avatar

Fragmente dreier Wintertage – Milo Raus „Prozess gegen Deutschland“

Milo Rau & Ulf Kubanke bei der Afterparty nach dem Auftakt beim „Prozess gegen „Deutschland“. Thalia Theater, 13. Februar 2026. Fotocredit: (c) Zizino Kubanke

Ulf Kubanke mit einem ganz und gar subjektiven Eindruck von Milo Raus „Prozess gegen Deutschland“ im Hamburger Thalia Theater.

„First Murderer:

Banquo: “It will be rain tonight.”

First Murderer: “Let it come down.”

(Macbeth, Akt II, Szene 3)“

„Kunst wird dann interessant, wenn wir vor etwas stehen, das wir nicht restlos erklären können.“

(Christoph Schlingensief)

Weiterlesen

avatar

Als ich vor Gericht das letzte Wort nicht hatte …

… oder: Das große Thalia-Theater

Wollen Sie einem üblen Demagogen oder einem, den Sie dafür halten, den Prozess machen? Ihm aber mit einer öffentlichen Gerichtsverhandlung nicht auch noch eine Bühne bieten? Sie haben zwei Möglichkeiten: Sie können den Angeklagten vor Gericht reden lassen, schließen aber die Öffentlichkeit aus. Oder Sie lassen die Öffentlichkeit zu, schließen aber den Angeklagten aus.

Justitia in einem der vier Gerichtsbarkeits-Kapitelle an den Hauptportalen des Obergerichts Göttingen (Bild: Wikipedia)

Im Sozialismus habe ich beides erlebt. Die Berufungsverhandlung am Obersten Gericht der DDR gegen mich am 14. September 1984 war tatsächlich öffentlich. Ja gut, sie war nicht ein Schauspiel wie das am Wochenende im Thalia-Theater in Hamburg und stand auch nicht in der Zeitung.  Aber meine Mutter und mein Bruder durften dabei anwesend sein. Sie wurden nicht des Gerichtssaals verwiesen. Ich hingegen blieb draußen.

Weiterlesen

avatar

Schon wieder Reichskristallnacht in Hamburg

In einem „offenen Brief“ an meinen Chefredakteur hat der Intendant des Hamburger Thalia-Theaters Joachim Lux mir – unter anderem – vorgeworfen, einer neuen „Kristallnacht“ das Wort zu reden. Außerdem hat mir Lux „Volksverhetzung“ und die „Verunglimpfung anderer Religionen“ vorgeworfen, was er in Verkennung unserer Rechtsordnung für einen „Straftatbestand“ hält; über mich persönlich schreibt er, ich hätte mich „an einer Überdosis Sarrazin verschluckt“; agiere wie „ein islamistischer Hassprediger“; sei „ein geistiger Brandstifter“; verzapfe „islamophoben Unsinn“ und sei „völlig durchgeknallt“. Und das alles in einem Text von kaum einer Seite Länge! Chapeau. Weiterlesen

Scroll To Top