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Warum Peer Steinbrück weder Kanzler, noch Kanzlerkandidat wird

Wer glaubt, dass Peer Steinbrück Kanzlerkandidat der SPD wird, kennt weder die Partei noch die Grundsätze von Polittaktik. Fangen wir mit letzterem an: Zwei Jahre vor der Wahl ist mindestens ein Jahr zu früh für die Ansage einer Kandidatur. Schon erst recht, wenn der Kandidat so bekannt ist wie der frühere Finanzminister.

Zu dem jetzigen Zeitpunkt taugt das alles nur dafür, die Auflage seines Buches und seine persönliche Eitelkeit weiter zu befeuern. 

Noch gravierender ist natürlich ersteres: Steinbrück mag seine Partei nicht – und seine Partei mag Steinbrück nicht. Das hat zwar – wenn auch in weit geringerem Ausmaß – für Gerhard Schröder gegolten, aber erst in der Endphase seiner Kanzlerschaft. Nicht zu Beginn einer Kanzlerkandidatur!

Die derzeitige Beliebtheit von Peer Steinbrück leitet sich vor allem daraus ab, dass er als Polit-Rentner “frei Schnauze” drauf los reden kann. Und nicht selten den anderen Politikern “einen reintut”.

Schon diese Begrifflichkeiten zeigen, dass dies spätestens dann zu Ende wäre, wenn er wirklich Kandidat würde. Steinbrück zum Rückzug der Bundeswehr aus Afghanistan? Zur Frauenquote? Zum Export von Panzern nach Saudi-Arabien?

Bliebe er auch in diesen Fragen beim “offenen Wort”, wäre er so schnell am Ende, wie er es als Ministerpräsident in Nordrhein-Westfalen war. Wechselt er in den üblichen Polit-Jargon, ist sein Reiz dahin.

Steinbrück bedient die Sehnsucht der Menschen nach einfachen Lösungen. So aber funktioniert Politik nicht. Politik ist immer ein Austarieren sehr unterschiedlicher Meinungen – so lange, bis ein von allen Beteiligten akzeptierter Kompromiss dabei herauskommt. Der ist notwendigerweise glattgeschliffen und meist suboptimal .

Diese Mechanismen aber kann weder ein Peer Steinbrück noch ein Karl-Theodor zu Guttenberg aushebeln, um den Politstar des vorigen Sommers zu nennen. Wenn sie vorgeben, es zu können, täuschen sie die Öffentlichkeit. Und machen sich damit genau dessen schuldig, was sie selbst den anderen Politikern vorwerfen.

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13 thoughts on “Warum Peer Steinbrück weder Kanzler, noch Kanzlerkandidat wird

  1. avatar

    Deutscher, die man in der Welt nicht mehr sehen will.
    Ein extrem eingebildeter Mensch, der sich nicht an die Spitze eines
    einst so wichtigen Landes drängen sollte. Aber wahrscheinlich wird
    er ohnehin platzen vor Eitelkeit, wenn er als Kandidat gehandelt wird,
    dann hat er sich selbst erledigt. ich fände sogar Westerwelle, der ja
    total out ist, noch besser als diesen Peer.
    let’s forget him, please, Bruno

  2. avatar

    Gehen sie in den Ring Peer Steinbrück, bleiben sie so kantig wie sie sind, sagen sie dem Volk was sie erwartet, und zeigen sie der Dame aus der “Uttermark”
    wie man den Menschen ( auch wenn es weh tut )Politik macht, ohne nur zu verwalten !
    Wenn sie das versprechen sind sie mein Kandidat, und ich
    gehe seit 12 Jahren das erste Mal wieder zur Wahl !
    Sie haben das Zeug dazu, also machen sie es gefälligst !
    Sie reden Klartext, und das ist es was wir brauchen !

    m.f.G. A. Schmitt

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    echo sagt:
    13. Juli 2011 um 17:14
    @ derblondehans
    @ Hänschen Klein
    Diskutiert ihr hier über eine mögliche Kanzlerkandidatur Steinbrücks oder tragt ihr eine absurde Debatte auf dem Mond oder Mars aus?
    Diskutiert ordentlich oder haltet euch raus!

    . . da ruft das ‘echo’ im Echotal: ich habe Welt-Niveau – schallt es zurück: wo, wo, wo, … im Übrigen gehören die Soziaaaaaldemokraten verboten. Für Betrug am Deutschen Volk. Für die vielen Kriege, darunter weltweite Kriege, in welche die Soziaaaaldemokraten die Deutschen in den letzten 100 Jahren getrieben haben, bzw. dafür direkte Verantwortung (nicht) trägt.

    Wann kommt der Kniefall der deutschen ‘Sozialdemokratie’ vor dem Deutschen Volk?

    Ich fordere ein Verbot der SPD. Jetzt und sofort.

    3x Liebermann. Morgens, mittags und abends.

  4. avatar

    @echo

    Wovon sind Sie denn das Echo? Vom deutschen Untertanengeist?

    Es ist schnurzpiepegal, ob Steinbrück Kanzlerkandidat wird. Auch Sie werden das noch einsehen.

  5. avatar

    SPD und Steinbrück passen nicht zusammen? Das Frau Heckel ist zwar eine schlaue Analyse, doch kenntnisreich scheint sie mir keineswegs. Im Gegenteil.Wenn Sie etwa formulieren, Steinbrück mag nicht die SPD und die nicht ihn, klingt das zwar geradezu hinreißend vernichtend, beweist mir jedoch nur, dass Sie weder die SPD und erst recht den Herrn Steinbrück kennen, sondern nur zu kennen meinen.
    Wozu beispielsweise sollte einer,der in der Wirtschaft so manches werden könnte, sich ausgerechnet für die SPD aufreiben, wenn er sie nicht mag? Merke: Eine Partei zu kritisieren muss nicht heissen, dass man sie nicht mag. Oft im Gegenteil. Und was anderseits ihr flotter Spruch angeht, auch die SPD mag Steinbrück nicht…da warten wir doch mal ab! Da nur mal so nebenher auf den linken Flügel zu verweisen, reicht gewiss nicht.
    Zudem wird die Partei – hoffentlich – nicht nach “Liebe- mag ihn, mag ihn nicht” entscheiden, sondern nach den Aussichten, als Kanzlerkandidat erfolgreich zu sein….und da stehen die Chancen doch gar nicht so schlecht…oder so gesagt: Laut Politbarometer scheint Steinbrück gegenwärtig beliebter als die Kanzlerin und und und….da wollten Sie offenbar gegensteuern..na dann: viel Erfolg.

  6. avatar

    @ derblondehans
    @ Hänschen Klein

    Diskutiert ihr hier über eine mögliche Kanzlerkandidatur Steinbrücks oder tragt ihr eine absurde Debatte auf dem Mond oder Mars aus?
    Diskutiert ordentlich oder haltet euch raus!

  7. avatar

    Die Mehrheit der Deutschen haben die ‘BRD’, samt Parteien-Oligarchie, längst auf Ramsch-Status herabgestuft.

    Wie einst Erich Honecker und Kumpane, leiden die ‘BRD’-Parteien-Oligarchen unter Realitätsverlust.

  8. avatar

    “Politik ist immer ein Austarieren sehr unterschiedlicher Meinungen – so lange, bis ein von allen Beteiligten akzeptierter Kompromiss dabei herauskommt. Der ist notwendigerweise glattgeschliffen und meist suboptimal.”

    Das ist nicht das Problem. Das Problem ist, dass die Kompromisse systematisch und konsistent für bestimmte Gruppen optimal und für andere sehr subobtimal sind. Offenbar sind am Aushandeln den Kompromissen nicht alle beteiligt.

    Wenn ich mir z.B. ansehe, von wo nach wo das Geld der aktuellen Euro-“Rettungspakete” fließt, nämlich aus der Tasche des Bürgers direkt in die Tasche der Banken und Versicherungen, und zwar ohne jede Gegenleistung, dann geht mir das Messer in der Tasche auf. Diese Vorgänge sind mit “suboptimalen Kompromissen” nicht zu erklären. Denn sie sind in der Tat optimal: für Banken und Versicherungen.

    Daran ändert weder ein Herr Steinbrück noch ein Herr Bütikofer nach irgend eine Einzelperson etwas. Die strafrechtliche Verfolgung von “Politik auf Pump” würde allerdings manches ändern. Als Privatmann können Sie ja auch nicht auf Namen und Risiko Ihres Nachbarn einen Kredit aufnehmen. Stellen Sie sich vor, was los wäre, wenn das möglich wäre. Über den Umweg der Politik IST aber genau das möglich. Es ist unglaublich! Aber wahr.

  9. avatar

    Liebe Frau Heckel,
    eine sehr interessante und kenntnisreiche Analyse. Abweichend von Ihrer These, warum es Steinbrück nicht werden wird, meine ich aber, dass Steinbrück weder einfache Lösungen vertritt noch die Sehnsucht der Menschen nach einfachen Lösungen bedient (vorletzter Absatz). Er vertritt pragmatische Lösungen, oft genug ‘frei Schnauze’ (Ihr Ausdruck) und er ist in der Lage, pragmatische Lösungen so zu erklären, dass sie auch einfache oder politisch weniger berührte Bürger verstehen, also in einfache Sätze zu kleiden. Gleiches schafft derzeit kein anderer Politiker oder andere Politikerin.
    Steinbrück hat einen durchaus aufsehenerregenden Job gemacht als Finanzminister. Seine Attacken gen Liechtenstein und die Schweiz haben, weil es um delikate Steuersachen ging, nachhaltig beeindruckt.
    Steinbrücks Analysen sind keineswegs einfach, aber, weil er geistreich und eloquent ist, wirken sie erfrischend. Ich stelle fest, dass die Leute ihn mögen. Klar wird Steinbrück der SPD nicht leicht zu vermitteln sein, und der linke Flügel wird ihn ans Kreuz schlagen noch bevor er in Jerusalem eingeritten ist. Aber soll es wieder Steinmeier werden? Einen anderen oder eine andere gibt es nicht. Bestimmt nicht Sigi Pop. Oder wen haben Sie im Auge?
    Freundlichst auf Antwort wartend

  10. avatar

    Der vorletzte Paragraph von Margarets Leitartikel scheint mir recht treffend. Gerade heute frühstückte ich in einer kleiner Gruppe mitsamt Reinhard Bütikofer. Yep, mit dem ehemaligen Mitglied des maoistischen Kommunistischen Bunds Westdeutschland. Demselben, der heute im Unterausschuss für Sicherheit- und Verteidigung des Europaparlaments sitzt. Ach was noch, der ist auch Vollmitglied in der Delegation für die Beziehungen zu den Vereinigten Staaten (sic!).

    Aus dem Gespräch wurde mir klar, dass R. Bütikofer weder in Mao noch in Marx und auch nicht in die pure Demokratie glaubt. Er kennt durchaus die Schwächen der Europäischen Volksvertretung und der deutschen auch. Der weiß ja sehr gut dass die politischen Kompromisse die er schließt meist sich als suboptimal erweisen. Und ihm ist sicherlich nicht gleichgültig wer Kanzlerkandidat oder Kanzler der deutschen Demokratie ist. Er wartet auf die emails und Telefonate von Bürgern und Steuerzahlern wie wir. Wenn alle ihm schreiben oder ihn anrufen, steht Deutschland keine Chance sich in eine Schein-Demokratie zu verwandeln.

  11. avatar

    “Prozessbevollmächtigte des Deutschen BundestagesProzessbevollmächtigte des Deutschen Bundestages”

    Das Euro-“Rettungspaket” ist ein neues Ermächtigungsgesetz, nicht mehr und nicht weniger.

    “Mit einem Ermächtigungsgesetz erteilt das Parlament der Regierung außergewöhnliche Vollmachten. In der deutschen Geschichte gab es seit 1914 eine Reihe von Ermächtigungsgesetzen. Sie widersprachen zwar der Weimarer Verfassung, die keine solche Übertragung von Rechten eines Organs an ein anderes Organ vorsah. Doch die damalige Staatsrechtslehre akzeptierte sie, da sie in Krisenzeiten und mit Zweidrittelmehrheit zustande kamen. Eine solche Mehrheit wäre auch für eine Verfassungsänderung nötig gewesen.Mit einem Ermächtigungsgesetz erteilt das Parlament der Regierung außergewöhnliche Vollmachten. In der deutschen Geschichte gab es seit 1914 eine Reihe von Ermächtigungsgesetzen. Sie widersprachen zwar der Weimarer Verfassung, die keine solche Übertragung von Rechten eines Organs an ein anderes Organ vorsah. Doch die damalige Staatsrechtslehre akzeptierte sie, da sie in Krisenzeiten und mit Zweidrittelmehrheit zustande kamen. Eine solche Mehrheit wäre auch für eine Verfassungsänderung nötig gewesen.”

    http://de.wikipedia.org/wiki/E.....ungsgesetz

  12. avatar

    Schein-Demokratie, Demokratie – wo?

    Der Prozessbevollmächtigte des Deutschen Bundestages, Prof. Dr. Franz Mayer von der Universität Bielefeld, unterstrich einleitend, dass schon erhebliche Zweifel an der Zulässigkeit der Verfassungsbeschwerden bestünden, sie jedenfalls aber unbegründet seien. Die Beschwerdeführer würden sich auf ein neuartiges Recht berufen, das bisher gar nicht existiere, nämlich ein umfassendes Grundrecht auf Demokratie.

  13. avatar

    Es ist doch gleichgültig, wer Kanzlerkandidat oder Kanzler dieser Schein-Demokratie ist.

    Die Ausplünderung der Mittelschicht wird weiter gehen, egal welche Nase Kanzler ist.

    Interessante Zeiten kommen auf uns zu …

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