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Brüderle. Anmerkungen zu einer Debatte

 

  1. Dass der Bericht über eine geschmacklose Anbaggerei an der Hotelbar einen solchen „Aufschrei“ provozieren konnte, zeigt: Wir haben ein Problem. Und das Problem ist nicht, wie etwa Herr Kachelmann meint, dass Frauen ein „Opfer-Abo“ haben. Das Problem ist das Verhalten der Männer.
  2. Wie tief das Problem geht, bewies die Mitregierungspartei FDP durch ihre Reaktion auf den Bericht im „Stern“. Das Selbstverständliche wäre: Herr Brüderle entschuldigt sich. Meinetwegen mit dem salvatorischen Hinweis, er habe eine etwas andere Erinnerung an die Begegnung. Was aber sich von selbst verstehen müsste, wäre die Erklärung, dass es ihm Leid tue, wenn er ohne Absicht und möglicherweise unter dem Einfluss von Alkohol die Gefühle der Journalistin verletzt habe, es werde nicht wieder vorkommen. Dass dieses Selbstverständliche nicht passiert, dass sich die FDP um ihren spitzen Kandidaten schart, dass der Versuch unternommen wird, den Vorfall herunterzuspielen und der Journalistin unlautere Motive unterzuschieben, dass die FDP glaubt, damit durchzukommen – das sind Indikatoren dafür, dass der „Aufschrei“ zu Recht erfolgt. Wohlgemerkt: Brüderle und die FDP müssten die Entschuldigung nicht ernst meinen. Dass sie nicht einmal eine verlogene Entschuldigug für notwendig erachten, ist der Skandal.
  3. Was nun den Zeitpunkt des Artikels angeht: Nach dem Machtkampf mit FDP-Chef Rösler und der Nominierung Brüderles als „Kopf und Gesicht der Partei“ beim Bundestagswahlkampf haben alle Medien ein gesteigertes Interesse an Geschichten über Brüderle. Dass dabei auch nicht nur Ereignisse aus der vergangenen Woche geschildert werden, versteht sich von selbst. Ich zum Beispiel hätte darauf hingewiesen, dass sich Brüderle in der Affäre Möllemann gut geschlagen hat. Zwar begrüßte er dessen Kandidatur als Spitzenkandidat in NRW; aber als der von den Grünen kritisierte Antizionist Jamal Karsli zur FDP wechseln wollte, machte Brüderle Front gegen Möllemanns Absicht, Karsli in Partei und Fraktion aufzunehmen. Brüderle ist in der Tat ein zuverlässiger Freund Israels in der FDP. Wenn Brüderle vor einem Jahr der jungen Journalistin etwa gesagt hätte, er mache sich Sorgen wegen der Äußerung Joachim Gaucks, die Sicherheit Israels gehöre nicht zur deutschen Staatsräson, und frage sich, ob er das Amt des Bundespräsidenten richtig ausfüllen könne: Hätte sie das – gerade im Zuge der Grass-Augstein-Debatte – nicht erwähnen dürfen? Stattdessen aber kommentierte Brüderle die Größe ihrer Brüste und deren Eignung, ein Dirndl auszufüllen. Das soll ein Jahr später nicht relevant sein, wenn man fragt, ob Brüderle zu Recht „Kopf und Gesicht der FDP“ im Jahre 2013 ist?
  4. Es hat nicht an Ratschlägen meist älterer Frauen gefehlt, wie die Journalistin mit Brüderle hätte umgehen sollen. Wohlgemerkt: keine dieser Frauen hat geleugnet, dass unerwünschte sexuelle Anmache zum Berufsrisiko einer Frau gehört, die in einer von Männern dominierten Welt agiert, wozu die Blazer-und-Hartschalenkofferpartei FDP ebenso gehört wie die Nerdpartei „Die Piraten“. Nur behaupten die Kritikerinnen der „Stern“-Journalistin, , in solchen Situationen würden sie mit kühler Ironie reagieren und – wenn das nicht hilft – dem Aufdringlichen ein Glas Bier oder Wein über den Kopf gießen. Das helfe immer. Mit Verlaub: Ich gehe auf viele Empfänge, und ich höre viele Geschichten. Ich habe noch nie gehört, dass so etwas passiert sei. Jedenfalls nicht einem aufdringlichen Politiker oder sonstigen Alpha-Männchen. Und die 29-Jährige hat, wenn ihre Schilderung korrekt ist, und niemand hat ihr widersprochen, ganz ohne solche Mittel aus dem Fundus des Ohnsorg-Theaters Herrn Brüderle abserviert. Sie beschwert sich ja nicht über dessen Zudringlichkeiten. Sie dokumentiert sie. Und das scheint die vielen erfolgreichen Frauen zu ärgern, die das immer heruntergeschluckt und für sich behalten haben.
  5. Die Verteidiger Brüderles antworten mit einer Ausweitung der Kampfzone. Niemand stellt sich hin und sagt, er finde Brüderles Verhalten gut. (Warum fordern sie dann nicht eine Entschuldigung?) Niemand behauptet, der Sexismus sei kein Problem. Schlimmer sei jedoch die Prüderie und Lustfeindlichkeit, die in der „Aufschrei“-Bewegung  zum Ausdruck komme. Bald werde man „amerikanische Verhältnisse“ hier haben. (Dies oft aus dem Mund von Leuten, die sonst nicht müde werden, Amerika den Deutschen als Vorbild hinzustellen und den Antiamerikanismus zu kritisieren.) Wenn es so weiter gehe, könnten wir gleich getrennte Saunas einrichten, getrennte Schwimmbäder, das Flirten verbieten usw.; im Grunde müsste man, wenn es nach den Brüderle-Kritikern gehe, wohl Burkas für Frauen einführen und die Scharia gleich mit. Das ist, mit Verlaub, Unsinn. Wenn Frauen nicht blöd angemacht werden wollen, heißt das nicht, dass sie lustfeindlich seien. Wenn man Brüderles Dirndl-Spruch zum Fremdschämen blöd findet, heißt das nicht, dass man etwas gegen einen tiefen Ausschnitt hat. Brüderle, obwohl mit 67 durchaus vom Alter her Teil der Spät-68er-Generation, verkörpert nicht gerade das unverklemmte Verhältnis zur Sexualität, die ein Teil jener Generation  auf ihre Fahnen schrieb. Er verkörpert vielmehr – und genau darauf wollte die Journalistin hinaus – die Verklemmtheit der Generationen davor, wo solche Anzüglichkeiten als Kompliment durchgingen: „Mad Men“ lässt grüßen. Henryk Broder hat darauf hingewiesen, dass die Pornografie und die Frauenfeindlichkeit blühen, wo die Sexualität unterdrückt wird. Und im Umkehrschluss gilt: wo der „Herrenwitz“ die Runde macht, kann man auf Repression und Verklemmtheit schließen.
  6. Manche Brüderle-Verteidiger kritisieren auch den „Stern“ wegen der Heuchelei, die darin besteht, immer wieder mit nackten Frauen auf dem Titelblatt die Verkaufszahlen steigern zu wollen, während man sich mit dem Brüderle-Bericht wegen einer Dirndl-Bemerkung empört gibt. Nun, der „Stern“ ist ein Käseblatt, keine Frage. Aber die Heuchelei ist nicht auf den „Stern“ beschränkt. Da gibt es Boulevardblätter, die mit Papstgeschichten aufmachen und ihr Geld auch mit Anzeigen für Prostitution machen. Da gibt es die Hitler-Fixierung des „Spiegel“, verkleidet als Antifaschismus. Da gibt es Medienhäuser, die Staatsferne und Deregulierung predigen, aber um staatlichen Schutz gegen das Internet betteln. Und so weiter und so fort. Als Journalist kann man, wenn man mit seinem Job Geld verdienen will, nicht immer aussuchen, für wen man arbeitet. Entscheidend ist, ob man mit dem leben kann, was man geschrieben hat.
  7. Schließlich fragen manche, ob wir nicht andere Probleme hätten. Den Euro und die iranische Bombe, die Energiewende usw. usf. Schließlich lebten die Frauen, die den „Aufschrei“ unterstützen, nicht in Saudi-Arabien oder Anatolien, einem muslimischen Ghetto von Berlin oder Mea Shearim; und auch nicht in Indien oder den Kriegs- und Aidsgebieten Afrikas. Richtig. Wir haben andere Probleme. Und andere Frauen haben ganz andere Probleme. Was heißt das? Buchen wir den alltäglichen Sexismus unter den Dingen ab, um die wir Männer uns kümmern werden, wenn wir mal schnell die Welt gerettet haben, aber nicht vorher? Schon John Lennon sang: „Woman is the nigger of the world / If you don’t believe me, look at the one you’re with.” Das war Anfang der 1970er Jahre. Dass dies 40 Jahre später noch gilt, ist für uns Männer – und ja, auch für die Frauen – beschämend. Zumal uns niemand hindert, das zu ändern. Und die Veränderung beginnt mit einem einfachen Satz: „Es tut mir Leid.“ Warum ist das so schwer?
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150 Gedanken zu “Brüderle. Anmerkungen zu einer Debatte;”

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    …insofern, @Lyoner, neige ich inzwischen zu der salomonischen Ansicht, dass beide Anlass haben, sich beieinander zu entschuldigen, den beide haben sich verletzt und auf ihre Weise „Aua“ gerufen. Sie hat ihn eingangs mit ihrer Frage getroffen – ohne Absicht vermutlich, aber trampelig – ohne isch zu entshculdigen; er hat sich daraufhin absichtsvoll sexistisch mit einem giftigen Kompliment revanchiert (erste Eskalation); sie hat es ihm ein Jahr später wirkungsvoll mit der Waffe der Öffentlichkeit – mit uns hier – heimgezahlt (zweite Eskalation).

    Womit ich mich aus diesem amüsanten Fall und der daran anknüpfenden gar nicht amüsanten Sexismusdebatte verabschieden will, denn jetzt sind Ferien, und die verbinge ich offline.

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    Jetzt beweise ich Ihnen, dass ich nicht nachtragend bin:
    Meine persönliche Goldmedaille für diesen thread bekommt:
    Rita E. Groda
    Silber: Lyoner
    Leseempfehlung: Lassahn über Grau/Cicero auf achgut.

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    @ KJN

    Habe mir den Link auf die Kulurtzeit angetan, der mich an meine Schulzeit erinnerte. Ein paar „nette“ Mädchen, die wohl öfters in Italien im Urlaub waren, nannten einige Jungs plötzlich „Cazzo“, was wir zunächst nicht verstanden und eigentlich ganz lustig fanden, weil man in der Pubertät ja manchmal jede Art von Wahrnehmung des anderen Geschlechts besser findet als Nichtbeachtung. Als wir dann mal nachschauten und herausfanden, dass wir von den Mädchen mit dem „Kosewort“ auf unsere Schwänze reduziert wurden, fanden wir das irgendwie auch noch lustig.

    Ist das nun Sexismus?

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    „Sie können ein Dirndl ausfüllen“ ist ein Kompliment, das so oder so giftig ist. Selbst als ehrlich gemeintes Kompliment löst es Krämpfe aus. Die Frage ist, ob es ein ausdrücklich vergiftetes Kompliment ist. Dann bekommt die ebenfalls giftige Eingangsfrage, wie er sich denn als alter Sack in der Rolle eines „Hoffnungsträgers“ gefalle, eine ursächliche Qualität.
    Dass er mit diesem Kompliment wenig Freude auslösen würde, hätte ihm schon klar sein müssen. Darauf war es gar nicht ausgelegt.

    Es führt also wieder dahin zurück: Sie hat ihn angerempelt/genervt/beleidigt/verletzt und er ist ihr dafür sexistisch auf den Fuß getreten, ob unbeabsichtigt-plump oder absichtlich-raffiniert in Form eines vergifteten Komplements, ist offen und unentscheidbar.

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    @KFrance

    “Wir leben in Frankreich, mir ist aufgefallen, dass es so gut wie kein Business-Dinner ohne Frauen gibt. Der Umgang miteinander ist respektvoll, dabei fehlen weder Flirt noch Humor.”

    Sorry wenn sie die links gelesen haben werden sie feststellen dass auch in Frankreich der Sexismus nicht unbekannt ist.

    Ich weiss daher nicht wo sie ihre Beobachtungen gemacht haben?

    Liegt es daran, dass sie Deutsche sind und die Subtilitaeten des heutigen Sexismus in Frankreich nicht erkennen koennen?

    Und vielleicht sollten sie einmal die déjeuner d’affaires statt der business dinner besuchen!!um festzustellen wie wenig Frauen es auch in Frankreich im business sektor gibt!!

    Diese Studie aus dem Jahr 2004!! duerfte immer noch in vielen Teilen korrekt sein:

    http://www.femmesaaeena.com/pd.....s_orse.pdf

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    Ich muss mich revidieren. Die Debatte ist anscheinend notwendig:

    1. zur Begriffsklärung: In den Fällen z.B. auf http://alltagssexismus.de/ z.B. geht’s m.E. um Machtausübung und nur vordergründig um Sex oder gar Erotik (genauso bei den Missbrauchsfällen in kirchlichen Einrichtungen). Wenn wir das nicht verstehen, landen wir wieder im Puritanismus, womit niemandem gedient wäre.

    2. der (schwule) Schriftsteller Max Goldt hat’s auf den Punkt gebracht, als er seine Bücher ständig in den Kategorien „Schwulenliteratur“ fand: „Ich habe ca. 190 Eigenschaften, davon ist eine Homosexualität.“ Die Reduktion auf „Frau“, „Jude“, „Schwarzer“ usw. usf. ist mindestens ein Entfaltungshindernis. Wie ggf. ein Bewerbungsfoto (in angelsächsischen Ländern übrigens unüblich). Frauen in Frankreich sind vielleicht freier, weil sie sich trauen, sich auch im Beruf femininer zu kleiden. Erhellend dierzu das:
    http://www.3sat.de/mediathek/i.....;obj=34606

    3. Und was ich nicht verstehen kann, und dabei bleibe ich, bis mich jemand aufklärt: Wieso kann sich angesichts so vieler Programme, so vieler Aufklärung, Problembewusstsein usw. nach wie vor so ein Machtgefälle halten. Welche Strukturen begünstigen solches? Ist nicht jeder, der in eine „Position“ gelangt, bereits korrumpiert? Anders: Warum eigentlich ist es hierzulande, nach Alice Schwarzer, nach Quoten, nach Antidiskriminierungsgesetzen anscheinend immer noch ein Problem, daß Frauen (und andere) sich bei einer dummen Anmache nicht sofort wehren? Ist es Folge des Neoliberalismus, wie EJ, meint? Oder vielleicht doch eine Folge insgesamt fehlender Zivilcourage. Und wieso sind eigentlich so viele so erpicht darauf, Macht auszuüben, so oder so?

    4. und @Frau Pilcher: Ist das alles wirklich eine Folge der Zeiten vor „1919, 1977“, oder daß wir Männer immer noch „Machos“ sind? Diese Gesetzgebungen gab es auch woanders und Machos gibt’s auch woanders. Oder ist es vielleicht noch viel weniger schmeichelhaft für uns Männer (weil wir eben keine (selbstbewussten) Machos sind, sondern arme Würstchen, was ich vermute..)? Sagen Sie’s – ich kann’s ab..

  7. avatar

    „Sie füllen ein Dirndl auch aus.“
    Höchstes boarisches Kompliment.
    Entschuldigen nur für: „Sie füllen eigentlich kein Dirndl aus.“
    Handkuss dagegen wienerisch. Hier geht’s protestantisch zu.

  8. avatar

    @Liebe Männer: Die gerade beendete Diskussion bei Tante Illner nötigt mich geradezu – als zum rationalen Denken befähigte Frau – einmal den Standpunkt der Männer zu verstehen und partiell einzunehmen.

    Im Fall Himmelreich/Brüderle wird nicht mehr differenziert zwischen tätlicher sexueller Belästigung, die ein Straftatsbestand ist und entsprechend bestraft wird, und sexistischen verbaler Äußerungen eines spätpubertierenden Altpolitikers.

    Mein Rechtsverständnis wird durch diese bodenlos manipulative Diskussion immer mehr sensibilisiert.
    Wir leben in Deutschland in einer aufgeklärten Gesellschaft, die einerseits die Persönlichkeitsrechte im Grundgesetz verankert weiß, andererseits auch die Meinung- und Redefreiheit garantiert. Was wir in diesem Lande auf keinen Fall (wieder) wollen ist Zensur, das hatten wir schon mal.
    Wenn nun Männern, die offenbar seit Jahrtausenden nicht anders können, oder wollen, verboten werden soll, sich nach ihrem Gusto über und gegenüber Frauen zu äußern – was ist das dann im Grunde anders als Zensur???

    Wie schizophren ist diese Gesellschaft eigentlich? Es gibt in unserem lande kein Verbot von Pornografie, weder in der Literatur noch in den Gazetten. Männern soll im realen Leben sozusagen verboten werden, was gedruckt jederzeit käuflich und erlaubt ist. Kinder sind Frauenverachtung in schreiender Form jeden Tag am Kiosk ausgesetzt – und da schreit keiner laut nach Sexismus und Menschenwürde. Weil es ja hier um mehr geht, um viel Geld. Kann ein etwas unbedarfterer alter Mann seine Zunge gegenüber einer jungen Dame nicht in Zaum halten, ist die Hölle los in Deutschland.

    Jetzt werden mal wieder – typisch für unser Land – Initiativen gegründet, nach Gesetzen geheult und die ganze Verantwortung delegiert; denn keiner will selber wieder Verantwortung für irgendetwas in diesem Lande übernehmen.

    Und die Deutschen Männer – die nicht zu den allerübelsten auf dem Kontinent zählen, wie ich von meinen Auslandseinsätzen weiß – reagieren nicht ganz grundlos, etwas über.

    Es gibt ein riesiges Problem zwischen Männern und Frauen; das will ich überhaupt nicht verleugnen und verkennen. Das werden wir aber weder durch Quoten noch durch Restriktionen lösen. Erfolgreich werden tatsächlich Millionen kleiner und individueller Einzeleinsätze von hauptsächlich Frauen sein, die kompromisslos ihren „weiblichen“ Weg zum Erfolg nehmen.

    Über die Arbeitsbedingungen in Großkonzernen könnte ich auch ein ganzes Buch schreiben. Männer werden nicht weniger gemobbt, als Frauen, nur anders. Die“Härtegrade“ würde so manche Frau nicht lange aushalten.

    Um diese immer dramatischer werdende Diskussion etwas unseriöser werden zu lassen, möchte ich noch mal ein persönliches Beispiel von“Frauenpower“ bringen und das sogar aus dem“nichtakademischen“ Bereich.

    Von mir o.g.Beulenpest Direktor wurde auch von unserer „wilden Auguste“ beputzt – von uns so genannt wegen ihrer gigantischen Ausmaße – Dompteuse unseres 20 köpfigen und betriebseigenen Wischmopp-Geschwaders.
    Eines schönen morgens fand diese im Bett des scheinheilig verheirateten Herrn eine Betriebsangehörige vor. Wie sie uns jungen Mädels von der Betriebsleitung stante pede erzählte, hatte sie sich empört vor dem „Sündenpfuhl“ aufgebaut und mit den Worten kommentiert.
    „Also bei so einer Sauerei mach I aber net mit, hier könnet Se aber in Zukunft selber putze“.

    Der Direktor war klug genug um zu wissen, daß man einen Direktor ggf. ersetzen kann, eine Institution wie die“wilde Auguste“ kaum. Die hatte vor nichts und niemand Angst, wahrscheinlich hatte sogar die Chefetage vor ihr Angst. Bis zu ihrem 75. Lebensjahr hat sie tüchtig und pragmatisch die Geschicke der Firma „geleitet“, aber im Sündenpfuhl hat sie nie wieder geputzt.

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    …nicht einmal FDP-Wähler gibt es da, stattdessen eine gewisse Geradlinigkeit. Dagegen die Vieldeutigkeiten in einer Hotelbar voller FDP-Spitzenpolitiker und Journalisten… Wir sollten trotzdem im Zweifel zugunsten des Angeklagten befinden.

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    …solche fiesen körperbezogenen Provokationen finden normalerweise in der Kellerbar eine Etage tiefer statt. Die führen dann zu einer soliden Schlägerei. Dort gibt es aber keine weinköniginnenküssenden FDP-Clowns.

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    @KFrance: Was Sie andeuten, ist grundsätzlich möglich: eine bewusste Bösartigkeit, ein Versuch, Frau Himmelreich körperlich zu verspotten, entweder aus purer Gemeinheit oder weil sie ihn zuvor auf sein Alter angesprochen hat (Revanchefoul). Ich glaube das aber nicht. Es gibt immer auch eine besonders böse Möglichkeit, aber dafür müssen bessere Gründe her als ein Foto. Frau Himmelreich ist zweifellos attraktiver als Herr Brüderle, ob sie nun ein Dirndl ausfüllt oder nicht. Körperbezogene Witze sind da Steinwürfe aus dem Glashaus.

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    Sorry, ich bin richtig sauer. Brüderle, Hosen runter. Wir wollen vermessen. Von Brust- zu Bauch- zu sonstigem Umfang. Der Hintern konkav, die Brust wird den Bauchumfang nicht erreichen. Soweit bin ich mir sicher.

    Spannend bleibt das Genital. Was mag es wohl füllen können? Ich will keine Entschuldigung, einfach nur mal kurz die Hosen runter. Gerne alkoholisiert, wir sind nicht prüde. Ich war noch nie Freundin von Initiativen, diese könnte ich fast gründen. Erspare es mir, lieber Brüderle. Ganz kurz und schmerzlos, ich alkoholisiere mich und weitere freiwillige Augenzeugen.

    Chuzpe, dear leader, Hosen runter. Ganz kurz und schmerzlos.

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    @ Jean-Luc Levasydas: nein, ich bin definitiv kein Mann. Wenn hier von ‚Wir‘ als Frauen gesprochen wird, rollen sich mir die Zehennägel auf. Dennoch, ich bin gerne Frau. Und viel lieber in Frankreich als in Deutschland.

    Und Alan Posender, es ist egal ob Mann oder Frau. Ob Politik oder Privat. Ob Religion oder nicht. Eine Entschuldigung ist nur eine Entschuldigung, wenn der sich Entschuldigende einsieht, dass etwas falsch gelaufen ist.

    Mir wäre es lieber, Brüderle äußert seine Version zu der Geschichte, ganz ohne Entschuldigung. Dann wüssten wir, wer in welche falsche Richtung interpretiert und spekuliert.

    Eine kleine Bemerkung am Rande, sicherlich deplaziert. Seit ich das Foto gesehen habe, verstehe ich die junge Dame besser. Ich darf das bemerken, mein Dirndl müsste ebenfalls maßgeschneidert werden. Geht es hier um die betroffenen Menschen oder um abstrakte Prinzipien?

    Traut sich wirklich niemand mehr, da genauer hinzusehen und Brüderles wahre Unverschämtheit zu erkennen? Das ist der wahre Mut dieser junge Journalistin und ich kann verstehen, warum sie ein Jahr damit gewartet hat. Da ist keine halbseidene Entschuldigung angesagt, das war eine miese Masche. Und die junge Dame ist sehr mutig. Ein Jahr… wir machen mal ein öffentliches Wettmessen der Herrschaften, mal schauen, wann sie sich danach in die Öffentlichkeit trauen.

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    Ein Wort zur Bar: Ich kenne diese Hotelbars nicht. Es gibt lichtdurchflutete Cafés, in denen gepflegte Menschen Milchcafé trinken, und dunkle Kellerbars, in denen man Schnaps oder Bier säuft und dazu raucht. Die Sitten werden rauer, wenn man aus dem lichtdurchfluteten Café in die Kellerbar hinabsteigt. Die Hotelbar scheint so in der Mitte zu liegen. Zarte Seelen sollten besser im Café bleiben. Aber eine Hotelbar, gefüllt mit FPD-Spitzenpolitikern und Journalisten, ist keine Kellerbar, in der man ein gesteigertes Risiko eingeht, sich zu verletzen.

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    @Lyoner: Klar kann man sich fragen, wieso Frau Himmelreich erst jetzt mit dem Problem herausrückt. Eine sehr berechtigte Frage. Die Antwort könnte komplex sein: Vielleicht hat sie ja auch schon vorher Zeichen gesetzt und Herr Brüderle hat diese Zeichen einfach ignoriert? Und nun kann und will sie es ihm heimzahlen? – Dadurch erlischt aber nicht ihr Anspruch auf Entschuldigung. In dem Moment, in dem Herr Brüderle erfährt, dass er sie verletzt hat, kann und sollte er sagen: „Wenn ich Sie damals verletzt haben sollte, so entschuldige ich mich dafür in aller Form. Ich habe da snicht gewusst.“ Meinetwegen kann er noch eine Erklärung hinzufügen: „Ihre körperlichen Reize haben mich derart durcheinander gebracht, das sich nicht mehr Herr meiner Worte war. Außerdem spielte der von Ihnen so plötzlich unterbrochene Alkoholkonsum eine Rolle.“
    Und danach könnte er weiterfragen: „Aber warum haben Sie mich eingangs so taklos auf mein Alter angesprochen? Das hat MICH verletzt. Warum haben Sie sich nicht gleich bei mir beschwert, sondern abgewartet, bis die Gelegenheit zur Rache günstig schien? Auch das finde ich verletzend.“

    Dann hätte er den Spieß umgedreht und Frau Himmelreich müsste sich entschuldigen. So wie es ist hat aber er den Schwarzen Peter.

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    Ist Sexismus neurotisches Geschwätz oder ein Produkt männlicher Frustration? Reicht es,kräftig Gegenwehr zu leisten, wie die wackere Frau Groda hier schreibt; dem Brüderle potentiell schlagfertige Antworten zu geben und auf eine bewusstseinsbildende Wirkung der zurechtgestutzten Männer zu setzen?
    Assangista schreibt:“ Sexismus ist ein Problem, dass sich nicht in der HEftigkeit äußert, sehr wohl aber in ihrer Subtilität und flächendeckend. Die fehlende Fähigkeit, sich aber dieses Problems bewusst zu sein als Beweis für seine Inexistenz oder ihre Banalität zu nehmen ist übrigens nicht nur bei Ihnen virulent, seien Sie “beruhigt”
    Das trifft es und entspricht meiner Erfahrung von 98-2006 als europäischer Personalchef eines internationalen Konzerns.Das Bewusstsein vieler Männer, vom Schichtleiter bis zum Bereichsleiter für das Kleinhalten und Erniedrigen von Frauen durch Bemerkungen, Diffamierungen, gezieltem Mobbing,Machteinsatz mit sexueller Anmache und die Auswirkung auf die Betroffenen war so gut wie nie vorhanden. Es wurde eher als Teil des täglichen Machtspiels und als selbstverständlich gesehen. Es war erschütternd zu erleben, wie in Focusgruppen und Workshops in vielen kleinen Schritten, erst einmal das Verständnis dafür geweckt werden musste,dass etwas grundsätzlich falsch läuft und dringend geändert werden muss. Gern wurden dann abends beim Bier die Wunden geleckt(Hey, ich soll mich ändern, Blödsinn) bagatellisiert und sehr gern Nebenschauplätze eröffnet.Top 2 waren:‘ Die(Frauen) sollen sich nicht so anstellen, ist doch nicht so schlimm.‘; gefolgt von:‘ wir Männer sind doch auch nur Objekte‘.
    In intensiven Gesprächen mit anderen Firmen stellten wir fest, dass all davon betroffen waren.
    Wir haben es hier mit einem gesellschaftlichen Problem zu tun, dass dringend thematisiert und angegangen werden muss. Es gibt keine einfache Lösung,doch jeder Schritt, wie der Artikel von AP, der #hashtag Aufschrei und hoffentlich bald eine politische Iniative bringen uns als Menschen und Gesellschaft weiter.
    Klein reden, intellektualisieren,psychologisieren und ins Lächerliche ziehen ist nicht zielführend.

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    @ Alan Posener

    ich würde gerne mal von Ihnen wissen, wie Sie es sehen, aus welchen Gründen es nicht zu der sexuellen Befreiung und zur unverklemmten Sexualität gekommen ist, die sowohl Ihnen als auch mir in jugendlichem Mannesalter ein Herzensanliegen und Antrieb war. Was meinen Sie, wie konnte es dazu kommen, dass, so EJ, die Gier (oder in meinen Worten der Imperativ: Du solltst begehren) die (Männer-)Welt beherrscht, andererseits zu dem sexuellen und erotischen Elend, Unlust und Lust-Surrogate, das KJ beschreibt? Wie reimen Sie die Hypersexualisierung der Gesellschaft mit der alltäglichen Erniedrigung des Liebenslebens zusammen? – Natürlich verstört ein Katalog des Alltagssexismus.

    Sie schreiben „Deshalb ist die Erregung über meine Behauptung, eine Entschuldigung müsse nicht ernst gemeint sein, unsinnig: die protestantisch-totalitäre Forderung, das Private und das Öffentliche völlig zur Deckung zu bringen.“ Es dreht sich um etwas anderes, nämlich dass Sie als Urmeter der Moral den Diskurs bestimmen und Unterwerfungsgesten fordern, sei´s vom Papst sei´s von Brüderle sei´s von Augstein. Mit ihren Unterwerfungsgesten anerkennen sie Ihre Hoheit über dem Diskurs – und können dann noch als verlogene Subjekte diskreditiert werden. Gut, Sie sind ja, ohne Selbstzweifel, der „Fortschrittliche“ (egal ob Sie Maoist oder Neoliberaler sind) gegenüber den „Reaktionären“.

    @ Roland Ziegler

    Nehmen wir an, wir beide würden im Fußball gegeneinander antreten. Es geht hart zur Sache. Wie ich zur Sache gehe, gefällt Ihnen nicht, aber ein Kerl wie Sie verzieht nicht das Gesicht. Ich höre von Ihnen kein Aua. Ein Jahr später lese ich, dass Sie mich in einem Kicker-Interview als die unfairste Sau in der Liga bloßstellen. Jetzt höre ich ein Aua und stelle einen anderen Ursache-Wirkungs-Zusammenhang her. Nun, Vergleiche hinken (Fußballer sind in der Regel nicht stoisch, sondern eher theatralisch; Spieler und Publikum reklamieren jeden Verstoß sofort), aber Sie merken, worauf ich hinaus will?

    Ein zweites: Bei Alkohol schwindet die Kontrolle; deswegen wird er auch geliebt. Wenn man der Hitze entgehen will, geht man nicht in die Küche.

    @ liebe Rita E. Groda

    Wenn ich Ihnen in der Bar zum Krokodil begegnen würde, würde ich Hallelujah flüstern. Ich würde sehen, dass Sie das Herz am richtigen Fleck haben, unabhängig davon, ob da der eine oder andere Knopf mehr geöffnet ist.

    Was wir hier nur am Rande diskutieren, ist, dass die Gaben der Venus und des Apoll (oder des Dionysos) sehr ungleich verteilt sind. Ich vermute, dass ein Teil des Ressentiments von denen kommt, die hier zu kurz weggekommen sind. Wie kann das Problem gelöst werden?

    In der Antike wußte Lukrez schönes vom Eros zu sagen. „Er führt aus, dass der strahlende Himmel ohne Venus nicht wäre, dass die Fohlen nicht durch die frischen Bäche springen würden, dass die Böcke und Zicken sich nicht paaren würden ohne die Venus, die in jedem Frühjahr in jedem lebendigen Wesen leibhaftig anwesend ist.
    „Venus“ oder „Aphrodite“ ist das Prinzip, welche das Ganze steuert, und zwar alleine – qui sola gubernas. Ein wortwörtliches lateinisches Zitat, das auf einen griechischen vorsokratischen Denker zurückgeht. Aphrodite wird als daimon hae panta kubernei bezeichnet, als eine „Gottheit, die alles steuert“. Unsere „Kybernetik“ stammt von diesem Wort …“ (Friedrich Kittler, in: Lettre International 95)

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    @Rita E. Groda: Sie haben völlig Recht (und ich überzogen). Ich hatte etwas Angst bekommen, als ich mir die Beiträge auf der Sexismuswebsite angelesen habe (nicht allem, was da geschrieben wurde, kann ich zustimmen, aber einiges ist schon bitter). Die Kinder sollen nicht eiskalt werden, im Gegenteil, lebenslustig, warmherzig und sinnenfroh. Aber zumindest eine eiskalte Schulter zu besitzen kann überhaupt nichts schaden.

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    @Lieber Herr Ziegler, Sie brauchen Ihre Mädchen nicht zu eiskalten und schnippischen Gören erziehen.
    Liebevolle Eltern und eine gute Ausbildung sind die besten Viraussetzungen für ein erfolgreiches Frauenleben.

    Wie stark Ihre Mädels sind, dürften auch sie als Vater bereits erfahren haben. Bei der Durchsetzunge ihrer Wünsche dürften auch Ihre Mädels bei Papi schon alle weiblichen Tricks eingesetzt haben – bestimmt erfolgreicher, als bei Mutti.
    Emotionale Intelligenz scheint Frauen angeboren zu sein. Ohne die hätten wir nicht bis heute überlebt.

    Ihr macht alles so kompliziert, ihr liebenswürdigen jungen Männer.

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    @Alan Posener; Ihr Hinweis auf den“Moralischen Kompaß“, also, der ärgert mich jetzt langsam!

    Mit Moral sollte man mir nicht kommen, das Gedöns lehne ich ab!

    Vor ungefähr 40 Jahren haben wir eine durchaus wunderbare Zeit erlebt, deren oberste Regel war“ Wer zweimal mit Derselben(Frau) pennt, gehört schon zum Establishment!“. Und jetzt sollen – nach weiteren 40 Jahren – Frauen und Männer darüber empört sein, daß unsere beinahe Altersgenossen, wie der „arglose“ Brüderle, nicht aus der Pubertät herausgewachsen sind?

    Ein kluger Jude hat in einer Erklärung des Judentums folgendes geschrieben:“
    Die Moral des Judentums ist absolut, weil sie für alles Menschen verbindlich ist.Es ist aber weder erwünscht noch notwendig, daß alle Menschen Juden werden.“

    Das Zitat ist von Herrn Meir Seidl und könnte im übertragenen Sinne auch bei unserem Thema angewendet werden.

    Männer brauchen keine moralische Missionierung, eine Beule am Kopf tuts auch und ist wirkungsvoller!
    Als junge Geschäftsleitungsassistentin hatte ich einen Direktor, der, wenn er zusammen mit mir sein Vorzimmer betrat immer zuerst hineinging – und dann – man faßt es nicht, auch noch die Tür vor mir zuschlug. Das machte der 2 Mal. Das erste Mal war ich total verblüfft, das 2. Mal hatte ich eine Beule am Kopf. Das 3. Mal ging ich vor dem Rindvieh durch die Tür und schlug ihm die Tür vor der Nase zu, woraufhin der eine Beule hatte.

    Eigentlich rechnete ich nach dieser Unverschämtheit mit der fristlosen Kündigung. Seltsamerweise wurde ich von da an mit ausgesprochenem Respekt behandelt.
    Und dies, obwohl ich blond und damals sogar noch überdurchschnittlich hübsch war!

    Die Zeit des krassen Klassenkampfs ist vorbei, und die Zeit des Geschlechterkampfes ebenso.

    Wir snd bereits beim Miteinander, und wenn die Jungs sich einmal ne Beule einhandeln, dann sollten sie nicht weinen, sondern es mit ein wenig mehr Fassung tragen. Und die Jungfrauen sollten lieber mal ihre Mütter fragen, wie man einen Altmacho so richtig auf Kreuz legt(entschuldige Mutter …..).

  21. avatar

    APo, falls Sie doch noch … wirklich nach einem Thema fragen sollten … hier noch ein Cameron-FAN:

    Europa braucht endlich eine klare Geschäftsverteilungsgrundlage, die breit diskutiert und vereinbart wird. Wir brauchen die Europäische Union, aber wir brauchen sie schlank, unbürokratisch, demokratisch legitimiert, marktwirtschaftsfreundlich, föderal und nicht als Bürokratenversorgungsanstalt und Umverteilungsmaschine. David Cameron hat einfach Recht. Wir sollten ihm folgen anstatt ihn zu verfolgen.

    Nieder mit der Sozialistischen Internationale.

    EINIGKEIT UND RECHT UND FREIHEIT.

  22. avatar

    „Die interessierten Männer sind nicht die interessanten Männer“: Diese Tatsache führt zu den lustigsten Verrenkungen, völlig cool und desinteressiert auszusehen und vor Interesse fast zu platzen.
    An allen ihren Misserfolgen rächen sich die Männer an den Frauen mit dem Sexismus.

  23. avatar

    Ist es noch zulässig folgende Bestimmung/Vermutung auszusprechen oder was liegt hier etwas im Argen (?):
    stern = „Käseblatt“ ergo
    Fr. H. = „Käseblatt“-Journalistin

    H. entblödet sich nicht in einem Journal, das schon gewohnheitsmäßig, in betont aufgeklärter und freizügiger Playboy-Manier, halbnackte M/F-Är…e in Pose auf der Titelseite präsentiert, ihre traurige Geschichten mit B. zu berichten und um moralischen Beistand zu bitten? Der stern stellt sich Männer/Frauen gerne in sado-maso-Bekleidung vor und wird deshalb von APo als „Käseblatt“ verunglimpft und Herr B. soll sich leibhaftig eine junge Frau in ihrer Gegenwart im Dirndl vorgestellt haben. Geht’s noch? APo übersieht hier gewisse Asymmetrien, wäre meine Deutung und plädiert für einen galanteren Umgang mit der Frauenwelt im stern. (Wenn nicht, wäre das nachzureichen.) Maria sollte ihm das wert sein. Der Realität kommt man allerdings in „Burn after Reading“ genauso nahe. Engel müssen irgendwie ein eigenes Geschlecht besitzen, vielleicht bin ich deshalb so nachsichtig mit Unisextarifen? Apropos stern, ein Versuch es dem Boulevard rechtzumachen und davon zu profitieren und wenn’s sein muss, auch mal ein ganz wichtiges Parteiorgan, Herrn Jörges sei gedankt,
    jedenfalls ein Blatt für mehr Emanzipation, wie sie Frauen wünschen? Fr. H. sollte mal ihr (gestörtes?) Verhältnis zum stern in epischer Breite darstellen, wäre vielleicht auch interessant, dann käme sie über ihre Tätigkeit vielleicht zu einer völlig neuen Einschätzung?

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    Vielleicht ist es auch eine Verweigerung der Empathie, eine Trotzreaktion: „Ich interesiere dich nicht, also gucke ich dir zur Strafe auf die Brust.“ Woraufhin man noch interessanter wird. Wieder ein Teufelskreis.

    Jedem Mann, der eine Frau kennenlernen will, – denn hier liegt die Wurzel des Sexismus – ist jedenfalls zu raten, jegliche Männergruppe zu meiden und sich insb. seine Freunde vom Leibe zu halten. Allein sein. Dadurch erhöhen sich die Erfolgschancen und reduziert sich das blödsinnige Gestelze.

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    Sexismus ist ein schwieriges Problem, unlösbar eigentlich, jedenfalls unbestreitbar.
    Wenn der Mann eine interessante Frau kennenlernen will, muss er sie irgendwie ansprechen. Es hat keinen Sinn zu warten, bis sie das tut (das ist der absolute Ausnahmefall). Zur Ansprache bedarf es zunächst einmal viel Mut und auch Erfahrung. Es ist eine riskante Situation. Wenn der Mann genügend Erfahrung hat, wird er es stilvoll tun, so das die Frau sich nicht sonderlich gestört fühlt; er wird es bedauernd hinnehmen, wenn er dabei abblitzt, weil er das kennt. Hat er aber keine Erfahrung, fängt er an, blöd zu baggern (u.U. auch im EJschen Sinne unangenehm zu sabbern) und sich zu schämen, weil er abblitzt, woraufhin er noch blöderes Zeug labert. Ein Teufelskreis.

    Wenn die Frau einen Mann kennenlernen will, muss sie ihn im Normalfall nicht ansprechen. Sondern sie stellt sich neben ihn, lächelt vielleicht und wartet darauf, dass er den ersten Schritt macht.

    Wie man diesen Verhaltenscodex beurteilen soll, weiß ich nicht, aber er ist eine durchgehärtete Tatsache, die die interessierten Männer unter Zugzwang setzt. Leider sind die interessierten Männer selten die interessanten Männer. Desinteressierte Männer sind nicht sexistisch.

    Sexismus ist nach meienr Meinung häufig das Produkt der Frustration, dass diese Annäherungen nicht klappen. Manchmal ist der Mann einfach zu unattraktiv und wird zynisch und sexistisch; manchmal stehen andere Dinge wie seine lachenden Freunde im Weg. Männer in der Gruppe führen fast immer in eine Katastrophe, weil sich alle individuellen Verpannungen der einzelnen potenzieren. Das dabei herauskommende Verhalten ist selbstverständlich eine Respektlosigkeit, vor allem aber voller Unfähigkeit zur Empathie.

    wie soll man da slösen? Keine Ahnung. Die Opfer sind fast ausschließlich Frauen. (Ebenfalls selstverständlich, aber manchmal anscheinend erwähnenswert). Meine kleinen Mädchen muss ich rechtzeitig darauf vorbereiten, was ihnen da später blüht. Mir graust es schon. Sie sollten eiskalt, stark und schnippisch sein.

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    @KJN

    „Weil nämlich Frauen und Männer heutzutage faktisch nichts mehr voneinander wollen: Für Frauen reicht Rosamund Pilcher und für Männer anderes auf dem Bildschirm und eine Packung Taschentücher.“

    Ist dies auch eine Beobachtung aus Ihrem Umfeld??

    Was sind denn bei Ihnen Ursachen?

    Liegt es daran, dass meine Urgroßmutter erst 1919 das Wahlrecht erhielt?

    Liegt es daran, dass erst seit 1977 die Frau ohne Einverständnis ihres Mannes erwerbstätig sein darf , und erst seit 1977 gilt das Partnerschaftsprinzip, nach dem es keine gesetzlich vorgeschriebene Aufgabenteilung in der Ehe mehr gibt?

    P.S. Ein Bekannter von mir sagt immer hard balls haben auch hard facts.

    Wo bleiben ihre hard facts?

    Es grüßt Sie Angela Pilcher

  27. avatar

    @Jesses, Herr Posener, das ist doch nicht „protestantisch totalitär“, das ist nur scheinheilig und blöd.

    Das ist doch genau das „christlich Unmögliche“, das die „mystischen Religionen“, wie das Christentum von der“moralischen“, nämlich dem Judentum, gravierend unterscheidet.

    Die mystischen Religionen geben Unmögliches vor, sie liefern Vorlagen, die der normale Mensch nicht einhalten kann und darum zeitlebens mit einem schlechten Gewissen herumlaufen muß.

    Eine unehrliche Entschuldigung hat „keinen Wert“ und ist auch keine moralische Vorlage für die Gesellschaft.

    Also, ich mag Männer, so wie sie sind. Ich erheben allerdings auch nicht den Anspruch darauf, als Frau besser zu sein.

    Und wenn Herr Brüderle meinen Busen annstarrt, würde ich ihm anbieten: „Soll ich noch ein paar Knöpfe öffnen, oder reicht Ihnen der Ausblick?“

    Ihre Ritterlichkeit ehrt Sie, bloß würde es den Frauen heute mehr helfen, würden Sie Ihre journalistische Brillanz mehr in Beiträge einfließen lassen, die gleiche Bezahlung und bessere Rahmenbedingungen für Frauenerfolg fordern.

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    Also ich vergleiche diese Rollenverteilung an die Frau mit Homöopathie und Voodoo. Selffullfilling Scheisse ist das. Frau ist Mensch. Mann ist Mensch. Und wenn sie Sex wollen, dann sind sie AUCH Mann oder Frau. Und dann suchen sie sich Mann oder Frau (oder viceversa). Und sonst? WAs geht es den anderen an?? Also soll eine Journalistin grundsätzlich mit einem Politiker GRUNDSÄTZLICH anders umgehen als ein Journalist es täte und umgekehrt und so weiter? Also gibt es für jede Paarung eine eigene Regel? Und dann komme noch die sexuellen von der Norm abweichenden Vorlieben dazu? Und dann noch und nöcher? Ja klar. Sehr logisch. Danke.

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    @EJ: “ Jetzt kann I aber gar nimmer“ würde der Schwabe zu Ihrem streitbaren Beitrag sagen.

    Hätte eine Frau Derartiges geäußert, würde Sie aber sofort von den Herren der Schöpfung verbal in die Ecke gestellt. Jetzt haben Sie mich aber total verunsichert!

    Da ich mich häufiger in Gymnasien herumtreibe, sogar als der auch schon etwas angegraute Posener, kann ich konstatieren, daß die Männliche Gier heute noch etwas vielfältiger ist.

    So manches Mädel in der Oberprima wäre recht froh, wenn ein Junge auf ihren Busen schielen würde.
    Heute schauen die Jungmänner nämlich nicht mehr auf den Busen, sondern aufs Konto(des Vaters).
    So was kannte man früher, diese Art der Alimentierung, nur von Frauen, die nicht selbständig und frei über Leben und Beruf verfügen konnten.

    Inhaltlich liegen sie natürlich in Ihrem Beitrag überhaupt nicht daneben. Allerdings, keine intelligente Frau würde heute – aus rein taktischen Erwägungen heraus – so argumentieren.
    Wir haben dazugelernt und bedienen uns der Stilmittel der Männer. Ganz ehrlich gesagt, wir halten Männer inzwischen für einigermaßen arme Würstchen. Denn, die Frauen haben inzwischen Zugang zu beiden Welten gefunden, der Männer- und der Frauenwelt. Während die Männer weiterhin im Gefängnis ihrer eigenen Triebhaftigkeit gefangen sind und weder willens noch befähigt sind, die Welt der Frauen zu verstehen.

    Der Gerechtigkeit halber möchte ich noch hinzufügen, auch Männer sind Objekte geworden. Nicht nur der sexuellen Begierde von Frauen, sondern auch Objekte der Gier nach Sozialprestige, Reichtum, Ansehen und Macht. Viele Frauen sind heute(wieder) auf dem gleichen Trip freiwillig, wiein früheren Zeiten unfreiwillig. Fragen Sie mal Abiturientinnen heute nach ihrem „Berufsziel“. Die Antworten würden so manche Altemanze höchst überraschen. Das Hauptziel ist nämlich heute wieder, schnellstens an der Uni oder dem Großkonzern fette Beute zu machen, einen Mann zu angeln, der ökonomisch so gut gestellt ist, daß er Frau und Kinder bestmöglichst finanzieren kann. Und kann man dies diesen jungen Mädchen verdenken?

    Jedenfall, welcome back, freue mich, wenn mein Ruf in die Wüste Sie womöglich zurückgeholt hat.

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    @J.L.L.
    Lesen Sie das, was Frau Groda, EJ und Jan Z. Volenz schreibt, dann löst sich das Konstrukt „Sexismus“ in Luft auf. Dieses ganze neurotische Geschwätz darum ist ein publizistisches Geschäftsmodell, vergleichbar mit Esoterik oder Homöopathie, weil es die Ursachen ignoriert: Natürlich wollen Frauen als solche wahrgenommen werden (jedenfalls die, die ich kenne), aber eben nicht immer und überall und von jedem. Und es soll zu etwas führen, was etwas – so oder so – mit Gemeinsamkeit zu tun hat. Altmodisch? Eben! Weil nämlich Frauen und Männer heutzutage faktisch nichts mehr voneinander wollen: Für Frauen reicht Rosamund Pilcher und für Männer anderes auf dem Bildschirm und eine Packung Taschentücher. Warum dieses trostlose Szenarium? Weil „Realität negiert wird“ (REG), „unsere Vordenker psychisch krank waren“ (EJ) und „Anstand fehlt“ (J.Z.Volenz). Das genau führt zur „Ausweitung der Kampfzone“ (Houellebeq) und vielen Opfern auf beiden Seiten. Ich bin auch für „Zivilreligion“, aber soo einfach, wie sich das A.P. und z.B. diese Dame vorstellt, ist es wohl nicht..

    PS: Ein Bekannter, optisch nicht gerade der Prototyp eines Sexobjektes für Frauen, meinte in einer Kneipe zu mir, die meisten Frauen wären unattraktiv, „ich solle mal mit in den Puff kommen“, dann würde ich „die hier“ nicht mehr angucken. Das ist kein Sexismus, das ich Blödheit. Blöder noch jedenfalls, als das von Brüderle.

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    @ EJ: Sie sind doch Katholik, oder? Dann müssten Sie wissen, dass moralische Richtlinien – darumn geht es eigentlich bei der politischen Korrektheit – dazu da sind, den menschen zu sagen, was richtig ist. Wer sie so internalisiert hat, dass er gar nicht anders denn moralisch handeln kann, der ist kein Mensch mehr, sondern ein Roboter. Das heißt: Wer politische Korrektheit einfordert, will gerade nicht den Totalitarismus, der den Befürwortern des PC unterstellt wird. Er kann damit leben, dass der öffentliche Diskurs anders läuft als der private. Er hofft, dass etwas abfärbt, aber er ist Realist genug zu wissen, dass der alte Adam nicht verschwindet. Deshalb ist die Erregung über meine Behauptung, eine Entschuldigung müsse nicht ernst gemeint sein, unsinnig: die protestantisch-totalitäre Forderung, das Private und das Öffentliche völlig zur Deckung zu bringen.

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    Cher EJ

    welcome back to the Rat Pack…

    Wenn ich sie hier streiten sehen, dann vermute ich dass in ihrer absentia ein Streitpotential gesammelt hat dass mit ein paar Axthieben nicht zu entfernen ist.

    Ich wuerde ihnen daher den wheel harvester empfehlen:

    http://www.youtube.com/watch?v=KuSamnY2O5M

    Highlander (und nicht Hegel oder Kant)

    nomen es omen

    Ihnen auch alles gute im neuen Jahr

  33. avatar

    Hätte Brüderle sich in privater Angelegenheit nach 24H in besagtem Hotel vor einem Jahr mit Ihnen (APo) über sein Verhalten gegenüber Fr.H. abstimmen sollen? Wieso berichtet Fr.H. über Privates mit Hr.B. im stern? Ist es noch erträglich, wenn Prinz Charles seine architektonischen Auffassungen nach 22H zum Besten gibt? Stilfragen im Umgang mit jüngeren Journalistinnen, demnächst im Seminarbetrieb bei stern mit APo? Also APo, wenn Sie mehr Marienverehrung befürworten, geschenkt, vielleicht steigen ja die Zahlen befleckter wie unbefleckter Empfängnis signifikant, aber eine Form von Volks-/stern-Gerichtshof über privaten Umgang mit „dämlicher“ Journaille hatte ich Ihnen bisher nicht zugetraut. Dass Sie die Kampagne auch in der WELT führen („Ihr Jahr“ bei der FDP) unterstreicht, dass Sie die Ziele dieser (CDU-)Kampagne befürworten und unterstützen. Dass man Brüderle gerne in irgendwelche privatrechtliche Verwicklungen verstrickt sähe und die schwarz-gelbe Freundschaft aus „berechtigten“ Erwägungen abbrechen möchte/müsste, kann man ja verstehen (Niedersachen-Wahl), aber die Mittel sind nicht sakrosankt und geschmacksneutral. Gevatter Heiner Geißler wird über kurz oder lang seinen Ehrenvorsitz bei der Frauen-Union nicht mehr wahrnehmen können, ich möchte Sie gleich mal als Nachfolger vorschlagen, als zugleich kompetenten Berater in Sachen Anbaggerei und ausgewiesenen Kenner von männlichem Chauvinismus (Ironie aus). Oder muss es einfach nur heißen : wessen Brot ich ess, dessen Lied ich sing‘?

  34. avatar

    …nochmal allgemeiner: Msn entschuldigt sich dann, wenn jemand „Aua“ sagt oder zumindest komisch guckt, weil man irgendwas – v.a. unbeabsichtigt (!) – getan hat. Wenn das nicht stattfindet, muss man sich nicht entschuldigen. Daraus folgt, dass sich Brüderle entschuldigen sollte, Himmelreich aber nicht.

  35. avatar

    Hier ist das „Geheimnis“: Der „Deutsche Mann“ heute – scheint im Allgemeinen sowieso ein „wuerderloser“ und abgestumpfter Typ. Sobald ich die Stimmen von deutschen Maennern hoere – sie erscheinen ja ueberall als wichtigtuerische Alleswisser, dann gehe ich sofort in die andere Richtung. Die deutsche Frau ist weniger „amerikanisiert“ und traeumt nicht Tag und Nacht daran wie schnell man auf der Autobahn fahren koennte mit den neusten Sondertyp von BMW. Also ekelt sich die gelangweilte deutsche Frau, nicht weil einer sie als erotisches Wesen besitzten moechte – sondern das es so ein vollommen uninteressantes Geschoepf ist, anstatt ein „Mann“. Meine Verhalten als Chef gegenueber Frauen als Angestellte in Nord&Lateinamerika und Europa war immer freundlich und „reserviert“, auch wenn ich sie vollkommen diskret als „interessant“ bewunderte. Business is business. Leider hatte ich Vorgesetzte welche sich fuer eine oder andere meiner Angestellten interessierten. Da musste ich in die andere Richtung blicken und entsprechend sachte mit dieser Dame umgehen. Der Mann welcher eine „Persoenlichkeit“ ist , braucht doch nicht in seiner Arbeitsumwelt nach romantischen Verbindungen zu streben.

  36. avatar

    @Lyoner: Frau Himmelreich hat ihn durchaus mit einem blöden Satz von der Seite angequatscht und beim Saufen gestört. Allerdings hat es nirgendwo so ausgesehen, als hätte dieser Satz den zart besaiteten Brüderle besonders verletzt oder wenigstens betrübt. Ggf. kann man seine Reaktion als Revanchefoul werten (war aber sicher nicht als solches gemeint). Evt. könnte sie sich bei älteren Herren aller Art entschuldigen für die implizite Unterstellung, sie könnten nicht mehr als Hoffnungsträger dienen und gehörten ausrangiert. Vielleicht ist es ja das, was Sie meinen 🙂

    Nebenbei: Angesichts der Tatsache, dass „Die Jungen“ den Karren der FDP so ziemlich in den Mist geschoben haben, ist es doch völlig klar, dass man jetzt zur Abwechslung mal einen älteren Herren als „Hoffnungsträger“ ranlässt. Die Frage ist also inhaltlich völlig wertlos.

  37. avatar

    Wer kurz nasch Brüderles Nominierung eine solche Geschichte medienwirkam aufbläst, schadet dem, was
    wirklich Seismus ist und währende der STreit darüber aufgebläht wird, merke ich, dass es gar nicht mehr um Sexismus geht, sondern um Schädigung eines Kandidaten. Haben diese Menschen keine anderen politischen Argument und können sie sich nicht direkter und ehrlich gegen Sexismus einsetzen? Wer auch imme mit parteipolitischen Absichten in diesen Streit hineingeht, verrät, dass er sich auf den Leim ziehen läßt oder sich seöbst mißbracuht ohne es selber zu merken.

    Muß ausgerechnet der „Spiegel“ dises Thema so aufputschen, wenn er doch selber abermalig sexistische Aufmachunhgen, Bilder und Texte beförderte. Das erscheint mir scheinheilig oder aus einer anderen Perspektive gespalten.

    Ixh wünsche, dass Herr Brüderle aufrecht und wie bisher mit humaner Haltung diesen plumpen Anmachen widersteht.

    Überigens: die ganze Diskussion kam am 30.01. auf, jenem Tag an dem vor 80 Jahren Hitler das Amt des Reiskanzlers übertragen wurde. Gibt es nicht eine ähnliche Mentalität des Konformismus wie damals,der dies heutige Massenseele befriedigt, aber es an argumentativer Besonnehiet und mutiger Freiheit fehlen läßt. Ich wünsche Brüderle weiterin eine kluge, tapfere Besonnenheit, aus heraus er zeigt wie Freiheit auch in der irrationalen Wallung der Unvernunft und Pöbellei gewahrt werden kann.

    Zum Wahlergebnis in Niedersachsen scheinen mir auch Menschen bbeigetragen zu ahben, die sich und andere ausbalanciert spüren und so Distanz und eigene Freiheit zeigen, wie Respekt und Achtung anderen gegenüber, die mit Ihrer Polemik und Komformismus sich keine freie Handlung ermöglichen können.

    Hören wir mit dieser Massenhysterie auf und besinnen uns auf jene wertvollen Kräft im Menschen die unsere heutige Demokartie, die kein Paradien, von dem nur Kleinkinder träumen, aufgebaut ahebn. Zeigen wir noch konstruktive Kräft, sie weiter auszubauen mit Klugheit,Maße, Gerechtigkeit und Tapferkeit. Diese jahrtausende bewährten Tugenden, sind noch gültig, selbst dann, wenn nicht Menschen das zu erkennen in der Lage sind. Es darf nie darum gehen, der Masse nach zu plappern, sondern zu Einsicht und Klugkeit wieder neu zu erobern
    Maria Maarten

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    @ Alan Posener: Ach, und EJ: [Link]

    Nee, nee. So nich‘. Dann lieber keine Antwort. Ich „denunziere“ Sie doch nicht ohne Grund. (Bin ich einer Ihrer Journalisten-Kollegen oder was?)

    Was haben Sie mit Ihrem Schrieb eigentlich gesagt? Sie haben den Brüderles dieser Welt gesagt: Alte (und junge)Säcke, reißt euch zusammen! Lasst die Sau nicht allzu krass raus! Macht es diskret!

    Haben Sie damit irgendwas gegen das Prinzip gesagt? Im Gegenteil! Sie haben mit Ihrer Aufforderung zu politischer Korrektheit das Prinzip sogar affirmiert. Das Prinzip nämlich, dass sich Frauen verkaufen müssen.

    (Bitte, Sie sind da in bester Gesellschaft. Beispielweise unser größter Großaufklärer und kritische Vernünftler macht ganz männlich daraus ein Geschäft auf Gegenseitigkeit, eine ideal-kapitalistische win-win-Situation, und spricht von der Ehe als „Verbindung zweier Personen verschiedenen Geschlechts zum lebenswierigen wechselseitigen Besitz ihrer Geschlechtseigenschaften. Gier ist gut, doppeltgut, sozusagen! (Oh, Mann! Sein Gesabbere, Getropfe und Geflecke ist unübersehbar! Aber wo die kleinen Kinder herkommen und dass sie kommen, wusste der Junggeselle und ahnungslose Wixer nicht.))

    Frauen müssen sich als Objekte der Gier verkaufen, damit sie als Mütter, heißt: mit ihren Kindern, mit in Kauf genommen werden. – Ich habe Ihre ökonomische Gier-Welt und die der sexuellen nicht nur irgendwie willkürlich parallelisiert, und das schon gar nicht etwa bloß juxeshalber.

    Ihre Gier-ist-gut-Welt und die Gier-Welt der immer geilen Böcke sind (funktional) völlig identisch. Beide machen die ganz anders geartete teilende, elementar- und ur-soziale Welt der potenziellen und faktischen Mütter – der Frauen also – zu einem lediglich mit in Kauf genommen Sekundär- und Abfallprodukt der einen und der anderen Gier. In der Gier-ist-gut-Welt sogar explizit und programmatisch: There is no such thing as society.

    Weder in der Welt der männlichen sexuellen Gier noch in der Welt der (männlichen) ökonomischen Gier haben Frauen – Frauen als solche – einen genuinen Platz. In jedem Falle sind sie in der Gier-Welt nur gekauftes und alimentiertes Objekt – der ökonomischen und sexuellen Gier. Nie sind sie Subjekt (ihrer selbst).

    Dagegen haben Sie nichts gesagt. Im Gegenteil. Jungs, macht’s nicht zu beschämend, aber macht’s, haben Sie gesagt.

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    @KJN: Noc vergessen. Sie haben das Thema Macht angesprochen.

    Frauen haben generell ein anderes Verhältnis zur Macht, als Männer. Darüber lohnt es sich zu diskutieren, auch in Zusammenhang mit der Nicht-Wehrhaftigkeit mancher Frauen.

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    @Lieber KJN: Sie scheinen doch wesentlich mehr begriffen zu haben, als der gute Posener.

    Dieser ganze maliziöse Aufschrei erscheint mir bewußt kaluliert und kanalisiert; ob von Männern, oder Frauen, das muß ich erst noch feststellen.

    Selbst dem sonst recht aufmerksamen Posener ist ein wesentliches Detail entgangen. Angemessener Umgang mit Frauen ist kein nur geschlechtsspezifisches Problem; es hat auch eine ganze Menge mit Herkunft und Charakter zu tun. Ganz normale Höflichkeit, im Umgang miteinander, das lernt man zuhause; womit wir mal wieder beim vorigen Thema wären.

    Diese ganze Herumschreierei-Diskussion ist Frauenverblödung in höchster Potenz.

    In meinen Augen ist Sexismus übelster Art, wenn Frauen bis heute zwischen 22 und 30% weniger verdienen, als Männer. Wenn ihre Erfolgschancen durch die Biologie vermindert werden, weil nämlich die entsprechenden Rahmenbedinungen für Erfolg, wie Kinderkrippen und Ganztagsschulen bis heute von Männern hauptsächlich konzipiert werden. Und die Hausfrauen und Mütter, deren Lebensentwurf ich sehr bewundernswert finde, der mindestens so achtenswert ist,wie der einer Fulltime Managerin, werden von den meisten Männern als nicht gleichwertig betrachtet.

    So ein bißchen habe ich den Verdacht, daß bei den vielen empörten Männern in der Diskussion überall die Intention besteht, die Frauen, mit einer durchaus anerkennenswerten Ritterlichkeit und Galanz, wieder in den“Prinzessinenstatus“ zu erheben, also Frauen wieder aus der“Augenhöhe“ zu verscheuchen ,aus dem Status der Gleichberechtigung.

    Tatsächlich verstehe ich weder Frau Schwarzer (bei Jauch) noch Frau Himmelreich.
    Wenn es der engagierten Frauenrechtlerin Schwarzer erst nach dem Vorfall Himmelreich (Wieder) auffällt, daß Frauen heute immer noch von Männern angebaggert werden, ist Frau Schwarzer nicht mehr ganz ernst zu nehmen. Und Frau Himmelreich scheint bis vor 1 Jahr keine Ahnung gehabt zu haben, daß es immer noch den kleinen Unterschied gibt, bzw. an Realitätsverdrängung zu leiden. das kann man aber einfach ihrer Jugend zu gute halten.

    Die erfolgreichen Frauen – die momentan überall so durch den Kakao gezogen werden- auch Posener konnte in seinem Beitrag nicht anders – sind auf keinen Fall böse.

    Auch ich gehöre zu den erfolgreichen Frauen, denen vor ungefähr 40 Jahren, als wir uns trauten in der Männerwelt mitzumischen, von den Jungs eindeutig und kompromißlos erklärt wurde, daß wenn wir das wollten, nämlich mit den großen Jungs mitzuspielen, wir auch deren Regeln einzuhalten hätten. Das mußten wir zähneknirschend zur Kenntnis nehmen, und viele von uns – siehe unsere Kanzlerin, sind zu den fieseren Männern geworden, was ich persönlich sehr bedauere.

    Selbstverständlich fand ich es keinesfalls angenehm im Laufe meines Berufslebens sexstisch angepöbelt zu werden. Doch bei entsprechender Gegenwehr wird die Anzahl der Angriffe immer geringer.
    Hätte Herr Brüderle nachts in der Bar auf meinen Busen gestarrt, hätte ich ihn freundlich lächelnd gefragt, ob ich noch ein paar Knöpfe an meiner Bluse öffnen solle, oder ob es so reicht.

    Keine vernunftbegabe Frau wird ernsthaft gegen Windmühlen anrennen und versuchen wollen „die Männer“ zu ändern. Wir können versuchen gesellschaftlich so zu wirken, daß Frauenverachtung nicht mehr gesellschaftsfähig ist, quasi geächtet wird. Das funktioniert aber garantiert nicht anhand solch vordergründiger und manipulativer Debatten.

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    @ Roland Ziegler

    Ich finde, Frau Himmelreich sollte sich bei Herrn Brüderle entschuldigen. Wenn Sie auf ihn zugangen wäre, z.B. bei verschiedenen anderen Treffen danach, u.a. in seinem Dienstwagen, und ihn auf das unpassende verschiedener Gesten und Bemerkungen gemacht hätte, hätte er Gelegenheit gehabt, sich zu entschuldigen (oder ihr zu erklären, warum nicht). Öffentliche Schauplätze für „Entschuldigungen“ (was vor einer Verurteilung nicht schützte) waren die Schauprozesse des Stalinismus. Katholizismus mit der persönlichen Beichte, Protestantismus mit der generellen Beicht und Judentum mit dem Jom Kippur verzichten auf Bühnen für öffentliche persönliche Bloßstellungen.

    Jom Kippur: „Das Abendgebet beginnt mit dem Gebet „Kol Nidre“, das vor Sonnenuntergang gelesen wird. Im Zentrum der Liturgie steht das Sündenbekenntnis, das in der jüdischen Tradition im Unterschied zur Beichte in christlichen Kirchen stets in der kollektiven Wir-Form abgelegt wird und die Bitten um Vergebung, die hebräisch Selichot genannt werden. „Denn wir sind nicht frechen Angesichtes und hartnäckig, vor dir zu sagen, wir seien Gerechte und hätten nicht gesündigt, in Wahrheit haben wir gesündigt.“

  42. avatar

    Lyoner, Sie schreiben: ‚Jetzt mal unabhängig davon, ob Ihre Definitionen des alltäglichen Antisemitismus und des alltäglichen Sexismus stimmig sind, was denn an zivilisatorischen Fortschritten versprechen Sie sich von Forderungen wie diesen?‘ und zitieren: “Wohlgemerkt: Brüderle und die FDP müssten die Entschuldigung nicht ernst meinen. Dass sie nicht einmal eine verlogene Entschuldigung für notwendig erachten, ist der Skandal.”

    … nix weiter als: wenn ’s nicht anders geht, ist Lüge notwendig. Staatsräson. ‚BRD‘.

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    @ KJN

    Scheinheiligkeit. Auch. Aber das ist zu kurz gegriffen. Das ist ein systematischer Kampf für ein verbindliches Glaubenssystem, das, was Alan Posener euphemistisch „Comment eines zivilisierten Diskurses“ bezeichnet, während er das, wogegen er kämpft, kakophemistisch „Exkremente“ nennt. Noch kann er keine Anathema verhängen. Diese Tendenz teilt er mit Broder; der hat schon Quarantänestationen gefordert. Ich denke, Sie wären in der Lage, tiefer zu denken. Sie haben es hier mit einer aggressiven Religion zu tun.

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    @KJN

    „Genderkram ist Ablenkung.“

    Ist die Diskussion um den sexismus auch genderkram mon cher KJN?

    Ich weiss nicht auf welchem Planeten sie leben, aber leider gibt es den sexismus und dass ist leider kein kram, sondern Realitaet.

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    ..Schul -> Schuld. Damit will ich sagen, dass eine Entschuldigung ohne Gewissensbisse keineswegs scheinheilig o.ä. wäre.

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    @KFrance

    Ich vermute sie sind ein Mann??

    Daher ist fuer sie sexisme auch ein Fremdwort oder?

    „Wir leben in Frankreich, mir ist aufgefallen, dass es so gut wie kein Business-Dinner ohne Frauen gibt. Der Umgang miteinander ist respektvoll, dabei fehlen weder Flirt noch Humor.“

    http://www.dailymail.co.uk/new.....peech.html

    „La France, un pays jugé sexiste par une femme sur deux“

    http://www.francesoir.fr/actua.....58471.html

    http://www.franceinter.fr/emis.....s-dominant

    http://www.lemonde.fr/societe/....._3224.html

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