Ich lese mit einer gewissen masochistischen Regelmäßigkeit in sozialen Medien, Interviews und wohltemperierten westlichen Kommentarspalten von arrivierten Journalisten, Influencern und sonstigen Meinungsbildnern, der Krieg in der Ukraine sei ja regional begrenzt.
Gemeint ist damit meistens: Irgendwo im Osten schießt man aufeinander, dort ist Front, dort ist Krieg – und der Rest des Landes sei im Grunde eine etwas unordentlichere Variante Mitteleuropas, in der man sich mit einem Hauch Abenteuerlust weiterhin halbwegs unbehelligt bewegen könne.
Diese These wird bevorzugt von Menschen vertreten, deren intensivster Ukrainekontakt in einer Zugfahrt von Kyjiw zum Hotel, zwei Podiumsdiskussionen, einem Selfie vor Sandsäcken und einem moralisch aufgeladenen Rückfahrt bestand.







