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Kinder an die Macht? Bloß nicht!

Bekanntlich bin ich ein Gegner hyperventilierender Unheilsverkünder. Gegen linke und rechte Hysteriker richtet sich ja mein kürzlich erschienenes Pamphlet „Die empörte Republik“.  Das heißt aber nicht, dass nichts faul wäre im Staate Deutschland. Nur liegen die Probleme in der Regel nicht dort, wo sie von den Untergangspropheten verortet werden. (Dänemarks Hauptproblem war auch nicht die Art, wie der Onkel des Hysterikers Hamlet an den Thron und in das Bett der Königin gekommen war. Aber das ist eine andere Geschichte.) Wer eine sachliche und gerade wegen ihrer Sachlichkeit beunruhigenden Analyse der wirtschaftlichen Lage und Aussichten Deutschlands sucht, findet keine bessere als die meines Kollegen und Freunds Olaf Gersemann: „Die Deutschlandblase“.

In einem Punkt stimmt Gersemann mit einem der großen deutschen Untergangspropheten überein, nämlich mit Frank Schirrmacher: Die demographische Herausforderung – eine alternde und schrumpfende Bevölkerung – ist nicht bloß ein Problem für die Rentenversicherung, sondern auch eine Herausforderung für die Demokratie. Und da hat er natürlich Recht. Theoretisch zumindest könnten die Alten die Demokratie missbrauchen, um ihre Pfründe auf Kosten der Jungen zu sichern. Neuere Entscheidungen der Großen Koalition wie die so genannte „Rente mit 63“ (sprich: nach 45 Arbeitsjahren) und die „Mütterrente“ scheinen zu belegen, dass dieser Fall bereits eingetreten ist.

Olaf Gersemann empfiehlt daher als ersten Punkt seines Zehn-Punkte-Programms zur rechtzeitigen Reform des Landes die „Einführung des Kinderwahlrechts“.

Um es klar zu stellen: die Idee stammt nicht von Gersemann. Sie wird unter anderem von der „Stiftung für die Rechte künftiger Generationen“ um Wolfgang Gründinger und vom Kinderhilfswerk vertreten. Schon länger hat es mich gedrängt, dazu etwas zu schreiben; ich benutze Gersemanns Buch nur als Aufhänger. Er schreibt:

„Um der … Gerontokratie entgegenzuwirken, bekommen Eltern … das Recht, treuhänderisch für ihre minderjährigen Kinder mitzustimmen. (…) Ein Kinderwahlrecht … würde die Unwucht beseitigen, die darin besteht, dass ein Senioren-Ehepaar bei Wahlen zwei Stimmen hat, eine Alleinerziehende mit drei Kindern aber nur eine.“ (S.269f)

Klar, dass ich als eine Hälfte eines „Senioren-Ehepaars“ dagegen bin. Aber mir scheint, die hier knapp zusammengefasste Position verdeutlicht aufs Schönste, worum es beim Kinderwahlrecht geht, und warum man auch dann dagegen sein sollte, ja gerade dann, wenn man gegen eine Gerontokratie ist. Denn das Argument geht erstens von einer sachlich falschen Prämisse aus und ist zweitens demokratietheoretischer Quatsch.

Beginnen wir mit dem sachlichen Argument und betrachten das Seniorenehepaar und die alleinerziehende und dreifache Mutter. Unterstellt wird, dass die Senioren immer für ihre unmittelbaren Interessen stimmen werden, die Mutter aber für die ihrer Kinder. Dafür gibt es – trotz der jüngsten Rentenbeschlüsse – nicht den Schatten eines Beweises. Leute in meinem Alter sind erstens nicht so kurzsichtig, wie das Beispiel unterstellt. Gerade weil die Perspektiven des eigenen Lebens spätestens mit dem Renteneintritt zusammenschnurren, kann man sich Sorgen machen um die nachfolgenden Generationen. Und man macht sich Sorgen. Wenn meine Generation abtritt, wird die nächste wie kaum eine vor ihr erben, und beileibe nicht nur „die da oben“. Und auch wer nichts zu vererben hat, kann Argumenten folgen und nach dem Verstand abstimmen, nicht nach dem Rennntenbescheid.

Die alleinerziehende dreifache Mutter hingegen dürfte beherrscht sein von den Nöten und Sorgen des Alltags, woraus man ihr keinen Vorwurf machen kann. Aber wenn es um eine Erhöhung der Kindergeld- und Hartz-IV-Sätze geht, was ja auf Kosten der Arbeitenden geht, die Arbeit noch teurer macht und überdies den Anreiz zu arbeiten reduziert, dürfte man auf ihre Stimme zählen können. Auch im Hinblick auf die eigene Altersversorgung dürfte sie einer „Mütterrente“ kaum abgeneigt sein. Die Vorstellung, dass Leute, die treuhänderisch für ihre Kinder abstimmen dürfen, dies auch im Interesse ihrer Kinder tun würden, ist naiv.

Außerdem ist die Frage, was den Kindern nützt, ja auch umstritten. Vielleicht stimmt die Mutter von drei Kindern für die Linkspartei, weil sie der Ansicht ist, Deutschland müsse sich einer radikal pazifistischen Politik verschreiben, damit ihre Kinder nicht in einem Krieg sterben. Nachvollziehbar, aber ich würde einwenden, dass auch der Pazifismus zum Krieg führen kann. Vielleich stimmt sie für die Grünen, weil sie meint, der Planet müsse für ihre Enkel noch bewohnbar sein. Nachvollziehbar, aber ich würde einwenden, dass die Rezepte der Grünen teilweise das Gegenteil von dem bewirkt haben, was sie intendierten. Vielleicht stimmt sie für die AfD, weil sie ihren Kindern nicht ewige Zahlungen für faule mediterrane Völker aufbürden will und weniger Muslime in deren Schule haben will. Weniger nachvollziehbar für mich, aber man kann es ja so sehen. Und so weiter.

Übrigens muss man feststellen, dass weder die Mütterrente noch die Rente mit 63 von einer angeblich die Bundesrepublik beherrschenden Gerontokratie gefordert wurden. Die Mütterrente ist eine Verbeugung der CSU vor der traditionellen Familie und der Kirche und ein Geschnek an ihre konservative Klientel; die Rente nach 45 Beitragsjahren ist ein Geschenk der SPD an ihre Klientel, die Arbeiterschaft. Die große Masse der Rentner und Rentnerinnen hat weder von der einen noch von der anderen Rente etwas zu erwarten.

Würde in Deutschland eine Gerontokratie herrschen, so wäre kaum zu erklären, wieso das Rentenniveau von 55% des durchschnittlichen Einkommens im Jahre 1990 auf heute 47,1% gesunken ist und weiter sinken soll auf 43% in 15 Jahren.

Würde in Deutschland eine Gerontokratie herrschen, so würde sie vermutlich zu verhindern gewusst haben, dass man für die Pflege eine Extraversicherung abschließen muss, dass Brillen nicht mehr von der Kasse bezahlt werden und Zahnersatz nur in einem begrenzten Umfang, dass bei Rentnern Erspartes – etwa in Gestalt von Lebensversicherungen – bei der Berechnung der zu zahlenden Krankenversicherungsbeiträge mit herangezogen wird und dass – trotz Pflegeversicherung – Immobilienbesitz und anderes Eigentum zu Geld gemacht werden muss, um gegebenenfalls für die Pflege zu zahlen, es sei denn, man hat das zehn Jahre vor Eintritt des Pflegefalls an die Jüngeren geschenkt. Schöne Gerontokratie! Eher scheinen die Krankenkassen zu diktieren, was in diesem Land geht und nicht geht.

Aber selbst wenn die Sachlange eine andere wäre; selbst wenn es den Alten gelingen würde, als Lobby Gesetze gegen die Tendenz zur Altersarmut verabschieden zu lassen; selbst wenn man unterstellen könnte, eine alleinerziehende Mutter dreier Kinder würde verantwortungsvoller abstimmen als ein älterer Publizist, dessen Kind aus dem Haus ist: Würde das für ein Kinderwahlrecht sprechen?

Nein.

Es ist ein grundlegendes Missverständnis des demokratischen Systems anzunehmen, dass es bei Wahlen darum geht, die bestmögliche Regierung ins Amt zu bringen. Selbst wenn man sich darauf einigen könnte, worin „gutes“ und „schlechtes“ Regieren, eine „gute“ oder „schlechte“ Politik besteht, geht es eben nicht darum, sich ein Wahlvolk zuzuschneiden, das dieses Ergebnis garantiert.

Man kann sich viele „Wahlvölker“ vorstellen, die besser qualifiziert wären, eine verantwortungsvolle Regierung zu wählen, als ausgerechnet alle erwachsenen Männer und Frauen. Zum Beispiel alle, die einen Hochschulabschluss haben. Oder alle, die Steuern zahlen: schließlich ist es die vornehmste Aufgabe des Parlaments, über die Verwendung der Steuern zu beschließen. No taxation without representation, gewiss, aber auch no representation without taxation. Man hat früher nur Landbesitzer abstimmen lassen, weil man meinte, nur die seien sozusagen mit Haut und Haaren dem Land auch verbunden. Man hat rechtlich und wirtschaftlich abhängige Personen – Frauen, Sklaven, Versorgungsempfänger – vom Wahlrecht ausgeschlossen, weil man ihnen die mit dem Wahlrecht indirekt verbundene Verfügung über das Eigentum anderer nicht einzuräumen bereit war. Man hat Bildungstests eingeführt, die etwa in den Südstaaten so manipuliert wurden, dass kaum ein Schwarzer sie bestand.

Die simple Regel, dass alle nicht entmündigten Erwachsenen die Regierung wählen, geht nicht davon aus, dass dadurch eine bessere Regierung gewählt wird als im Falle irgendeiner Einschränkung des Wahlrechts. Das ist nachweislich nicht der Fall. Das Frauenwahlrecht zum Beispiel mag nicht, wie behauptet, Hitler an die Macht gebracht haben, aber dass dadurch die Qualität des Regierens verbessert worden wäre, kann man nicht behaupten. Das Wahlrecht für alle Erwachsenen geht auch nicht davon aus, dass die Regierung dadurch eher an ihre Versprechen gebunden wird. Auch das ist selten der Fall, weil es eben oft schwer ist, Versprechen einzulösen: Fragen Sie die jetzige griechische Regierung.

Worum es geht, ist die Möglichkeit, eine Regierung friedlich abzulösen, wenn sie sich als unfähig erwiesen hat, gescheitert oder schlicht und einfach im Amt ermüdet ist und den Leutenlangsam uaf den Wecker geht.

Dazu wäre auch ein anders zusammengesetztes Wahlvolk ja auch imstande; aber das allgemeine Wahlrecht soll sicherstellen, dass der Regierungswechsel friedlich erfolgt, indem er sich auf eine Mehrheit, zumindest auf eine Mehrheit der Abstimmenden, beziehen kann. Das gegenwärtige Wahlrecht ist also in erster Linie dazu da, den Regierungswechsel zu legitimieren; dafür zu sorgen, dass keine relevante Gruppe sich mit nichtverfassungsgemäßen Mitteln – mit Gewalt also – ihr Recht zu verschaffen versucht.

Die freie, gleiche und geheime Abstimmung gleichberechtigter Erwachsener scheint dazu das beste Mittel zu sein. Die Einführung eines Mehrklassenwahlrechts, bei dem – etwa – das zugezogene libanesische Ehepaar mit zehn Kindern nicht nur vom Sozialamt genug Geld bekommt, um ohne Arbeit leben zu können, was jetzt schon der Fall ist, sondern auch an der Wahlurne zehnmal mehr zu sagen hat als die allein wohnende kinderlose Juristin mit Migrationshintergrund oder der biodeutsche Heizungsmonteur, der seine geschiedene Frau mit ihrem Kind unterhalten muss (ja, ich bediene Vorurteile): ein solches Wahlrecht wäre ein Rezept für die Zerstörung des sozialen Friedens.

Es ist die Aufgabe der Politiker und der Parteien, Konzepte und Rezepte für die Zukunft des Landes zu entwickeln und dafür Mehrheiten zu organisieren. Können sie es nicht,

Wäre es da
Nicht doch einfacher, die Regierung
Löste das Volk auf und
Wählte ein anderes?
(Bertolt Brecht)

Ja, es wäre einfacher. Aber die Demokratie ist eben nicht einfach. Und das ist auch gut so.

 

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66 Gedanken zu “Kinder an die Macht? Bloß nicht!;”

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    Err.
    soll heißen
    1. Gender-Mainstreaming-Gleichmacherei: Soll unter dem Mantel von ‘Unisex’ (alle sollen – dürfen – letzlich müssen – alles machen, jeden Beruf, jede Tätigkeit, jede Leistungsanforderung, jede Funktion, in allen Bereichen, alles Private ist politisch.. sollte Ihnen bekannt vorkommen.) ‘Chancengleichheit’ versprechen.

  2. avatar

    @hans
    Das ist schon richtig, daß ich ihnen bisweilen nicht geistig folgen kann, muss wohl daran liegen, daß mir beim Lesen Ihrer Kurzschlüsse die entsprechenden Getränke fehlen..

    Zwei Dinge sind m.E. zu unterscheiden:
    1. Gender-Mainstreaming-Gleichmacherei: Soll unter dem Mantel von ‚Unisex‘ (alle sollen – dürfen – letzlich müssen – alles machen, jeden Beruf, jede Tätigkeit, jede Leistungsanforderung, jede Funktion, in allen Bereichen, alles Private ist politisch.. sollte Ihnen bekannt vorkommen.) – unter dem Versprechen der ‚Chancengleichheit‘.
    2. Schutz von Minderheiten: Qua Geburt gibt es unterschiedliche Geschlechter-Spielarten, Orientierungen. 10 % aller höheren Spezies sind auch/und/ausschließlich homosexuell. Wahrscheinlich (sonst gäbe es das nicht) hat solches eine wichtige Funktion. Auch diese Variationen, bzw. die Menschen, die diese tragen (und das ist erstmal keine Bürde!) sind vor einer (in diesem Fall Mehrheits-) Ideologie (wie der Ihren?) zu schützen.

    Was mich eher bei dem Thema umtreibt ist, mit welcher Beflissenheit die hiesige Staatsbürokratie (hier Schulbürokratie) völlig Unausgegorenes und für die Kinder Verstörendes vorantreibt, um sich ihre öffentlich rechtliche Finanzierung weiter zu sichern:

    Für die Erarbeitung entsprechender Unterrichtsmaterialien beauftragte das Sozialministerium unter der Sozialdemokratin Kristin Alheit den Lesben- und Schwulenverband Schleswig-Holstein, der seinerseits das Kieler Petze-Institut für Gewaltprävention hinzuzog. Dafür soll es 50.000 Euro vom Land an Fördermitteln gegeben haben. Die erste Fassung des sogenannten „Methodenschatzes“ wurde jetzt allerdings abgelehnt. Eine Überarbeitung wurde für das Frühjahr 2015 angekündigt.

    Die Schulbehörden existieren meines Wissens, um die Schüler vor nicht geeigneten Lehrern zu schützen. Aber wer schützt die Kinder vor den Schulbehörden und deren Willfährigkeit gegenüber der Politik?

    Sie beziehen sich, hans, gerne und immer wieder auf „die Wahrheit“. „Die Wahrheit“ ist aber nun auch die Existenz von Schwulen, Lesben, Transexuellen und Asexuellen. Ihre Fraktion nun hätte gerne wieder den verschämten Umgang damit. Dagegen bin ich. Aber ich bin auch dagegen, daß sich Politiker, Funktionäre, Verbände, Behördenmitarbeiter auf Kosten eines brauchbaren und nicht verstörenden Unterrichts, also letztlich der Kinder profilieren. Das ist eigentlich widerliche daran. Kinder sollten vor Übergriffen Erwachsener geschützt werden, dies jedoch ist ein Schutzprogramm für Erwachsene vor den Fragen von Kindern.

  3. avatar

    … werter KJN, wenn ich nicht mehr weiter weiß, frage ich. Ergo, ich weiß immer weiter.

    Vielleicht liegt es ja auch daran, dass ich mich, für andere, nicht richtig zu verstehen geben, respektive ausdrücken, kann, ich übe noch, oder aber Sie und andere sind nicht in der Lage mir – geistig – zu folgen.

    … zum Gender-Quark: natürlich können Sie oder die ‚BRD‘ per Gesetz anordnen, dass, zum Beispiel, eine Frau von Rechts wegen als Person dem biologisch anderen Geschlecht gleichgestellt gilt und von allen Rechtsgenossen als solche zu behandeln ist. (Oder 40 – 60 neue Geschlechter definieren.)

    Das Gesetz kann die Frau, das Weib, jedoch nicht tatsächlich in eine Person des biologisch anderen Geschlechts, den Mann, umwandeln und ihr die zugehörigen biologischen Funktionen verschaffen. Das Gesetz ist schlichtweg Quark. Unfug. Oder?

    Ideologie und Wahrheit zusammen – geht nun mal nicht. Trotz aller ‚LFs‘ und der ‚SZ‘.

    Daher!

  4. avatar

    @hans
    „Kirche Christie… gäääähn“
    .. blabla ..was immer kommt, wenn Sie nicht mehr weiter wissen. Ihr AfD-Vorschlag für ein Wahlalter von 30 ist absoluter Quark und das wissen Sie ganz genau …gääähhhn.
    Gehen Sie doch selber als Ausbilder zum ‚IS‘- die wollen doch immerhin einen Gottesstaat.

  5. avatar

    @KJN

    … tja, die Kirche Christie ist eben der Wissenschaft immer voraus. In diesem Fall um Jahrhunderte.

    Gender ist Quark-Ideologie und keine Wissenschaft.

    Wenn Sie so früh wie möglich Kinder in die Verantwortung nehmen wollen, sagt das erst mal gar nix. Das ‚Wahlalter‘ ab 30 ist, wie nun endlich auch, gäääähn, wissenschaftlich erwiesen, ‚früh möglichst‘.

    Oder aber Sie werden Ausbilder vom ‚Islamischen Staat‘ oder ähnlicher Menschenverachtung. Dort ist das Morden unter 14 Erziehungsziel.

  6. avatar

    @Alan Posener

    Ja, Moritz Berger, ein weites Feld. Ich empfehle die Lektüre von Gersemanns Buch, insbesondere von Kapitel 12, “Die Weber des 21. Jahrhunderts”. 51 Prozent der deutschen Arbeitnehmer üben demnach einen Beruf aus, der “potenziell automatisierbar” ist. Da ist Flexibilität gefragt. Und wenn in keinem westeuropäischen Land der Anteil der Bürger, die gute Computerkenntnisse besitzen, so niedrig ist wie in Deutschland; wenn Einzelhandelskaufmann und Verkäufer (!) die mit Abstand beliebtesten Lehrberufe sind; wenn es über 300 verschiedene Lehrberufe gibt, z.B. den “Stanz- und Umformmechaniker” oder den “Servicekaufmann im Luftverkehr”, dann kann man zu Recht fragen, ob unser Hauptproblem wirklich die Akademisierung ist.

    Lieber Alan Posener,

    herzlichen Dank für den Hinweis auf das Kapital von Gersemann.

    Ich vermute, dass sich Gersemann u.a. auch auf die Beröffentlichung von Frey und Osborne:

    http://www.futuretech.ox.ac.uk.....aper_1.pdf

    bezogen hat, siehe auch Seite 37

    Ein Hinweis, die von Ihnen zitierten Berufe Einzelhandelskaufmann, Verkäufer werden mehrheitlich von Frauen ergriffen:

    http://www.ausbildung.de/berufe/beliebteste/
    http://www.nach-dem-abitur.de/.....erufe.html

    „Generell mögen junge Frauen die klassischen Ausbildungsberufe Einzelhandelskauffrau, Verkäuferin und Bürokauffrau. Bei Abiturientinnen sehr beliebt sind Ausbildungsplätze als Bankkauffrau, Kauffrau im Außenhandel und Touristikkauffrau. Junge Männer hingegen bevorzugen generell nach wie vor technische oder handwerkliche Ausbildungsberufe.“

    Und:

    Es gibt zwar über 350 Ausbildungsberufe, aber weniger als 50 Berufe werden von nahezu 90% der Auszubis gewählt.

    Zum “ weiten Feld “ wie von Ihnen angesprochen, gehört auch der duale universitäre Bildungsweg der zunehmend eingeschlagen wird.

    Was die IT Grundausbildung in Deutschland betrifft, da sind sicherlich noch Defizite vorhanden.

    Die Diskussion um Industrie 4.0 geht hier auch verstärkt ein.

    Was wir in der “ (Berufs-) Ausbildung anstreben müssen, ist ein gutes Basiswissen, verbunden mit tools sich darauf einzustellen, dass wir zukünftig in vielen Berufsbereichen “ Brüche “ haben werden.

    Der Algorithmus wird nicht nur in den blue collar Bereich eindringen, sondern auch die white collars nicht verschonen.

    Das betrifft, wie wiederholt angeführt, auch die Journalisten, die in einigen Bereichen wie in der Finanz- und Sportberichterstattung durch bots ersetzt werden.

    Wie wir mit diesen Herausforderungen des Arbeitsmarktes umgehen wollen, da schweigt sich Gersemann leider aus (oder ich habe es überlesen). Vielleicht sollte er einmal bei Keynes nachschlagen, der bereits Anfang der 30iger Jahre davon ausging, dass die steigende Produktivität es uns in diesem Jahrhundert ermöglichen würde, nur 3 Tage pro Woche zu arbeiten.

    Nur wo sind wir heute?? Sie auch Sedlacek:

    http://www.zeit.de/2012/05/L-P-Sedlacek

    http://www.spiegel.de/wirtscha.....16975.html

    „Sedlácek: In der Bibel hat Gott einen Tag geruht, nachdem er alles erschaffen hatte. Er wusste: Die Arbeit ist getan. Und das ist auch eins der zehn Gebote: Du sollst ruhen – aber das ist heutzutage das am häufigsten gebrochene Gebot. Das Ausruhen ist zwar noch möglich, aber nur weil wir glauben, dass man danach wieder besser und effizienter arbeiten kann. Früher war die Wirtschaftswissenschaft auf die Ruhezeit ausgerichtet. Die Ökonomen dachten, wenn die Menschen durch den Kapitalismus zu Wohlstand gekommen sind, könnten sie sich ausruhen, tanzen, sich den schönen Künsten widmen, anderen helfen. Heute ist uns diese Idee verloren gegangen.“

  7. avatar

    @hans
    „wissenschaftlich erkannten ‘Grenze’“
    Hm – das wundert mich nun doch von einem erklärten Katholiken: Was ‚Wissenschaftler‘ festzustellen bereit sind, gerade im Hinblick auf ‚Menschenwürde‘, ’sexuelle Orientierung‘ (Genderismus) oder ‚Fähigkeiten‘, da möchte ich lieber für den Rest meines Lebens seeehr skeptisch bleiben. Denken Sie an ‚Sexualität als gesellschaftliche Konstruktion‘ (also beliebig umdeutbar), ‚Abtreibung‘ und/oder ‚Euthanasie‘. Die meisten Länder haben Schwellen für Volljährigkeit und Wahlalter bei 18 Jahren und das scheint wohl demokratiekompatibel zu sein. Das ändern zu wollen ist m.E. reine Symbolpolitik und wäre eine endlose Quelle für Radikalisierung Jüngerer. Ich weiß nicht, wie Sie Ihren Nachwuchs erzogen haben, aber ich hielt und halte es immer noch für den besten Weg, ihn möglichst früh in die Verantwortung zu nehmen und dazu gehören eben neben Pflichten auch Rechte. Ich weiß auch nicht, wieso man mit 18 Soldat sein dürfen soll, aber nicht wählen.
    (Keineswegs bin ich jedoch für eine Herabsetzung des Wahlalters auf 16, nur weil sich einige Parteien davon Vorteile versprechen.)

    @M.B.
    Was die Börse betrifft, so ist sie deswegen für mich interessant, weil es auch dort untrügliche Zeichen für einen bevorstehenden Absturz gibt (sog. „Hausfrauenrallye“). Analoges gilt durchweg für alle ‚Versklavungsprozesse‘ (man nennt das so, wenn sich plötzlich alle Elemente in einem Prozess ausrichten) in der Natur oder der Physik (z.B. beim LASER oder der plötzlichen Kristallbildung in übersättigten Lösungen). Bei physikalische Prozessen ist der Schwellenwert, dessen Überschreitung die Lawine auslöst, meist bekannt – bei der Börse nicht. Deswegen leider keine Vorhersage 😉
    Hermann Haken (Chaostheorie) und Stuart Kauffman (Selbstorganisation) sind bekannte Namen im Zusammenhang mit dem Thema. Mich selber interessieren vor allem die Analogien. Wer sich mit der Zukunft des Kapitalismus befasst, sollte sich mit Kauffmanns Sicht auf die Evolutonsbiologie beschäftigen.. ich kann das nicht in der Kürze darstellen (möchte ich auch noch nicht). Lesen Sie aber ein Interview mit Kauffman hier: http://www.spiegel.de/spiegel/.....25308.html
    .. meine Betonung von Vielfalt statt Monokultur liegt (u.a.) in solchen Gedanken begründet.

    @R.Z.
    Ihre Bedenken gegenüber der Berichterstattung halte ich für mehr als gerechtfertigt. Viel zuviele Kurzschlüsse..

  8. avatar

    Lieber Alan Posener,

    Sie haben doch recht! Nur ihre Gleichung Alleinerziehend und 3 Kinder = fehlendes gesellschaftliches Bewußtsein = rückwärtsgewandte Wahlentscheidung (Mütterrente, Erhöhung Hartz 4) zur Illustration ihrer These ist klischeehaft. Grundsätzlich stehen wir bei dem Thema „Kinderwahlrecht“ auf der gleichen Seite.

    Mit freundlichem Gruß

    Stefan Trute

    1. avatar

      Nochmal, lieber Stefan Trute, ich unterstelle der hier in Frage stehenden alleinerziehenden Mutter NICHT notwendig ein „fehlendes gesellschaftliches Bewusstsein“, auch nicht den automatischen Bezug von Hartz IV und so weiter und so fort. Übrigens auch nicht dem Libanesen mit 10 Kindern, damit auch das kalr ist. Ich unterstelle ihr und ihm nur NICHT per se einen klareren Blick für die Zukunftsaufgaben des Landes.

  9. avatar

    …bei der „Zeit“ ist es klar:

    „Vermutet das Kabinenpersonal einen Notfall im Cockpit, kann die Crew über das Tasten-Terminal einen Notfallcode eingeben. Reagieren daraufhin die Piloten 30 Sekunden lang nicht, wird die Cockpit-Tür für fünf Sekunden geöffnet. Es sei denn von innen wird die Tür aktiv verriegelt gehalten.“

    http://www.zeit.de/wissen/2015.....t-tuer-faq

    Also wohl tatsächlich: Absicht.

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    ….puh, selten eine so konfuse Berichterstattung gelesen. Bei Spiegel online wird es so dargestellt:

    „Robin zufolge war die Tür durch einen Code gesichert – allerdings nicht zum Öffnen, sondern um sich als zugangsberechtigt zu identifizieren. Die Tür hätte immer noch von innen geöffnet werden müssen.“

    http://www.spiegel.de/panorama.....25713.html

    Im Hintergrundbericht dazu heißt es entsprechend:

    „Bei der Rückkehr ins Cockpit gibt es zwei verschiedene Modi, die Tür zu öffnen – „Routine“ und „Emergency“. Im Routinefall ertönt für wenige Sekunden ein Summer im Cockpit, sodass der verantwortliche Pilot die Verriegelung elektronisch lösen kann.“

    http://www.spiegel.de/panorama.....25637.html

    Demnach bleibt die Tür jedenfalls zu, wenn niemand sie von innen öffnet. D.h. man muss sie nicht aktiv verriegeln. Wie ist es denn nun?

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    …Zunächst hatte ich gelesen, dass der von außen eingegebende Code nur identifiziert, aber nicht öffnet. So dass man ohne eine Aktion von innen nicht mehr hereinkommen kann. Nun scheint dieses Verhalten der Tür nur durch eine aktive Schaltung von innen erreichbar zu sein (von „Norm“ auf „Lock“). Dann ist die Absicht im Unwahrscheinlichen tatsächlich noch am wahrscheinlichsten.

    Unbegreiflich.

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    Lieber Alan Posener,

    vielleicht bin ich da etwas verstockt, aber Ihre beiden grundsätzlichen Argumente gegen das Kinderstimmrecht lassen sich ebenfalls gegen jegliches allgemeine Wahlrecht verwenden. Ein Mehrklassenwahlrecht sehe ich hier nicht, denn die Eltern haben auch nur ihre eigene Stimme und üben das Stimmrecht ihrer Kinder nur treuhänderisch aus. Alle anderen Entscheidungen treffen sie ja auch für ihre Kinder, darunter viele die gravierendere Auswirkungen auf die Kinder haben als eine möglicherweise falsche Wahlentscheidung.

    Einleuchtender ist dabei noch das Beispiel von Parisien mit dem Libanesen mit zehn Kindern.

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      Das Beispiel des Libanesen mit zehn Kindern, lieber Don Geraldo, stammt von mir, nicht von Parisien, und dass Sie das nicht wissen, scheint mir zu belegen, dass Sie möglicherweise nicht verstockt sind, aber nicht sehr genau gelesen haben.

  13. avatar

    Das kann ich nicht glauben. Niemand fliegt im Landeanflug schweigend 8 Minuten lang gegen den Berg. Amok wäre anders: schreiend und per Sturzflug, mit einer Botschaft für die Welt.

    Nein. Irgendwie wurde die Flugelektronik in den Landemodus versetzt. Ein Softwarebug vielleicht. Der Co-Pilot war ohnmächtig.

    „Das ist kein kurzfristiger Sinkflug, das ist wie ein Landeanflug. Aber in der Nähe gibt es gar keinen Flughafen auf dem ein Airbus landen könnte“, erklärte Robin.

    http://www.welt.de/vermischtes.....sturz.html

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    …halt:

    „Der Stimmenrekorder habe bis zuletzt schweres Atmen aus dem Cockpit aufgezeichnet. Der Copilot habe jedoch nichts mehr gesagt, erklärte der Staatsanwalt.“

    http://www.welt.de/vermischtes.....sturz.html

    Womöglich ist der Co-Pilot doch zusammengebrochen und alles war eine Verkettung. Wir werden dazu bestimmt bald mehr erfahren.

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    …meine Theorie hat sich soeben – nach Bekanntgabe des Stimmenrekorder-Ergebnisses – erledigt. Es war offenbar wieder einmal menschliche Bösartigkeit.

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    Lieber Alan Posener,

    Kern Ihrer Argumentation ist, wenn ich recht verstehe, dass es fraglich ist, ob Eltern minderjähriger Kinder auch tatsächlich in derem Sinne wählen würden. Oder allgemeiner gesagt, zu denken, jeder Wähler hat bei einer Wahl nur seine eigenen Interessen – oder die seiner „Klasse“ – im Blick, anstelle gesamtgesellschaftliche Belange zu berücksichtigen, führt in die Irre. Da haben Sie recht.
    Allein, Ihr Beispiel der alleinerziehenden Mutter mit 3 Kindern ist merkwürdig. Warum bezieht sie automatisch Hartz 4 und würde selbstverständlich für eine Erhöhung dieser Sozialleistung stimmen? Nein, ebenso wie Kinderlose oder Ältere für eine kinderfreundlichere Poltik votieren können, könnte auch diese Frau für eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf stimmen, für ein Umfeld, das es ihr ermöglicht, ihren Unterhalt selber zu verdienen. Insofern ist Ihr Beispiel falsch. Ebenso falsch, wie wenn man behauptete, jeder Unternehmer würde selbstverständlich gegen einen Mindestlohn sein oder für weitere Unternehmenssteuersenkungen eintreten.

    Mit freundlichem Gruß

    Stefan Trute

    1. avatar

      Lieber Sefan Trute, ich darf auch Sie bitten, genau zu lesen. Das Beispiel der allein erziehenden Mutter mit drei Kindern stammt nicht von mir, sondern von Olaf Gersemann, der unterstellte, es sei eine „Unwucht“, wenn sie nur eine Stimme habe, ein Rentnerehepaar jedoch zwei. Mein Argument lautete, es gebe keinen Grund anzunehmen, sie würde verantwortungsvoller (zukunftsgerichteter) abstimmen als die Rentner. Mehr nicht.

  17. avatar

    …normalerweise finden solche Ereignisse nicht zusammen statt. Wenn die Elektronik ausfällt, ist ein Pilot da und übernimmt. Bricht ein Pilot zusammen, übernimmt ein Co-Pilot. Fallen beide aus, schaltet sich die Elektronik ein. In Tausenden von Flügen findet keines solcher Ereignisse statt. In seltenen Fällen passiert eines der drei separat. Noch seltener passieren zwei von drei gleichzeitig. Und nun könnten alle drei gemeinsam aufgetreten sein.

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    @Parisien: Noch etwas lehrt diese Katastrophe, meiner Ansicht nach: Jedes Restrisiko ereignet sich immer – irgendwann. Vielleicht ist es falsch; es ist alles noch sehr unklar. Es könnte aber sein, dass sich entgegen aller Erwartung etwas sehr Unwahrscheinliches, aber Mögliches ereignet hat (z.B: das Essen war schlecht, die Piloten essen und merken das nicht, der eine muss plötzlich aufs Klo, der andere kriegt einen Anfall und ist bewusstlos; gleichzeitig versagt die Flugelektronik aus irgendwelchen Gründen).

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    @ Roland Ziegler
    Hier bin ich dann auch schnell bei der Kritik des heutigen Kapitalismus, in die Sie in puncto Zimmermann einstimmten, des Kapitalismus, den man einfach auch nur noch maximale Abzocke nennen kann. Sparen, sparen, sparen, aber nur für maximalen Profit. Todesopfer? Kein Ding. Man fliegt doch Gulfstream.
    Kein Klo im Cockpit:
    http://www.welt.de/wirtschaft/.....assen.html

    Das war Punkt 1. Punkt 2: Medien. Keine Info vorher über so etwas, keine Kritik, die schon nach MH 370 hätte einsetzen können, denn auch da konnte diese Möglichkeit nie ausgeschlossen werden. Keine Info, sonst Ärger mit Regierungen oder Werbeträgern, denn klar könnte man selektiv werden beim Fliegen.
    Wenn die Piloten von der Kabine aus Sicherheitsgründen isoliert werden, brauchen sie ein eigenes Klo. Jedes dämliche Windrad auf See hat eins, da dürfen wir zahlen. Lieber fünf Euro mehr für ein Ticket. Überhaupt ist der Preiswettbewerb auf dem Sektor der Garant für schlechtere Qualität.
    Hier liegt außerdem die Sicherheitslücke, die es immer gibt. Reiseflughöhe erreicht, Toilettengang, das ist dann der Moment, wo einer, der es plant, in die Kabine kann.
    Ich hasse diesen ganzen Billigheimer für die Gulfstreamklasse und ihre Marge.

  20. avatar

    Zum Thema:
    Es gibt Kommunalwahlrecht mit sechzehn Jahren. Im Prinzip genügt das.
    Der Gipfel des Eisbergs, also dieser legendäre Libanese mit zehn Kindern, bekommt schon Kindergeld X zehn und einiges mehr, getragen vom Steuerzahler. Er muss nicht noch 12 Stimmen dazu haben. Das würde ernsthaft sozialen Unfrieden und gewaltigen Unmut erzeugen. Welche Intentionen, Gruppen und Sozialindustrien solche Fässer aufmachen, ist eigentlich klar. Was ihnen nicht klar ist, ist, dass die Deutschen durch die Schuld des Holocaust vermutlich nicht auf die Migranten losgehen würden, sondern auf die Verantwortlichen. Wie man an Mai-Umzügen und Blockupy sieht, ist die Hemmschwelle gesunken. Linke Träumer sollten nicht meinen, dass sie nie der umgekippte Volkszorn treffen würde. Manche Muslime dabei.

  21. avatar

    Zwischendurch was anderes:
    Ich war bei Klassenfahrten immer für Bahnfahren. Man musste mir erklären, dass das teurer sei, bedeutend.
    Zwei Fragen:
    Wie kann es sein, dass Fliegen billiger ist als Bahnfahren?
    Kann man Schülern auf Klassenfahrt nicht Bahntickets für zehn Euro geben, Liegen bei Nachtfahrten deutlicher reduziert?
    Der Rektor wurde (verfrüht) gefragt, ob er den Austausch weiterführen wolle. Düsseldorf-
    Perpignan mit dem Nachtzug, denn Bus. Kosten senken.
    Beim Stand der Dinge sollte man vielleicht nicht ganze Klassen fliegen lassen.

  22. avatar

    @KJN

    … noch einmal. Ich habe mich bei diesen Gedanken auf einen Artikel in WELT-online bezogen, in dem etwa geschrieben steht, dass erwachsene Individuen notwendige Fähigkeiten und Kenntnisse, um Entscheidungen für ihr Leben und ihr Fortkommen zu treffen, etwa ab 30stes LJ erlangt haben.

    Das muss keine Frage von Bildung sein. Die ’notwendigen Fähigkeiten‘ sind unabhängig vom Bildungsstand. Der Welt-Artikel schrieb von ‚geistiger Reife‘. Ein studierter Chemiker 😉 kann entsprechend die gleiche ‚geistige Reife‘, wie APos Klempner besitzen.

    Wie es in Naturvölkern gehandhabt wird, auch wer sich an Geschichtsunterricht erinnert, der Thing bei den germanischen Völkern, ähnlich der Witan in England, da durften kein ‚Deppen‘ mitsprechen. Das war reine Überlebensstrategie. Ältestenrat. Erfahrung.

    Es ist nicht einzusehen, warum unter dieser nun wissenschaftlich erkannten ‚Grenze‘, überhaupt bei wichtigen Entscheidungen, ‚mitgesprochen‘ werden darf. Wer das will, das ‚Wahlalter‘ sogar noch senken, will noch mehr manipulieren. Täuschen. Tricksen. Anders: ‎‚If voting changed anything they would make it illegal.‘ Emma Goldman.

    Selbst im geltenden Sozialrecht wird eine Grenze bei 27 Jahren gezogen, Junger Volljähriger ist ‘wer 18, aber noch nicht 27 Jahre alt ist’ (§ 7 Abs. 1 Nr. 3 SGB VIII). (Wiki)

    Außerdem wird niemand benachteiligt. Klar weiß ich aber, dass – Vernunft – nicht durchsetzbar ist. Das wäre ja auch ein demokratischer Akt. Unmöglich in der ‚BRD‘.

    Daher!

  23. avatar

    Lieber Alan Posener,

    wenn Sie meinen Einleitungssatz als beleidigend empfinden möchte ich mich dafür entschuldigen, es lag nicht in meiner Absicht sie zu beleidigen oder herabzusetzen.

    In der Vergangenheit hatte ich öfters zu meinem Erstaunen festzustellen, daß ich mit Ihrer Meinung konform gehe und dies heir auch kundgetan. Mir persönlich sind allerdings die Beiträge denen ich nicht zustimmen kann lieber, ich reibe mich nun mal gerne an anderen Meinungen.

    Inhaltlich habe ich nichts zurückzunehmen, ich habe wirklich kein einziges Argument gegen ein Kinderwahlrecht gefunden daß sich nicht auch gegen demokratische Wahlen an sich verwenden lassen könnte.

    1. avatar

      Entschuldigung selbstverständlich angenommen, Don Geraldo. Ich glaube doch, dass ich zwei grundsätzliche Argumente gegen das Kinderstimmrecht angeführt habe: 1. Es geht vbon einem falschen Prinzip aus, nämlich dass die Wahl eine möglichst gute Regierung („gut“ im Sinne irgendwelcher für gut befundener Ziele) hervorbringt; und 2. dass es den eigentlichen Zweck von Wahlen, nämlich dem Regierungswechsel (oder dem Verbleib der Regierung im Amt) Legitimität zu verleihen, konterkariert, indem es ein Mehrklassenwahlrecht einführt.
      Sie haben natürlich darüber hinaus Recht, dass der Grundsatz „one (wo)man, one vote“ verschieden ausgeübt werden kann: Verhältnis- oder Mehrheitswahlrecht, Parlaments- oder Präsidialdemokratie usw.; darüber zu diskutieren, würde hier zu weit führen.

  24. avatar

    Lieber KJN

    Wenn Sie mir etwas über die Chaosthorie und den Bezug zur Börse erklären, dann kann ich Ihnen beim Verdauen der schweren Kost helfen 🙂

    @M.B.
    danke für die Links. Schwere Kost. Mal sehen, ob ich das alles verstehe

  25. avatar

    Lieber Alan Posener,

    mein Kommentar war lediglich auf diesen Satz von Ihnen gemünzt:

    , aber ich kann verstehen, dass einer mit 17 andere Vorstellungen von seinem Leben hat als immer irgendwo im Keller an Gasgeräten herumbasteln<

    Und da habe ich zunehmend kein Verständnis dafür insbesondere wenn ich sehe wie die " Akademesierung " auch in Deutschland voranschreitet.

    Wenn Sie sich einmal das Bildungsniveau der spanischen, portugiesischen und griechischen Ingenieure anschauen (alles nur universitäre Theoretiker, Ausnahmen bestätigen die Regel) dann wüßten Sie was uns zukünftig blüht.

    1. avatar

      Ja, Moritz Berger, ein weites Feld. Ich empfehle die Lektüre von Gersemanns Buch, insbesondere von Kapitel 12, „Die Weber des 21. Jahrhunderts“. 51 Prozent der deutschen Arbeitnehmer üben demnach einen Beruf aus, der „potenziell automatisierbar“ ist. Da ist Flexibilität gefragt. Und wenn in keinem westeuropäischen Land der Anteil der Bürger, die gute Computerkenntnisse besitzen, so niedrig ist wie in Deutschland; wenn Einzelhandelskaufmann und Verkäufer (!) die mit Abstand beliebtesten Lehrberufe sind; wenn es über 300 verschiedene Lehrberufe gibt, z.B. den „Stanz- und Umformmechaniker“ oder den „Servicekaufmann im Luftverkehr“, dann kann man zu Recht fragen, ob unser Hauptproblem wirklich die Akademisierung ist.

  26. avatar

    Lieber Alan Posener,

    >Der Mann, der meine Heizung wartet, hat schon den dritten Lehrling entlassen. Er schimpft, aber ich kann verstehen, dass einer mit 17 andere Vorstellungen von seinem Leben hat als immer irgendwo im Keller an Gasgeräten herumbasteln<

    Das Berufsbild des Gas/Wasserinstallateurs/Klempner hat sich in den vergangenen Jahrzehnten erheblich verändert.

    Man bastelt nicht mehr an Gasgeräten herum!! sondern man hat /Ausnahmen bestätigen die Regel) mittlerweile Notebooks, um mit dere entsprechenden Software die Gasgeräte zu warten.

    Allerdings hat das Klempnerhandwerk immer noch den "Geruch " von Scheisse und Wasser 🙂

    Das der Klempner, sofern er auf den Zug aufgesprungen ist, mittlerweile BHK´s einbaut, Solarpanels auf dem Dach installiert ist und mittels hydraulischer Abgleichung der Heizung dafür sorgen kann, dass der Kunde weniger Energie verbraucht ist leider bei der Öffentlichkeit noch nicht angekommen.

    Und:

    ein guter Klempnermeister hat ein höhereres Einkommen als ein Akademiker mit Bachelor Abschluß

    1. avatar

      Lieber Moritz Berger, versuchen Sie bitte nicht, mir zu erklären, was der Heizungsmonteur macht, wenn er meinen Gasbrenner wartet, und was der Klempner gemacht hat, als ich einen Rohrbruch hatte.

  27. avatar

    achja, @hans
    sicher, die Lebenserfahrung würde eher für gute Politik entscheiden, aber ich frage Sie: Warum dauert es denn immer länger, bis die Jüngeren, denen Sie das Wahlrecht absprechen wollen, Lebenserfahrung machen dürfen? Ist es wirklich der richtige Weg – bei aller doch jetzt schon verbreiteten Siebung, Bewertung und Selektion – jetzt auch noch die Wähler zu selektieren?

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    @Parisien / Alan Posener
    Die Sache ist doch die, daß die Tätigkeiten, die wirklich gebraucht werden, egal was, auch Wertschätzung erfahren sollten und – würde es gut laufen – auch bekäme. Dann sind sie i.d.R. auch befriedigend für den, der sie macht. Diese Wertschätzung kann durch Geld, mehr Freizeit, was auch immer gut tut, erfolgen. Warum das weitestgehend nicht passiert, danach sollten wir schon fragen.
    Daß so viele Akademiker unglücklich werden (Zeitverträge etc.) ist sicher eine Folge der Öffnung der Unis durch BaFög etc. (überangebot). Ich rechne mit einer Gegenbewegung, auch wenn es sicher schöneres gibt, als die Arbeit unter der Spüle. So einer kann sich aber früh selbständig machen.. und den ganzen Tag Excel-Tabellen hin und herzuschieben ist auch nicht soo befriedigend.

    @Parisien
    Ihren Bildungsverdruss kann ich verstehen. Ist mir auch so gegangen, bevor ich mich selbständig machte und geht mir auch bisweilen heute noch so. Nicht jeder ist dafür gemacht, ständig neue ideologische Vorgaben in Form von neuen Gesetzen, Richtlinien, Konzepten, Leitbildern etc. zu studieren und sich eng daran zu halten. Schätzen Sie trotzdem Ihre Ausbildung – Sie ist ein Schatz aus dem Sie ständig neue Gedanken schöpfen können und ich weiß aus viele Gesprächen, daß der ‚Klempner‘ uns sehr oft – mehr oder weniger unbewusst – darum beneidet. Wir sollten ihm sagen, daß wir ihn auch wg. seiner Autonomie beneiden.

    @R.Z.
    Ich bin ganz bestimmt kein Freund von Repressalien, eher von Emanzipation 😉

    @M.B.
    danke für die Links. Schwere Kost. Mal sehen, ob ich das alles verstehe.

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    @ Alan Posener
    Interessant. Ich habe mir inzwischen angewöhnt, einiges selbst zu machen, auch leichte Klempnerarbeiten (manches geht nicht). Ich muss sagen, mir macht das viel mehr Spaß als meine frühere Arbeit. Dummerweise hatte ich gute Noten, so kam niemand auf die Idee, ich solle z.B. Schreiner werden. Daran hätte ich aber im Endeffekt mehr Freude gehabt und wäre auch kreativ gewesen. So empfinde ich mein Leben manchmal als bildungsvergurkt und unterhalte mich oft lieber mit Bauern und Handwerkern, die mit beiden Beinen auf der Erde stehen. So schlimm ist es nicht, auch nicht Klempner. Wenn man da was Schwieriges hingekriegt hat, ist man fast so stolz wie ein Chirurg. Mehrere Sets Dichtungen, Metallsäge, und dann klappt’s schon. Die Plastikrohre wegschmeißen, taugen nichts.
    Quälender finde ich, wenn man Pilot ist, alles gelernt hat und den Bordcomputer nicht ausgeschaltet kriegt. Airbus sollte mal nachdenken. Wir Menschen können auch was.

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      Schon richtig, Parisien. Ich mache ja auch die Malerarbeiten im Haus, die Gartenarbeit sowieso. Und erfreue mich daran. Aber das gelegentliche Handarbeiten und die damit verbundene Schaffensfreude ist etzwas ganz Anderes als das tägliche Schuften. Was man an den Nachfolgeproblemen in vielen Handwerkberufen sieht.

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    Ich selber habe nach dem Studium ein Jahr von Sozialhilfe gelebt. Ich würde sagen, dass mich folgende Dinge ins Arbeitsleben getrieben haben: perspektivische Stagnation, anmaßende Sachbearbeiter, bürokratischer Antragswust, unwürdige Scheinbewerbungspraxis, Kommentare („wie? du willst auf unsere Kosten leben?“), fehlendes Geld. Der Geldmangel war eine Komponente unter anderen. Hätte ich mehr Geld zur Verfügung gehabt, hätte ich ein besseres Leben führen können, aber trotzdem Arbeit aufgenommen.

    Ein große Nebenfass, ja. Mir ging es eher um die Frage, unter welchen Bedingungen wir die von uns beanspruchten Werte – Geld, Macht – abtreten. Ich meine, dass wir diese Dinge grundsätzlich sehr ungern abtreten, allen Glaubenssätzen zum Trotz. Es handelt sich eher um ein Ringen und Zerren, Hauen und Stechen. Wir beanspruchen ja ein bestimmtes Geld und eine bestimmte Befugnis (Wahlstimme), und wir – jedenfalls Sie und alle anderen hier, auch ich – sagen, dass z.B. Kinder diese Befugnis (Wahlstimme) nicht bekommen sollten. Dazu denken wir uns ziemlich fadenscheinige Begründungen aus, die auffallend mit den Glaubenssätzen korrespondieren. Gleichzeitig sagen wir – einige von uns – , dass die Eltern möglichst wenig Geld bekommen sollten. Ich schätze, das tun wir, damit wir möglichst viel Geld und Macht für uns behalten können. Gesagt wird aber, dass das für die anderen nur zu ihrem Besten wäre.

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    Lieber Herr Posener,

    wie immer ist es eine Freude, Ihre Ausführungen zu lesen.; man kann sich nämlich so schön daran reiben, denn bei aller Formulierungskunst bleibt inhaltlich nicht viel übrig.

    Sie sind gegen ein Kinderwahlrecht, gut, das ist Ihr gutes Recht.

    Sie haben allerdings kein einziges inhaltliches Argument gegen ein Kinderwahlrecht vorgebracht, daß nicht auch als Argument gegen ein allgemeines und gleiches Wahlrecht für alle Erwachsenen verwendet werden könnte.

    Wahlrechtsfragen sind immer Machtfrage.

    Schon bei einem allgemeinen und gleichen Wahlrecht für alle Erwachsenen kann man über die verschiedenen Varianten von Mehrheits- und Verhältniswahlrecht bei gleicher Stimmabgabe extrem unterschiedliche Ergebnisse bekommen.

    Daher mal „Butter bei die Fische“:
    Welches wahlrecht hätten Sie denn gerne ?

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      Lieber Don Geraldo, Sie steigen mit Beleidigungen ein und erwarten eine Antwort. Wie kommen Sie darauf, dass ich dazu Lust verspüren würde?

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    Ein Gedanke zu dem hier und auch sonst oft bemühten „Anreiz zur Arbeit“, der immer auftaucht, wenn es darum geht, eine Erhöhung der Sozialbezüge oder eine Umstellung der Machtverhältnisse zu verhindern. Im Hintergrund steht (oft, Herr Posener, nicht immer) ein scheinsozialer, um nicht zu sagen scheinheiliger Ansatz: „Das Geld (oder die Macht) würde dir nur schaden. Deshalb wollen wir es dir nicht geben. Wir wissen nämlich besser oder wenigstens genauso gut wie du, was für dich und deine Kinder gut ist. Wäre das Geld (oder die Macht) dir von Nutzen, würden wir es dir natürlich gerne geben. Denn wir sind ja uneigennützige, gute Menschen, für die Geben immer schöner ist als Nehmen. Eben weil das so ist, verkneifen wir uns diese Freude, dir Geld (oder Macht) zu geben. Dieses Opfer bringen wir für dich.“

    Wenn ich mal von mir ausgehe, so gibt es nichts, was mir die Arbeit mehr verleiden würde als ein großer Batzen Geld. Auf den ersten Blick scheint es also, als könne ich jenem „Anreizgedanken“ zustimmen. Allerdings liegt die Betonung auf „groß“. Der Batzen müsste schon sehr groß sein, damit ich nicht mehr in einer Firma Geld verdienen würde, so groß, dass ich keine weiteren Einkünfte benötigen würde, um zumindest meine wichtigsten Wünsche zu erfüllen und eine gewisse Sicherheit zu behalten.

    Eine derartig gewaltige Erhöhung fordert aber keiner. Es geht immer nur darum, etwas mehr Geld zu organisieren, damit die Leute sich verbessern können. Der Anreiz zur Arbeit verschwindet dadurch nicht, im Gegenteil sogar: Er würde im Idealfall nur eine existenzielle Panik verhindern (so etwas gibt es!), die der Aufnahme von Arbeit bzw. dem produktiven Selbstbewusstsein, wenn Arbeit vorhanden ist, im Wege steht.

    Man schaue sich nur z.B. an, wie unwürdig sich Arbeitssuchende in den Vorstellungsgesprächen und Assessmentcentern verbiegen. Ich finde das schrecklich. Man muss so tun, als wäre dieser Job, der einen die Hauptzeit seines Lebens kosten wird, die Erfüllung dieses Lebens. Statt die ökonomische Absicherung.

    1. avatar

      Lieber Roland Ziegler, Sie machen da ein Nebenfass auf, allerdings ein großes. Neulich musste ich einen Klempner rufen. Er hat gut und hart gearbeitet, drei Stunden lang. Was er verdient hat, weiß ich nicht, weil die Rechnug noch nicht da ist. Aber egal: ich habe mich gefragt: Wie will man einen jungen Menschen dazu motivieren, eine solche Arbeit zu machen, auf dem Rücken unter der Spüle? Der Mann, der meine Heizung wartet, hat schon den dritten Lehrling entlassen. Er schimpft, aber ich kann verstehen, dass einer mit 17 andere Vorstellungen von seinem Leben hat als immer irgendwo im Keller an Gasgeräten herumbasteln. Da kann einer wie ich, der Lehrer war und Journalist, sich kaum vorstellen, was das bedeutet: die paar Wochen Ferienarbeit – auf dem Bau, Zeitung austragen, als Abwascher in einem Restaurant, als Lagerarbeiter bei AEG, als Waggonwäscher bei der S-Bahn – zählen nicht. Da ist in der Tat – auch – die materielle Seite interessant. Wenn ich selbstbestimmt in den Tag leben kann, dank Sozialhilfe, dafür auf ein Auto, auf Fernreisen, auf eine größere Wohnung verzichten muss: ist das nicht eine reizvolle Alternative? Gerade weil ich das nachvollziehen kann (und einige solche Fälle kenne), bin ich der Meinung, dass die Sozialhilfe nicht falsche Anreize setzen darf. Ähnlich ist es ja (auf anderem Niveau) beim Ehegattensplitting. Wie gesagt. großes Thema. ich sehe aber nicht, um auf unser Hauptthema zurückzukommen, wie da ein Kinderwahlrecht die Herangehensweise ändern würde.

  33. avatar

    Lieber KJN,

    hier etwas aufgespießtes aus der Wirtschaftwoche:

    http://www.wiwo.de/politik/deu.....4-all.html

    Ich bin nicht mit allem was Jean Ziegler formuliert einverstanden, aber das Interview regt zum Nachdenken an.

    Wie z.B. auch diese Artikel zum Konzentrationsprozess auf unserem Globus:

    http://www.ted.com/talks/james.....world.html
    http://arxiv.org/pdf/1107.5728.pdf
    http://www.plosone.org/article.....ne.0025995
    http://blogs.scientificamerica.....a-bow-tie/

    und diese Graphik der ETH Zürich:

    http://tinyurl.com/qbjg3bw

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    @M.B.
    Ja was meinen Sie denn, wer das, was Sie da beschreiben gestaltet? Gestaltende Politik. Lesen Sie das, was ich hier
    hier geschrieben habe, das können Sie 1:1 auf die Wirtschaft übertragen. Warum? Die sehr wichtigen Details werden anscheinend nicht mehr verstanden, weil das hierzulande genauso wenige interessiert, wie das Innenleben eines Smartphones.
    Ich bin übrigens kein Ingenieur, sondern Chemiker, aber fragen Sie mich nicht nach Synthesewegen oder Arzneimitteln, da habe ich keine Ahnung von – ich mache eher den physikalischen Teil.. daher mein Hang, alles thermodynamisch und per Chaostheorie erklären zu wollen: Hochinteressant dabei: Vorgänge an der Börse..

    @R.Z.
    Die Banlieues kann man mit sehr viel Geld abreißen. Man kann aber auch abwarten, bis jemand Ideen hat, was man damit machen könnte. Diese Ideen sind wichtiger, als Geld – sehen Sie sich Kreuzberg an.

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    …achnee, auf Ihren vorvorigen. Zum vorigen: die Erbengeneration ist mir nicht verhasst. Im Gegenteil, ich wäre selber gerne Erbe. Es entsteht aber ein gesellschaftliches Problem durch den Graben; natürlich wäre es für alle besser, auf der fetten Seite zu landen. Bei Zimmermann habe ich das Problem, dass die Geige nicht von ihm gespielt wird. Wer hier was an wen vererbt, ist mir egal. Zimmermanns Sonh scheint auch ein sehr guter Geiger zu sein, dann wäre es doch gut, wenn er die Geige erben würde?

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    @Parisien: Mag sein. In den Hochhaussiedlungen am Stadtrand möchte ich jedenfalls nicht großgeworden sein. Hier sehe ich, @KJN, einen gewissen „Bedarf“. Meinen Sie nicht, dass Geld eine Verbesserung erzielen könnte? Wenn nein: Gilt diese Impotenz des Geldes für alle oder nur für die Kinder der anderen?

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    Lieber KJN

    mit:

    “Standardvokabular eines Volkswirts” habe ich Olaf Gersemann gemeint.

    Und was die Betriebswirte betrifft, ich vermute Sie sind Ingenieur 🙂

    es wäre sehr gut wenn wir in der öffentliche Administration ein paar mehr davon hätten, damit Begriffe wie Abschreibung und Kosten endlich einmal die die Verwaltungsköüfe der Kameralisten einziehen würden.

    Und ein weiterer Diskussionspunkt:

    Sie kritisieren immer wieder den Staat, dabei verkennen Sie leider das zunehmend die Gesetze von Lobbyisten gemacht werden.

    http://www.welt.de/politik/deu.....n-Amt.html

    Sie kritisieren doch kontinuierlich die öffentlichen Förderprogramme. Wer schreibt sie wohl und profitiert davon (in der Regel fließen 80% an die Großunternehmen.

    Sie als SME dürfen sich mit ein paar peanuts begnügen, sofern Sie es überhaupt schaffen durch den Antragswust sich durchzuarbeiten.

    Was wir in den letzten 20 bis 30 Jahren sehen, ist doch ledidkich die Privatisierung des öffentlichen Seltors. Schauen Sie sich doch die PPP Modelle an und wer davon profitiert.

    Schaun Sie sich an wer die Zeche beim Rückbau der AKW´s zahlt.

    Ganz banal:

    Gewinne werden privatisiert, Verluste werden sozialisiert.

    Sie als SME Unternwehmer müßten doch explodieren, wenn Sie vom Luxemburg Leak erfahren haben.

    Dass Großunternehmen das Prinzip der Steuervermeidung auf auf nahezu 0% praktizieren:

    Luxemburg, Irland, Bermudas oder auch bei Lizenzerträgen der taxhaven Amsterdam dürfte Ihnen doch aufgefallen sein!!!

    Für 100.000 US $ eine Briefkastenadresse in Delaware
    http://www.nytimes.com/2012/07......html?_r=0

    Angesichts dieser Tatsachen sind Sie immer noch der Auffassung der Staat ist das große Übel?

    Die Macht der Nationalstaaten ist letztlich vorbei.Sie sind in meinen Augen nur noch
    “ Aushilfskräfte “ für die Großunternehmen. Und die Politiker werden “ eingekauft “ siehe Schröder etc. etc.

    Und was das Buch von Gersemann betrifft, lesen Sie seinen zitierten Artikel.

    Mehr Inhalt werden Sie im Buch auch nicht finden.

    Lesen Sie das Interview mit Sedlacek: Einer der noch wenigen, die über den Tellerrand blicken.

    Und ob der Markt so wie Sie ihn verstehen, ohne Regularien, à la Milton Friedman alles regelt:-)

    Selbst Von Hayek billigt dem Staat eine Ordnungsfunktion zu.

    Allerdsings konnte von Hayek nicht voraussehen, dass die Privatisierung des Staates schnelle Fortschritte gemacht hat.

    Und last not least:

    Was Ihre konkreten Vorschläge zum Rückbau verschiedener Infrastrukturen betrifft. Da kann ich Ihnen vielfach zustimmen:

    Nur wer macht wieder den Rückbau??

    Doch nicht Sie als SME, sondern die Großunternehmen!!!!

    Denn Sie werden doch an möglichen Gesetzesinitiaven nicht beteiligt!!! siondern wenn überhaupt bei Infrastrukturprojekten nur als Sub-Subunternehmer auf low budget Basis!!!

    Lassen Sie doch einmaL Black Rock auf die Straße fallen, wie es der Economist beschrieb:

    http://www.economist.com/news/.....ce-problem

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    @ Roland Ziegler
    Sie stellen sich am besten vor, dass Frank Zimmermann seine Geige doch zu seinem Preis bekommt oder durch Spender finanziert. Dann wird er sie an seinen Sohn vererben eines Tages, ebfs. Violonist.
    Haben Sie damit auch ein Problem?
    Oder geht es nur um Quand und Co.?
    Wenn Sie damit auch ein Problem hätten, kämen Sie in die Bredouille, denn dann müsste eine Bank die Geige zurückkaufen.
    Aber auch mit Quand und Co. kriegen Sie ein Problem, denn bei schwerwiegenden Änderungen müssten diese die Firma oder auch Kunstwerke oder Museumsstücke verkaufen, meistens nach Übersee oder nach Osten.
    Sie können schlecht einerseits ihre Zimmermann-Klage absetzen, die berechtigt ist, andererseits für Verscherbelung deutschen Eigentums sorgen. Den Kindern ginge es dann auch nicht besser, denn die leiden bereits unter Kulturverlust, ohne das allerdings zu bemerken (Keine Vogelstimmen, zu wenig Literatur, Verseichtung durch zu frühe Mediennutzung). Die Bildung würde sich nicht signifikant verbessern, da wir bei diesem Immigrantenzustrom das nicht hinkriegen werden. Die Mittleren würden kein Geld für die Pflege haben,d ie man gerade aufbaut, außer Basalpflege, kassenfinanziert. Das hätte weitreichendere Folgen als Sie sich vorstellen. Der Aktienmarkt leidet ohnehin an zu geringem Input.
    Darüber hinaus unterliegen Sie der Täuschung der vielen. Der Abiturshype hat dazu geführt, dass Leute vergessen, wie man früher Geld verdient hat, wie mancher mittlere Industrielle und Großindustrielle angefangen hat: Ausbildung, Betrieb. Die Banken sind hier zu knauserig, mehr Kredite für Newcomer wären begrüßenswert, nicht jedoch Ihre Umverteilung.
    Bezüglich Zimmermanns Geige findet sich hoffentlich so ein Sponsor von Ihrer verhassten Vererbergruppe, der den unterstützt.

  39. avatar

    @ Roland Ziegler
    „Für die Kinder gibt es akuten Handlungsbedarf. Es gibt zu wenig Spielplätze, zu viele Straßen, zu schlechte Schulen.“

    Das stimmt einfach so nicht. Das ist aus einer Berliner Großstadtbrille betrachtet. Auf dem Land und in kleineren Städten habe ich genug Spielplätze, gute Schulen und gelentlich Staus wegen zu wenig Straßen erlebt. Genug Spielplätze auch in München. Und Parks und Wälder und Seen. Berlin hat auch reichlich Seen. Wieso verlangen heute alle Eltern staatlich finanzierte Unterhaltung für ihre Kleinen? Damit sie daneben sitzen und ratschen können statt Vogelstimmen zu erklären?
    Man kann nicht aus einer verwurschtelten Stadtpolitik auf die gesamte BRD schließen. Haufenweise alleinstehende Mütter und Libanesen mit zehn Kindern scheinen auch eher ein Berliner Phänomen zu sein.

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    @M.B.
    „Standardvokabular eines Volkswirts“
    Ich sehe vor allem Standardvokabular von Betriebswirten, die aus einem Land einen Betrieb mit ‚Kernkompetenzen‘ machen (Deutschland AG) oder Kämmerern, die immer neue ‚Bedarfe‘ sehen (vgl. Beiträge unseres Mitstreiters R.Z. oder eben das ‚Kinderwahlrecht‘). Wie ich bereits so oft meinte: das Fach ‚Volkswirtschaft‘ ist doch längst abgeschafft. Und – richtig – wir müssen uns an eine ‚Nichtwachstumsökonomie‘ gewöhnen. (Vielleicht verstehen Sie jetzt den Grund für meine Deklination des Themas am Beispiel ‚Kultur‘ im letzten thread. Geld ist eben nicht immer die Lösung.) Während das Buch von O. Gersemann („Deutschlandblase“), zumindest insoweit es durch den von Ihnen gestellten Link repräsentiert wird, auch „mangelnde Investitionen“ in Infrastruktur sowie „Desinvestition“ infolge Abschreibung beklagt, also eigentlich auch noch bisherigem Denken verhaftet ist, liegen Sie mit Ihrer Kritik am Dogma ‚Wachstum‘ näher an einer Lösung, denke ich. Tatsächlich vermute ich eine Lösung im baldigen Rückbau von Infrastruktur, z.B. kostspieligen und zu groß dimensionierten Kanalisationen, Kläranlagen, Umgehungsstraßen, öffentlichen Einrichtungen usw. Die Investitionen in einen solchen Rückbau würden sich letztlich dadurch rentieren, daß Instandsetzungen in Zukunft weniger kosten. Daher müssen auch Standards auf den Prüfstand. Nicht genannt wurde in dem Welt-Artikel auch der Effekt des derzeit billigen Geldes und niedrigen Ölpreises auf die Inflation der Export-Blase. Es geht letztlich darum, ob wir in absehbarer Zeit zwecks Erhalt unserer überdimensionierten Infrastruktur Steuern/Abgaben exponentiell steigen lassen wollen, also uns kollektiv enteignen wollen und in 20 Jahren von Bezugsscheinen leben, oder ob wir unsere Infrastruktur und Bedarfe an ein auch in der absehbaren sehr langen Rezession finanzierbaren Rahmen anpassen wollen. Dazu gehört im ersten Schritt eine Diskussion über Werte. Vielleicht enthält das zitierte Buch ja Anregungen für eine solche.

  41. avatar

    „Das nächste Jahrzehnt wird die Dekade der Erben: In den Vermögensabteilungen der Banken, wo man am eifrigsten solche Prognosen erstellt, rechnet man damit, dass zwischen zwei und vier Billionen Euro weitergereicht werden, also zwischen zweitausend und viertausend Milliarden. (Zum Vergleich: Griechenlands Schulden belaufen sich auf 320 Milliarden.) Ein Vermögenstransfer, wie er in Deutschland noch nie vorgekommen ist.“

    http://www.zeit.de/zeit-magazi.....echtigkeit

    Hier entsteht ein großes Problem. Wie kann man die Situation der Nichterben verbessern?

  42. avatar

    Im Hintergrund scheint die Ansicht zu stehen, dass der Staat sich nicht immer gebetsmühlenhaft um „die Kinder“ kümmern soll. Meine Güte – immer nur Kinder, Kinder, Kinder – das nervt! Wer soll denn das Ganze bezahlen? Man soll doch endlich auch mal die hart arbeitenden Singles und Doppelverdiener berücksichtigen, die nicht noch mehr um die Früchte ihrer harten Arbeit gebracht werden sollen. Die zahlen ja sowieso schon alles. Leistung soll sich wieder lohnen!

    Das hat ja auch was für sich, insb. wenn man hart arbeitender Single ist. Aber ich möchte trotzdem, dass die hart arbeitenden Singles und Doppelverdiener noch mehr um die Früchte ihrer Arbeit zugunsten des Kinderwohls gebracht werden. Nur dann lohnt sich ihre Leistung.

    1. avatar

      Nein, Roland Ziegler, ich bin weder hart arbeitender Single, noch bin ich der Ansicht, der Staat tue zu viel für die Kinder. Als Rentner, Vater, Großvater, früherer Gesamtschullehrer und Ehemann einer ehemaligen Grundschullehrerin müsste ich meine ganze Erfahrung leugnen, um solchen Unsinn zu behaupten. Woran Sie sehen, dass man nicht alleinerziehende Mutter dreier Kinder sein muss, um sich Sorgen um die Kinder zu machen, übrigens nicht in erster Linie um die eigenen.

  43. avatar

    „Die Vorstellung, dass Leute, die treuhänderisch für ihre Kinder abstimmen dürfen, dies auch im Interesse ihrer Kinder tun würden, ist naiv.“

    Eltern handeln typischerweise treuhänderisch. Sie wickeln treuhänderisch, kochen treuhänderisch, kaufen treuhänderisch ein, machen treuhänderische Ausflüge und richten meist ihr gesamtes Leben vollkommen treuhänderisch ein. Ausgerechnet bei der Wahl solte dies anders sein?

    Diese merwürdige Behauptung schließt sich – merkwürdigerweise – an folgende an:

    „Die alleinerziehende dreifache Mutter hingegen dürfte beherrscht sein von den Nöten und Sorgen des Alltags, woraus man ihr keinen Vorwurf machen kann. Aber wenn es um eine Erhöhung der Kindergeld- und Hartz-IV-Sätze geht, was ja auf Kosten der Arbeitenden geht, die Arbeit noch teurer macht und überdies den Anreiz zu arbeiten reduziert, dürfte man auf ihre Stimme zählen können.“

    Ja. Klar. Das ergibt aber keinen Widerspruch, im Gegenteil. Die Erhöhung des Kindergeldes bzw. des Hartz-IV-Satzes kommt den Kindern dieser Familie direkt zugute. Die Mutter kann z.B. Spielzeug, besseres Essen und einen kleinen Ausflug finanzieren. Oder unterstellen Sie hier mehr Schnaps und Zigaretten?

    Grundlage der Überlegung zum Kinderwahlrecht ist die Annahme, dass Eltern eher kinderbezogene Wahlentscheidungen treffen als „Silver Surfer“.
    Die „Silver Surfer“ haben gut für sich selber vorgesorgt. Hier muss man nicht unbedingt nachbessern, jedenfalls nicht pauschal: Es liegen Billionenbeträge auf den Konten. Irgendwann werden die auf einige – längst nicht alle – glückliche Erben übertragen. Die anderen gehen leer aus. Es entsteht eine riesige Kluft, die durch nichts, am wenigsten durch Arbeit! zu überbrücken ist.

    Für die Kinder gibt es akuten Handlungsbedarf. Es gibt zu wenig Spielplätze, zu viele Straßen, zu schlechte Schulen. Von riskanten fiskal- oder rüstungspolitischen Entscheidungen will ich gar nicht reden. Ein talentiertes Kind kann seine Talente nicht entfalten, wenn kein Geld da ist. Für einen guten Musikunterricht muss man tief in die Tasche greifen. Für ein Hartzkind ist das nicht schwierig, sondern unmöglich.

    Von wem soll das Mandat zu diesem Handlungsbedarf kommen, wenn nicht von den Eltern, die die Situation ihre Kinder verbessern wollen? Wenn verantwortungsbewusste Rentner sie darin unterstützen, umso besser.

    Gegen das Kinderwahlrecht spricht aus meiner Sicht etwas ganz anderes: die Kompliziertheit. „One man one vote“ – das richtet sich an Erwachsene und ist klar und einfach.

  44. avatar

    Lieber Alan Posener,

    bevor ich mir wieder ein Buch in das Regal stelle oder als e-book die Festplatte fülle, hier eine kurze Zusammenfassung der Deutschlandsblase von Ihrem Freund und Kollegen:

    http://www.welt.de/wirtschaft/.....schen.html

    Was ist an seiner Analyse tatsächlich so neu??

    Dass .de gegenüber Tonga eine geringeres GDP Wachstum hat??

    Das GDP per capita beträgt auf Tonga:

    $8,200 per capita (2013 est.)

    Das GDP für Deutschland:
    GDP – per capita (PPP): $39,500 (2013 est.)

    http://www.indexmundi.com/germ.....pp%29.html

    Die Frage stellt sich doch sollen wir anstreben, auch wieder Wachstumsraten des GDP´wie in der Nachkriegszeit in der Bundesrepublik zu erreichen ???

    Und eine grundsätzliche Frage:

    Ist die Wachstumsrate tatsächlich ein Maßstab für den Wohlstand der Bevölkerung??

    An einer anderen Stelle habe ich bereits auf Sedlacek verwiesen:

    http://www.spiegel.de/wirtscha.....16975.html

    und sein Zitat:

    >Früher war die Wirtschaftswissenschaft auf die Ruhezeit ausgerichtet. Die Ökonomen dachten, wenn die Menschen durch den Kapitalismus zu Wohlstand gekommen sind, könnten sie sich ausruhen, tanzen, sich den schönen Künsten widmen, anderen helfen. Heute ist uns diese Idee verloren gegangen.<

    und hier eins zum Thema Wirtschaftswachstum:

    Sedlácek: Unser Wachstum ist unnatürlich. Wenn ich mir 10.000 Euro leihe, würde nur ein Idiot glauben, dass ich um 10.000 Euro reicher bin. Wenn die Regierung das Gleiche tut, sich für drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts verschuldet, das Geld investiert und so dafür sorgt, dass die Wirtschaft um drei Prozent wächst, applaudieren alle. Sie glauben tatsächlich, dass wir dann drei Prozent reicher sind. Ein Großteil unseres Wohlstands ist künstlich. Unsere Gesellschaft ist berauscht von Schulden. Und die Wirtschaftswissenschaftler haben es verpasst, das richtig zu erklären. Das ist kein Wohlstand, das ist Schuldenwohlstand.

    Was mir persönlich bei Gersemann fehlt ist der Blick über den Tellerrand.

    Das die .de Blase platzen wird ist letztlich das " Alltagsgeschäft " im Kapitalismus. Begriffe wie Rezession gehören doch zum Standardvokabular eines Volkswirts!!

    Warum das duale Bildungswesen kein guter Exportartikel Deurtschlands ist, entgeht mir leider.

    Um wieviel besser wärte es wohl mit dem Bilkdungsniveau unserer akademische Elite bestellt, wenn sie eine Azubi Ausbildung gemacht hätten. Ein Blick in das Land der Tüfltler B-W zeigt eindeutig auf warum viele der SME´s in .de Hidden Champions sind.

    Aber die industrielle Berliner Wüste weist leider nur ein paar Oasen auf!!

    Und:

    Ich bin wie Sie für:

    one man. one vote

    Last not least Ludwig Erhard:

    " Es ist ökonomisch höchst naiv, die Meßziffer für das Wirtschaftswachstum, die reale Veränderungsrate des Bruttosozialprodukts, in irgendeiner Weise mit der Vorstellung zusammenzubringen, daß die kollektive Wohlfahrt gesteigert werde. "

  45. avatar

    Gut geschrieben.
    Einen Punkt daraus muss ich sehr unterstützen: Je älter man wird, desto mehr wählt man für Kinder und Enkel im Kopf mit, wie Sie andeuten. Selbst Sarrazin, den Sie kritisiert haben, hat sein Buch für seine Nachkommen geschrieben. Ihm ging es ja gut. Das Kinderwahlrecht ist eine sozialistische Idee, mit der man Stimmen von armen Kinderreichen will oder Jugendlichen, die am Abend vor der Wahl noch stockbesoffen oder haschdragiert, also hirnlos, waren und morgens ankreuzen, was Junge ankreuzen: links.

    Darüber hinaus:
    „In Griechenland beträgt die Standardrente 80 Prozent des Durchschnittslohns“, heißt es aus Verhandlungskreisen. In absoluten Zahlen seien das rund 1100 Euro. In Westdeutschland lag 2014 die Standard- oder Eckrente nach 45 Versicherungsjahren netto bei 1287,45 Euro, im Osten bei 1187,55 Euro.

    Das entspricht lediglich 48 Prozent des Durchschnittslohns. Diesen Zahlen zufolge bekommt ein griechischer Rentner insgesamt zwar etwas weniger als ein deutscher Senior. Gemessen an seinem vorigen Gehalt allerdings, deutlich mehr.
    http://www.welt.de/wirtschaft/.....-hoch.html
    Hinzu kommt, (im Artikel), dass die Verteilung bei Immobilienbesitz ähnlich aussieht.

    Dass deutsche Rentner es gut hätten, hat wirklich keinen Bestand. Sie gehen selbst mit 63 Jahren (Ausnahmen) immer noch später in Rente als Franzosen (Krisenstaat) und viel später als Griechen (Pleitestaat).
    Unter dem Strich kommt Folgendes dabei heraus: Die Deutschen fühlen sich ausgebeutet und abgezockt und bestraft für Leistung und haben keine Partei mehr, die das versteht. Wer denkt, das hätte langfristig keinen Einfluss auf die Leistungsbereitschaft, macht sich etwas vor.

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