Stau keine Kraft und Lust mehr besteht, Kinder zu erziehen, soll’s der Staat jetzt richten. damit eine <i<bestimmte Form von Wirtschaft (und öffentl. Infrastruktur) weiter wachsen kann.
    Aber deswegen, wie Moritz Berger das tut, alles auf „Ökonomisierung“ zu schieben, geht m.E. am Problem vorbei. Nämlich dem Problem, daß sich im Kapitalismus derzeit eine bestimmte Lebensart durchsetzt, die von bestimmten (eben nicht nur Wirtschafts-)Interessen propagiert wird – und die ist, EJ, da stimme ich Ihnen allerdings zu, zum Sterben verurteilt.
    Nun zu meinem „Drücken“: Ich erhoffe mir viele viele Zuwanderer, die Deutsch lernen, aber eben nicht studieren, sondern Gemüseläden und kleine Familienunternehmen gründen, die unseren Großstrukturen Paroli bieten. Was wir „Einheimischen“ (und Einwanderer) selber erkennen und tun können:
    1. Nicht alles „Deutsche“ ist schlecht, sonst wäre z.B. Stevanovic nicht hier (oder?)
    2. wir müssen hier von unserem Sicherheits-Wahn weg
    3. unsere Kultur soll/muss sich weiterentwickeln – mit den Migranten, wenn sie überleben will („Intergration“ heißt auch Beeinflussung der Mehrheit)
    4. diese unsägliche Politik-Großindustrie-Interessengemeinschaft muss weg
    @Lyoner: Schön, daß Sie Ihre Mutter noch besuchen können!

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    @EJ

    „Eher ist es – genau umgekehrt – so, dass eine zunehmende Ökonomisierung der Gesellschaft den bevölkerungsmäßigen Abwärtstrend weiter beschleunigt.!

    Diesem Satz braucht man nichts mehr hinzuzufügen.

    40 Jahre Neoliberalisierung sind ausreichend.

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    @ EJ

    Ich finde, dass diese Probleme viel gravierender waren:
    http://www.yersiniapestis.info/geschichte.html

    Vielleicht haben wir die falsche Betrachtungsweise. Wenn Bevölkerung schrumpft, könnte die Industrie ja auch schrumpfen oder sich woanders ansiedeln, oder?
    Dort, wo Bevölkerung wächst oder unterversorgt ist.
    Aber darum geht es beim Wachstum ja nicht. Es geht darum, dann, wenn man in die schwarzen Zahlen kommt, zu erweitern zwecks Steuerersparnis. Vielleicht ist die ganze Misere sogar über diesen Gedankenapparat in Gang gekommen. Man erweitert, um Steuern zu sparen, nimmt Kredite auf, der Bedarf ist gar nicht da, schön zu sehen in Spanien, Arbeitskräfte werden sozusagen importiert, und wenn sie’s nicht können, werden sie auf die Politik, sprich den Steuerzahler abgewälzt. Der wird langsam auch weniger.
    Also müsste mit der Wirtschaft auch der bürokratische und parlamentarische Apparat schrumpfen. Der wächst aber auch weiter. Hier passt also eins nicht zum anderen, und dieses Verdonnertsein zum Wachstum in Wirtschaft und Politik halte ich für verkehrt, nicht etwa, dass Menschen weniger Kinder bekommen.
    Das ist eher modern, siehe China.
    Mal sehen, was Lyoner sagt, wenn er von seiner offline-Mutter zurück ist.

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    @Lyoner

    Tatsächlich freue ich mich über Merkels Aussage. Das hat nichts mit der Verteidigung des Abendlandes in einem Stellvertreterkrieg zu tun (FPÖ und Wilders), auch nichts mit evangelikaler Apokalypse. Mein Bauchnabel sagt mir, dass die Araber es ernst meinen. Ich weiß nicht, wo sie ihr Vertrauen hernehmen, ich habe es nicht. Der Rest ergibt sich, wie gesagt, von selbst. Die absolute Vernichtungsdrohung mag zwar für einige auch die von ihnen angesprochene Funktion haben, macht sie aber in meinen Augen deswegen nicht falsch. Ein punktuell ungerechtes Israel ist die humanere Alternative zu einem entfesselten arabischen Furor.

    Die Idee, sich als Migrant in Deutschland als ein Antideutscher zu definieren ist putzig, wenn ich Deutsch als Krankheit sehen würde, wäre ich doch lieber in Frankreich. Aber ich fühle mich nicht als displaced person der corporate wars – ich bin hier schon richtig. Ich habe jetzt eine andere Staatsbürgerschaft als mein Bruder, der Prozess war aus vielen Gründen nicht leicht. Vieleicht ist ihre vielen Biodeutschen egal oder unangenehm, ich wüsste auf Anhieb nicht, was typischer Deutsch wäre, als das. Meine ist mir nicht egal, die war nicht kostenlos.

    Wenn ich ihren Beitrag lese, kommt mir folgender Gedanke:

    Ihr Bild von dem, was Deutsch ist, klingt sehr nach der guten Stube des 19 Jahrhunderts. Die ist selbst bei rechten Biodeutschen eine reine Fata Morgana der besseren Zeit. Eine Lust am Morbiden, da es sämtliche Parameter das Geschwurbel eines Ernst Jünger zu verstehen, heute nicht mehr da sind. Das Deutsch bleibt in der Konserve der Wende 19/20 Jh. Sie halten Migranten ein Stöckchen hin, über das diese nicht springen können, weil selbst Biodeutsche diese Latte reisen. Polemisch ausgedrückt erwarten sie von mir, dass ich in Knickerbocker und Monokel erscheine und die Gassenhauer von 1913 pfeife. Wenn das ihre Bedingung für eine gelungene Integration ist, werden wir alle scheitern. Nicht nur Migranten, Deutsche scheitern am Deutschsein, was bei mir die Frage aufdrängt, was denn wirklich deutsch ist. Ich gebe ihnen Recht, die existentiellen psychosozialen Probleme der Deutschen, kann Migration nicht kompensieren. Das gilt auch in kulturellen Fragen. Was Kulturkonservative nicht wahrhaben wollen ist, dass das alles schon vergangen war, bevor wir kamen. Nicht wegen der Alliierten oder Umerziehung, die Zeit dieser Kultur war abgelaufen. Wenn das 19 Jahrhundert alles war, was das Abendland aufzubieten hatte, dann hat Sprengler Recht, es ist untergegangen. Das glaube ich jedoch nicht. Ich wehre mich jedoch etwas zu sein, was Deutsche nicht mehr sind. Grimms Märchen bekomme ich noch hin, Wagner ist schon schwieriger (ich finde ihn selbst sehr langweilig), aber wissen sie was, sie haben den eigentlichen Sieger im Kulturkampf schon benannt: Walt Disney. Wenn die kulturkonservativen Michael und Maximilian vor ihm in die Knie gehen, was erwarten sie dann realistisch von Vitali und Serdar? Lassen sie uns Ziele formulieren, die wir alle auch erreichen können, so wir den wollen.

    Wo sie Identitär erwähnen, ich habe mich bei den revolutionären Konservativen mal umgesehen. Alles sehr elitär und sehr Standes und Kulturbewusst. Die erinnern mich in ihrer sprachlichen Grazie und Formulierungskunst des hochkulturellen Gejammers an die letzten Einhörner – vom Aussterben bedroht nicht wegen der Übermacht der feindlichen Horden, sondern weil sie schlicht schwul sind.

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    @ KJN

    Sie drücken sich, KJN. Mit Verlaub. Die Ausgangsfrage war, ob 20 Prozent Zugewanderte genug sind. Es geht um politische Entscheidungen. Oder deren Verweigerung.

    Ich bin auf Lyoner eingestiegen, weil er einerseits den Bevölkerungsschwund thematisiert. Das ist schon mal sehr verdienstvoll. Und weil er andererseits in seiner (eher kryptischen) Berufung auf die Identitäre Bewegung etwas wie eine Gegenmaßnahme andeutet. Das ist eine echte Seltenheit und deshalb noch verdienstvoller. (Obwohl ich mir eine wirksame „identitäre“ Problemlösung nur als eine Art rechter Erziehungsdiktatur vorstellen kann. Und ablehnen würde, versteht sich. – Lyoner selbst sagt zu einer – möglichen – identitären Gegen-/ Praxis genaugenommen aber nichts.)

    Ganz kurz zur Konkretion : Wie schon mehrfach erwähnt, wohnen meine Familie und ich in einer erzkatholischen Gegend – uneinholbare CDU-Mehrheit – konstant unterdurchschnittliche Arbeitslosigkeit – überdurchschnittlich wohlhabend. Als wir vor 24 Jahren, genau zur Geburt unseres ältesten Sohnes, hierher kam, war die Geburtenrate hier überdurchschnittlich hoch. Im Gegensatz zu Orten vergleichbarer Größe (ich habe eben noch mal nachgeschaut) wächst die Stadt, zu der das Dorf gehört, in dem wir wohnen, wegen des Angebots an (hoch) qualifizierten Arbeitsplätzen zwar immer noch . Allerdings nur durch – kinderlosen! – Zuzug. Im ganzen Ort werden Schulen zusammengelegt bzw. geschlossen. Unser Dorf beispielsweise, mehr als 2200 Einwohner, bringt keine 20 Kinder mehr zustande. Die örtliche Grundschule steht vor dem Aus. In dem älteren, aus den 80ern stammenden, „Neubaugebiet“ lebt kein einziges Kind mehr. In dem inzwischen völlig bebauten jüngeren Neubaugebiet gab es nie ein Kind und wird’s wohl auch nie eins geben. Aber es gibt, obwohl das Dorf seit einigen Jahren keinen Arzt (und keinen Priester) mehr hat, bereits zwei Altenheime und ein weiteres ist in Planung. Und – wir wohnen in unmittelbarer Nachbarschaft der Dorfkirche – mehr als einmal wöchentlich findet eine Beerdigung statt.

    Das Ende ist aber nicht nur berechen- und insofern vorhersehbar. In gewisser Weise ist es schon „da“. Mindestens einer der Betriebe, denen unsere Stadt /Gegend ihren Wohlstand verdankt, kann zwar noch Planung und Verwaltung, aber mangels qualifizierter Arbeitskräfte seine Produktion nicht mehr aufrecht erhalten. – Was nu?

    Ich glaube, KJN, die von Ihnen gewünschte veränderte „Rolle des Staates“, Abbau von Staatsbürokratie und Abschaffung des Nanny-Staats, gehen an unserem Bevölkerungsproblem völlig vorbei. Weder sind Staatsbürokratie und Nanny-Staat irgendwie Ursache des Bevölkerungsschwundes, noch können der Abbau von Staatsbürokratie und die Abschaffung des Nanny-Staates das Problem irgendwie lösen oder auch nur entschärfen. Eher ist es – genau umgekehrt – so, dass eine zunehmende Ökonomisierung der Gesellschaft den bevölkerungsmäßigen Abwärtstrend weiter beschleunigt.

    Ansonsten: Das Verhältnis des Staatsbürgers zum Staat (und umgekehrt) würde ich gerade nicht überhöhen wollen, auch nicht zur Zivilreligion. (Ich hatte Lyoner aufgefordert „abzuspecken“!) „Staatsbürger im Staat“ ist ein Ensemble von definierten Rechten und Pflichten, das gerade auf dürrste Rationalität abstellt. Beiden Seiten würde die dringend benötigte Zuwanderung und Integration ermöglicht bzw. erleichtert, wenn angesichts der definierten Rechte und Pflichten für beide Seiten die Berufung auf Herkunft und Tradition usw. usf., für beide Seiten die Berufung auf Identität von vornherein irrelevant wäre.

    @ Lyoner

    Schönen Muttertag!

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    @ EJ, Parisien, KJN, derblondehans, stevanovic

    ich beehre gerade meine Mutter zu ihrem 88sten Geburtstag und fingere nicht gern auf dem Smartphone. Sonst würde ich gerne noch mitmischen. Vielleicht ab Donnerstag. Sorry

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    … *rofl* … muhahaha! … das sind die linken Scheisser, das ist Sozialismus. Mit so was will EJott, zwangsweise und gegen den Mehrheitswillen, Europa beglücken.

    Danke Akif Pirincci.

    ‚Der absolute Superduper-Star war aber Joschka Fischer, ein Loser edlen Geblütes, von dem heutzutage auch niemand mehr weiß, weshalb eigentlich dieser abgrundtief häßliche Mann als großer Politiker und Staatsmann gelten konnte, außer daß er seine Visage an pseudodramatischen Stellen seiner Reden solcherweise verziehen konnte, als müsse er jeden Moment kotzen. Mal war er dick, mal wieder dünn, mal trug er Turnschuhe, mal Maßanzug, mal schwafelte er vom Frieden, mal gab er Bombardierungsbefehle, bis er irgendwann entschwand. Doch wohin? Das kann heute auch niemand mehr wie aus der Pistole geschossen beantworten. Sicher ist, daß er wie Gas-Gerd für einen Mindestlohn von 1 Mio jährlich den Grüßaugust für irgendeinen Superkonzern spielt, bisweilen aus langweiligen Politbiografien zusammengestoppelte Weisheiten in DIE ZEIT rotzt, sich alle paar Jahre das nächste junge Häschen für die Unterleibsgymnastik besorgt und ansonsten wohl 12 Stunden am Tag in einem Edelrestaurant sitzt und Fasan speist. Und dieser Typ galt mal als Rebell und war das Idol sämtlicher Sozialpädagogikstudenten. So geht gute Pressearbeit! Ein Gelaber-Heini mit der Attitüde des Bürgerschrecks wird so lange und über Jahrzehnte hinweg tagtäglich hochgeschrieben, bis er sich einen Millionärsclub aussuchen kann, während die zwangscharakterhaft mülltrennende Deutschlehrerin, die sich von Ahmet und Ayse in der Klasse als Nutte beschimpfen lassen muß, immer noch glaubt, daß der “Umstürzler” die deutsche Atemluft ganz allein durch Fürze aus seinem traktorreifengroßen Arsch gereinigt hat. Keine geringe Anzahl von diesen Grünnasen hat sich inzwischen dieselbige solcherart von ihren einstigen “politischen Gegnern” vergolden lassen.‘

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    @ KJN

    Alles richtig, was Sie da beklagen. Jetzt fehlt nur, dass mal jemand denen, die sich minderprivilegiert fühlen, klar macht, dass kaum ein Cent in ihrer Tasche landet, sondern in eben dieser Bürokratur, die sich immer weiter aufbläht.
    Es fehlt auch die Einsicht bei Ärmeren, dass das Schröpfen des reicheren Nachbarn nur ein kurzes schales Vergnügen der Schadenfreude auslöst, und dass, wenn der Nachbar auch kein neues Auto mehr kaufen kann, es ihnen selbst an den Kragen geht, weil die Wrtschaft dann schwächelt.
    Bei echten knalligen Neureichen fehlt gleichermaßen die Einsicht, dass sie besser nicht so auf den Putz hauen sollten und den Sportwagenmotor evtl. nicht so aufheulen lassen.
    Will auf Folgendes hinaus: Egoismus ist natürlich gut für das Wirtschaftswachstum. Außerdem niedrige Steuern, nicht etwa höhere. Wenn tatsächlich 62 Prozent die Enteignungsorgie der Grünen befürworten (weswegen?), sind die Deutschen ernsthaft verblödet und haben von Ökonomie keine Ahnung. Transferempfänger rechnen sich große Sachen aus und gucken am Ende in die Röhre, zuerst der Rentner, der merkt, dass er sein Haus verkaufen muss.
    Was Kinder betrifft, ist es nicht weniger egoistisch, welche zu haben. Welches Paar mit Zugang zu Geburtenkontrolle bekommt Kinder aus reinem Altruismus? Hier handelt es sich lediglich um verschiedene Vorstellungen von Glücklichsein.
    Allmählich, beim Älterwerden, bemerke ich jedoch Frauen, die über ihre selbst gewählte Kinderlosigkeit bekümmert sind.
    Soll heißen, dass Kinder nachhaltiger sind als maximaler Konsum und Ausleben von Freiheit.
    Für Gott sehe ich vorläufig schwarz. Wenn jemand etwas von Glauben versteht, dann Josef Ratzinger. Und was wurde er angefeindet! Die EKD verkommt zu einer pantheistischen Erweiterung der Grünenpartei. Evangelische Neidreflexe, bei Katholiken unbekannt, haben schon den jüdischen Bürgern geschadet. Ich meine, dass die Masse auf esoterischen Wohlfühlpantheismus aus ist, der von arbeitenden Bürgern finanziert werden soll.
    Wenn diese Einstellung – Leben im Grünen auf Kosten anderer – nicht gebrochen wird, sehe ich schwarz für dieses Land.
    Und wenn die Geburtenreichen so weitermachen, kann es durchaus sein, dass die Jugend sie eines Tages, wenn das Land an die Wand gefahren ist, durch Aggressionren dafür verantwortlich machen und einige Körneresserinnen sich nicht mehr auf die Straße trauen.
    Also votiere ich mehr für den Egoismus, weil er besser für Wirtschaftswachstum und Fortschritt ist. Außerdem würde ich sofort für die Abschaffung der Kirchensteuer stimmen. Kirchen werden durch die Steuer zu politischen Wurmfortsätzen und verlieren alle Nähe zum Buch.
    Außerdem möchte ich anfragen,ob jemand den Eindruck mit mir teilt, dass das Fernsehen fast die gesamte ältere Generation verblödet hat, was man an Dingen hört, die sie äußern. ‚Wie aus dem Fernsehen‘ kann man da oft nur staunen.

  40. avatar

    @Parisien
    „Grund.. zu überleben“
    Eigene Kinder, sowieso. Vielleicht auch sowas wie wahre Bildung, die denk- und empfindungs- (und beziehungs?) fähig macht (und kein Bachelor/Master- Arbeitsmarkt-Abrichtungsprogramm). Als Kontrapunkt zum wissenschaftlich begründeten Utilitarismus könnte es ein Erstarken der Religionen geben (oder schlimmer: Esoterik), was auch nicht ungefährlich sein kann und so komme ich zu

    @EJ
    der (ich hoffte dergleichen) an meinem „vs.“ hängenblieb, denn ich will nicht so recht einsehen, daß der Ausstieg aus dem Muff der 50er Jahre aus Engstirnigkeit und religiöser Bevormundung durch die jetzigen Political-Correctness und Gender – Technokraten zu einem neuen, subtileren Zwangssystem weit größeren Ausmaßes pervertiert wird. Und darum gilt es, EJ, auch über die Rolle des Staates neu nachzudenken, denn die Staatsbürokratie gesteht sich mittlerweile den Nanny-Staat als eigenes Geschäftsmodell zu, in dem alles geregelt wird. Ich bin auch für gemeinsame Verantwortung, aber ich bin nicht dafür, daß unser sauer erwirtschaftetes Geld dazu dient, daß sich Funktionsträger in der Bürokratur profilieren (und dazu noch die EU benutzen).
    Unser(e) Staat(en) braucht (en) keine „Zivilreligion“ (->DDR), es würde reichen, wenn er Schutz, z.B. für Religionsausübung aller Art bieten würde (nur ein Bsp.). Die Form von Egoismus, die Sie ansprechen, macht die Menschen letztlich schwach und manipulierbar, als Katholik werden Sie sicher zustimmen, ich weiß, Angehörige anderer Religionen tun das auch. Und daß sich die Begeisterung für einen (z.B.) europäischen Staat in Grenzen hält, liegt auch daran, daß die meisten seiner Handlungen nicht mehr legitimiert sind.
    Ich bin da etwas optimistischer bezüglich eines „dritten Weges“, zwischen Bürokratur und Gottesstaat, als Sie, es fehlt dazu nur noch etwas Analyse der derzeitigen Lage.

  41. avatar

    @ KJN

    Ja, so ungefähr. Wobei Ihr „vs.“ eine moderne Entwicklung verdeckt. Das heißt: Einen Weg zurück (etwa à la Parisien: „wieder mehr Kinder“) wird es zwanglos jedenfalls nicht geben.(Wir haben vor einigen Tagen über die Un- /Möglichkeit des Zurück gesprochen.) Ein Blog, auf dem die identitäre Bewegung (nicht ohne Niveau-Anspruch) promotet wird, nennt sich nicht zufällig martialisch bzw. besser: bürgerkriegerisch „Sezession“.

    Dass „mein“ (dritter) Weg – Staatsbürger im Staat (inklusive Zuwanderung auf dieser Basis) – begangen wird, halte ich ebenfalls für eher unwahrscheinlich. Obwohl er „nach vorn“ führen würde, ist es vermutlich nicht mehr möglich, damit eine grundsätzliche Änderung zu erreichen. Inzwischen ist es dafür ganz einfach zu spät. Wir sind nur noch eine Ansammlung (physisch) alter Säcke, voller egoistischer Gier, aber ohne Vitalität. Nicht mal innerhalb (des immerhin doch irgendwie „identitären“) Europas scheint der Staatsbürger im Staat noch ein akzeptables Wege-Ziel zu sein. (Die Kohle nur für mein Altersheim!)

    Wie mir mal ein alter Priester sagte: „Denk mal genau nach! Das egoistische Individuum ist unausweichlich das letzte. Es hat sich zum Aussterben verurteilt.“ Ich würde hinzufügen: Und für den Staat der egoistischen Individuen gilt das Todesurteil allemal.

  42. avatar

    @ KJN

    Wir werden vielleicht beides haben, nur wird die zweite Gruppe überleben. Man muss einen Grund haben, um zu überleben, wissen Sie. Und Nachkommen sind immer ein Grund. Für die Auflösungstendenzen der Globalisierung muss man nicht überleben. Die können einem egal sein.

  43. avatar

    Kleines Beispiel für Kind mit Papi, der schon zahlen wird:
    „Seiner Meinung nach läuft Frankreich als Partner der Bundesrepublik relativ geringe Gefahr, an den Finanzmärkten attackiert zu werden. Die Marktteilnehmer seien nämlich relativ sicher, dass Deutschland Frankreich zu Hilfe eilen würde, sollte dieser Fall eintreten.

    Das viel größere Risiko für Frankreich, so Kirkegaard, bestünde viel mehr darin, dass Frankreich es genau in diesem Bewusstsein versäume, Reformen in Angriff zu nehmen. “

    http://www.welt.de/wirtschaft/.....Staat.html

    Kann ja wohl nicht sein. Schallplatte mit Sprung: Merkel, gib. Als Dank bezeichnet man sie später als Nazi.

  44. avatar

    Wachstum, Mobilität, Anpassung, Rationalität, Zivilreligion, Universität, Auslese, Aufstieg, wenig Kinder, Arbeitslosigkeit, geschwächte Familien, staatliche Fürsorge, hohe Scheidungsrate, Altersheime, Demenz…. Internationalität/Globalisierung
    vs.
    Stagnation, Bodenständigkeit, (Groß)Familie, Eigenheim, Geborgenheit, Akzeptanz, Vollbeschäftigung, private Solidarität, geistige Gesundheit, Engstirnigkeit…. Nationalismus/Protektionismus
    ??

  45. avatar

    @ EJ
    „In 25 Jahren werden Alters- /Altenheime in Deutschland Sterbehospize mit einer Maximal-Aufenthaltsdauer von 6 Monaten sein.“

    Das wäre dann vielleicht ein Anlass für manche Leute, wieder mehr Kinder zu haben und mit denen einen Generationenvertrag zu schließen nach dem Motto: Ich zahle dir noch ein paar Jahre Ausbildung, während du dafür sorgst, dass ich nicht in so einem Hospiz lande, sondern bei dir zu Hause. In Häusern mit Herzensbildung funktioniert das heute schon nach diesem Prinzip. Wozu Religion gut sein, fragt im anderen posting Posener. Ja, zum Beispiel dazu, Vater und Mutter zu ehren.

  46. avatar

    EJ: ‚Ist aber auch nur die Teillösung des Problems. Bleibt die “Verteidigung des leeren (bzw. sich rapide leerenden) Raumes”. Durch wen? (“Meine”/ “unsere”, weil überfordert, eines – eher nahen als fernen – Tages aus- /abgewanderten Kinder, noch nicht mal abgezogen.)‘

    … was für eine Offenbarung. EJotts Kinder wandern aus. Sie wollen/können Papis sozialistische Politik nicht mehr ertragen. Tipp meines Hamsters: die Kinder mögen ihren Ausreisewunsch überdenken. Nirgends ist es schöner als in der Heimat. Außerdem kommen die Sozialisten, nach dem sie das Land ruiniert haben, hinterher. Dann beginnt alles von vorn.

    Kinderchen, lasst euch nicht veräppeln.

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    @ Parisien: Entweder man kappt die Ausgaben für die Gesundheit oder lässt die Gesünderen, Fitteren länger malochen.

    Genau. Das liegt (ab einem bestimmten Punkt) in der Bandbreite dessen, was ich „Sterbehilfe“ genannt habe. In 25 Jahren werden Alters- /Altenheime in Deutschland Sterbehospize mit einer Maximal-Aufenthaltsdauer von 6 Monaten sein.

    Ist aber auch nur die Teillösung des Problems. Bleibt die „Verteidigung des leeren (bzw. sich rapide leerenden) Raumes“. Durch wen? („Meine“/ „unsere“, weil überfordert, eines – eher nahen als fernen – Tages aus- /abgewanderten Kinder, noch nicht mal abgezogen.)

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