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Leistung als Makel

Im Unterricht  kann es passieren, dass der Lehrer einen begabten Schüler, der sich schon zu Beginn der Stunde eifrig meldet, mit den Worten bremst: „Dich kann ich erst am Ende der Stunde dran nehmen, du nimmst mir ja  das Stundenziel vorweg!“ – Verkehrte Welt.

Da gibt es in einer Schulklasse einen Überflieger, der  in Windeseile alles  kapiert, der aber ruhig gestellt werden muss, damit er den schön austarierten Stundenentwurf des Lehrers nicht durcheinander bringt. Solche leistungsstarken Schüler, die mit einer hohen Intelligenz und einer flinken Auffassungsgabe ausgestattet sind, gibt es zu Hauf. Im normalen Unterricht  werden sie  nicht gefördert. Der Gründe sind viele.

Die Lehrer schieben die Schuld gerne auf  zu großen Klassen, die es nicht erlaubten,  allen Begabungen  gleichermaßen gerecht zu werden. Ich sehe die Ursache vor allem  in der Mentalität der Lehrer.  Viele  sehen es nicht als  vordringliche Aufgabe an, hochbegabte Kinder besonders zu fördern, weil sie denken: Die schaffen  es ja ohnehin.

Mit dieser Haltung   befinden  sich die Lehrer völlig in  Einklang  mit der Mehrheit der Eltern, die in der Leistung  keineswegs ein vordringliches Ziel von Schule sehen. In der vor kurzem veröffentlichten Studie der Jako-O-Stiftung (s. WELT vom 6. 9. 2012) ist zu lesen, dass nur 52% der befragten Eltern die Förderung besonders begabter Schüler befürworten, während 84% für „gleiche Bildungschancen“ als vordringliches Ziel plädieren. Warum ist es so wenig populär, auch im Bildungssystem am Leistungsgedanken festzuhalten?

Warum fällt die Forderung nach  „gemeinsamem Lernen“ selbst  im  Bildungsbürgertum auf fruchtbaren Boden? Im Show-Business und im Sport gilt es als selbstverständlich, dass  Sieger im harten Ausscheidungswettbewerb  ermittelt werden. Spitzenkönner werden wie Ikonen verehrt und in die Hall of Fame aufgenommen. Kein Mensch käme auf die Idee, in die deutsche Fußballnationalmannschaft einige Spieler aus der Kreisklasse aufzunehmen, damit der  Chancengleichheit und der sozialen Gerechtigkeit Genüge getan wird. Warum will man nur  in der Bildung die „Einheitskost“, das gemeinsame Lernen von Begabten und Minderbegabten, das dem  Leistungsgedanken widerspricht?

Warum nimmt man   in Kauf, dass  diejenigen, die die Masse an Geistesgaben überragen, an der optimalen Entfaltung ihrer Anlagen gehindert werden? Anscheinend ist es kränkender, weniger intelligent zu sein als weniger sportlich. Die Vertreter der Gleichheit in der Bildung können es nicht ertragen, dass ein Gut wie die Intelligenz nicht gerecht unter den Kindern und Jugendlichen verteilt ist, weil der eine offensichtlich mehr von diesem kostbaren „Rohstoff“ abbekommen hat als der andere.  Der Kampf um die Gemeinschaftsschule, der zum Kernbestand der Bildungspolitik vornehmlich der linken Parteien und Verbände gehört, ist Ausdruck einer tief  sitzenden Kränkung darüber, dass es junge Menschen gibt, denen – unverdient – alles zufliegt, weil sie das Glück haben, in bildungsbeflissenen Elternhäusern heranzuwachsen, während andere – unverschuldet – in Milieus hineingeboren werden, die sie von Anfang an in ihrer geistigen Entwicklung benachteiligen.

Den Wünschen der Wähler gehorchend, haben die meisten Landesregierungen (Fels in der Brandung: Bayern) inzwischen Gemeinschaftsschulen gegründet. Um den Spagat der  Begabungsunterschiede  in den Klassen zu meistern, wählen diese Schulen unterschiedliche Differenzierungsmethoden. Sie reichen von der Einführung von Fachleistungskursen bis zum individuellen Lernplan für jeden einzelnen Schüler.

Es muss erlaubt sein, diese Modelle des gemeinsamen Lernens auf den Prüfstand zu stellen. Wichtigstes Kriterium muss dabei der Lernerfolg der Schüler sein, der in einem bestimmten Zeitraum erreichte Lernzuwachs. Da in den  drei  PISA-Studien die Erhebungen schulformspezifisch vorgenommen wurden, gibt es zum Glück belastbare Zahlen.

Sie sind eindeutig: Das gegliederte Schulsystem ist dem vereinheitlichten in allen Belangen überlegen.  Lehrer wundert dieses Resultat keineswegs. Sie machen in jeder heterogen zusammen gesetzten Lerngruppe immer die gleiche  Erfahrung:  Das Niveau des Unterrichts pendelt sich auf ein mittleres Maß ein, zum Nachteil der  besonders klugen Schüler.

Aufschlussreich sind  Studien, die „weiche“  Faktoren wie die   Zufriedenheit  der Schüler mit ihrer Schule untersuchen. Die Ergebnisse müssen  die Verfechter der Gemeinschaftschule nachdenklich stimmen. Die Ergebnisse für die Gesamtschulen zeigen, dass die Lernschwachen gerade darunter leiden, dass es an ihrer Seite „Überflieger“ gibt, die mit einem einzigen Gedankenblitz das begreifen, was ihnen selbst bei langem Nachdenken verschlossen bleibt.

Das  „soziale Miteinander“ wird von den Schülern also eher als  psychische Belastung erfahren.  Viele Schüler rutschen  aus Frustration über die erlittene „Zurücksetzung“, die sie  als Niederlage empfinden, in die Verhaltensauffälligkeit. Viele Disziplinverstöße, über die die Gesamtschulen klagen, haben ihre Ursache in dem Gefühl der leistungsschwachen Schüler, ständig zu den „Verlierern“ zu zählen.

Das Geheimnis der gut funktionierenden Hauptschulen in Bayern und Baden-Württemberg liegt u.a. auch darin, dass die Hauptschüler „unter sich sind“ und so einen hohen Grad an Zufriedenheit mit „ihrer“ Schule entwickeln können.

Was bleibt zu tun? Seit Jahren genießt bei Befragungen  über die Wertepräferenzen in  der  Bevölkerung  „Gerechtigkeit“ eine höhere Wertschätzung als   „Freiheit“. Leistungsbereitschaft ist aber  die Folge von Freiheit und zugleich  ihre Voraussetzung. Da es sehr schwer ist, Mentalitäten in der Bevölkerung zu ändern, wird  es in Hinblick auf die Schule  kaum möglich sein, dem eingewurzelten Gerechtigkeitsempfinden so etwas wie Leistungsdenken entgegen zu setzen.

Die  Regierung  hat allerdings eine Verantwortung für das Wohlergehen unseres Landes. Wenn alle aufstrebenden Nationen der Welt – allen voran Indien und China – keine Scheu davor haben, ihren Schülern Höchstleistungen abzuverlangen, kann sich Deutschland nicht bequem zurücklehnen.

Denn jeder weiß, dass in der modernen Welt das in der Gesellschaft vorhandene Wissen  ökonomisches Wachstum  generiert und  Wohlstand sichert. Wenn wir da zurückbleiben, haben wir zwar kuschelige Schulen, aber einen niedrigeren Lebensstandard.

Deshalb  müssen folgende Maßnahmen auf die Agenda:  ein zentrales Abitur für  ganz Deutschland und  gemeinsame  Standards für alle  Mittleren Schulabschlüsse in den Bundesländern. Jede Schule hätte dann  die Freiheit, ihr eigenes Lernmilieu auszuprägen. Bei den zentralen Prüfungen käme dann aber die Stunde der Wahrheit: Hic Rhodus, hic salta! (Zeig hier, was du kannst!)

Der Autor unterrichtete bis zu  seiner Pensionierung am John-Lennon-Gymnasium in Berlin-Mitte. Er ist Autor des Buches „Auf den Lehrer kommt es an“.

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55 Gedanken zu “Leistung als Makel;”

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    @ Roland Ziegler
    „Posener hat Recht. Ich und alle, mit denen ich je darüber gesprochen habe, haben 90 % ihres Schulwissens vergessen bzw. bestenfalls passiv-fruchtlos in irgendwelchen Gedächtniszellen abgespeichert.“

    Ich kann das keineswegs von mir sagen. Sowohl in Deutsch als auch in Fremdsprachen wie auch ein wenig in Geographie und Geschichte habe ich immer weiter gemacht. Das Schulwissen war nur der Ausgangspunkt für lebenslanges Lernen.

    Entweder Sie und Posener haben ein extrem schlechtes Gedächtnis, oder Sie hatten nur mittelmäßiges Interesse an der Schule, oder Sie wollen die Kultur zerstören zugunsten eines technokratisch erzogenen Fabrikarbeiters oder sozialen Hinternabputzers. Aber das passt alles zu Ihrer pauschalen 100%-Ablehnung von Thilo Sarrazin, Absolvent eines humanistischen Gymnasiums.
    Ihr etwas eindimensional wirkendes Konzept von Kindererziehung und Schulbildung wird sich hoffentlich nicht durchsetzen.

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    @Lyoner: Das ist richtig, ich bin deshalb auch unsicher. Die Inhalte ergeben sowas wie ein Informationsnetz, „Allgemeinbildung“, durch die wir die Welt sehen u. die wie eine Brille so dicht vor unseren Augen liegt, dass wir sie selber nicht sehen.

    Welches die beste Schulform ist, weiß ich ebenfalls nicht und bin im Zweifelsfall für die Koexistenz unterschiedlicher Formen.

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    @ Roland Ziegler

    Es scheint mir jedoch nicht gleichgültig zu sein, mit welchem „Stoff“ sich die Lernenden auseinandersetzen können und müssen. Es gibt Literaturen und Aufgaben, an denen der Verstand besser geschult wird.

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    …“vergleichweise nebensächlich“: Rechnen, Lesen, Schreiben, Logik, Literatur, Fremdsprachen, Schwimmen, naturwissenschaftl. Grundlagen – solche „Basisinhalte“ werden natürlich schon gelernt, mal mehr, mal weniger erfolgreich, und wir übersehen schnell, dass wir von diesen Inhalten, die sich miteinander verbinden, entscheidend geprägt werden.

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    @ derblondehans

    „Ich diskutiere hier aus dem ‘Handgelenk’. Multitasking.“

    Hoffentlich sitzen Sie nicht in Ihrer Kiste auf der Ostseeautobahn. Oder geht das doch? Soweit ich das beurteilen kann, ist es darauf recht ruhig; da kann man auch ein kurzes Nickerchen machen.

    Was könnten wir profitieren, wenn Sie sich mal die Zeit nehmen würden, so lange am Text zu schreiben, bis er R.Z.-gerecht wäre. Dass ich dafür allerdings Tage brauche, das ist schon ein büschen übertrieben.

    Ein humanistisches Gymnasium mit Latein und Griechisch hat dafür die Grundlagen gelegt. Guten Mathematikunterricht hatten wir auch; Physik hatte ich leider abgewählt. Das hatte ich meinem Vater zu verdanken, der dachte, dass das eine gute Grundlage für eine geistliche Laufbahn ist; Bischöffe, Kardinäle und Päpste haben ihm imponiert. Bei meiner Religionskritik, die ich auf diesem Blog vertrete, würde er im Grab rotieren, falls ich mich mit meinem profunden Unglauben täusche. – Zu jener Zeit war ich allerdings einer von zweien von 40 Schülern in der Klasse, die aus einer dörlichen Grundschule auf ein Gymnasium wechselte.

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    Posener hat Recht. Ich und alle, mit denen ich je darüber gesprochen habe, haben 90 % ihres Schulwissens vergessen bzw. bestenfalls passiv-fruchtlos in irgendwelchen Gedächtniszellen abgespeichert. Im Idealfall lernt man in der Schule das Lernen selber: Informationen zusammentragen, systematisches Vorgehen beim Zusammenstellen, Überprüfen der Ergebnisse usw. Lernen ist ein kommunikativer Akt. Selbst wenn Sie lieber auf Ihre vermeintlich dümmeren Mitschüler verzichten, kommen Sie nicht umhin, in Büchern oder im Internet nachzuschlagen. Sich mit strukturierten Informationen auseinanderzusetzen, ist die eine Seite der Medaille, die andere ist, selber strukturierte Informationen anzufertigen und weiterzureichen. Im Erfolgsfall ergibt sich ein gelingender Kommunikationsakt. Kommunikation steht im Zentrum der Schule, Kommunikation ist Sozialität, nicht nur wegen der Schule als sozialer Begegnungsstätte, sondern wegen des Lernens als sozialer Tätigkeit. Wir lernen immer von anderen. Deshalb ist der schulische Kontakt mit anderen – die Heterogenität der „anderen“ – so wichtig. Selbst wenn man „die anderen“ als schwer erträglich wahrnimmt. Dieses lernt man nur in der Schule (nicht in der Familie, wo man „unter sich“ bleibt). Die Inhalte sind vergleichsweise nebensächlich.

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    Es ist noch Hoffnung für dieses Land: Bettina Wulff kommt nicht ins Fernsehen, weil Fleischhauer und Broder ihr Buch nicht liebhaben.

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    @ Moritz Berger/Rainer Werner

    Welche skandinavischen Schulen? Finnische? Haben eine viel bessere Lehrer/Schüler-Relation. Darauf geht Posener nicht ein, wie üblich. Wie alle Linken und Altlinken fordert er die Einheitsschule (minus die Söhne und Töchter von Journalisten, erste Hilfsgarde der Elite, die auf Privatschulen geschickt würden), am liebsten mit 50-100 Schülern, die dort lernen würden: „Schule ist zuallererst ein Ort sozialen Lernens und charakterlicher Entwicklung“ (Posener), damit sie zu glücklich-karitativen Wesen würden, die dann später den Journalistensenioren, deren meist einzelne Kinder im Ausland Karriere machen, im Altersheim den Hintern abputzen, die zukünftige Verwendung für arbeitslose Akademiker..
    Arme deutsche Schüler nach Billigunterricht werden im Altersheim von denen verheizt, die uns in die Tonne regiert und geschrieben haben, indem sie an Lehrern sparen.
    Mehr Lehrer, und alles, was Herr Werner schreibt, ließe sich umsetzen.

    Aber Herr Moritz Berger will vermutlich, dass das Jeld nicht in die Schulen fließt, sonderm als „Anreiz“ in seine Firma. Deswegen redet er auch dreigliedrig schlecht, denn das kostet. Vielleicht hat er auch schon ein Auge auf ein schönes altes Schulgebäude geworfen. In den meisten schönen alten Gebäuden hausen ja heute Beamte, Institutionen und Firmen. Der wirtschaftlich stärkste Staat von Europa steckt alles Geld in seine Firmen, Banken und Beamten und nichts in die Schulen oder die arbeitenden Bürger.

    Nochmal zu diesem: „Schule ist zuallererst ein Ort sozialen Lernens und charakterlicher Entwicklung.“

    Nein!!! Dafür sollten die Elternhäuser zuständig sein. Wenn sie selbst über Beschneidung bestimmen wollen, sollen sie gefälligst auch ihren Gören ein Ambiente für „soziales Lernen und charakterliche Entwicklung“ bieten, bitteschön, nicht nur für die Durchsetzung religiöser Wünsche. Die Juden schaffen das ja auch. Die Schule sollte für den Erwerb von Wissen da sein.

    @ Alan Posener
    „Das Wissen, das ich von der Schule mitnahm und heute noch brauche, hätte ich in drei oder vier Jahren lernen können. 90 Prozent habe ich vergessen: Lateinvokabeln, Matheformeln, Geschichtsdaten, die Bezeichnungen der verschiednen Nebensatzarten bla bla bla.“

    Sie tun mir ernsthaft leid. Wenn Sie das übrigens in drei Jahren gelernt hätten, wüssten Sie heute noch den Stoff von vier Monaten, nach Ihrer Theorie. Mit Verlaub, das ist „bullshit“ (Zitat Posener). Außerdem werfen Sie ein schlechtes Licht auf Malaysia.

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    @blonder Hans

    Ich muß Sie enttäuschen..mir geht es nicht um den “ Erfolg “ und ich will Sie auch nicht “ erwischen „.

    Wenn Sie der Meinung sind, dass ein dreigliedrigere Schulsysrem besser ist, dann sollten Sie sich auc die Schulen für Ihren Nachwuchs aussuchen können, von dem Sie überzeugt sind.

    Meine skandinavischen Erfahrungen was das Gesamtschulsystem betrifft , speziell Schweden und Norwegen sind eher positiv. Letztlich kann man dies auch mehr oder weniger am Wohlstand messen.

    Und wenn ich z.B. solche Modelle wie in Dänemark sehe, wo es gelingt Asperger Autisten hochqualifizierte IT-Jobs bei Microsoft,Lego, der TDC (Telekom) zu vermitteln, dann frage ich mich schon warum vernachlässigen wir in Deutschland das “ Humankapital “ der Behinderten.

    Thorkil Sonne ist hier ein Vorreiter:

    http://specialisterne.com/

    Was mich bei Herrn Werner beiläufug interessieren würde, ob er aus einem bildungsbeflissenen Elternhaus kommt und wieviel Arbeiterkinder, bzw. Kinder von Niedriglohnangestellten mit ihm dass Abitur gemacht haben?

    Und wenn er schon von Leistung hier spricht, warum hat er es nur bis zum Studienrat, oder Oberstudienrat geschafft und ist nicht Schuldirektor oder sogar Pädagogikprofessor geworden?

    Oder führte die Verbeamtung mit 30 und die Unkündbarkeit zu einer Einstellung der Leistungsbereitschaft ?

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    @Rainer Werner

    Korrektur,sonstwäre ich auch ein „Rechtsschreibnazi“

    ..da würden Sie bei uns im Assessmentcenter wahrscheinlich durchfallen.

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    M.B. Nachtrag

    … tatsächlich bin ich über das Vorhandensein von Gesamtschulen in MV enttäuscht. Ich habe das echt nicht gewusst. Familienangehörige von mir sind nach dem Umzug von Berlin hierher gleich aufs Gym. Ein weiterer Nachwuchs ab 5.Schuljahr jetzt auch aufs Gym in eine Hochbegabtenklasse.

    Ich wusste echt nicht, dass es in MV keine Hauptschule gibt. Jetzt verstehe ich auch, warum Eltern in unseren Kaff ihren Nachwuchs ab 5.s Schuljahr für 2 Jahre auf eine Privatschule geschickt haben. Ich fasse es nicht. Sind das Lumpen – die Sozis!

    Es liegt wohl daran, dass die Deutschen verblödet werden sollen.

    Freiheit für Deutschland.

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    @Rainer Werner

    ein Kurzaufenthalt an einer Schule in den skandinavischen Ländern hätte sicherlich etwas zu einem Blick über den Tellerrand beitragen.

    Leider gehen Sie auf die Argumente von Alan Posener nur am Rande ein.

    Mit gutem Willen noch eine 3 Minus, was den pädagogischen Teil betrifft.

    Was den Bereich Leistung, Leistungsgesellschaft und Arbeiten im Team betrifft, da würden Sie bei uns im Assessmentcenter wahtscheinlich durchfallen.

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    @M.B.

    … Mist, jetzt haben Sie mich erwischt. Natürlich 2-gliedriges Schulsystem in MV. Ich gönne Ihnen den ‚Erfolg‘. (und die feuchte Hose.)

    Wie bescheiden doch die Sozis sind. ts, ts, ts …

    … der ‚Gabentisch‘ steht öd und leer, die Menschen schauen blöd umher,
    da lässt der Sozi einen krachen, die Wähler müssen tüchtig lachen.

    So kann mit bescheidenen Sachen – der Sozi eine Freude machen.

    Frei von meinem Hamster.

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    @Roland Ziegler

    während an der Ostsee die Saison abebbt, überflutet unser blogclown hier die Seiten.

    Während unser Blogclown bis drei zählen kann:

    „Ich halte das 3-gliedrige Schulsystem für besser. Das darf ich. Jedenfalls funktioniert das hier in MV hervorragend. Einschließlich Hochbegabtenförderung.“

    reicht es bei mir leider nur bis 2 (trotz googlen)

    „Das Schulsystem in Mecklenburg-Vorpommern ist zweigliedrig“

    aus:

    http://www.mecklenburg-vorpomm...../index.jsp

    Aber vielleicht liegt die Zweigliedrigkeit am sozialistischen Bildungsminister:

    http://www.regierung-mv.de/cms...../index.jsp

    wie unser Blogclown es in einem Bundesland wie einem sozialistischen Ministerpräsidenten aushält, bleibt mir ein Rätsel.

    Was für ein Glück, dass der Wirtschaftsminister noch zur CDU gehört.

    http://www.regierung-mv.de/cms...../index.jsp

    Ich war schon dabei unserem Maschinenbauingenieur einen lukrativen Job in Bayern anzubieten.

    Aber die headhunter sind sicherlich auch in Rostock dabei die Jungs von der Waterkant ins Binnenland zu locken.

    Allerdings gibt es in Bayern keinen Labskaus.

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    Gut. Oder nicht gut.

    Bildungspolitik der ‚BRD‘: .. im Ergebnis sitzen der Schafhirte, gemeinsam mit dem Einser-Abiturenten und studierten ‚Gesellschaftskünstler‘ auf ‚m Amt und bedienen sich am huldvoll gereichten Knochen Hartz IV.

    Wer profitiert von wem? Gibt es einen Dritten der profitiert?

    Schreibe mir keiner, ich übertreibe.

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    Ich will hier eine persönliche Note hinzufügen, weil das aufschlussreich ist. Der Begabte erbte, vermutlich von mir, einen getestet höheren IQ, der bei mir selbst durch falsche Ausbildung nur unzureichend gefördert und entwickelt wurde. Außerdem erbte er eine hohe, hehre Arbeitsmoral und Disziplin, verbunden mit Verantwortungsgefühl, und zwar eindeutig nicht von mir.
    Das erst machte ihn zu einem schulischen Winner. Die Rückseite seines Zeugnisses war immer aufschlussreich. Und übrigens legt er sein Heft so, dass der Nachbar abschreiben kann. Das ist sozial. Ein anderer ist ebenso begabt, vielleicht sogar intelligenter, doch der zweite Teil fehlt ihm komplett. Er macht ein Minimalistenprogramm und legt größten Wert auf innerschulische Anerkennung und zeitgemäße Coolness. Jedes Anreden von wegen später läuft halbwegs ins Leere. Er ist der coolere Typ, aber wir wissen im Moment nicht, was aus ihm wird. Mit vier Jahren konnte er im Tausenderbereich rechnen. Davon bleibt mit Minimaleinsatz eine Zwei in Mathe.
    Will damit sagen, dass der zweite Teil der wichtigere ist, und dass jeder Einzelne sich durch den zweiten Teil ein bis zwei Noten hocharbeiten kann. Was den Schulstoff betrifft, muss man ihnen im Prinzip beibringen, sich über manche Öde hinwegzusetzen. Es gibt keinen Schulstoff, der jeden interessiert. Genauso muss man m.E.vermitteln, sich über den einen oder anderen Lehrer hinwegzusetzen, schon, weil es so weiter geht, ein blöder Prof, ein furchtbarer Chef. Also, ein bisschen hat dieser Bubb doch recht. Und Pfeiffer aus Hannover natürlich auch.
    Man kann das Schulsystem ändern, so oft man will, am Ende hängt doch alles am Einsatz des Schülers. Wie könnte man Muslimen damit helfen? Ich würde sagen, am ehesten intern, indem man beim Elternabend fragt, ob jemand zu Nachhilfe bereit wäre, evtl. in Härtefällen umsonst. Oder mit Tutoren aus höheren Klassen, nur auf freiwilliger Basis, sonst funktioniert es nicht. Und ich glaube, dass es unter uns Deutschen genug Hilfsbereite gibt, wohl nicht ganz so viele wie in England, aber deutlich mehr als in „La Grande Nation“, wo eine strikte Klassengesellschaft bestimmend ist und man in die Oberklasse nicht kommt.

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    Wenn jemand wirklich eine hohe Begabung hat, wird er, gerade als junger Mensch, sie viel eher eifersüchtig verbergen, als sie in der Schule zu Markte zu tragen, um Neid oder hohle Lobsprüche zu ernten.

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    Parisien: Sie haben schon recht, er macht Sozialisten für alles verantwortlich, selbst für das, was sie nicht vermasselt haben.

    … na klar. Wenn die fragen warum – noch ’ne Dublette. Bis zum Kniefall vor dem eigenem Volk.

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    Begabte machen v.a.D. nicht das, was man von ihnen will. Wieso interessieren sich hier eigentlich alle so für die Begabten? Welche Fantasien werden da auf die Außenseiter projiziert? – KJN hatte eine guten Gedanken, der nicht überall steht: Zur hohen Leistung gehört Extrovertiertheit, ich würde ergänzen: aber keine besondere Begabung. Übrigens ist mir die Rechtschreibung wirklich und ernsthaft schnuppe, nur wenn jemand andere als minderbemittelt abqualifiziert, schaue ich halt mal genauer hin, wie es denn so mit dem jemand aussieht. Alle anderen sollen genauso weiterschludern wie ich selber es auch tue.

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    @ Moritz Berger

    „@blonder Hans

    An welchen Entwicklungen in den letzten 100 Jahren waren die ” Sozialisten ” eigentlich nicht schuld?“

    Sie haben schon recht, er macht Sozialisten für alles verantwortlich, selbst für das, was sie nicht vermasselt haben. Aber für den Niedergang des Wissens/der Bildung durch die Idee der Einheitsschule, die meistens dazu führt, dass der Schlendrian die Besseren infiziert und nicht umgekehrt, sind tatsächlich sozialistische Ideen von Gerechtigkeit und Verteilung – hier das Wissen Begabter und Hochbegabter – verantwortlich.
    Begabte können schon deshalb keinen hinaufziehen, weil sie in der Schule gern als Streber oder Intelligenzbolzen verunglimpft werden und daher in unteren und mittleren Klassen dazu neigen, sich schlechter zu verkaufen, als sie sind, um dem Anpassungsdruck standzuhalten.
    Hier ein Beispiel von meinem: Solle sich weniger melden, verlangte die Klassengemeinschaft in der Sechsten, um die Überlegenheit einzudämmen. Tja.

    Die besten Leistungen bringen Begabte natürlich unter sich und dann, wenn sie nicht als Streber beschimpft und aus der Gemeinschaft isoliert werden. Sozialisten, in der Tat, sehen diese Dinge immer noch nicht. Sie nehmen nicht zur Kenntnis, dass Begabte mit Magenschmerzen zur Schule gehen und auch manchmal krank mimen, weil sie den Gesellschaftsdruck nicht aushalten. Und ehrlich gesagt, das kann richtig ungut sein. Mir ist da selbst manchmal speiübel geworden. Das müssen Sie so übersetzen: „Wenn wir dich, du Guter, aus der Klasse kriegen (erschlagen können wir dich ja nicht), wären wir theoretisch alle eine Note besser.“ Sozialisten, wenn sie ihr altes Herz wiederentdecken würden, müssten sich an sich inzwischen fast für drangsalierte Begabte einsetzen und für den anderen Rand genauso.
    Aber dass heute der mainstream und die Mode und der Druck so präsent sind, ist mehr die Schuld eines egozentrischen, konsumorientierten, mit Narzissmus spielendem Kapitalismus.

    1.) Wir bräuchten mehr Lehrer, eine Relation von Lehrer zu Schüler von 1:10 bis 1:15, übrigens das Erfolgsrezept von Finnland und englischer wie amerikanischer Privatschulen.
    2.) Wir bräuchten für ein bis zwei Jahre zwischen der Dritten und Sechsten ein eigenes Fach, das sich mit den Themen Neid und Erfolg und in diesem Zusammenhang auch gern mit Antisemitismus (dem alten) beschäftigt.
    3.) Wir bräuchten eine wachsende Kultur des Spendens für Schulen. Hierfür müsste allerdings die Schule erstmal anziehender sein.

    Was wir gar nicht brauchen, ist die Einheitsmühle, die nur so propagiert wird, weil sie kostengünstiger ist. Aus dem gleichen Grunde kam G8. Der einzige Unterschied, finde ich, zwischen Sozialisten und Kapitalisten ist hier, dass Sozialisten diese Idee ideologisch untermauern. Betreten macht, dass 52% der Deutschen glauben, so könne man etwas wie Gerechtigkeit herstellen. Gerechtigkeit ist längst da. Das System ist durchlässig. Allerdings muss man dafür arbeiten, lernen. Gerechtigkeit wird gern als Geschenke- oder Quotenmentalität verstanden. Und tatsächlich, für Umverteilungsideen ohne Eigeninitiative waren schon immer Sozialisten zuständig, neuerdings auch Piraten. Man soll sein Wissen, sein Talent, verschenken. Wieso denn das?

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    @Blondhans: Was ist denn bitte ein „Rechtschreibnazi“? Sowas wie ein Deutschlehrer? Bin ich nicht. Sie sind doch normalerweise der Deutsche hier?
    Jedenfalls haben Sie was missverstanden. Mir ist es egal, wie Sie schreiben; ich weise nur darauf hin, dass sich in Ihrer Aussage ein Selbstwiderspruch befindet: Sie attestieren mit sprachlichen Mängeln kognitive Einschränkungen, das passt nicht zusammen. Aber was solls, das Leben ist voller Widersprüche.

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    @Rainer Werner
    Recht vielen Dank für Ihre Stellungnahme.
    Hierzu:
    ..Funktionalisierung des Wissens nur für ökonomische Zwecke
    Das geht mit Schulwissen auch überhaupt nicht, denn ökonomisierbares Wissen ist bekanntlich äußerst kurzlebig. Ihre Stellungnahme wirkt deswegen anders, als Ihr ursprünglicher Artikel, weil Sie Ihren Leistungsbegriff erläutern. Was Sie meinen, ist Kompetenz. Die der Lehrer und der Schüler. Daran ist nichts verpönt. Der Begriff Leistung ist (auch) verpönt, weil er „Fliesband“ suggeriert und oft genug auch meint.
    Daß es „auf den Lehrer ankommt“ (auch @Alan Posener) ist klar, aber solche Ausnahmetalente, wie im Artikel beschrieben, kann man nicht am „Fliesband“ produzieren, denn die erforderliche Sozialkompetenz, Extrovertiertheit, Selbstbewusstsein und sprachliche Kompetenz ist oft familiär bedingt. Die „neueren“ Lehrergenerationen scheinen aber durchweg erfolgreicher zu sein, weil das Lehramtsstudium „entwissenschaftlicht“ wurde und Pädagogik und (Lern-)Psychologie mehr integriert, was ein überfälliger Schritt war.

    @derblondehans
    „Privatschulen“
    Ich war auf einem moderat-konservativ, aber erzkatholischen Gymnasium mit „anspruchsvoll-strengem“ Image und fast auschließlich ländlichem Einzugsgebiet und hatte eine Mitschülerin mit fast auschließlich Einsen auf allen Zeugnissen, die ein Stipendium für ein Elite-Elite-Privatgymnasium in der Schweiz erhielt. Die war nach 3 Monaten wieder zurück, weil sie das Verhalten der höheren Töchter und Söhne mit Alkohol und Kifferei nicht aushielt.
    Warum da manche (gerne wohlhabende) Eltern ihre Kinder hinschicken, hat wohl andere Gründe.

    Also: Nicht nur auf die Lehrer, auch auf die Eltern kommt es an (ich will‘ es gar nicht weiter vertiefen).

  23. avatar

    @Apo

    … Ihr Link zur SZ. Zunächst ist jedes Engagement eines Lehrers über sein Pflicht hinaus – toll.

    Mich erinnern solche ‚Erfolgsmeldungen‘, insbesondere linker Journaillen, an die aktuelle Kamera der ‚DDR‘. Dort wurde noch am Vorabend der Revolution verkündet wie viel rote Rüben der Genossenschaftsbauer Kraske, eine Figur bei Strittmatter, von der LPG Typ I, ‚Roter Oktober‘, eingefahren hat. …. gäääähn …

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    R.Z.: @Blondhans: Tipp: Erst Ausdrucks-, Rechtschreib- u. Kommaregeln beachten, dann über kognitive Einschränkungen lästern.
    …das kommt wohl, wenn man in der Seifenkiste auf eine Wand zufährt und Gas gibt. Und ich sach noch. Aber er hört ja nich.

    … Sie Angeber und Rechtschreibnazi. Nur weil ich hier nicht auf ähnliche ‚Macken‘ anderer, angefangen beim Ex-Deutschlehrer, aufmerksam mache, ist in dieser Hinsicht hier im Blog kaum jemand besser. Lyoner und EJ vielleicht. Aber die brauchen dann Tage um ihren eigenen Text ‚R.Z.-gerecht‘ zu schreiben. *rofl*
    Ich diskutiere hier aus dem ‚Handgelenk‘. Multitasking. Da nehme ich Fehler in Kauf. Wenn Sie sonst keine Argumente haben – bin ich zufrieden. Verbessern Sie mich ruhig. Ich lerne gern.

    @M.B.: … googlen hilft, wenn Ihre Allgemeinbildung nur zum Gesellschaftskünstler taugt. Außerdem hatte ich als eine Kriegsursache das Abstimmungsverhalten für die Kriegskreditbewilligung der SPD anno ’14 – belegt. Den Beitritt der SPD-Genossen zu Tausenden in die faschistische SA, können Sie selber herausfinden. U.v.a.m..
    Vielleicht schreib ich mal ein Buch über die Verbrechen der Sozialistischen Internationale, incl. der SPD-Genossen. Guter Gedanke.

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    @blonder Hans

    Mir ging es lediglich um das deutsche Schnitzel zu Zeiten von Bismarck.

    Und ob man mit Ihnen noch argumentativ hier streiten kann Ausnahmen bestätigen die Regel), dass dürfte angesichts der peripheren, analen Betrachtungsweise von Ihnen doch sinnlos sein.

    Ich erinnere Sie nur an Ihre Argumentationen, dass am 1. Weltkrieg wie am 2. Weltkrieg die Sozialisten die Verursacher waren.

    Wo bleiben da eigentlich Ihre Belege?

  26. avatar

    …das kommt wohl, wenn man in der Seifenkiste auf eine Wand zufährt und Gas gibt. Und ich sach noch. Aber er hört ja nich.

  27. avatar

    An meine Kritiker,
    dass die Lehrer am Gymnasium noch überwiegend frontal unterrichten, ist ein Vorurteil, das sich leider sehr hartnäckig hält. Als ich als Lehrer anfing, war dies zweifellos noch so (1977). Dies hat sich jedoch grundlegend geändert. Der Pädagogik-Professor Lehmann von der Humboldt-Universität zu Berlin attestiert dem Gymnasium neben der Grundschule das „anregendste Lernmilieu“ aller Schulformen. Die Schulinspektionen, die in allen Bundesländern verbindlich sind, erbrachten dasselbe Bild. An den Gymnasien, die mit „gut“ und besser bewertet wurden, waren schülerorientierte, leistungsdifferenzierte, ja individualisierte Lehr- und Lernmethoden an der Tagesordnung. Das kann man in den Homepages der Schulen nachlesen, die die Inspektionsberichte überwiegend veröffentlicht haben.
    Die Gymnasien sind auch keine Schulen, an denen die Wissensvermittlung zur Herstellung der Wettbewerbsfähigkeit unseres Landes überwiegt. Keineswegs. Ich habe an vier Gymnasien unterrichtet und war erstaunt über die kulturelle Vielfalt der Aktivitäten, die diese Schulen wirklich zu einem Ort macht, an dem die „edle Interessenlosigkeit“ (W. Humboldt)blüht. Dass das Gymnasium über 200 Jahre hinweg die Vielfalt und die Gleichrangigkeit aller Fächer bewahrt hat, spricht doch eher gegen die These von der Funktionalisierung des Wissens nur für ökonomische Zwecke. Der Unterricht am Gymnasium soll den Schülern in allen Fächern Bildungserlebnisse bescheren, die zur Entwicklung ihrer Persönlichkeit beitragen. Das kann beim Kennenlernen der Keplerschen Planetengesetze (Physik) genauso geschehen wie bei der Analyse des Formprinzips eines Streichquartetts von Mozart(Musik). Dass beides ernsthaft betrieben wird (das meint ja der verpönte Begriff „Leistung“), ist kein Makel, sondern Ausdruck der Wertschätzung der geistigen Gaben unserer Kinder.

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    M.B. Und was meine vermeintliche Boshaftigkeit Ihnen gegenüber betrifft.
    Bei einer so ausgeprägten Einseitigkeit Ihrer Beiträge (Ausnahmen bestätigen die Regel) und Ihrem Bestreben Ihr Visier nicht aufzuklappen, sondern sehr subtil hier im Blog gegen die Nichtdeutschen zu hetzen, verwende ich die Axt und nicht den Degen.

    Abgesehen davon, das Sie Ihre Unterstellungen wieder nicht belegt haben, übrigens ein Kennzeichen sozialistischer Machtansprüche, passieren mich Aussagen, eines kognitiv beeinträchtigten maskulinen Individuums, in der analen Peripherie.

  29. avatar

    M.B.: An welchen Entwicklungen in den letzten 100 Jahren waren die ” Sozialisten ” eigentlich nicht schuld?

    … eine positive gesellschaftliche Entwicklung für eine Gemeinschaft unter sozialistischer Führung kann ich, für die Vergangenheit, in der Gegenwart und auch für die Zukunft nicht erkennen. Sie?

    @KJN

    Die, die Gleicher sind, schicken ihre Kinder auf Privatschulen. Warum wohl?

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    @blonder Hans

    An welchen Entwicklungen in den letzten 100 Jahren waren die “ Sozialisten “ eigentlich nicht schuld?

    Wenn ich mir hier ihre tibetanische Gebetstrommel anhöre frage ich mich schon ob der Niedergang in der Kultur des deutschen Brotes (nur noch Massenfertigung) nicht auch durch die Sozialisten verursacht wurde.

    Und das das deutsche Schnitzel nicht mehr das deutsche Schnitzel zu Zeiten von Kaiser Wilhelm zwo ist, lag sicherlich auch an den Sozialisten.

    Und wie ist es eigentlich mit dem Niedergang der Qualität des Bismarckherings.

    Da müßten Sie als Küstenbewohner uns doch sicherlich auch die richtige Antwort geben.

    Mein Algorithmus sagt mir:

    Es waren die Sozialisten

    P.S. Das eine ist eine Mathe eins im Abitur zu haben, dass andere ist die Welt nicht nur durch eine Brille anzuschauen.

    Und was meine vermeintliche Boshaftigkeit Ihnen gegenüber betrifft.

    Bei einer so ausgeprägten Einseitigkeit Ihrer Beiträge (Ausnahmen bestätigen die Regel) und Ihrem Bestreben Ihr Visier nicht aufzuklappen, sondern sehr subtil hier im Blog gegen die Nichtdeutschen zu hetzen, verwende ich die Axt und nicht den Degen.

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    @KJN

    … noch ein Nachtrag. Mathematik oder Physik oder andere Fächer beim Abi abwählen [sic!], wie im Westen möglich, gab ’s im Osten nicht. Daher.

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    @KJN

    … kommen Sie wieder runter. Keine Ahnung was Sie meinen. Vom Osten habe ich gar nicht geschrieben. Ich habe auch nicht von Dummheit der Schüler, oder Lehrer geschrieben. Ich meine das System der Ganztagsschulen und Gesamtschulen, die ich in Berlin (West), schon vor dem Mauerfall, kennengelernt habe. Ein System das im Vergleich deutlich schlechter, mehr Sozialismus ist, als wie es die Polytechnische Oberschule der ‚DDR‘ war. Für mich eine Enttäuschung.

    Ein Ingenieurstudium, ob Ost oder West, war/ist vergleichbar. Das ist richtig. Das habe ich auch gar nicht bestritten. Ich hab‘ auch nix gegen Wessis. 😉 Ich war an der HU und an der TU in Berlin. Das Abitur in der ‚DDR‘ war übrigens Privilegierten vorbehalten.

    Ich halte das 3-gliedrige Schulsystem für besser. Das darf ich. Jedenfalls funktioniert das hier in MV hervorragend. Einschließlich Hochbegabtenförderung.

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    @derblondehans
    Ist mir klar, daß ich jetzt nach dem, was ich geschrieben habe, oder vorher schon oder was ich jetzt schreibe – ach und überhaupt sowieso – von Ihnen wieder als ‚Sozialist‘ tituliert werde, aber die Ost-Kollegen, die ich kurz nach der Wende kennengelernt habe waren durchweg fachlich und rhetorisch besser ausgebildet als meine West-Kollegen. Man hat sie trotzdem abgesägt und das war dameils ein Riesenthema unter Naturwissenschaftlern und Ingenieuren. Sie waren wohl nicht so geschmeidig, wie die Westler. Bei Ihrem Feldzug gegen den Sozialismus übersehen Sie geflissentlich und merkwürdigerweise so die eine oder andere Wahrheit und leisten dem Antisozialismus damit nur Bärendienste, Sie ‚Ost-Maschinenbauer‘ Sie!

    Welche Viskositätsgröße benutzt man eigentlich im so im Schiffsmaschinenbau – die kinematische oder die dynamische?

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    @ Panther

    Ihre Eindrücke decken sich weitgehend mit meinen. Ein Feedbacksystem kann grundsätzlich hilfreich sein, wenn es in einem konstruktiven Klima eingesetzt wird. Im „Leistungs-System-Schule“, das nach dem Prinzip „Survival Of The Fittest“ funktioniert, geht es jedoch nach hinten los. Da erflogt eine Art Spiegelung. Meist können nur Lehrer, die ihre Noten selbst nicht als Strafen sehen, so ein Feedback annehmen. Wer aber Noten als Strafen einsetzt, empfindet fremde Benotungen auch viel mehr als Strafe denn als Hilfe.

    Mein Ansatz war daher, dass die Lehrer Teams bilden, die gemeinsam eine Klasse unterrichten. In Grundschulen hier in NRW gibt es das schon. Das hat auch den Vorteil, dass die Lehrer voneinander lernen, sich ergänzen aber sich auch gegenseitig kontrollieren. Übedies bildet solch ein „Lernsystem“ die Lebenswirklichkeit unserer Gesellschaft viel besser ab, glaube ich. Wie Herr Posener glaube ich, in der Schule vor allem soziales Verhalten studiert und gelernt zu haben. Die Interaktion der Lehrer untereinander, die meist leider nur zwischen Tür und Angel von uns Schülern zu beobachten war, oder den sporadischen verbalen Seitenhieben auf einen Kollegen im Unterricht, fand ich als Schüler immer besonders spannend. Leider kam man solche Spektakel, bei denen sich die „Kollegen“ angifteten oder mit schmachtenden Blicken gegenseitig verzehrten, viel zu selten mit.

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    @ Rainer Werner
    Für Überflieger gibt es nur eine Lösung: Eine, zwei Klassen überspringen. Da ich unter dreien einen habe, muss ich feststellen, dass dem keine Schule gewachsen wäre. Zum Glück ist der von Natur aus diplomatisch, so dass er mit dem Neid umgehen und ihn abstellen konnte.
    Für Überflieger, echte, braucht man Eliteschulen, wo sie Abi in zehn Jahren machen können und unter sich sind. Es gibt keine normalen Schulen für solche Spitzen.
    Für den anderen Rand, der dem Gymnasium und auch der Realschule nicht gewachsen ist, gibt es, meine ich, nur die Lösung, die Hauptschule sehr stark aufzuwerten, wie Bayern das ja getan hat. Durch die ewigen Diskussionen hat sie sonst überall an Anerkennung verloren, und ich sehe nicht, wieso das so sein sollte. Wir brauchen auch Bäcker, Rohrverleger, Müllmänner. Es ist keine Schande, so einen Beruf zu haben, doch die Laier Bildung führt dazu, dass es fast wie eine Schande ist, auf die Hauptschule zu gehen.
    Die dämliche Bildungs-Sermon führt zu Blindheit. Zu viele Gebildete wird man später nicht brauchen, denn die Industrie sucht sich teilweise jetzt schon die Intelligenz aus einer virtuellen Wolke heraus. Da kann es passieren, dass ein begabter Nigerianer eine Stelle bekommt und ein Deutscher, der 16-18 Jahre in Schule und Universität geschleift wurde, leer ausgeht.
    Noten sind für die Einschätzung im Ausland außerordentlich wichtig, aber hinderlich in Kunst und Musik. Wichtiger als eine neuerliche Umstellung im Schulsystem fände ich, den Deutschen mehr Mobilität beizubringen.
    Außerdem kann der Focus auf Bildung Arroganz bei den Gebildeten erzeugen. Zudem sehe ich keinen Vorteil darin, dass alle alles über Goethe wissen. Wir Deutschen sind das Volk, das von jeher bis heute am wenigsten Respekt für seine Bäcker und Metzger hat. In keinem Land gibt es eine solch abfällige Haltung gegenüber notwendigen Berufssparten, für die man Goethe, Kleist und Shakespeare nicht benötigt.
    Wie Sie schreiben, Herr Werner,leiden die weniger Begabten genauso unter der Einheitssauce.
    Gerechtigkeit wäre, dass der mit IQ 95 das Abi nachgeworfen kriegt und am besten Banker wird. Brötchen backt der mit IQ 130. Das hatten wir schon mal: Arbeiter- und Bauernstaat.
    Danke für das Stück. In diesem Fall hat derblondehans das Nötige dazu gesagt.
    P.S. „Sozial“ waren alle Schulen, die ich erlebt habe. Sozialkompetenz wird heute mit vermittelt und ist, außerhalb einiger Berliner und anderer Problemschulen the state of the art. Manchmal wird sie auch überzogen. So müssen nicht Vierzehnjährige in Altersheimen alten Leuten den Hintern abputzen, finde ich.

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    … sehr geehrter Werner, volle Zustimmung. Das den Genossen das nicht passt, sollte nicht verwundern. Sozialismus ist die Mutter aller Doofen.

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    @Rainer Werner
    „Leistung“
    Zunächst mal: Leistung = Arbeit durch Zeit, mehr nicht.
    Wer also „Leistungfähig“ ist, kann nicht mehr und nicht weniger, als schnell arbeiten bzw. begreifen.
    Das bewerten OECD und PISA-Studien.
    Zum Erfolg (Wirkung) gehört aber mehr, als schnell arbeiten und begreifen zu können, denn da geht es – je höher man kommt, desto mehr übrigens – um soziale Kompetenzen.
    Sollte man Kinder also stärken, ihre Ziele zu verwirklichen, oder früh – entsprechend ihrer „Leistungsfähigkeit“ auslesen?
    Was braucht unsere Gesellschaft heutzutage mehr: Schnelle Arbeitsameisen oder starke Persönlichkeiten, die auch mit einer gestückelten Erwerbsbiographie zurecht kommen werden und nicht sofort nach einem Führer schreien?
    Wie sehen Sie das als Pädagoge?

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    AP hat dazu alles Wesentliche gesagt. Noch eine kleine Ergänzung; Sie schreiben:
    „Ich sehe die Ursache vor allem in der Mentalität der Lehrer. Viele sehen es nicht als vordringliche Aufgabe an, hochbegabte Kinder besonders zu fördern, weil sie denken: Die schaffen es ja ohnehin.“
    Wie wahr, nur zu kurz gesprungen: Lehrer sehen es in der Mehrzahl als ihre Aufgabe an, den Stoff frontal durchzuziehen und nicht Schüler zu fördern. Die Begabten, die Mittelmäßigen, die Anderen. Von den ungefähr 40 Lehrern, die unsere beiden Söhne bis zum Abitur begleiteten, waren mehr als 90 Prozent didaktisch schlecht ausgebildet und spulten den Unterricht ab. Als Vorsitzender des Elternbeirats und mit dem Schulsprecher wurde versucht, ein Feedbacksytem für Lehrer einzuführen, um den Eindruck der Schüler zu spiegeln. Also etwas, was heute in der Industrie üblich ist, um Fremdbild und Eigenbild abzubilden und den Unterricht positiv zu verändern.Obwohl alle Beteiligten früh eingebunden wurden und zur Mitgestaltung ermutigt wurden, war die Reaktion erschütternd. Wir wollen und brauchen keine Rückmeldungen und schon garnicht von Schülern, das war der Tenor:Majestätsbeleidigung. Ein offenes lernendes System für beide Seiten? Kein Weg dahin. Wobei die Ablehnung durchaus nicht nur von den Älteren kam. Solange die Schwerpunkte in der Auswahl,Ausbildung und Beurteilung der Lehrer zusammen mit den anderen wohlbekannten Ansätzen nicht geändert werden,sieht es mit jeglicher Förderung düster aus.

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    @ Alan Posener

    Vielen Dank, dass Sie mir die Arbeit abgenommen haben!

    Ich habe persönlich als Lesevater erlebt, wie engagiert und differenziert in unseren Grundschulen oft gearbeitet wird. Teilweise werden dort drei verschieden Stoffe – je nach Entwicklungsstand der Kinder – vorbereitet. Und ich sehe und höre von meinen Kindern im Gymnasium, dass dort weitgehend wilhelminischer Front(al)unterricht praktiziert wird.

    Ich bin daher für eine durchgehende Gesamtschule von der 1. bis zur 10. Klasse. Am besten als zwei- bis dreizügige überschaubare Stadtteilschule mit Klassenverbänden von höchstens 20 Schülern und Lehrerteams, mit einem Schlüssel von ca. 1,5 Lehrern pro Klasse. Aufstockung der Besoldung für die Primarlehrer und pädagogische Stärkung der bisherigen und zukünftigen Sekundarstufenlehrer.

    Dass Ziel muss sein, dass sowohl die Lehrer als auch die Schüler jeden Tag gerne in die Schule gehen und am Abend wissen, wieso sie in die Schule gegangen sind.

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    Lieber Rainer, dazu gibt es einiges zu sagen:
    1. Der Vergleich mit dem Profifußball ist nicht zulässig. Das Ziel von Schule ist nicht, wie beim Profifußball, Entertainment, sondern Bildung.
    2. Es gibt einen Widerspruch: Im internationalen PISA Vergleich schneiden Länder, in denen es keine oder eine sehr späte Differenzierung gibt, besser als Deutschland ab. Im nationalen PISA Vergleich ist es so, wie du sagst: Die Länder mit gegliedertem Schulwesen schneiden besser ab als die mit Gesamt- oder Gemeinschaftsschulen. Woran liegt das? Vielleicht sind die Deutschen genetisch anders als andere völker. Vielleicht sind die deutschen Lehrer aber anders ausgebildet und kommen mit Differenzen schlechter zurecht. Gibt es für die eine oder die andere These Belege? Ich glaube, ja:
    3. Im internationalen Vergleichen (z.B. TIMS) schnitten deutsche Grundschulen immer besser ab (belegten einen vergleichsweise besseren Rang) als etwa deutsche Gymnasien. Dabei differenziert die Grundschule nicht. Die Grundschullehrerinnen können das offensichtlich; Oberschullehrer nicht.
    4. Deutschland ist das einzige Land, in dem es ein Wort für „Ganztagsschule“ gibt. In allen anderen Ländern ist das eine Selbstverständlichkeit. In der Halbtagsschule werden die Schüler aus „besseren“ Familien nachmittags gefördert, die anderen nachmittags depriviert. Da würde ich bei der schlichten Feststellung, dass es halt „begabte“ und „nicht begabte“ Kinder gebe, sehr vorsichtig. In der Halbtagsschule werden akademische Leistungen überbewertet. Schüler, die in Sport, Musik, Theater, im sozialen Bereich usw. etwas leisten können, kommen nicht zum Zug. sie werden im Gegenteil permanenet demotiviert.
    5. Die Reduktion der Schule auf Wissensvermittlung, zumal im Interesse der Wettbewerbsfähigkeit unseres Landes, ist einer der Grundfehler, den Lehrer machen, insbesondere Fachlehrer am Gymnasium. (Und im übrigen: wozu brauche ich Kleist, wenn ich das Bruttosozialprodukt steigern will? Schaffenwir den Deutschunterricht ab!) Das Wissen, das ich von der Schule mitnahm und heute noch brauche, hätte ich in drei oder vier Jahren lernen können. 90 Prozent habe ich vergessen: Lateinvokabeln, Matheformeln, Geschichtsdaten, die Bezeichnungen der verschiednen Nebensatzarten bla bla bla. Schule ist zuallererst ein Ort sozialen Lernens und charakterlicher Entwicklung. Dazu gehört das Lernen, mit Leuten umzugehen, die anders begabt und anders sozialisiert sind als man selber. Wer charakterlich gefestigt ist und weiß, was er will, kann sich später in (fast) jeden Beruf einarbeiten.
    Die deutschen Eltern haben also ein sehr richtiges Gespür, wenn sie eine Schule fordern, die nicht in erster Linie auf Wissensvermittlung orientiert ist. Und je früher wir Lehrer ausbilden, die vor allem Schüler unterrichten, nicht Fächer, desto besser.
    Beste Grüße
    Alan

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