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Die Verachtung oder: Vera Lengsfeld und die schweigende Mehrheit

Vera Lengsfeld hat auf der „Achse des Guten“ einen lesenswerten Beitrag veröffentlicht. Das Folgende verstehen Sie nur, wenn Sie ihn vorher lesen:

http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/die_schweigende_mehrheit_ist_irrelevant

Lesenswert ist dieser Artikel nicht, weil er neue Erkenntnisse formulieren würde, sondern vielmehr, weil er die uralte Struktur des Vorurteils offen legt.

Eine Mehrheit wird für die Taten – oder die unterstellten Taten – einer Minderheit haftbar gemacht. Der Text soll folgende Prämisse belegen: „Heute werden wir immer wieder von ‚Experten’ und Meinungsmachern belehrt, dass der Islam eine Religion des Friedens sei und die Mehrheit der Muslime in Frieden leben wolle. Obwohl diese unqualifizierte Bemerkung wahr sein könnte, ist sie vollkommen irrelevant.“

Es folgt dann  die – unvollständige – Auflistung der Untaten islamischer Terrororganisationen. Nun ist die Frage, ob die Mehrheit der Muslime in Frieden leben will, natürlich nicht völlig irrelevant. Im Gegenteil. Wenn man diese Frage verneinen müsste, würde es wenig Sinn machen, beim Kampf gegen den islamischen Terror zwischen Kombattanten und Nicht-Kombattanten zu unterscheiden. (Um ein anderes, im Zusammenhang mit Lengsfelds weiterer Argumentation nicht irrelevantes Beispiel zu nennen: Die Unterstellung, die Mehrheit der Bevölkerung unterstütze die Kriegsanstrengungen ihrer jeweiligen Regierung, die Brechung ihrer Moral sei daher legitimes Ziel der Kriegführung, war im Ersten und erst recht im Zweiten Weltkrieg wesentlicher Teil der Legitimierung für den Bombenkrieg gegen zivile Ziele, wie man in Richard Overys ausgezeichnetem neuem Buch über den Bombenkrieg in Europa nachlesen kann.)

Lengsfeld führt eine Vielzahl von Beispielen an, bei denen die Frage der Einstellung der Mehrheit angeblich genauso irrelevant sei wie bei den Muslimen. Sie beginnt mit Nazi-Deutschland, wo laut ihrem Gewährsmann Emanuel Tanya „nur wenige Menschen wirkliche Nazis waren“, aber „sich zurücklehnten und die Nazis gewähren ließen“. Nun, wenn der Prozentsatz der Muslime, die sich mit den Zielen von Al Qaida oder der ISIS, der Hamas oder Boko Haram identifizieren, so hoch ist wie es der Prozentsatz der Deutschen war, die – obwohl „nur wenige“ Nazis waren – mit den Zielen Hitlers identifizierten, dann hätten wir ein dickes Problem und müssten – zum Beispiel – sofort den Zuzug von Muslimen nach Deutschland stoppen. Was die gar nicht so klammheimliche Agenda der Frau Lengsfeld und eines Teils der Autoren auf der „Achse“ ja  auch ist. Es ist intellektuell unterkomplex, diese Frage für „irrelevant“ zu erklären und das Wort „Experten“ in Anführungszeichen zu setzen, bloß weil man sich nicht die Mühe machen will, seine eigenen Vorurteile anhand von Fakten zu überprüfen.

Im Übrigen behauptet Frau Lengsfeld immer wieder, die Unterstützung für Hitler in der deutschen Bevölkerung sei gering gewesen, obwohl alle Fakten darauf hinweisen, dass dies nicht der Fall war. Das DDR-Regime wäre froh gewesen, auch nur annähernd hohe Zustimmungswerte zu erreichen. Dass diese Fakten nicht „irrelevant“ sind, zeigt sich daran, dass Hitler nur durch einen totalen Krieg zu besiegen war, während der Kommunismus infolge des Systemwettbewerbs und seiner inneren Widersprüche implodierte. Man könnte nun die anderen von Frau Lengsfeld aufgeführten Beispiele durchdeklinieren, aber das wäre langweilig.

Tatsächlich gehörte und gehört es immer zum Inventar der Demagogen, die Mehrheit für irrelevant zu erklären. Nur eine Minderheit von Juden seien entweder Bankiers oder Bolschewisten? Egal, dafür haften alle Juden. Oder: Wer Jude ist, muss nicht notwendigerweise dafür sein, Gaza zu bombardieren? Egal, zünden wir eine Synagoge an, verprügeln wir mal einen Kippa-Träger. Diese Denkweise wird nicht intelligenter oder moralisch akzeptabler, wenn sie auf andere Gruppen angewendet wird. Es ist schlimm, dass eine Frau, die als ehemalige DDR-Bürgerrechtlerin ihre Verdienste hat, nun nachträglich die Stimme der Unterdrückten für irrelevant erklärt. Es ist bedenklich, dass dies auf einem Blog geschieht, der angeblich eine Stimme der Demokratie sein will.

Auf der „Achse“ erschien ein Leserbrief zu Lengsfelds Suada, der so beispielhaft rational ist, wie Lengsfelds Ausführungen irrational sind. Ich drucke ihn hier daher in voller Länge ab.

Anton Flussmann schrieb:

„Sehr geehrter Frau Lengsfeld,

vielen Dank für Ihren interessanten Beitrag auf diesem Blog, den ich aus England verfolge. Leider habe ich den Eindruck, dass Ihre eingangs erwähnten Beispiele und das Zitat nicht recht zu Ihrer Schlussfolgerung passen. Ich schätze die Absolventen des Berliner Sprachenkonvikts, zu denen Sie ja gehören, sehr, und so habe ich mir die Mühe gemacht die folgenden zwei Anmerkungen zu formulieren. Hoffentlich können Sie meinen Argumenten etwas abgewinnen.

1. Ich lebe seit ca. 10 Jahren in Großbritannien (Cambridge und London) und obwohl ich mich als Jurist und Rechtswissenschaftler beruflich mit dem Recht religiöser Gruppen in England (ganz speziell London) befasse, habe ich bisher noch nichts von den von Ihnen erwähnten sog. No-Go-Zones gehört. Weder in London, noch in anderen Städten wie bspw. Birmingham gibt es solche Zonen – das würde von der britischen Gesellschaft auch überhaupt nicht geduldet. Stattdessen gilt die Zusammenarbeit familiärer Schiedsgerichte von religiösen Minderheiten (und das bezieht sich nicht nur auf den islamischen Kontext, sondern ganz besonders auch auf die jüdisch-orthodoxen Gemeinden in London) mit den staatlichen Gerichten in London als weltweit vorbildlich. Es gilt hier stets, dass in bestimmten Rechtsbereichen (bspw. im Familienrecht) religiöse Rechtsnormen Anwendung finden können, wenn sie im Einklang mit dem englischen Common Law sind. Das leuchtet allen Beteiligten ein und funktioniert hervorragend. Von No-Go-Zones und unkontrollierten Parallelrechtswelten kann also wenigstens in Großbritannien keine Rede sein!

2. Prinzipiell teile ich Ihre Ansichten hinsichtlich der schweigenden Mehrheit (auch wenn mir manche Ihrer Beispiele allzu polemisch und unrefined erscheinen) – allerdings setzen Sie voraus, was Sie eigentlich beweisen müssten: dass es eine schweigende Minderheit von Muslimen gibt. Ich würde Ihnen empfehlen, einfach einmal die Webseite einer Institution Ihrer Wahl, welche die Mehrheit (oder wenigstens einen Teil der Mehrheit) der Muslime in Deutschland repräsentiert, zu besuchen und sich die Stellungnahmen anzusehen (willkürliche Empfehlung: http://www.ditib.de/ Neueste Pressemeldung: “Wir verurteilen den Brandanschlag auf eine Synagoge in Wuppertal!”; s.a. die Stellungnahme von Aiman Mazyek hier: http://www.welt.de/regionales/duesseldorf/article130726861/Zweiter-Verdaechtiger-nach-Brandsaetzen-festgenommen.html). Oder suchen Sie einmal das Gespräch mit den Stipendiaten der Avicenna-Stiftung, oder lesen Sie einen Beitrag eines muslimischen Autoren zum Nahost-Konflikt (es gibt sie! z.B.: http://www.tagesspiegel.de/berlin/debatte-um-nahostkonflikt-in-berlin-vernuenftige-ich-kann-uns-nicht-hoeren/10252962.html). Sie werden merken, dass diese Mehrheit alles andere als schweigsam ist.

Aber selbst wenn Sie Recht haben sollten; selbst, wenn die Mehrheit der Muslime schweigen sollte (was sie m.E. nicht tut), dann sind es diejenigen, die die Mehrheit zur Irrelevanz verdammen, welche die Folgen des mehrheitlichen Schweigens zu verantworten haben. Im Angesicht des Nazi-Terrors oder im Angesicht der Stasi-Diktatur wäre es doch das schlauste gewesen, so wie es bspw. die Weiße Rose versuchte, gerade die schweigenden Massen zu mobilisieren (dass dies im Fall der DDR gelang, unterscheidet das Ende jenes Regimes vom Ende der NS-Diktatur) statt so zu tun als sei die Masse nicht entscheidend. So wie Sie die Beispiele im Moment gebrauchen, machen sie wenig Sinn – sie taugen jedenfalls überhaupt nicht zur Untermauerung Ihrer Kernthese.

Zusammenfassend heißt das, selbst wenn Sie recht haben sollten, dann wäre es Ihrem eigenen Ziel förderlicher, wenn Sie sich mit der Mehrheit der schweigenden Muslime zusammen tun und gemeinsam eine Strategie entwickeln würden, wie man jene wenigen Strömungen des Islams, welche zweifelsohne existieren, die fanatisch und menschenverachtend sind, bekämpfen kann. Wenn Sie das täten, dann höbe sich der augenblicklich existierende Widerspruch zwischen Ihren eingangs erwähnten Beispielen und Ihrer Schlussfolgerungen auf und Sie würden einen wirklichen Beitrag zur Zukunft Ihres Landes leisten.“

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151 Gedanken zu “Die Verachtung oder: Vera Lengsfeld und die schweigende Mehrheit;”

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    @ Alan Posener

    Sie schreiben „…Autobiographische nach, das ich hier zur Verteidigung der KPD/AO geschrieben habe. Vergessen Sie bitte nicht, dass der Aufstand 1965ff. unter dem Motto “Sexpol” lief. Ich würde, aber das lässt sich vermutlich empirisch nicht nachweisen, eine umgekehrte Korrelation zwischen sexueller Aktivität und Begeisterung für die von Gainsbourg / Birken gebrachte Ersatz-Sexualität unterstellen.“

    Ich finde es sehr gut, dass Sie eine überprüfbare und falsifizierbare Hypothese aufstellen und offenbar einer empirischen Überprüfung nicht abgeneigt sind, auch wenn Sie daran zweifeln, dass sie durchgeführt werden kann. Nun lassen Sie uns ein Untersuchungsdesign entwerfen. Der erste Schritt könnte sein, Ihre und meine „sexuellen Aktivitäten“ miteinander zu vergleichen. Die Hypothese lässt sich so umformulieren: Sie, der Sie „Je t´aime“ schon immer unter aller Kanone finden, haben mehr und befriedigendere sexuelle Aktivitäten als ich gehabt, der ich unter bestimmten hormonellen Bedingungen meines Jugendalters „Je t´aime“, na wie soll ich sagen?, geil fand (zumal es der Papst und BBC nicht toll fanden). Ich gestehe Ihnen gerne, dass in meiner Postpubertät, der Zeit meiner jugendlichen Irrungen und Wirrungen, gerade auch beim Erkunden des Kontinents der Sexualität, in Relation zu meinen Wünschen zu wenig und zuweilen zu wenig befriedigende „Aktivitäten“ hatte. Ich war weitgend Autodidakt mit mimetischen Exerzitien von Schwedenfilmen über Sylvia Kristel bis zur O, von Lady Chatterley über das Opus Pistorum und Anais Nin bis zur Mutzenbacherin und Ovids Ars amandi. War das Ersatzbefriedigung? Ich vermute nun, dass Sie eine viel gesündere sexuelle Entwicklung dank guter Schulung (Sexpol; sagen Sie, war bei Reich Stöhnen pervers?) und früh genügende und befriedigende sexuelle Begegnungen genossen haben und dass Sie das dann im Kommunistischen Oberschülerverband weiter vermitteln konnten. Wo kann man das Autobiographische, das Sie zur Verteidigung der KPD/AO geschrieben haben, noch mal nachlesen?

    Sicherlich sind Sie und ich als Stichprobe zu klein, aber vielleicht will sich der eine oder andere hier noch gesellen.

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      Meine autobiographischen Ergüsse (pun intended) können sie hier auf SM nachlesen, Herr Kaufmann. Ansonsten: Die Erinnerungen alternder Männer an ihre sexuellen Sturm- und Drangzeiten finde ich persönlich eher langweilig, wie „Je t’aime (moi non plus)“.

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    @ Alan Posener: umgekehrte Korrelation

    Das liest sich schon anders. Wenn ich das Gestöhne (in einer Kneipe oder auf einer Fête) hören musste, war mir das immer sehr peinlich. Insofern hat es mich aber eben auch nicht unberührt gelassen. – In diesem Sinne hat mich das, was ich als Ihre, ich sage mal, (ignorierende) Coolness verstanden habe, etwas erstaunt. Aber mit „umgekehrter Korrelation“ kann ich mich ganz einverstanden erklären.

    Nebenbei: Meine Befürchtung, etwas missverstanden zu haben, bezog sich auf den Zeitpunkt ihres Parteieintritts im Verhältnis zu Ihrer Gründung der (einschlägigen) „Schüler-Union“. Als Sie die gründeten, waren Sie schon nicht mehr Schüler?

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      Ja, lieber EJ. Ich habe den Kommunistischen Oberschülerverband im Auftrag des Kommunistischen Studentenverbands gegründet, in dessen Zentraler Leitung ich – nominiert von Rüdiger Safranski, aber was soll’s – ab na, ich denke, 1971 – gesessen habe.

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    @ Ala Posener

    Vielleicht waren Sie noch nicht förmlich Mitglied. Aber haben Sie der Partei nicht Ihre Mitschüler (organisiert) zugeführt? Oder habe ich da was missverstanden?

    Wie dem auch gewesen sei. Wenn’s nicht die Parteidisziplin war, lag Ihre jugendliche Reizbarkeit womöglich natürlicherweise auf anderem Gebiet als dem des Gestöhnes. Warum soll es das nicht geben bzw. gegeben haben? Auch Unwahrscheinliches ist möglich! 😉

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      Ja, Sie haben etwas missverstanden, lieber EJ, lesen Sie doch das Autobiographische nach, das ich hier zur Verteidigung der KPD/AO geschrieben habe. Vergessen Sie bitte nicht, dass der Aufstand 1965ff. unter dem Motto „Sexpol“ lief. Ich würde, aber das lässt sich vermutlich empirisch nicht nachweisen, eine umgekehrte Korrelation zwischen sexueller Aktivität und Begeisterung für die von Gainsbourg / Birken gebrachte Ersatz-Sexualität unterstellen.

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    @Lyoner

    „Entschuldigen ja nicht, aber Scham oder Erschrecken spüren“

    Ich kann es ihnen nicht beweisen, aber ja, alle, wirklich alle (mit denen ich Kontakt habe), lehnen die Islamisten ab und fürchten sich, dass auch ihre Kinder infiziert werden und es ist ihnen natürlich peinlich. Das macht ja auch den Reiz einer Subkultur für Jugendliche aus. Sobald die Frage der Schuld aufkommt, sind es meistens die anderen (Kreuzzüge und Kolonialismus), an der Stelle hat die Integration ja schon prima geklappt. Aber da geht es um den Schwarzen Peter, in der Sache gibt es keinen Dissens.

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    @Lyoner

    „Wie schätzen Sie das ein, wie verbreitet und verankert ist die Einstellung, die Sie paraphrasieren“

    Angesichts tausender jugendlicher Migranten, die keinen Zusammenhang zwischen Geduld in der Schule, Geduld in der Ausbildung, Geduld im Berufsleben und einem dicken BMW sehen, fällt es mir schwer eine Einschätzung zu geben, ohne schlechte Laune zu bekommen. Wenn Europa Millionen Zuwandrer braucht, damit die Pensionsfonds, Betriebsrenten und Lebensversicherungen der alten, weißen Männer nicht den Weg der Drachme gehen, wo sollen diese Migranten den herkommen? Osteuropa ist bald leer und in Spanien wird nicht ewig Eurokrise sein. Zumal die lieber nach UK oder den USA gehen, selbst Frankreich ist beliebter. Die Konkurenz hat nur vorübergehend nachgelassen. Wäre es nicht an der Zeit sich einzugestehen, dass die Freuden der Migration eben nicht ein vorübergehendes Phänomen sind, sondern ein Teil des wirtschaftlichen Systems und damit des gesellschaftlichen Lebens, zu dem eine Mehrheit selbst unter rein Biodeutschen keine Alternative will? Es also nichts bringt, sich über jugendliche Migranten und über Begriffe wie Islam aufzuregen, sondern dass man mehr Polizei in Problemviertel schickt, ein Straf- und Gerichtssystem etabliert, das den Anforderungen gewachsen ist und auch die Neuen wieder nach Hause schickt, wenn sie nicht mitmachen. Eine Familie in dritter Generation ist nicht neu. Statt also von einer deutschen Schweiz und einer Welt, der Art „Der Doktor und das liebe Vieh“ zu träumen, einfach mal akzeptieren, dass es so weitergehen wird. In 10-20Jahren ist die innereuropäische Migration nicht mehr relevant, bis dahin sollten wir Schulen, Behörden und SEK so weit haben. Wir verpulvern viel für Blödsinn in der Sozialindustrie – das Geld ist also da. Oder wir ändern was an Renten, Fonds und Lebensversicherungen, was mir bei alternder Bevölkerung und kleineren Staatsrenten aber noch utopischer erscheint, als eine harmonische Migration, der privaten Vorsorge sei Dank. Die Selbstständigen werden ihnen aufs Dach steigen. Migration ist Stress für Migranten und das Land selbst und vor dem können uns kein Stuhlkreis und keine Islamdebatte retten. Statt über eine Wahl nachzudenken, sollten wir über Lösungen nachdenken. Die Frage ist nicht ob Moslems zu Deutschland passen, sondern ob wir in der Lage sind, ein System zu organisieren, das zu den Problemen, die kein Ende nehmen werden, passt. Ihr Grinsen, wenn sie nun an die Ludovico-Therapie denken, kann ich mir vorstellen. Ich gönne es ihnen, aber nix da. Ali, die freundliche Arbeitsdrohne, bekommen sie nicht mal zu Weihnachten.

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    Lyoner ./. Stevanovic: Als Ex-Katholik bin ich auch nicht ganz unberührt, wenn von dem Schrecken in Heimen der katholischen Kirche in Irland berichtet wird, vom 3. Reich zu schweigen.

    … Sie sollten belegen und nicht andeuten. Und auch als Ex-Katholik sollten Sie zwischen Vorgabe und Ausführung noch unterscheiden können. Ich zitiere Georg May:

    Was heilig ist, das ist die Gnade und die Wahrheit Gottes. Was reinigungsbedürftig ist, das sind die Menschen als die Adressaten und Verwalter von Gnade und Wahrheit. In der Kirche sind das göttliche und das menschliche Element zu unterscheiden. Wie sehr auch die ‚irdische Kirche‘ und die ‚mit himmlischen Gaben beschenkte Kirche‘ eine einzige komplexe Wirklichkeit sind, so möglich und notwendig ist es, beide Aspekte auseinanderzuhalten.

    Daher!

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    Lyoner: Da rechnen Sie sowohl die Opfer des Sozialismus in einem Land (Stalinismus) als auch des National-Sozialismus dazu? Ihre Differnzierungsfühigkeit ist so sagenhaft, dass meine Kakerlaken zu tanzen beginnen.

    … Lyoner, Sie Würstchen, abgesehen davon, das rinks und lechts sich kaum unterscheiden, zähle ich nach der Def. meines Hamsters: Sozialisten sind die, die verteilen wollen was ihnen nicht gehört, einschließlich der Seele, wobei den Gleicheren unter den Sozialisten dann das Meiste gehört, sogar noch mehr hinzu.

    Das mag Ihnen zu doof sein, trifft aber mehr, als ‚Ihre‘ gesamte Kakophonie- und Labertruppe, von Demokrit bis Satre, jemals erkannt hat.

    Daher!

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    @ Alan Posener: das Gestöhne

    Das Gestöhne erschien 1969. Und Lyoner sprach von seiner Jugend bzw. von seiner damaligen hormonellen Verfassung. Beides werden Sie als – bitte, nomen est omen – Parteimitglied in einem resonanzfähigen Maße gar nicht gehabt haben. Oder?

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      Lieber Edmund Jestadt, 1969 machte ich Abitur. Parteimitglied wurde ich erst einige Jahre später. „Je t’aime“ habe ich immer als das musikalische Äquivalent eines Herrenwitzes empfunden.

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    @Lyoner

    Sind sie naiv:

    -Sind Sie sauer, Alan Posener, dass ein Franzmann diesen süssen Spatz entjungferte?-

    Birkin was married in 1965 to John Barry, the English composer best known for writing the music to numerous James Bond films and other film.

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    Cher Apo,

    „Mit Selbstironie haben Sie es nicht so, stimmt’s?“

    Ist dieser link keine Selbstironie:

    http://fr.wikipedia.org/wiki/%....._Anglaises

    https://www.youtube.com/watch?v=EIt4xG5RKpw

    oder:

    „A Frenchmen’s home is where another man’s wife is.“ – Mark Twain -1878-79 Journal

    „There is nothing lower than the human race…except for the French.“ – Mark Twain 1878-79

    http://oddrob.com/frenchjokes.asp

    ?????

    Ich habe eher den Eindruck sie haben Schwierigkeiten mit “ Sebstironie “

    -We are never happy until we learn to laugh at ourselves –

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    @ Stevanovic

    Es ist eine komische Sache mit den kollektiven Zugehörigkeiten. Entschuldigen ja nicht, aber Scham oder Erschrecken spüren (das muss man nicht als öffentliches Bekenntnis vor sich hertragen). Als Ex-Katholik bin ich auch nicht ganz unberührt, wenn von dem Schrecken in Heimen der katholischen Kirche in Irland berichtet wird, vom 3. Reich zu schweigen.

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    @ Alan Posener

    Ziehen Sie daraus nicht zu große Schlüsse. Fiel mir nur als Beitrag zu der kleinen Querelle zwischen Ihnen und Jean-Luc Levasydas, Englishman und Frenchman ein. Aber ich will gerne gestehen, dass ich in meiner Jugend in hormonellen Verfassungen war, in denen mir Je t´aime (der Sound) gefiel.

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      Die Orgel war (ist) gut, Herr Kaufmann, nicht das Gestöhne von Birkin und Gainsbourg. Vom Text – „je vais et je viens entre tes reins“ – ganz zu schweigen. Nicht einmal die Tatsache, dass der Vatikan für die Verhaftung des Plattenproduzenten sorgte und die BBC das Ding verbot, kann mich mit diesem Kitsch versöhnen.

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    @ Stevanovic

    Die simplificateurs terribles haben es einfacher. Feindbilder machen einem das Leben leichter. Es ist immer wieder erschütternd zu sehen, wie die Argumente abgefeuert werden, um andere abzuschießen, dass man in die Ecke stellt (auch Posener sucht mich immer wieder in eine Schublade zu stecken). – Wie schätzen Sie das ein, wie verbreitet und verankert ist die Einstellung, die Sie paraphrasieren „Ich habe Dir keinen Rosengarten versprochen.“ (Naidoo „Dieser Weg wird kein leichter sein, dieser Weg ist steinig …“), um die Mühen des Wegs auf sich zu nehmen? Hier ist doch ein Selbstentwurf und eine Zukunftsperspektive nötig.

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    @ derblondehans

    Beziehen Sie Ihre Kenntnisse von „Islamnixgut“ (http://islamnixgut2.blogspot.de/)?

    Sie wissen, dass ich Sie als störrischen Kauz von der Waterkant schätze.

    „… Gen. Stevanovic, im vergangenen Jahrhundert hat Ihre Partei, die SPD, deren Mitgliedschaft Sie sich rühmen, großen Anteil an den mehr als 100 Millionen ermordeten Menschen. Das scheint Ihnen und Ihren Genossen nicht genug.“

    Da rechnen Sie sowohl die Opfer des Sozialismus in einem Land (Stalinismus) als auch des National-Sozialismus dazu? Ihre Differnzierungsfühigkeit ist so sagenhaft, dass meine Kakerlaken zu tanzen beginnen.

    Im übrigen sind Ihre Tiraden monoton. Anstatt Ihren Rosenkranz „Verflucht seist Du, Mohammed, voll der Scheiße …“ zu leiern schlage ich Ihnen vor, sich an das Original „Gegrüsset seist Du, Maria, voll der Gnade …“ zu halten; aber das kennen Sie wohl nicht oder höchstens vom Hörensagen.

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    @ Marseillais

    Erstmal Dank für Ihren Link auf Gabor Steingarts Essay „Der Irrweg des Westens“ (http://www.handelsblatt.com/me.....4-all.html). Ich finde, das darf man gerne ein zweites und ein drittes Mal lesen. Was ich beunruhigend finde ist die Gleichschaltung unserer Qualitätsmedien und das eskalierende Tremolo der medialen/politischen Rhetorik. Ich denke, man darf dies inzwischen als Muster für „westliche Politik“ nehmen, angreifen und destabilisieren, wo es nur geht, natürlich immer im Recht und im Namen der universellen Menschenrechte, der Freiheit, der Demokratie, für die Ikonen Pussy Riot und die Schwulenemanzipation etc.; der „Westen“ ist zu einer totalitären Ideologie geworden. Außerhalb des Westens kein Heil. Alles, was noch im Wege steht, wird dämonisiert, ist rückständig, Reaktion, das Böse. Ich hoffe, dass die Machtverhältnisse in der Welt anders balanciert werden, dass es zu einer multipolaren Welt kommt, in der nicht die pure Suprematie des Westens herrscht; dass die BRICs inzwischen an ein anderes, alternatives Währungssystem denken, ist nicht das schlechteste Zeichen. Dabei muss man hoffen, dass der Westen mit einem Wimmern, nicht mit einem Knall (Sie erinnern sich noch an Caspar Weinberger?)sich von seiner Suprematie verabschiedet und sich als Teil eines internationalen Systems begreift (besonders optimistisch bin ich nicht).

    Der zweite Punkt: Wenn man Sie und denblondenhans liest, hat man den Eindruck, dass die ISIS (der militarisierte Islam) bei uns ante portas steht.

    Ich persönlich kann dem Islam, sei er nun radikal oder nicht, keine intellektuelle oder emotionale Attraktivität abgewinnen. Insofern muss ich mutmaßen, was seine Attraktivität ausmacht. Stevanovic, der sich hier tapfer mit Familie durchschlägt, hat ja schön dargestellt, dass der Westen mutmaßlich systematisch mehr Verlierer als Gewinner erzeugt. Dass, wie Sie vorschlagen, familiäre Muster und Orientierung jederzeit von Jedermann übernommen werden können, erscheint mir eher wie ein sehr frommer Wunsch. Margaret Thatcher „Es gibt keine Gesellschaft, es gibt Männer und Frauen“ – analog „Es gibt keine Familie, es gibt flexible Individuen, egal ob Hetero, Homo oder sonstwas, disponibel und anpassungsfähig als „Prosument“ oder überflüssig; Familie müssen Sie sich „leisten“ können (entweder erben oder in eine Position kommen). Wie man den überflüssigen jungen Männer, den Losern, seien Sie autochton oder zugewandert (ist die Behauptung von derblondehans falsch, dass ca. 80% der jugendlichen Gewalttäter aus dem islamisch geprägten Einwandungsmilieu kommt?), beikommt, ich würde gerne mit Stevanovic hoffen, dass dazu Polizei und Sozialindustrie ausreichen, dass wir hier genügend Mittel haben, um zu befrieden. Ich vermute auch, dass uns hier nicht die militanten Islamisten fluten, sondern wohl eher diejenigen, die vor den dortigen chaotischen Zuständen fliehen, also eher ein Antidot gegen den radikalen Islam in sich haben.

    Zurück zur ISIS und zum „militarisierten Djihad“. M.E. ist ein wesentlicher Faktor der radikalisierten Auseinandersetzungen in den Ländern des Nahen Ostens die von Gunnar Heinsohn analysierte demographische Dynamik, der anschwellende muslimische youth bulge von arbeitslosen und sozial hoffnungslosen männlichen Jugendlichen, für die islamistische Organisationen „Gitter von alternativen Positionen schaffen, in denen sich zornige junge Männer mit Ambitionen wichtig fühlen dürfen.“ (Sloterdijk, Zorn und Zeit).

    Ich glaube jedoch, das ist nur die halbe Wahrheit. Der Westen (inclusive Israel, das von den Arabern als Speerspitze und Frontstaat des Westens gesehen wird) hat in dieses Konfliktpotential Öl gegossen. In meiner Jungmännerzeit war von einem Islamismus nicht die Rede, da ging es um Arabismus, Nationalismus, Panarabismus, Sozialismus, Kommunismus. Gegenüber säkularen Strömungen in der arabischen Welt wurden Bündnisse mit fundamentalischen religiösen Staaten (Saudiarabien) geschlossen und djihadistische Bewegungen gefördert. Divide et impera, Konflikte schüren und ausnutzen, war die politische Devise des „Westens“.

    Mir erscheint es heuchlerisch, wenn man im „Westen“ über den Erfolg einer Bande von Höllenhunden, der ISIS, „überrascht“ ist. Wie stellt sich Aufklärung und Geheimdienstlage im Nahen Osten dar? Es ist bezeichnend, dass angesichts der Gaza-Krise die deutsche Qualitätspresse Glenn Greenwalds Dispatch „Cash, Weapons and Surveillance: the U.S. is a Key Party to Every Israeli Attack“ (https://firstlook.org/theintercept/2014/08/04/cash-weapons-surveillance)ignoriert hat; ich habe den Hinweis bei Telepolis (http://www.heise.de/tp/artikel/42/42445/1.html) gefunden. Die Zusammenfassung über den „secret service“ im Nahen Osten:

    „Neues Material, so Greenwald nun, würde zeigen, dass die Zusammenarbeit zwischen NSA und der Israeli SIGINT National Unit im letzten Jahrzehnt bedeutend ausgebaut wurde.

    Bemerkenswerte Details, die Greenwald zu Ausmaß und Art der Zusammenarbeit offenlegt, betreffen denn auch vor allem die Ausweitung. So ist die Partnerschaft der NSA nicht auf die ISNU beschränkt, sondern schließt auch die SOD, eine israelische Sondereinheit des militärischen Geheimdienstens, ein und den Mossad. Interessanter noch ist, dass auch die Zulieferseite sich nicht auf die NSA beschränkt, sondern auch der britische Geheimdienst GCHQ, der kanadische CSEC sowie Geheimdienste befreundeter arabischer Staaten, genannt wird der jordanische Dienst EWD (Jordanian Electronic Warfare Directorate), und Informationen der Palestinian Authority Security Forces über „palästinensische Ziele“ an israelische Dienste weitergegeben werden.

    Im Rahmen dieser ausgeweiteten Zusammenrabeit kooperieren die Amerikaner und die Israelis, um Zugang zu „geographischen Zielen zu bekommen, die Länder in Nordafrika, dem Nahen Osten, Südasien und der islamischen Republiken der früheren Sowjetunion zu bekommen“. Dies schließt eine „besondere Kommunikationsverbindung zwischen der NSA und der ISNU ein, die den Austausch von Rohdaten unterstützt wie auch tägliche analytische und technische Korrespondenz.“

    Was meinen Sie, wie der amerikanische und israelische Intelligence Service die Dynamik der ISIS einschätzte? Können Sie dies in Verbindung sehen zu dieser Nachricht von Israel HaYom: Israeli officials: Al-Qaida preferable over Assad (http://www.israelhayom.com/sit.....hp?id=9733) und zu dieser von WND (http://www.wnd.com/2014/06/off.....in-jordan/)?

    Wenn man 1 und 1 zusammenzählt ist es, sofern man keine ganz gefestigte westliche Identität hat (In God We Trust), nicht sehr weit zu dieser Mutmaßung der Gulf Daily News aus Bahrain (http://www.gulf-daily-news.com.....yid=381153) oder, auf der anderen Seite sofern man eine gefestigt westliche Identät hat, den wohl seriösen amerikanischen Überlegungen des einflußreichen Vordenkers Jeffrey Goldberg zu einer Neuordnung des Nahen Ostens, die er in The Atlantic (http://www.theatlantic.com/int.....st/373080/) vorstellte. Man ist inzwischen mit Hilfe der zerstrittenen Muslime auf gutem Weg. Im Auge muß man behalten, dass auch im Iran, dem bisher noch stabilsten Staat des Mittleren Ostens, Verschiedenes neu zu ordnen ist („Greater Azerbeidjan“, „Khuzistan“).

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    @Stevanovic

    … dass Schuld individuell ist, müssen Sie mir als Christen (und Deutschen) nicht erklären. Dass aber eine Ideologie schuldig sein kann, sollte auch ein Genosse begreifen. (Manche schaffen das … 😉 )

    Und selbst für Anhänger einer Ideologie, gilt, falls, die individuelle Schuld. Bleibt die Frage warum ich eine menschenverachtende Ideologie, dazu zähle ich Sozialismus und Mohammedanismus, in meiner Nähe, meiner HEIMAT, MEIN VATERLAND unterstützen, fördern, willkommen heißen soll.

    Können Sie mir diesen Quark erklären?

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    @dbh

    Nur weil ich nicht bereit bin, 4 Millionen Mitbürger ungeprüft einen Stempel auf die Stirn zu drücken, heißt es nicht, dass ich gegen Verfolgung von Straftätern bin. Strafstatistik, Abschiebungen, Aberkennung der Staatsbürgerschaft – das hat alles nichts damit zu tun, ob ich unbescholtene Bürger und Nachbarn für von im Ausland begangene Verbrechen fremder Staatsbürger zur Verantwortung ziehe. Wenn jemand abgeschoben werden soll, dann weil er stiehlt, nicht weil die Philippinen Probleme mit Minderheiten haben. Wir können gerne über Integrationsfähigkeit und Willigkeit einzelner Migranten sprechen, was man so tun kann oder was man lassen sollte. Auch können wir darüber reden, bestimmte Gruppen zu bevorzugen – weil die Integration leichter und billiger ist. Diese Debatten müssen in einem Einwanderungsland geführt werden. Aber von meinem moslemischen Nachbarn zu verlangen, dass er sich bei den christlichen Nachbarn für die Zerstörung der christlichen Kirchen im Irak entschuldigt, ist Diskriminierung der offensichtlichen Sorte. Und es passt, dass man diejenigen, die auf eine Einzelfallprüfung bestehen, zu Kollaborateuren erklärt.

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    Frau Lengsfeld ist nur eines der unzähligen Beispiele für die leider meist ignorierte Wahrheit, dass der „Feind meines Feindes absolut nicht mein Freund“ sein muss. Nicht jeder also, der gegen eine Diktatur (z.B. die der SED) ist, ist deswegen auch schon ein Demokrat. Frau Lengsfeld wird sich vermutlich aber durchaus als „Demokratin“ verstehen, alleine ihre Art, mit Tatsachen und Logik umzugehen, untergräbt jede Gesellschaftsform, die sinnvollerweise als Demokratie bezeichnet werden könnte.

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      Und nicht jeder, der Frau Lengsfeld kritisiert, ist mir als „Freund“ recht, Herr „Holberg“. Wenn Sie in einem Kommentar zu Klaus Kocks‘ „BILD dir eine Meinung“ Israel kurzerhand als „siedlerkolonialistischen Staat“ kritisieren, weiß ich schon, woher bei Ihnen der Wind weht, und welchen Duft er mit sich bringt.

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    @Stevanovic

    … Gen. Stevanovic, im vergangenen Jahrhundert hat Ihre Partei, die SPD, deren Mitgliedschaft Sie sich rühmen, großen Anteil an den mehr als 100 Millionen ermordeten Menschen. Das scheint Ihnen und Ihren Genossen nicht genug.

    Im 21. Jahrhundert nun, planen Sie und Genossen für Deutschland, endgültig, ein neues Steinzeitalter, die islamfreundliche Unterrichtsgestaltung an den Schulen.

    ‚Das geht dem Nachrichtenmagazin Focus zufolge aus einem Schreiben hervor, das derzeit an Lehrer verteilt wird. Die Richtlinien empfehlen „die Organisation des Sexualkundeunterrichts in geschlechtshomogenen Gruppen“ und den „Sport- und Schwimmunterricht ab der Pubertät nach Geschlechtern getrennt“ anzubieten.‘

    Ich fordere ein Verbot der SPD und die Beschlagnahmung des dem Volk geraubten Vermögens. Sofort.

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    Hat jemand den Film „Der Baader Meinhof Komplex“ gesehen? Man muss die Schauspieler sehen, um zu verstehen, was Revolutionäre in den 70ern waren: eine Landplage, aber keine Gefahr für den Staat. Erst durch den Film und mit Abstand zum Geschriebenen versteht man den Unterschied zwischen einer Roten Armee mit Tagesbefehlen und Gefechtsköpfen und einer Roten Armee mit Pamphleten und nikotingelben Fingern. Vielleicht hilft das, „unsere“ Islamisten relativ zu einer ISIS zu sehen und auch zu verstehen, warum das alles lösbare Aufgaben für unsere Polizei sind. Gerade die Konvertiten sind ein sicheres Zeichen für eine Subkultur westlicher Prägung.

  21. avatar

    Zu Sloterdijk:
    Was er beschreibt ist die Moderne, die uns allen für dieses Leben das Höchste verspricht, um dann doch beim Tariflohn zu enden. Weniger eloquent, aber inhaltlich nah dran, erkläre ich so meinen Kindern die Welt, seitdem sie die erste Werbung gesehen haben. In dem Sinne verstehe ich auch die Kunst des gescheiterten American Dream (Kevin Spacy in American Beauty – Gänsehaut). In einer Kultur, in der für jeden theoretisch alles möglich ist, gibt es praktisch viele Versager. Der Westen ist kein Glücksversprechen (pursuit of happiness, not happiness). Mit dem hat die Familie aber die Mühen der neuen Umgebung auf sich genommen und nun wird dieses Versprechen in dritter Generation nicht eingelöst. Da gibt es schon mal Frust. Westen erfordert eine hohe Frusttoleranz, die Burnoutrate lässt grüßen.

    Der “Westen” ist kein sicherer Hafen, sondern offene, bewegte See mit aufziehenden Blanken Hänsen.
    Yep!

  22. avatar

    @Lyoner

    „Sie selbst sind ja Zeuge eines kulturellen Bruches, in der das Vertrauen in Nachbarschaftsverhältnisse und Multikulti aufgessprengt wurden und zusammenbrachen. Ich glaube, in diese Richtung gehen auch die Befürchtungen sowohl der “Liberalen Islamophoben” als auch der Spezies derblondehans.“

    Das Missverständnis ist das Multikulti. Deutschland ist nicht Multikulti, der Westen ist es nicht und die Maßnahmen, dieses Multikulti zu überwinden, nennt sich Integration. Da können wir von kulturellem Respekt und Multikulti reden, so viel wir wollen. Das marokkanische Mädchen aus religiösen Gründen nicht schwimmen zu lassen, das wäre Multikulti. Eine Horde Sozialarbeiter von der Kette zu lassen und Lehrerkonferenzen einberufen – das ist gar nicht Multikulti, das ist Assimilation, auch wenn es kuschelig rüberkommt. Sie wird schwimmen. Am Ende der Integration kaufen wir alle bei Ikea, im Apple Store und orientieren gut und falsch an Walt Disney-Serien. Kann man gut finden oder nicht – nur Multikulti und Bunt, das ist es nicht. Das genaue Gegenteil von Jugoslawien – dort war man eben nicht „nur“ Konsument, man war immer Teil einer Gruppe, hatte deswegen auch andere Pflichten/Rechte. Der Nationalismus und das nationale Bewusstsein wurden geschärft und gefördert, gerade der Minderheiten. Hier nicht. Hier unterscheidet uns nur die Brieftasche. Deswegen verstehe ich die Befürchtung der Reaktionären – die haben vollkommen Recht, Deutsch wird abgeschafft. Da dies aber mit allen nationalen Merkmalen weltweit geschieht, liegt das wohl kaum an den Moslems. Oder an den Migranten. Wenn wir uns umschauen, liegt es nicht mal an den Deutschen. Die liberale Islamophobie ist das Pendant zum grünen Waldsterben. Themen neu entdeckt und durchdekliniert bis zum (erschütternden) Ende, bei dessen Eintritt wir alle tot sind. Gähn. Oder es sind Reaktionäre, gefangen im Leben eines Liberalen – ich weiß es nicht.

    Der feuchte Traum jeder türkischen Regierung wäre es, die Türken als nationale Minderheit in Deutschland anzuerkennen. Dann würden die Integrationsmaßnahen überflüssig werden. Dann wäre es Multikulti. Nur, die üblichen Selbsthassgruppen unter der Wahrnehmungsschwelle mal weggelassen, wer will denn so etwas? „Die gesamte Wahlbeteiligung in Deutschland gab die türkische Botschaft mit 8,1 Prozent an.“ Haha. Erdogan hat auch versucht, die tatsächlich als Nationale Minderheit anerkannten türkischen Bulgaren zu instrumentalisieren – ohne Erfolg, bulgarische Themen waren denen wichtiger.

    Kurz: Ein wirkliches Multikulti-Konzept ist tödlich für alle. Deswegen haben wir es nicht. Es werden nicht Türken friedlich neben Deutschen wohnen, es leben Konsumenten neben Konsumenten. Und kein abgeschobener Ali dieser Republik wird daran etwas ändern.

  23. avatar

    Auch wenn Sie für mich einer der sehr wenigen lesenswerten Journalisten in
    diesem Land sind und ich ihre am Individuum orientierte,radikal liberale Haltung
    teile ebenso wie ihre Kritik an falschen Verallgemeinerungen,bin ich jetzt doch
    heftig frustriert.Sie respektieren das Recht jeder Religion(also aller Religionen)
    ihre Traditionen (also wohl wieder alle Traditionen) zu pflegen.Das sollte besser nicht ihr ernst sein.Eine Religionsgeschichtliche Auflistung nur der bekanntesten
    Grausamkeiten aus Vergangenheit und Gegenwart erspare ich mir hier.
    Die Beschneidungsdebatte habe ich lernwillig verfolgt,aber rationale Argumente
    für den von ihnen vertretenen Standpunkt habe ich nirgendwo gesehen.
    Die 3 Fälle aus dem Ruder gelaufener Beschneidungen,die meine Tochter
    bereits im ersten halben Jahr ihrer Tätigkeit in der Notaufnahme ihres
    Schweizer Kantonsspitals erleben durfte( Intensivtherapie zwischen 3-21 Tagen
    + NachOPs) gaben mir zu denken +sprechen für einen enorme Zahl toter Knaben in den vielen
    Jahrhunderten ohne Hygienewissen+moderne Medizin.Dito bei Mädchen.

    Ihr leichtfertiger Mißbrauch der Koran Sure 2.256 ist ebenfalls sehr traurig.
    Die ist leider mitnichten ein Beweis für Toleranz+Friedfertigkeit im Islam.
    Der Prophet spricht auch nicht vom Zwang in der Religion,sondern vom
    Zwang zu glauben.
    Der gerne als Nebelkerze zitierte kleine Anfangssatz der Sure 2.256 steht
    in einem eher das Gegenteil aussagenden Kontext:

    Die Sure vorher beschwört zum X mal die absolute Allwissenheit + Allmacht
    Gottes und dass diese Tatsache für jeden Menschen total klar zu erkennen ist.

    Sure 2.256 sagt dann, diese Tatsache sei so leicht von jedem Irrtum zu unterscheiden und werde zudem von Gott so Belohnt,so dass man die, die
    trotzdem nicht glauben wollen nicht zwingen soll, denn Gott kennt sie+sie
    werden für immer ins Höllenfeuer gehen.

    Das ist kein Toleranzaufruf,auch kein innerislamischer in Bezug auf z.B.
    Kleidungs/Speisevorschriften.

    Dass weltliche Glaubenssysteme(ihre Zwangsmodernisierer z.B.)
    auch keine günstigere Bilanz haben liegt auf der Hand,da die Menschen die diese Ideologien betreiben sich meist ebenfalls von ihrem Verstand
    verabschiedet haben.

    1. avatar

      Lieber Jochen Schüler, Religionen sind ihrem Wesen nach intolerant, jedenfalls Offenbarungsreligionen, die vom Besitz absoluter Wahrheiten ausgehen. Dennoch ist die Religionsfreiheit die Grundlage aller anderen Freiheiten. Mit diesem Paradoxon muss man leben.
      Ich mache mir bestimmt keine Illusionen über den Islam, aber diese Feststellung gilt auch für diese Religion. Im übrigen kann man erheblich mehr intolerante, blutrünstige und antisemitische Sprüche bei Luther als bei Mohammed finden.

  24. avatar

    @Stevanovic, … Nachtrag: Die Entwicklung kann (aus vielen Gründen, die wir hier nicht alle durchkauen sollten) nicht mehr zurückgedreht werden.

    … ooops? … schreiben Sie einen einzigen Grund, warum es nicht möglich sein sollte Straftäter, die nicht die deutsche Staatsbürgerschaft besitzen, auszuweisen. Sofort. Selbst die Aberkennung der Staatsbürgerschaft für Zugewanderte, bei Straftaten, sollte möglich sein. Nur um diese geht es.
    Was ist daran verkehrt?

  25. avatar

    Stevanovic: Unter den Gesichtspunkten ist das Thema Islam nur eines unter vielen. Plakativ, ist für jeden verständlich. Aber im Grunde eine Jugend-Sub-Kultur, wie der Punk der Ölkrise.

    … na klar, Gen. Stevanovic, diese jugendlichen Strolche aber auch.

    … Nachdem aus Berlin bekannt geworden war, 81 Prozent der jungen Intensivtäter Zuwanderungsgeschichte besitzen (fast ausnahmslos türkische oder arabische), forderten CDU und Polizeiverbände, auch in NRW die Zuwanderungsgeschichte zu erfassen, weil man Probleme nur lösen könne, wenn man ihr Ausmaß kenne. Auch dies lehnte Rot-Grün ab. Übrigens aus einem noblen Motiv: Den Menschen mit Zuwanderungsgeschichte könnte daraus allzu pauschal ein Strick gedreht werden. Wo man in diesem Streit auch stehen mag – Fakt ist: Über gruppenfeindliche Kriminalität und potenziell gewaltaffine Milieus wissen wir weniger als möglich.‘

    Und Sie, Gen. Stevanovic, relativieren. Nur warum? Was ist Ihr Motiv? Das gemeinsame Bier nehme ich Ihnen nicht ab.

  26. avatar

    @ Marseillais

    „Manchmal fragt man sich ernsthaft, ob Sie noch bei Trost sind. Oder Sie wollen die Schüler einer Beamtin, die Ihnen nahe steht, nicht verschrecken, jedenfalls sind Sie ein gleichsetzender Relativierer, und kaum jemand versteht Sie, vielleicht außer Ströbele und Co.“

    Muss mich in die Reihe stellen: Wegen dem Völkermord einer Gruppe sunnitischer Iraker habe ich keine Angst vor meinen türkischen Nachbarn. Mit denen trinke ich Bier. Ja, ich relativiere, weil ich zwar viele biertrinkende Moslems und auch viele Muslima mit nichtmuslimischen Freunden kenne, aber niemanden, der den Koran auswendig kann.

    Und so mal aus serbischer Sicht: Der Islam auf dem Balkan ist ein historischer Irrtum, den Serbien schon längst korrigiert hätte, wenn die NATO nicht entschieden hätte, das Verfallsdatum dieser Glaubensgemeinschaft wieder besseres Wissen zu verlängern. Es ist gemein, Völkermord, trotz aller ehrlicher Mühen, nur den Moslems zuzugestehen. Bleiben sie fair!

  27. avatar

    @Lyoner
    Der Beitrag oben ging an sie.

    Im Ernst: Wie wäre es, die erweckten Islamisten in Deutschland unter dem Gesichtspunkt urbaner Subkultur zu sehen und nicht als Stellvertreter Saudi-Arabiens. Der Antisemitismus erscheint mir als provokatives Abgrenzungsmerkmal, so wie die Ratten und Sicherheitsnadeln der Punks. Dann wäre doch schon mal der Gedanke weg von der Interpretation der Koransuren (die können wir wirklich den Saudis überlassen) und hin zu mehr pragmatischen Lösungen.

    @ Marseillais

    Sie haben die Bronx erwähnt. Die wurde auch nicht befriedet, indem man die Sprachen der West-Afrikaner oder Italienisch lernte, um die Kultur der „Heimatländer“ der Intensivtäter besser zu verstehen. Polizei+Hochdruckreiniger+Arbeit. Wegen welcher Koransure soll das ausgerechnet in Deutschland nicht funktionieren?

  28. avatar

    Der Soundtrack zu der Integrationsdebatte: I beg your pardon I never promised you a rose garden.

    Die Entwicklung kann (aus vielen Gründen, die wir hier nicht alle durchkauen sollten) nicht mehr zurückgedreht werden. Das unverschämte an Helmuth Schmidts Aussage, das mit den Türken in den 70ern sei ein Fehler gewesen, ist die Messlatte, die er seinen politischen Nachfolgern legt: Die Welt vor dem Fehler gibt es nicht mehr. Seine Fehler können damit gar nicht korrigiert werden. Damit können wir auch über falsche Abbiegungen während der Völkerwanderung trauern – die Entscheidungen sind gefallen. Die Türken (Migranten) sind da. Auch ist es keine Bürde der Vergangenheit – wenn alle Industrienationen das gleiche Problem haben (außer Japan, das wird gerade spannend), ist es kein Problem der Biodeutschen oder ein Problem der deutschen Willkommenskultur. Nun kommt mir der Stand der Debatte vor, wie die Schockstarre nach Mario Balotellis Toren während der EM. Deutschland hat Konzepte, Ideen und Geld, bereitet sich akribisch vor und der kleine undisziplinierte Drecksack schießt in 15Minuten jahrelange Arbeit des DFB einfach so aus dem Turnier. Der Ball ist halt doch rund. Kollektive Depression und Selbstzweifel.

    So auch die Migration und Integration: Ja klar, Probleme. Desorientierte Jugendliche, so weit das Auge blickt. Auch fühlt sich eine Stadt mit 50% Migranten auch gar nicht mehr richtig Deutsch an (und ist es in dem Sinne auch nicht). Das ist ja alles so. Nur, was hat man erwartet? Integration läuft seit einer halben (!) Generation. Vor 1998 gab es ja nicht mal Konzepte. Dazu kommt noch die Desorientierung der Biodeutschen dazu: Es ist ja nicht so, dass das Abendland wegen der Türken untergeht. Die migrantische Jugend macht, was junge Migranten auf der ganzen Welt machen: Probleme. Diese werden überall auch gleich gelöst: Polizei. Um im Bild zu bleiben: Hätte man Balloteli, als er zum Angriff ansetzte, umgegrätscht, statt nach Konzept zu spielen…

    Natürlich hatte ich es leicht: Ich war damals einer der wenigen Gastarbeiterkinder und bin unter Deutschen aufgewachsen. Natürlich ist die Qualität der Integration an der Quantität der zu Integrierenden gekoppelt. Es gibt eine „Stressgrenze“, die zu einer Qualitätsgrenze wird. Nur diese Erkenntnis kommt für Offenbach mit über 50% Migranten zu spät… also, was nun?

    Unter den Gesichtspunkten ist das Thema Islam nur eines unter vielen. Plakativ, ist für jeden verständlich. Aber im Grunde eine Jugend-Sub-Kultur, wie der Punk der Ölkrise. Der Koran erklärt diese Jugendlichen, wie die Bibel die Sex Pistols. Heute gellten Osteuropäer als die guten Migranten. In den 80ern, wenn ich Heimweh nach „meinen“ hatte, habe ich xy-Ungelöst geschaut 🙂

  29. avatar

    @Lyoner

    Es gibt Grenzen, nach deren Überschreiten das Leben bestimmt komplizierter wird. Zum Beispiel aktive Sterbehilfe. Auf der einen Seite ist da der selbstbestimmte Mensch, der seinem Leben ein würdevoll beenden will. Wer könnte ihm das verwehren? Auf der anderen Seite kommt es durch die freie Verfügbarkeit des Zeitpunkts und durch die Professionalisierung der Lösungsanbieter zu einer Normenverschiebung – d.h. was als Selbstbestimmung begann, wird zur fremdbestimmten Norm. In den heutigen, durchökonomisierten Zeiten mit einer Generation, die Selbstoptimierung gewohnt ist, wird das Leben enden, wenn ein bestimmtes Leistungsniveau unterschritten wird. Deswegen habe ich weniger den stolzen, alten Mann im Kopf, sondern eher die Schmeißfliegen, die um Opa summen, damit er es doch allen etwas einfacher macht.
    Ähnliches befürchte ich von der Ludovico Therapie. Beides sind Eingriffe in die Werteordnung, die zu einer Verschiebung wichtiger moralisch-tektonischer Platten führen könnte, Ergebnis ungewiss. Da ich aber beide Probleme im Rahmen unserer Möglichkeiten für behandelbar halte, sehe ich schlicht nicht die Notwendigkeit für diese Maßnahmen. Die Ludovico Therapie ist so etwas wie die Transrapidstrecke Berlin-Hamburg: tolle Technik, viele Folgeprobleme, aber nur wenig Zeitgewinn.
    Außer wir koppeln Ludovico an Google oder Facebook und erledigen auch noch das Rauchen, zu schnell fahren, Promiskuität und Zahnpastatuben offen lassen. Wobei sich schnell die Frage stellen wird, ob man erst Ressourcen an kindliche Entwicklungen verschwenden möchte oder den kleinen direkt auf den Stuhl setzt (denken sie doch auch mal an die Eltern…). Die Ludovico-Therapie soll eine Welt beschützen, deren Ende sie beschleunigen wird…

    …weil wir zu wenig Polizeibeamte einstellen wollen und Geld in der Sozialindustrie verpulvern. Hm…

  30. avatar

    Und Ihrer beider (sehr flache) Diskussion geht an der Sachlage vorbei. Da geht es mal wieder um uns alle normalen Bürger, hier repräsentativ ausgedrückt:
    „Es geht nicht um radikale Muslime. Obwohl die gerade, was die Vergiftung der Debattenkultur angeht, die Poleposition halten. Es geht um die grundsätzliche Frage, ob es jedem, der einen Computer oder ein Smartphone hat, möglich sein sollte, an öffentlichen Debatten teilzunehmen oder sie gar anzustoßen.“(Br)
    http://www.achgut.com/dadgdx/i.....erwahrlost

    Natürlich geht es um die Radikalen und nur um diese.
    Mir geht es auch darum, warum diese Leute kein Herz mehr haben und wo ihr schrecklicher Ritter Cato auszumachen ist, der ihr Herz zu Stein verwandelt hat.
    Am ehesten ist es die irre Phantasie, den Salaaf wiederzubeleben. Ob ihr Prophet damit einverstanden wäre, weiß niemand.
    Und es geht Ihnen, Herr Posener, darum, dass wir mit Klarnamen schreiben, damit wir mit dem Schreiben aufhören und die Meinungsfreiheit, die ohnehin schon stark limitiert ist, aufhört, und damit wir „irrelevante Masse“ werden, was sie den deutschen Muslimen absprechen, uns aber offenbar angedeihen lassen wollen. Und vielleicht geht es Ihnen beiden darum, dass man schon mal Leser sieht, die Ihnen die Show stehlen. Sie sind keine unangefochtenen Tonangeber und Größen mehr, und hin und wieder kriegen Sie einen Preis verliehen, damit Sie nicht zu Lebzeiten schon vergessen sind. Wobei dabei noch graduelle Unterschiede bestehen.
    Ja, das Internet hat Einiges verroht, und U-Tube wie google brauchen eine Zensur. Pädo“philer“ Inhalt, Anleitung zum B*****-Bau und Filme von Brutalitäten gehören aus dem Internet eliminiert, nicht aber normale Bürger, die debattieren.

  31. avatar

    @ Alan Posener
    „und der Islamhass ist eine Form des Rassismus, die nicht besser ist als der Judenhass“

    Quark. Ich kenne keine Leute,die den Islam hassen, aber reichlich, die sich vor ihm fürchten, weil er massenweise Gewalttätige und Juden- wie Christen-, wie Sektenhasser hervorbringt:

    On Sunday night, I became the first western journalist to reach the mountains where tens of thousands of Yazidis, a previously obscure Middle Eastern sect, have been taking refuge from the Islamic State forces that seized their largest town, Sinjar.

    I was on board an Iraqi Army helicopter, and watched as hundreds of refugees ran towards it to receive one of the few deliveries of aid to make it to the mountain. The helicopter dropped water and food from its open gun bays to them as they waited below. General Ahmed Ithwany, who led the mission, told me: “It is death valley. Up to 70 per cent of them are dead.”
    http://www.telegraph.co.uk/new.....-dead.html

    Hier betätigt er sich in seiner fundamentalen Ausprägung gerade an einem versuchten Holocaust.
    Vor Juden hat keiner Angst Punkt. Zum Ausgleich werden sie von Angsteinflößern gehasst.
    Manchmal fragt man sich ernsthaft, ob Sie noch bei Trost sind. Oder Sie wollen die Schüler einer Beamtin, die Ihnen nahe steht, nicht verschrecken, jedenfalls sind Sie ein gleichsetzender Relativierer, und kaum jemand versteht Sie, vielleicht außer Ströbele und Co.

  32. avatar

    Sie sind also als Atheist Kritiker der Religionen, meinen aber, die müssten nicht in der Moderne ankommen. Ja, das hat völlig Sinn! Und entschuldigen Sie, dass ich Sie nicht vom Haken lasse, nur weil Sie den Kampfbegriff Islamophobie in den Mund nehmen, dann aber nicht mal bereit sind ihn abzugrenzen und plötzlich von den Menschen reden wollen. Menschen sind diejenigen, die den Islam so auslegen, dass er Andersgläubigen Probleme bereitet.

    1. avatar

      Es ist interessant, wie Sie formulieren, Lilith: Sie „lassen mich nicht vom Haken“. War mir nicht bewusst, dass Sie nach mir angeln. Und genau, ich bin Atheist und respektiere das Recht jeder Religion, ihre Traditionen zu pflegen, einschließlich des Rechts der Juden und Muslime, männliche Kinder zu beschneiden. (Und nein, ich respektiere nicht die Tradition der Frauenbeschneidung.) Wie sagte der Prophet: „Kein Zwang sei in der Religion.“ Manche Zwangsmodernisierer sehen das anders, dazu gehören offenkundig Sie. Aber Zwangsmodernisierer haben in der Geschichte mehr Unheil angerichtet als Konservative.

  33. avatar

    Hat das schon jeder gelesen (Gabor Steingart, Handelsblatt)?:
    „Der deutsche Journalismus hat binnen weniger Wochen von besonnen auf erregt umgeschaltet. Das Meinungsspektrum wurde auf Schießschartengröße verengt.

    Blätter, von denen wir eben noch dachten, sie befänden sich im Wettbewerb der Gedanken und Ideen, gehen im Gleichschritt mit den Sanktionspolitikern auf Russlands Präsidenten Putin los. Schon in den Überschriften kommt eine aggressive Verspannung zum Ausdruck, wie wir sie sonst vor allem von den Hooligans der Fußballmannschaften kennen.

    Der „Tagesspiegel“: „Genug gesprochen!“ Die „FAZ“: „Stärke zeigen“. Die „Süddeutsche Zeitung“: „Jetzt oder nie“. Der „Spiegel“ ruft zum „Ende der Feigheit“ auf: „Putins Gespinst aus Lügen, Propaganda und Täuschung ist aufgeflogen. Die Trümmer von MH 17 sind auch die Trümmer der Diplomatie.“
    Westliche Politik und deutsche Medien sind eins.
    http://www.handelsblatt.com/me.....4-all.html
    Interessant auch dieser comment (unter 150-200, Seite 4) zu Stürmer:

    „Was redet der Mann denn da!

    1. Die Krim – uraltes russisches Gebiet, vom Ukrainer Chruschtschow 1954 verfassungswidrig an die Ukraine verschenkt – schloß sich auf Wunsch von weit über neunzig Prozent der Bevölkerung an Rußland an, als durch den Putsch in Kiew die verfassungsmäßige Ordnung der Ukraine mit Billigung des Westens außer Kraft gesetzt war. Ohne die Angliederung gäbe es auf der Krim jetzt die Bombardierung von Wohnhäusern, Schulen und Kindergärten wie im Donbass.

    2. Wer verteufelt hier in Wirklichkeit wen? Es sind doch die westlichen Politiker, allen voran die Laienspieler Obama und Kerry, sowie unser beängstigend monochromen Medien, die Rußland bzw. Putin und seine Mannschaft verteufeln (Hillary verglich Putin sogar mit Hitler!), während der russische Präsident bisher stets höflich von „unseren westlichen Partnern“ sprach. Und was ist mit der nebulösen Formulierung vom „großrussischen Traum, der für Europa zum Albtraum“ wurde, gemeint? Es hat in der Vergangenheit genau drei Großträume gegeben, die alle auf Kosten Rußlands gingen: den der mittelalterlichen Mongolen, den Napoleons und den Hitlers. Und die Ukraine-Krise ist nicht von Rußland ausgelöst worden, sondern von der EU und den USA, die von feuchten Großträumen auch nicht weit entfernt sind. Rußland hingegen hat nirgendwo in den letzten Jahrzehnten etwas Expansives unternommen. Die berühmte „Sammlung der russischen Erde“ fand im 15. Jahrhundert statt, das sollte ein auch Westhistoriker wissen.
    http://www.welt.de/debatte/kom.....Fugen.html

    Unübersehbar: Eine Provokation nach der nächsten von NATO-Seite: Flugzeug über russischem Luftraum, abgefangen und nach Schweden ausgewichen; neu U-Boot in russischen Gewässern. Geht’s noch? Einer der Schlafwandler ist nach Martha’s Vineyard in Urlaub gefahren.

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    Wenn Vernunftmenschen Eltern werden, werden sie oft noch genauer, hier Hannes Stein:
    „Die Hamas ist schrecklich unoriginell, wenn sie diese Taktik fortsetzt.“
    „Was würde ich tun, wenn mein Sohn mir eines Tages erzählen würde, in seinem Kindergarten lerne er, Lieder zu singen, in denen dazu aufgerufen wird, irgendeine Gruppe von Menschen……zu hassen?“
    „Und was, wenn in New York ähnliche Zustände herrschen würden wie im Gazastreifen? Wenn die Regierung also ihre Kritiker foltern und qualvoll exekutieren würde, wie es die Hamas tut?“
    „Klingt das wie eine Kritik an der palästinensischen Gesellschaft? Das soll es auch. Was sind das eigentlich für Eltern im Gazastreifen, die ihrer Führung erlauben, einen Krieg nach dem anderen anzuzetteln, dabei ihre Kinder als menschliche Schutzschilde zu verwenden und ihre Würde nicht einmal im Tod zu achten, weil sie die Bilder dieser toten Kinder anschließend zu Propagandazwecken einsetzt?“
    Das Ganze:
    http://www.welt.de/debatte/kom.....inder.html

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    @ Lyoner
    Ich erlaube mir, darauf etwas zu schreiben, obwohl es an Stevanovic gerichtet ist:
    „Meine Hypothese ist, dass die “Islamisierung” bei Teilen der Migranten auch eine allergische Reaktion auf den “Westen” ist, der fortlaufend alte kulturelle Muster (nicht nur im Osten, sondern auch im Westen) entwertet, untauglich macht und die Ausbildung neuer reliabler und valider Muster zunehmend erschwert;….“

    Glaube ich nicht so sehr. Sie können jederzeit ältere kulturelle Muster weiterleben. Niemand hindert Sie, Familie zu haben und hierbei z.B. Homosexualität abzulehnen, solange Sie es nicht laut in die Welt schreien oder einem Schwulen schaden. Sie können alles, was je gut war, lesen, im Kino oder in Museen ansehen und für sich wiederbeleben. Schwierig finde ich allerdings die Abwertung der Mutterrolle, auch durch zu geringes Gehalt, das für die Familie oft nicht ausreicht.
    Sie können das so nicht erklären. Gerade die Rückständigsten und die Brutalsten nutzen gnadenlos die Moderne. Zum Beispiel kommen sie durch kleine U-Tube-Videos manchmal erst auf den Geschmack.
    Nichts, was sie gefestigter machen würde, ist verboten: Sie könnten ihre oft jungen Frauen beim Erwerb der zweiten Sprache unterstützen und eine überschaubare Kinderzahl zweifellos beim Lernen. Niemand hindert sie an einem gescheiten Schulabschluss.
    Das kann es nicht sein. Die Kulturen sind verwässert, aber sie sind da. Und von Leuten, die in der Wüste Wasser gefunden haben und Oasen gebaut haben, kann man erwarten, dass sie sie ausbuddeln.
    Nein, die Leute, mit denen wir Probleme haben, haben eine Ideologie: Es gilt nur der muslimische Mann, alles andere ist minderwertig, auch der Hund. Sie wissen, dass diese verkehrt ist, sonst wären sie nicht gewalttätig. Die anderen, mit denen keine Probleme bestehen, trauen sich nicht, öffentlich zu werden. Sie sehen an berühmten Fällen wie Rushdie, Ates, Hirsi Ali, Abdel Samad, wie problematisch das ist. Sie wissen um das Schlimmste überhaupt: Sippenhaft. Und hier liegt Lengsfelds Brücke zur NS-Zeit: Die Leute hatten/haben oft Angst, was VL nicht erwähnt. Angst macht sie oft untätig, nicht immer Gleichgültigkeit. Und Sippenhaft ist ein potenter Angstmotor und wird in jeglicher Totalität benutzt.
    Das fängt klein an, zu Hause. Die Mutter bleibt still z.B., wenn sie weiß, dass ihr Wüterich es an den Kindern auslässt.
    Die Psychoanalyse wird abgelehnt, hier haben wir das nächste Problem. Selbstkritik braucht zunächst Psychanalyse. Sie brauchen nicht mehr Sex oder W.Reich, das halte ich für Unsinn, aber sie brauchen Freud, lehnen ihn aber oft ab, manche schon deshalb, weil er ein Jude war.
    Vor allem brauchen sie den Überdruss, den wir nach beiden Kriegen hatten. Der militarisierte Dschihad muss ihnen erstmal zum Hals ‚raushängen. Es ist erstaunlich, dass das nicht schon der Fall ist, mindestens bei den Frauen. Aber Yücel von der TAZ hängt der inzwischen bis zur Erde. Und das sollte mal mehr werden.

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    Ein kluger Moslem hat es vor geraumer Zeit folgendermaßen formuliert: „Nicht alle Moslems sind Terroristen, aber fast alle Terroristen sind Moslems“. Also, warum bringt nur der Islam einen global agierenden Terrorismus hervor, aber nicht das Christentum, Judentum, Buddhismus, Hinduismus, Taoismus etc. pp.?
    Von Nigeria im Westen bis nach Indonesien im Osten zieht der islamische Terrorismus seine blutigen Bahnen. Warum der Islam?

    Apropos schweigende Mehrheit: Es ist schon merkwürdig, dass Moslems ganz fix auf der Straße sind wenn es gegen Israel und Juden geht, aber im Fall Boko Haram oder IS den kollektiven Hintern nicht hoch bekommen. Immerhin sind Hunderte oder gar Tausende Jesiden in NRW gegen IS auf die Straße gegangen, wurden aber etwa in Herford übel von Moslems angegangen.

    Ein Vergleich: Vor Jahren haben Basken zu Zigtausenden gegen die ETA demonstriert. Sie haben der ETA das Recht abgesprochen im Namen der baskischen Nation zu handeln. Schlußendlich ist die ETA den Bach runtergegangen. Übrigens ditto Nordirland/Ulster vs. IRA, UDF.

    Also, wo bleibt der Aufstand der anständigen Moslems in Europa und anderswo? „Ja, wo laufen sie denn?“
    Dagegen, wenn irgendwo in Schland ein Trupp Nazis zusammenkommt gibt es sofort eine Massendemo.
    Immerhin behauptet IS den „wahren“ Islam zu vertreten. Nun, wenn das tatsächlich der wahre Islam ist, dann gute Nacht Menscheit!

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      Das war kein kluger Moslem, und es ist Blödsinn. Erzählen Sie etwa den Opfern der IRA, dass der Katholizismus keinen Terror hervorgebracht habe. Erzählen Sie den Tamilen in Sri Lanka, dass der Buddhismus keinen Terror hervorgebracht habe. Erzählen Sie den Muslimen und den Sikhs in Indien, dass der Hinduismus keinen Terror hervorgebracht habe. Erzählen Sie den Muslimen in Bosnien, in Birma, in Tschetschenien oder in Sinkinag, dass sie – wie Sie es implizit formulieren – zu einer Täterreligion gehören.
      Die schlichte Weigerung, irgendeine Realität zur Kenntnis zu nehmen, ist das Kennzeichen des Rassismus, und der Islamhass ist eine Form des Rassismus, die nicht besser ist als der Judenhass, ja mit diesem verwandt, da sie auch eine „Weltverschwörung“ unterstellt.

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    Lyoner: Wie wärs, wenn Sie die stark wachsenden Katholiken Afrikas nach Meck-Pomm einladen? Dann würde man dort auch wieder ein herzhaftes Hallelujah hören können.

    … als Gäste oder Lernwillige? Warum nicht?

    Irgendwann wird auch Afrika seine Möglichkeiten erkennen. Dabei hilft die katholische Kirche. Und bei kluger europäischer – nicht EU – Politik, wird auch MV profitieren. Bis dahin lebe ich gern in der Diaspora MV. 😉

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    Stevanovic: Nur, der friedliche Muslim wird zum Gegner. Nicht zum Kollateralschaden, wenn ihn eine Drohne falsch identifiziert oder wenn er bei einem Luftangriff am falschem Haus vorbeigeht. Er ist nicht der Span, der beim Hobeln fällt. Er IST der Gegner selbst. Und sie redet ja nicht von Afghanen oder sunnitischen Irakern, sie redet von DEN Muslimen. Der friedfertige Muslim wird zum Gegner, weil er einfach da ist. Und das hat eine gänzlich andere Qualität. Die Argumentation Mehrheit/Minderheit gegen Diktaturen (wie sie es schreiben: so einfach ist das nicht) soll diese Sichtweise nur untermauern. Den Muslimen wird das Recht auf Individualität abgesprochen und dafür sollen sie auch noch selbst schuld sein.

    … ich ändere nur ein Wort und die Ethnie in Ihrem Text, inlc. der Wiederholung. Dann müssten auch Sie Äpfel von Birnen unterscheiden können:

    Nur, der friedliche National-Sozialist wird zum Gegner. Nicht zum Kollateralschaden, wenn ihn eine Drohne falsch identifiziert oder wenn er bei einem Luftangriff am falschem Haus vorbeigeht. Er ist nicht der Span, der beim Hobeln fällt. Er IST der Gegner selbst. Und sie redet ja nicht von Deutschen oder Österreichern, sie redet von DEN National-Sozialisten. Der friedfertige National-Sozialist wird zum Gegner, weil er einfach da ist. Und das hat eine gänzlich andere Qualität. Die Argumentation Mehrheit/Minderheit gegen Diktaturen (wie sie es schreiben: so einfach ist das nicht) soll diese Sichtweise nur untermauern. Den National-Sozialisten wird das Recht auf Individualität abgesprochen und dafür sollen sie auch noch selbst schuld sein.

    Islam ist Diktatur. Daher!

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    Und das noch. Weiter oben schrieb ich: ‚Und warum sollte der Islam ausgerechnet in der ‚BRD‘ ein anderer sein, als der an den Grenzen zu Israel?‘

    Mit anderen Worten, wer den Islam in der ‚BRD‘ verharmlost, die Hamas mit unseren Steuergeldern unterstützt, nix anderes machen EU und Onkel Uhu, bestreitet in gleichem Atemzug das Existenzrecht Israels. Daher auch kein Frieden. Ändern wir das. Ich will Frieden.

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    @derblondehans

    Das hier könnte Sie interessieren

    Muslim Media – Integration zum Lachtarif
    (http://www.muslimmedia.de/)

    Wie wärs, wenn Sie die stark wachsenden Katholiken Afrikas nach Meck-Pomm einladen? Dann würde man dort auch wieder ein herzhaftes Hallelujah hören können.

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    @ Stevanovic

    Mir gefällt es sehr, wie Sie sich hier ins Zeug legen, mit differenziertem Verstand, differenzierter Sprache und leidenschaftlichen Engagement. Ich hätte nichts dagegen, wenn man Sie klonen würde, sagen wir mal 1.000 Stevanovics (nicht mehr, sonst würde es zu langweilig) und Sie an den Brennpunkten der Migration einsetzen; ich glaube, da dürfte auch derblondehans nicht protestieren, auch wenn er Sie als General anzureden beliebt.

    Was Ihre Erfahrung und Beurteilung der Migranten, ihrer Einstellungen und Probleme angeht, sind Sie viel näher an der Materie al ich am locus amoenus Potsdam.

    Sie schreiben, dass die meisten ihr Ding machen wollen, ihr tägliches Leben meistern und die Politik (incl. Religion) nicht Prio 1 ist. Ich stimme Ihnen zu, dass es scheinheilig ist, von den Muslimen/Türken zu erwarten, dass sie „Gesicht zeigen“ und sich von islamistischen Gräueln öffentlich distanzieren; mit mehr Recht durfte Graumann fragen „Warum gibt es keine Welle der Solidarität mit uns Juden angesichts der Welle von Antisemitismus?“.

    Ein befreundeter Psychoanalytiker sagte mir mal, dass der Prozess der Migration mit der Passage der Pubertät verglichen werden könne; hier gibt es heftige emotionale Turbulenzen. Dazu kommt natürlich, dass der Westen für die Migranten noch mehr als für die Autochtonen ein Ort ist, an dem nichts sicher ist. Sloterdijk hat dies mit seinen zivilisationsdynamischen Sätzen formuliert, z.B. „Es werden in aller Welt viel mehr Wünsche nach Objekten des Konsums und des Genießens stimuliert, als durch real erarbeitet Güter bedient werden können“ und „Es werden auf den Feldern moderner Politik und Kultur stets mehr Täuschungen, Wahnkonzepte und Angebote an die Deliriumsbereitschaft des Publikums in die Welt entlassen, als je in realistische Vorhaben re-integriert werden können.“ und „Es wird ständig mehr empörungsbereite moralische Sensibilität herangezogen, als sich durch Hinweis auf ständigen Strukturwandel der Mißstände beruhigen lässt.“(Sloterdijk, Die schrecklichen Kinder der Neuzeit. S. 87ff). Der „Westen“ ist kein sicherer Hafen, sondern offene, bewegte See mit aufziehenden Blanken Hänsen.

    Sie weisen auf viele gelingende Prozess im Zuge der Immigration/Integration hin. Ich vermute, dass Sie diese Prozesse besser als ich quantifizieren können, wahrscheinlich auch, welche Faktoren dienlich sind, welche nicht. Untersuchungen wie z.B. auf der Seite der DIK, Mediennutzung junger Erwachsener mit türkischem Migrationshintergrund (http://www.deutsche-islam-konf.....-node.html) sind mir zu wenig aussagefähig.

    Meine Hypothese ist, dass die „Islamisierung“ bei Teilen der Migranten auch eine allergische Reaktion auf den „Westen“ ist, der fortlaufend alte kulturelle Muster (nicht nur im Osten, sondern auch im Westen) entwertet, untauglich macht und die Ausbildung neuer reliabler und valider Muster zunehmend erschwert; ich habe hier schon auf Pankaj Mishra verwiesen; eine Reaktion auch auf die „Aggressivität“ des Westens, wie z.B. auf Muslimmarkt diskutiert (http://www.muslim-markt.de/wtc.....n_irak.htm). Unter dem Blickwinkel der Ewigkeit ist dies „Reaktion“.

    Nun werden Sie sicher zugeben, dass die zunehmende Radikalisierung in der islamischen Welt, vor allen Dingen in Regionen, in denen die alten Autoritätsstrukturen zusammenbrechen, und in Regionen, die bis heute ethnisch und kulturell gemischt waren, bedrohlich sind und auch unsere Auffassung des Islam einfärben. Sie selbst sind ja Zeuge eines kulturellen Bruches, in der das Vertrauen in Nachbarschaftsverhältnisse und Multikulti aufgessprengt wurden und zusammenbrachen. Ich glaube, in diese Richtung gehen auch die Befürchtungen sowohl der „Liberalen Islamophoben“ als auch der Spezies derblondehans.

    Ich denke, wir brauchen Leute wie Sie (wieweit haben Sie persönlichen Kontakt zu den Autochtonen gewonnen?). Andererseits bin ich aus zivilisationsdynamischen Gründen skeptisch gegenüber Ihrem „Optimismus“, der auf „eine riesige Sozialindustrie, mit hunderttausenden Beschäftigter und einem Milliardenbudget“ setzt. In meiner Studienzeit gab es Theorien über intrinsische und extrinsische Motivation. Ich sehe bei Ihnen eine hohe intrinsische Motivation und Leistungsbereitschaft, hier zu arrivieren; ich kann schwer beurteilen, wieweit Sie exemplarisch sind. Was machen wir mit den Losern? Sie fragen „Was aber, wenn das Problem der Gewalt und Jugend-Gangs ein unlösbares Problem der offenen Gesellschaft, der Urbanisierung und der Migration an sich wäre?“ Ja, dann kämen Sie auch mit der Sozialindustrie nicht weiter. Vielleicht kann man hier nur die Symptome behandeln; wenn das gute alte humanistische Modell trügt, warum nicht die Ludovico-Aversions-Therapie (http://www.tagesanzeiger.ch/ku.....y/12080582)?

  42. avatar

    Jacques Schuster:
    Welcher muslimische Verband in Deutschland hat den Genozid im Irak eigentlich schon verurteilt? Welcher Imam in Köln oder Kopenhagen, Mailand oder München hat schon eine Donnerpredigt gegen die Mordbuben und schwarzen Schafe der eigenen Religion von der Kanzel gelassen?

    Das Töten im Irak zeigt auch: Es geht nicht mehr weiter so in Europa. Es muss Schluss sein mit Mulitkulti, wenn Multikulti bedeutet, auf die europäische Zivilisation zu pfeifen, wenn es heißt, Mord und Totschlag mit Achselzucken hinzunehmen. Es war Dolf Sternberger, der mit Blick auf den Rechtsextremismus schrieb: „Keine Freiheit für die Feinde der Freiheit.“ Dieser Satz muss heute auch für Islamisten in Deutschland gelten.
    http://www.welt.de/debatte/kom.....oelle.html

    Kann sich jemand vorstellen, dass der Außenminister mit dem treuen Hundeblick aufwacht?

  43. avatar

    @ Alan Posener
    „von den Kreuzzügen und der Reconquista…“
    Mannomann, der alte Hut. Wie lange ist das noch her?
    Und danach, war da noch etwas?
    Und wie lebten die Christen in Spanien? Und was macht IS mit den Christen?: Vertreibung und Enteignung. Das ist ja, im Vergleich zur iberischen Halbinsel, sogar rückschrittlich.
    Und was geht Sie Napoléon an? Er wurde in Waterloo geschlagen, reicht das nicht? Warum war er überhaupt da?: Als Folge von Robespierre, dem französischen Stalin. Zu dem fällt Ihnen nix ein?
    Und Indien, sind sie, die Hindu, unglücklich, dass Britannia ihnen annehmbare Verwaltungsstrukturen gebracht hat? Und wer hat zuerst die Sklaverei abgeschafft? Nooo, not America. Und wer versklavt immer noch oder wieder (Entführungen von Mädchen und Jungen in Nigeria und Syrien plus Kurdistan seitens IS)? Und Südafrika, sind sie unglücklich, dass es ihnen nach den Briten besser geht als anderen afrikanischen Clanstaaten? Und was hat Mugabe aus beautiful Rhodesia gemacht? Und Lateinamerika, von Spaniern und Portugiesen verwaltet, steht es besser oder schlechter da als manches in Nahost und Afrika?
    Die Story zieht bei mir nicht, man hätte nur Schlechtes gebracht. Man kam mit dem Christentum, das über das Judentum, den Vorgänger, vor ca. 4000 Jahren das Menschenopfer abgeschafft hatte, in die restliche Welt und fand oft Ethnien, die Kinder opferten, damit es regnete. Wundert Sie ernsthaft, dass die nicht respektiert wurden? Und wundert Sie wirklich, dass man Probleme mit einer Religion hat, die Mädchen beschneidet, manchmal versklavt und die Frau unterdrückt?
    Ich wundere mich mehr über Sie und Ihre Drehungen auf dem immer gleichen Punkt.
    In einem haben sie Recht. Irrelevant sind sie nicht. Sie müssen sich entscheiden zwischen Recht und Unrecht und helfen, den Salafismus, den Wahhabismus und IS zurückzudrängen. Sie müssen zur Kenntnis nehmen, dass das Krokodile sind, die auch sie beißen. Und dass Hamas in die gleiche Ecke gehört.

    @ Jean-Luc: M=P=N=B. Beau temps en France? Bon été!

  44. avatar

    Don Camillo: Ich nehme für mich in Anspruch, über Dinge zu berichten, die ich selber erlebt habe und noch erleben darf, während Andere den Islam beschreiben, den sie aus Büchern kennen, …
    Auch, mit dem Glauben, an die Bücher, das ist so ´ne Sache. Wie konnte es denn kommen, daß ausgerechnet der Herr Schickelhuber aus Österreich, bei uns solch´ Ruhm und Ehre erfahren konnte, nachdem doch alle Christen waren, die Bibel kannten und wußten, daß das oberste Gebot die – Nächstenliebe – ist!? Hä? … es sind die Dinge, die das Leben schreibt,

    … jo, mir geht es ebenso: … es sind die Dinge, die das Leben schreibt. Meine ‚Erlebnisse‘ mit dem Islam kann mir auch keiner nehmen. Leider.
    Karl May-Fan bin ich nicht. Und ‚BRD‘-Fernsehen schaue ich auch nicht. Trotz Zwangsgebühren.
    Von Schickelhuber aus Österreich habe ich nix geschrieben. Was für ein Quark.

    Die Vorgaben aus Evangelien und Koran, u.a., machen den Unterschied, nicht die Ausführung.
    Daher dann auch der ‚friedliche‘ Muslim und auch der ‚falsche‘ Christ. Und das ist das Leben.

    Daher!

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