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Wenn nur die Griechen ihre Steuern zahlen würden

Na geht doch: Mehrere Milliarden Euro hat der Chef der griechischen Steuerfahndung in den vergangenen Monaten eingezogen, wie er der „WELT“ erzählt hat. 40 bis 45 Milliarden Euro im Jahr werden an der Steuer vorbeigeschleust, sagt Nikos Lekkas. Wenn es ihm und seinen Kollegen gelänge, auch nur die Hälfte davon einzuziehen, wäre Griechenland nicht mehr pleite, sondern zahlungsfähig.

Als die IWF-Chefin Christine Lagarde vor wenigen Wochen auf eben diesen Zusammenhang hingewiesen hat, wurde sie – ähnlich wie auch Angela Merkel – von den Griechen und den griechischen Medien ausgebuht. Je länger dieses Drama aber anhält, desto absurder wird es. Warum sollte die Europäische Union an einem Staat scheitern, der von seinen Eliten konsequent ausgeplündert wird?

Was Steuerfahnder Lekkas erzählt, ist haarsträubend. Banken, die mit Milliarden vom europäischen Steuerzahler am Leben gehalten werden, weigern sich, mit den griechischen Steuerbehörden zusammen zu arbeiten. Kontenauskünfte, die in Schweden, Norwegen oder Deutschland innerhalb von Stunden erteilt werden, dauern dort Wochen und Monate – genug Zeit also, die Konten leerzuräumen, bevor der Fiskus die hinterzogenen Gelder einziehen kann.

Gar keine Auskunft bekommt der Steuerfahnder, wenn Politiker betroffen sind. Dann mauern die Banken komplett. Auch die Steuerfahndung muss diese Fälle dann an das Parlament abgeben. Das ist nicht hinnehmbar und das Gegenteil von Demokratie und Gewaltenteilung. Wer Gesetze verletzt, kann nicht durch die Immunität des Parlamentariers geschützt bleiben.

Es wird Zeit, dass die Europäische Union endlich ernst macht. Die Griechen müssen damit beginnen, einen funktionierenden Staat aufzubauen. Auch deshalb ist die Wahl am kommenden Sonntag so wichtig: Werden dort wieder Parteien gewählt, die nur mit dem Finger auf Brüssel zeigen, macht es seitens der EU keinen Sinn mehr, auf eine Trendwende in Griechenland zu hoffen.

Und hier geht es zu dem Artikel über den Chef der griechischen Steuerfahndung

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23 Gedanken zu “Wenn nur die Griechen ihre Steuern zahlen würden;”

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    @jan z. volens

    „Ruchir Sharma sprach heute [17 Juni] im Cato Institute (libertarisch-kapitalistisch, aber nicht konservativ) – ueber sein Buch “Breakout Nations”.

    Ich nahm an diesem Seminar im CATO teil. Aber das war am Dienstag, dem 22 Mai, 2012 um 12 Uhr, etwa vier Wochen früher als Sie dabei waren. Empfinden Sie vielleicht halluzinierende Träume?

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    @M.Heckel&KJN: Warum sprechen U.S. Praesidenten mit RUCHIR SHARMA und MARIO KREUTZBERGER ? Ruchir Sharma – wie Fareed Zacharia – beide von Indien haben Kissinger&Wolfowitz in USA als „Weltberater“ abgeloest. Fareed Zacharia, ein Journalist, erklaert den Ami die jetzige globale geopolitische Wirklichkeit – und Ruchir Sharma erklaert ihnen die Weltwirtschaft: Als Inder koennen sie sich „offen“ aussprechen – als neutrale Beobachter ohne geopolitische Interessen fuer oder gegen die USA. Ruchir Sharma sprach heute im Cato Institute (libertarisch-kapitalistisch, aber nicht konservativ) – ueber sein Buch „Breakout Nations“ ueber die Entwicklungsnationen. (Er hat auch persoenlich ueber solche Themen mit Bush, Putin, Mubarak usw. gesprochen). Ruchir leitet eine Forschungs & Investment Firma und meint: Jetzt kommt eine Verminderung des Wachstums in den Entwicklungsnationen (China, Indien, Brasilien) und keine Steigerung der Rohmaterialienpreise, darunter Oel. Das Wort „Schiefer ueberall“ fiel wieder. Indonesien und Turkei werden weiter entwickeln. In Europa sieht er Tcheschien und Polen als positiv. Langfristig steht USA positiv weil Erfindungen vorwiegend in USA entwickelt werden, zur Haelfte von Indern und Chinesen (die wuerden nicht zum Wirken nach Deutschland kommen).— Mario Kreutzberger (Kuenstlername: DON FRANCISCO)ist der in USA bekannteste „Hispanic/Latino“ -aber es ist der Sohn eines juedischen Ehepaares von Deutschland welches nach Chile emigrierte. Dort begann er seine Karierre im Fernsehen 1962 mit einem Unterhaltungsprogramm, welches er 1986 nach USA verpflanzte: USA hat 50 Millionen Hispanic-Latinos (65% mexikanisch) und Kreutzbergers Programm SABADO GIGANTE ist am Sonnabend eins der drei wichtigtsten Fernsehprogramme in USA. Heute in SABADO GIGANTE ,zwischen primitiven Klamauk, weinseeligen Familientragoedien, lateinamerikanischer Musik und sehenswerten, sympathischen Latinas, — erschien auch ein Interview von dieser Woche im Weissen Haus: „Don Francisco“ unterhaelt sich mit Praesident Obama- ueber die Belange der 50 Millionen Hispanic-Latinos (Arbeitsplaetze, Krankenversicherung, Legalisierung der 12 Millionen illegalen Einwanderer). Obama erklaert, warum seine guten Programme fuer die Hispanic-Latinos immer wieder von den Republicans verhindert werden. Die deutschen Medien verpassen den Einfluss in USA von Figuren wie Sharma, Zacharia, Kreutzberger. ( Entspann‘ dich vom Griechengram: Sieh youtube Videos SABADO GIGANTE und CHACAL TROMPETA)

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    … von den Griechen und den griechischen Medien ausgebuht. Je länger dieses Drama aber anhält, desto absurder wird es. …

    … im Jahre 431 v. Chr. brach zwischen Athen und Sparta der peloponnesische Krieg aus.

    Da Deutschland damals noch nicht existierte, ist es den Historikern bis heute ein Rätsel, wer am Ausbruch dieses Konfliktes die Schuld trägt …

    ( … im ‚Netz‘ gefunden)

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    @Jan Z. Volenz
    Ich glaube auch, daß die von Ihnen dargestellten Zusammenhänge auch für den Euro eine große Rolle spielen werden. Danke dafür. Die verengte Sicht unserer Star- BetriebsVolkswirte hat ja bereits Moritz Berger mehrfach angemerkt. Spielt man mit der Inflationsangst ein übles Spiel in EU?

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    „Angst“ in Deutschland vor moeglicher Inflation! Ich habe den Amis schon eins geschrieben: „If monetary easing leads to inflation in ‚Central Europe‘ – ALL HELL WILL BREAK LOSE: You read it here first!“ Nicht dass man etwa „Finanzen“ studiert hat – aber mit den Jahren lernt man doch etwas: Ja, die U.S. Fed wird nach den Wahlen im November – sehr langsam – die Inflation ankurbeln: It’s the American way! In USA werden sie „go with the flow“ – und knurrend die Inflation ertragen als „stimulating liquidity for economic expansion“. In USA hat das „Volk“ („the American people) doch nur wenige „Ersparnisse“ im deutschen Sinn. Also werden die Wohninmobilien wieder etwas ansteigen – aber nicht dramatisch – denn die Grundsteuern an die Gemeinden werden immer teuerer und die Arbeitslosigkeit ist jetzt strukturell verwurzelt. Wahrscheinlich kommt jetzt so viel Oel auf den Markt – dass Oel mittelfristig (bis 2020) kaum astronomisch ansteigen wird. Der Oelsand in Kanada, das neue System des „fractioning“ durch Zerstossen in USA, die grosse Subsalzschichtvorkommen vor der 8,000km Kueste Brasiliens, unheimliche Vorkommen von „dicken“ Oel in Venezuelas Orinoco-Guertel, die Fianzierung von Chinesen fuer neue Entwicklung in Siberien, die Entwicklungen in Zentralasien, Millarden Anlagen der Chinesen in Ecuador. Selbst im Meer vor Havanna wird gebohrt, fuer Kuba, von Gesellschaften von Malasien, Vietnam, Russland, Angola, Venezuela, Indien, waehrend nur wenige Kilometer weiter – im Inneren der „Naturschutzgebiete“ in Suedflorida (zwischen Miami am Atlantik und Naples/Marco-Island am Golf von Mexiko) – die seit 1946 bestehende Oelfoerderung jetzt noch mit mehr Bohrtuermen und Zugangsstrassen vergroessert wird. Die Beste Anlage in den letzten 12 Monaten ware, believe it or not – U.S. Treasury TIPS Fonds(Inflation-protected treasury securities) -Fonds also von Inflation gesicherten Regierungsanleihen welche 1% im Jahr zahlen – plus den Prozentsatz der Inflation. Obwohl kaum Inflation entstanden ist in den letzten 12 Monaten – hat die Hast nach „Sicherheit“ den Wert dieser TIPS in den zwoelf Monaten 12% gesteigert. Nun kommt es darauf an wie schnell der Manager dann bei Anstieg von Inflation die Emissionen entsprechend auswechseln kann, also raus aus den Alten und rein in Neue. Aber am Ende – wie viel brauchts du wirklich (altersgemaess) noch bevor Inflation deine Lebensweise bedroht ? Apres moi e toi le deluge!

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    @Parisien
    Danke für Ihre Bemühungen und Textstellen, die ich gerade gelesen habe.
    Tja die Materie ist schwierig, aber ich denke nicht wg. der Zusammenhänge, sondern wg. der Prognosen (zumal die für die Zukunft;-) ).
    Man weiß nicht, wie entschieden wird und wie die Menschen/Märkte reagieren – aber das was H.W.Sinn rät (Badezimmer renovieren, länger arbeiten) erscheint mir allzu simpel gestrickt. Bisher gingen Inflationen immer mit Mangel an irgendetwas einher. Mit dem Ölpreis steigt und fällt die Inflationsrate und jedes Ausweichmanöver (Gold, Immobilien) wirft neue Blasen, die platzen. -> Antizyklisch verhalten.. aber wie?

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    Von Amis höre ich hier und da von Anfang an, daß die deutschen Banken in ganz grauslichem Zustand sind.

    Warum sehe ich auf Deutsch nix dazu?

    Kriege ich da was nich mit?

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    @ KJN
    Hier ein paar bessere Erklärungen als meine mehr oder weniger immer noch dilettantischen Versuche (schwierige Materie):
    –Etwa 640 Milliarden unseres Privatvermögens, das wir in Form von Lebensversicherungspolicen und Spargeldern haben und das im Euro-Ausland angelegt wurde, bestehen heute nur aus Forderungen gegen die Bundesbank. Und die Bundesbank hat Forderungen gegen ein EZB-System, Forderungen, die sie niemals fällig stellen kann und die zu einem Zinssatz von einem Prozent bedient werden. „Wenn die Sache knallt, haben wir diese 640 Milliarden Forderung gegenüber einem System, das es dann nicht mehr gibt.“

    Daraus folgt für Sinn, „dass wir erpressbar geworden sind. Die Verhandlungsposition im Normalfall hängt davon ab, was im Katastrophenfall passieren könnte.“ Das erklärt, zu welchen Konzessionen man bereit ist. „Wir haben die letzten Jahre für Hunderte von Milliarden Euro netto in die anderen Euroländer exportiert und haben dafür nichts als Target-Forderungen bekommen. Der Süden hat einfach anschreiben lassen.“
    http://www.faz.net/aktuell/feu.....83018.html

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    @ KJN
    Nachtrag: Aufdie rating-Agenturen wird auch geschimpft. Aber letztlich vermitteln die doch nur längst Offensichtliches. Auch ohne rating-Agenturen würden die Investoren dort nicht investieren. Der Schritt unter den sog. Rettungsschirm bringt also rein gar nichts.
    „Die Ratingagentur Moody’s hat die Kreditwürdigkeit Spaniens gleich um drei Noten gesenkt. Die Bonitätsnote werde von „A3“ auf „Baa3″ herabgestuft, teilte Moody’s mit. Damit liegt die Kreditwürdigkeit nur noch eine Note über dem sogenannten Ramschniveau. Zudem droht Moody’s gleich eine weitere Herabstufung an. Eine Entscheidung darüber soll spätestens in drei Monaten erfolgen.“
    http://www.welt.de/politik/aus.....herab.html

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    @ KJN
    „Aber irgendwo sind die harten Euro doch, mit denen Griechenland, Italien, Zypern, Spanien, Portugal in den vergangenen Jahren eingekauft haben?“

    Nach dem, was ich darüber gelesen habe, besteht das Problem auch darin, dass die Einkäufe teilweise noch nicht bezahlt sind und die Gläubiger sich damit zu Gefangenen des Euro gemacht haben. Daraus ergibt sich logischerweise, dass Investoren (Gläubiger) sich verdünnisieren. Daraus resultiert eine zunehmende Illequidität aller Banken (zumal sie sich auch noch dickere Polster zulegen sollen), woraus sich ableitet, dass Sparen sich auch nicht mehr lohnt, da niemand mehr glaubt, dass Sparguthaben sicher sind. Ergo steigen die Immobilienpreise, was derzeit in allen großen Städten der Fall ist. Logischerweise wird wie in anderen Ländern diese Blase auch platzen, wenn genügend Leute entweder ihre Kredite nicht mehr bedienen können oder nicht genügend Mieter mehr für die hohen Mieten zur Verfügung stehen.
    Die Gegenmaßnahme (Bankenunion) plus die Finanztransaktionssteuer dürfte dazu führen, dass das Kapital (Die Investoren) Europa fast ganz verlässt. Europa wird, zu Unrecht schimpfend auf „Zocker“ (Ausnahmen), „Heuschrecken“ oder „Bankster“, verarmen, während es sich selbst an die Wand fährt.
    Jeder, der nüchtern geraten hat, den Euro aufzulösen trotz vermutlich vorübergehender Härten, klang vernünftig. Auch politisch erschien das sicherer. Das Aggressionsniveau ist jetzt schon gefährlich hoch. Ich würde mich nicht wundern, wenn die Tourismusbranche mit einbricht, zumindest der grichische Teil davon, möglicherweise auch der spanische.
    Die Architekten dieser Misere klammern natürlich am Amt fest (Immunität). Bezeichnend ist außerdem, dass Sarkozy sich von der Politik berabschiedet hat, vermutlich, weil dort kein Blumentopf mehr zu gewinnen ist. Soziale Unruhen? Die, die ohnehin nichts zu verlieren haben, sind mit Hartz IV ruhig gestellt. Die nächsten, die Bürger der unteren Mittelschicht, überlegen sich dreimal, ob sie sich Wasserwerfern stellen, wenn sie Wohnung oder Haus, Kinder und Arbeitsplätze haben. Wie in allen solchen Zeiten werden die Suizide zunehmen. Im Internet wird viel geblökt, aber wenn das ernst wäre, würde es gelöscht. Klingt das realistisch oder zu düster?

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    @Parisien: BERICHTIGUNG – sollte heissen: „Nur wenige FRAUEN kamen von Spanien/Portugal/Europa nach Lateinamerika. Deshalb haben die Mehrzahl der 570 Millionen Lateinamerikaner mitochondrial DNA von Indianerinen. In Puerto Rico haben 65% DNA von Indianerinen, aber nur 10% von Spanierinen. Aber es hat sich nicht nur die Genetik der Indianerin vererbt – auch die Psychologie – und deshalb ist die „Latina“ ganz anderes als die Spanierin – und mehr wie die Indianerin. Keine „feuerspeiende“ Espanola, sondern eine ruhige, stabile und sentimentale Mestiza. 1810 lebten 17 Millionen Menschen im spanischen Amerika – aber nur 5,000 waren Frauen von Spanien. 330,000 waren „Weisse“ aber schon mit indianischen Ahnmuettern.

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    @Parisien: Je t’aime toujours! Man ist „international“ und nicht begrenzt, nicht selb-begrenzt. Man hat seine „Sentiments“- ohne die „Latina“ und ihre romantische Musik – waere doch die ganze Hemisphaere hier im Westen eine „Baseballgulag zwischen McDonald und der Mormonenkirche“: Selbst ein Brite bemerkte in BBC – „Ohio is fast-food-joints and churches“ – und damit erledigt sich die USA als „habitat“ auserhalb des Berufslebens. Schon mal darueber gedacht, dass die „Americans „vom Anfang bis 1960 ein Volk waren gesteuert von Alkohol und Religion, und warum seit 1960 von Narcotica und Glauben ? Weil sie sonst verueckt werden vor Langweile und Baseball! Tatsaechlich gibt es mehr grossartige, edele, guetige Menschen in USA als in Europa. Es ist leichter zuleben mit U.S. Americans – als mit Mitteleuropaern! Wer in USA leben kann, anstatt in Deutschland – hat Glueck. Aber Geopolitik ist eine besondere Forderung – und zur Zeit „reitet“ man fuer die „Unabhaengigkeit“ Lateinamerikas von Nordamerika und EUROPA! Zwischen uns beiden: Die Lateinamerikaner haben am Ende die Spanier und Portugiesen hinausgeworfen – und wissen, verstehen, dass sie nur die Nachkommen von Maennern waren welche meist nur fuer einige Jahre wirkten in den Vizekoenigreichen der Spanier und der Portugiesen. In Mexiko nennt man die Spanier veraechtlich: „Gachupines“ – „die mit Reitersporen herumlaufen“. In Brasilien witzelnd „der dumme Portugiese“: Ein Besucher fragt den Portugiesen: „Warum hast du eine leere Weinflasche im Kuehlschrank ?“ Der Portugiese: „Die leere Weinflasche ist fuer Besucher welche nicht trinken wollen!“ Die Mehrzahl der 570 Millionen in Lateinamerika sind nicht vorwiegend Nachkommen von Spaniern, Portugiesen oder anderen Europaern: Nur wenige Maenner kamen von Europa nach Lateinamerika – und die Mehrzahl der 570 Millionen in Lateinamerika haben vorwiegend mehr genetische Verbindung mit den Indianern – auch wenn sie „weiss“ oder „schwarz“ scheinen. UND DAS WISSEN SIE ALLE! 2012 versuchen sie ihre eigenen Weg einzuschlagen – ohne Einmischung von USA oder NATO-EU: Und deshalb
    „reitet“ man mit Lateinamerika – gegen die USA und gegen Europa. Aber natuerlich nicht gegen die Menschen in USA oder Europa – sondern gegen die USA des McCain-Lieberman und NATO-EU des Rassmussen-Cameron! Let’s kiss and make up!(Pst: Weder Venezuela noch Kuba – heute nicht mal fuer Ferien! Aber ihre Kultur von gestern ist heute klassische Musik – sieh ERNESTO LECUONA & GONZALO ROIG – und ANTONIO LAURO – auch bekannt unter EU Filharmonikern! Das ist nicht „Beatles“ sh…!)

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    @Parisien
    Ich verstehe O. M. Hartwich so, daß die Bundesbank bzw. die Zentralbanken der „Nordstaaten“ D, FL, Nl und Lux (DFNL) pleite gehen, wenn die „Schuldenstaaten“ nicht zahlen. Das ist ja bekannt. Genauso, daß der Euro, bzw. seine Rettungsversuche „die seit langem überfällige Berichtigung der innereuropäischen Handels- und Zahlungsbilanzen…verhindert“.
    Behält man also den Euro stark, in dem man ihn weiterhin über die Stabilitätskriterien an das Wunschbild der starken DFNL-Volkswirtschaften koppelt, geht alles pleite, weil die Schulden nicht bezahlt werden – weicht man die Kriterien auf, werden der Öl-Import und Investitionsgüter in Euro nicht mehr bezahlt werden können.
    Aber irgendwo sind die harten Euro doch, mit denen Griechenland, Italien, Zypern, Spanien, Portugal in den vergangenen Jahren eingekauft haben? Ist diese Frage zu stellen jetzt sozialistisch oder anti-hedonistisch?
    Ich glaube schon, daß die Antworten auf diese Frage bei der zukünftigen Währungspolitik berücksichtigt werden müssen, sonst gibt es wirklich Zoff, wie Hartwich befürchtet. Nach der EM.
    Und sollte sich Sparen, und da meine ich Zurücklegen mit, nicht mehr lohnen, geht die Moral gleich mit flöten.

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    @ Jan Z.Volens
    Ihr unübersehbarer Antiamerikanismus hat einen haut-gout. Er ist also nur noch für Hunde verdaulich und beweist mir einmal mehr, dass wir im Westen zusammen halten müssen. Mit England und Amerika. Jaa, Sie hassen die Gringoes und die Besitzer der Falkland-Inseln. Das hat in Lateinamerika Tradition und ist uns hier nix Neues. Ohne United Fruits würde man sich dort immer noch mit Bananen ernähren, statt sie zu exportieren. Wo leben Sie denn? Venezuela? Kuba? Aber es ist schnuppe, wo Sie leben, denn dieser Antiamerikanismus hat dort Tradition, überall. Man ist wohl gekränkt, dass man von Spanien und Portugal kolonialisiert wurde, statt von England zivilisiert.

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    „Eurocalypse“ – einerseits freut sich „Washington“ – denn nun wird sich „Europe“ weniger einig um sich gegen „American Leadership“ unabhaengig zustemmen (Schroeder gegen Irak“Befreiung“ und mit Oilpipepline nach Russland unter der Ostsee, und Merkels Faulenzen gegenueber dem heldenhaften Einsatz der Briten und Franzosen in Lybien…)- anderseits sorgt sich „New Yaaark“ ueber moegliche Verkaufsverminderung fuer U.S. Transnationals (Coca Cola!) und die Auswirkung auf den „Dow“. „12 Signs of the Eurocalypse“ ist heute eine Analyse von Experten in „Foreign Policy“. Meine bescheidene Ansicht: Der Gewinner ist „Great Britain“ – denn alles was ein von „Continentals“(lese: Germany&France) dominiertes Europe laehmen koennte – ist heute (wie gestern und morgen) immer zum Vorteil von „Great Britain“: Wer nicht Kanada und Australien usw. beobachtet – bemerkt nicht – das „Empire“ steht noch immer weltweit… und auch die USA „gets played by London“… Gordon Brown sagte vor drei Tagen im „Murdoch“ Untersuchungsausschuss: „Mr.Murdoch haette einen Krieg Britaniens gegen Frankreich und Deutschland gewollt, und die Angliederung Britaniens zur USA als deren 51ster Staat“.— —Aber nach einer „Eurodaemmerung“ koennte eine stillschweigende Eurasia-Union entstehen- Paris-Berlin-Moskau: Vom Lisabon am Atlantik bis Vladivostok am Pazifik – und damit „direkte“ Verbindung mit dem Asia-Pazifik Wirtschaftsraum – ohne „Makler“ in London, Spekulanten in „New Yaaark“ und ohne „Leadership“ vom U.S. Congress in Washington(McCain&Lieberman)… (Waere das nicht eine interessante neue Idee ?) Gute Leute in Berlin: Griechenland ist doch kaum auf de Landkarte – fangt an GROSS und NEU zudenken – besonders unabhaengig von den „Angos“: Ohne die „Anglos“ aber mit Frankreich und Russland – und mit ihnen zusammen Richtung Asia-Pacific…

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    Ich weiß nicht, Frau Heckel, ob der IWF oder Mme Lagarde eine solch großartige Referenz sind. Ich weiß auch nicht, ob es etwas bringt, wenn man statt auf Bürgerproteste auf griechische Steuerhinterzieher schimpft, oder ob das nicht vielmehr Ablenkungsmanöver für Volkszorn sind. Griechische Steuerhinterzieher werden auch gern Yachtenbesitzer genannt. Man stellt sich vor, dass zumindest die Leute, die deren Yachten, Häuser und Autos gebaut haben, Steuern zahlen. Andererseits muss man vermuten, dass das Yachtengeld, brav gezahlt, zu einer weiteren Überblähung eines hochineffizienten Staatsapparats geführt hätte, nicht aber sicher zu einem ausgeglichenen Haushalt.
    Finden Sie, dass es Deutschland heute schlechter geht (abgesehen von der Wirtschaftskrise) als mit dem höheren Spitzensteuersatz von 54% + Soli?
    Hatten Sie vor 2008 denEindruck, dass es den USA mit ihrem Spitzensteuersatz von ca. 35% schlechter ging als beispielsweise Schweden?
    Ich weiß nicht, ob das Funktionieren heutiger Staaten eine reine Geldfrage ist. Vielleicht ist es auch eine Mentalitätsfrage. Vielleicht sollte jedes Ministerium seinen Haushalt nicht bis zum Anschlag ausreizen. Manchmal liefern Minister(Innen) mehr als nötig. Dort kann man letztlich das Fam-Ministerium einordnen. Manche Dinge wirken wie eine Existenzrechtfertigung.
    Ich finde immer die Mär vom Joseph und dem Pharao eindrucksvoll: An potentielle magere Kühe denken. Jeder Bauer konnte das früher. Und China kann das auch.
    Ich glaube jedenfalls nicht, dass ein Verarmter in Athen eine müde Mark von dem Yachtengeld sehen würde, während die, die sie bauen, das schon tun. Insofern erscheint es mir einseitig, auf griechische Yachtenbesitzer zu schimpfen. Der Staat stellt schließlich wenig her. Er verwaltet Strukturen. Hat er viel Geld, bläht er die Strukturen auf, jeder Staat. Aber Wertschöpfung läuft nur über Produkte ab.
    Aber entschulidigen Sie bitte. Ich mag ja damit Unrecht haben. Man beobachtet das jetzt geraume Zeit und macht sich so seine Gedanken.

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    Die Amerikaner sagen uns seit Jahren, jedenfalls vor Obama, dass unsere Sozialstaaten zu aufgebläht sind. Und wir sagen ihnen seit Jahren, dass sie zu aufgerüstet sind und in zu viele Kriege verwickelt und ihre Privatleute zu verschuldet. Statt dass man sich bei solcher Kritik selbst korrigiert, frisst man sich da jeweils weiter ‚rein. Man kritisiert über Mohammedkarikaturen den Islam und wirft den Muslimen vor, das nicht zu vertragen, kann aber nicht einmal die gegenseitige Kritik ernsthaft auswerten. Der Westen täte ein Gutes daran, sich nicht gegenseitig zu bezichtigen, sondern herauszufinden, wie er sein System so modifiziert, dass es überlebt ohne Krieg. Es war kein Kunstwerk, den Westen hochzuhalten mit seinen Bemühungen, die Schäden, die der erste und zweite Weltkrieg gesetzt haben, zu beseitigen, so lange es dem Westen gutgeht. Wenn es aber dem Westen dauerhaft schlechter gehen sollte, wird das wahre Kunstwerk erst darin liegen, zu beweisen, dass man auch das friedlich lösen kann. Das kann aber nicht so ablaufen, dass man Schwarze Peter versendet. Pech für Greece. Sie sollten uns besser leid tun, damit wären wir bedeutend besser bedient. Liebe deinen Nächsten, auch ohne Religion kriegte man das ständig gesagt. Liebe deinen Nachbarn, den Franzosen, liebe die Minderheiten jeglicher Art. Die Griechen sind auch eine Minderheit, ein kleines Land. Egal was sie machen, man muss versuchen, sie trotzdem zu achten.
    Und umgekehrt. Frau Merkel hat wohl kaum vedient, dass sie in dem Land schon in Naziuniform dargestellt wurde.

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    Und würden die Deutschen ihre Steuern zahlen, statt das Geld im Ausland zu verstecken und auf für sie vorteilhafte Abkommen zw. CDU und CH hoffen…
    Das ist doch nicht anderes, als es die Griechen machen.
    Bestimmte Kreise in D machen es doch vor!
    Statt vor unserer eigenen Tür zu kehren, schimpfen manche lieber auf Griechenland, um von der eigenen Untätigkeit abzulenken!

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    @ „steckt nicht doch ein Fehler im System?“ (KJN)

    Viele.
    Wenn für die Fehler so felsenfest griechische Steuermoral allein verantwortlich gemacht wird, müssen mehrere Fehler verdeckt werden.
    Der Hauptfehler scheint offensichtlich: Schuldenfalle. Die Staaten hoch verschuldet, die Bürger verschuldet, die Banken beieinander verschuldet, die Wirtschaften durch Reinvestition verschuldet, um, legal, weniger Steuern zu zahlen.
    Das war vermutlich okay, so lange Ausgaben, Sparen und Verschuldung in einem Gleichgewicht waren.
    Ablesbar ist dieser Fehler schon seit langem an den USA, das leitet zu einem anderen, wie ich finde, unübersehbaren Fehler: Wenn die Ausgaben für Waffen und Kriegsführung zu hochgeschraubt werden, muss das Geld woanders fehlen. Usw.
    Das System war gut und ist dann entglitten. Einer der ersten, die das bemerkten, war Heiner Geissler, aber niemand wollte das hören.
    Aber der Zustand von Italien (wenig private Verschuldung) deutet an, dass der Hauptwurm bei den staatlichen Haushalten liegt. Also müssen diese sparen. Wie Merkel sagt. Aber Barroso will die Sause weiter, während man sich in Brüssel Gedanken macht, wie man das Mindesthaltbarkeitsdatum ergänzt um ein Höchsthaltbarkeitsdatum, was in der Presse so begründet wird: Es würde zu viel weggeworfen. Würde jemand einige dieser Ministerien in Brüssel, die mit Normen beschäftigt sind, vermissen? Brauchen wir über 600 Parlamentarier im Bundestag? Brauchen wir Leute, die über Liste mit ‚reinrutschen? Der nächste Systemfehler: Man will nicht von seinen Pfründen lassen, eher erstickt man daran. Und eher werden äußere Feinde deklariert, wie zum Beispiel die Griechen.
    Verstehen Sie mal das hier (ich verstehe das inzwischen halbwegs), dann sehen Sie das nächste Problem:
    http://www.achgut.com/dadgdx/i.....ldpolitik/
    Es ist viel die Rede von Hedonismus. Grundsätzlich ist gegen Hedonismus gar nicht so viel vorzubringen. Aber wenn er über Verschuldung oder Wahlgeschenke abläuft, wird er grenzwertig. Demokratie heute: Wie kaufe ich mir am besten meine Wähler? Das kann es doch eigentlich nicht sein. Und dann Betrug des Wählers. Danach Wahlverdrossenheit ohne Konsequenz. Wenn nur noch 60% wählen, dürften an sich auch nur 60% der Politiker antreten. Nicht exakt so, aber so ähnlich.
    Außerdem ist das System faul und die Rechner aber zu schnell. Die schnellen Börsenkurse und der Schlendrian knallen aufeinander. Also gibt es schon Analysten, die sagen, die Börsen müssten langsamer werden und dadurch weniger volatil. Auch hier will keiner von seinen Pfründen lassen.
    Statt dessen soll das System einzementiert werden. Es wird nicht funktionieren, nicht mit den hyperschnellen Börsen und ihrem Ansteckeffekt. Das Vertrauen ist hin.
    Es ist eine Art Krieg entstanden, der sich schnell intensivieren kann. Oder nicht?
    Auf jeden Fall diskutabel. Aber gegen Griechenschelte bin ich resistent. Lass die Zinsen steigen, dann sitzen wir im Glashaus, denn wir sind selbst verschuldet.

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    @Margret Heckel
    Ja klar, das griechische Steuersystem und die griechische Steuermoral sind schon sehr speziell.
    Aber was ist mit Spanien, Portugal – steckt nicht doch ein Fehler im System?

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