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Der Krieg gegen die Frauen

 

In diesem Jahr gedenken wir der Millionen Toten des Ersten Weltkriegs. Es handelt sich hauptsächlich um männliche Soldaten. Deren Schicksal – und das Schicksal anderer Soldaten in anderen Kriegen – ist der Stoff, aus dem Tausende Romane und Gedichte, Theaterstücke und Filme gemacht sind.

 

Im Verlauf des 20. Jahrhunderts wurden immer mehr Kriege von Genoziden begleitet: an den Armeniern, an den Ukrainern und Polen, an Juden, Sinti und Roma,  an den Tutsi, an irakischen Schiiten und Kurden, an muslimischen Bosniern und Kosovaren; die Liste ist unvollständig, und die Morde finden noch statt; aber immerhin sind die meisten dieser Verbrechen dokumentiert worden, es gibt Versuche der juristischen Aufarbeitung und Wiedergutmachung, es gibt Gedenkorte, -tage und rituale.  

 

Weitgehend unbeachtet aber ist der Krieg geblieben, der gegen die Frauen geführt wurde und wird, und der im 20. Jahrhundert allein über 100 Millionen Opfer gefordert hat. Diese Zahl ergibt sich aus der Differenz zwischen der Anzahl der Frauen, die man aufgrund des normalen Verhältnisses zwischen männlichen und weiblichen Lebendgeburten erwarten müsste, und der tatsächlichen Anzahl von Frauen in verschiedenen Ländern. Diese Berechnung, die ab Ende der 1980er Jahre vor allem vom indischen Wirtschaftswissenschaftler Amartya Sen angestellt wurde, der den Begriff „missing women“ geprägt hat, ergab allein 44 Millionen fehlende Frauen in China und 37 Millionen in Indien, mit weiteren Lücken in der weiblichen Bevölkerung in anderen Ländern Asiens wie etwa Bangladesh.

 

Die Opferzahl allein macht das Phänomen der fehlenden Frauen zur größten Katastrophe des 20. Jahrhunderts – sie ist höher als die Zahl der Kriegstoten im Ersten und Zweiten Weltkrieg zusammen, höher als die Zahl aller Hungertoten im 20. Jahrhundert, höher als die Zahl der Opfer der Grippewelle 1918 – 1920 oder der AIDS-Pandemie. Es handelt sich bei den fehlenden Frauen – anders als etwa die Opfer von Epidemien, Hunger, Erdbeben und Stürmen oder allgemeiner Armut – um Menschen, die  gezielt aufgrund eines bestimmten Merkmals – ihres Geschlechts – vor allem bei der medizinischen Versorgung – die grundsätzlich zur Verfügung gestanden hätte – benachteiligt wurden; Millionen wurden vermutlich bei der Geburt getötet oder werden – vor allem in China seit der Entwicklung vorgeburtlicher Diagnostik – als Fötusse abgetrieben.

 

Es hat zwar verschiedentlich Kritik an der Methodik der Arbeiten Amartya Sens gegeben; sowohl die von ihm postulierte Gesamtzahl als auch die von ihm angenommene Verteilung auf einzelne Länder sind infrage gestellt worden. Spätere Berechnungen ergaben Zahlen zwischen 60 und 89 Millionen. 2003 jedoch kamen Stephan Klasen und Claudia Wink auf eine Gesamtzahl von 101,3 Millionen „fehlenden Frauen“ („Missing Women“: Revisiting the Debate. Feminist Economics, 9 (2-3) /2003).  Die wichtigsten Länder in absoluten Zahlen sind:

 

China: 40,9 Mio., Indien: 39,1 Mio.; Pakistan: 4,9 Mio.; Bangladesh: 2,7 Mio.;  Ägypten: 1,3 Mio.; und Afrika südlich der Sahara: 5,5 Mio.

 

Die absoluten Zahlen geben aber nur einen Teil des Problems wieder; um zu sehen, wo „Gendercide“ besonders virulent ist, muss man die Gesamtzahl in Verhältnis setzen zur Zahl der Frauen, die ohne diese tödliche Diskriminierung leben würden. Mit anderen Worten: Welche Prozentzahl der weiblichen Bevölkerung wurde ermordet? Hier lauten die Zahlen:

 

Indien 7,9%; Pakistan 7,8%; China 6,7%; Taiwan 4,7%; Ägypten 4,5%; Bangladesh 4,2%; Türkei 2,4%; Afrika südlich der Sahara 1,8%.

 

 

Welche Faktoren spielen hier eine Rolle? Genannt werden in den einschlägigen Studien etwa generelle Armut und schlechte Gesundheitsversorgung, die zur Rationierung von Überlebens-Ressourcen führen; die Ein-Kind-Politik der KP Chinas und Heirats-Sitten in Indien, die der Familie der Braut hohe Mitgift-Zahlungen auferlegen.  Jedoch taugen solche Erklärungen nur bedingt.  Die Bevölkerung Taiwans zum Beispiel ist im Schnitt wohlhabender als jene Chinas, und die Regierung Taiwans verfolgt keine Ein-Kind-Politik. Die Mordrate ist denn auch nicht so extrem hoch wie in der Volksrepublik China, aber dennoch sehr hoch. In Afrika südlich der Sahara ist die Armut endemisch; doch die Mordrate liegt unterhalb jener in der verhältnismäßig wohlhabenden Türkei.

 

 

Am Ende muss man wohl kulturellen Faktoren eine entscheidende Rolle beimessen. Ist es zum Beispiel wirklich ein Zufall, dass es in christlich geprägten Ländern – auch in armen Ländern wie jenen Lateinamerikas – keinen Massenmord an Frauen gibt? Ich glaube nicht. Ist es ein Zufall, dass es in Ländern wie Deutschland, wo, wie etwa Akif Pirincci meint, ein „irrer Kult um Frauen“ getrieben wird, es tatsächlich trotz eines – vermutlich evolutionär bedingten – leichten Geburtenüberschusses männlicher Kinder mehr ältere Frauen als Männer gibt? Ich glaube nicht.

 

Am Ende ist der millionenfache Massenmord an Frauen nicht das Ergebnis knapper Ressourcen, sondern der bewussten Entscheidung, diese knappen Ressourcen  so und nicht anders zu verteilen; das heißt, der mangelnden Wertschätzung von Frauen und des Fehlens eines moralischen Maßstabs, der diese tödliche Diskriminierung unterbindet. (Dass sich der Krieg gegen die Frauen letztlich gegen die Männer wendet und überdies ökonomischer Widersinn ist, steht auf einem anderen Blatt.) Dass es in Wirklichkeit auch hierzulande keinen „irren Kult um Frauen“ gibt, sieht man daran, wie selten dieses Jahrhundertverbrechen thematisiert wird.

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86 Gedanken zu “Der Krieg gegen die Frauen;”

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    Also noch ein anderer Grund, vielleicht zu geringe Entfaltung der Produktivkräfte? Ich kann noch nicht auf nen Knopf drücken und dann ploppt irgendwo ein Haus auf, worin ich mich meinen Lieblingsbeschäftigungen Bilder malen, Skat spielen, Bibel lesen und blöde Kommentare bei starke-meinungen schreiben, widmen kann.

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    Und richtig eingesetzte Kybernetik hebt Arbeit auf, siehe Dampfmaschine. Warum sie immer noch so viel Arbeiten? Weil sie nicht der Eigentümer der Produktionsmittel sind, wobei das auch mit Arbeit einherginge, sonst schnell nicht mehr Eigentümer, siehe Schickedanz :p

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    @EJ

    Mir ging es aber zuvor schon darum, neben dem (vorschnellen) Kulturalisieren und Moralisieren (bei dem wir immer so schön “gut” abschneiden) die Frage nach der (möglichen) Funktion nicht zu vergessen.
    +
    Womöglich sind wir aber auch nur selbstgerechte Verdrängungskünstler, den Kriegern gegen die Frauen gar nicht so unähnlich.
    =
    Moralisieren

    …warum auch nicht. Ob in Taiwan, Türkei oder Süd-Korea (alle keine 3.Welt) ein Sack Reis umfällt oder ein Mädchen abgetrieben wird – kann mir egal sein. Ist es aber nicht, auch ohne dass genug Energie freigesetzt wird, meinen Hintern zu bewegen.
    Dass alle Kinder gleich viel Wert sind, d.h. alle Antibiotika bekommen, egal wie viele Chromosomen sie haben – das ist ein moralischer Fortschritt, den sich diese Länder auch leisten könnten. Das einzige Argument (außer dem Argument Bruttosozialprodukt), sind moralische Argumente. Wenn dann gesagt wird „unsere Kultur ist so“ – dann sind wir im Mitten im Kulturkampf.

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    Der Krieg gegen die Frauen ist nicht neu (außer dem Ultraschall), der tobt seit Jahrhunderten (Jahrtausenden) und ist gut dokumentiert. Vom Aussetzen von Mädchen, deren Verkauf in die Prostitution, deren Missbrauch innerhalb der Familie, ihre politische Machtlosigkeit. Viele Kulturen haben eine Werteordnung der Menschen (vergleichbar bei uns: der Leistungsträger, nur halt ohne Leistung), die unserem Grundsatz von égalité diametral wiedersprechen (alle, die es sich leisten können, sind bei uns an der Kasse gleich). Die Tötung behinderter Kinder hat auch lange Tradition, die philippinischen Diener in Dubai sind eine Fortsetzung der Sklavenhalter-Kultur. Der Krieg gegen die Frauen ist eigentlich keiner, es ist gelebte Kultur jenseits der Falafel(oder Curry)-Folklore. So bedeutet kulturelle Identität oftmals nur, andere wie Dreck behandeln zu dürfen, denn das verbirgt sich hinter dem Schlagwort von den patriarchalen Strukturen. Die tolle Gastfreundschaft? Eher ein Art kleiner Staatsbesuch, bei der das Oberhaupt zeigt, dass es Macht hat, zu schützen. Ein Patriarch hat Macht über die Familienmitglieder, hat er keine, ist er keiner. Wer den Menschen ihre Kultur lassen will, wird ihnen auch sowas lassen müssen – oder man muss damit leben, dass das Ziel eben doch der Sieg im Kampf der Kulturen ist (und der “Krieg” gegen die Frauen ein casus belli).

    @lucas

    “Scheint ja nicht viele zu stören, sonst würden sie sich ja überlegen wie mans ändern kann” – klingt wie ein Zitat aus der Neujahresansprache von Kim Jong Un. Nicht ganz falsch (im Grunde sogar richtig) – aber für einen Angestellten mit Kindern und Hypothek ein Hauch von Zynik zu viel.

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    @Parisien
    Ihr letzter Kommentar beschreibt sehr gut, warum es weniger Kinder gibt. Weiterhin gehört vermutlich noch Verhütung und das Wissen dazu dazu, Familien passieren nicht mehr einfach, wie vielleicht auch bei Bach, sondern werden bewusst geplant, weil es technisch möglich und nicht mit einem Verlust an Vergnügen verbunden ist, womit ich nicht absprechen will, dass es ein Vergnügen sein kann Kinder zu haben.
    Wobei es eigentlich mehr Kinder gibt, schließlich wächst die Weltbevölkerung. In Europa werden es aber aus den angesprochenen Gründen weniger. Das beste Mittel gegen Überbevölkerung (auch wenn ich nicht glaube, dass es Überbevölkerung geben kann) ist halt nicht Krieg und Angst, sondern Wohlstand und Bildung.
    Piketty geht davon aus, dass es 2100 10 Milliarden Menschen auf der Erde geben wird:
    http://www.quandl.com/PIKETTY/TS2_2C-World-Population-0-2100
    Andere gehen davon aus, dass nicht mehr gezählt werden wird, wie viele Menschen es gibt, da Individuen ständig miteinander verschmelzen und sich wieder trennen werden, und es so verunmöglicht wird zu bestimmen, wie viele es tatsächlich gibt. “Individual beings merge and separate constantly, making it impossible to determine how many “people” there are on Earth.” – http://en.m.wikipedia.org/wiki/Predictions_made_by_Ray_Kurzweil

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    @ Parisien

    Ja. Sehe es ähnlich wie Sie. Das (vermeintliche oder tatsächliche) “Besser-Machen” hat etwas mit Aufklärung und Entwicklungsbeschleunigung zu tun. Sehr zugespitzt gesagt: (Wissenschaftliche usw.) Entwicklung hat (etwas wie) moralische/ sittliche Entscheidungen ermöglicht, die zuvor entweder nicht oder nur als sehr radikale über Leben und Tod möglich waren. Ihre vielen Beispiele wären in diesem Sinne alle einzeln zu prüfen. Sie haben, vermute ich, alle ein “Doppelgesicht”. Ich habe in dieser Woche aber noch anderes zu tun 😉 Deshalb möchte ich – stellverstretend – nur auf den einen Punkt hinweisen: Unser modernes (westliches) Bevölkerungsproblem rührt aus unserer langen Tradition, unser Ernährungsproblem (das sich für uns heute eher als Wohlstandsproblem darstellt) wesentlich über das zu lösen, was wir heute so nett “Familienplanung” und “Geburtenkontrolle” nennen. Mögen andere (“primitiv”) Krieg gegen Frauen führen. Familienplanung/ Geburtenkontrolle – (mit Ausnahme der (archaischen) Rede vom “Zellklumpen” vielleicht) inzwischen angemessen modernisiert – ist seit eh und je unser Krieg. (Und, westlich überlegen, sind wir anscheinend drauf und dran, ihn endlich (final) zu gewinnen.)

    (3 Tage Sendepause)

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    @Parisien: Es geht ja letztlich um das Verhältnis Mann – Frau. Falls man bei der medizinischen Versorgung nicht die Männer bevorzugt, sind Ihre Gesichtspunkte zwar relevant, was die gesamtbevölkerung angeht, nicht aber, was die Geschlechtsverteilung betrifft. Hier sind seit 1971 die Männer in der Minderheit:

    http://www.bib-demografie.de/DE/ZahlenundFakten/02/Tabellen/t_02_04_sexratio_ag_d_1871_2060.html

    was durch die Weltkriege natürlich verstärkt wurde.

    Anderswo wird ein Krieg gegen Frauen geführt (um diese zu starke Formulierung zu benutzen), um eine männliche Mehrheit zu generieren, die man dann entweder zum Kriege führen oder zum Wirtschaftsankurbeln verwendet. So die Überlegung.

    Dagegen spricht: In der Ukraine und in Russland saufen sich die Männer frühzeitig zu Tode, fallen aber vorher noch schnell übereinander her. Dies passt nicht zu der Überlegung. Wir hier arbeiten trotz Männerminderheit bis zum Umfallen, und man hat nicht das Gefühl, dass eine Männermehrheit daran etwas ändern würde. Sie würde den bestehenden durck nur noch mehr verschärfen. Das passt auch nicht zu der Überlegung.

    Dafür spricht: In China und in Indien korrelieren die Männerüberschüsse mit hektischer Betriebssamkeit. In Arabien gibt es trotz Männerüberschuss zwar keine hektische Betriebssamkeit, dafür aber heftiges Kriegsgeschrei.

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    …die Kybernetik hebt übrigens keine Arbeit auf, sondern erzeugt welche. Ich arbeite in der Softwarebranche und weiß, wovon ich spreche 🙂

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    @lucas: Der Schein trügt; es stört viele. Sie wissen nur nicht, wie sie es ändern können. Aber auch wenn man kein Bedürfnis hätte, Kinder zu kriegen und sich um sie zu kümmern, und stattdessen das Bedürfnis hätte, rund um die Uhr zu buckeln, weils einfach so schön ist und so viel Spaß macht, weil man auf Arbeit so viel Aufmerksamkeit und Zuwendung bekommt, solange man alles richtig macht, und weil man sonst nicht wüsste, wie man seine Zeit verbringen könnte, ohne dass sie eine Last wäre, dann würde dieses letztere Bedürfnis schon sehr wie ein Ersatzbedürfnis aussehen.

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    @Roland Ziegler
    Nicht Neoliberale und Marxisten wollen Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen, sondern Keynesianer, Nazis und Roosevelt.

    @Parisien
    Gegen die Natur? Vielleicht ist die Kultur, die zweite Natur des Menschen stärker und so ist das ganze nicht gegen die Natur? Wobei ich es auch besser fände, wenn jemand, der das Bedürfnis hat für sein Kind zu sorgen, dies auch machen könnte. Wäre das nicht in vielen Fällen sogar möglich? Ja, aber dafür müssten andere Bedürfnisse zurückstecken.

    Wenn jemand Kinder in der Welt sehen will, steht es ihm offen, Kapital dafür locker zu machen: http://www.marcopolo.de/reise-news/detail/kuriose-idee-kinderzeugen-im-urlaub-wird-belohnt.html

    @Roland Ziegler
    “Zweitens buckeln wir bei der Arbeit rund um die Uhr und machen mehr Überstunden als die anderen mit ihren Männerüberschüssen, so dass wir gar nicht mehr auf so verwegene Ideen wie Kinderkriegen kommen.” Scheint ja nicht viele zu stören, sonst würden sie sich ja überlegen wie mans ändern kann 😛 Und vielleicht haben manche Menschen nicht das Bedürfnis Kinder kriegen, solls echt geben. Sind die dann (@Parisien) gegen die Natur?
    Warum wir noch so viel arbeiten? Weil die Arbeit noch nicht durch Kybernetik komplett aufgehoben wurde. Das wird (laut Shulamith Firestone http://en.wikipedia.org/wiki/Shulamith_Firestone#The_Dialectic_of_Sex) auch nie passieren, wenn nicht Technologien wie in vitro fertilisation und Geschlechtswahl zugelassen werden.

    Die Chlorhühnchen sind schonmal harmlos… sagt jedenfalls die efsa: http://www.novo-argumente.com/magazin.php/novo_notizen/artikel/0001557 und wo ist ein Problem, wenn jeder zum Lebensmittelkontrolleur wird?: http://www.golem.de/news/scio-spektrometer-fuer-die-hosentasche-1404-106173.html

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    @ EJ
    Ich habe das jetzt noch einmal gelesen. Sie fragen genauer, ab wann wir das anders (besser?) gemacht haben. Ich glaube, Sie übersehen da vielleicht etwas:
    Bach hatte noch 20 Kinder, Rückert hatte sieben. Von Bachs Kindern starb etwa die Hälfte, von Rückert zwei zusammen, ich glaube an Diphtherie. Wir haben also nicht so viel gemacht, sondern bekamen die Impfungen, außerdem Antibiotika und Sulfonamide. Ohne die Impfungen und Penicillin würden wir von einem hohen Verlust ausgehen und zweifellos mehr Kinder bekommen. Diphtherie und Tetanus waren hier die Hauptschuldigen, aber Todesfälle nach Keuchhusten, Polio und zuweilen Masen gab es auch wie auch nach simplen Streptokokkenerkrankungen. Außerdem ist die Verringerung der Säuglingssterblichkeit wichtig. Daher ist es ohne Zweifel immens wichtig, die Malaria zu bekämpfen und AIDS durch Vorbeugung. Vergessen habe ich Tbc, fast ausgestorben durch die Pasteurisierung der Milch, und Pocken, weltweit auf nahezu Null reduziert. Vergleichen Sie mit Afrika: AIDS durch mangelnde Bildung und Wissen, Zunahme von Malaria durch das langjährige Verbot von DDT, weitere Krankheiten wie Lepra oder Guinea-Worm und vieles mehr. In Asien und Lateinamerika Dengue-Fieber, Gelbfieber etc.
    Außerdem haben wir in Europa unendlich Männer und auch etliche Frauen in beiden Weltkriegen verloren, die dann nicht zeugen bzw. gebären konnten.
    Es standen also weniger potentielle Eltern zur Verfügung, gleichzeitig kamen die Impfungen, so dass man davon ausgehen konnte, dass die Kinder überlebten.
    Zusätzlich kam bei niemandem mehr die Idee auf, dass eine ins Kloster gehen könnte (Religionsverlust und Emanzipation) oder einer Soldat werden sollte (was Sie oben vergessen hatten).
    Außerdem wurden Sozialsysteme aufgebaut, so dass man keine Kinder für die Altersversorgung brauchte. Nur zur Ergänzung Ihrer Ausführungen.

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    Der Frauenüberschuss in Russland und der Ukraine ist ganz wesentlich auf den Alkoholverbrauch der Männer zurückzuführen. Die saufen sich buchstäblich massenhaft zu Tode.

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    Übrigens hat auch die Ukraine (wie auch Russland) bereits jetzt einen außergewöhnlich hohen Frauenüberschuss. Trotzdem gehen die Männer aufeinander los. Merkwürdig eigentlich. Man müsste diesen Männern die Idee vom Vaterland ausreden; sie sollten sich lieber um ihre vielen Frauen kümmern, die warten auf sie.

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    @ EJ
    Haben wir etwas eindeutig besser gemacht? Können wir das beweisen?
    Gut, es geht mehr Leuten finanziell gut. Eindeutig brillant: Frauen können sagen, was sie denken, regieren, studieren.
    Aber die kids. Ich finde es nicht normal, wenn die kids immer nur außerfamiliär betreut werden und in Gruppen ‘rumhängen, auch online, und zwar finde ich das nur deshalb fragwürdig, weil seltsame Ergebnisse zu sehen sind: Wenig Bock auf Schule, viel Alkohol, auch Komasaufen, viel Playstation etc., immer noch Drogen, wenig Fähigkeit zu echter Bindung, zu früh Sex etc. (einer der Gründe, warum Muslime extrem auf ihre Töchter achten). Ich werde immer, egal was für ein spin gerade modern ist, der Überzeugung sein, dass ein Elternteil die ersten Jahre ganz und dann zumindest halbtags für die kids da sein sollte, um sie bei Entgleisungen wieder auszutarieren, ein Ansprechpartner für Probleme zu sein, Freizeit mit ihnen zu verbringen etc.
    Ich finde, die Frau hat etwas erreicht, aber auf Kosten des Kindes.
    Noch ein Punkt: Diverse Frauen haben ein starkes biologisches Bedürfnis, mit dem Kind zusammen zu sein und für das Kind zu sorgen. Wenn der Mann nicht genug verdient, geht das nicht. Die Möglichkeit, dem Vater etwas draufzulegen, wurde nie erörtert, vermutlich aus pol/ökon. Gründen: Man will den Kopf der Frau, die in der Schule oft besser ist: Der Staat headhuntet also die Frau zu Lasten des Kindes, dem oft die Mutter und die Bindung an die Mutter fehlt.
    Wir agieren insgesamt im Schatten der Emanzen antibiologisch, also gegen die Natur. Das Kind ist der/die Leidtragende. Wir merken das gar nicht, so verknallt sind wir in die Selbstdefinition über Erfolg (Narzissmus).
    Jetzt muss eine narzisstische Gesellschaft eingehen wie der Narzissus bei Ovid. Im Spiegelbild erstarrt, zerrissen von Erynnien. Nur eine gebende Gesellschaft kann bestehen, eine, die bereit ist, für die nächste Generation etwas aufzugeben. (Meines Erachtens).

    @ Lucas
    Im Rahmen von TTIP würden Rechte jeglicher Art ausgehöhlt. Ukraine: Monsanto über die Hintertür. Von hinten durch die Brust ins Auge. Fracken genauso. Sie kriegen in Europa keine Mehrheiten für eine so drastische Umweltzerstörung zusammen.

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    @Parisien: “Lieber rot als tot” ist auch vernünftig. Umso erstaunlicher, dass der offizielle Spruch zur Veranstaltung Kalter Krieg der Gegenspruch “lieber tot als rot” war. Der übrigens von Goebbels stammt. Das zeigt, was für ein Wahnsinn das Spiel bestimmte. Was für ein Glück, dass wir das überlebt haben.

    @Lucas: Die Sowjetunion hatte eine Ideologie als Treibstoff: Man überholte, ohne einzuholen. Das ist im Kapitalismus anders, hier muss man schon erst einholen.

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    Hier eine interessante Übersicht über die Länder bzgl. des Geschlechterverhältnisses:

    http://www.welt-in-zahlen.de/laendervergleich.phtml?indicator=36

    Überall in Europa gibt es mehr Frauen als Männer. Dies hat biologische Gründe (höhere Lebenserwartung) und müsste eigentlich überall auf der Welt so sein. Wo es nicht so ist, gibt es ein Problem. Irland kommt in diesem Ranking als erstes typisch europäisches Land (Andorra, albanien und Mazedonien lassen wir mal weg) mit seinem winzigen Frauenüberschuss (Männerkoeffizient 0,99) auf Platz 101. Deutschland hat 0,96. Russland übrigens 0,86, ist also noch besser 🙂

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    @EJ: ja, ich glaube, das war wohl so, wie Sie es beschreiben: Sexualität war den Eheleuten vorbehalten; sonst fand sie natürlich trotzdem statt, war aber verboten, somit behindert und konnte sich nicht entfalten. Abtreibungen bei Engelsmacherinnen, Kindstötungen wie bei Faust, Hexenverbrennungen, Ehelosigkeit plus christliche Sexualmoral und vielleicht noch ein paar andere Dinge können die Stabilität der mittelalterlich-frühneuzeitlichen Bevölkerung gut erklären.

    Was machen wir inzwischen anders? Zunächst mal fuchteln wir nicht mehr permanent mit einer Religion herum. (Internetdiskussionen und Islam mal ausgenommen.) Sie ist im Alltag Privatsache – das ist unbedingt und aus vielen Gründen gut so und sollte so bleiben. Zweitens buckeln wir bei der Arbeit rund um die Uhr und machen mehr Überstunden als die anderen mit ihren Männerüberschüssen, so dass wir gar nicht mehr auf so verwegene Ideen wie Kinderkriegen kommen. Das ist schlecht so. Eigentlich war die Technik ja angetreten, uns die lästige Arbeit vom Hals zu schaffen; inzwischen hat sie uns den Trieb vom Hals geschafft und wir überlegen fieberhaft, wie wir uns neue Arbeit beschaffen können (z.B. per Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen).
    Und für die Freizeit haben wir obendrein noch alle möglichen Formen der Triebabfuhr entwickelt – durch unsere Technik, die wir während der Arbeitzeit entwickeln.

    So ergibt sich ein System, in dem die Dinge ineinandergreifen. Die erwähnten drei Dinge sind sicher nicht alles, ergeben aber einen Grundstock, wie Mann entweder ganz ohne Frauen oder wenigstens ohne sie zu bekriegen sich einigermaßen schadlos halten kann. So dass es bei uns erfreulicherweise sogar eine kleine Mehrheit an Mädchen und Frauen gibt, die sich jetzt nur noch in der demokratischen Meinungsbildung (z.B. in den Fragen zu Krieg und Frieden) niederschlagen müsste.

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    @ Roland Ziegler
    Eigentlich sagten wir: “Lieber rot als tot”.
    Wir waren gründlich geheilt vom sog. zweiten dreißigjährigen Krieg und sind immer noch heil. Und Russland ist heute nicht mehr rot. Mit O?’s Amerika und Intentionen inclusive Honeckers Girl darf man sich da nicht so sicher sein. Münzen, wenn sie jongliert werden, können so oder so fallen.
    Ist Ihnen nicht aufgefallen, wie gehorsam auch der oberrote 75%-Steuer-Mann Francois ist? Der Lohn wird ein Ruck nach rechts sein. Aber vielleicht ist das Intention.

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    Warum greift Amerika hier nicht ein? Damit könnten sie sich einen Riesenbonus erarbeiten, den sie bräuchten. Was ist los, dass hier nichts gemacht wird? Und – das muss man eingestehen – es war einst die einzige Nation, die sich für humanitäre Dinge stark machte:

    The leader of Chibok’s elders forum, Pogu Bitrus, told AFP he had received information that the girls were trafficked into neighbouring Cameroon and Chad and sold as brides to insurgents for 2,000 naira (about £7). The report has not been confirmed.

    “Death is preferable to this life of misery we have been living since their abduction,” said one protesting mother, who did not give her name. “We call on our government to sit up and rescue our girls.”

    In Lagos, police fired teargas canisters at a crowd of 100 people staging a protest for the missing girls. Bukola, one of the protesters, told the Guardian: “He [the police officer] kept saying we had no right to talk, sing or be there – we should leave.

    http://www.theguardian.com/world/2014/may/01/parents-abducted-schoolgirls-nigeria-protest

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    Seasteads könnten wie das Schiff von Women on Waves vor Portugal auch dazu genutzt werden das Recht auf Abtreibung durchzusetzen.

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    Roland Ziegler: Heute ist es eine korrupte kapitalistische Oligarchie auf der einen Seite, die gegen eine kapitalistische korrupte Oligarchie auf der anderen Seite in Stellung geht.

    Recht so! Warum sollen nur unsere rechten Freunde permanent ihr Off-topic-Herz ausschütten dürfen 😉

    Zuletzt habe ich mich über zwar über den occident parisien geärgert. (Bürgerliche Revolution, Menschenrechte – was ist das schon? Demgegenüber sind wir ja – ach! Rom! Das christliche Abendland! – so tief verwurzelt kultiviert.) Mir ging es aber zuvor schon darum, neben dem (vorschnellen) Kulturalisieren und Moralisieren (bei dem wir immer so schön “gut” abschneiden) die Frage nach der (möglichen) Funktion nicht zu vergessen. – Wie haben wir das Problem der Geburtenregelung/ Bevölkerungspolitik/ Ernährungspolitik usw. gelöst.

    Ab einem bestimmten Zeitpunkt im Mittelalter konnten die landwirtschaftlichen Erträge durch Urbarmachung nicht mehr und durch Entwicklung (Dreifelderwirtschaft, Zuggeschirr für Pferde usw.) über einen Zeitraum von vielen Jahrhunderten nur unwesentlich gesteigert werden konnten. Unter “funktionalem” Gesichtspunkt durften Hoferben und ihre Ehepartner nur eine begrenzte Zahl Kinder zeugen: Bei Anerbenrecht zwei reproduktionsfähige Kinder und drüber hinaus eine auf Effektivität begrenzte Zahl nicht reprodukionsfähiger Helfer (unverheiratete Geschwister der Erben als Knechte und Mägde). Bei Realteilung waren über einige Generationen zwar mehr als zwei reproduktionsfähige Kinder möglich, wegen der immer kleiner werdenden Höfe dafür aber umso weniger Helfer. (Und allzu bald war wegen der nur noch geringen Hofgröße auch bei Realteilung mehr als ein reproduktionsfähiges Geschwisterpaar – die Schwester für die Einheirat in den Nachbarhof – nicht mehr drin.)

    Mit einem Wort: Abgesehen von Phasen nach diversen Epidemien und abgesehen etwa von den langen Jahren nach dem Dreißigjährigen Krieg war in Europa über Jahrhunderte kein oder nur ein sehr langsames Bevölkerungswachstum möglich. (Die nur begrenzt mögliche Abwanderung in die Stadt und die relativ späte Auswanderung nach Übersee abzuhandeln, erspare ich mir.) Wie wurde die Bevölkerung über so lange Zeit stabil gehalten, ohne dass man über (halbwegs zuverlässige) Verhütungsmittel verfügte? Haben das tatsächlich schlechte Ernährung, Hunger und Krankheiten (was wir so schön diskret “niedrige Lebenserwartung” nennen) und die Ehelosigkeit der Geschwister (Knechte, Mägde) zusammen geschafft?

    Wenn wir zum Vergleich auf verschiedenste ärmste außereuropäische Länder und deren Bevölkerungswachstum auch in Zeiten niedrigster Lebenserwartung schauen, muss man annehmen, dass es nicht in erste Linie schlechte Ernährung, Hunger und Krankheiten, sondern am Ende tatsächlich vor allem das grundherrliche Eheverbot war, dass die europäische Bevölkerung über so viele Jahrhunderte stabil gehalten hat. – Wenn das so ist bzw. war. Wie hat man sich das praktisch vorzustellen? Europa – das Land (weitgehend) ohne Sex? Oder lebte Europa weitgehend nach dem Muster der gemischtgeschlechtlichen Doppelklöster (um die herum man besser keine archelogischen Ausgrabungen macht)? War Europa tatsächlich das Land der großen Enthaltsamkeit? Oder war es das Land der Abtreibungen (und des mörderisch-viehischen Umgangs mit Kindern)?

    Der “Krieg gegen Frauen”, es gibt ihn, ist mehr als haarsträubend. Ohne jede Frage. Aber weder mit einem bloß moralisierenden noch mit (Irak und Afghanistan) bewaffnetem “Kultur-Krieg” schaffen wir ihn aus der Welt. Wenn wir überhaupt eine Chance haben (ich sehe da ein bisschen schwarz), dann nur mit ehrlicher Aufklärung (die uns nicht – erkennbar unehrlich! – a priori und über den grünen Klee zu den besseren Menschen macht).

    Also: Wenn die (ursprüngliche) Funktion des “Kriegs gegen Frauen” Geburtenkontrolle/ Bevölkerungspolitik war – wie haben wir es anders und warum, wie und ab wann haben wir es besser gemacht? Wenn(!) wir es je besser gemacht haben. – Vielleicht war es die Erfindung des occident parisien, die uns besser gemacht hat. Womöglich sind wir aber auch nur selbstgerechte Verdrängungskünstler, den Kriegern gegen die Frauen gar nicht so unähnlich.

  22. avatar

    Wahrscheinlich gibt’s bald die Finanztransaktionssteuer, damit Hochfrequenzhandel, Spekulation und “heuschreckende” Hedgefonds “eingedämmt” werden:
    http://www.taz.de/Finanztransaktionssteuer-in-Europa/!137631/

    Soll damit verhindert werden, dass traditionelle Broker arbeitslos werden?
    http://www.finanzen.net/nachricht/aktien/Flash-Boys-in-der-Kritik-Hochfrequenzhandel-Entzauberter-Zauber-3466735

    oder dass guten ehrlich arbeitenden Unternehmenseigentümern und Managern nicht das Kapital unter den Füßen entzogen wird?
    http://www.golem.de/news/hacker-weev-gruendet-troll-hedgefonds-1404-106142.html

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    @Roland Ziegler
    was war das in der Sowjetunion anderes als eine “kapitalistische korrupte Oligarchie”?

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    Die besten Mittel zur Befreiung der Frau waren Spül- und Waschmaschine (Stichwort technologischer Totalitarismus. sorry, ich konnte nicht anders).

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    @Parisien
    Wenn sie sich da mal nicht irren. Die USA müsste doch ein Interesse an einer schwachen EU haben, die wurde aber durch die Ukraine-Krise gestärkt: http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2014/04/30/meinungsforscher-ukraine-krise-schadet-den-eu-kritikern/

    reuters, euronews, cnn, rt, ap, afp, andere internationale Nachrichtenagenturen und Sender sind aus dem grund der schnellen verfügbarkeit und weil ihre Kundschaft sonst genervt ist, nach meiner Erfahrung weniger gefärbt als Artikel bei welt und faz.

    Warum es wenig islamische Feministen gibt? Weil es dort häufig nichtmal Bürger- und Menschenrechte gibt. In diesen Ländern gab es meist noch keine bürgerliche Revolution und sie sind ökonomisch wie politisch vorbürgerlich, meist feudalistisch, und sogar davor. Aber in ihren Augen wäre das ja “Menschenrechtsimperialismus”. Sind Marxisten also Menschenrechtsimperialisten? Ich mein, in dem bekannten Lied heißts: “|: Völker, hört die Signale!
    Auf zum letzten Gefecht!
    Die Internationale
    erkämpft das Menschenrecht” 😛
    Was Einwanderung angeht empfehle ich gerne die Texte bei openborder.info und insbesondere die Arbeiten Bryan Caplans (christlicher Pronatalist, dürfte ihnen gefallen, Parisien). Offene Grenzen würden danach das weltweite BIP verdoppeln und so am besten Armut bekämpfen. Es geht dabei übrigens nicht darum, Arbeitsrechte abzuschaffen, sondern gerade darum sie zu wahren, aber trotzdem Einwanderung zu ermöglichen.
    Vielleicht hat sich das bald sowieso. Dann stehen Seasteads im internationalen Gewässer vor unseren Küsten und erlauben es so zufällig nichteuropäischen Menschen mit den Produktionsmitteln der entwickelten Welt zu arbeiten.

    “Muslime lassen sich bekanntlich Letzteres nicht bieten und haben daher im Schnitt mehr Kinder.” Das spricht doch gegen ihre These, dass es hier jemandem verboten würde Kinder zu kriegen.

    @i.V. Hans Scholl
    Wer und wo hetzt gegen Nuland und Kagan?

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    …der Vollständigkeit halber sollte ich allerdings noch in einer Fußnote erwähnen, dass es hierzulande gar keinen Männerüberschuss gibt 🙂
    Der Handelsbilanzüberschuss wäre aber ein lohnendes Ziel für den Männerüberschuss z.B. in China.

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    @EJ: Der Männerüberschuss dient heutzutage wohl eher dazu, einen Exportüberschuss zu erzielen. Hier zumindest. Glücklicherweise; aber man muss immer aufpassen, dass sich nicht wie von Geisterhand automatisch eine Front bildet, an der sich die zu Truppen gewordenen überschießenden Männer ausrichten. Derzeit scheinen da die Gespenster des kalten Kriegs wieder ihre Gräben zu schaufeln. Früher, im Original gab es wenigstens eine echte ideologische Auseinandersetzung – “lieber tot als rot!” Heute ist es eine korrupte kapitalistische Oligarchie auf der einen Seite, die gegen eine kapitalistische korrupte Oligarchie auf der anderen Seite in Stellung geht.

    (Für Ihren letzten Gedanken wäre die Gretchentragödie (Gretchen tötet ihr neugeborenes Kind) eine zeitgenössische Illustration. Das zentrale Problem und wichtigstes Element im erfolgreicheren ersten Teil des hochambitionierten Lebenswerks von Goethe.)

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