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Zwischen Insomnia und Inkompetenz – Keith Jarretts legendäres Köln Concert

Fotocredit: Artwork by ECM/Universal/Jarrett – Official Album Cover

Keith Jarretts „The Köln Concert“ (1975)  ist mehr als nur ein Juwel des Jazz und der Improvisationskunst. Jarretts damalige Solopiano-Performance ist zugleich ein sinnlicher Solitär, der Jazz-Fans wie Hipster gleichermaßen verzaubert. Dabei begann Jarrets Aufenthalt in Köln mit einem unzumutbaren Hiotelzimmer und völlig verstimmten Klaviert auf der Bühne äußerst widrig. Bis der Pausengong der Kölner Oper für Jarrett zum Fanal für ein akustisches Wunder wird.

Kubanke liest Kubanke: Der Text als Video

Es ist sicher keine Alltäglichkeit, wenn ein Album, das bei Jazz/Klassik einsortiert ist, knapp vier Millionen Exemplare verkauft. Das alles sogar ohne großen Werbeaufwand, nur aufgrund simpler Mundpropaganda. Das Album, um das es hier geht, avancierte vom schicken Geheimtipp zu einem popkulturellen Aushängeschild, das Conaisseure wie Hipster gleichermaßen auf dem heimischen Plattenteller zirkulieren lassen. Mit anderen Worten: Es dreht sich hier um Keith Jarretts „The Köln Concert“.

Pure Schönheit und emotionalisierende Klänge, die sich jeder Kategorisierung erfolgreich verweigern Weiterlesen

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Zwischen Gletscher und Glut – zum Tode Sly Dunbars eine Hommage an Sly & Robbie

Foto: Sly & Robbie, „Language Frontier“, Cover Artwork photographed by Chris Garnham, © 1985 by Island Records

Premiere bei SM: Erstmals gibt es einen Artikel nicht nur als gewohnte Bleiwüste. Nein, Ulf Kubanke stellt seine Artikel nunmehr zusätzlich auch per YouTube Video als Leseclip zur Verfügung: Kubanke liest Kubanke

Sly & Robbie haben die Lichtung am Ende ihres Pfades erreicht. Nach Robbie Shakespeare hat nun ebenfalls Sly Dunbar das Gebäude verlassen. Ein Nachruf. 

Reggae, Dub, Dancehall, Rock oder Pop – mit tausenden von Kollabos und eigenen Tracks zählen beide Jamaikaner zu den musikhistorisch bedeutendsten Duos überhaupt.

Zwei musikalische Grenzgänger, die dazu beitrugen, das Grenzen in der Kunst, respektive der Musik verdientermaßen gesprengt wurden.

Eine dieser bahnbrechenden Verbindungen möchte ich heraus greifen. Ganz einfach weil es mein ganz persönlicher Liebling von ihnen ist. Tolles Spätwerk aus dem Jahr 2018. Weiterlesen

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„Stripped down to the bone“ in Mexico – Eine Hommage an Depeche Mode 

Foto: Anton Corbijn, Offizielles Foto zum Album „Memento Mori“

Die legendäre Band Depeche Mode hat ihre „Memento Mori“-Tour 2024 in Mexico City beendet. Ist es die letzte Tour? Kürzlich erschien das Abschlusskonzert auf CD. Eine Verbeugung von Ulf Kubanke.

Mexico-City 2024: „Come with me into the trees.(…) Let me see you stripped down to the bone.

Der knochige Beat weist den Weg gen Trance. Darin ergießen sich sinistre Schamanenvocals.

„Let me hear you crying just for me.“ Die lediglich angedeutete Zuckerwatte eingestreuter Soundscapes vermag die Dunkelheit nicht aufzuhalten, geschweige denn ihre Sinnlichkeit. Kein bisschen.

Willkommen in Gahan ’n‘ Gores dräuendem Temple aus Schmerz und Lust, aus Messe und Party, aus Empathie und Sarkasmus: Depeche Mode „Memento Mori live in Mexico“.

Das letzte Konzert der Memento Mori-Tour und damit eventuell ihr Final Gig erweist sich – das nehme ich gern vorweg – als Triumphzug. Ein klanglich wie atmosphärisch anmutendes Hörerlebnis auf ganzer Linie. Immer wieder ruft Gahan „Mexico City“ auf Englisch, seiner Muttersprache.

Dunkelheit, Sinnlichkeit und Sensenmann – alles zusammen bei Depeche Mode Weiterlesen

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Von Träumern und Büttenrednern – wann sind Songwriter uberschätzt?

Heinz-Rudolf Kunze. Revisited. 

Wie findet man eigentlich seine Themen für die Kolumnen?

Nun, selbstverständlich kann ich diesbezüglich nur für mich sprechen.

Und da kann es mitunter passieren, dass man sich das Thema selbst überhaupt nicht aussucht und ich wie die Jungfrau zum Kinde kommt.

Manchmal ergeben sich sehr spannende Gespräche auf Facebook – z.B. über Nena

Soll heißen: Manchmal ergibt es sich einfach.

Z.B. folgendermaßen:

Alan: „Ulf, du vergleichst unseren Bundeskanzler in deiner letzten Kolumne mit schlechten Songwritern. Mich interessiert, wen du da eigentlich meinst.“ Weiterlesen

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Zwischen Manhattan & Mia – Woody Allen ist 90

Unser Autor Ulf Kubanke gratuliert Woody Allen zum Durchhaltevermögen und holt Oscar Peterson als Gratulanten an Deck.

Das Zitat

„Isaac Davis: „Habt Ihr gelesen, dass die Nazis Umzüge in New Jersey veranstalten? Wir sollten dort hingehen und es denen mal richtig zeigen; so mit Knüppeln und Baseballschlägern und denen die Sache mal richtig klar machen.“

Partygast A: „Eine sehr beißende Satire stand neulich in der „Times“ über diese Burschen. Unheimlich böse, sage ich Dir.“

Isaac Davis: „Ja, eine Satire darüber in der „Times“ ist gut. Aber Knüppel und Baseballschlägern sind eindeutig besser.“

Partygast B: „Ich finde, eine beißende Satire ist auf jeden Fall besser als Gewalt.“

Isaac Davis: „Aber Gewalt kommt bei den Nazis wesentlich besser an. Mit einer Satire kann man auf Schaftstiefel keinen sehr großen Eindruck machen.“

(Woody Allen „Manhattan“ 1979)

Die Gratulation

Happy 90th Birthday,@Woody Allen:

– Dem Genius, der zwischen Shakespeare und Eulenspiegel des 20./21. Jahrhunderts Komodie, Tragödie, Drama, Crime-Story & Freud an einen Tisch bringt und allem allzu Menschlichen im Großen wie im Kleinen ein liebevoll ironisches Denkmal setzt: Weiterlesen

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„Cities in Dust“ – eine „Stadtbild“-Kolumne

Ulf Kubanke mit seinen Gedanken zur „Stadtbild“-Debatte.

„Ich bin enttäuscht!“ (Otto (Kevin Kline) vor dem leeren Tresor in „Ein Fisch namens Wanda“ 1987)

Stadtbild, Stadtbild und kein Ende. Beim gesamten Diskussionsverlauf dieser Tage geht es mir ein wenig wie obig Otto vor dem gähnenden Geldschrank.

Alle Ebenen verschwimmen und auf einmal entsteht ein großes Durcheinander, vor allem ein großes Gegeneinander.

Auf einmal hat das gesamte Land diese erbärmlich verkürzende Snowflakes versus Cordhutträger-Nummer am Hals. Weiterlesen

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Blue Jeans, Bier & böse Menschen

Foto: Zizino Kubanke by Ulf Kubanke

Die Zeiten sind im Wandel. Auch im Bereich selbstbewusster Frauen, die sich öffentlich und mit offenkundiger Berechtigung gegen sexuelle Belästigung, genauer gegen das wehren, was man inzwischen „Catcalling“ nennt. Ulf Kubanke erzählt die wahre Geschichte einer Frau, die sich eine solche Übergriffigkeit von einem Mann schon vor über 20 Jahren cool und standfest nicht gefallen ließ.

„And if you try to fuck with me, then I shall fuck you too“

(Jack Black with Tenacious D – „Kickapoo“ 2006)

Catcalling steht vermehrt am Pranger der rechtlichen Diskussion, Yanni Gentsch, eine mittlerweile prominente Aktivistin, zuvor belästigte Joggerin, hat sowohl die spontane Konfrontation des Stalking Voyeurs mit seinem erbärmlichen Selbst, als auch eine strategisch geplante Petition für besseren Opferschutz von Gesetzgebers Seite gestartet. Weiterlesen

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Das Leben des Bryan

Foto: Bryan/Ferry/BMG

Es gibt nur wenige Musiker, deren Erscheinungsbild ebenso einflussreich das kollektive Gedächtnis okkupiert wie ihre künstlerische Genialität. Bryan Ferry alias Mr. Roxy Music ist eine dieser seltenen Ausnahmen. Hitfabrik und Stilikone? Kein Problem für den lässigen Briten, der nunmehr seinen 80. Geburtstag feiert. Zeit für eine Hommage.

Wer bei Bryan Ferry denkt: „Ach herrjeh, ist das nicht dieser lebendig gewordene Seitenscheitel aus der Yuppie-Ära, der den 80er Sound für Wannabe Gordon Geckos klar machte?“, hat da zwar einen nachvollziehbaren Gedanken, landet aber auf dem holzigsten aller Wege. Denn Ferry ist super. Warum? Weiterlesen

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The Queen’s not dead – 55 Jahre Queen 

Foto: Queen – Official promotional Foto © by Queen

Die legendäre britische Rockband Queen wird dieser Tage 55 Jahre alt. Zeit für eine Hommage von Ulf Kubanke. Der Popkukturexperte zeigt auf, was die Band mit, aber auch über ihren charismatischen Frontman Freddie Mercury so einzigartig gemacht hat.

Spricht man von den legendärsten Rockbands des Planeten, sind die Etiketten meist schnell verteilt. Die Beatles gelten vielen als großartigste Combo, Rolling Stones als die größte, Genesis als kopflastigste, Kinks die Gescheiterten, Doors, die Mystiker und The Who als die ruppigste Truppe der frühen Ära.

Unter all jenen gleichwohl: nur eine Majestät: Queen, die Königin der Hymnen.

Das Quartett um den schillernden Freddie Mercury

So in der Musik vier ausgesprochen individuelle Charaktere zum echten Kollektiv zussammenfinden, kann ein perfektes Team beachtliche Kunst hervorbringen. Queen setzen dieser Binsenweisheit im wahrsten Sinne des Worte die Krone auf. Weiterlesen

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Tall Dark Stranger – Eine Hommage an Robert Mitchum

„Ich jogge nicht, schwimme nicht, fahre nicht Rad. Meine einzige körperliche Ertüchtigung: Ich huste viel.“ (Robert Mitchum)

Als Schauspieler eine Legende, als Mensch ein ironisch-sarkastisches Rauhbein mit goldenem Herzen plus viel Humor und als Musiker ein talentierter Sänger und Songwriter.

So in etwa beschreibt man Robert Mitchum in einem Satz. Schon das abenteuerliche Leben jenes Mannes, der beim Set gern Whiskey aus Wassergläsern trank (ohne Eis versteht sich – kein Tüdelkram für Bobby!), wäre einen eigenen Film wert. Weiterlesen

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Divina ex Machina – Die künstlerisch oft unterschätzte Marilyn Monroe

Foto: IMAGO / United Archives

Marilyn Monroe wird gerne auf das Image des blonden, aber naiven Männertraums reduziert. In Wahrheit war sie eine brillante, belesene Künstlerin, die sowohl als Schauspielerin wie auch als Sängerin nach Perfektion strebte und viel Sinn für Ironie hatte – auch und gerade bei ihrer ikonischen Interpretation von „Diamonds are a girl’s best friend“. Ulf Kubanke mit einer Hommage.

Es gibt Mechanismen, bei denen zumindest mir im Bereich Misogynität ziemlich übel wird. Und ich stehe nicht im Verdacht, der Oberfeminismus-Experte zu sein. Nope. Einer dieser Mechanismen gleichwohl ist die Anerkennungsverweigerung durch Reduktion.

Das Drama führt zur Vereinnahmung der jeweiligen Lebensleistung durch das Zurechtstutzen auf eine Opferrolle, die alles erstickt wie Teer & Federn.

Ein Beispiel der Gegenwart dafür? Nein. Eines aus der Vergangenenheit? Nein.

Das beste Beispiel dafür ist ein zeitloses Geschöpf, das jedermann kennt.

Nehmen wir Marilyn. Weiterlesen

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