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Auf eigene Faust oder: Der menschliche Makel

Dominik Brunner, der Held von Solln – das war einmal. Seit in München der Prozess gegen die beiden jungen Männer läuft, die auf den 50-Jährigen einschlugen, bis sein krankes Herz auf dem S-Bahnsteig versagte, ist aus dem vorbildlichen Helfer ein unverantwortlicher Gefahrensucher geworden.

Ein Kampfsportler ohne Kontrolle über sich selbst. Ein gewalttätiger Angreifer, der im wortwörtlichen Sinne auf eigene Faust handelte und als Erster zuschlug. Kein argloses Opfer mehr, sondern ein Mittäter und damit Mitschuldiger. Wird einem Toten nun gar die Ehre geraubt? Das wäre zu viel des Schlechten. Aber sicherlich wird ein Denkmal vom Sockel geholt.

Das Denkmal Dominik Brunner – genau das ist das Problem an diesem Kriminalfall, der die ganze Republik erregt. Denn es vergingen im September 2009 nur wenige Tage, und schon war es da: das Bild vom makellos Mutigen, der sich schützend vor bedrohte Schüler gestellt hatte und dafür mit seinem Leben bezahlte. Stiftungen, die seinen Namen tragen, wurden gegründet. Der Jurist erhielt posthum das Bundesverdienstkreuz. Schließlich hatte er das gezeigt, was hierzulande immer wieder schmerzlich vermisst wird: Zivilcourage. Brunner hatte nicht wie sonst üblich weg-, sondern hingeschaut und gehandelt. Toll, dachte man. Endlich mal einer, der sich was traut. Und flugs wurde das beherzte Einschreiten des Vorsitzenden einer Dachziegelfabrik für andere, vor allem für Schwächere, ins Überirdische aufgewertet.

Diese Apotheose schlägt jetzt auf ihn und sein Handeln zurück. Weil bei dem Hype um den Aufrechten auf der Strecke blieb, dass Dominik Brunner ein Mensch war. Einer wie du und ich, mit all seinen Stärken und Schwächen.

Doch wohin führt in diesem konkreten Fall der Hinweis auf mögliche Schwächen und Unbedachtheiten? Hat Dominik Brunner zu viel falsch gemacht, als oder gar, weil er einschritt? Es wirkt schon sehr anmaßend, wie jetzt der Stab über ihn gebrochen wird. Im Nachhinein ist die Öffentlichkeit, sind wir alle immer schlauer.

Aber wer von uns war schon mal in einer solchen brenzligen Situation? Wer wagt es im Alltag, sich Gewalttätern entgegenzustellen und ihnen nicht den öffentlichen Raum zu überlassen? Brunner hat es getan. Er war dazu bereit, anderen Menschen in einer Notsituation zu helfen. Dafür gebühren ihm Respekt und Anerkennung. Das ist sein Verdienst.

Ein Held, ein leuchtendes Vorbild? Solch Pathos braucht es nicht, um sein Handeln in den Himmel zu loben. Ein mutiger Mensch, das war Dominik Brunner. Nicht mehr, aber vor allem nicht weniger.

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33 Gedanken zu “Auf eigene Faust oder: Der menschliche Makel;”

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    @KJN: Das haben Sie jetzt wunderbar formuliert „geschlechtsspezifischer Zungenschlag“ und männlische Gedankenstarrheit“, hat mich ungeheuer erheitert.
    Mit dem komplizierten Rechtssystem liegen sie absolut richtig.
    Nur – bitte nicht so kleingläubig!! Kann es denn wirklich sein, daß gestandene Akademiker (auch hier) sich auf den „wir können ja doch nichts ausrichten“ Standpunkt stellen, während ein Handwerker die Pendlerpauschale gekippt hat, was our federal Angela noch immer als eine ihrer größten Niderlagen sieht.
    Auch Sie wissen, daß unsere Regierung, und auch die Parteien selber, ein Heer von gutbezahlten „Meinungsforschern“ beschäftigt, die Stimmung im Land zu erforschen. Die lesen, und sogar ziemlich sicher, unsere Ergüsse hier auch.
    Daher ist es nicht ungut, wenn sich auch hier ein paar „Neinsager“ tummern, frei nach Brecht.
    Also, nicht nachlassen – neue Männer braucht das Land, und veilleicht ein paar vereinzelte alte Damen, wie mich.
    Grüße Sie herzlich.

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    @Rita E. Groda
    „Wäre der Angreifer Kaliber 2m und 150 kg schwer…Was würden Sie, als Mann, denn tun?“
    Ähem…die Abwägung der physikalischen Gegebenheiten gelänge mir sicher sehr rasch mit einem eindeutigem Ergebnis, welches Ihrem vermutlich stark ähneln würde. In Physik war ich schon immer wesentlich besser, als in Jura…

    @Susannah Winter
    Wenn man sich unsere ganzen Äußerungen hier noch mal durchliest, wird klar daß unsere Positionen tatsächlich nicht so weit auseinander liegen, da hat Frau Groda sicherlich recht. Vielleicht gibt es einen gewissen geschlechtsspezifischen Zungenschlag und dieser feine Unterschied ließ es so erscheinen, als wollte ich Ihnen das Wort im Mund herumdrehen – buchen Sie’s besser ab unter „männliche Gedankenstarrheit“ oder so – das trifft sicher eher.

    Mir ging es eigentlich nur darum, mal zu hinterfragen ob und inwieweit unser kompliziertes Rechtssystem nicht eine Passivität auch im Privaten erzwingt, so wie es ja auch in der Wirtschaft beklagt wird.

    nochmal @Rita E. Groda
    Ich Danke Ihnen für Ihre Gedanken, Zitate und nicht zuletzt Ihren Zuspruch. Sie zeigen, es ist ja nun alles nicht neu.. Bis dann auf ein weiteres Mal

    Ihr KJ

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    KJN: Darf ich die an Frau Winter gestellte Frage, ob Zivilcourage auch heute nich möglich und erwüncht ist, nach meiner Weise beantworten?

    Rund 400 Jahre vor Christus führte Platon die Tapferkeit als eine der vier Kardinaltugenden auf, neben der Weisheit, der Besonnenheit und der Gerechtigkeit. In seinem Staats-Modell war Tapferkeit die Tugend der Wächter – sie mussten den Staat gegen Feinde von innen und außen beschützen. Tapferkeit – so heißt es in einem seiner frühen Dialoge – sei „eine Art Beharrlichkeit der Seele“.
    Heute könnte man es folgendermaßen ausdrücken.Nur wer sich von äußeren Einflüssen nicht beirren lässt, kann standhaft bleiben. Nur wer sich der Angst und ihrer Folgen bewusst ist, kann sie überwinden. Nur wer hofft und glaubt, dass sich eine Situation zum Besseren verändern lässt, tritt für seine Überzeugung auch in unbequemen Situationen ein.
    Sokrates, übertrug den Begriff der Tapferkeit, auch auf das Leben außerhalb des militärischen Kampfes. Tapfer könne man ebenso bei Krankheiten, in Armut oder im politischen Leben sein. Aristoteles hat Tapferkeit einige Jahrzehnte später in der Mitte zweier Extreme – der Tollkühnheit und der Feigheit – angesiedelt und dabei auch vom „bürgerlichen Mut“ gesprochen.
    Tapferkeit, oder Zivilcourage – zwischen Tollkühnheit und Feigheit – eine Überlegung, die jeder von uns nachvollziehen kann.
    Ja, möglich ist Tapferkeit, bzw. Zivilcourage sicher auch heute noch, erwünscht wohl weniger. Der Couragierte, der „Wächter“ machte den Oberwächtern ein schlechtes Gewissen, ob ihrer eigenen Nichtcourage und er stellt tatsächlich eine Bedrohung dar – er ist nicht passiv. Somit ist der Zivilcouragierte von den Machthabern nicht erwünscht.
    Die obigen Zeilen über Platon und Sokrates sind übrigens nicht ganz von mir – geklaut von Elke Endrass aus einem Vortrag zum 100 Geburtstag von H.J. von Moltke.
    Es ist aber eine der möglichen Antworten auf Ihre interessante Frage.

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    KJN und Frau Winter:Nachdem hier zwei kluge Leute „miteinander“ streiten, die in ihren Positionen nicht so weit auseinander sind, anstatt sich mit den Doofen anzulegen, die uns alle manipulieren möchten, sei es im Fall Brunner, oder im Falle unserer Kinder – versuche ich es jetzt mal total anders, sozusagen von außen herum.
    Mein Schwiegervater war vor dem 2.WK ein erfolgreicher Unternehmer, gleichzeitig aber auch ein sozialer, er baute nicht nur die Schule und den Kindergarten am Ort, jeder seiner Mitarbeiter durfte sich die Ziegel für ein eigenes Häuschen aus der hauseigenen Ziegelei kostenlos nehmen. Was ihm übrigens das Leben gerettet hat, nach dem 2.WK, er wurde nicht, wie viele Deutsche zu der Zeit, einfach erschlagen oder fortgejagt – dies nur als Anregung an die „Sklavenhalter“ unter den Unternehmenden heute.
    Ob er ein anständiger Mann war, das kann ich nur vermuten. Ein kluger war er jedenfalls. Bei unserer Hochzeit gab er mir einen klugen Ratschlag mit auf den Weg.
    „Wenn Du ein freier Mensch sein willst, dann halte die Spielregeln deiner Gesellschaft ein, das erhält Deine Ruhe, du bist einigermaßen unangreifbar und du kannst tatsächlich tun und lassen was du willst. Du wirst dich zwar ständig ärgern, wenn die anderen sie nicht einhalten, aber du erhältst dir deine Unabhängigkeit. Wenn du mit den Spielregeln nicht mhr klar kommst, mußt du versuchen sie zu ändern, oder das Land verlassen.“

    Mit und auch manchmal ohne die Unterstützung meines besten Überlebensgefährten von allen, habe ich/wir nach diesem Motto ein relativ sehr freies Leben geführt, nach meiner Vorstellung, nicht der der sog. Leute.

    Ganz pragmatisch nochmals zum Fall Brunner. Sollte ich in die Lage kommen (als Frau) jemand zu helfen, der attackiert wird, würde ich mir den, oder die Angreifer genau anscheuen. Wäre der Angreifer Kaliber 2m und 150 kg schwer, würde ich durch lautes Schreien andere darauf aufmerksam machen und sofort die Polizei rufen. Wäre der Angreifer in meiner Gewichtsklasse würde ich evt. versuchen selber einzuschreiten, in der Gewissheit, daß Hilfe von anderen nicht unbedingt zu erwarten ist.

    Lieber KJN, da muß man tatsächlich auch abwägen, zumindest gesetzt den Fall, man ist eine Frau.
    Was würden Sie, als Mann, denn tun?

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    @KJN
    Sie verdrehen mir die Worte im Mund. Ich möchte an dieser Stelle also nur noch auf den letzten Absatz eingehen. Auch wenn ich denke, dass Sie da einfach nicht verstehen wollten. Denn verstehen können traue ich Ihnen schon zu.

    “ “Wenn man Kinder zu Schulzeiten ermuntern würde, zu hinterfragen und selbstständig Denken zu lernen anstatt eben diese Denkweise durch simples Herrunterbeten auswendig gelernten Wissens zu fördern, uns wäre schon ein ganzes Stück geholfen.”

    Die Kinder sollen’s also richten. Auch ‘ne Lösung..

    Nein, die daraus resultierenden Erwachsenen natürlich.

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    @Susannah Winter

    „Ich bin auf Ihre überspitzten Thesen und Formulierungen eingegangen. Sie schrieben vorangegangen ja selber, sie wollten provozieren. Ich bin in diesem Satz auf diese Übertreibungen eingegangen und bin keinesweg davon ausgegangen, dass es sich hier zwangsweise um Ihre persönliche Ansicht handelt.“

    Doch, doch, es ist meine persönliche Ansicht, daß ich unsere Justiz und die Art der Rechtsprechung für inquisitorisch, die Täter schützend und die Opfer über Gebühr belastend halte. Und ich glaube, daß genau das Zivilcourage abwürgt.

    „Dass Sie mit überspitzten Argumenten um sich werfen, diese selber aber nicht vertragen….normal.“

    Wieso vertrage ich was nicht und wo sind meine Argumente überspitzt? Meine Provokation lag allein darin, daß ich Frau Groda absichtlich ein wenig missverstanden hatte, wollte sicher gehen, sie zu verstehen (und ich glaube sie hat mir das verziehen.)

    „Nein, es gibt in den meisten Fällen einen eingebauten Sensor für Richtig und Falsch. Liegt jemand (Dominik Brunner in diesem Fall) am Boden und drumherum treten Jugendliche auf ihn ein wissen wir, da ist was falsch, da sollte geholfen werden.“

    Darum geht es doch gar nicht. Sondern Herrn Brunner wird nachträglich vorgeworfen „zuviel“ eingegriffen zu haben, also daß sein „Sensor“ nicht funktionierte.

    „Wenn man Kinder zu Schulzeiten ermuntern würde, zu hinterfragen und selbstständig Denken zu lernen anstatt eben diese Denkweise durch simples Herrunterbeten auswendig gelernten Wissens zu fördern, uns wäre schon ein ganzes Stück geholfen.“

    Die Kinder sollen’s also richten. Auch ’ne Lösung..

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    Liebe Frau Winter,
    (nicht) nur Sie folgen jetzt mal der Empfehlung von Kant, die Aufklärung betreffend.
    Erst kürzlich zitierte ich hier hier seine Interpretation der Aufklärung:“ Aufklärung ist, sich von der“selbstgewählten Bevormundung“ zu befreien, und er ist hier ganz klar auch auf Staat und Kirche eingegangen.

    In totalitären Staaten haben und hatten wir die Gleichschaltung, die durchaus nicht erfolgreich war.
    Inzwischen will auch unsere Demokratie diese Zwangsgleichschaltung in Schule und Leben. Wenn ich ständig und mantramäßig von Veantwortung schreibe, dann meine ich explizit selbständiges, eigenverantwortliches, aber vor allem freies Denken. Dies ist tatsächlich erlernbar, und man muß es auch trainieren. Geduldige und ausdauernde Diskutiereltern sind hier der beste coach fürs Leben.

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    @KJN
    „Wer hat denn das gesagt oder gemeint? – Ich aber nicht!
    (Zwischen den Zeilen wird oft vieles vermutet – normal..)“
    Ich bin auf Ihre überspitzten Thesen und Formulierungen eingegangen. Sie schrieben vorangegangen ja selber, sie wollten provozieren. Ich bin in diesem Satz auf diese Übertreibungen eingegangen und bin keinesweg davon ausgegangen, dass es sich hier zwangsweise um Ihre persönliche Ansicht handelt. Dass Sie mit überspitzten Argumenten um sich werfen, diese selber aber nicht vertragen….normal.
    So ist das mit der Schriftsprache, die feinen Nuancen bleiben oft außen vor.

    „Ist jeder spontan handeln müssende nicht überfordert?“
    Nein, es gibt in den meisten Fällen einen eingebauten Sensor für Richtig und Falsch. Liegt jemand (Dominik Brunner in diesem Fall) am Boden und drumherum treten Jugendliche auf ihn ein wissen wir, da ist was falsch, da sollte geholfen werden. Es gibt leider nur die Diskrepanz zwischen Wissen und Handeln.

    @Rita E. Groda
    „M.E. benötigt Freiheit ein großes Maß an Selbstdisziplin, ebenso an Toleranz.“
    Genau hier gebe ich Ihnen Recht. Vor dieser Selbstdisziplin und Toleranz muss zudem noch ein gewisses Maß an Reflektion des eigenen Handelns kommen. Und das ist kein Talent, keine zufällige Eigenschaft, sondern erlernbar. Das eigene Handeln hinterfragen, erst dann das der Anderen und schließlich Eigenverantwortlich wit diesem Wissen umgehen.
    Ihr letzter Satz zeigt ja lediglich auf, dass es sich unsere Gesellschaft, wie viele andere vor ihr, für den bequemeren Weg der Regulierung von Außen entschieden hat. Aber um dieser Überregulierung Herr zu werden, die auch KJN hier bemängelt, muss zuerst das Grundproblem der mangelnden Eigenverantwortung des Einzelnen gelöst werden, bevor kleinliche Gesetzgebung abgeschafft werden kann. Und bis dahin ist es ein weiter Weg. Wenn man Kinder zu Schulzeiten ermuntern würde, zu hinterfragen und selbstständig Denken zu lernen anstatt eben diese Denkweise durch simples Herrunterbeten auswendig gelernten Wissens zu fördern, uns wäre schon ein ganzes Stück geholfen.

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    Liebe Frau Winter,
    obwohl Ihre Gedanken zur Freiheit nicht an mich gerichtet waren – laut Rosa Luxemburg ist Freiheit immer die Freiheit der Andersdenkenden.
    Wie auch KJN weiss, gibt es die philosophische Frage, ob man die Freiheit über die Demokratie stellen sollte, bzw. umgekehrt.
    M.E. benötigt Freiheit ein großes Maß an Selbstdisziplin, ebenso an Toleranz.
    Unfreiheit ist unkomplizierter und einfacher. Daher wird sie erfahrungsgemäß bevorzugt.

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    @Susannah Winter
    „..Freiheit für Sie bedeutet, ohne Rücksicht auf die Menschen um Sie herum existieren zu dürfen, Tun und Lassen was Ihnen Spaß macht..“
    Wer hat denn das gesagt oder gemeint? – Ich aber nicht!
    (Zwischen den Zeilen wird oft vieles vermutet – normal..)
    Um zum Ausgangspunkt zurückzukehren: Ist in einer Gesellschaft, wie unserer, in deren Rechtssystem quasi inquisitorisch nach der Motivationen des Handelnden gefragt wird, Zivilcourage überhaupt gewünscht und möglich?
    Ist jeder spontan handeln müssende nicht überfordert?
    Frau Winter, ich weiß, diese Fragen sind gemein – aber interessant..

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    @KJN

    Wenn Freiheit für Sie bedeutet, ohne Rücksicht auf die Menschen um Sie herum existieren zu dürfen, Tun und Lassen was Ihnen Spaß macht, dann sollten Sie sich noch einmal Gedanken machen, was Freiheit bedeutet. Wenn Ihre persönliche Freiheit nämlich die Freiheit der Anderen einschränkt, dann ist es nicht Freiheit sondern gelebter Egoismus. Und wenn Ihre Freiheit zu Freiheitsverlust der Mitmenschen führt, verliert sie auch ihre, durch die Begrifflichkeit Freiheit errungene, moralische Berechtigung. Wie schon vorher erwähnt: Freiheit, das größtmögliche Maß, kann nur funktionieren, wenn sie mit Verantwortung und gegenseitiger Rücksichtnahme einherkommt.

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    @Rita E. Groda
    Natürlich wollte ich etwas provozieren, denn mir war nicht ganz klar, worauf Sie und Frau Winter hinaus wollen.
    Abwägen ist natürlich in Ordnung, aber wie es im Moment aussieht, wird jeder der, was oft erforderlich ist, schnell reagiert und nicht alle juristischen Konsequenzen seines Handelns exakt voraussieht, per Juristerei zum Deppen gemacht. Sogar posthum, wie man sieht.

    @Susannah Winter
    Nein ich will keine Anarchie, nur etwas mehr Risikobereitschaft beim Einzelnen.
    Sie wollen durch Gesetze die Schwachen schützen, ich auch. Aber ich möchte auch Handlungsfreiheit.
    Und stelle ich die – zugegebenerweise unangenehme – Frage: Haben wir vielleicht zuviel Gerechtigkeit und zu wenig Freiheit?
    Führt nicht der Wille zu maximaler Gerechtigkeit zu Ungerechtigkeit (weil das am Leben vorbei geht..).
    Ich weiß, immer die gleichen alten Fragen..

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    @Rita E. Groda:
    Ich gebe Ihnen da uneingeschränkt Recht.

    @KJN
    Gerade das Bedürfnis zu deregulieren und jede Autorität einzuschränken hat zu den Problemen geführt, die die Jugendlichen mit uns und wir mit den Jugendlichen haben. Ich rufe nicht dazu auf, die 50er Jahre wiederzubeleben, aber ein gewisses Maß zu wahren wäre sinnvoll gewesen. Kinder und Jugendliche brauchen Regeln und Erziehung. Gewalt und andere Straftaten sind oft nur der Ruf danach. Grenzlosigkeit zu bieten hat mit Toleranz und Verständnis meist wenig zu tun. Oft ist dies vor allem Gleichgültigkeit. Und was Sie ansonsten fordern ist Anarchie. Eine Gesellschaft ohne Regeln und Gesetze funktioniert nun mal nicht. Sonst gilt wieder das Gesetz des Stärkeren. Freiheit ist nur möglich, wo Eigenverantwortung funktioniert, je weniger Eigenverantwortung jeder Einzelne bereit ist zu übernehmen umso mehr Gesetze wird es brauchen. Unser Justizsystem soll, auch mit all den kleinen Gesetzen, egal wie nichtig diese wirken, vor allem die Schwachen der Gesellschaft schützen. Leider ist dies in manchen Fällen zu bloßer Theorie verkommen.

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    Lieber KJN: Bei der Übertragung ist im ersten Absatz ein Fehler unterlaufen. Soll lauten:
    „Wollten Sie mich hier bewußt provozieren, oder haben Sie mich hier ordentlich missverstanden?“
    Sorry.
    Übrigens, ich heiße Groda, nur der guten Ordnung halber.

    Herzliche Grüße
    Ihre Rita E.

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    @KJN: Wollten Sie mich bewußt provozieren, oder haben Sie mich ojedes Handeln zum exisenzgefährdenden juristischen Risiko.
    rdentlich missverstanden?
    „Da wird jedes Handeln zum existenzgefährdenden juristischen Risiko.“
    Genau davon rede ich doch die ganze Zeit. Von der Lust davon zu laufen, wegzusehen – weil keiner Verantwortung übernehmen möchte, weder Eigenverantwortung, noch Verantwortung für andere. Hurra, wir kapitulieren, das ist die Devise, nicht nur bei Broder.

    Und, seit wann ist Ausgewogenheit fragwürdig? Wer versucht abzuwägen ist mal grundsätzich nicht auf den Bürokraten zu reduzieren. Nicht nur Kinder haben ein Recht auf Fehler und Rehabilitation, ebenso Erwachsene!!!

    Der Knackpunkt bei der ganzen Sache. Bestimmte Aktionen haben bestimmte Konsequenzen. Die man dann eben tragen muß, wenn man sie nicht vorher überdenkt. Und da wir alle nun mal Menschen sind ……….

    Womit wir wieder bei meinem Lieblingsthema wären ……
    Schlimmer, als der Kinderlärm nachts um 2.00 Uhr ist die Befürchtung, daß irgendwann mal eins der Kinder verscheinden könnte – kein Einzelfall in meiner Stadt.
    Aber – Sie haben ja Recht – es sind ja nicht meine Kinder!!!!!

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    Liebe Frau Grota & andere,
    das ist alles recht wohlfeil, was Sie und andere hier sagen und sicher brauchen Kinder gute Erziehung und Grenzen. Das zeigt aber auch die hierzulande übliche Mentalität, wie allen Problemen wie folgt vorzugehen:
    1. Entsetzen / Betroffenheit
    2. Schuldige finden
    3. Bewerten
    4. Fertig
    Letztlich (mit Verlaub) die Haltung des Bürokraten. Da wird natürlich auch Ehrgeiz an den Tag gelegt, alles auch möglichst gerecht zu beurteilen und der Sache analytisch auf den Grund zu gehen (vgl. Beitrag EJ).
    Als könnten menschliche Qualitäten juristisch beurteilt werden.
    Daß ein vitales Leben und Handeln immer Fehler beinhaltet – ja beinhalten muß – und daß Kinder vor allem in der Person liegende (also emotionale) Handlungen wahrnehmen und als Grenzen akzeptieren („ernst nehmen“) ist in unserer blutleer gewordenen Gesellschaft, die versucht, alles, aber auch alles richtig zu machen und zu regeln, längst vergessen.
    Und die Pharisäer theoretisieren weiter.
    Da muß man aufpassen, keinen zu beleidigen, sonst wird man verklagt, wenn einem die Hand beim Nachwuchs ausrutscht, muß man aufpassen, nicht angezeigt zu werden, da will die SPD Kindern zwangsweise Fahrradhelme verpassen – da wird alles als „prekär“, „verantwortungslos“, „affektgesteuert“ aussortiert, was nicht einer nachträglich sozialpädagogisch und psychologisch durchgeführten Inquisition zur „Sozialverträglichkeit“ standhält.
    In Gesellschaft, wo man erst mal ein Diplom erwerben muß, um Kinder zu erziehen, hat man keine Lust mehr, welche zu setzen.
    Da wird überhaupt jedes Handeln zum exisenzgefährdenden juristischen Risiko.
    Nochmal: Kinder /Jugendliche brauchen nicht nur, sondern suchen geradezu Grenzen: Wenn sie wissen, daß man kräftig eins auf die Schnauze bekommen kann, wenn man andere quält, dann ist das erfolgreiche Sozialisation. Das hatte Herr Brunner – ein selbstständig denkender und handelnder Bürger – beherzigt.
    Da gibt es mittlerweile gestandene Männer, die die Straßenseite wechseln, wenn sie eine Gruppe Halbwüchsiger sehen (das nennt man dann wohl verantwortungsvolles, selbstschützendes und -verantwortliches Handeln im Sinne der Risikogesellschaft). „Hurra – wir kapitulieren“ – wirklich an allen Fronten..
    Und die Kinder? Ja denen soll man mal zugestehen, Fehler zu machen – sie haben ein Recht auf trial & error. Auch nachts auf der Straße. Wenn sie nachts gestört werden, Frau Groda: Werfen Sie doch einen Blumentopf. Sie können ja daneben zielen (oder auf die Eltern..)

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    @Frau Winter: Kleiner Nachtrag noch, zum Thema.
    Sie beschweren sich, zu Recht, darüber, daß für jugendiche (Straf)täter jede nur mögliche Entschuldigung gefunden wird.
    Haben Sie auch schon einmal darüber nachgedacht, daß wir den Kinder eine Welt zurecht gemacht haben, in der sie absolute Narrenfreiheit genießen. Für Kinder gelten keine Gesetze, Verbote usw. Sie wachsen sozusagen in einem rechtsfreien Raum auf, ohne Grenzen.Das hat der Gesetzgeber so bestimmt. In meiner Wohngegen z.B., einer gehobenen Wohngegend, toben 3-10-jährige Kinder in den Sommerferien bis 1.00 Uhr, in der Nacht, auf der Straße herum ,unbeaufsichtigt. Bei Erwachsenen wäre das ab 22.00 Uhr Ruhestörung, bei Kindern nicht. Meiner Recherche nach liegt es im Ermessen der Eltern, ob sie ihre Kinder die ganze Nacht auf der Strasse lassen.
    Wenn Kinder keine Grenzen, z.B. von den Eltern erleben, dann lernen sie diese hofentlich bei einem evtl. Gefängnisaufenthalt.

    Mir tun nur die armen Opfer dieser Kinder leid.

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    Liebe Frau Winter,
    ich gebe Ihnen ausdrücklich und ganz eindeutig Recht!
    Daß die Justiz in eine Schieflage geraten ist, auch genau dies ist ein Problem des Wegeshens und des Verharmlosenes.
    Womit wir wieder beim meinem absoluten Lieblingsthema sind, wie Sie sicherlich bemerken. Verantwortung zu übernehmen, für sich und andere und nicht die Kultur der Kapitulation weiter zu kultivieren.
    Beim Thema Kindesmissbrauch konnte jetzt auch der Dümmste erkennen, daß wir ein Gesellschaft- und Justizproblem haben. Nur durch den Druck der Öffentlichkeit ist da jetzt überhaupt etwas passiert, sowohl bei der Justiz als auch, z.B. beim Vatikan.

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    @Rita E. Groda
    Ich gehöre eindeutig nicht zu denen, die in solchen Fällen wegsehen. Ganz im Gegenteil durfte ich schon einige Male mit Wegschauern Bekanntschaft machen und kann mir kaum Schäbigeres vorstellen.
    Und natürlich gebe ich Ihnen und EJ Recht, dass es sich um „zwei paar Schuhe“ handelt. Und dennoch: Sie werden kaum abstreiten können, dass unsere Justiz in Schieflage geraten ist wenn es um Täter / Opfer Gleichbehandlung geht. Und wie viel Verständinis darf man für Menschen haben, die in diesem Fall, selbst wenn sie zuerst geschlagen worden sein sollten, nicht von ihrem Opfer abgelassen haben, selbst als dieses schon am Boden lag? Unbestritten ist doch, dass sie die Jugendlichen zuerst drangsaliert hatten. Immer mehr Entschuldigungen werden gefunden für das Handeln von Tätern und immer weniger Verständnis und Hilfe wird Opfern geboten. Fragen Sie doch einfach mal beim weißen Ring nach. Für die Täter gilt: Je härter die Kindheit, je schlimmer das Drogenproblem, je höher der Alkoholspiegel, desto geringer das Strafmaß. Obwohl gerade Drogen- und Alkoholkonsum eine Sache der freien eigenen Entscheidung darstellen und kein „Schicksal“ sind. Darauf folgen Resozialisierungsprogramme und Therapie. Ein Opfer hingegen muss sich um rare Therapieplätze eigenständig bemühen, wird von Gesellschaft und Staat weitestgehend im Stich gelassen und muss sich dann damit abfinden, dass die Täter Verständnis erfahren. Der einzige Grund für das Abgeben der Selbstjustiz in die Hände eines Justizsystems war einmal das beiderseitige Einverständnis und eine Rechtsprechung „Im Namen des Volkes“. Leider ist aus „Im Namen des Volkes“ vor allem im Namen der Psychatrie und gewieften Rechtsanwälte geworden. Sie haben Recht, Selbstjustiz von Seiten Herrn Brunners würde sicherlich seinen „Heldenstatus“ mindern. Aber was ist es anderes, als Antwort darauf Totschlag zu bieten? Leider ist angemessene Bestrafung keine Rechtsstaatliche Selbsverständlichkeit mehr. Und angesichts der Tatsache, dass gerade jugendliche Straftäter auch nach Gewaltdelikten höchstens verwarnt werden, wird niemandem Mut machen in solch einem Fall noch einmal einzuschreiten.

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    E.J. schrieb: Es scheint sich herauszutellen, dass Brunner die Gruppe der bedrohten/ belästigten Kinder beschützt hat, die Gruppe der Bedroher/ Belästiger nachträglich aber auch “bestafen” wollte, durch Prügel.

    Hier stellen sie mal wieder in katastrophaler Rechtschreibung (herauszutellen/bestafen) durch das Verbreiten unqualifizierter Mutmassungen, die nicht durch sorgfältige Diskussion von Fakten gewonnen wurden, ihren maßlosen Zynismus und ihre Diffamierungssucht zur Schau.

    So ein Minimum an menschlichem Respekt kann man dem getöteten Herrn Brunner schon entgegenbringen und das Ergebnis der Beweisaufnahme eines ordentlichen Gerichtes abwarten.

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    Wieviele Gewalttaten, ob mit oder ohne Todesfolge, hat es in den letzten zwei Jahren im öffentlichen Raum gegeben ?

    Kann es Zufall sein, daß ausgerechnet der eine Fall ohne jede Beteiligung von Personen mit Migrationshintergrund viel stärker in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt wird als die vielen anderen Fälle ?

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    @M.

    Nein, wie mancher Kommentar hier aufzeigt, gibt es viele Mitmenschen die eine solche Entwicklung fürchten und keinerlei Verständnis dafür aufbringen.
    Schau ma mal, wie es tatsächlich läuft!

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    Lieber EJ: Zu Ihren Ausführungen:
    „Sollte das zutreffen, wären das, auch juristisch, zwei völlig verschiedene Paar Schuhe. Gerade dann, wenn wir das “Recht der Straße” nicht wollen, sollten wir den Unterschied zwischen dem einen und dem anderen nicht verwischen.“
    Tatsächlich kann ich mir nicht vorstellen, daß nur wir beide hier ein gesundes „Rechtsstaatsempfinden“ haben.
    Sollte, im Fallle Brunner, tatsächlich die Auge um Auge, Zahn um Zahn Strategie beabsichtigt gewesen sein, so wird die Courage, die er bewiesen hat, dadurch leider abgewertet.Und juristisch sind das tatsächlich zwei paar Stiefel.
    Ich kenne derart brenzliche Situationen und auch die Versuchung sich, total Mensch, bei Kriminellen zu vergessen. Die, die hier und anderswo so laut nach law and order rufen, dürften – das ist aber reine Spekulation – könnten zu denen gehören, die im Notfall lieber wegschauen, und das schlechte Gewissen boomt jetzt, beim Todesfall Brunner.

    Ich habe es nicht so mit dem Schreien nach der Moral, mir sind die Selbstverständlichkeiten lieber.
    Es ist keine Frage, daß die Täter angemessen bestraft werden, das ist eine rechtsstaatliche Selbstverständlichkeit.
    Wenn die Presse nicht jeden Fall von Zivilcourage so aufblasen würde, und jedem beherzten Menschen gleich einen Heiligenschein verpassen, um ihn dann, nach neuer Überlegung wieder abzuerkennen, würden sich evtl. mehr trauen nicht wegzusehen.

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    @EJ
    „Sollte das zutreffen, wären das, auch juristisch, zwei völlig verschiedene Paar Schuhe. Gerade dann, wenn wir das “Recht der Straße” nicht wollen, sollten wir den Unterschied zwischen dem einen und dem anderen nicht verwischen.“

    Na, dann hoffe ich mal für Sie, daß Sie in jeder Lebenslage in der Lage sind, vor Ihrem Handeln (oder Nichthandeln?) diese juristischen Erwägungen und Feinabstufungen im Sinne der Vermeidung eines „Rechtes der Straße“ zu tätigen.
    Ich würde ansonsten hier fast etwas vermissen..

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    M. in welche Richtung sich die Berichterstattung früher oder später entwickeln würde, nun ist es also wieder soweit: Der Opfer ist zumindest Mit-Täter

    Sie übersehen, dass Sie Ihre – scheinbar eindeutigen – Kenntnisse aus eben der Berichterstattung haben, die Sie kritisieren.

    Aus meiner Sicht ist gerade das eindeutige Bild von Tätern und Opfer, das die Berichterstattung nach dem Ereignis gezeichnet und bis zum Prozess aufrecht erhalten hat, ein (weiterer) Grund dafür, an der Qualität unserer Medien zu zweifeln. Die Medien haben, was das Opfer (und den zugehörigen Tatablauf) betrifft, ein Wunschbild bedient, einen Heldenmythos entworfen, aber keine seriöse Berichterstattung betrieben.

    Was jetzt im Prozess an Differenzierung zu Tage kommt, hätte die Medien mindestens im Ansatz zu Tage fördern können und müssen. Sie waren zu faul/ zu unfähig (auch was ihre Ausstattung betrifft), eine professionelle Recherche zu betreiben. Stattdessen haben sie das geschrieben, was „man“ gerne hören wollte und mit dem die Spalten und Sendeminuten bequem zu füllen waren.

    Mich graust es vor den Scheinwelten, die da für uns entworfen werden. Mangels Alternative sind sie unsere politische und gesellschaftliche Realität, in der wir zu agieren und zu reagieren.

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    Bevor Missverständnisse aufkommen: Über den Einzelfall kann und möchte ich mir daher auch kein Urteil erlauben. Allerdings frage ich mich, ob ich der einzige bin, der die hier beschriebene Entwicklung der Berichterstattung geahnt hat?

  27. avatar

    Schon bei den ersten Zeitungsmeldungen über den Vorfall war mir klar, in welche Richtung sich die Berichterstattung früher oder später entwickeln würde, nun ist es also wieder soweit: Der Opfer ist zumindest Mit-Täter; und der Umstand, dass – gemäß der bisherigen Berichterstattung – offenbar eine Straftat der Jugendlichen vorausging – wird zunehmend als Fußnote unter den Teppich gekehrt. Im nächsten Schritt werden wahrscheinlich die armen, armen Jugendlichen bedauert, weil sie den Tod eines Menschen mit ansehen mussten und dieses Ereignis sie nun für den Rest ihres Lebens prägt. Im Unkehrschluss wundern wir uns allerdings, dass es mit Werten wie Zivilcourage und Hilfsbereitschaft nicht mehr allzu weit her. Es lebe die Scheinheiligkeit!!!

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    Es scheint sich herauszutellen, dass Brunner die Gruppe der bedrohten/ belästigten Kinder beschützt hat, die Gruppe der Bedroher/ Belästiger nachträglich aber auch „bestafen“ wollte, durch Prügel.

    Sollte das zutreffen, wären das, auch juristisch, zwei völlig verschiedene Paar Schuhe. Gerade dann, wenn wir das „Recht der Straße“ nicht wollen, sollten wir den Unterschied zwischen dem einen und dem anderen nicht verwischen.

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    Der erfahrene Weltwanderer – verlaesst niemals seine Wohnung oder sein Hotelzimmer – ohne seine WAFFE: „Never leave home without it!“ Ich habe die Meine immer bei Hand – und habe sie nur zweimal in 15 Jahren gebraucht: 1997 wohnte ich im Paradies (sehe „Playa Luquillo Puerto Rico“). Ich wanderte auf dem Gehsteig, auf der linken Seite der Strasse. Ein Auto kam von hinten – kreuzte zur rechten Seite und aus dem Hinterfenster riss eine Hand nach meiner Guerteltasche (fanny bag). Das Auto fuhr weiter, die Hand hatte are nur den Guertel, und ich hatte die Tasche festgehalten. Jetzt fuhr das Auto rueckwaerts zu mir! Und da hatte ich schon meine WAFFE in der Hand: Die Trillerpfeife welche jeder erfahrende Weltwanderer immer bei Hand halten sollte. Ich ich pfeifte sofort meinen Polizei-Alarmpfiff! Das Auto schnellte dann sofort wieder nach vorwaerts und verschwand in hoechster Eile. 13 Jahre, spaeter, 2010, vor zwei Monaten in USA. Feiertag, im Touristenbezirk viele Menschen. Ploetzlich rennen einige junge Menschen hinter jemand, fassen ihn, werfen in auf das Pflaster, eine junge Frau wirft sich ueber den Kerl, windet ihren Arm um seinen Hals und drueckt ihm die Kehle zu. Dann kamm gleich mein „Polizei-Alarmpfiff! Die Leute blickten in meiner Richtung und bruellten: „Police!“ Ich trillerte immer weiter damit ein Wachpolizist, welcher an der anderen Ecke vor einem Nationalmuseum stand, diese Situation bemerkte. Er kam in meiner Richtung, blickte mich erstaunt an, bemerkte dann den Knaeul von Menschen welche den Kerl of dem Pfalster drueckten. Er schritt dann wuerdesam dorthin, nahme seine Handschellen vom Guertel und schnallte sie um die Haende des Kerls: Er hatte versucht die Tasche der jungen Fraun wegzureisen – aber er hatte die falsche Frau gewaehlt, anscheinlich konnte sie „martial arts“ und deshalb landete er gewuergt von ihr auf dem Pflaster. Never leave home without: Deine WAFFE – die Trillerpfeife!

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    @Susannah Winter

    Ich stimme Ihrem Kommentar vollkommen zu und es bleibt zu hoffen, daß jetzt nicht posthum noch eine Täter-Opfer-Umkehr einsetzt, sondern die Täter für ihre brutale Vorgangsweise, die nuneinmal den Tod eines Menschen nach sich zog, rechtmäßig bestraft werden.
    Wenn diese beiden Burschen jetzt auch noch mit einem zu milden Urteil davonkommen, dann darf man sich nicht wundern, wenn in Zukunft bei solchen Anlässen wieder alle wegschauen, um nicht ihre Zivilcourage auch noch fast ungestraft mit dem Leben zu bezahlen.

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    Vielen Dank. Ich sehe das ähnlich. Und trotz aller Versuche der Verteidigung, die Angeklagten in besserem Licht dastehen zu lassen, und egal welchen Makel Herr Brunner gehabt haben mag, so bleibt doch eine Tatsache bestehen: Dominik Brunner ist tot. Gestorben an den Folgen der Gewalteinwirkung durch die Angeklagten. Was für ein Hohn, ein schwaches Herz verantwortlich machen zu wollen. Und Hohn ist ebenfalls, dass in unserem Strafrecht erst jemand schwer zu Schaden kommen muss, bevor er sich zur Wehr setzen darf. (Siehe z.b. Stalkingopfer u.ä.) Ohne vorangegangene Drangsalierung durch die Täter wäre es zu all dem nicht gekommen. Held oder nicht, Dominik Brunner ist durch die Angeklagten zu Tode gekommen und es bleibt, wie so oft in unserem Rechtssystem, zu befürchten, dass die Täter nach erstklassiger Verteidigung mit lächerlich geringen Strafen davonkommen. Für diese Art von Recht lohnen sich weder Leben noch Sterben.

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    Eine Anmerkung: Wie aggressiv/friedlich Dominik Brunner vorgegangen ist, ist noch nicht gerichtlich erwiesen. Es gibt nur unterschiedliche Zeugenaussagen zu seinem Verhalten.

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