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Björn Höcke und sein Fanclub, die „Patriotische Plattform“

Björn Höcke hat eine Schar von Fans, von denen viele sich in einem Verein bzw. um diesen herum sammeln, der sich “Patriotische Plattform” nennt. Kopf des Ganzen ist Hans-Thomas-Tillschneider. Über Taktiken und Strategien der Neuen Rechten und ihren Einfluss in der AfD.

Es muss schön sein, einen eigenen Fanclub zu haben, einen Verein von Claqueuren sozusagen, der sofort bereit steht, wenn man in der öffentlichen Kritik steht. Björn Höcke, der Herr, der über die Reproduktionsstrategie von Afrikanern schwafelt und immer neue, radikal rechte verbale Ausfälle vor dem konsequent verdunkelt bleibenden Dom in Erfurt von sich gibt, hat eine derartige Unterstützergruppe. Diese ist sogar als Verein organisiert und hat sich den Namen „Patriotische Plattform“ gegeben. Höckes Knappen verteidigen ihren Ritter, der gerne auf Götz Kubitscheks Rittergut Schnellroda verweilt, wie folgt: „Lasst unseren Björn Höcke in Ruhe“, „Keine Rüge für Björn Höcke“ „Björn Höcke ist unser Mann“, „Höcke schadet nicht, er ist unverzichtbar“.

„Patriotismus“ klingt zunächst einmal harmlos. Er ist ja etwas nicht per se Schlechtes, im Gegenteil. Eine positive Identifikation mit dem Land, dem man qua Personalausweis angehört (manche AfD-Mitglieder haben damit allerdings ein Problem und fordern eine Rückkehr zum reinen Abstammungsprinzip), ist sogar etwas Gutes. Das mögen radikale linke „Antideutsche“ anders sehen, man fragt sich dann aber, ob diese Leute zum Beispiel auch die Lektüre von Goethe und Schiller verweigern und was sie stattdessen so lesen. Andererseits ist das mit dem Deutschenhass so eine Sache. Denn jenen findet man keineswegs nur bei der Linken. Auch die Neue Rechte ist davon alles andere als frei, wie Alan Posener nachgewiesen hat. Wer nämlich so vieles von dem, was unsere Gesellschaft in Deutschland trägt, verächtlich macht, ist nicht zwingend in „Liebe zum Vaterland“, wie ein Lieblingsbegriff der neurechten Szene lautet, entbrannt.

Sprachliche Verharmlosung: Bekenntnis zum “Eigenen” statt “Ausländer raus”

Es gehört zur Strategie der Neuen Rechten, sich harmlos zu geben, ganz besonders sprachlich. Jenes Konzept hat sogar einen Namen: „Politische Mimikry“. Deshalb brüllt man nicht „Ausländer raus“, sondern spricht von der „Liebe zum Eigenen“. Längst integrierte Migranten und deren Abkömmlinge gehören natürlich nicht dazu, also nicht zu jenem ominösen „Eigenen“, selbst wenn sie hier geboren sind. Sie bleiben „Fremde“. Höcke hat auf einer seiner demagogischen Reden von den „64,5 Millionen Deutschen ohne Migrationshintergrund“ gesprochen. Wie wenig belegt und schlüssig das Gerede vom „Eigenen“ ist, hat der Soziologe Armin Nassehi kürzlich aufgezeigt.

Hans-Thomas Tillschneider, Kopf der “Patriotischen Plattform”

Kopf der “Patriotischen Plattform“, deren Vorstandmitglieder ansonsten nicht auf der eigenen Seite aufgelistet sind (warum nicht?), ist Hans-Thomas Tillschneider. Aktuell kandidiert er auf der Platz 10 der Liste der AfD bei der Mitte März in Sachsen-Anhalt anstehenden Landtagswahl. Bei den derzeitigen Prognosen dürfte er in das dortige Parlament einziehen. Er ist Islamwissenschaftler, in Amt und Würden an der Universität Bayreuth. Ein Wissenschaftler also, von dem man so etwas wie Differenzierungsvermögen erwarten sollte, besonders bei seinem Forschungsobjekt. Stattdessen sympathisiert der Herr flagrant mit der Pegida-Bewegung, die bekanntlich die Gefahr einer „Islamisierung“ an die Wand malt. Und es wird noch schlimmer: Tillschneider ist sich seines Rufs offenbar so sehr bewusst, dass er von seiner zunächst angekündigten Kandidatur als Beisitzer im Bundesvorstand auf dem Bundesparteitag der AfD in Essen Abstand nahm. Warum er das tat, erklärte er ganz freimütig in der „Sezession“ von Götz Kubitschek, dem Zentralorgan der radikalen Neuen Rechten. Nebenbei bemerkt: Es empfiehlt sich ganz grundsätzlich, die Primärquellen der Szene zu lesen, um zu wissen, was sie denkt und plant. Die „Sezession“ also fragte und Tillschneider antwortete:

SEZESSION: Warum haben Sie eigentlich Ihre Kandidatur zurückgezogen? Sie waren doch für einen Posten als Beisitzer im Bundesvorstand aufgestellt.
TILLSCHNEIDER: Diese Entscheidung fiel, nachdem André Poggenburg als Beisitzer gewählt wurde. Wir haben uns beraten und kamen zur Auffassung, dass es für den Frieden der Partei besser ist, wenn ich nicht antrete. Alle Wünschbarkeiten stehen schließlich unter dem Vorbehalt, dass uns die AfD erhalten bleibt.
Nach Petrys Wahlsieg und der Wahl von André Poggenburg bestand die Gefahr einer Überhitzung, wenn dann noch jemand wie ich, der unter den Weckrufern als eine Art Rudi Dutschke von rechts gilt, in den Bundesvorstand kommt. Ich müsste lügen, wenn ich behaupten würde, dass mir das leicht gefallen ist. Ich tröste mich damit, dass ich nun wenigstens etwas mehr Zeit habe, die Zerrbilder, die über mich und die Patriotischen Plattform in Umlauf gebracht wurden, zu korrigieren
.“

Höcke wrd als beklagenswertes und erschöpftes Opfer dargestellt

Dann möge der Herr mal anfangen zu korrigieren. Bislang hat man noch nichts davon mitbekommen, wenn man sich so anschaut, was er und sein Verein von sich geben. Zunächst einmal liest man dort das übliche Jammern, sobald Kritik kommt. Björn Höcke wird als Opfer dargestellt. Wie absurd eine derartige Viktimisierung des Thüringer AfD-Vorsitzenden ist, beschrieb neulich Friederike Haupt in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung:

Höcke, das hat seine Sprecherin schon vorab gesagt, sei sehr erschöpft von dem, was in den vergangenen Tagen auf ihn eingeprasselt sei. Es klingt, als sei er in etwas hineingeraten, so, wie man in einen Hagelschauer gerät. Gemeint sind die Reaktionen auf den Vortrag. Höcke bringt nun den Trick zum Einsatz, der ihm in ähnlichen Fällen schon geholfen hat, also immer dann, wenn Übereinstimmungen seiner Standpunkte mit denen von Rechtsextremisten beschrieben wurden: Fehler eingestehen, ohne Schuld auf sich zu nehmen.“

Unabhängig von der Verteidigung des vermeintlich so erschöpften, dafür aber weiterhin auf den Erfurter Demonstrationen vor dem dunklen Dom sehr selbstbewusst auftretenden und so gar nicht angegriffen wirkenden Björn Höckes sind sowohl die Webseite als auch der Facebook-Auftritt der „Patriotischen Plattform“ decouvrierend. Sie sind eine, ja so muss man das sagen, erschütternde Fundgrube neurechten Gedankenguts, freilich sprachlich oft bemüht harmlos verpackt. So steht in der Gründungserklärung:

Mit Sorge sehen wir, dass eine Ideologie zu monopolartiger Machtstellung in der Politik und den Medien gelangt ist, deren wesentliches Element in der Auffassung besteht, Patriotismus sei eine Gefahr für die Demokratie.“

Was soll die „Ideologie“ sein? Was die „monopolartige Machtstellung in der Politik und den Medien“? Und wer behauptet, „Patriotismus“ sei „eine Gefahr für die Demokratie“? Ist so eine Aussage nicht vielmehr wie folgt zu lesen: Uns passt nicht, dass wir und unser Nationalismus und völkisches Denken nicht mehrheitsfähig sind, also diffamieren wir die Auffassung derjenigen, die anders denken, als „Ideologie”.

Die “Patriotische Plattform” im Internet – Fundgrube neurechten Gedankenguts

Wie völkisch wiederum Höckes Fan-Club ist, kann man auch hier sehen, das ist bloß eine von vielen Trouvailles:

Die herrschende Politik setzt als selbstverständlich voraus, dass wir verpflichtet sind, Einwanderung in unser Land hinzunehmen. Auch Vertreter unserer Partei beugen sich regelmäßig diesem Dogma, wenn sie beteuern, nichts gegen Einwanderung zu haben, ganz so, als sei es eine moralische Pflicht, nichts gegen Einwanderung zu haben und als sei es anrüchig, etwas gegen Einwanderung zu haben. Wir, die Patriotische Plattform, haben etwas gegen Einwanderung, und wir schämen uns dessen nicht.“

Da wundert es nicht, dass der Verein mit dem Asylrecht, immerhin ein Grundrecht, ein Problem hat. Wörtlich: „Opfer einer solchen Verfolgung kann überhaupt nur werden, wer sich engagiert, wer Ideen und wer Ideale hat und dafür öffentlich eintritt.“ Und wer soll bestimmen, auf wen das zutrifft? Die „Patriotische Plattform“? Bitte nicht.

Wie zu dem Vorstehenden die folgende Äußerung passen soll, die sich in der „Gründungserklärung“ der Patriotischen Plattform“ befindet, versteht vermutlich nur diese selbst: „Das deutsche Volk ist die Gesamtheit der Menschen, die unsere Kultur tragen. Wir sind gerne Deutsche und heißen jeden in unserer Mitte willkommen, der unsere Sprache spricht, der sich wie wir mit unserem Land identifiziert und sich als Deutscher versteht, ganz gleich, wo seine Eltern geboren sind.“ Denn woher sollen diese Menschen kommen, wenn man gleichzeitig keine Einwanderung möchte?

Auch Marine Le Pen wird von dem Verein als prima angesehen, wie könnte es anders sein? Diese „zeigt, wie‘s geht“. Und natürlich setzt man sich auch für eine gemeinsame Front zwischen der AfD und Pegida ein. Die sollen „zusammenarbeiten“.


Plädoyer für Götz Kubitschek

Auf der eigenen Facebook-Seite teilte die „Patriotische Plattform“ am 14. Januar Björn Höckes zynische Forderung nach einer „Obergrenze von Minus 200.000“ Flüchtlingen. Und der Verein regte sich enorm auf, als der Bundesvorstand der AfD – damals noch unter Führung von Bernd Lucke – den Parteieintritt des radikal neurechten Ehepaars vom Rittergut Schnellroda, also Götz Kubitschek und Ellen Kositza verweigerte. „Die AfD wird entweder mit Götz Kubitschek sein oder sie wird gar nicht seinhieß es. Nun, ohne Kubitschek ist die Partei zwar immer noch, aber angesichts der immer stärker werdenden Stellung seines guten Freundes Björn Höcke ist der neurechte Einfluss ohnehin immens.

Es ließen sich noch so viele weitere neurechte Statements der „Patriotischen Plattform“ auflisten. Das allerdings würde den Rahmen hier sprengen. Und überdies empfiehlt sich, wie gesagt, ja ohnehin die eigene Lektüre der Primärquellen der Neuen Rechten, um sich über sie zu informieren. Auch wenn diese sich dann eventuell über die Extra-Klicks auf ihren Online-Medien freuen. Das sollte egal sein.

14 thoughts on “Björn Höcke und sein Fanclub, die „Patriotische Plattform“

  1. avatar

    Ich habe Höcke immer für einen üblen Scharfmacher gehalten und mit solchen Leute konnte und kann die AfD keine Zukunft haben. Sie wird nach ihren Erfolgen wieder zusammensacken. Die Kernwählerschaft für die Höckes bleibt bei vielleicht 2%.

    Was mir aber auch bitter aufstößt, sind sie Frau Bednarz – seit 3 Jahren schreiben sie unermüdlich gegend die AfD (als CDU Mitglied? ja auch ein lästiger Mitberwerber) und haben vor keiner Plattheit zurückgeschreckt.
    Eurokritk war auch bei ihnen auch Europafeindschaft, Frau Merkel ein unfehlbare Politikerin, das ist an Groupiehaftigkeit kaum zu überbieten.

    An ernsthaften inhaltlichen Argumenten bezüglich des Euros oder der Flüchlingskrise habe ich von ihnen nichts gehört oder von Ruprecht Polenz,der ja gern und viel bei ihnen auf facebook schreibt. Im Kern ist das inhaltlich so arm, wie Höckes völkische Gequatsche.
    Es zeigt das Drama der CDU der Merkel_Ära, alles was sie schreiben, könnte auch bei den Grünen ala Claudia Roth oder Simone Peter so stehen.

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    Ein guter Artikel, dem ich allerdings in einem Punkt widersprechen möchte:
    Sie schreiben, Patriotismus sei etwas Positives, und fragen, ob Leute, die das anders sehen, „auch die Lektüre von Goethe und Schiller verweigern“.

    Zunächst einmal: Goethe und Schiller haben nie in Deutschland gelebt, das es zu ihren Lebzeiten ja auch gar nicht gab (was es gab, war das „Heilige Römische Reich (Deutscher Nation)“ als lose Klammer für eine Vielzahl von Kleinstaaten, in denen nicht nur deutsch, sondern auch slawisch, italienisch und französisch gesprochen wurde.
    (Ich kann übrigens neben der Lektüre von Goethe UND Schiller auch Dostojewski, Maupassant, Bukowski, Garcia Marquez u:v:a. empfehlen.)

    Eine Unterscheidung zwischen (gutem) Patriotismus und (bösem) Nationalismus kann ich nicht sinnvoll finden, da die Übergänge offenbar fließend sind (wie sie ja selber beschreiben). Beidem liegt die chauvinistische Überhöhung es Eigenen und damit (zumindest implizit) die Abwertung des Anderen/Fremden zugrunde. Dies mag eine allgemein menschliche Konstante sein (auch mir ist ein gewisser „Lokalpatriotismus“ nicht fremd), was aber nichts daran ändert, dass sie meines Erachtens politisch schädlich ist und überwunden werden sollte.

    (Wie mögen sich die Nichtdeutschen im Lande fühlen, wenn zu Europa- und Weltmeisterschaften landesweit überall die deutschen Nationalflaggen wehen? Was mag polnische, russische, französische, jüdische Überlebende des 2. Weltkriegs bewegen, wenn sie die gleiche deutsche Nationalhymne hören, nach der damals die Wehrmacht durch Europa marschierte?)

    Zum Abschluss erlaube ich mir, aus einem Artikel zu zitieren, den ich heute morgen verfasst habe:
    „Rechte neigen dazu, immer bei Anderen die Fehler zu suchen, sich und ihresgleichen als homogene Masse und als Opfer der Geschichte zu sehen und rücksichtslos aggressiv ihre Rechte (bzw. was sie dafür halten) einzufordern.“
    https://misanthrope.blogger.de/stories/2568393/

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    @ Stevanovic

    passen Sie auf, dass Sie nicht der letzte Leichtmatrose
    auf der sinkenden Merkel-Fregatte sind. Dass ein so intelligenter Kerl wie Sie jetzt noch Apologien schreibt, finde ich doch merkwürdig.

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    @ Stevanovic

    Es gab von vornherein aus einem „bestimmten“ Spektrum unserer Medien, von SPON über die SZ bis zu den GEZ Medien e tutti quanti, die sich aus der konformistischen Massage nicht ausklinken konnten, eine bedingungslose Unterstützung der angeblich alternativlosen Politik von Merkel und Konsorten, verbunden mit einer Denunzierung, Diffamierung und Dämonisierung aller, die Zweifel an der Weisheit dieser Politik äußerten; Sie erinnern sich an solche produktiven Aufteilungen der Deutschen in Hell- und Dunkeldeutschland? Zu dieser Merkel-konformistischen Brigade gehört auch Frau Bednarz.

    Natürlich wurde auch zurückgeschossen; da war die Rede von Lügen- und Lückenpresse; ich ziehe die Begriffe Weltanschauungs-, Gesinnungs-, Tendenz- und Kampfpresse vor. Soviel Konformismus und Geifer in unserer Qualitätspresse war nie.

    Stellen Sie sich vor, die GroKo hätte sich Ende 14 Anfang 15 mit dem Programm der Pegida auseinandergesetzt und kommuniziert, dass die Thesen 1 bis 9 auch von ihr für vernünftig und pragmatisch gehalten werden, wir würden heute wenig von Pegida und Patriotischen Plattformen reden, denen wäre der Wind aus den Segeln genommen werden; stattdessen haben wir eine Politik, die bis zum Vizekanzler hoch als „chaotisch“ bezeichnet wird.

    Das neueste:
    „Wir haben im Moment keinen Zustand von Recht und Ordnung“, sagte Seehofer. „Es ist eine Herrschaft des Unrechts.“

    Hoffentlich springt die CSU jetzt.

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    @Antek. Leider ist es nicht so, daß offen zum Haß oder zu Straftaten aufgerufen wird – zumindest nicht in den Foren der Neuen Rechten, die sich betont intellektuell geben und vor allem versuchen, keine Angriffsfläche zu bieten. Entsprechend wird versucht, zu verschleiern, was die eigentlichen Ziele sind, so daß man erst nach einiger Zeit die Hintergedanken durchschaut.

    Die Verschleierung hat System: Man möchte gern eine reine Weste behalten und überläßt die schmutzigen Dinge anderen.

    – So nannte sich der Staat, der von Pol Pot und seiner Bande diktatorische regiert wurde „Demokratisches Kambodscha“. Er hatte am Ende von Pol Pots Herrschaft ungefähr drei Millionen seiner Einwohner ermordet.

    – Massenhafte Vertreibung wird heute als „ethnische Säuberung“ bezeichnet.

    – Der Mord an sechs Millionen europäischen Juden wurde mit dem bürokratischen Begriff der „Endlösung der Judenfrage“ umschrieben.

    – „Taliban“ ist die Mehrzahl des Wortes für „Schüler“. In ihrer Wirkung waren sie Pol Pot nicht unähnlich,

    Dies sind nur ein paar wenige Beispiel, wie die Sprache auch verschleiernd wirkt. Darum sollte man stets die Begriffe hinterfragen.

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    „Wer eine Regeneration der Nation verhindern will, verfolgt eindeutig eine kontraproduktive Politik. Zwei Weltkriege haben die beteiligten Nationen geschwächt, und diese Schwäche wird negativ ausgenutzt.“
    Was soll eine Regeneration der Nationen sein? So ziemlich alle, die flächendeckend Glühbirne, Schulpflicht und Urbanität eingeführt haben, haben die gleichen Probleme. Keine Nation, die ohne Migration ihre Zahl halten kann. Egal auf welcher Seite der Front.
    Da sind wir beim Punkt Suggestion: Was hat der zweite Weltkrieg mit der Kinderzahl meiner Eltern, was hat er mit meiner Familienplanung zu tun? Was hat mit Ihrer Familienplanung zu tun? Was hat er mit der Familienplanung meines Cousins in Zentralserbien zu tun?
    Krieg, Gegner, Kampf, Austausch – der Kampf gegen das Volk. Selbst im Frieden, weil Krieg ja nie aufhört. Das ist der feuchte Alptraum jedes Rechten, vom KKK in Atlanta, italienischen Faschisten, serbischen Tschetniks, chinesischen…was haben die eigentlich?

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    @GUDE

    Duden:
    Bedeutungen, Beispiele und Wendungen
    etwas im Austausch [gegen etwas anderes] erhalten
    : ein Austausch von Erfahrungen, Erinnerungen, von Höflichkeiten, von Informationen

    Es ist kein Austausch, weil nichts getauscht wird. Die Deutschen, zu denen ich mich als Migrant zähle, werden nicht weggenommen, weggeschickt oder weggetauscht. Verbindet man die Flüchtlinge mit Demographie, wird höchstens etwas aufgefüllt. Im Jahr 2015 (ihrem Kulturbruch) weniger als 2% im Verhältnis zu der Gesamtbevölkerung. Und es ist legitim, selbst das zu viel zu finden, man kann Schrumpfen schlüssig dem Integrationsstress vorziehen. Dann sind wir halt weniger, arbeiten länger und leben schlechter.
    Austausch bedeutet, dass jemand gegen die Deutschen etwas hat. Dies ist nicht der Fall. Dieser jemand (wer auch immer) glaubt nicht an die Kraft deutscher Lenden und im internationalen Vergleich der Industrieländer auch vollkommen zu Recht. Alle industrialisierten Nationen schrumpfen und vergreisen, nun auch China. Demographische Entwicklungen sind real wie Klimawandel.
    Wir können uns darüber unterhalten, ob wir das so wollen. Man kann sagen, man hat keine Lust auf Integrationsprozesse und desorientierte Jugendliche und dass man lieber einen Pflegeautomat hat, als eine Pflegerin, die nicht weiß, wer die Wicherts von Nebenan sind. Tatsächlich wurde niemand gefragt.
    Aber der Große Austausch ist eine Verschwörungstheorie, eine Suggestion, die Konstruktion von Opfern an Stellen, an denen es keine gibt. Deutsche werden nicht ausgetauscht, sie werden genervt und gestresst – den Unterschied zu verstehen ist wichtig.

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    Außer, dass Frau Bednarz nicht den Begriff Rechts benutzen soll, habe ich bis jetzt nichts gelesen, was ihren Beiträgen hier wiedersprechen würde. Nathan ist typisch: Auf dem Achgut-Artikel geht es um ein bestimmtes Medium, den Spiegel. Das hat wenig mit Bednarz zu tun und gar nichts mit der Patriotischen Plattform.
    Im Achgut Artikel heißt es:
    „Auf jeden Fall schafft es Brinkbäumer mit einem simplen rhetorischen Trick, den sehr nachvollziehbaren Vorwurf der einseitigen Berichterstattung an den SPIEGEL gleich mit dem Ruch des Antisemitismus zu behaften.“
    Mit dem gleichen rhetorischen Trick wird eine Linie vom Augstein, Dietz zu Bednarz gezogen. Alles Linksgrün, was nicht Rechts ist?

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    Problematisch würde der Nationalismus für mich erst dann werden, wenn er zu einem Nationalchauvinismus verkommt. Die Grenze zieht ein gesunder Staatsnationalismus, also Souveränität in der Vertretung eigener Interessenlagen.
    Die Schuld deutscher Führung offenbart sich nicht nur in der Geldpolitik der EU, sie macht sich auch schuldig in der Behandlung des eigenen Volkes.
    Wer eine Regeneration der Nation verhindern will, verfolgt eindeutig eine kontraproduktive Politik. Zwei Weltkriege haben die beteiligten Nationen geschwächt, und diese Schwäche wird negativ ausgenutzt.
    „Die leeren Geldautomaten waren ein Kulturbruch“ (Stevanovic); was ist dann der Große Austausch?
    Souveränität heißt auch Bildung, eine Erziehung in eigenen Diensten, sonst können wir die Demokratie vergessen. Dann sind wir irgendwann alle die Minderheit, und eine wird gegen die andere ausgespielt. Aber in diesem Bereich stimmt das Geschichtsverständnis nicht mehr, was andere Weltvölker durch Ablehnung eines Austauschs beweisen.
    Ich rechtfertige mich doch nicht für mein Dasein! Deshalb hat auch jede Nation ihr eigenes Staatsgebiet. „Sprachliche Verharmlosung“ lasse ich mir auch nicht vorwerfen, jedenfalls nicht in dieser naiven Form.
    Den Frieden bewahren zu wollen, auf Kosten des eigenen Volkes, wird langfristig nicht gelingen. Die Radikalisierung wird nicht abnehmen, bevor die Gegebenheiten sich positiv geändert haben, oder ein Krieg zu einer Verschlimmerung beiträgt.
    Kein System, in der gesamten Weltgeschichte, hat je seine Falschheit von selbst einsehen können. Jedes System, aus sich heraus, hielt sich für das beste aller Möglichkeiten. So auch dieses. Schon die Wahrnehmung der Realitäten, nicht nur das Festhalten an der Macht, zeigen Zielsetzungen die nicht akzeptiert werden können.

  10. avatar

    Alles ist also verpackt, alles ist geraunt, alles ist nur vermeintlich harmlos, wie Frau Bednarz hier ausfürhlich erklärt – leider ist man als Leser dann aber immerzu auf die Interpretation dieses vermeintlich harmlosen Geraunes durch die Autorin selbst angewiesen. Das erscheint mir etwas dünn, oder nicht?

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    Manchen Leuten scheint der Unterschied zwischen Patriotismus und Nationalismus nicht bekannt zu sein oder sie begehen hier vorsätzlich einen Etikettenschwindel. Leider mit Erfolg: viele gehen ihnen auf den Leim. Sein Land zu lieben ist nicht Schlechtes, ja es kann sogar ein Zeichen von sozialer Verantwortung und Fürsorge für das Gemeinwesen sein. Nationalismus jedoch möchte immer sich selbst auf Kosten von anderen erhöhen und solches führt nie zu einem friedlichen Zusammenleben.

  12. avatar

    Ich habe Ihren Kommentar freigeschaltet, um zu zeigen, auf welchem Niveau Sie reagieren. „Groupie“ ist übrigens ein sehr beliebter Begriff in der neurechten Szene,die „Sezession“ nannte mich neulich auch so. Allerdings mit der Behauptung, ich sei ein solches der Szene, weil ich über diese berichte. Aber gut, jeder blamiert sich so gut wie er kann…

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