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Versöhnung mit den Tätern?

Es gibt Zeitungsartikel, bei denen man schon nach  der Lektüre weniger  Zeilen das Gefühl hat, dass an der Argumentation des  Autors etwas  nicht stimmt. So ging es mir mit einem Artikel des SPIEGEL-Redakteurs Jochen-Martin Gutsch, der sich mit dem – wie er fand – unbarmherzigen Umgang  der Öffentlichkeit mit dem ehemaligen Stasi-Offizier Andrej Holm auseinandersetzt.   Die moralische Schieflage der Argumentation  erkannte  ich, als  ich ein kleines sprachliches Experiment durchführte. Ich datierte den Artikel in das Jahr 1966 zurück (ich machte damals gerade das Abitur) und ersetzte die Begriffe DDR durch „Drittes Reich“, SED durch NSDAP und Stasi durch Gestapo. Der Text, der dadurch entsteht, ist schaurig. Hier  eine Kostprobe:

„Das Erstaunliche aber ist, dass die alten Frontverläufe noch immer da sind.“

„Es gab in den vergangen fünf Wochen von allem zu wenig: zu wenig historische Kenntnis, zu wenig Bereitschaft zuzuhören, zu wenig Versöhnung.“

„Noch ist schwer zu sagen, wer den Staffelstab im Aufarbeitungsbusiness übernehmen könnte.“

„Und man kann nur beten, dass jetzt niemand ernsthaft die Frage stellt, ob man über die Gestapo lachen darf. Also, historisch und aufarbeitungspolitisch gesehen.“

Als Abiturient wurde ich zum SPIEGEL-Leser, weil Rudolf Augstein nicht müde wurde, die Adenauer- und Erhard-Regierung anzuklagen, weil sie auf „Fachkräfte“ aus den Reihen der  NSDAP nicht verzichten wollten. Der Fall Globke stand weltweit  für  die  Kontinuität der Verwaltungseliten vom „Dritten Reich“ zur frühen Bundesrepublik Deutschland.  Die Argumentation der CDU-Regierung war damals  dieselbe, wie sie im SPIEGEL-Artikel entfaltet wird: Irgendwann muss mal Schluss sein mit der Stigmatisierung der Tätergeneration.  Augsteins Haltung  in dieser Frage  war eindeutig: Natürlich hat  auch ein NSDAP-Mitglied das Recht, sich zum Demokraten zu wandeln. Natürlich befürwortet die Gesellschaft, dass diese Menschen sich in der Demokratie bewähren. Sie sollen eine Firma gründen, Arzt, Jurist  oder Architekt werden. Aber im Staatsdienst haben sie als ehemalige  Täter so lange nichts verloren, wie die  Opfer noch leben. Augsteins Credo: Ehemalige Täter sollen nicht erneut die Geschicke des Landes, dem sie so sehr geschadet  haben, lenken dürfen.

Leider verhallte Augsteins Forderung ungehört. NSDAP-Mitglieder, die sich nur  notdürftig demokratisch umdekoriert hatten, hatten  als „Fachleute“ in Spruchkammern über Juden zu urteilen, die um Wiedergutmachung und die Rückübertragung ihres „arisierten“ Vermögens stritten. Juden, die vor dem Holocaust ins Ausland flohen, mussten  die sog. „Reichsfluchtsteuer“ bezahlen. Sie durften nur 10 Reichsmark und wenige persönliche Gegenstände  mitnehmen. Im Wiedergutmachungsverfahren nach dem Krieg mussten sie  als Bittsteller auftreten und   anhand von „Inventarlisten“ nachweisen, dass ihnen die Vermögenswerte, um die sie stritten,  überhaupt gehört hatten.  Man muss sich das vergegenwärtigen: Die Täter von einst  dürfen über die Entschädigung der Opfer entscheiden. (Wer einen Einblick in diese entwürdigenden Prozesse erhalten möchte, sollte den Roman „Landgericht“ von Ursula Krechel lesen.)

Als gelernter Historiker kenne ich natürlich die Unterschiede zwischen dem „Dritten Reich“ und der DDR. Letztere hat keinen  Angriffskrieg geführt  und auch keinen Völkermord begangen. Aber dieser Staat war  eine  brutale Diktatur, die Hunderttausenden schweres Leid zugefügt hat. Die DDR-Führung sperrte ihr Volk jahrzehntelang ein und ließ an der Grenze auf Flüchtlinge schießen. Allein das ist  ein verabscheuungswürdiges Verbrechen. Viele Menschen wissen nicht, dass die DDR im Verein mit den russischen Besatzern die Konzentrationslager in Buchenwald und Sachsenhausen weiterführte und in ihnen Zehntausende Regimegegner einsperrte. Viele von ihnen starben in  der Haft an Hunger und Krankheiten, etliche wurden von dort aus auch in die Zwangsarbeit nach Sibirien verschleppt. Die DDR unterhielt mit der Regierung  von Kanzler Willy Brandt  ein ganz spezielles Business: Menschenhandel. Sie ließ sich die Ausreise  von Dissidenten und auch Kriminellen teuer in Westmark bezahlen. Vom Politbüro der SED soll es sogar Mengenvorgaben für  Verhaftungen gegeben haben, um den Devisenstrom aus dem Westen  nicht versiegen zu lassen.

Die  unbarmherzige Härte der  Strafjustiz der DDR kann man  an folgendem Beispiel erkennen. Einer meiner Schüler bekam für ein kleines Geschichtsprojekt den ersten Preis des Bundespräsidenten. Er hatte den Fall einer 17-jährigen Schülerin aus Weimar recherchiert, die an eine  Hauswand die Parole geschrieben hatte: „Macht aus dem Staat Gurkensalat“. Sie wurde denunziert und   wegen „staatsfeindlicher Hetze“ zu  einem halben Jahr Zuchthaus  verurteilt, die sie  im Frauengefängnis Hoheneck verbüßte. Zusammen mit der Untersuchungshaft, die nicht angerechnet wurde, kam sie auf über ein Jahr Haft. In der Demokratie gibt es dafür einen Bußgeldbescheid wegen Sachbeschädigung. Die Haftbedingungen in der Anstalt  Hoheneck  sind gut dokumentiert. Die Berichte sind   Dokumente  des Schreckens. Ich stelle mir vor, wie das Opfer von einst reagieren würde, wenn es  in der Zeitung lesen müsste, dass die LINKE den Richter des damaligen Prozesses als  Staatssekretär oder gar als Verfassungsrichter nominiert hat.  Wie schreibt der SPIEGEL-Redakteur so schön einfühlsam:  Es gibt „…zu wenig Bereitschaft zuzuhören, zu wenig Versöhnung.“ Das schreibt sich leicht, wenn man zu denen gehört, denen die „Gnade der späten Geburt“ (oder die Gnade  der Geburt im anderen Land) zuteilwurde. Kein Mensch kann etwas dagegen haben, wenn ein Opfer der DDR-Willkür  seinem Peiniger von einst vergibt. Aber: Versöhnung ist eine persönliche Geste. Sie geht nur  von Mensch zu Mensch. Ein Staatswesen hat andere Aspekte zu berücksichtigen – vor allem die  moralische  Glaubwürdigkeit seiner Institutionen und der Menschen, die sie tragen.

Jochen-Martin Gutsch schreibt sehr abfällig über den Leiter der Gedenkstätte für die Opfer der Stasi in Hohenschönhausen, Hubertus Knabe. Für mich  ist er  einer der wenigen, die in unserer so tätervernarrten Gesellschaft konsequent die Interessen der Opfer vertreten. Ich habe jahrelang als Lehrer Schulklassen durch die Gedenkstätte in Hohenschönhausen geführt. Dabei bestand ich immer darauf, dass uns als Führer ein ehemaliger Insasse des Gefängnisses beigesellt wurde. Da traten uns  fürwahr  keine Siegertypen gegenüber.  Fast immer waren es  gebrochene Menschen, auch viele Jahre nach ihrer Haft  noch traumatisiert und gedemütigt.  Die Täter von ehemals und ihre Apologeten  spreizen sich heute in der Öffentlichkeit, im Parlament, in Talkshows. Von  Reue und Demut  ist kaum etwas zu spüren.

Ich halte den  Grundsatz des SPIEGEL-Gründers Rudolf Augstein auch im Falle der DDR für beherzigenswert:  Solange noch Opfer der DDR-Willkür leben, haben die ehemaligen Täter im Staatsdienst nichts verloren.

 

 

56 thoughts on “Versöhnung mit den Tätern?

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    Ich denke das kann man noch etwas schärfer fassen: Wer Täter war, darf nicht das staatliche Gewaltmonopol ausüben.
    Zur Erläuterung: M.E. wird zu viel über Positionen im öffentlichen Dienst gesprochen, die mit ‚Fachkräften‘ zu besetzen seien. Es gibt aber dort eine Menge Stellen im öffentlichen Dienst, in denen ein solche Macht über andere überhaupt nicht, oder nur sehr wenig gegeben ist, sagen wir, als Mitarbeiter eines Liegenschaftsamtes. Aber Polizist, Staatsanwalt, Richter, Landrat?
    Ich möchte nicht in einem Land leben, in dem alte Kader wieder Macht ausüben. Darum gehts – wir sind dem staatlichen Gewaltmonopol weitgehend ausgeliefert und da müssten eigentlich besondere Anforderungen gelten. Warum diese besonderen (charakterlichen) Anforderungen gerade von Altkadern mitgebracht wurden, erschließt sich mir nicht. Oder ging es mal wieder ausschließlich um ‚Sekundärtugenden‘?

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    Ich würde der Hauptaussage des Artikels zustimmen: Holm kann nicht Staatssektretär sein, weil das vor den Opfern der DDR-Diktatur nicht zu rechtfertigen ist – doch denke ich auch, dass momentan mit dem ‚Hängt-ihn-höher‘ reichlich übertrieben wird. Dass Holm etwa von der Humboldt-Uni vor die Tür gesetzt wird für eine Episode aus seiner Vergangenheit, von der man seit einem knappen Jahrzehnt Kenntnis haben kann, halte ich für ziemlich heuchlerisch. Auch wenn er die Stasi-Tätigkeit auf seinem Lebenslauf verschwiegen (was ja am Ende als Grund für die Kündigung ausgegeben wurde) und einen seltsamen Eiertanz um Erinnerungslücken veranstaltet hat, ist hier m.E. die Verhältnismäßigkeit einfach nicht mehr gegeben – denn was steht am Anfang dieses ganzen Geweses? Er hat sich als 18-jähriger Bursche mit Begeisterung für die falsche Sache einspannen lassen und dann ein paar Monate Ausbildung im MfS genossen, womit der Spuk dann auch schon wieder vorbei war. Diese Täterschaft disqualifiziert einen für den Staatsdient, rechtfertigt aber nicht die Demolierung einer herausragenden wissenschaftlichen Biographie.

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      „Er hat sich als 18-jähriger Bursche mit Begeisterung für die falsche Sache einspannen lassen und dann ein paar Monate Ausbildung im MfS genossen, womit der Spuk dann auch schon wieder vorbei war.“
      Ja, das stimmt. Ihn in eine Reihe mit Kriegsverbrechern zu stellen, ist falsch. Das wird weder seinen Taten, noch wird es der Zeit gerecht. Die Grundlage eines Zusammenlebens muss aber ein gewisser Grad an Ehrlichkeit sein und dafür ist die Mitarbeit der Eingespannten notwendig. Es stimmt schon, die hat es nach dem 3.Reich hier so nicht gegeben, das fand alles viel später statt und nicht immer durch die Ehrlichkeit der Täter, sondern vielmehr durch die Hartnäckigkeit der Opfer. An Günther Grass fand ich nicht irre, dass ein 17Jähriger zur krassesten Truppe geht, sondern dass ein erwachsener Schriftsteller das verschweigt. So geht es mir auch bei Holm. Jeder Lehrer, der in einer Diktatur stolz war, Menschen zu formen, hat bestimmt mehr Schaden angerichtet. Aber wie ein Wissenschaftler auf die Idee kommt, so einen Punkt zu verschweigen, erschließt sich mir nicht und dann weiß ich auch nicht, ob ich ihn als Sozialwissenschaftler wirklich haben will. Die Grundlage eines Zusammenlebens kann nicht die totale Gerechtigkeit sein, aber zumindest die totale Ehrlichkeit. Und das geht eben nur, wenn der Täter mitmacht. Hat er nicht.

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        Wobei ich den Begriff Täter für einen 18Jährigen in Ausbildung doch relativieren möchte. Vielleicht Täter in Ausbildung, oder wie auch immer. Zu bestimmten Vereinen zu gehen, ist erklärungsbedürftig und wenn man Wissenschaftler ist, dazu noch in Sachen Gesellschaft forscht…

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        Na, lieber Stevanovic, jetzt machen Sie im Eifer des ‚Gefechts‘ doch den (linken) Kardinalfehler:
        „Aber wie ein Wissenschaftler auf die Idee kommt, so einen Punkt zu verschweigen, erschließt sich mir nicht und dann weiß ich auch nicht, ob ich ihn als Sozialwissenschaftler wirklich haben will.“
        Sofern es sich um eine Wissenschaft handelt, sollte es keine Rolle spielen, welche Gesinnung der Wissenschaftler hatte oder noch hat, denn er sollte dann systematisch arbeiten und eigene Befindlichkeiten ausklammern. (Deswegen weiß ich auch nicht ob die Protagonisten z.B. der ‚Frankfurter Schule‘ wirklich Wissenschaftler waren, bei der sog. ‚feministischen Wissenschaft‘ und bei einem großen Teil der Klimaforscher würde ich das derzeit verneinen. Die Nazis wollten auch ‚arische Physik‘, weil sie Einstein nicht verstanden haben und heute lädt die Uni Israelhasser wie Finkelstein ein, wir hatten das ja alles schon hier.)
        Nach der Wende wurden einige wirklich gute Leute im wissenschaftlichen Mittelbau weggemobbt, die überhaupt nichts hätten anrichten können und deswegen meine ich, es sollte schon geprüft werden, ob ehemalige Täter überhaupt Macht ausüben können.
        Kurz: Die Gesinnungsschnüffelei geht meistens nach hinten los, egal woher sie kommt.

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        Ich denke, Sie haben Holms wunden Punkt in dieser Sache exakt getroffen: Warum hat er 17 Jahre lang geschwiegen? Insbesondere vor dem Hintergrund, dass die HU in den 90ern einen Ausschuss eingerichtet hatte, der bei minderschweren Fällen wie dem seinen einer Beschäftigung i.d.R. keinen Riegel vorgeschoben hat. Er hätte also von Anfang an mit offenen Karten spielen können (und sollen). Zugleich muss sich die HU angesichts des derzeitigen Boheis aber auch fragen lassen, warum man nicht schon 2007 reagiert hat. Auch die mehrfache öffentliche Distanzierung Holms von DDR und Stasi hätte m. E. mitberücksichtigt werden müssen. So macht es den Eindruck, dass die Uni einen Moment ausgenutzt hat, in dem jemand ohnehin schon extrem unter dem Brennglas der Öffentlichkeit stand, um den eigenen Scheinwerfer noch hinzuzustellen.

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        @KJN: „Sofern es sich um eine Wissenschaft handelt, sollte es keine Rolle spielen, welche Gesinnung der Wissenschaftler hatte oder noch hat, denn er sollte dann systematisch arbeiten und eigene Befindlichkeiten ausklammern.“ – Leichter gesagt als getan. Heute schließen sich Professoren nicht mehr in ihr Labor ein, forschen herum und veröffentlichen am Ende etwas in Buchform. Eine Hochschule ist vor allem auch ein Lehrbetrieb, in dem die Professoren ihren Schülern sehr wohl ein fragwürdiges Weltbild einpflanzen können – in Naturwissenschaften und Medizin nicht weniger als in Jura, Wirtschafts- und Geisteswissenschaften, bloß anders. Machen Sie einer Gruppe von Ingenieur-Studenten nur oft genug klar, sie hätten den Fortschritt anzubeten, und Sie ziehen sich religiöse Eiferer heran.

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        @Opa Krempel
        Mag sein, daß das so ist, wie Sie sagen, aber ohne eine Haltung, die fordert, wissenschaftliches Arbeiten von Gesinnung zu trennen, verspielen wir zuviel. Was die Lehre betrifft: Nicht umsonst war es mal gute Praxis, erst die Grundlagen zu studieren und dann erst die ‚Lehrmeinungen‘.

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        @ KJN
        Oh, ging nicht gegen seine Forschung – es ging gegen seine Anstellung. Wobei ich zugebe, dass ich muss nochmal nachdenken muss , ob das ein wirklicher Unterschied ist

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        @Stevanovic
        Ob das [Forschung/Stellung] ein Unterschied ist? Wissen Sie (das ist nicht gegen Sie, wir tauschen uns ja nur ein wenig aus), soweit sind wir jetzt schon gekommen mit der – ich nenne das mal zuspitzend ’neoliberalen Verwahrlosung‘: Da ja nicht mehr ‚im stillen Kämmerlein‘, wie Opa Krempel schrieb, geforscht wird, sondern ‚richtige‘ Lehre viel wichtiger ist, wird Forschung ausschließlich interessengeleitet betrieben. Natürlich ‚teamorientiert‘, nicht wahr? Wer ‚falsche‘ Ergebnisse produziert, ist ‚raus. Postfaktisches Zeitalter, aber anders, als die Schöpfer dieses allzu genialen (Un)wortes es verstanden haben wollen. Deswegen wird auch die Ironie des Ausspruchs ‚Alternative Fakten‘ von Trumps Sprecherin nicht verstanden. Doofe Amerikaner, nicht wahr? Die Doofheit, oder sollte ich besser schreiben, das Dooftum, liegt aber wohl auf dieser Seite des Atlantiks.

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    Sehr geehrter Herr Werner!
    Ihr Standpunkt ist absolut nachvollziehbar, zumal Sie Opfer kennengelernt haben.
    Doch Heilige gibt es hier auch nicht. Eine Entlassung ist zwar kein Hohenschönhausen, aber existenzvernichtend kann es auch sein, wenn die Frau nicht schnell eine neue Stelle findet. Und ich möchte in diesem Zusammenhang daran erinnern, dass die Hatz auf Juden mit ihrer nachfolgenden Vernichtung begann mit Entlassungen. Daher halte ich Entlassungen aus politischen Gründen nicht für legitim, selbst wenn die damals nachfolgenden Schritte hoffentlich für immer einmalig (schrecklich) bleiben:
    http://www.focus.de/panorama/v.....44969.html
    Auch im Ausland reportiert:
    http://www.heute.at/news/welt/.....61,1393284

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      … wer in einem menschenverachtenden System politisch tätig war, sollte in einem demokratischen Rechtsstaat keine Möglichkeit mehr dafür haben. Verbrechen gehören, unter Wahrung des Rechtsstaates, der Gesetze, bestraft. Das kann ich für die ‚BRD‘ nicht erkennen.

      @Stevanovic, wer auf die Schuld anderer hinweist, bezichtigt diese der Schuld. Eine (sittliche) Verantwortung allein aufgrund der Zugehörigkeit zu einer Personengesamtheit ohne individuelle Schuldzurechnung existiert nicht. Im angeführten Beispiel, FAZ, lagen keine Beweise für die direkte Beteiligung an konkreten Taten vor. Daher!

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        @dbh
        Ok, vielleicht verstehen Sie es so rum:
        Der Grund, warum man für die Verbrechen im Kommunismus NACH dem WK2 selten jemand vor Gericht gestellt wird, ist die Tatsache, dass es keine Beweise gibt. Die Zeugen sind tot. Wenn ein Dutzend Leute in den Wald gehen und nur zwei zurückkommen, was soll das dann sein? Richtig, es war Mangel an Beweisen. Blödsinn, wir wissen, wer es war. Und wenn man Wache an einem Ort hält, an dem Zehntausende umgebracht werden, dann darf man darüber nicht reden, weil die nackten Opfer vergessen haben Beweisfotos zu schießen? So funktioniert das nicht.

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        @Stevanovic, Sie haben geschrieben, ‚Manchmal machen Sie mich immer noch sprachlos.‘.

        Sie, Stevanovic, machen mich nicht sprachlos, Sie sind, mit Ihren geschriebenen Worten, die gelebte Konterrevolution, ein Reaktionär, für das herrschende Unrecht in Deutschland. The Times They Are A Changin

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      Nachtrag, ich korrigiere meine ersten Satz: … wer in einem menschenverachtenden System politisch-verantwortlich war, sollte in einem demokratischen Rechtsstaat keine Möglichkeit mehr dafür haben. NSDAP, SED und Blockflöten.

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      Entschuldigen Sie, aber können Sie und Ihresgleichen sich um Himmels willen nicht einmal etwas Neues einfallen lassen?
      Ihre Gefühle („ekelhaft“) sind für die Diskussion ebenso irrelevant wie die aller anderen Mitdiskutanten.

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        Linken“hasser“

        Ihr „Hass“ erklärt, dann wohl auch die Irrelevanz aller Ihrer Beiträge hier?

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        Irrelevanz? Sie verstehen sie nur nicht.

        Ich bin klar dafür, alle Linken unschädlich zu machen. Sie sind die Quelle allen Übels.

        Ohne Sie gäbe es keine Ausländer hier, es gäbe jede Menge gute Infrastruktur (Straßen) und unser Geld würde für die Belange der deutschen Nation, nicht für die des Auslandes oder irgendwelcher lautstarker Minderheiten (LGBTs, Migranten, Asoziale, Feministinnen, Klimaspinner, Umweltpäderasten etc.) ausgegeben.

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    Mit der Integration von Alt-Nazis hat die Bundesrepublik gute Erfahrungen gemacht. Nicht mit allen, aber auch die negativen Beispiele sind hauptsächlich wegen der Vergangenheit gefallen, nicht, weil sie sich nicht integriert hätten. Mörder bleibt Mörder, keine Frage, aber dennoch, Deutschland war voll mobilisiert und auch in der DDR waren alle irgendwie dabei, sei es in der Partei oder in der Stasi oder sonst was. Alle haben mindestens weggeschaut, wenn ein jüdischer Kollege, ein Klassenfeind oder sonst wer nicht mehr zur Arbeit gekommen ist. Man machte weiter. Und so widerlich es im Einzelfall auch ist, ja klar sind das Täter und ja klar muss man weitermachen, auch mit ihnen. Versöhnen ist in dem Zusammenhang das falsche Wort, denn nach bestimmten Dingen kann man sich nicht versöhnen, man kann nur weitermachen.
    Im Falle von Herrn Holm geht es aber nicht um weitermachen. Als Politiker will er gestalten und an der Stelle sitzen, die maßgeblich entscheidet, was weitermachen ist. Und da würde ich schon sagen, du nicht. Nicht wegen der DDR an sich, sondern wegen seiner Rolle. In seiner Funktion war er bereit einen aktiven Part zu spielen und das ist was anderes, als über einen verschwundenen oder degradierten Kollegen zu schweigen.

    Nur zur Erinnerung: Die silovniki des Westens waren Alt-Nazis. Und trotzdem hat niemand in den 60ern in die Menge schießen lassen. Ganz im Gegenteil,68 war nur einer der Höhepunkte der Liberalisierung, die schon in den 50ern begonnen hatte. ODESSA hat es im Staatsapperat nicht gegeben. Und auch die Stasi, Vopos und NVA hat 89 nicht geschossen. das sah in anderen Ländern anders aus.

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      Ja, danke für Ihre Worte. Aber heute zeigt sich, dass die Liberalisierung viel zu weit gegangen ist: Minderheiten schikanieren die Mehrheit. Das darf nicht sein, Mehrheiten haben die Minderheiten zu dominieren. Sonst ist es Tyrannis.

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      Die NSDAP wurde verboten, die SED nicht, sie wurde nur umbenannt. Wenn die alten Genossen, in der alten Partei, mit den alten geklauten Milliarden, in der Schweiz gebunkert, weitermachen wollen wie in der DDR, dann ist da was schief gelaufen. Einer von vielen Fehlern Kohls war es, die Partei nicht zu verbieten und die Kohle dem Staat zuzuführen. Dann hat er den Osten deindustrialisiert und verschachert und somit die Ossis in die Arme der SED zurückgetrieben. Kohl war ein ziemlicher Dummkopf und hat die Linke groß gemacht.

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        Hm, wie groß war das Vermögen der SED denn wirklich?

        Ich stimme Ihnen jedoch zu, wenn Sie sagen, daß dieses Geld dem Volke zuzuführen.
        Übrigens habe ich was Witziges gelesen: die AK meinte, die AfD in Sachsen-Anhalt habe den Begriff „Volksgemeinschaft“ auf FB benutzt. Da lacht doch selbst die Koralle 😆

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      @Stevanovic
      Ich meine, Ihr Vergleich ist schief. Ob Holm ein Täter war, d.h. ob er sich eines Vergehens schuldig gemacht hat, wissen wir nicht. Sie schreiben, er war ein potentieller Täter. Ihn wegen seiner „Erinnerungslücken“, besser, seiner Unaufrichtigkeit seine Biographie betreffend von seiner Position zu entfernen, war richtig. Ihn aber mit wirklichen Tätern des NS, Handlangern Heydrichs (Schleyer), „Vordenkern der Vernichtung“ (Globke, Th. Schieder), NS-Scharfrichtern (Filbinger), Tätern aus Wehrmacht und Polizei, die in beiden Deutschland „weitermachen“ konnten, in einen Topf zu werfen, wird Holm nicht gerecht. Dass die gewesenen Nazis in den 60ern nicht haben schießen lassen, war natürlich sehr schön von ihnen. Nur war es eben auch nicht mehr opportun, sprich der Karriere förderlich, sich wie noch 25 Jahre zuvor wie die Axt im Walde zu benehmen. Auch wenn dies manch stramme Volksgenossen anders sahen (und sehen). (In einer Doku über die 68er konnte man einen enragierten Volksgenossen sehen, der lautstark forderte: „Auf der Flucht erschießen!“) Es ist wie Sie sagen: Mörder bleibt Mörder. Nur Holm war eben keiner.

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        S.T. ./. Stevanovic: ‚Es ist wie Sie sagen: Mörder bleibt Mörder. Nur Holm war eben keiner.‘

        … richtig, Schuld ist individuell. Schuld, Sünde, wird immer nur von Einzelnen begangen. Auch wenn viele zusammen und zugleich sündigen, ist die Sünde stets nur existent als Verfehlung des Einzelnen oder eben vieler Einzelner. Jeder Mensch steht als Einzelner vor Gott.

        Wie erklären Sie die Verurteilung eines Wachmannes zur ‚Beihilfe zum Mord in mindestens 170.000 Fällen ohne das Beweise für die direkte Beteiligung an konkreten Taten vorlagen?

        … übrigens, dass Bundesarchiv, ‚Welt im Film‘ berichtet über die Urteile im Krakauer Auschwitz-Prozeß von 1947/48. O-Ton : ‚Insgesamt kamen nahezu 300.000 Menschen verschiedenster Nationen im Konzentrationslager Auschwitz um. (…) Das Konzentrationslager Auschwitz bleibt als Mahnmal der Schande so erhalten, wie es heute steht. Zum bleibenden Gedenken an seine 300’000 Opfer.‘

        Kann das jemand aufdröseln? Opa Krempel?

        Quelle: Bundesarchiv, ‚Welt im Film‘ 137/1948, 8. Januar 1948.

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        @dbh: Da hilft ein Blick in § 27 StGB: „(1) Als Gehilfe wird bestraft, wer vorsätzlich einem anderen zu dessen vorsätzlich begangener rechtswidriger Tat Hilfe geleistet hat.“
        Die Hilfeleistung kann vielfältig sein. Eine direkte Beteiligung an der Tat ist nicht erforderlich – wer bei einem Einbruch Schmiere steht, leistet Beihilfe, selbst wenn er das fremde Grundstück nicht betritt.
        Im Falle des Wachmanns dürfte sie u.a. darin bestanden haben, mit anderen dafür zu sorgen, daß Fluchtversuche, Sabotageakte oder Aufstände der Gefangenen im Keim erstickt werden.

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        @Opa

        … ich muss nachfragen, ich bin im Recht ein Laie. Abgesehen, dass mit ‚Ihrer‘ Begründung Sie hätten tausende wegen Beihilfe verurteilen können, schließlich konnte u.a. so eine Figur, Oberleutnant Helmut Schmidt, zum Beispiel, ausgestattet mit ‚hervorragendem‘ Leumund der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP), er, der Schmidt, stehe fest ‚auf dem Boden der NS-Weltanschauung‘ – sogar Bundeskanzler der ‚BRD‘ werden, sollte doch für Beihilfe die Verjährung gelten. Oder?

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        @dbh

        Meinen Sie nicht, dass es ein Unterschied ist, ob ein Soldat Wache steht, während ein Dorf angezündet wird, was sehr schlecht, aber im Krieg nicht unüblich sein soll, und einem Wachmann, der Tag für Tag zuschaut, wie Menschen umgebracht werden? Ist es wirklich das gleiche, wenn ein Soldat in eine Situation gerät (nicht alle, schon klar, aber viele) und jemanden, der Lagerhäftlinge in Reihe prügelt, Tag für Tag? Ist ein KZ-Wärter nicht zumindest etwas anders als ein Frontsoldat? Manchmal machen Sie mich immer noch sprachlos.

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        @Stevanovic

        … na klar, Genosse, das ist ein Unterschied, ein großer sogar: ‚Die Kleinen hängt / fängt man, (und) die Großen lässt man laufen.‘ … Soldaten/Wachmänner sind/waren wehrpflichtige Befehlsempfänger. Mit Beginn des Krieges stand auf die Verweigerung des Waffendienstes die Todesstrafe.

        … aber Sie, Genosse, hätten nicht bei geholfen, schließlich haben die Genossen selber ‚freiwillig‘ mit sich tun gehabt. Oder? … ach was soll ’s.

        Was ist denn nun mit Verjährung für ‚Beihilfe‘? … s.o..

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        @Stevanovic, Nachtrag

        … mit Ihrer Argumentation hätte auch Adolf Hitler Bundeskanzler der ‚BRD‘ werden können. Selbst die Beihilfe wäre verjährt. Oder?

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        Was möchten Sie aufgedröselt haben?

        Die Differenz zwischen 170.000 und 300.000 oder die Differenz zwischen 170.000 und ca. 1 Millionen Ermordeter in Auschwitz?

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        @dbh: „… hätte auch Adolf Hitler Bundeskanzler der ‚BRD‘ werden können. Selbst die Beihilfe wäre verjährt.“
        Nicht ganz. Die Verjährungsfrist für Beihilfe richtet sich nach der Tat selbst, und Mord verjährt nicht. Zudem würde die Anklage nicht auf Beihilfe, sondern auf Anstiftung lauten, was deutlich schwerer wiegt (nämlich gleich zur Tat – § 26 StGB).
        Im Ermessen des Gerichts (im Hinblick auf die Verhältnismäßigkeit) und der Staatsanwaltschaft (im Hinblick auf die Erfolgsaussichten) liegt lediglich, ob ein Verfahren eröffnet bzw. Anklage erhoben wird. Das Gericht hat im Fall des KZ-Wachmanns eine Verhältnismäßigkeit erkannt; in anderen Fällen wurde eine Anklageerhebung als unverhältnismäßig angesehen.

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        @Opa

        … mir geht es nicht darum Unrecht zu rechtfertigen. Und was Anstiftung betrifft gäbe es in der Tat viele Täter. Beispiel: Georges Benjamin Clemenceau, französischer Ministerpräsident, Sozialist, 1918 [sic!]: ‚Der Fehler der Deutschen ist, dass es 20 Millionen zu viel von ihnen gibt.‘

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        Wissen Sie, Herr Trute, diese Dokumentation dürfte etwa so viel Wahrheitsgehalt haben wie der schwarze Kanal (Ach so, das ist ja dasselbe).

        Im übrigen hat Pack wie Sie damals „Deutschland verrecke“ Gerülpst. Dafür hätten Sie alle an den Galgen gehört, wie Ihre umgekehrten Brüder im Geiste in Nürnberg!

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        Noch was, Trute: wären anno 68 die Freikorps zur Rettung der Erhabenen Deutschen Nation gegen Sie aufmarschiert, hätte ich mit Freuden mitgekämpft.

        Nur ein paar Kämpfer wie mich, und Ihre ach so tolle (wohl auch von Deutschlands Feinden im Westen angestachelte) Revolte gegen einen impotenten Linksstaat Bundesrepublik wäre nicht weit gekommen.

        Sie und Ihresgleichen sind ja nur gegenüber Wehrlosen wie dem damaligen Staat stark; gibt man Ihnen Kontra, ziehen Sie gleich hyänenhaft den Schweif ein. Am schnellsten, wenn man Ihresgleichen mit der Waffe in der Faust begegnet.

        Ich garantiere Ihnen: schon beim Anblick meiner Freikorpsflagge wäre Ihnen wahrscheinlich allen die braune Soße aus den Hosenbeinen geflitzt wie ein Katarakt 😆

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        @Linkenhasser/Lange/Quern/Fuchs/Freikorpskämpfer/Wer bin ich (und wenn ja, wieviele?)
        Köstlich! Von welcher „Dokumentation“ halluzinieren Sie? Halten Sie sich im Übrigen doch einfach an Ihre eigene Aussage, dass Emotionen der Diskutanten hier niemanden interessieren. Aber interessant zu beobachten, wie Sie sich hier immer weiter demaskieren.

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        @Linkenhasser/Lange/Quern/Fuchs/Freikorpskämpfer/Wer bin ich (und wenn ja, wieviele)?
        Nachtrag:
        Wie flitzt denn, bitte schön, ein Katarakt? Sehen Sie des öfteren flitzende Katarakte, vielleicht mit Freikorpsflagge? Wohin flitzen sie denn, die Katarakte? Sind vielleicht kürzlich die Niagarafälle bei Ihnen vorbeigeflitzt?

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        Sie haben noch keinen Katarakt gesehen? Wissen nicht, was eine Metapher ist?

        Nun ja, Ihre Pseudodiskussion über total Nebensächliches ist wirklich typisch für Haderlumpenpack Ihrer politischen Couleur. Wem sage ich das? Links zu sein ist eine Diagnose, keine Meinung.

        Und was die „Dokumentation“ betrifft, von der ich sprach: Sie waren doch derjenige, der am 8. Februar um 18:04 in einem Ihrer Beiträge von einer „Doku“ über die 68er geredet hat. Darin seien die Worte gefallen: „Auf der Flucht erschießen!“
        Ich habe Ihnen das nicht geglaubt, da diese „Doku“, also dieses Machwerk, von Linken wie Ihnen erstellt wurde. Und jeder Nichtlinke weiß, dass ein Linker lügt, sobald er das Maul aufmacht.

        Haben sie Ihren eigenen Beitrag so schnell vergessen? 🙂

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        @Linkenhasser
        Sie sind doch selber ein Linker. Ein Prachtexemplar. An kollektivistischer Gesinnung kaum zu überbieten: Ständig sprechen Sie vom ‚wir‘. Wir Deutsche, wir arbeitende Bevölkerung, wir mit dem gesunden Menschenverstand, wir Reichsbürger (?), wir, wir, wir
        .. Das ‚wir‘ entscheidet, nicht wahr? Ein klassischer SPD- Wähler irgendwie, wogegen natürlich nichts einzuwenden ist – oder?

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        Ich? Ein Linker? Herr Nick, um Himmels willen! 😆

        Ich lüge nie, also kann ich kein Linker sein. Wahr ist jedoch, daß ich dem Interesse der gesunden Mehrheit der deutschen Nation vertrete.

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        Verzeihung, das Wort „vertrete“ sollte heißen: „…verpflichtet bin.“

        Da war ich mal wieder zu schnell mit dem Abschickknopf.

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        @Linkenhasser/Quern/Fuchs/Lange/Metaphernpapst/Wer bin ich (und wenn ja, wieviele?)
        Der Nazi in der Doku war gewiss ebenso ein Fake wie Sie einer sind.

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    Irrational? Was nicht gar?

    Es ist Fakt, dass Links niemals etwas Gutes geschaffen hat, Herr Pute. Es sei denn, Sie halten die 100 Mio. Tote, die eine absolut realitätsfremde Kopfgeburt eines Wolkenschiebers hinterlassen hat, für etwas Gutes – wobei ich Ihresgleichen eine solche Meinung durchaus zutraue.

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    Ich stimme teilweise zu. Ich finde zwar nicht, dass ehemalige Stasileute pauschal im heutigen Staatsdienst nicht arbeiten dürfen o.ä., aber wer glaubt, die eigene Stasitätigkeit wäre eine Petitesse, tiefe Vergangenheit, uninteressant oder irgendwie Privatsache oder was auch immer, leistet erstaunliche Verdängungsarbeit. Jeder, der bei der Stasi war und heute irgendwie öffenltich wirken möchte, sollte die frühere Tätigkeit freimütig zugeben und sich erklären. Warum war man damals dabei, was hat man genau getan, warum gibt man es erst jetzt zu?

    Das lässt sich alles ohne Gesichtsverlust öffentlich erklären (es sei denn, man hat sich eines Verbrechens schuldig gemacht). Wenn man das irgendwie versucht zu verbergen oder kleinzuhalten, wird man drastisch abgesägt. Hier muss man noch nicht mal sich den Kopf zerbrechen, ob das nun moralisch richtig oder falsch ist. Sondern man muss, wenn man in die Öffentlichkeit tritt, dieses Gesetz kennen und sich entsprechend verhalten.

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    Ja, das kann man so sehen, Herr Werner. Hinzufügen könnte man noch, dass auch R. Augstein, dessen Magazin die personellen Kontinuitäten in den Eliten zwischen NS und BRD anprangerte, selbst auch nicht auf die Expertise von Nazis in seinem „Sturmgeschütz“ verzichten wollte. Die „Aufarbeitung“ des NS in der BRD verdiente im Gegensatz zu der Aufarbeitung der DDR-Vergangenheit in der vereinigten BRD ihren Namen nicht. Sie war für die NS-Täter praktisch ohne Konsequenzen. Holm hat im Staatsdienst nichts zu suchen, da haben Sie recht. Gleichwohl erscheint seine Causa als Petitesse – im Vergleich zu Gestalten wie Oberländer, Globke, Filbinger, Schleyer und unzähligen anderen.

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    R.W. ‚Solange noch Opfer der DDR-Willkür leben, haben die ehemaligen Täter im Staatsdienst nichts verloren.‘

    … das sollte für die Ex-Sekretärin für Agitation und Propaganda der Freien Deutschen Jugend (FDJ) – das war als Jugendorganisation eine Kaderschmiede der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED), mit seinen letzten Generalsekretär und Staatsratsvorsitzenden der Deutschen Demokratischen Republik Erich Honecker an der Spitze – erst recht gelten. Oder?

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      Doch, Don Geraldo, es ist etwas hinzuzufügen: Diejenigen Parteien, die nach 1945 die Täter-Seilschaften in ihren Reihen geduldet und wissentlich in Ämter gebracht haben und die sich bis heute der Kritik und der Aufarbeitung nicht stellen, haben nicht als Ankläger zu fungieren.

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        Wissen Sie, die Linke ist historisch gesehen so viel übler als der NS gewesen, dass die Linken, wenn sie Anstand hätten, nun die Gosche halten würden.

        Im übrigen hätte man die 68er Bewegung zusammenschießen sollen. Dann wäre Deutschland heute glücklich und stark, und auch der Anblick der brillenbartfressigen Pseudointelligenten wäre uns erspart geblieben.

        Der NS hatte als Ideologie (nicht in der Praxis!) positive Seiten (Patriotismus, Freundschaft der sozialen Klassen innerhalb der Nation), der Linksismus keine einzige; weder in der Theorie noch in der Praxis.

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        @Linkenhasser: Nur eine Frage, rein zum Verständnis: Sind Sie Mensch oder Troll?

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        @Linkenhasser/Quern/Lange/Fuchs/Wer bin ich (und wenn ja, wieviele)?

        Begründung? Sie haben rein emotional argumentiert.
        Sind Sie eine Frau? Die können auch nicht rational – nun ja – denken, nicht wahr?

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        Viele der ehemaligen Nazis sind gute demokratische Bürger geworden, auch wenn der meschuggene Paralytiker Habermas etwas anderes gesagt hat.

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