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Ein Hauch von Männerschweiß und Koppelriemen

Günther Lachmann war über Jahre hinweg ein Kollege von mir. Wir waren freundschaftlich verbunden – nicht per du, aber doch so freundlich, dass Lachmann öfter bei mir im Büro vorbeischaute, um sich auszusprechen. Er fühlte sich nämlich von der Chefredaktion nicht anerkannt. Er wusste sicherlich auch, dass ich sein Buch „Die gescheiterte Integration“ positiv rezensiert hatte. Das war 2005. Lachmann bewies ein Gespür für das Kommende, als er sich unaufgefordert zum Experten für die 2013 gegründete AfD mauserte. Damals schien die Partei kaum mehr zu sein als eine Gruppe quengelnder Professoren, eine Randerscheinung der Euro-Krise. Mit dem Aufstieg der AfD wuchs auch Lachmanns Ansehen in der Redaktion, da er über Interna der Partei berichten konnte; übrigens nicht unkritisch.

Umso erstaunter war ich, als ich – 2016 – von den Vorwürfen des damaligen Chefs der AfD in NRW, Marcus Pretzell, hörte. Pretzell behauptete, Lachmann habe sich ihm als Berater angedient, oder, um mit Pretzell zu reden: „Lachmann wollte sich für 4.000 EUR monatlich kaufen lassen“. Neben seiner Arbeit als Redakteur der WELT, wohlgemerkt.

Wie so oft in schwierigen Situationen fand sich Günther Lachmann, nachdem die Vorwürfe öffentlich geworden waren, bei mir im Büro ein. Ich fragte ihn (vor Zeugen übrigens, aber das tut nichts zur Sache), ob die Vorwürfe stimmten. Er fragte zurück, ob ich eher ihm glaube oder einem Kokser, der Verbindungen zum organisierten Verbrechen habe.

Ein Diener zweier Herren?

Hm. Nun gehören zu meinem erweiterten Bekanntenkreis ein paar Anwälte, denen vorgeworfen wird, etwas zu enge Beziehungen zu ihren meist russischen Mandanten zu haben, um es vorsichtig auszudrücken.  Und zu meinem engeren Freundeskreis gehörten und gehören mehrere Menschen, die etwas zu enge Beziehungen zu verbotenen Substanzen gepflegt haben, nicht nur zu Marihuana. Mindestens einer hat dafür mit dem Leben bezahlt, ein anderer mit der Gesundheit, einige haben dafür gesessen. Und, um Lachmanns rhetorische Frage zu beantworten: Ja, ich glaube ihnen allen mehr als ihm. Denn Lachmann hat mich nachweislich belogen.

Ich kann das verstehen. Ihm stand das Wasser bis zum Hals. Er hatte hoch gepokert, und es sah so aus, als hätte er nun alles verloren: bei der WELT war er nicht länger tragbar, und bei der AfD anscheinend auch nicht. War er ihr zu links? An Pretzell hatte Lachmann geschrieben: „Ich habe mal ein Manifest der Verantwortungsdemokratie skizziert, aus dem sich die AfD und folglich auch ihr Programm ableiten kann.“ Und weiter: „Es ist die Versicherung gegen alle Versuche, die Partei rechts zu verorten.“ Nun ist Lachmann als „Berater für strategische Kommunikation“ für Björn Höcke und die AfD-Fraktion im Thüringer Landtag tätig, das heißt, er entwirft für den Rechtsaußen der Partei Reden, Positionspapiere und dergleichen und lanciert sie an die Presse. Warum auch nicht? Wes Brot ich ess, des Lied ich sing.

Die AfD Thüringen und die Kultur

Und es ist ein garstig Lied. Man darf annehmen, dass Lachmann zu den wichtigsten Autoren des Pamphlets „Leitkultur, Identität, Patriotismus“ gehört, das die AfD-Fraktion im Thüringer Landtag vorgelegt hat.

Es ist ein merkwürdiges Dokument. Wie Lachmanns Buch „Gescheiterte Integration“ enthält es auf weite Strecken Ausführungen, die kaum strittig sind. Etwa: „Eine kollektive Identität ist sowohl im Ganzen als auch in ihren Aspekten und Elementen nie völlig eindeutig … Die Ambivalenz und Uneindeutigkeit verweist darauf, dass die kollektive Identität immer wieder zum Gegenstand der öffentlichen Reflexion und Auseinandersetzung zu machen und darin zu aktualisieren ist … Die kollektive Identität ist nicht statisch, sondern ein lebendiger, vom Herkommen geprägter und geschichtlich geformter Prozess … Eine Identität ist nicht monolithisch, sondern hat verschiedene Dimensionen. Das gilt auch mit Blick auf die Teilhabe der Person an ihren kollektiven Identitäten − als Europäer, Deutscher, Thüringer etc. …“

Ähnliches habe ich in der Auseinandersetzung mit essenzialistischen Vorstellungen der „Identitären Bewegung“ ja auch geschrieben. Auch in Bezug auf die spezifisch deutsche Kultur stellt das AfD-Papier fest: „Die Identität jenes „Wir“ wird missverstanden, wenn sie als isoliert und isolierend charakterisiert wird: Insoweit erweist sich in der Regel eine nationale Kultur in vielen ihrer Aspekte zugleich als Teil einer umfassenden Kulturgemeinschaft. Die deutsche Kultur ist dementsprechend ein Teil der europäischen Kultur, die in Deutschland eine ganz spezifische Ausprägung erfahren hat – nicht anders als in Italien, Polen oder der Schweiz.“

Feindbild Aydan Özoguz

Das ist nur in Nuancen anders als das, was Aydan Özoguz, Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, in einem Beitrag für den Berliner „Tagesspiegel“ geschrieben hat: „Eine spezifisch deutsche Kultur ist, jenseits der Sprache, schlicht nicht identifizierbar. Schon historisch haben eher regionale Kulturen, haben Einwanderung und Vielfalt unsere Geschichte geprägt. Globalisierung und Pluralisierung von Lebenswelten führen zu einer weiteren Vervielfältigung von Vielfalt. Diese kulturelle Vielfalt ist auch anstrengend, aber sie macht die Stärke unserer Nation als eine offene Gesellschaft aus. Die Beschwörung einer Leitkultur schafft dagegen nicht Gemeinsamkeit, sondern grenzt aus.“

Dabei beginnt das AfD Papier mit einem Angriff auf Özoguz gerade wegen dieser Aussage, die „nicht nur einen bizarren Mangel an Bildung, sondern auch die politische Agenda“ offenbare, die Özoguz und „viele Politiker von der CDU bis zur Linkspartei“ verfolgten: „Es geht um die Abschaffung Deutschlands“.

Deutschland „schafft sich nicht ab“; es wird abgeschafft, und Özoguz hat das ausgeplappert.

Dabei blendet das AfD-Papier nicht nur aus, was Özoguz zur Erläuterung ihres Beitrags später gesagt hat, etwa bei „Maischberger“: „Ich hätte an dieser Stelle noch mal sagen müssen: Was soll eigentlich die spezifisch deutsche ‚Leitkultur‘, nicht nur deutsche ‚Kultur‘ an sich?“ Es wäre nämlich „völlig absurd zu sagen, es gäbe keine deutsche Kultur.“ Das AfD-Papier verschweigt auch, dass Özoguz von der „Stärke unserer Nation“ gesprochen hat und – wie das Lachmann-Papier – die Frage explizit stellt, wie wir trotz und in Vielfalt „ein gemeinsames Wir schaffen“.

Özoguz schrieb in dem „Tagesspiegel“-Beitrag, der angeblich „die Agenda der Abschaffung Deutschlands“ offenbare, die Verfassung gebe „eine politische Kultur vor, die allen zugänglich ist und zugemutet werden kann und muss. In diesem Sinn können und müssen sich natürlich auch Eingewanderte in die politische Kultur einleben, ein geschichtliches Verständnis von der neuen Heimat und deren Verfassungsprinzipien entwickeln, Respekt haben vor einer lebendigen Streitkultur, die auf Widerspruch, Meinungsvielfalt und Verständigung setzt.“ (Meine Hervorhebungen A.P.)

Wenn also etwas „bizarr“ ist (ein Lieblingswort Lachmanns, das er auch zur Kennzeichnung Pretzells und seiner Vorwürfe benutzte), dann ist es die Disparität zwischen dem, was Özoguz tatsächlich schrieb und dem, was die AfD daraus macht. Und außerdem: die Disparität zwischen den diskursiven Abschnitten des Lachmann-Papiers und den wilden Verschwörungstheorien, die jene Abschnitte einrahmen. Man kann auch sagen: die diskursiven Passagen entsprechen den Tweed-Jacken des Möchtegern-Engländers und Gentlemans Alexander Gauland; die Verschwörungstheorien entsprechen dem tatsächlichen Verhalten des deutschnationalen Prolls, der danach rief, der „Deutsch-Türkin“ Özoguz eine Abreibung zu verpassen und sie anschließend „in Anatolien zu entsorgen“: eine gute Kostprobe jener Leitkultur übrigens, derer man sich zu gewärtigen hätte, könnte die AfD je eine Mehrheit im Parlament erringen.

Hysterie statt Politik

Was nämlich das AfD-Papier „offenbart“, ist die verschwörungstheoretisch untermauerte Hysterie, die mittlerweile die AfD antreibt: „Wenn jenseits der deutschen Sprache eine spezifisch deutsche Kultur nicht identifizierbar ist, gibt es auch nichts Spezifisches, das die Deutschen untereinander verbindet. Da die Deutschen untereinander nichts verbindet, macht auch die Tatsache keinen Unterschied, dass diese Deutschen auch mit anderen Menschen, z.B. Nordafrikanern, nicht viel verbindet. In ihrer allgemeinen Unverbundenheit sind alle gleich; und das Sprachproblem ist keines, denn Sprachen lassen sich übersetzen – oder man benutzt eine gemeinsame Verkehrssprache, nämlich Englisch.“ (Jens Spahn lässt grüßen). „Wäre auf diese Weise mit der deutschen Kultur alles die Deutschen Verbindende entsorgt, gäbe es auch keinen Grund mehr dafür, von einem deutschen Volk zu sprechen oder Deutschland als das Land der Deutschen anzusehen. Genau darum ist es der Agenda einer Özoguz und anderer zu tun: Es geht um die Abschaffung Deutschlands.“

Warum aber sollten Özoguz „und andere“ Deutschland abschaffen wollen?  Man könnte naiverweise unterstellen, die AfD sähe „die Deutsch-Türkin“ als Agentin des militanten Islam und seiner Weltherrschaftspläne. Doch obwohl das Lachmann- Papier den muslimischen Migranten pauschal eine Ferne zur „deutschen Leitkultur“, Integrationsunwilligkeit, das Festhalten an „archaischen Werten“ und eine Neigung zu Gewalt unterstellt, geht es gerade nicht davon aus, dass es eine muslimische Weltverschwörung gegen den Westen gibt. Keine „Protokolle der Weisen von Mekka“ werden zum Beleg der Verschwörung gegen Deutschland zitiert, sondern die Studie einer UN-Untergliederung, die Rede eines EU-Kommissars sowie diverse Äußerungen Angela Merkels und der rot-rot-grünen Landesregierung Thüringens.

Dabei gibt es natürlich muslimische Verschwörungen gegen den Westen: Al Qaida, den „Islamischen Staat“, die iranischen Revolutionsgarden, die Clique um den Staatspräsidenten der Türkei, einige Salafistengruppen und ihre reichen Hintermänner am Golf. Manche erheben auch ausdrücklich den Anspruch auf eine Weltherrschaft des Islam (oder ihrer Variante davon). Sie sind der AfD egal, den Kampf dagegen überlässt sie gern der Bundesregierung – und verschweigt gleichzeitig, dass deutsche Truppen von den Wüsten Malis bis in den Luftraum über Syrien am Kampf gegen diese Gruppen beteiligt sind.

Der Feind steht westlich

Dieser aktive Kampf der Bundeswehr (und des Verfassungsschutzes, des BKA und anderer Institutionen des Staates) gegen den radikalen Islam passt nämlich nicht zu der Verschwörungstheorie, der zufolge  eben nicht nur Özuguz, Claudia Roth und die pro-israelischen „Antideutschen“ (die einzigen neben Angela Merkel konkret benannten deutschen Deutschland-Feinde) die Vernichtung Deutschlands betreiben; dies sei vielmehr  „ausgesprochen oder unausgesprochen das Programm der Regierungen in Bund und Ländern wie auch der EU“.

Man kann es nicht oft genug betonen: die AfD ist – ausweislich dieses Papiers, aber nicht nur dieses Papiers – nicht primär islamfeindlich oder gegen Zuwanderer. Die wahren Feinde Deutschlands macht die AfD anderswo aus. Es sind Schattenmächte, in deren Auftrag die Regierungen agieren: die „zunehmend anonymen Prozesse und Strukturen“; die „breite Phalanx von Vertretern inter- und supranationaler Organisationen“ und die „Befürworter der Globalisierung“.  Oder schlicht „man“. „Man“ wolle „mit der NS-Vergangenheit die Nation mit ihrer Geschichte verächtlich machen und alles Deutsche aus der Welt schaffen“. Eine Vernichtungsfantasie, die in einer Art Taschenspielertrick den tatsächlich stattgefundenen Versuch, ein Volk „aus der Welt zu schaffen“, ummünzt in eine angebliche Waffe, mit der „man“ das deutsche Volk vernichten wolle.

Die Afd und ihre linken Vorbilder

Überhaupt kann man in diesem Prinzip des Verdächtigens und Andeutens den eigentlichen Zweck des Papiers sehen. Alles andere ist Blendwerk. Es geht um das Schüren von Ressentiments gegen Gegner, die als übermächtig hingestellt werden – alle deutschen Regierungen, die EU-Kommission und jene „inter- und supranationalen Prozesse und Strukturen“, die Deutschland hassen; Englisch sprechende Globalisten die „domestizierte Bürger“ wollen, die „durch ein breites Konsumangebot zufriedengestellt werden“ und sich wegen ihres „Judenknax“ „leichter manipulieren lassen.

Moment. Das mit dem Judenknax stammt ja nicht von Lachmann oder Höcke, sondern von Dieter Kunzelmann unseligen Angedenkens. Bekanntlich waren die Linksterroristen der RAF, der „Bewegung 2. Juni“ und der „Tupamaros“ der Ansicht, dieser „Judenknax“ – also das schlechte Gewissen wegen des Völkermords – und der „Konsumterror“ würden die Deutschen daran hindern, endlich aufzustehen gegen die „imperialistische Besatzungsmacht USA“, das „zionistische Israel“ und deren deutsche Agenten wie Adenauer, Brandt und Konsorten, weshalb Kunzelmanns Tupamaros 1969 eine Bombe im Jüdischen Gemeindehaus von Westberlin platzierten und Andreas Baader und Gudrun Ensslin 1968 ein Frankfurter Kaufhaus anzündeten.

Natürlich waren die Linksterroristen mit ihren nationalrevolutionären Parolen nicht originell: Schon in den 1920er und 1930er Jahren hatte die KPD gegen die „nationale Versklavung des deutschen Volkes durch die Entente-Mächte“ USA, Großbritannien und Frankreich gekämpft; die KPD-Chefin Ruth Fischer meinte sogar: „Wer gegen das Judenkapital aufruft, meine Herren, ist schon Klassenkämpfer, auch wenn er es nicht weiß. […] Tretet die Judenkapitalisten nieder, hängt sie an die Laterne, zertrampelt sie.“

Und auch die AfD mit ihrem Kulturkampf ist nicht originell. In den 1950er Jahren setzte die ostdeutsche SED den Nationalismus bewusst ein, um Stimmung zu machen gegen den „Kanzler der Westalliierten“, Konrad Adenauer, und die Liberalisierung und Verwestlichung der Bundesrepublik. So sagte Parteiphilosoph Wolfgang Harich bei der „Theoretischen Konferenz der Abteilung Propaganda beim ZK der SED über die Bedeutung der Arbeiten des Genossen Stalin über die Fragen der Sprachwissenschaft für die Entwicklung der Wissenschaften“ am 24. Juni 1951, man müsse „die Kontinuität der nationalen Kulturtraditionen gegen ein Banausentum“ verteidigen, das „den Deutschen auszureden versucht, dass die Sprache Lessings noch lebendig sei“. Vor allem müsse man gegen den „nationalen Nihilismus“ kämpfen. Denn der Westteil Deutschlands werde „national unterdrückt“. Die Amerikaner wollten „das deutsche Nationalbewusstsein ersticken“ und stattdessen eine „kosmopolitische Söldnerideologie großzüchten“; womit er die Bereitschaft Adenauers meinte, im Rahmen der Nato einen Beitrag zur Verteidigung der Freiheit zu leisten.

Von der KPD/ML zur Querfront

Als ich vor 13 Jahren Lachmanns Buch rezensierte, hob ich es positiv ab von dem Buch des Ex-68ers Rolf Stolz: „Die Mullahs am Rhein. Der Vormarsch des Islam in Europa“. Bevor Thilo Sarrazin 2010 „Deutschland schafft sich ab“ veröffentlichte, war „Die Mullahs am Rhein“ die Bibel der deutschen Islamhasser. Stolz, ehedem Mitglied des SDS und der maoistischen KPD/ML (die noch dogmatischer war als die KPD/AO, der ich angehörte), hat die antiwestliche und antisemitische Haltung seiner Jugend ungebrochen hinübergerettet in seine heutige Tätigkeit für eine links-rechte völkische „Querfront“. In „Die Mullahs am Rhein“ schreibt er, Wolfgang Harich und Dieter Kunzelmann paraphrasierend:  „Die Befindlichkeit der meisten Deutschen ist geprägt durch diffuse Schuldgefühle und Anbetung alles Fremden, durch einen rasanten Verlust kultureller Kreativität und Identität, durch einen Niedergang der öffentlichen Moral…“ Das mache es der „Umerziehungsriege“ leicht, „die mit der kulturellen Liquidation Deutschlands die Deutschen unterpflügen wollen in einem französisch-angloamerikanisch geprägten und dominierten Bundesstaat Kleineuropa.“

Damals war Lachmanns Kritik an der gescheiterten Integration im Vergleich zu Stolz seriös. Inzwischen schreibt er von Stolz ab. Also von Kunzelmann, Harich, Fischer und der langen Reihe derjenigen, die antiwestliche kulturelle Ressentiments wecken wollen, um an die Macht zu gelangen.

Der Geruch von Koppelriemen

Der Nationalismus und die Unterstellung, die Deutschen würden von internationalen Mächten unterdrückt, ist also weder spezifisch rechts noch links; immer aber dient ein solcher Ressentiment-Nationalismus gerade nicht der „Befreiung“, sondern der Diffamierung, Ausgrenzung und Unterjochung; immer ist sie explizit oder implizit antisemitisch. (Stolz über die Juden: „Das Judentum war und ist dort moralisch stark, wo es eine moralisch-geistige Macht verkörperte. Sobald es aber ökonomische und politische Macht errang, gewannen die bösen Geister geistfeindlicher Orthodoxie und ethnischer Selbstvergötterung die Oberhand.“ Mit anderen Worten: haltet die Juden von der macht fern, sonst machen sie euch fertig, und ihr müsst mitten in Berlin „Denkmäler der Schande“ bauen, statt Hotels und Banken.)

Die AfD gibt vor, „besorgte Bürger“ zu vertreten; ihr geht es aber darum, aus besorgten Bürgern wildgewordene Kleinbürger zu machen. Wo sie auftritt, da riecht es nach Männerschweiß und Koppelriemen, und wenn sie noch so viel kulturelles Deo versprüht.

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48 thoughts on “Ein Hauch von Männerschweiß und Koppelriemen

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    ich kann die menschen, welche die AfD in jeder form schlecht machen einfach nicht verstehen. es gibt für mich daher nur zwei Möglichkeiten, 1. sie haben kein hirn oder 2. sie haben eines, ist aber nicht eingeschaltet!
    bin jetzt 68 jahre alt und in dieser zeit haben mir die derzeitigen Politiker meine rente auf 50% reduziert, haben ein mafiöses gesundheitssystem zugelassen, haben die Kriminalität soweit ausufern lassen, dass es nicht mehr einzudämmen ist, haben die grenzen und sozialkassen für jedermann geöffnet usw.. um soviel mist für die eigene Bevölkerung zu bauen, braucht die AfD 500 jahre!!!

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    APo: ‘… Das AfD-Papier verschweigt auch, dass Özoguz von der „Stärke unserer Nation“ gesprochen hat … ‚

    … jau, Özoguz von der „Stärke unserer Nation“ – der Triumpf des Wollens

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    Hallo Herr Posner!

    Es gibt nicht die Ostdeutschen und eine Meinung.
    Es gab auch einen Aufruf von Stefan Heym, (Für unser Land) das war zwar utopisch, aber ein Versuch.
    Ja, ja, die Ostdeutschen und die Russen. Die Gefahr aus dem Osten.

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      Ah, lieber Thomas Lange, es gibt „die deutsche Leitkultur“, wenn man sich gegen Fremde abgrenzen und diese ausgrenzen will, aber wenn man negativ gefärbte Verallgemeinerungen über die politische Kultur Deutschen oder die Ostdeutschen trifft, dann gibt es sie gar nicht. Aber Sie haben natürlich Recht, und einige meiner besten Freunde sind Ossis. Das, was ich über den autoritären Charakter „der“ Ostdeutschen schreibe, ist rein statistisch gemeint und wird durch die Wahlergebnisse für die „Linkspartei“ und die AfD leider immer wieder bestätigt.

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    Im Osten gibt es ein Wunsch nach Kollektiven, was auch eine soziale Komponente enthält, selbst wenn es nur Gulaschkanonenromantik ist. Im Westen ist es kulturell ein Amoklauf der Mittelschicht, die jeden als Feind betrachtet, der entweder ein Kostenfaktor oder Konkurrenz sein könnte. Der kleine Mann (lohnabhängige nicht-Akademiker), um den sie sich angeblich Sorgen machen, wird aus Standesdünkel verachtet. Das ist dann weniger Deutschnational, als vielmehr Klassenkampf. Die Migranten sind da der erste, weil einfachere Schritt und das Thema bietet sich für Allianzen an. Westliche Kultur wird im Osten stärker abgelehnt, im Westen arrangiert man sich mit einigen Aspekten (Frau Weidel) und beweist damit seine verquere Logik von Liberalität. Es ist der Traum von einer Selbstständigen-Republik minus Ausländer und Arbeitsscheue. Es ist kein Zufall, dass die Protagonisten im Westen sehr gut ausgebildet, zum Teil kulturell gar nicht mal so verbohrte Akademiker sind, die am Ende des Tages auf der großen Bühne doch irgendwie an ihren eigenen Ansprüchen gescheitert sind. Die Lösung ist dementsprechend die Bühne einfach kleiner zu machen. Frau Özoguz ist das ideale Feindbild. Sie ist eine erfolgreiche akademische Frau mit Migrationshintergrund, auf der anderen politischen Seite. Sie konkurriert auf mehreren Feldern erfolgreich mit der erfolglosen westlichen Elite. Das Ganze erinnert etwas an die an sich komische Kombination aus Konservativer Revolution und SA, aber eben als Farce. Ich bin mir nicht sicher, ob der Arbeitslose aus Sachsen-Anhalt weiß, welche Zukunft ihm der Steuerberater aus Schwaben so wünscht.

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      Ja, Stevanovic. Was dem Ost-Lumpenproletariat zugedacht wird, können dessen Angehörige bei Thilo Sarrazin nachlesen.

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      … ach Gen. Stevanovic, das ausgerechnet Sie, der sich selbst nach Deutschland eingeladen hat um ‚teilzuhaben‘ den Deutschen Neid vorhält, da entschlüpft meinem Hamster ein Bäuerchen. Wirklich jetzt. Mir ist Neid fremd.

      Mehr als das Geschwätz Özoguz über deutsche Kultur, an die sie nicht teilhaben bräuchte, würde ich mich darüber freuen, wenn sie und ihre Brüder, ihre mohammedanische Kultur in Anatolien ausleben würden. Güle, güle.

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        Ja, es wäre schön, wenn man auch Herrn Stevanovic in Anatolien entsorgen könnte 😆

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    Also, dass mit Aydan Özoguz sollten Sie eigentlich nachvollziehen können, es war zumindest sehr unglücklich was die gute Frau gesagt hat. Ich würde auch nicht als Sohn einer weißen Einwanderer-Familie der z.B. schwarzen Mehrheits-Bevölkerung mitteilen, als Politiker, dass diese gar keine eigene Kultur haben und unterschwellig, ob gewollt oder nicht, unterstellen erst durch uns, die Eingewanderten entstehe hier eine identifizierbare eigene Kultur. Und wie können unsere Politiker eigentlich immer von Multikulti reden, wenn sie unterstellen wir hätten gar keine Kultur? Alle anderen haben eine Kultur und Identität, nur wir selbst haben keine?

    Auch finde ich es sehr wohl nachvollziehbar zu vermuten, dass eine Art „Bevölkerungsaustausch“ stattfinden soll, bereits im Gange ist. Ob diese politisch so 100% gewollt ist oder sich nur so ergeben hat ist mir dabei irrelevant. Es begann mit der nicht enden wollenden Amerikanisierung hin zur Zuwanderung der letzten 50 Jahre und der jetzigen „Flüchtlingskriese“. Und wenn die Leute dann hören, dass wir diese benötigen wegen Wirtschaft und so, weil die Fachkräfte fehlen und so, Rente und so, da darf man dann schon einmal stirnrunzelnd fragen wieso man dagegen nichts unternommen hat um dieses zu verhindern?

    Genauso darf ich mich darüber wundern, wenn falsche Linke die Ankunft von Leuten beklatschen die als alles andere als Schwulenfreundlich oder Speerspitze der Frauenrechtsbewegung verstanden werden können und mittelalterlich religiös. Wenn wir dann auch noch Terroristen bewaffnen die die weltlichen Herrscher bekämpfen nur um an ihrer Stelle ein Gottesstaat zu gründen, stimmt hier doch was nicht? Wir führen Ressourcen-Kriege auf Befehl der Amerikaner, die, wenn es ihnen passt Regierungen absetzen, und wir dürfen das Schlamassel im eigenen Land ausbaden? Oder ist das alles so gewollt?

    Ihre Ausführungen wir würden den radikalen Islam bekämpfen kann ich so gar nicht nachvollziehen, wo stammt das Geld für den Moscheebau her? Wer bildet die Gelehrten aus und was passiert mit kritischen Stimmen innerhalb der muslimischen Gemeinde hier in Deutschland, beispielsweise an Universitäten? Wieso sind wir so dicke mit Saudi-Arabien oder den Vereinigten Arabischen Emirate die in Jemen gerade ein Blutbad anrichten? Setzt sich unsere Regierung für die Menschen in muslimischen Ländern ein die diese radikalen Kräfte kritisieren? Was ist mit unserer Islam-Konferenz die die negativen Stimmen ausgeschlossen hat? Wieso lässt man jemanden hier Wahlwerbung machen der im eigenen Land einen Gottesstaat errichten will samt Todesstrafe?

    „Der Nationalismus und die Unterstellung, die Deutschen würden von internationalen Mächten unterdrückt… immer ist sie explizit oder implizit antisemitisch.“ Großartig, toll, was ein Totschlagargument!

    Ich war jetzt Letzens erst mal wieder in Polen und auch wenn mich deren rechte Regierung ankotzt und die religiöse Umnachtung, so muss ich doch ehrlich gestehen ein so homogenes Volk zu sehen finde ich doch was Wundervolles. Das gilt im übrigen für alle Völker dieser Erde, sie alle sollten uns erhalten bleiben. Die wahre Vielfalt ist das Schöne, nicht die Vermischung bis es keine Unterschiede mehr gibt. Ich möchte keine weiße Kolonie in Afrika besuchen oder ein muslimisches Korea. Wir können uns besuchen, austauschen, Handel treiben und trotzdem unsere Vielfalt erhalten. Finden Sie es eigentlich toll wenn die Ureinwohner in Südamerika vertrieben werden, aussterben? Wir Deutschen sind ja angeblich so Indianer-Verrückt, hat sich eigentlich mal einer unserer Politiker für deren Rechte eingesetzt?

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    Werter AP, manchmal frage ich mich, welche Vorstellungen Sie von uns Deutschen haben.

    Ja, mit der AfD wird wieder, wenn man es so nennen will, der Geruch von Männerschweiß und Lederkoppeln gesellschaftsfähig.
    Darüber kann man sich aber nur wundern, wer übersieht, dass die SPD von jeher eine nationale Partei war.
    Sie hat die Kriegskredite bewilligt, sie habe einen Noske erlaubt, die Revolution zu zerschmettern, sie hat gegen Hitler gestimmt, sie hat die Vertreibung aus den Ostgebieten ein Verbrechen genannt und sie hatte mit Helmut Schmidt einen eisernen Kanzler gestellt.
    Den Sozialdemokraten war immer bewusst, dass der Faktor Arbeit keine so hohe Mobilität besitzt, wie das Kapital.
    Nur wer dies alles ignoriert, wundert sich jetzt, dass einer Frau Nahles die Männer weglaufen.

    Die AfD wird der SPD den Rang ablaufen, but don‘t mind, if you can‘t beat them join them.

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    Der Satz „Eine spezifisch deutsche Kultur ist, jenseits der Sprache, schlicht nicht identifizierbar.“ ist schlichtweg falsch. Eine spezifisch deutsche Kultur ist ganz offensichtlich identifizierbar.
    Auch wenn sie aus Dingen hervorgegangen ist, die nicht spezifisch deutsch sind, z.B. weil es Deutschland noch gar nicht gab. Und wie eine spezifische deutsche Kultur in 100 Jahren existieren wird, die aus Dingen hervorgeht, die derzeit nicht als deutsch gelten.
    Der Rest des Satzes ist für mich inhaltlich akzeptabel, wenn auch ziemlich schlecht formuliert. Mir gefällt die AfD-Formulierung besser, weil deutlicher und weniger mit politischem Neusprech überfrachtet.
    Mag sein, daß die AfD am rechtsradikalen Rand fischt, Frau Özoguz mit ihrer falschen einleitenden Behauptung aber am linksradikalen. Derartig viel heiße Luft lenkt von der tatsächlichen Frage ab, inwieweit wir Deutschen bereit sind, uns mit den Zuwanderern bzw. den bisher Zugewanderten auseinanderzusetzen, wie der ehemalige Kollege Lachmann ja offensichtlich erkannte. Es gibt wohl nicht wenige, denen ist diese Auseinandersetzung zuviel und auch das muss man akzeptieren und verhandeln. Und ich frage mich schon, was los ist in diesem Land, wenn ein so klar denkender Journalist, wie Lachmann sich bei Höcke andienen muss, um seine Brötchen zu verdienen.

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    Das hört sich ja recht intrigant und seilschaftenmäßig an, was da im Arbeitsalltag einer Redaktion so abläuft. Vertrauensvoll und freundschafltich ist das jedenfalls nicht. Da bin ich ja froh, dass ich einer entspr. vorübergehenden Versuchung widerstanden habe.

    Die AfD hat EIN Haupt- und Kernanliegen: die Grenzen. GRENZEN. Heilige Grenzen deutscher Nation. Sie sind wie wild darauf aus, vorhandene Grenzen zu erkunden, neue zu ziehen, versuchsweise mal selber einen Zeh über eine Grenze zu setzen, Grenzübertritte anderer heftig zu bestrafen. Vielleicht ist das für viele auch eine erfrischende Erfahrung.

    Klar richtet sich das gegen den Westen. Die Grenzziehung betrifft nicht nur Fremde und Feinde, sondern vor allem die Freunde, bei denen die Grenzen fast schon aufgehoben waren. Sie möchten kein Anhängsel sein, wollen sich abgrenzen und hoffen so erkennbarzu sein. Sie reden oft und gerne von der Haustür, die man nicht offenstehen lässt. Die grenzüberschreitenden Flüchtlinge sind für sie nicht nur ein Übel unter anderen, sondern DER absolute Urskandal, der alles übertrifft, was man sich vorstellen kann, Der Untergang des Abendlandes, darunter machen sie es nicht. Umweltgifte, Klimakatastrophen, Atomwaffen, Epidemien oder sonstwas sind nichts gegen diese eine ultimative Bedrohung.
    Es bleibt von der ganzen AfD gar nichts übrig, wenn man versuchsweise alles, was das Thema „Grenze“ ausmacht, mal ausblendet. Sie sortieren nach Kräften ein bzw. aus: das eine vor, das andere hinter die deutsche Grenze. So hoffen sie auf eine „Identität“, d.h. ein Gruppenzusammengehörigkeitsgefühl, was ihnen ihre Familien nicht mehr ausreichend bieten können.

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      …Die Fixierung auf die Grenzen ist übrigens auch eine Fixierung auf den Staat, der für alles verantwortlich ist, was nicht gut läuft. Falls etwas gut läuft, ist man natürlich selber verantwortlich. Oder einzelne Stars. Deshalb gibt es unter den AfD-Anhängern auch so viele Ossis (Pegida, Legida usw.).

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        …in diesem Zusammenhang spielt auch eine sentimentale Verlusterfahrung der Ossis eine Rolle: In der DDR haben immer alle lokal zusammengehalten, heißt es. Man hat sich gegenseitig ausgeholfen. Nun, weils alle so machen, übervorteilt man einander lieber. Die Arbeitstelle wurde automatisch bereitgestellt, das Ferienlager an der Ostsee war gebongt. Trostlos, aber den Leuten hats gefallen. Das ist nun alles weg, nun kümmert sich keiner mehr um einen. Man muss selber Verabredungen treffen. Das ist zu schwierig. Deshalb möchte man jetzt mehr Staat und eine stabile Grenze so wie früher.

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        D-Mark und DDR funktioniert natürlich nicht, weil erstere ein Produkt aus Kapitalismus und West-Frontstaat ist. Insgesamt ist mir aber der Ton zu diskreditierend: Vielen Politik-Skeptikern, die vielleicht das eine oder andere mal AfD wählen und/oder über den Staat schimpfen, wird es lediglich um ihre persönliche Investitionssicherheit gehen, als darum, ob sich ihre Anstrengungen lohnen. Der Hausbau, das Studium der Kinder oder der teure Diesel-PKW. Etwas, was Unternehmen zurecht reklamieren und wo der Privatbürger als homo oeconomicus oft genug verunsichert ist. Arroganz und Verachtung..

        (..wie meinten Sie z.B. das, Roland Ziegler „Die Fixierung auf die Grenzen ist übrigens auch eine Fixierung auf den Staat, der für alles verantwortlich ist, was nicht gut läuft. Falls etwas gut läuft, ist man natürlich selber verantwortlich.“)

        ..werden hier bestimmt nicht bewirken, daß besorgte Bürger weniger besorgt sind. Da sich aber z.B. die SPD lieber mit Gendersternchen beschäftigt, statt mit den Sorgen ihrer Klientel, wählen viele mangels Alternative AfD.
        Das kann man überheblich als Dummheit oder Charakterfehler bezeichnen, ändert aber daran nichts.
        Ich für meinen Teil kann nichts Verwerfliches daran finden, von der Politik zu fordern, daß Investitionssicherheit nicht nur für Unternehmen, sondern auch für den einzelnen Bürger angestrebt wird.

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        Liegt aber vielleicht auch daran wie sich Deutschland die DDR einverleibt hat, als eine Art Anhängsel um das man sich nun kümmern muss. Von Wiedervereinigung kann doch keine Rede sein. Gab es etwa eine Volksabstimmung über so was elementares wie die Auslöschung des eigenen Landes, oder wenigstens über das wie? Wurde dieses neue wiedervereinigte Deutschland mit einer neuen Nationalhymne ins Leben gerufen? Wurde irgendwas aus dem bösen Ost-Deutschland in das neue Deutschland gerettet oder ist die BRD einfach größer geworden? Vielleicht ja auch deshalb die Fixierung auf DIE Grenze und Heimat, weil man schon einmal miterleben musste wie einem die eigene weggenommen wurde?

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        Was genau wurde den Ostdeutschen „weggenommen“, Marvin? Zur Erinnerung: Helmut Kohl wollte die Wiedervereinigung langsam, schrittweise. Die Ostdeutschen wollten sie sofort. Oskar Lafontaine warnte vor den Kosten und Folgen. Die Ostdeutschen hörten nicht auf ihn. Jetzt beleidigt zu behaupten, die Wessis hätten ihnen die „Heimat“ geklaut, ist … naja, typisch.

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        @KJN: Das meinte ich so, dass „der Staat“ – kulminiert in der Einzelperson Frau Merkel – immer dann herhalten muss, wenn es darum geht, etwas anzuprangern, ordentlich Dampf abzulassen oder einen kritischen Geist zu demonstrieren. Aber wenn es darum geht, etwas zu loben, dann kommen plötzlich wie Gespenster aus dem Nebel die Einzelpersonen zum Vorschein und am Ende sogar – man selbst, der die „bizarren“ Fehler des Staates oder der Masse ja selber nicht macht und klug vermeidet. Bildung ist schlecht und wird immer schlechter, weil der Staat so blöd ist, aber die Lehrer und die Eltern machen natürlich alles richtig, sofern man sie lässt. Im zweiten Schritt machen die Lehrer auch alles falsch, da sie ja Angestellte bzw. verbeamteter Teil des Staates sind. Im dritten Schritt machen auch die Eltern alles falsch. Man selber bleibt übrig.

        Oder meinten Sie mit der Frage, warum man, wenn man „die Grenzen“ meint, auch „den Staat“ meint? Der Staat bzw. das Staatsgebiet wird eben von seinen Grenzen umfasst. Zur Arroganz: Ja. Weder möchte ich um Liebeswürdigkeit wetteifern noch bin ich Pädagoge, der sich um zielführende Worte bemühen muss.

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        Lieber Alan Posener, das kann ich so nicht stehen lassen: Ich hatte um die Wendezeit einiges im ‚Osten‘ zu tun und habe bei den Chemikern hochkompetente Leute mit übrigens einem excellenten Vortragsstil angetroffen und mitbekommen, wie ganze Institute, Behörden, Kombinate usw. ‚abgewickelt‘ wurden ohne auch nur ansatzweise danach zu fragen, ob deren Arbeit bisher nicht doch den einen oder anderen Sinn ergeben hat. ‚Betriebswirtschaftlich begründen‘ lies sich da so ziemlich jede Zerschlagung, je nachdem, welche Zeitspanne zur Beurteilung angelegt wurde. Ich denke die Treuhand wird da auch die einen oder anderen wirtschaftlichen Interessen im Westen bedient haben.
        Und zunächst konnten sich viele kleine Geschäfte, Kioske usw. halten, bis dann Straßen und Gewerbegebiete (was sonst) subventioniert wurden, um ALDI, LIDL & Co die genehme Infrastruktur mit Steuern zu finanzieren. Eine Politik, die auch Griechenland (und Italien?) in die Armut gestürzt hat. Wir hatten das Thema doch schon oft hier. ja, Lafontaine hatte davor gewarnt, bei Kohl kann ich mich daran nicht erinnern.

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        Lieber Klaus J. Nick, das war Kohls Zehn-Punkte-Programm:
        https://de.wikipedia.org/wiki/Zehn-Punkte-Programm
        Die Wiedervereinigung war in diesem Plan ein Fernziel. Die Ostdeutschen haben mit den Parolen: „wir sind ein Volk!“ und „>Kommt die D-Mark nicht zu uns, kommen wir zur D-Mark!“ den Westen unter Zugzwang gesetzt.

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        Ich bekomme Pickel, aber da muss ich Kohl an der Stelle auch verteidigen. Die Situation war die, dass ein Arbeiter/ Arbeitsloser durch einen Umzug von 100km sein Einkommen verzehnfachen konnte. Wer da geblieben wäre, wäre wirklich der doofe Rest gewesen. Erst durch die Währungsunion und die schnelle „Besetzung“ ist Geld in den Osten geflossen. Es kommt halt darauf an, was der Maßstab ist. Natürlich waren Blühende Landschaften und West-Niveau nach kurzer Zeit Blödsinn, auch waren die Warnungen von Lafontaine nicht falsch. Die DDR war Teil des Ostblocks und was dort in den 90ern geschehen ist, beschert uns heute Putin und kostete die Länder ein Viertel der Bevölkerung. Von der rapiden Kriminalisierung der Gesellschaft, der grassierenden Prostitution und dem Drogenkonsum ganz zu schweigen. Nein, die Wende war nicht einfach, für keinen im Osten. Hätte aber Kohl nicht so reagiert, wie er reagiert hat, wäre die DDR vom Leben magdeburgisiert worden und hätte das Schicksal der anderen Länder geteilt. Das große Verdienst Kohls war es, dass er diese Situation richtig eingeschätzt hat. Sein Fehler war im Wiederaufbau, aber die schnelle Wiedervereinigung war schon richtig. Selbst wenn dabei Bimbes verloren ging, die Menschen waren es wert.

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        Lieber Roland Ziegler, daß Politiker sein wahrscheinlich heißt, es niemandem recht machen zu können, stimmt natürlich. Deswegen wäre das auch nichts für mich. Merkels Aussage, daß die Grenzen nicht geschützt werden können, wäre allerdings eine Bankrotterklärung, wenn es stimmen würde. Denn das ist konstituierend für einen Staat und man müsste fragen, wohin die der Grenzsicherung gewidmeten Steuergelder geflossen sind. Ich denke, sie hat in ihrer Amtszeit die tatsächliche Stimmung in der Bevölkerung mehrmals gravierend falsch eingeschätzt und stellt ihren Machterhalt über erkennbare Prinzipien. Erkennbare Prinzipien, die erst Wahlmöglichkeiten in der Parteiendemokratie eröffnen. Mit ‚alternativlos‘ und machtaktisch begründeter Gefälligkeitspolitik an den grünen Mainstream (und die E-Konzerne) gefährdet sie tatsächlich – da hatte Martin Schulz recht – die Demokratie. Und befördert im Übrigen das, was Sie wahrscheinlich meinen: Maulende Infantilität.

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      „Das hört sich ja recht intrigant und seilschaftenmäßig an, was da im Arbeitsalltag einer Redaktion so abläuft.“ Unsinn.

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        Herr Lachmann hat Sie beim vermeintlich freundschaftlichen Aussprechen in Ihrem Büro belogen. Er muss also andere Absichten gehabt haben, als sich das Herz auszuschütten o.ä..

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        Nun, nicht ganz Unsinn. Ungefähr so würde ich auch den Alltag im mittelständischem Maschinenbau beschreiben. Wenn ich mich richtig erinnere, arbeitet Herr Ziegler wirklich selbstständig, da kann einen die Gruppendynamik in Unternehmen manchmal schon befremden. Es ist allerdings nicht auf Redaktionen beschränkt.

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        Ja, das stimmt, ich habe eine generelle apriori-Abneigung gegen das berufliche Miteinander, da ist zu viel penetrante und zur Schau gestellte Freundlichkeit dabei. Wenn die Leute einander das Herz ausschütten und sich dabei anlügen, verzichte ich lieber. Kann aber sein, dass die Geschichte mit Herrn Lachmann ein Einzelfall ist.

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        Lieber Roland Ziegler, nur Gott sieht das Herz. Ich habe nichts gegen Freundlichkeit, selbst vorgetäuschte. Aber etwas gegenLügen. Wobei, wie gesagt, es sich bei Lachmann um eine Notlüge handelte. Sein weiterer Werdegang freilich legt die Frage nahe, wie gefestigt er charakterlich ist.

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        …bzw. nicht Freundlichkeit, gegen die möchte ich nichts sagen, sondern eine Art kollegiale Ranzigkeit: „ich fühl mich hier total wohl, wir Kollegen verstehen uns ja so gut, und die Witze hier sind so lustig – einfach herrlich!“

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      „Sie möchten kein Anhängsel sein, wollen sich abgrenzen und hoffen so erkennbarzu sein.“ Und wenn sie nicht gut genug sind, um erkennbar zu sein, schieben sie Konkurrenz einfach ab.

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    APo: ‘Deutschland „schafft sich nicht ab“; es wird abgeschafft, und Özuguz hat das ausgeplappert.‘

    … werter APo, das ist die mohammedanische Vision, nicht erst seit Özuguz, Deutschland wird ‚weggefickt‘. Das können Sie, zum Beispiel, auf jedem ‚Türkenforum‘ lesen. Yücel-Fans meinen das sei nur Satire.

    … selbst deutsche Politoligarchen, die in der ‚DDR‘ sowjetkommunistisch sozialisierte heutige Kanzlerin der Bundesrepublik, Angela Merkel, zum Beispiel, ist seit 2010 Preisträgerin von Coudenhove-Kalergis Visionen.

    Der Politikwissenschaftler Yascha Mounk spricht in den Tagesthemen am 20.02.2018 von einem ‘ historisch einzigartiges Experiment‘ … das hatten wir hier schon.

    … und es gibt da noch so ein Buch, der Autor möchte die Aufhebung der über Jahrtausend gewachsenen kulturellen und nationalen Identitäten – zu Gunsten eines Imperiums. Das ‚Heilige Römische Reich Deutscher Nation‘ bestand aber gerade wegen seinen verschiedensten kulturellen und nationalen Identitäten – 1‘000 Jahre. Das ist doch ein Gedanke wert. Oder?

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      „… und es gibt da noch so ein Buch, der Autor möchte die Aufhebung der über Jahrtausend gewachsenen kulturellen und nationalen Identitäten – zu Gunsten eines Imperiums.“ Lieber Blonderhans, mein Vorschlag, Europa als Imperium zu betrachten, zielte u.A. darauf ab, die „nationalen Identitäten“ (die zwar nicht „über Jahrtausende gewachsen“ sind, wie Sie wider besseres Wissen behaupten, aber doch ein paar Jahrhunderte alt sind) zu erhalten, wie Sie wüssten, wenn Sie es gelesen hätten.

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        APo: ‘… nicht „über Jahrtausende gewachsen“ sind, wie Sie wider besseres Wissen behaupten, aber doch ein paar Jahrhunderte alt sind)‘

        … mhm, ich korrigiere ungern einen Lehrer, das bringt nur Ärger. Kenn‘ ich noch aus meiner Schulzeit. Griechen berichteten bereits etwa 400 v. Chr. über Germanenstämme an Nord- und Ostsee.

        Und allein von 0A.D. bis heute sind es genau 2‘018 Jahre, 5 Monate und 29 Tage. Also Jahrtausende. (Dabei habe ich noch nicht einmal das Alte und das Neue Testament in meiner Aufzählung berücksichtigt.)

        Und hier, werter APo, sehen Sie, wie … eine Ex-FDJ-Sekretärin [sic!], die Deutschen – eine Identität einer (größeren) Menschengruppe mit gleicher kultureller und sprachlicher Abstammung, wie sie sich im Laufe von mehr als tausend Jahren entwickelt hat, eine solche Nation wird als Kulturnation von Staatsnationen auf der anderen Seite abgegrenzt, wonach die deutsche Nation neben der italienischen eine der ersten primär kulturell und ethnisch konzipierten Nationen ist‘ –

        in den Mülleimer wirft.

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        Ja, die Griechen hatten die Polis, die Germanen den Stamm. Weder die einen noch die anderen hatten eine Nation. Ist so, Blonderhans. Die deutsche Nation wird von Luther erfunden als antikatholischen Kampfbegriff: „An den christlichen Adel deutscher Nation.“ Dass Sie das nicht wissen ….

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        DbH hat recht. Sie, Herr Posener, und Ihr Nickneger Ziegler haben nur den Schuß noch nicht gehört.

        Lesen Sie, wie dbH sagte, die Foren der Dunklen , dann wird klar sein, was das Ziel der Dunklen ist. Frau Ö. hat nur eine Art moralischer Unterstützung gegeben. Dann wissen Sie alles.

        Es paßt aber ins Bild: Ihre Gesinnungsgenossen haben ja bereits den britischen Journalisten Tommy Robinson ins Gefängnis geworfen.
        Der Linksfaschismus wirft endgültig seine Maske ab.

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        APo: ‘Ja, die Griechen hatten die Polis, die Germanen den Stamm.

        … puuuh, wenn ‚s nicht mehr ist, griech. Polis – deutsch Burg. Und Burgen hatten die Germanen auch. Komische Vergleiche. Aber richtig, die Germanen hatten an der rechten und an der linken Seite jeweils nur einen Arm und haben immer geguckt wenn sie etwas gesehen haben. Haben Sie etwa gegen Germanen?

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        Lieber Blonderhans, entweder Sie diskutieren ernsthaft, oder wir lassen das. Ihre Wahl.

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        … na gut, lieber Alan Posener, meinetwegen ernsthaft, ein Zitat von Alan Posener am 28. September 2012 at 14:09 mit dem sich die Politik in/um/mit Deutschland, seit anno Schnee, auch die gegenwärtige, hinreichend, kurz und bündig, erklären lässt.

        @Gert Weller

        Es ist zu befürchten, dass Sie recht haben.

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      Und der neue Star der Linken Habeck, hats auch ausgeplaudert: „Es gibt kein Volk“.
      Oder liest man als Ossi-Trauma-Freak alles falsch und Habeck hat gesagt: „Ich liebe das Volk“.
      Help me Doctor Beat.

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        Linkes Dekonstruktionsgeschwalle mal wieder. Sollte man eigentlich kennen – und entsprechend beantworten.

        Eine gute Möglichkeit ist, einfach schallend darüber zu lachen 😆

        Ja, schwarz ist weiß, die Frau ist ein Mann, alle Menschen sind gleichwertig. Und morgen behaupten die Linken wahrscheinlich, Schweine hätten Flügel und könnten fliegen, und die Erde sei eine Scheibe.
        Linke sind so. Man kann angesichts solcher Äußerungen erahnen, was Linke sich selbst durch Drogenmißbrauch Schreckliches antun.

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    Die Hauptparole der AfD ist ja: „Merkel muss weg“. Also diese Verschwörung der internationalen Mächte und der Judenhass, den Sie hier behaupten seh ich nicht. Es sei denn Merkel ist Jüdin und Ausländerin, aber das wäre mir neu.
    Ihr Freund Lachmann braucht Geld oder er ist weise geworden. Gauland ist ja auch ihr Freund, also Herr Posener, hören Sie mehr auf Ihre Freunde.

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      Zum wiederholten Male muss ich Sie darauf hinweisen, lieber Gert Weller, dass „was Sie sehen“ nicht ausschlaggebend ist. ausschlaggebend ist – ind diesem Falle – was im Text steht. Fakten stehen nicht zur Disposition, bloß weil Sie andere Dioptrenzahl haben.

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