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Fernlernen – die Blaupause für die Schule der Zukunft

Foto: imago images / Independent Photo Agency Int.

Ein Gastbeitrag von Helen und Marcus Knauf

Erneut wird über Schulschließungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie diskutiert. Die Politik will sie auf jeden Fall vermeiden. Die schlechten Erfahrungen mit dem Distanzlernen aus dem Frühjahr sollen sich nicht wiederholen. Statt zwanghaft an dem Fetisch „Regelbetrieb“ festzuhalten, sollten wir endlich darüber diskutieren, warum das Lernen auf Distanz im Frühjahr vielerorts so schlecht gelang – und wie es besser werden kann.

Über den Grund für das Scheitern des Fernlernens war man sich schnell einig: Schuld sei die mangelnde Digitalisierung von Schulen in Deutschland. Die Stiftungen von Telekom und Vodafone lieferten hierzu entsprechende Studien. Aber stimmt diese Analyse? Waren fehlende Laptops wirklich schuld am schlechten Distanzunterricht? Nein. Solche Begründungen greifen zu kurz. Und sie führen zu falschen Maßnahmen. Gerade dann, wenn es in den kommenden Wochen und Monaten wieder zu erneuten Schulschließungen kommt. Ob das Lernen auf Distanz gelingt, hängt nur zweitrangig von der digitalen Ausstattung ab. Entscheidend ist vielmehr, wie gut der Unterricht an Schulen grundsätzlich ist. Im Fernlernen zeigen sich lediglich die Schwächen des Präsenzunterrichts, also des ganz normalen Schulalltags.

Der Präsenzunterricht an deutschen Schulen ist insbesondere durch drei Elemente geprägt: 1) das fragend-entwickelnde Unterrichtsgespräch, bei dem die Lehrkraft Inhalte im Dialog mit den Schülerinnen und Schülern erarbeitet, 2) Arbeitshefte der Schulbuchverlage und Arbeitsblätter, die die Schülerinnen und Schüler in Einzel- oder Partnerarbeit durcharbeiten und 3) Kleingruppenarbeit, in der die Schülerinnen und Schüler miteinander Themen bearbeiten und für Präsentationen vor der Gesamtgruppe aufbereiten. Um diese Zutaten herum wird viel Zeit für Absprachen und organisatorische Hinweise aufgewendet. Hinzu kommen gemeinschaftsstärkende Aktivitäten.

Durch Digitalisierung wird aus schlechtem Unterricht kein guter Unterricht, sondern lediglich ein schlechter digitaler Unterricht

Mit der Schulschließung versuchten viele Lehrkräfte, diese Unterrichtsstrategien eins zu eins auf den digitalen Kanal zu übertragen. Für das Unterrichtsgespräch wurden deshalb zum Teil Videokonferenzen eingesetzt. Doch schon in der Face-to-face-Situation ist diese Unterrichtsform mit vielen Problemen behaftet: Zurückhaltende Schülerinnen und Schüler, die erst in Ruhe nachdenken, bevor sie etwas sagen, beteiligen sich nicht. Ebenso wenig bringen sich diejenigen ein, die nicht verstehen, worum es geht. Bevorzugt werden selbstbewusste, extrovertierte Schülerinnen und Schüler. Im Videochat verstärken sich diese Effekte: Die Praxis zeigt, dass die Hemmungen, sich zu beteiligen, im digitalen Kanal noch viel größer sind als im präsentischen Lernen.

Im Präsenzunterricht ist durch die dynamische soziale Interaktion unter den Schülerinnen und Schülern oftmals nicht sichtbar, wie dysfunktional die Abläufe sind. Durch die Digitalisierung wird die soziale Mayonnaise vom Sandwich gekratzt – was bleibt ist ein trockenes Pausenbrot vom Vortag: ein ineffizienter und für Lehrende wie Lernende letztlich unbefriedigender Unterricht.

Fallen Unterrichtsgespräch und Kleingruppenarbeit weg, bleibt die dritte Komponente: Arbeitshefte und Arbeitsblätter. Und genau diese dominierten das Lernen vieler Schülerinnen und Schüler in den Wochen des schulischen Lockdowns im Frühjahr. Per Post verschickt oder als Mail-Anhang türmten sich massenhaft Lückentexte, Zuordnungsfragen und Rechenpäckchen. Die Eltern wurden zu Hilfslehrern bei der Bearbeitung dieser Aufgaben.

Ist der Dreiklang aus Unterrichtsgespräch, Arbeitsblatt und Gruppenarbeit schon im Präsenzunterricht fragwürdig, so wird die Unzulänglichkeit durch seine Digitalisierung so richtig sichtbar. Die Schulschließungen im Zuge der Pandemie haben offengelegt, an welchem Punkt die Schulen stehen, die unsere Kinder besuchen. Eltern haben in Quarantäne und Home-Office erleben müssen, welchen Zumutungen Kinder in der Schule oftmals ausgesetzt sind. Was im Präsenzunterricht schon nicht funktioniert, scheitert im Fernunterricht komplett. Diskutieren wir darüber, wie wir Schule grundsätzlich besser machen! Dann wird auch der Fernunterricht besser. Zugleich helfen uns die Lösungen aus dem Fernunterricht, Schule grundsätzlich zu verbessern.

Struktur, prägnante Inputs, klare Aufgabenstellungen und individuelles Feedback

Wenn die einfache Modellierung des herkömmlichen Präsenzunterrichts im digitalen Format also zu einer Verschlechterung führt – was ist dann zu tun? Impulse hierfür geben die vielen klugen und kreativen Lehrkräfte, die im Frühjahr kurzerhand einen hochwertigen Distanzunterricht auf die Beine gestellt haben. Sie haben angemessene Aufgabenpakete geschnürt, die die Schülerinnen und Schüler selbstständig bearbeiten konnten. Denn darin besteht eine, wenn nicht die große Chance digital unterstützen Lernens: Der Unterricht kann endlich so individualisiert werden, wie es der Vielfalt der Persönlichkeiten, Fähigkeiten, Vorerfahrungen, Möglichkeiten und auch Interessen der Schülerinnen und Schüler angemessen ist. Der durch den gemeinsamen Unterricht erzwungene Gleichschritt ist für die Schnelleren wie auch Langsameren eine Qual. Die Lösung, dass die Schnelleren am Ende Zusatzaufgaben bekommen, ist unbefriedigend. Differenzierungsansätze scheitern oft an ihrem hohen Vorbereitungsaufwand. Die Algorithmen der Lernprogramme können passgenau auf den Leistungsstand einzelner Schülerinnen und Schüler eingehen. Digitale Lernmedien und Künstliche Intelligenz werden das Versprechen auf Individualisierung künftig einlösen – in Präsenz und auf Distanz.

Einbindung eines vielfältigen Medienangebots als Strategie

Eine weitere Strategie, die man im Frühjahr beobachten konnte, war die Einbindung eines vielfältigen Medienangebots. Dabei wurde der Reichtum des Internets genutzt, indem Dokumentationen und informative Websites als Wissensquellen einbezogen wurden. Wer es zu nutzen weiß, kann im Internet Archive durchforsten, Gemäldedatenbanken und Museen besuchen – und genau diesen Schatz gilt es zu nutzen. Blogs wurden aufgesetzt, in den höheren Klassen Soziale Medien genutzt. Dabei wird – fast schon nebenbei – ein wesentlicher Baustein zur gesellschaftlichen Teilhabe geleistet: Die „digitale Kluft“ benachteiligt einen Teil der Kinder und Jugendlichen eben nicht nur durch eine unterschiedliche Geräteausstattung, sondern auch durch fehlende Erfahrungen und Kompetenzen in einer bildungsorientierten Nutzung des Internets.

Im digitalen Kanal sind eine starke Strukturierung und Steuerung des Lernprozesses durch die Lehrenden besonders wichtig. Die Lehr-Lernforschung hat gezeigt, dass Schülerinnen und Schüler deutlich mehr lernen, wenn der Lernprozess durch die Lehrenden gesteuert wird. Diese Methode ist jedoch verpönt, weil sie mit dem traditionellen Frontalunterricht, der den Schülerinnen und Schüler eine passive Rolle zuweist, verwechselt wird. Das moderne Instruktionslernen setzt aber gerade an der Lebenswelt und dem Wissen der Schülerinnen und Schüler an und zeichnet sich durch die Unterstützung – ein Scaffolding – durch die Lehrenden aus. Das digital unterstützte Distanzlernen kann durch eine Vielfalt von leistungs- und interessendifferenzierten Instruktionen diese Methode nutzbringend einsetzen.

Gezeigt hat die Lehr-Lernforschung der vergangenen Jahre auch, wie wichtig die soziale Einbindung und positive Gefühle für erfolgreiche Bildungsprozesse sind. Deswegen kann und darf Fernunterricht nicht bei technischen Lösungen, seien sie noch so vielfältig, anregend und kreativ, stehenbleiben. Interaktion und Verbindlichkeit entstehen im Distanzunterricht allein schon dadurch, dass realistische Abgabedaten festgelegt werden und es dann auch zeitnah eine Rückmeldung dazu gibt. Das persönliche Feedback ist für den Lernprozess wichtig, damit die Lernenden wissen, wo sie sich noch verbessern müssen und eben auch was sie schon gut beherrschen. Es ist aber auch wichtig, damit Schülerinnen und Schüler sich gesehen fühlen. Während der Schulschließungen haben viele Lehrkräfte mit den Schülerinnen und Schülern telefoniert, via E-Mail und Messenger individuell betreut oder über das Küchenfenster Kontakt gesucht. Solche individuellen Kontakte – und seien sie noch so kurz – gehen in der Gemengelange des Präsenzunterrichts oft unter. Das Fernlernen eröffnet eine echte Chance, dieser persönlichen, bilateraler Kommunikationen mehr Gewicht zu geben.

Schließlich konnte man beobachten, dass einige Lehrkräfte selbst digitale Inhalte produziert haben: die Audio-Datei mit der täglichen Vorleseeinheit für die Zweitklässler, das Geschichtsquiz für die Achtklässler, das improvisierte Video aus dem Garten mit einem motivierenden Gruß oder das – zugegeben noch aufwändigere – Lehrvideo. Zum Glück hat sich die Bedienungsfreundlichkeit von Video- und Schnitttechnik in den vergangenen 20 Jahren deutlich verbessert, so dass eine Audio- oder Videobotschaft und ihr Versand heute kein Hexenwerk mehr ist. Deshalb konnten auch Kinder und Jugendliche im Distanzlernen selbst zu Medienproduzenten werden – ein weiterer Schritt zur Eroberung des digitalen Raums und ihrer Bildungsinhalte durch junge Menschen jedweder Herkunft. Dies ist zugleich ein Beitrag zu mehr Bildungsbeteiligung und auch gesellschaftlicher Partizipation.

Für einen guten Unterricht, so unser Fazit, braucht es vor allem Struktur, prägnante Inputs, klare Aufgabenstellungen und individuelles Feedback. Wenn dann noch Lehrkräfte hinzukommen, die ihre Themen mit Begeisterung vertreten, sind beste Voraussetzungen für erfolgreiches Lehren und Lernen gegeben. Diese Voraussetzungen sind zwingend in der digitalen Welt; sie verbessern aber auch das Lernen in der Schule vor Ort.

Kluge Digitalisierung schafft Freiräume

Und dafür – Hand aufs Herz – braucht es keine aufwändige digitale Infrastruktur und auch keine sagenhafte Digitalkompetenz. Dazu braucht es lediglich das digitale Equipment, über das Lehrer und Schüler in der Regel sowieso verfügen – einen Computer oder ein Laptop mit integrierter Kamera, ersatzweise ein Tablet oder sogar Handy, einen Internetanschluss, ein E-Mailprogramm und ein Telefon. Daneben kann auch ein Konferenztool, wie es von großen Anbietern unter den besonderen Bedingungen der Pandemie kostenlos zur Verfügung gestellt wurde, nützlich sein. Wichtig wäre es gewesen, am Tag der Schulschließung abzufragen, welche Schüler keinen Computer oder Tablet haben und ihnen ein entsprechendes Gerät zur Verfügung zu stellen – anstatt die „ungleiche Digitalausstattung“ der Familien als Alibi dafür zu nutzen, um ganz auf die digitale Begleitung des Lernens zu verzichten.

Im Idealfall macht Digitalisierung Ressourcen von Lehrerinnen und Lehrern frei – etwa indem digitale Inhalte nicht immer neu produziert, sondern über einen längeren Zeitraum genutzt werden. So entstehen Freiräume, die in die individuelle Förderung von Schülerinnen und Schüler investiert werden können. Die in der Schule normalerweise sehr reglementierten Schülerinnen und Schüler können unterstützt werden, die Freiheiten zu nutzen, die das digitale Lernen ermöglicht. Die Vorteile des Fernlernens sollten wir in den normalen Schullalltag retten. Wenn das Lernen effizienter wird und weniger Zeit durch den ewigen Gleichschritt im Klassenverband vergeudet wird, gewinnen Schulen mehr Zeit für andere Dinge, die heute vielfach auf der Strecke bleiben. Für Sport, Musik oder Theater. Auch wenn es zunächst paradox klingt: Eine kluge Digitalisierung stärkt gerade das analoge Lernen. Dann können Schulen zu Orten einer universellen Bildung für das 21. Jahrhundert werden.

Dr. Helen Knauf ist Professorin für Kindheitspädagogik an der Fachhochschule Bielefeld. In ihrer Forschung befasst sie sich mit den Veränderungen von Kindheit und Familie. Ihr Forschungsschwerpunkt ist die Pädagogik der frühen Kindheit. Sie war selbst Schülerin einer Reformschule; das Thema Bildung ist für sie bis heute zentral: zunächst im Lehramtsstudium, später in der Promotion über Schlüsselqualifikationen und schließlich bei der Habilitation zu Bildungsdokumentation in Kindertageseinrichtungen.

Dr. Marcus Knauf ist Schreiner. Er hat an der Universität Hamburg Holzwirtschaft studiert sowie nebenberuflich promoviert und habilitiert. Seit 2002 berät er Unternehmen und Bildungsinstitutionen und führt wissenschaftliche Studien durch. Zur Zeit forscht er über Scientific Illitarcy und schreibt mit Helen Knauf ein Buch über eine Theorie der Bildung.

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Über Marcus Knauf

Marcus Knauf hat an der Universität Hamburg Holzwirtschaft studiert und machte sich anschließend als Berater selbstständig. An der Universität Hamburg promovierte und habilitierte er nebenberuflich und ist heute als Privatdozent Angehöriger der Universität Hamburg. Er forscht zu den Themen Wald, Holz, Klima, Ressourcen- und Kohlenstoffmanagement und zu Scientitic .

5 Gedanken zu “Fernlernen – die Blaupause für die Schule der Zukunft;”

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    klar werden gerade Kompetenzen erworben, die nützlich sind. Vorausgesetzt ein paar begabte Menschen in den Schulen schneiden die Videos und schaffen es einen Gesamteindruck zu vermitteln.
    Aber die These, dass „im digitalen Kanal .. eine starke Strukturierung und Steuerung des Lernprozesses durch die Lehrenden besonders wichtig“ sind, zeigt auch die Kehrseite. Lernprozesse können nicht schlicht kontrolliert und strukturiert werden. Da müssen Lernende schon selbst ausprobieren. So schlecht ist also der Dreiklang des Präsenz Unterricht nicht.

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    Zunächst mal ein großes Dankeschön an Corona, weil es so viele Schwachstellen im System Bundesrepublik sichtbar macht. Nach meinem Erzieherexamen im September 1980 (da hatte ich schon 6 Dienstjahre in einer Kita hinter mir) habe ich auf die Frage nach meinem Beruf gerne flapsig geantwortet: „Ich räume auf, was Lehrer liegen lassen.“- und zwar bis zur Rente im Hort, im Heim, in der Förderschule und als Familienhelfer. Das stimmte zwar, aber nur halb, denn Lehrer, egal wie engagiert oder faul sie sein mögen, sind Gefangene eines untauglichen Systems. Ein Beispiel nennen Sie selbst: „Der durch den gemeinsamen Unterricht erzwungene Gleichschritt ist für die Schnelleren wie auch Langsameren eine Qual.“ Bei mir hieß das in den diversen, meist unbeantworteten Beschwerden/Anmerkungen zum Schulalltag immer „Der Irrsinn, dass alle zur gleichen Zeit das gleiche können sollen…“. Aber es gibt da noch einiges: Wie sieht denn die Lehrerausbildung bis heute aus? Wie hoch ist der Antei der (sozial)Pädagogik im Vergleich zum reinen „Fachstudium“? Wieviel wissen Lehrer über die Lebenswirklichkeit von Schülern, und ihrer Familien? Wie sieht im Alltag die Zusammearbeit zwischen Lehrern und (wenn vorhanden) Schulsozialarbeitern/Psychologen aus? Wie sieht überhaupt Zusammenarbeit unter Lehrern aus? Aus meiner Berufszeit kann ich mich noch gut an diverse Aussagen erinnern wie „Ich brauche keine Erzieher, ich habe meine Klasse im Griff.“ Das änderte sich erst, wenn mal wieder irgendwas richtig aus dem Ruder lief. Unsere Tochter macht heute den gleichen Job an einer sog. „Brennpunktschule“- (fast) nichts hat sich geändert, außer dass die Probleme immer größer zu werden scheinen. Ausstattung und Bauzustand hin oder her- die Schule in unserer Nachbarschaft hat jetzt einen Glasfaser Anschluss, nur leider niemanden, der Software und Geräte wartet und Lehrern ein paar Grundkenntnisse vermittelt. „Inclusionskinder“ bekommen nach wie vor ganze zwei Wochenstunden zusätzliche Förderung. Da es in jeder Klasse drei oder vier gibt, sitzen immer mal wieder drei, vier Erwachsene in den Räumen, was das Arbeitklima nicht wirklich fördert – vom Jugendamt wurde auf die Frage nach regionalem Austausch untereinander geantwortet: „Wenn Sie sich mit Ihrer Arbeit überfordert fühlen, dann…“ Zusammengefasst: Digitalisierung ist nicht aufzuhalten, löst aber kein einziges Bildungsproblem, selbst wenn sie funktioniert.

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    Vielen Dank für Ihren den Beitrag Herr Knauf. Ich erlaube mir eine Anekdote beizusteuern. Als 6. Klässler am Gymnasium 1967 hat die gesamte Klasse das Bruchrechnen ausschließlich mit dem Buch „TT-Programm Bruchrechnen“ aus dem Klett Verlag gelernt. Jeder Schüler bekam das Buch mit nach Hause und musste es in einigen Wochen im Selbststudium durcharbeiten. Wie lange es gedauert hat, weiß ich leider nicht mehr. Danach gab es eine Klassenarbeit, die sehr positiv verlief. Jedenfalls gab es keinerlei Vermittlung des Stoffes im normalen Unterricht.
    Das Buch ist so aufgebaut, dass man jeweils einen neuen Teilbereich lernt und danach kleine Selbst-Erfolgskontrolle durchläuft. Hat man diese bestanden, ging es weiter, wenn nicht, wurde man in einen Wiederholungsbereich im Buch geleitet, in dem versucht wurde, den Teilbereich nochmal zu erklären. Das führte dazu, dass man im Buch – je nach Fortschritt und Erfolg – vor und zurück springen musste. Ich habe diese Lernmethode als sehr effektiv und interessant in Erinnerung und mich immer gewundert, dass diese nicht weiter verfolgt wurde. Wissen Sie, wieso man dieses Konzept nicht weiter verfolgt hat?

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    Lieber Herr Nick,
    vielen Dank für die positive Rückmeldungen und die Ergänzungen. Schön, dass wir in dieser Frage so große Einigkeit haben.
    Jetzt wird es ja auch wirklich den nächsten Lockdown geben mit Schulschließungen.

    Das grundsätzliche Beharren der Kultusminister, die Präsenzpflicht auf jeden Fall aufrechterhalten zu wollen, hat jedoch viele Initiativen von engagierten Lehrerinnen und Lehrer gebremst. Wir könnten wesentlich weiter sein bei dem Thema. Aber man sollte sich nicht auf etwas vorbereiten, was es nicht geben sollte. Die Unterstützung aus den Ministerien war daher auch denkbar schlecht. Statt die engagierten Lehrerinnen und Lehrer zu unterstützen, wurde torpediert; hier in NRW lähmte das Warten auf die nächste „Schulmail“ mit Anweisungen aus den Ministerium die Schulen.
    Trotzdem haben viele Lehrerinnen und Lehrer versucht, sich auf Hybridunterricht o.ä. einzustellen, so dass die Situation gut gemeistert werden kann. Wenn es denn zum Notfall kommt und ein Plan B notwendig wird. Wie eben in den nächsten Wochen. Denn wer weiß, ob der Lockdown am 10. Januar endet. Insofern kann man all den Lehrerinnen und Lehrern danken, die hier eine größere Weitsichtigkeit hatten als ihre Dienstherren.

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    Bei aller meiner bisherigen Skepsis gegenüber solchen kostspieligen Initiativen, wie ‚Schulen ans Netz‘, Rechner und teuren ‚Whiteboards’ im Klassenzimmer usw., also diese ganze aktionistische ‚Digitalisierung’. Dieser Artikel scheint mir diese ganzen Aspekte dieser ‚Digitalisierung‘ in der Schule in einen richtigen Zusammenhang zu stellen und vor allem die Prioritäten richtig zu setzen: Die teure Ausrüstung macht‘s eben nicht! Ich bin kein Lehrer, aber meine Vorstellungskraft reicht für die positive Utopie, dass in Zukunft vielleicht Aufgabenpakete, Recherchen, Vokabeln am Notebook zuhause bearbeitet und gelernt werden und Kunst, Musik, Theater, Sport, naturwissenschaftliche u.a. Praktika, Exkursionen gemeinsam und an der Schule stattfinden. Wenn der digital (per E-Mails, Blogs und sonstige Webseiten) unterstützte Zuhause-Teil jetzt eingeübt würde, dann wären diese ganzen Teil- oder Voll-lockdowns wenigstens für irgendwas gut. Dazu gehörte aber dann auch eine Politik mit einem Konzept und nicht die bisherige ‚auf Sicht‘ im virologischen Nebel, die von heute auf morgen die Sculen schließt.

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