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Teufel, von Bötticher und die Modernisierung der CDU

Der eine wohnt ganz im Norden der Republik, der andere ganz im Süden: Aber man würde nun wirklich gern wissen, was Erwin Teufel vom Verhalten seines Parteifreundes Christian von Bötticher hält.

Letzterer ist CDU-Spitzenkandidat für die Wahl in Schleswig-Holstein im kommenden Jahr  – und nun wegen einer Affäre mit einer 16-Jährigen zurückgetreten. Ersterer ist der langjährige CDU-Ministerpräsident von Baden-Württemberg, der vor kurzem den Werteverlust seiner Partei kritisierte und damit heftige mediale Wellen verursachte.

Teufels Kritik war allerdings an jemanden ganz anderes adressiert: Ihm ging es um den Modernisierungkurs von Parteichefin Angela Merkel. Teufel vermisst das „C“ in der der CDU – wie so viele andere Konservative, die sich die übersichtlichen Zeiten der späten 80er Jahre zurücksehen. Die Welt war damals noch in Gut und Böse geteilt, Internet gab es noch nicht, die Globalisierung auch nicht und die meisten Frauen standen noch am Herd.

Als Ostdeutsche, Physikerin und Frau hat Angela Merkel viel früher und stärker wahrgenommen, wie sehr sich die globalen Umbrüche auf die Gesellschaft auswirken. Ihr war klar, dass sich auch die CDU diesen neuen Anforderungen stellen muss. Ihre Antwort war der Modernisierungskurs der Partei. Ein neue Familienbild, veränderte Positionen in der Zuwanderungs- und Integrationspolitik, schließlich die Bundeswehrreform und nun die Bildungspolitik mit der Aufgabe des dreigliedrigen Schulsystem.

Doch wie so oft im System Merkel hat sie sich nicht die Zeit genommen, diese gravierenden Richtungsänderungen immer und immer wieder aufs neue, und im Zweifel auch zum 193. Mal zu erklären. Das kann Merkel einfach nicht, und wahrscheinlich langweilt es sie auch. Ein paar Regionalkonferenzen. Ein paar Reden, die kaum jemand beachtet. Das war´s dann.

Nun ist die Debatte im üblichen Sommerloch an die Oberfläche geschoben worden. Doch sie wird auch mit dem Beginn des Herbstes nicht verschwinden.

Denn die CDU hat begonnen, Wahlen zu verlieren. Und es ist immer erst die Perspektive des Machtverlustes, die derartige schwelenden Auseinandersetzungen ans Licht holen. Baden-Württemberg im Frühjahr 2011, Hamburg, Nordrhein-Westfalen zuvor. Und nächstes Jahr dann möglicherweise auch Schleswig-Holstein.

Angela Merkel ist für diese Niederlagen in den Länder zwar nur bedingt verantwortlich, aber natürlich ist sie die Parteichefin. Und im Bund sieht es auch nicht viel besser aus, was die Wiederwahlchancen der CDU angeht.

Der Modernisierungskurs der Partei ist dafür jedoch nicht verantwortlich. Sondern eher das Gegenteil: Dass er nicht noch schneller und konsquenter durchgezogen wurde.

Denn so richtig in der Wirklichkeit angekommen scheint die Christlich Demokratische Union noch immer nicht, wie die Causa Teufel und die Causa von Bötticher nun erneut zeigen.

 

 

 

 

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2 Gedanken zu “Teufel, von Bötticher und die Modernisierung der CDU;”

  1. avatar

    Thema Hauptschule: Dieses Jahr finden Hauptschüler oft eine Ausbildungsstelle in Berufen wie Energieanlagenelektroniker. Da wurde in der Vergangenheit kein Hauptschüler genommen.
    Also Hauptschüler haben genau jetzt wieder bessere Aussichten wo die Hauptschule abgeschafft wird.

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