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„Israelkritik“ und Antisemitismus. Ein Fallbeispiel

Es ist nicht immer leicht, legitime Kritik an der Politik der israelischen Regierung, ob richtig oder falsch  – so finde ich Netanyahus Verhalten gegenüber der antisemitischen Soris-Kampagne der ungarischen Regierung skandalös – von antisemitischer „Israelkritik“ zu unterscheiden. Ich sage bewusst, dass „Israelkritik“ antisemitisch ist, ich sage nicht, dass jeder, der Formulierungen aus dem Arsenal der „Israelkritik“ verwendet, Antisemit sei. Und das sagt übrigens keiner. 

Oft kommt es darauf an, Formulierungen genau zu beachten. Das wurde mir deutlich, als ich einen Leserbrief las, der als Reaktion auf diesen Artikel in der WELT auf meinem Schreibtisch landete:
Dass Sie das öffentlich rechtliche Fernsehen seit längerer Zeit gezielt attackieren ist nun kein Geheimnis. Dazu, auch wenn dies nicht mein Hauptanliegen ist, Sie die Online-Angebote der öffentlich Rechtlichen, besonders Text(liche) Inhalte, stark begrenzen möchten aufgrund möglicher fehlender Zahler für Ihre Plus-Artikel, ist absolut unverständlich. Ihnen ist sicher nicht entgangen, dass GEZ im Allgemeinen von jeden gezahlt wird. Wieso sollte dann auf ein Online-Angebot von ARD/ZDF, ungefähr aufgebaut wie Ihres, nicht gestattet sein? Schließlich zahlen wir dafür. Warum sollte man für Plus-Artikel zahlen, wenn man schon GEZ zahlt?
Mein Hauptanliegen ist aber dieser, dass man selbstverständlich Anti-Judenhetze/Antisemitismus bekämpfen muss, zwar hart und entschlossen. Dass Sie aber Kritik an Israel und Hetze gegen Juden/Israel gleichsetzen ist einfach unmöglich. Oder können Sie mir erzählen, was an dem Post, den Sie als einer von mehreren Screenshots im o.g. Artikel als Belege anführen, dass Israel Länder/eien besetzt hält Antisemitismus ist? Es ist schlicht ein Fakt, dass Israel Länder bzw. Länderteile besetzt hält. Und Fakten können nicht hetzend oder feindlich gesinnt sein. Zur Sicherheit hier ein Link, der den 2en Screenshot auf Ihrer Seite als Fakt kennzeichnet
Deshalb bitte ich Sie, den Artikel bzw. das Bild direkt unter der Überschrift (Screenshots, 2er Post) nachträglich zu bearbeiten. Denn der Post vom Herrn Andreas Orth sagt lediglich aus, dass Israel Gebiete besetzt hält.
Oder könnten Sie mir, gemäß Ihrer journalistischen Pflichten, darüber aufklären, warum der Fakt ei Antisemitischer ist?
Dem Leser habe ich wie folgt geantwortet:
Vielen Dank für Ihre Mail. Sie enthält mehrere unrichtige Aussagen:
  1. Dass „wir“ das öffentlich rechtliche Fernsehen seit längerer Zeit gezielt attackieren. Das ist falsch. Es gibt keine gezielte Kampagne der WELT gegen das öffentlich-rechtliche Fernsehen. Das wird gern von interessierter Seite gestreut, ist aber nachweislich falsch. Kaufen sie eine Woche lang etwa die „Süddeutsche“ (oder eine andere Zeitung Ihrer Wahl) und die „Welt“, und vergleichen Sie die Berichterstattung und Kommentierung. Ich bin gespannt auf Ihre Ergebnisse.
  2. Dass wir die Online-Angebote der öffentlich Rechtlichen, besonders Text(liche) Inhalte, stark begrenzen möchten aufgrund möglicher fehlender Zahler für unsere Plus-Artikel.  Das ist falsch. Unsere Plus-Artikel verkaufen sich sehr gut. Die Besorgnis aller Verleger ist der:  Früher gab es keine Konkurrenz zwischen den marktwirtschaftlich aufgestellten Verlagen und den Ö-R Anstalten, weil sie auf verschiedenen Gebieten tätig waren: Print bzw. Rundfunk. Wenn nun auf dem Gebiet des Online-Text- Angebots hoch subventionierte Ö-R Anstalten mit privatwirtschaftlich aufgestellten Firmen in Konkurrenz treten, ist das objektiv ein Problem. Es geht um Arbeitsplätze, gewiss, es geht um die Möglichkeit, Gewinn zu machen, klar: Es geht aber vor allen darum, die Meinungsvielfalt zu erhalten, um die uns die ganze Welt beneidet, mit FAZ und SZ, WELT und taz usw. usf. Die ist gefährdet, wenn Verlage unfairer Konkurrenz ausgesetzt werden. Wie man das Problem löst – darum kann und soll man streiten. Zu unterstellen aber, wie Sie es zumindest implizit tun, ich hätte die „Tagesschau“ kritisiert als Teil einer „gezielten“ Angriffskampagne, weil „uns“ die Konkurrenz nicht passt – das grenzt an eine Verschwörungstheorie und beleidigt mich erstens in meiner journalistischen Ehre zweitens als Mensch, der sich über Antisemitismus in jeglicher Form empört und darum – und nur darum –  den Artikel schrieb.
  3. Womit wir beim Screenshot des Kommentars von Andreas Orth wären. Sie hätten Recht, wenn Sie sagen würden, dass es unter den über 100 Beiträgen auf dem Thread viel schlimmere antisemitische Entgleisungen gab. Dennoch verdient er eine nähere Betrachtung. Sie schreiben: „Es ist schlicht ein Fakt, dass Israel Länder bzw. Länderteile besetzt hält.“ Nein, das ist nicht Fakt. Die 1967 nach dem zweiten arabischen Vernichtungskrieg gegen Israel  besetzten Gebiete, die größtenteils unter Kontrolle der Palästinensischen Autorität sind, sind weder ein Land (schon gar nicht „Länder“) noch „Länderteile“. Sie waren  1948 von der UN vorgesehen als Teil eines palästinensischen  Staates, den außer Israel keiner der Staaten in der Region anerkennen wollte. Daraufhin wurden diese Gebiete im ersten Vernichtungskrieg gegen Israel von Jordanien annektiert. Sie sind aber nicht Teil Jordaniens, und Jordanien erhebt keinen Anspruch darauf. Das können Sie alles bei Wikipedia nachlesen.
  4. Orth schreibt: „Israel besetzt Land … das zuvor von anderen Menschen bewohnt war.“ Damit meint Orth offensichtlich nicht die besetzten Gebiete, die Sie meinen. Denn die sind nach wie vor von den Arabern bewohnt, die 1967 dort lebten, bzw. von ihren Nachfahren.  Kein einziger Araber ist aus dem Westjordanland vertrieben worden, und dies wird auch von keinem Araber ernsthaft behauptet. Somit kann nur Israel in den Grenzen von 1948 gemeint sein, wo es tatsächlich Gebiete gibt (Galiläa z.B.), aus denen die arabischen Bewohner im Krieg von 1948 flohen oder in Einzelfällen auch vertrieben wurden. Es war ja im Teilungsplan der UN auch vorgesehen, dass der jüdische Staat eben mehrheitlich jüdisch sein sollte,während der arabische Staat, der nie entstand (s.o.) mehrheitlich arabisch sein sollte, was, wohlgemerkt, keine einzige Flucht weniger bitter und keine Vertreibung rechtfertigt. Allein viele moderne Staaten beruhen auf solchen Bevölkerungstransfers, denken Sie an die Türkei und Griechenland, Indien und Pakistan, Polen und Tschechien und andere. Man akzeptierte das im Interesse des Friedens. Und wenn Sie heute Bosnien-Herzegowina besuchen, werden Sie feststellen, dass auch da ein fast vollständiger Bevölkerungstransfer stattgefunden hat: Die Serben leben in der Republika Srpska, die Katholiken und die Muslime in „BiH“. Es gibt also überhaupt keinen Grund, den international anerkannten  Staat Israel herauszupicken und zu kritisieren, er „besetzt Land … das zuvor von anderen Menschen bewohnt war“, was ja auch von Australien, Neuseeland, den USA, Kanada und sämtlichen lateinamerikanischen Staaten mit erheblich größerem Recht gesagt werden könnte, weil Israel größtenteils – denken Sie an Tel Aviv – aus Gebieten besteht, die erst von Juden urbar gemacht und besiedelt wurden.  Orth sagt weiter: „Wenn jemand kommt und mein Grundstück besetzt, bin ich auch sauer.“ In dem Fall ist man nicht „sauer“, man zieht vor Gericht. Jedoch hat niemand Israel vor irgendein Gericht gezerrt, weil jeder weiß, dass die Grenzen des UN-Mitglieds Israel zustande kamen aufgrund eines gescheiterten Vernichtungskriegs der Nachbarstaaten. (Ich rede von den Grenzen von 1948.) Jordanien und Ägypten haben den Staat Israel und seine Grenzen anerkannt, die Palästinensische Autorität ebenso. Wenn Herr Orth hingegen Israel mit einem geraubten Grundstück vergleicht, so verweigert er sechs Millionen israelischen Juden die Legitimität ihrer Heimat. Das soll nicht antisemitisch sein? Sie sehen, es kommt eben doch sehr auf die Formulierung an. Der Ton macht oft die Musik, und der Teufel steckt oft im sprachlichen Detail. Auch- wie ich oben gezeigt habe – bei Ihnen.
 
Beste Grüße
Alan Posener

26 thoughts on “„Israelkritik“ und Antisemitismus. Ein Fallbeispiel

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    „Warum regt man sich nur über den Juden auf? Sagen Sie es mir.“
    APo an den Hamster mit dem Bäuerchen.

    Es ist ja nicht etwa so, dass sich nur Nichtjuden über ihn aufregen. Er hat Ideen und ist ein typischer Ideologe. Ideologen denken manchmal, alles würde gut mit ihrer Idee. Aber jede Ideologie hat gleichzeitig Schlagseite. Ein klassischer Fall ist, wenn einer in Iran verfolgt wird, dann in Griechenland schwere Körperverletzung, danach in Deutschland einen grässlichen Mord begeht.
    Das ist Folge von Open Borders.
    Und das vertritt er, also wird er inzwischen stellenweise geradezu gehasst. Aber ich habe noch nie gesehen, dass das auf andere Juden übertragen wird oder jemand geschrieben hätte, das sei typisch jüdisch.

    Dann halte ich ihn für klug. Also müsste er ahnen, dass exportierte Probleme größer werden, nicht kleiner, dass wir also irgendwann hier dieselben fights haben könnten wie im Zweistromland. Erstmal Verhältnisse wie in Malmö, wo es als Folge nur noch 400-500 Juden gibt. Er müsste auch sehen, dass Männer nicht bei der Emigration automatisch andere sexuelle Verhaltensweisen annehmen. Seine Ideologie trägt also dazu bei, dass das Leben für Juden und Frauen und Anderssexuelle hier unsicherer wird. Das wird ihm übelgenommen und nicht nur ihm.

    Und dass die Saudis nicht bei ihm investieren, Stevanovic, das wissen Sie nicht. Da ist viel vernetzt. Glick schreibt, die Frau von Prinz Bandar, damals Botschafter in den US, habe zwei von den Attentätern von 9/11 finanziert. Da ist gerade ein Umbau im Gange in S-A. Israel hat Gründe, ihn sehr kritisch zu sehen. Der Umbau in S-A ist übrigens entstanden, weil Trump, der auserkorene Böse der meisten Medien, die Osama Files öffentlich gemacht hat. Gleich danach krähten zwei Bush, Pop und Son, das sei der schlechteste President ever etcetera.

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      Lieber Oleander, George Soros hat keine einzige Grenze geöffnet. Das wissen Sie genau, und dennoch legen Sie ihm einen Mord zur Last – und natürlich nicht nur einen. Sehen sie, und so läuft es: Sie haben einen Buhmann, und rein zufällig ist er Jude. Das ist der Mechanismus – der Judenhass hat noch nie der Beweise konkreter Verbrechen bedurft. Es genügt, dass alles, was man nicht will – bei Ihnen Zuwanderung, Kontrollverlust, Sexualangst vor allzu virilen Männern aus Afrika und Asien – einer Person, ach was, einer Chiffre, in die Schuhe geschoben wird. Und diese Person ist nie Christ. Nie Arier. So ist es nun einmal.

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    Wir sind jetzt langsam so weit, dass ich manche Sachen nicht mehr verstehe. Das meiste, das über dieses Opus geschrieben wird, verstehe ich nicht. Ich verlinke Ihnen am besten einen Leser-comment aus amaz.com. Gefunden habe ich dieses Buch in einem Artikel über Blood Libel. Vielleicht interessiert Sie das oder ein paar Kollegen:

    In Puar’s account Palestine is not the scene of colonial exception. She figures it rather as a kind of experimental theater for 21st-century biopolitics, in which new technologies of extraction and optimization get tried out, tested and adjusted, in the effort to find some profitable terrain *between* the familiar imperatives of making live, letting die. (One of these, on her account, is „debilitation.“)
    Autorin: Jasbir K. Puar, Titel: The Right to Maim

    anders ausgedrückt: Jasbir`’s Right to Blood Libel

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        Ja danke, kannte ich nicht. Das Stück über Puar ist von Cravatts auf fpm.
        Döner- Posener finde ich noch witzig.

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    Von 2004:
    Cold as he is toward the Jewish people, Soros is not much warmer toward his adopted country. “I had never quite become an American,” he once said.

    Weiter unten:
    He told one interviewer that he had “godlike, messianic ideas,” and another that he sometimes thought of himself as “superhuman.” To still a third he explained that his “goal is to become the conscience of the world.”
    https://www.commentarymagazine.com/articles/the-mind-of-george-soros/

    Wissen Sie, das Hauptproblem ist doch, dass den nicht mal einer auslacht, dass keiner mal sagt: Das ist alles Kacke, was du da machst, George. Du stürzt die halbe Welt in Chaos. Bau lieber Sachen in Afrika, erklär denen, wie man Landwirtschaft betreibt, Bewässerung. Frag mal in Israel nach, wie man bewässert oder eine funktionierende Stadt von Null aufbaut (Tel Aviv).

    Und Ihr Problem ist, dass Sie ihn nicht mal sachlich auseinandernehmen. Er hat ein bissel Popper studiert und hielt sich für einen Philosophen. Aber in Wirklichkeit kann er nur Geld. Er hat einen gnädigen Instinkt dafür.

    In einem kann er einem leid tun: Er hat einen tollen Vater, ja, Tivador, der die wie Chamäleons gemacht und versteckt hat. Aber dadurch scheint er mir identitätslos. Jude? Big deal. Der Vater schaffte, die ständig unter Verkleidung (Sandor Kiss) zu verstecken. Der hat doch eine versaute Jugend dadurch, musste zusehen, wie ein Jude, der auswandern durfte, Mor Korn…s.th., nicht parat, seinen Scheißbesitz katalogisieren musste. Ach je.

    Das Problem von ihm ist, dass er das nicht kritisch analysiert und ganze Staaten dafür verantwortlich macht. Aber das Böse im Menschen wäre auch ohne Staaten präsent und würde sich dann neu organisieren. Sie täten ihm und anderen eher einen Gefallen, wenn Sie ihn mal sachlich-kritisch-psychologisch auseinandernehmen würden, weil Sie das können.
    Am besten Soros 1933-2015, das rarefiziert die Zuschriften ein wenig. Oder nehmen Sie mal die auseinander, die sich nicht an ihn rantrauen im Westen, WEIL er Jude ist. Und Holocaustüberlebender.
    Schönen Sonntag!

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      Lieber Oleander, auch wenn es merkwürdig klingen mag: Juden sind auch nur Menschen. Weder Über- noch Untermenschen. Also, was George Soros meint und macht und tut, muss nicht dem Wahren, Schönen, Guten entsprechen, bloß weil er das meint. Rechtfertigt das aber eine Kampagne wie in Ungarn? Nein. Darum geht es. Sie sind ein cleverer Googler. Geben Sie die entsprechenden Schlüsselwörter ein, und Sie kommen auf die Nazi-Webseiten, die ganz genau verstanden haben, worum es bei der Kampagne gegen Soros geht. Ein kleiner Hauch jenes Schwefels rieche ich bei Ihnen, wenn Sie von Leuten, raunen, „die sich nicht an ihn rantrauen im Westen, WEIL er Jude ist. Und Holocaustüberlebender“. Ein Beispiel, bitte. EIN Beispiel.

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        Na ja, ich meinte das generalisierter. Ich meine, dass Juden oder auch Jüdinnen jederzeit zulassen, wenn sie kritisiert werden, praktizieren sie das doch selbst untereinander, ja, möglicherweise sind sie sogar die Erfinder der Meinungsfreiheit. jedenfalls legt doch das Buch Hiob oder auch das Gespräch, dass David nach seinem Tod führt, davon Zeugnis ab.

        Und ich meine, dass Kritik an Einzelpersonen kein Ismus ist, weil ja, wie Sie oben anführen, Gruppen in sich divers sind. Ich meine aber, dass eine ausbleibende Kritik eine Art umgekehrter Antisemitismus (oder ein kaschierter) sein kann, dass also eine übergroße Befangenheit besteht.

        Wenn ich das zu schlecht ausdrücken sollte, liegt es eher am Fehlen rhetorischer Mittel für eine schwierige Sache.
        Abgesehen davon duckt man sich in Deutschland gern vor großem Geld, und das war schon immer so. Sie müssen mal schlecht angezogen in ein besseres Geschäft gehen und eine Woche später piekfein.

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        Nein, Oleander, Sie müssen Ihre rhetorischen Fähigkeiten nicht kleiner machen, als sie sind. Sie können mir nicht EIN Beispiel für die von Ihnen aufgestellte Behauptung liefern, Soros werde im Westen nicht kritisiert, weil er Jude ist. Deshalb schwafeln Sie jetzt.

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        Ich muss noch hinzufügen, dass ich keine ultrarechten Seiten lesen mag. Da habe ich also einen blinden Fleck. Aber ich mag so einen Kram nicht in mein Hirn lassen. Argumentieren können die nämlich auch. Man würde ihnen aber den Wind ein bisschen aus den Segeln nehmen, wenn man Soros human und anständig und sachlich da kritisiert, wo er Mist baut.

        Und nochwas: Sein no borders dream kommt einfach viel zu früh. Vielleicht kommen ja ein paar mehr Länder als China mal auf die Idee, woran die ganze Misere mit liegt. Danach sähe das vielleicht anders aus. Jedenfalls artet das ja wie 1914 ff hierzulande in Kriege aus.

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        Nun ja, wenn ich an HW denke oder DSK, wurde in beiden Fällen gesagt, dass jeder von ihren Verhaltensfällen wusste, und in letzterem Fall bedauerten Freunde, dass sie nichts gesagt hatten.

        Vielleicht liegt es doch mehr an der Macht, an der Tatsache, dass Mächtigen wenig Kritik entgegengebracht wird, auch nicht von Freunden, aber erst recht nicht in der Presse. Ich weiß es nicht. Ich kann keins von beidem beweisen, nur konstatieren, dass es oft so ist, wenn hinterher bedauert wird, dass nie jemand Kritik übt.

        Im Endeffekt ist mir jedoch klar, was Sie meinen: Dass die von mir getroffene Verknüpfung so ein „man wird doch mal“ ist oder den sowohl von rechts wie von links gemachten Vorwurf bedient, „man dürfe nicht“. Schon klar. Zusammenfassung: Sachliche Kritik an dem Mann in normalen Medien würde nicht schaden, eine Analyse.

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      O ja, bitte, bitte lasst uns den einzigen Menschen auseinandernehmen, der seine Energie und seine Vermögen verwendet, um Bürgerrechte weltweit zu propagieren und damit zum Hassobjekt aller linken und rechten Salonschwadroneure geworden ist. Er ist ein narzisstischer Spinner und verkündet viel unausgegorenes, manchmal ist es Unsinn, keine Frage. Aber er stürzt die Welt ins Chaos? Nicht etwa die Politik, seien es Netanjahu, Putin, Orban, Maduro oder Trump – es ist derjenige, der Workshops für Pressefreiheit und Bürgerrechte finanziert? Er investiert sein Geld, um mündige Bürger zu bilden und ausgerechnet DER soll das Problem sein? Ich teile seine Ansichten in vielen Fragen überhaupt nicht, aber lieber er finanziert Seminare und vergibt Stipendien, als dass er Fußballklubs kauft, Moscheen baut oder für die Abschaffung von Krankenversicherungen kämpft.

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        … na ja, Stevanovic, bei ‚Bürgerrechte weltweit zu propagieren und er investiert sein Geld, um mündige Bürger zu bilden ‚ entschlüpfte meinem Hamster ein Bäuerchen. Natürlich ist er nicht DAS Problem, es ist die Politik auf seiner Gehaltsliste. Immerhin scheint er seine Grenzen – vorerst? – erkannt zu haben … ‚immer engeren Union‘ solle aufgegeben werden. Nun also ein ‚mehrspuriges Europa, das den Mitgliedsstaaten eine größere Auswahl an Entscheidungen ermöglichen würde. Die Mitgliedsstaaten wollen ihre Souveränität wiederbeleben, anstatt mehr davon abzugeben‘ … das ist alles ähnlich wie APo es nun, weiter oben im Blog, formuliert. Oder?

        Und uneigennützig ist er bestimmt nicht. Das schreibt selbst die WELT.

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        Lieber Blonderhans, wen Sie behaupten, George Soros habe „Politiker auf seiner Gehaltsliste“, dann sind Sie uns auch den Beweis dafür schuldig. Sie wissen ja, man soll nicht falsch Zeugnis ablegen wider seinen Nächsten. Ein jüdisches Gesetz zwar, aber trotzdem richtig.

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        APo: ‚Lieber Blonderhans, wen Sie behaupten, George Soros habe „Politiker auf seiner Gehaltsliste“, dann sind Sie uns auch den Beweis dafür schuldig. Sie wissen ja, man soll nicht falsch Zeugnis ablegen wider seinen Nächsten. Ein jüdisches Gesetz zwar, aber trotzdem richtig.‘

        … netter Versuch Alan Posener, ich habe geschrieben, er hat ‚die Politik auf seiner Gehaltsliste‘. TheEuropean schreibt von Philanthropie als Etikettenschwindel.

        Das ist so ähnlich wie die Friede Springer Stiftung samt Axel-Springer-Akademie oder BertelsmannStiftung, usw.usf. Da wird bei ‚Bussi, Bussi‘ und Schnitzel mit der Politik an einem Tisch ‚gesessen‘. Das nennt man Staatsmonopolistischer Kapitalismus.

        Lieber Alan Posener, die 10 Gebote, darunter das 8. Gebot: Du sollst nicht falsch gegen deinen Nächsten aussagen – ‚ ist nicht nur ‚jüdisches Gesetz‘ – es ist Gottes Gesetz. Weil … er selber in Johannes 8,58: ‚Ehe Abraham wurde, bin ich.‘

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        Nun, der Artikel aus The European ist schlicht eine etwas ausführlichere Fassung des Wikipedia-Eintrags über Soros. „Etikettenschwindel“ in der Tat, denn wenn das „Netzwerk“ des Herrn Soros „geheim“ wäre, könnte Herr Kuhla nichts darüber schreiben. Man kann schlichtweg keine „Politik“ auf der „Gehaltsliste“ haben, nur Menschen. Ihnen passt die ganze Richtung der von Soros geförderten Einrichtungen nicht: Ihr gutes Recht. Andere Milliardäre fördern andere Einrichtungen, der Vatikan hat ein Netzwerk, und der Opus Dei sogar tatsächliches ein geheimes (in das ich vor einigen Jahren als Gast einen Einblick werfen durfte); so what? Warumn regt man sich nur über den Juden auf? Sagen Sie es mir.

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        APo: ‚Warumn regt man sich nur über den Juden auf? Sagen Sie es mir.‘

        … bei Soros regt sich niemand über den ‚Juden‘ auf. Was soll denn an Soros ‚jüdisch‘ sein? Kann es sein, dass seine Herkunft herhalten muss, um linksideologisierte Fantastereien rechtfertigen zu können? Das ist auch Antisemitismus.

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        Ach, blonderhans, bloß weil die Antisemiten klüger geworden sind, haben sie nicht aufgehört, Antisemiten zu sein.

  4. avatar

    Hab den Artikel in der Welt gelesen. Als Europäer wäre ich wohl bis 48 Antizionist gewesen, weil ich keinen Vorteil darin gesehen hätte, dass Nachbarn gehen, weil wir sie behandelt haben, wie wir sie behandelt haben. Europa hat durch den Zionismus die Reste dessen verloren, was es selbst zerstört hat. Aber 48 war der Drops gelutscht. Antizionismus nach 48 ist Revisionismus, was im Angesicht eines demokratischen Staates, eines ganzen Landes, wenn nicht böswillig, so doch lächerlich ist. Das muss nicht unbedingt antisemitisch sein, Antizionismus ist nicht das gleiche wie Antisemitismus, aber in der Praxis ist das doch so oft, dass man als Antizionist schon den Gegenbeweis führen muss. Denn was der Antizionismus auf jeden Fall ist, selbst wenn er nicht antisemitisch gemeint ist, ist eine revisionistische Spinnerei ohne reale Grundlage oder Begründung, so dass man als Antizionist entweder ein Antisemit, in jeden Fall aber ein politischer Vollidiot ist.

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    Nun, Herr Posener, schön, dass Sie uns in dem Welt-Artikel mitteilen, Michael Kuzaja sei früherer Vorsitzender der NPD in Bremen und jetzt AfD-Anhänger. Ich kenne Herr Kuzaja nicht. Er ist jedoch ihr offensichtliches Vehikel, um die AfD in die Nähe der NPD zu rücken und ihr Antisemitismus zu unterstellen. Möglicherweise wäre es jedoch für die Leser interessanter, etwas über ihre eigene Vergangenheit zu erfahren, als über diejenige des Herrn Kuzaja. Waren Sie nicht eifriger Maoist und Mitglied der KPD-AO?

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      Lieber Herr Napier, Sie können sich selbst über Herrn Kuzaja informieren, und – sollte ich etwas Falsches geschrieben haben – mich korrigieren. Was mich betrifft, so reicht ein Klick auf Wikipedia, um festzustellen, dass ich früher Mitglied der KPD/AO war. Darüber (und darüber, wie das meine heutigen Positionen beeinflusst) habe ich hier auf „Starke Meinungen“ (und anderswo) geschrieben. Das wissen Sie nicht, weil sie keine Recherche betrieben haben, aber Unwissenheit und Faulheit sind keine Tugenden.

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        Sehr geehrter Herr Napier,

        Herr Posener ist ein Deutschenhasser reinsten Wassers, ein Angelsachse, wie er im Buche steht.
        Die Zeitung, in der er deliriert bzw.schreibt, wurde von dem deutschenhassenden Bestienvolk auf der Insel zur Niederhaltung und Vernichtung der Deutschen gegründet. Wie jede andere dieser Pestabschaummedien in der Bunzelrepublik.

        Zitat:
        „Willkommen in Tätervolk-City. Willkommen in Absurdistan. Willkommen in Multikultopia. Der Tod ist ein Meister aus Deutschland seit 3000 Jahren. Willkommen in Tätervolk-City. Willkommen in Absurdistan. Willkommen in Multikultopia. Sie rutschen auf Knien im Dauerbetroffenheitswahn.“

        So sieht es aus und nicht anders.

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