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“Alte S√§cke Politik” – Provokanter Titel, seri√∂ser Inhalt

Wolfgang Gr√ľndinger ist ein netter Mensch. Einer von der Sorte, denen man einen Wutausbruch kaum zutrauen w√ľrde. Nun hat genau dieser Wolfgang Gr√ľndinger ein Buch geschrieben, dessen Titel auf 220 Seiten Wutausbruch schlie√üen l√§sst. ‚ÄěAlte S√§cke Politik‚Äú ‚Äď das klingt nach Provokation. Aber wie passt dazu das staatstragend in schwarz-rot-goldenen Farben gehaltene Cover und die Bemerkung gleich zu Anfang, dass mit ‚Äěalten S√§cken‚Äú nicht die Vertreter einer gewissen Altersgruppe, sondern vielmehr die einer gewissen Geisteshaltung gemeint sind? Weiterlesen

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Kinder an die Macht? Bloß nicht!

Bekanntlich bin ich ein Gegner hyperventilierender Unheilsverk√ľnder. Gegen linke und rechte Hysteriker richtet sich ja mein k√ľrzlich erschienenes Pamphlet ‚ÄěDie emp√∂rte Republik‚Äú.¬† Das hei√üt aber nicht, dass nichts faul w√§re im Staate Deutschland. Nur liegen die Probleme in der Regel nicht dort, wo sie von den Untergangspropheten verortet werden. (D√§nemarks Hauptproblem war auch nicht die Art, wie der Onkel des Hysterikers Hamlet an den Thron und in das Bett der K√∂nigin gekommen war. Aber das ist eine andere Geschichte.) Wer eine sachliche und gerade wegen ihrer Sachlichkeit beunruhigenden Analyse der wirtschaftlichen Lage und Aussichten Deutschlands sucht, findet keine bessere als die meines Kollegen und Freunds Olaf Gersemann: ‚ÄěDie Deutschlandblase‚Äú.

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When I’m 65

Vor einigen Tagen bin ich 65 geworden. Das ist eine entscheidende Wendemarke im Leben. Wie 18, 30, 35 (‚ÄěH√§lfte des Lebens‚Äú), 50. Wie das Abitur, der erste echte Job, Heiraten, Tod der Eltern, das erste Kind, das erste Enkelkind. (Ich bin verheiratet, meine Eltern sind tot, ich habe eine Enkeltochter.) Jedoch nur das 18. Lebensjahr hat eine vergleichbare juristische und ‚Äď sagen wir – verwaltungstechnische Bedeutung.

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Altersarmut: Der kalkulierte Tabubruch der Ursula von der Leyen

Es klingt wie Harakiri und k√∂nnte doch im Triumph enden. Mit der Debatte um die Altersarmut hat Arbeitsministerin Ursula von der Leyen einen kalkulierten Tabubruch begangen. Denn das ist wirklich neu, dass eine Arbeitsministerin den B√ľrgern und B√ľrgerinnen auf schockierende Art und Weise verdeutlicht, dass viele Renten im Alter nicht das Leben absichern, sondern arm machen.

Ursula von der Leyen gen√ľgte eine d√ľrre Tabelle mit ein paar Zahlen darauf, um genau das zu schaffen. Weiterlesen

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‚ÄěIch bin dann mal weg‚Äú: Die politische Klasse macht sich vom Acker

In meinem Vaterland erntet geringe Achtung, wer die Dinge, die er tut, aus Neigung oder wegen des Geldes treibt. In Fragen der Liebe ist es besonders verhängnisvoll, wenn das Argument lautet, dass es halt Spaß mache. Noch geringeren moralischen Glanz hat das Motiv, nach dem man jung sei und das Geld brauche.

Der deutschen Ehre entspricht es nicht, sich f√ľr etwas bezahlen zu lassen. Ganz anders in den USA. Dort wird man schon beim zweiten Glas auf dem Stehempfang schlank gefragt, wie viel man denn mache. Gemeint ist Geld. Ganz anders als in deutschen Landen auch in Frankreich, in dem eine ‚Äěamour fou‚Äú alles rechtfertigt. Und selbst den Engl√§ndern reicht eine Obsession als Begr√ľndung, ein ‚Äěspleen‚Äú, je abgedrehter, desto lieber. Weiterlesen

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Captain Future und der Populismus: J√ľrgen R√ľttgers macht Wahlkampf

Diesmal also die Rente: J√ľrgen R√ľttgers, unter Helmut Kohl erster Zukunftsminister der Bundesrepublik Deutschland und seit nunmehr f√ľnf Jahren amtierender Ministerpr√§sident an Rhein und Ruhr, verspricht im Interview mit einer gro√üen Boulevardzeitung seinen W√§hlern die steuerfinanzierte Mindestrente.

Wer gearbeitet hat soll, so der wortgewaltige Christdemokrat, mit Zuversicht in die Zukunft schauen können. Das klingt gut, das gibt Hoffnung РBalsam auf die jahrelang zur privaten Vorsorge genötigte Arbeitnehmerseele. Weiterlesen

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