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Die eigentlichen Corona-Opfer kommen in den Medien viel zu kurz

Kommentar zu einem journalistischen Kunstfehler. Berichten wir in der Coronakrise über die Falschen?

Dieser Text erschien zuerst bei RiffReporter und bei Übermedien. Er ist schon etwas älter aber heute aktueller denn je, weshalb ich mir erlaube, ihn nun auch hier zu veröffentlichen.

Es ist der 16. November. Gerade trudelt der tägliche Hamburg-Newsletter der „Zeit“ in mein Postfach. „Elbvertiefung“ heißt er, und er steuert Vertiefendes zur Corona-Krise bei. „In der vergangenen Woche gab es eine traurige Meldung in dieser an traurigen Meldungen reichen Zeit“, lese ich. Was ist passiert? Noch mehr Tote? Intensivstationen am Limit? Neuer Rekord bei der Suizidrate? Nichts dergleichen: „Die Männer, die als Nikoläuse oder Weihnachtsmänner verkleidet durch Kaufhäuser und über Märkte ziehen, um Kindern und Kindgebliebenen eine Freude zu machen, werden in diesem Jahr kaum einen Job haben“, lese ich weiter. Okay. Das ist wirklich hart. Keine Nikoläuse in diesem Jahr. Uns bleibt aber auch nichts erspart.

Mir fallen die ARD-„Tagesthemen“ vom 14. November ein. Es ist der zehnte Monat der Corona-Krise in Deutschland, mitten in der zweiten Welle. Mehr als 3000 Intensivbetten sind mit Corona-Kranken belegt, im Durchschnitt sterben davon 160 Menschen täglich – Tendenz stark steigend. Moderator Ingo Zamperoni fragt mit sorgenvollem Blick: „Womit müssen wir nun rechnen?“ Ich denke nach: Nein, ins Krankenhaus will ich nicht. Ich möchte auch niemanden anstecken, mache mir Sorgen um die Eltern und Freunde mit gefährlichen Vorerkrankungen. Und was ist mit den psychisch Kranken? Wie viele werden jetzt noch schwermütiger oder abhängiger? Oder die Kinder, die häuslicher Gewalt ausgesetzt sind: Wie sollen sie das überstehen? Wir sollten mit dem Schlimmsten rechnen. Aber um all das geht es im folgenden ARD-Beitrag nicht. Ein Reporter fragt Passanten in einer Einkaufsstraße. „Wir befürchten leider das Schlimmste“, antwortet eine Frau. Sie meint die Verschärfung des Lockdowns.  

Gastwirte, Gastwirte, Gastwirte

Am 16. November gebe ich den „Tagesthemen“ eine zweite Chance. Dieses Mal erzählt ein Gastronom von seinen Erfahrungen mit Außer-Haus-Verkäufen; eine Stimmtrainerin beklagt, sie dürfe nur noch Einzelunterricht geben, und es wird über eine Schule berichtet. Immerhin der Kommentar von Bettina Schön überzeugt. Nicht etwa, weil sie von der „scheiß Pandemie“ spricht. Sie widerspricht auch der vorangegangenen Berichterstattung: „Die größte Anstrengung ist die Pandemie für die, die schlimm krank werden könnten, krank sind oder als genesen gelten – und es doch nicht sind.“

Doch danach fragen die Kolleg*innen aus Zeitung, Radio und TV fast nie. Sie interessieren sich für negativ Getestete. Da kommen Karnevalisten zu Wort, deren Karneval abgesagt wurde, Freizeitsportler, die sich nur alleine im Freien bewegen dürfen oder Menschen, die Angst haben, Weihnachten falle aus. Außerdem erfahren wir, wie es Schüler*innen mit oder ohne Maske ergeht, lernen mehr über das harte Schicksal der Obdachlosen in Berlin, die Corona-Schnelltests machen müssen. Wir dürfen Anteil nehmen an den Abgründen, in die Konzertveranstalter und freie Künstler*innen derzeit blicken. Und immer wieder: Gastwirte, Gastwirte, Gastwirte.

Lockdown-Krise statt Corona-Krise

Verstehen Sie mich nicht falsch: Viele dieser Schicksale sind hart. Sie sind auch berichtenswert. Aber der Gedanke drängt sich auf, hier wird gesamtgesellschaftlich etwas verdrängt. Ist die wahre Krise nicht eine andere, sehr viel bedrohlichere? All den betroffenen Menschen, denen die deutschen Medien derzeit so gerne zuhören, ist eines gemein: Sie haben keine Coronainfektion. Sie sind gesund. Sie leben in der Lockdown-Krise. Von der Corona-Krise erfahren wir fast nichts.

Könnte es also sein, dass die Medien ein Problem mit der Corona-Berichterstattung haben? Könnte es sein, dass sie sich vor ihrem eigentlichen Berichtsgegenstand drücken? Sind wir alle zu bequem und tragen lieber das hirnbefreite Geschwätz von Querdenkern an die Öffentlichkeit als die O-Töne einer Corona-Patientin, die sich in der Rehaklinik vom zweimonatigen Koma erholt? Ist es uns wirklich wichtiger, zu erfahren, was verhinderte Restaurant-Gäste, Sportler, Nikoläuse denken, als der Mann, der auch noch sechs Monate nach einer eher milde verlaufenen Infektion mit SARS-CoV-2 unter Herzschwäche, Kurzatmigkeit und chronischer Müdigkeit leidet?

Ist es wichtiger, wie sich eine Bahnreisende nach dreistündiger Zugfahrt mit Maske fühlt als ein ermatteter Pfleger auf der Corona-Intensivstation nach seiner Nachtschicht oder die Medizinerin, die plötzlich selbst am Virus erkrankt, nachdem sie einen Notfall retten musste und zu wenig auf Vorsichtsmaßnahmen geachtet hatte?

Diese wahren Geschichten aus der echten Corona-Krise laufen an uns vorbei. Natürlich ist es mühsam, an sie heranzukommen. Aber das sollte kein Hinderungsgrund für guten Journalismus sein. Im Gegenteil.

Wird das je wieder?

Dass es auch anders geht, haben Christina Kunkel und Felix Hütten im „Buch Zwei“ der „Süddeutschen Zeitung“ bewiesen. Am 14. November erzählen sie ausführlich und bewegend die Geschichten zweier Frauen, beide schwer von Covid-19 getroffen, beide erst nach Monaten auf dem Weg der Besserung, beide nicht sicher, ob sie jemals wieder so fit und belastbar sein werden wie vor der Krankheit.

Diesen Frauen dürfte es ziemlich egal sein, ob dieses Jahr der Nikolaus kommt. Sie haben andere Probleme, berichten Kunkel und Hütten: „Damals dachte Amelie Kessler noch: ‚Das wird wieder.‘ Jetzt, im Juli, drei Monate später, ist sie sich da nicht mehr so sicher.“

Man schätzt, dass es „etwa zehn bis 15 Prozent aller positiv auf das Coronavirus getesteten Patienten“ ähnlich ergeht, lese ich im weiteren Verlauf des Artikels, „bei derzeit 51 Millionen bestätigten Fällen weltweit wären das je nach Rechnung mindestens fünf Millionen Menschen.“ Von den 1,33 Millionen bis heute mit einer Corona-Infektion Gestorbenen ganz zu schweigen.

Auch das Projekt „50Survivors“, vom Journallist*innenteam tactile.news bei riffreporter.de veröffentlicht, gibt Überlebenden eine Stimme. Wer dort liest, was zum Beispiel Matthias aus Stolpe erzählt, wird an keiner Demonstration gegen so genannte Corona-Auflagen mehr teilnehmen: „Nein, ich gebe niemandem die Schuld an meiner Erkrankung. Derjenige, der mich mutmaßlich angesteckt hat, wusste zu dem Zeitpunkt nichts von seiner Infektion. Und jetzt ist er tot.“

Der Einzelne passt nicht immer in die Statistik

Eine lobenswerte Ausnahme sind auch die Interviews der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ mit Cihan Çelik, dem Oberarzt auf der Isolierstation für Covid-19-Kranke des Klinikums Darmstadt. Am 1. November erzählt er von seiner eigenen, fast tödlich verlaufenen Erkrankung: „Ich bin 34 Jahre alt, bei jüngeren Menschen ohne Vorerkrankungen verläuft diese Krankheit mit großer Wahrscheinlichkeit eher milde. Aber ich habe es immer wieder gesagt: Es gibt dafür keine Garantie, der Einzelne passt nicht immer in die Statistik. Das musste ich jetzt auch erfahren.“

In früheren Folgen der Serie klärt Çelik nüchtern und anschaulich auf, wie der Alltag jener Menschen aussieht, die Tag für Tag und Nacht für Nacht gegen die heimtückische, neue Infektionskrankheit kämpfen – und für die Gesundheit ihrer Patient*innen.

Auch dem Bundespräsidenten ist inzwischen aufgefallen, dass etwas falsch läuft. Am 10. November bittet Frank-Walter Steinmeier medienwirksam fünf Corona-Opfer zum Gespräch. „Mir scheint, dass wir bei aller Öffentlichkeit, die wir haben, zu der Pandemiekrise uns bislang zu selten Menschen wie Ihnen zugewandt haben, denjenigen, die diese Erkrankung durchgemacht haben “, gibt er zu Protokoll. Recht hat er.

Doch nicht nur die Geschichten und Erkenntnisse der Betroffenen kommen in den deutschen Medien zu kurz. Auch die Corona-Wissenschaft an sich. Themen wie die Erforschung der Krankheit oder die Prognosen zum Verlauf der Pandemie wurden längst in die Spezialsendungen und auf die Wissens-Seiten zurückgedrängt. Wissenschaftsjournalist*innen oder Epidemiolog*innen sitzen nur in Ausnahmefällen in Talkshows.

Dabei zeigen auch hier ein paar Beispiele, wie viel eine gute Aufklärung bringen würde. Wenn die Physikerin Viola Priesemann bei Anne Will einem Millionenpublikum erklärt, „jede Neuinfektion, die wir verhindern, ist ein Mensch weniger, der das Virus in die Heime tragen kann“, dann stimmt das viele Menschen nachdenklich.

Hervorzuheben sind auch die angenehm trockenen, informativen Interviews von Deutschlandfunk-Moderator Ralf Krauter für die Sendung „Forschung Aktuell“, nicht nur mit Priesemann, die schon Ende Oktober sagte: „Je früher wir handeln, desto kürzer ist der Lockdown“, sondern zum Beispiel auch am 16. November mit dem Saarbrücker Modellrechner Thorsten Lehr. Er hat seinen „Covid-19 Simulator“ befragt, ob die derzeitigen Maßnahmen des so genannten Lockdown light ausreichen werden. Vermutlich nicht, lautet die Antwort: „Wir müssen eigentlich, damit wir das Infektionsgeschehen wieder in den Griff bekommen, relativ schnell auf die Bremse drücken.“

Zugegeben: Jetzt bin auch ich beim Lockdown angekommen. Doch mir geht es um die Einschätzung der Wissenschaft – und diese hat uns den Lockdown nun mal empfohlen. Sie kann auch begründen, warum er sinnvoll ist, warum er in der Corona-Krise hilft. Mit Nikoläusen hat das nichts zu tun.

Ein journalistischer Kunstfehler

Warum aber hören wir so wenig auf die Wissenschaft? Es scheint, als wolle niemand wahrhaben, dass sich diese Gesellschaft mit gutem Grund Kontaktbeschränkungen auferlegt hat. In einer fast schon narzisstisch anmutenden Selbstbespiegelung kreisen all ihre Gedanken nur um die eigenen Entbehrungen. Das Leid der wirklich Leidenden wird ausgeblendet. Und die Medien machen fröhlich mit.

Es wäre ein Kunstfehler, würden Mediziner*innen einem Krebspatienten nahelegen, er solle lieber keines der Medikamente gegen seine bösartige Krankheit nehmen, da ihm davon Haarausfall drohe, obwohl die Mittel den Patienten wahrscheinlich vor dem Tod bewahren würden. Kann es also sein, dass wir Journalist*innen in Deutschland gerade einen Kunstfehler begehen?

Kann es sein, dass wir – warum auch immer – viel zu wenig über die eigentliche und viel zu viel über die uneigentliche Krise berichten? Kann es sein, dass wir dadurch womöglich dazu beitragen, dass mehr Menschen sterben oder leiden, als nötig gewesen wäre?

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61 Gedanken zu “Die eigentlichen Corona-Opfer kommen in den Medien viel zu kurz;”

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    Eine Sache läuft in den Medien durchaus falsch:
    Die geltenden Maßnahmen und Vorschriften werden oft in der Presse falsch wiedergegeben.
    Schaut man in den entsprechenden Gesetzestext, steht dort etwas völlig anderes.

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      umso besser. In Printmedien sehe ich das Problem auch nicht so ausgeprägt. Da werden mir viele verschiedene Beiträge angeboten und ich kann auswählen – vor allem bei den großen Zeitungen, die auch Wissenschaftsredaktionen haben. Im TV sieht die Sache m.E. ein wenig anders aus. Es gibt dort definitiv zu wenig Wissenschaftsjournalismus.

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    Es gibt zwei unterschiedliche Ziele bei der Corona-Politik: containement und cocooning. Das eine kann das andere nicht ersetzen.
    Letzteres dient dem gezielten Schutz von Risikogruppen. Gestorben sind etwa 30 000 Menschen in Altenheimen, die sich im Herbst infiziert haben, weil damals – auch in Hamburg – noch keine Schnelltests verfügbar waren. Viele sind dann erkrankt und gestorben. Spätestens seit September hätten Schnelltests verpflichtend und vom Bund bezahlt und organisiert sein müssen. Das ist definitiv nicht geschehen. Wenn man jetzt damit anfängt (die Finanzierung aber immer noch nicht steht),dann ist das gut, aber sehr spät.

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      Vertreter*innen der vier größten deutschen Forschungsgemeinschaften – Helmholtz Gemeinschaft, Fraunhofer Gesellschaft, Max-​Planck-Gesellschaft und Leibniz Gemeinschaft – veröffentlichten bereits am 28. April ein gemeinsames Statement mit dem Titel „Adaptive Strategien zur Eindämmung der Covid-​19-Epidemie“, das bis heute gültig ist und bestätigt wurde. Danach geht es zunächst darum, die Zahl der Neuinfektionen herunterzudrüäcken (derzeit auch NoCovid-Stratgeie genannt) und dann mit gutem Containment eine erneute Ausbreitung trotz Lockerung verhindern zu können. Um Ihre Worte zu benutzen: Containment und Cocooning (Shutdown) sind also keine widersprechenden Ziele sodnern zwei Teile einer sinnvollen, sich ergänzenden Gesamtstrategie. (Es sind die Herren Streck und Co. die uns imm erwieder davon üerzeugen möchten, dass es zwei verschiedene Dinge wären.) Ergänzen sollte man diese Strategie nicht nur m.E. um eine Zunahme der Schnelltestungen – womit ich Ihnen zustimme, was aber die Autor*innen der Modellrechnugne aus dem April m.W. ganz genauso sehen. Leider wären dennoch nicht alle Toten in Altenheimen durch Schnelltests zu verhindern gewesen, schon gar nicht, wenn parallel weiter gelockert worden wäre. Je höher die Zahl der Infizierten insgesamt ist, desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass jemand trotz negativem Schnelltest das Virus in ein Heim trägt. Und es reicht, dass dies ein Mal geschieht, dann ist SARS-CoV-2 drinnen. Deshalb noch mal: Es hilft nur alles drei: Shutdown, Containment und Schnelltests.

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    „Warum aber hören wir so wenig auf die Wissenschaft ?“

    Wer ist wir ?

    Und welche Wissenschaft ?

    Wenn man manchen Medien glauben darf, gehören zum wissenschaftlichen Beraterkreis der Bundesregierung nur Wissenschaftler, die alle einer Meinung sind, und die entspricht zufälligerweise der Meinung, die die Bundeskanzlerin sowieso schon hatte.
    Abweichende Meinungen findet man in diesem Kreis, in dem immerhin Grundlagen für weitreichende Maßnahmen diskutiert werden sollten, bisher nicht.
    Man muß jetzt nicht so weit gehen, gleich Professor Sucharit Bhakdi einzuladen, aber was ist mit Leuten wie Streeck, Kekule, Stöhr oder Schmidt-Chanasit ?
    Die stehen alle den Regierungsmaßnahmen kritisch gegenüber und verfügen mindestens über die gleiche Expertise wie die Regierungsberater Drosten, Brinkmann oder der Veterinär Wieler.

    Was mir in den Medien definitiv zu kurz kommt – um bei Ursprungsthema zu bleiben – ist eine kritische Würdigung des bisherigen Wirkens der Bundesregierung und der Ministerpräsidenten. Und da gibt es viele punkte, die kritikwürdig wären:

    Die Unfähigkeit unserer Politiker zieht sich doch von Anfang an durch die Pandemie. Angefangen mit der nicht vorhandenen Vorbereitung auf eine Pandemie (man hätte nur die Bundestagsdrucksache 17/12051 von 2013 lesen müssen) über die Unfähigkeit, Risikogruppen zu schützen bis hin zum Impfdesaster.
    Sie können keine Impfstoffe fehlerfrei bestellen, sie können keine Terminvergabe organisieren, sie versuchen noch nicht einmal ihre Entscheidungen mit Datenauswertungen zu untermauern. Sie können grundsätzlich nicht weiter vorausplanen als bis zur nächsten Pressekonferenz, und dann wird wieder was rausgehauen. Mal ist es die Impfplicht, aktuell sind es die FFP2-Masken.
    Man hat es in 11 Monaten nicht geschafft, für die Gesundheitsämter eine 7-Tage-Woche zu organisieren. Und wenn das RKI seine eigenen Zahlen noch Mitte Januar relativiert mit Verweis auf die Weihnachtsfeiertage, was kann man denen überhaupt glauben ?
    Von all dem liest und hört man leider viel zu wenig.

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      Bitte haben Sie Verständnis, dass ich nun nicht mehr auf alle Anmerkungen antworten werde. Ich käme sonst zu nichts Anderem mehr. Sehr vieles sehr fundiertes zum Thema finden Sie in dieser Artikelsammlung meiner KollegInnen von RiffReporter (es ist auch ein wenig von mir dabei): https://www.riffreporter.de/corona-virus/ Dort übrigens auch ein mittlerweile preisgekrönter Artikel, der zeigt, dass Herr Streeck nicht ganz sauber spielt (und im Übrigen genau wie Herr Kekulé alles andere ist als ein fachlich ausgewiesener Coronavirus- und/oder Pandemie-Experte). Was die Expertenfrage angeht, möchte ich nur so viel anmerken: Die ExpertInnenrunde, die die Regierenden zuletzt beraten hat, war aus Sicht des neutralen Wissenschaftsjournalisten durchaus ausgewogen besetzt und auch vom Standpunkt der nachweisbaren Expertise gut gewählt. Das sehen auch viele KollegInnen von mir so.

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    … nun auch von einem Amtsrichter bestätigt, es gibt keine Übersterblichkeit in 2020. (Somit auch keine Pandemie.)

    … ich zitiere; ‚… Auch die Zahl der Intensivfälle und der Beatmungsfälle lag nach dieser Analyse im ersten Halbjahr 2020 niedriger als in 2019.

    Auch die Sterbestatistik unterstützt diesen Befund. Laut Sonderauswertung des Statistischen Bundesamts (https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Um- welt/Bevoelkerung/Sterbefaelle-Lebenserwartung/Tabellen/sonderauswertung- sterbefaelle.html?nn=209016) starben im ersten Halbjahr 2020 in Deutschland 484.429 Menschen, im ersten Halbjahr 2019 waren es 479.415, 2018 501.391, 2017 488.147 und 2016 461.055 Menschen. Sowohl 2017 als auch 2018 gab es danach im ersten Halbjahr mehr Todesfälle als in 2020.

    Quelle

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      was wollen Sie beweisen? Ich habe keine Zeit für diese Spielchen. Und Ihre Quelle kommentiere ich jetzt lieber nicht.

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    Werter Herr Spork,
    natürlich „kann“ ein alter Mensch in einem Heim sterben, wenn ein Infizierter in das Heim hineinspaziert. Aber genau das müsste verhindert werden durch verpflichtende Schnelltests.
    Ein Lockdown – wie hart auch immer – hilft da nichts. Ein Lockdown dämmt ein, aber eine zielgenaue Prävention für Risikogruppen bleibt unerlässlich. Vielleicht verbessert sich das künftig. Aber die jetzigen Toten sind diesem Versäumnis geschuldet.

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      … nicht alle Toten hätten mit Schnelltests verhindert werden können, aber eine Menge bestimmt. Schnelltests sind hier übrigens mittlerweile verpflichtend (zumindest bei mir in Hamburg). Allerdings sind Schnelltests nicht perfekt und sie sind keine Alternative zu Kontaktbeschränkungen, da nicht alle Vertreter der Risikogruppen in Heimen leben, die allermeisten leben einfach so unter uns. Viele wissen noch nicht einmal, was Corona mit ihnen anstellen würde – von Long-Covid ganz zu schweigen.

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        Lieber Herr Spork, es fällt mir wirklich schwer den Mund, bzw. die Tastatur still zu halten, wenn ich das lese, aber Sie müssen es ja nicht freischalten, was Sie ja tun, auch wenn’s ‚kritisch‘ wird, was ich ja schon bemerke, sonst würde ich mich ja auch nicht mehr melden: „Allerdings sind Schnelltests nicht perfekt und sie sind keine Alternative zu Kontaktbeschränkungen, da nicht alle Vertreter der Risikogruppen in Heimen leben, die allermeisten leben einfach so unter uns. Viele wissen noch nicht einmal, was Corona mit ihnen anstellen würde – von Long-Covid ganz zu schweigen.
        Was heißt ‚perfekt'(?): Die Fa. Roche garantiert (meines Wissens) 95% Treffergenauigkeit durch ihre dokumentierten Tests und das ist eine Zahl, mit der ein professionelles Risikomanagement arbeiten kann. Wenn es denn arbeitet – und das bemängele nicht nur ich, dass es so was offensichtlich gar nicht gibt. Stattdessen werden Begriffe kreiert: „Long Covid“.. auch die Grippetoten 17/18 starben nicht an Husten-Schnupfen-Heiserkeit, sondern an – selbstverständlich – Schädigung von lebenswichtigen Organen. (Kein Mensch stirbt an ‚Herzversagen‘, was in diversen Obduktionsberichten steht, was ein ähnliches verbreitetes professionelles Nichtwissen(können) dokumentiert). Faktum ist: Unsere Administration hat nicht sachgerecht gehandelt und versucht nun, durch weitere Dramatisierungen ihr institutionelles Versagen zu kaschieren. Möchten Sie sich mitschuldig an dieser Verschleierung und der Erosion unserer Grundrechte, besonders für unsere Kinder machen? Ich nicht! Weitere Frage: Möchten Sie sich hier stellen? Ich stehe zur Verfügung. Was ich verteidigen möchte: Unsere Grundrechte und unsere Verfassung, die derzeit – im rhetorischen ‚framing‘ der öffentlich-rechtlichen Sender – zu „Privilegien“ verkommen. Ja – genau darum geht es mir!

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        Rechnen wir es einfach durch: Mit „95% Treffergenauigkeit“ meinen Sie vermutlich eine Rate falsch negativer Befunde von 5%. (Ich meine, die liegt eher bei 10% – aber egal.) Gehen wir von einer Inzidenz von 200 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern aus (es gibt Landkreise, die deutlich darüber liegen). Dann haben sie bei 10.000 Menschen, die ihre Angehörigen in einem Heim besuchen und einen negativem Schnelltest gemacht haben (und wegen des negativen Testergebnisses auch noch besonders unvorsichtig sind) bereits den ersten, der das Virus „ins Heim trägt“. Deshalb bringen die Schnelltests nur etwas, wenn sie gleichzeitig die Rate der Neuinfektionen mit Hilfe von Kontaktbeschränkungen deutlich herunterdrücken.

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        ..ok, ich meinte zwar durchaus die Trefferquote, des Schnelltests, also die Richtigkeit des Ergebnisses (95 richtige Ergebnisse bei 100 Tests), aber über die Größenordnung besteht ja nun Einigkeit, die recherchierbaren Aussagen sind ja in kleinen Größenordnungen durchaus widersprüchlich und ich habe auch keinen Zugang zu der internen QS-Statistik der Fa. Roche. Diskutieren wir über Ihre Quantifizierung: 10000 Besucher tragen einen (oder 2) Viren in ein Altersheim. (Also nicht 20, sondern 2!) Ja, was denken Sie, was andere Risikoschutzmaßnahmen statistisch so bringen? Erstmal das. Nur sterben aber selbst Bewohner eines Altersheimes nicht alle an dem Virus. Der Anteil der Todesfälle liegt bei über 70-Jährigen an den gesamten Todesfällen in D bei etwa 42000 / 48000 (Stand 19.1., hier: https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1104173/umfrage/todesfaelle-aufgrund-des-coronavirus-in-deutschland-nach-geschlecht/), also bei 87,5%. Damit liegt die Letalität 87,5/12,5=7, also 7x höher als beim Rest der Bevölkerung. Ich erspare mir mal eine weitere Quantifizierung, in dem ich auch noch die Letalitätsrate (insgesamt ca. 2,1 Mio in D ‚Infizierte‘) den ‚Alterskohorten‘ zurordne, was ja mathematisch mit den Zahlen möglich ist, denn es dürfte jetzt schon klar sein, dass die Anwendung des Schnelltests vor Altersheimen DIE tatsächlich moralisch gebotene Maßnahme gewesen wäre. Stattdessen ruiniert man ein ganzes Land und schickt es in die Inflation (und bekanntlich nicht nur eins) wirtschaftlich, psychisch und moralisch. Das ist kein gutes Zeugnis für die Risikoabwägung der Moderne (Risikoabwägung schickt nicht Menschen in den Tod, sondern schützt Leben!), die aus Gründen von Twitter-Eitelkeit, fachidiotischem Tunnelblick und Verkennung von Verantwortung als Wissenschaftler NICHT stattfindet und als moralischer Verfall einer des Lebens überdrüssigen, dekadenten Gesellschaft von narzisstischen Hypochondern, die sich ausschließlich um sich selber drehen, in die Geschichtsschreibung eingehen wird. Dass z.B. eine Frau Priesemann ihre Expertise nicht nutzt, um auf solche einfachen Zusammenhänge aufmerksam zu machen und stattdessen mit dystopischen Szenarien à la #Zero- oder #Nocovid-Ideologie – was auch immer – sympathisiert, die gleichermaßen kein Interesse an Einzelschicksalen haben, entsetzt mich und ekelt mich an.

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        Lieber Herr Nick, es ging nicht darum, dass Schnelltests nicht sinnvoll wären. Das sind sie nämlich, und das sagt zB auch Frau Priesemann, die Sie hier nicht so diffamieren und beschimpfen sollten (haben Sie ein Problem mit starken Frauen?), weil ich Ihre Kommentare dann nicht mehr freigeben werde. Es ging darum, dass Schnelltests zumindest bei den derzeit viel zu hohen Infektionszahlen immer nur eine Begleitmaßnahme zu den Kontaktbeschränkungen sein können. (Nicht alle alten Menschen leben zB in Heimen, und nicht alle Vertreter der Risikogruppoen sind alt usw.)
        Sollte die von Ihnen so verachtete No-Covid-Strategie, die Frau Priesemann gar nicht vertritt, aber stattdessen eine Reihe anderer sehr guter und wichtiger und anerkannter Forscher*innen, eines Tages übrigens erfolgreich sein, wären die Infektionszahlen tatsächlich so niedrig wie schon heute in manch anderen Ländern und wir könnten tatsächlich auf die Kontaktbeschränkungen komplett verzichten und uns mit Schnelltests alleine begnügen. (So gesehen sollten Sie ein glühender Befürworter dieser Idee sein.)
        Zu Ihren letzten Sätzen äußere ich mich nicht. Offenbar gehen Ihnen die Argumente aus, wenn Sie derart ausfallend und unsachlich werden müssen. Bitte bleiben Sie sachlich, sonst werde ich Ihre Kommentare nicht mehr freischalten.

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        „Offenbar gehen Ihnen die Argumente aus..“
        nein lieber Herr Spork, ganz bestimmt nicht. Ich könnte auch noch einiges z.B. über die Konsistenz der Statistik in den Landkreisen schreiben, aber warum sollte ich mir die Arbeit antun, wenn Sie mir in einer Antwort zweimal androhen, mich zu sperren. Ich fasse mich daher kurz, einfach zu Ihrer Kenntnis: Ich darf durchaus vom Zeitgeist angewidert sein, ohne eine spezielle Person explizit zu meinen – ich wollte damit verdeutlichen, dass mein Entsetzen über ‚den weißen Elefanten im Raum‘ – die mittlerweile grundlose weitreichende Außerkraftsetzung unserer Grundrechte – echt ist: Die ‚Risikogruppen‘ wären auch außerhalb der Altenheime zu schützen gewesen, wenn die Schnelltests z.B. im Supermarkt verfügbar gemacht worden wären und würden aktuell geschützt, wenn wir eine funktionierende Administration, wie z.B. Israel oder Großbritannien und damit Impfpräparate hätten. Und das sehr wahrscheinliche Abnicken im Parlament der Fortführung der „pandemischen Gefährdungslage“ daher – aufgrund der unterlassenen Hilfeleistung der Regierung – ein fortgesetzter Verfassungsbruch, der eigentlich jeden aufrechten Demokraten in Rage versetzen sollte. Ich stelle also abschließend fest, dass bei Ihnen, wie so vielen anderen, an diesen Grundrechten kein Interesse mehr besteht, also warum soll ich mich noch mit der Sache befassen (?). Sollte es anders sein – gerne, ich will nichts unterstellen, sondern reagiere nur auf das Geschriebene – allerdings sehe ich derzeit für irgendwelche Erwägungen, die Grundrechte noch weiter einzuschränken schon alleine aus in einem Rechtsstaat justitiablen Gründen keinerlei Anlass und Begründung. Über den Umgang mit ‚abweichenden‘ Wissenschaftlern und der von Prof. Streek und Prof. Exner, jeweils Bonn, durchgeführten hygienischen Berurteilung der Lage könnte ich auch noch einiges anmerken, aber da wissen Sie ja offensichtlich auch bereits genauestens Bescheid. Falls nicht, ist das leicht recherchierbar. Und Sie dürfen mir glauben .. „..haben Sie ein Problem mit starken Frauen?“.. sowas ist selbst mir zu (ähem) unterkomplex.

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    “ Wenn die Physikerin Viola Priesemann bei Anne Will einem Millionenpublikum erklärt, „jede Neuinfektion, die wir verhindern, ist ein Mensch weniger, der das Virus in die Heime tragen kann“, dann stimmt das viele Menschen nachdenklich.“
    So ist es schlicht Unsinn; denn niemand geht einfach in ein heim. Wenn Altenheime schon im April, spätestens aber mit Schnelltests routinemäßig alle getestet hätten, die einen Menschen dort besuchen wollen, und der Bund und die Länder, ferner die Kommunen diesen gezielten Schutz finanziert, dann wären etwa 30 000 Menschen über80Jahre nicht gestorben. Man hätte sie auch nicht, was lange geschehen ist, isolieren müssen. Es ist ein Politik-Versagen. Im April war der Tunnelblick verständlich, weil es noch keine Schnelltests gab. Aber im Oktober nicht mehr. Tübingen hat ja auch ein Arzt-mobil finanziert. Wieso nicht alle Kommunen?

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    Oh je, Herr Dr. Spork, Sie haben anscheinend wirklich keine Ahnung von dem, was Sie da publizieren..
    „Impfungen funktionieren jedenfalls nicht, indem Sie Viren zu Mutationen anregen.
    ..bzw. Ihnen fehlen offensichtlich basale Kenntnisse, um die Sachlage zu durchschauen.
    „Die Trennung von Vermehrungsfähigkeit einerseits und Pathogenität andererseits basiert immer auf Mutationen, die entweder mithilfe von Mutagenen eingeführt werden oder die während vieler Runden seriellen Passagierens in Kulturzellen oder in Tiermodellen zufällig erworben werden.“
    aus: https://www.pharmazeutische-zeitung.de/ausgabe-132017/vom-huehnerei-zur-gentechnologie/
    Ich zitiere nur irgendwas schnell ergoogeltes, weil Sie mir ja ohnehin nicht glauben werden und Sie können sich auch bei der Wikipedia, welche ich eigentlich ungern zitiere, ein Bild machen, indem Sie bei ‚Impfung‘ den Abschnitt ‚Geschichte‘ mal durchlesen. Im eigenen Interesse.. (Ja – und ich weiß, dass der Corona-Impfstoff (die RNA) von Biontech ‚anders‘ hergestellt wird.)
    Was mich aufregte, ist aber nicht das (jeder macht Fehler), sondern Ihr nonchalanter Umgang mit den Opfern der Lockdown-Maßnahmen („Gastwirte, Gastwirte, Gastwirte“). Gehen Sie mal in sich – aus durchaus moralischen Gründen.

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      Das lasse ich jetzt einfach unkommentiert so stehen. Wer googelt sollte nämlich auch wissen, wonach er googelt, sonst wird das nix.

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        Klar, man kann natürlich auch das ergoogeln, was man hören bzw. lesen will. Noch gibt es allerdings Schriftliches auf Papier, bzw. einen Grundkanon an gesichertem Wissen, was in diesem Fall für jeden, der will, zugänglich ist. Und Sie sollten sich überlegen, was Sie sein wollen, ernstzunehmender Autor, der über Wissenschaft schreibt, oder Aktivist. Beides verträgt sich nicht.

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        Der Versuch einer Annäherung: Sie meinten vermutlich, ohne Mutationen wären viele herkömmliche Impfstoffe nicht herstellbar (was nicht ganz stimmt, weil es wurden und werden nicht nur harmlos mutierte sondern zB auch abgetötete Viren für Impfungen verwendet), ich dachte, Sie hätten gemeint (und Sie haben es auch so geschrieben), ohne Mutationen würden Impfungen nicht funktionieren, und das ist definitiv falsch: Impfungen funktionieren, weil sie das Immunsystem zur Bekämpfung des Erregers anregen.

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        ..sie (die Viren, die geimpft werden, oder bisher wurden, der Covid-Impfstoff inst isolierte RNA) wirken aber deswegen nicht so pathologisch, WEIL sie andere Gene beinhalten. Mutationen halt. Oder? Lieber Herr Spork, darum geht es aber doch gar nicht (und auch nicht darum, ob ich in dieser Sache recht habe oder nicht ganz so recht oder was auch immer), sondern um eine Abwägung von Virenbekämpfung und Nebenwirkung bzw. ‚Kollateralschäden‘. Und auch die sind sehr erheblich, oft sehr tragisch verlaufend, währens Sie sich in dieser Gemengelage in eine mangelnde Berichterstattung über Covid-Opfer beklagen. (Was ist eigentlich mit den Grippe- Krebsopfern, Suizide..?) Die Politik versteckt sich hinter der Wissenschaft bzw einem Teil der Wissenschaftler (ja, auch da gibt es andere Schussfolgerungen und es wäre Ihre Aufgabe, die auch darzustellen, statt so einen Stuss, wie ‚Zerocovid‘ zu propagieren), WEIL sie diese – spätestens beim nächsten Virus – notwendige Abwägung hinausschieben will, damit die ‚politischen Kosten‘ für sie, insbesondere Merkel, niedrig bleiben. Beteiligte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler müssten sich eigentlich mit Händen und Füßen gegen eine solche Instrumentalisierung durch die Politik wehren, um ihren Berufsethos zu schützen, statt, wie Priesemann noch einen draufzusetzen oder, wie Drosten (der beim Thema ‚mutierter Virus‘ übrigens bemerkenswert vorsichtig ist) eitel von „Schiller würde eine Maske tragen“ salbadert. (Was haben die eigentlich im Sommer gemacht?) Das wird in einer veritablen Krise der wissenschaftlichen Glaubwürdigkeit, zumindest der nicht exakten Naturwissenschaften, münden. Und: Ich will Ihnen nix böses, obwohl ich ja erkennbar diametral anderer Auffassung bin, als Sie. Betrachten Sie es einfach als freundlichen Hinweis eines Gegners und das ist nicht überheblich gemeint. Was Sie damit machen ist Ihre Sache.

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        Lieber Klaus Nick, Sie haben Recht: offensichtlich sind wir unterschiedlicher Meinung, und ich sehe nicht, wie dieses Diskussion sinnvoll weiterzuführen wäre. Lassen wir es an dieser Stelle also einfach auf sich beruhen. Wer mitlesen mag, wird sich seine eigene Meinung bilden.

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        Na klar, lieber Peter Spork ‚no hard feelings‘ – wie man bei uns zuhause in Dengland so sagt. Aber einen harmlosen, wenn auch sicher etwas kleinlichen Hinweis erlauben Sie mir, einem von Ihnen mit der geballten Erfahrung von 30 Berufsjahren als Nichtexperten aussortiertem Hobbyvirologen aber bitte noch: “..abgetötete Viren..“, das würde ich zumindest jetzt so nicht formulieren.

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        da haben Sie recht, da Viren ja eigentlich gar nicht richtig leben. Aber das war dem Versuch geschuldet, schnell und verständlich zu formulieren.

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        .. das ist aus meiner Sicht überhaupt kein Problem – ich vereinfache auch und werde dadurch missverstanden. Es ist das Medium, das Kürze fordert. Und ich bin kein Erbsenzähler. Wie gesagt: Darum geht es nicht. Ich bewerte sowas nicht.

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    Ein guter und nachdenklicher Einwurf, Herr Spork. Allein, so verwunderlich ist die Berichterstattung nicht.
    Zum einen trifft der Lockdown viele Menschen wirklich hart in ihrer physischen und materiellen Existenz. Weiter: Die Berichterstattung über die ökonomischen Folgen der Corona-Pandemie für die Gesellschaft insgesamt und die einzelnen Menschen spiegelt jene Wachstumsideologie, welche einen Großteil der Berichterstattung über die Wirtschaft dominiert. So gesehen ist Corona dann der Super -GAU. Fünf Prozent Minus im BIP werden als gravierendste Folge der Pandemie hingestellt. Und schließlich: So tragisch die Schicksale Erkranter auch sind, sie sind nicht zahlreich genug, um ihnen in der Berichterstattung breiteren Raum einzunehmen, ohne von interessierter Seite den Vorwurf der „Panikmache“ zu ernten.
    P.S. Apropos Verdrängung: Wo ist eigentlich die prominent platzierte, dichte Beschreibung des Prekariats abseits von den Schmierfinken der BILD oder den Voyeuren des Privatfernsehens? Wollen „wir“ so etwas wirklich sehen?

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      Danke. Zuletzt hatten wir über längerer Zeit hinweg mehr als 1.000 Corona-Tote täglich in Deutschland. Deshalb habe ich ja diesen Kommentar nun auch hier veröffentlicht. Niemand kann jemanden der Panikmache beschuldigen, der darauf hinweist.

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      Seit Februar letzten Jahres wissen wir, was passiert, wenn das Virus in unser Altersheim kommt. Jetzt war es soweit, 13 Tote in einer Woche. Wir haben versucht das mit schamanistischen Ritualen zu verhindern, wir haben uns die Haare wachsen lassen, essen Döner nur im Stehen, meiden den Mondschein und tragen Masken wie Schutzamulette. Es hat nichts genützt. Wenn auf einen Gestorbenen im Altersheim einer kommt, der noch um sein Leben kämpft, dann ist die Intensivstation voll, klar. Der rote Fleck auf der Landkarte, der Hot-Spot, der wir ein paar Wochen waren, waren unsere Nachbarn. Jetzt sind wir wieder im Schnitt, die Alten sterben ja nur einmal. Es sind nicht nur Querdenker, die sich fragen, was da gerade passiert ist. Die Panik hatten wir vorher, zu recht, wie sich zeigte. Jetzt haben wir mehr resigniert.

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        Nun, ich glaube wir haben das schon verstanden, sonst hätten wir uns an die Regeln nicht gehalten. Ich muss es auch im Detail nicht verstehen, ich muss nicht mal an die Wirksamkeit glauben, ich muss mich daran nur halten. Wenn die Prävention wirkt, dann tut sie das, auch wenn ich Zweifel habe. Wenn aber eine nicht geringe Zahl an Menschen stirbt, dann lag es doch weniger an meiner geistigen Haltung. Dann war die Prävention vielleicht zu unwirksam, zu lasch, an der falschen Stelle – ich weiß es nicht, ich bin der Ausführende, nicht der Fachmann. Und wenn ich weiß, wo es die Toten geben wird und die Menschen dann dort wirklich sterben, dann darf ich doch mal sauer sein und nach dem Konzept fragen, auch ohne es wirklich besser zu wissen. Ja, hätte auch viel schlimmer kommen können, schon klar. Warum ist es aber so schlimm gekommen, an den vorhersehbaren Stellen? Die Frage treibt mich mehr um, als die Angst, eine Maske zu verschlucken.

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        „Leider verstehen zu viele Menschen das Konzept der Prävention nicht.“

        Unsere Regierung leider auch nicht.
        Prävention heißt Vorbereitung, und haben Sie wirklich den Eindruck, Deutschland wäre auf die Pandemie vorbereitet gewesen ?

        Jeder Industriebetrieb muß nicht nur für jeden einzelnen Mitarbeiter, sondern auch für jede Anlage, jedes Labor, jedes Technikum, jedes Lager etc. eine sogenannte Gefährdungsbeurteilung erstellen.
        Basierend auf dieser Analyse wird dann der sogenannte Gefahrenabwehrplan erstellt. Darin werden für jede auch nur theoretisch möglichen Gefahrenlage Handlungsanweisungen vorgegeben, im Idealfall werden Gefahrenquellen schon PRÄVENTIV beseitigt.
        Es gab zwar mit der Bundestagsdrucksache 17/12051 von 2013 (in Auftrag gegeben vom vielgescholtenen Gesundheitsminister Rösler) eine Art Gefährdungsbeurteilung, aber niemand ist danach auf die Idee gekommen, daraus irgendwelche Konsequenzen zu ziehen. Regierungschefin damals wie heute war Frau Merkel.

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        Lieber Herr Wissler, daß die Bundesregierung nicht schon ab 2013, als die vielzitierte Pandemiestudie erschien, Vorkehrungen getroffen hat, ist am ehesten damit zu erklären, daß sich dies mit der von Politik wie Presse angebeteten schwarze Null nicht vertragen hätte.
        Um für mehr als 80 Millionen Einwohner Einwegmasken für vier Wochen zu bevorraten, liegen die Anschaffungen zunächst einmal bei gut 2 Milliarden Stück. Rechnen Sie mit einem dreistelligen Millionenbetrag, den Sie für die Anschaffung brauchen – sowie jedes Jahr dafür, diejenigen Masken auszutauschen, bei denen das Haltbarkeitsdatum abgelaufen ist, zu dem die Hersteller Sterilität garantieren. Rechnen Sie ferner mit einem zwei- bis dreistelligen Millionenbetrag dafür, 2 Milliarden Masken einzulagern, sowie für die Logistik, sie im Bedarfsfall unters Volk zu bringen – Kosten, die derzeit der Großhandel trägt und über den Ladenpreis auf die Verbraucher abwälzt. Diese Kosten dem Staat aufzubürden, wäre in Zeiten der heiligen schwarzen Null politischem Selbstmord gleichgekommen. Und da sind die Gelder noch gar nicht inbegriffen, die ein für eine Pandemie passender Ausbau des Gesundheitswesens gebraucht hätte – angefangen davon, Krankenhäuser nicht zu privatisieren und damit als Kostenblöcke in den öffentlichen Haushalten zu behalten, bis hin zu einer adäquaten Bezahlung der Pflegekräfte und entsprechender Personaldecke in den Krankenhäusern.

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        Lieber Opa Krempel,

        alles eine Frage der Prioritäten.
        2015 waren doch ganz plötzlich Dutzende von Milliarden übrig für unvorhergesehene Ausgaben .
        Für was war das noch mal ?

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    ..da ist die Empathie auf einmal futsch – nicht wahr? Zur Info: Noch nie ist ein Virus ausgerottet worden. Ein Wissenschaftsournalist müsste ihn kennen, den Unterschied zwischen Virus und Bakterium. Letzteres überlebt auch ohne Wirt. Daraus ergibt sich einiges an Schlussfolgerungen. Müssten Sie aber bitte selbst herausfinden, ich binkein Nachhilfelehrer. Ein Tip aber zur Güte: Hygieniker wurden bisher bei den ‚Maßnahmen‘ nicht berücksichtigt. Das sollten aber dann genug Hinweise sein. Für einen Wissenschaftsjournalisten zumindest.

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      Sie haben Recht: Meine Empathie für Menschen, die mit ihrem Gerede das Leben und die Gesundheit anderer bewusst gefährden, hält sich in Grenzen. Niemand möchte das Virus derzeit übrigens ausrotten – was by the way mit den Pocken schon längst gelungungen ist – ZeroCovid bedeutet etwas völlig anderes, sonst müsste es ZeroSARS-CoV-2 heißen. Im Übrigen weiß ich als Wissenschaftsjournalist ziemlich gut, wie ich echte Experten von Pseudoexperten unterscheide. Das lernt man mit 30 Jahren Berufserfahrung.

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    Kinder ohne Schule mit verzögerter Entwicklung und Übergewicht? Suizide? Depressionen? Inflation? Verfassungsbruch? Grippe 2017/18-Tote? Grippe-Spätfolgen? Unbehandelte Krebspatienten? Intensivstationen durch Einsparungen ‚auf Kante genäht‘? Spaltung der Gesellschaft in Paniker und „Covidioten“? Unbehandelte Zahnentzündungen mit Spätfolgen? Zerstörung von Millionen wirtschaftlicher Existenzen mit Folgen für Lebensalter, Bildungschancen der Kinder dieser in Harz4 gedrückten Selbständigen? Diskreditieren von Wissenschaftlern mit anderer Meinung? Vorsorge im Sommer? Schutz der Altenheime durch Schnelltests für Besucher? etc. pp..

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      ich wusste, dass das kommt. Auch wenn es Ihnen nicht passt: Derzeit hilft nur ZeroCovid – sonst geht das noch vier Monate mindestens so weiter wie jetzt.

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        „Derzeit hilft nur ZeroCovid“.. ich wusste, dass das kommt. DAS Vehikel der Linken zum Abhängigmachen des Individuums zur Errichtung des Sozialismus..

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        Sie wissen schon, dass das Unfug ist, was Sie da erzählen? ZeroCovid heißt einfach nur, dass man die Zahl der Neuinfektionen in die Nähe von Null drückt damit das öffentliche Leben (inklusive nichtsozialistischer Wirtschaft und Kultur) weitgehend normal stattfinden kann. Das gelingt derzeit auch in nichtsozialistischen Ländern recht gut.

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        Sorry, aber wer die Übersterblichkeit durch Covid-19 anzweifelt und diese Infektion noch immer mit einer Grippe vergleicht IST ein Schwätzer und steht den Querdenkern zumindest nahe. Sie möchten nicht wirklich wissen, wie hoch die bereits deutlich messbare Übersterblichkeit hierzulande und in vielen anderen Ländern wäre, würden die Kontakte nicht bereits seit Monaten massiv beschränkt? Hier ein kleine Auswahl (wie gesagt: Zahlen MIT Beschränkungen):
        https://www.aerztezeitung.de/Politik/Deutliche-Uebersterblichkeit-in-Deutschland-416279.html
        https://www.destatis.de/DE/Themen/Querschnitt/Corona/Gesellschaft/bevoelkerung-sterbefaelle.html
        https://www.isciii.es/QueHacemos/Servicios/VigilanciaSaludPublicaRENAVE/EnfermedadesTransmisibles/MoMo/Documents/informesMoMo2020/MoMo_Situacion%20a%2030%20de%20diciembre_CNE.pdf
        https://statbel.fgov.be/de/ueber-statbel/visualisierung/mortalitaet
        https://www.ons.gov.uk/peoplepopulationandcommunity/birthsdeathsandmarriages/deaths/bulletins/deathsregisteredweeklyinenglandandwalesprovisional/weekending8january2021

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        … werter P.S., allein die erste von Ihnen benannte Quellenangabe schreibt von Übersterblichkeit innerhalb einer Woche. Wenn Sie das als Nachweis und Begründung für eine ‚ZeroCovid-Lockdown‘ halten. Nun ja. Das hat Prof. Bernhard Gill in meiner Quellenangabe übrigens widerlegt.

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        Es sind „vorläufige Zahlen“. Die kann man nicht widerlegen, nur unterschiedlich interpretieren. Deshalb habe ich ja noch eine Menge anderer Links eingefügt. Es ist übrigens eine beliebte Methode von Verschörungsmystikern, sich einen kleinen Aspekt aus einer Argumentationskette herauszupicken und diesen anzuzweifeln, um das große Ganze zu diskreditieren. Schauen Sie mal hier: https://www.sueddeutsche.de/politik/corona-opfer-auffaellig-viele-tote-1.5150101. Grafiken, wie in diesem Beitrag finden Sie überall. Massenweise, aus vielen Ländern. Und in all diesen Ländern gibt es Kontaktbeschränkungen. Wer dann noch die Gefahr durch SARS-CoV-2 leugnet, dem ist wirklich nicht zu helfen.

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        … werter P.S., selbst die nun von Ihnen angegeben Quelle eines ‚berufserfahrenen Editors‘ der SZ zitiert eine Auswertung aus meiner Quellenangabe; … ‚in der zweiten Novemberwoche starben dort 1321 Menschen, der Mittelwert liegt bei 1040. Einer Auswertung von Statistikern an der Ludwig-Maximilians-Universität München zufolge betrifft die Übersterblichkeit vor allem die Altersgruppe der Über-80-Jährigen; bei Unter-60-Jährigen gebe es sogar eine leichte Untersterblichkeit.‘

        Etwas genauer aus dem Link in der SZ; 1.Todesfälle durch COVID-19 -Adjustiert auf die Einwohnerzahl zeigt sich keine ausgeprägte Übersterblichkeit.

        … verwendet nun dieser Editor der SZ eine beliebte Methode von Verschwörungsmystikern, sich einen kleinen Aspekt aus einer Argumentationskette herauszupicken und diesen anzuzweifeln, um das große Ganze zu diskreditieren?

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        … Sie machen es schon wieder. Aber ein Gedankenspiel habe ich noch: Betrachten Sie bitte die vielen Übersterblichkeitskurven aus den vielen Lädenrn. Diese steigen meist stark an und gehen dann wieder herunter. Was meinen Sie wohl, wie sie sich ohne Shutdown entwickelt hätten? Dazu gibt es übrigens sehr seriöse wissenschaftliche Modellrechnungen. Und die sind nicht schön. https://www.riffreporter.de/erbe-umwelt-peter-spork/corona-modelle/

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        Es ist in der Tat so wenig Unfug, was ich schreibe, wie das, was Sie mir schreiben auch nur ansatzweise eine Argumentation ist. Viren sind immer Bestandteil des Organismus und sie mutieren irgendwann zum Harmlosen. Wie sollte eine Impfung sonst funktionieren? Was wird denn da geimpft und warum? Wie kommen Organismen mit Viren klar? Es liegt an Ihnen, sich wenigstens etwas vertiefter und ergebnisoffen über die Sache zu informieren und sie zu bewerten. Ob ich da „Experte“ bin spielt keine Rolle. Es sind die Argumente, die Sie – warum auch immer – so vehement ausblenden. Und genau an dem Punkt steige ich aus, denn die Auseinandersetzung wird längst nicht mehr wissenschaftlich von Leuten mit Praxis geführt, sondern von fachfremden Ideologen bzw. Ideologinnen (à la Priesemann) dominiert, und – „Verschwörungstheoretiker“ – nicht wahr? – auf niedrigstem emotionalen Niveau eskaliert: „Meine Empathie für Menschen, die mit ihrem Gerede das Leben und die Gesundheit anderer bewusst gefährden, hält sich in Grenzen.“ Was soll das? Ihre Wahl des Niveaus der Auseinandersetzung. Folgerichtig mein Urteil über das, was Sie da schreiben. Nach über 30 Jahren Berufserfahrung. (ich wäre da ein wenig vorsichtiger, falls Sie in Zukunft noch ernstgenommen werden wollen). Und tschüss.

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        Sorry, aber ich kann jetzt keine Nachhilfestunden in Virologie und Immunbiologie geben. Impfungen funktionieren jedenfalls nicht, indem Sie Viren zu Mutationen anregen. Schauen Sie doch mal bei meiner Kollegin Ulrike Gebhardt vorbei. Die ist promovierte Immunbiologin und schreibt eine Menge sehr Vernünftiges und Kenntnisreiches zum Thema: https://www.riffreporter.de/immun/
        Viola Priesemann ist übrigens keine Ideologin, sondern eine weltweit in Wissenschaftskreisen hochgeschätzte Systembiologin die in den hochrangigsten Zeitschriften wie Nature und Science publiziert und ihre Positionen nicht einfach mal so alleine heraushaut, sondern in der Regel gemeinsam mit sehr vielen Kolleg*innen aus- und abgewogene Statements veröffentlicht, zuletzt mit 300 (!) anerkannten Expert*innen aus ganz Europa. Wenn Sie meinen, das seien alles „fachfremde Ideolog*innen“, dann ist es vermutlich wirklich besser, an diesem Punkt die Diskussion zu beenden.

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        @hans ..da ist nix politisch gewollt. Sie begeben sich in das Opferschema der Lockdown-Ideologen. Allerdings wollen sich viele Politiker u.v.a. mit dem Thema profilieren und das gibt den ‚hype‘. Mir seriöser (ergebnisoffener) Wissenschaftlichkeit oder gar seriöser, belastbarer Risikoabschätzung hat das natürlich nichts zu tun. Umso wichtiger die engagierte Gegenrede. Aber bitte nicht mit Verschwörungsideologien.

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        … werter P.S., Ihre mathematischen Modellberechnungen – die Mathematik lässt uns in die Zukunft schauen – zu Covid in allen Ehren. (Mathe war mein Lieblingsfach.) Doch dazu frei nach Blaise Pascal; Wenn Sie Gott zum Lachen bringen wollen, erzählen Sie ihm von Ihrer ‚Covid-Modellierung!‘ Ich bin da eher, wie weiter oben geschrieben, an der Seite von Prof. Bernhard Gill, Ludwig-Maximilian-Universität in München.

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        nun denn. Die Modelle aus dem Frühjahr haben sich im Herbst und Winter immerhin bestätigt. Hätten wir auf Viola Priesemann und Co. gehört, wäre es im November und Dezember nicht zu so einem starken Anstieg der Infektionszahlen und Todesfälle gekommen. Ein internationales Team aus Modellrechner*innen um Priesemann, Meyer-Herrmann u.a. hat das nämlich bereits Anfang Oktober publiziert. Leider hat die Gesellschaft darauf zu spät reagiert. Vielleicht auch deshalb, weil viele Menschen lieber auf jene Experten hören, die eine Position vertreten (oder von denen sie meinen, dass sie eine solche Position vertreten), die ihnen lieber ist (obwohl es eine Minderheitenmeinung ist)? Man kennt das Spiel ja schon vom Klimawandel. Herr Gill ist im Übrigen Soziologe und nicht Epidemiologe. Seine Angaben beziehen sich nur auf Deutschland und gelten als Betrachtung über das gesamte Jahr 2020 hinweg. Allein schon weil in diesem Jahr die Grippewelle praktisch ausgeblieben ist und die Coronapandemie von Janaur bis April 2020 (in 3 klimatisch kalten Monaten) hier noch nicht richtig angekommen war, könnte man hier unendlich weiterdiskutieren. Aber ich zitiere lieber Herrn Gill selbst: „Selbstverständlich bleibt abschließend anzumerken, dass wir nicht wissen können, wie viele Tote es 2020 in Deutschland gegeben hätte, wenn keine Eindämmungsmaßnahmen gegen die Verbreitung des Virus Sars-CoV-2 erfolgt wären. (…) Wahrscheinlich war es aber hauptsächlich Glück, dass die erste Welle Deutschland weitgehend verschont hat, während andere Länder viel schwerer getroffen wurden. Bei der zweiten Welle hätte man es – dank der mittlerweile gesammelten Erfahrungen – eigentlich besser wissen können.“

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        @Klaus, Korrektur

        … ich habe meine ‚Starke-Meinung‘ mit, wie ich meine, seriösen Quellenangaben belegt. Sei denn der IWF, Schäuble und andere oder hier Prof. Bernhard Gill von der Ludwig-Maximilian-Universität in München – sind Verschwörungsideologen.

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        @P.S.

        … o.k., einen noch; wenn einem Schüler, Jahrgangstufe 7, dort wird nach meiner Erinnerung die Prozentrechnung gelehrt, die Anzahl zukünftige PCR-Tests im Monat, meinetwegen von Frühjahr bis Herbst, ‚zugetragen‘ wird, ist dieser Schüler auf ‚Viola Priesemann und Co.‘-Niveau. Ja er könnte die ‚BRD‘ regieren, weil Merkel auch die Zunahme der Corona-Inzidenzen vorhersagen konnte. So what?

        den streitbaren PCR-Test hatten wir hier, ff im thread.

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        Sie machen es mir wirklich leicht, auf diese Polemik nicht zu antworten. Ernst können Sie das jedenfalls nicht meinen.

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        Wieso beschließt die Regierung dann nicht „Zero Covid“?
        Die Grenzen bleiben offen, Millionen reisen ein und aus. Bei Gastwirten ist die Regierung stark, aber an der Grenze ist sie feige. So wird das nix.

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        Grenzschließungen sind m.E. nur die zweitbeste Lösung. Europaweit einheitliche Regelungen müssten her.

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        ich weiß jetzt nicht, wieso das hierher gehört, aber ich gebe es trotzdem mal frei. Vielleicht hilft`s?

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