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Integration? Nicht mit uns!

Peng! Zisch! Knall! Bleihaltiger Rauch liegt in der Luft. Kriegsgeheul von allen Seiten. Die Integrations-Schlacht tobt wieder einmal. Wie gehabt stehen sich Panikmacher und Beschwichtiger unversöhnlich gegenüber.

Der Zankapfel der Woche: eine Studie des Bundesinnenministeriums mit dem schön klingenden Titel „Lebenswelten junger Muslime in Deutschland“. Dafür wurden unter anderem 900 Deutsche und Nicht-Deutsche telefonisch befragt.

Und siehe da, das vorgelegte 700-Seiten-Papier ist so willig, dass jeder aus ihm das herausliest, was ins eigene Weltbild passt. Die Alarmisten heben hervor, dass islamistische Tendenzen unter Muslimen immer gefährlichere Ausmaße annehmen, die Multikultifreunde betonen die Versäumnisse der hiesigen Mehrheits-Gesellschaft. Es ist zum Gähnen. Die Debatte ist so flach und öde wie das deutsche Tiefland.

Dennoch, dieses Mal dürfen sich die Panikmacher bestätigt fühlen. Sicherlich kann man zwar auch viel Positives aus der jetzt veröffentlichten Untersuchung ziehen. Zum Beispiel befürworten fast 80 Prozent der befragten deutschen Muslime die Integration. Aber beim Blick auf die anderen Ergebnisse der Studie muss man schon erschrecken.

Ein Viertel der jungen Einwanderer zwischen 14 und 32 Jahren ohne deutschen Pass ist integrationsunwillig. Diese Gruppe gibt zudem an, meist streng religiös zu sein, starke Abneigungen gegenüber dem Westen zu hegen und tendenziell die Anwendung von Gewalt zu akzeptieren. Fast die Hälfte der nicht deutschen Muslime zeichnet sich weiterhin durch „starke Separationsneigungen“ aus. Selbst 22 Prozent der deutschen Muslime haben nichts mit der Mehrheitsgesellschaft im Sinn und legen großen Wert auf ihre eigene Herkunftskultur. Man kann wohl kaum umhin, in diesen Ergebnissen eine Tendenz zur Radikalisierung zu erkennen.

Und was tun die wackeren Migrationsverbände, wie reagieren die braven Integrationspolitiker und die Heerscharen der unverbesserlichen Weichzeichner? Sie beben vor Zorn, schimpfen, reden der Islamophobie das Wort. Kein Wunder, so poltern diese Leute, dass der junge Muslim sich nicht integrieren will – man lässt ihn ja nicht, stigmatisiert diese Menschen als Bedrohung, schließt sie aus und fordere bedingungslose Assimilation ein. Mit anderen Worten: Die Versäumnisse liegen nach dieser Lesart ganz klar aufseiten der ach so gemeinen deutschen Mehrheitsgesellschaft. Aber, mit Verlaub, das ist Unsinn. Ja sogar ein Vorurteil.

Denn es wird unterstellt, hierzulande werde nichts oder eben allzu wenig für die Integration getan. Doch was dieser Staat auf die Beine stellt, um Menschen aus dem Libanon oder der Türkei einen guten Start zu bieten, ist aller Ehren wert. Doch das beste Angebot nutzt wenig, wenn es nicht angenommen wird. Eine große Zahl muslimischer Einwanderer steht diesem Staat, der westlichen Lebensart, seinen Werten mit großer, unverhohlener Skepsis gegenüber. Viele, das sollte man sich eingestehen, wollen deshalb einfach nicht dazu gehören. Sie grenzen sich bewusst selbst aus. Wir sind ihnen fremd und sollen es bleiben. Miteinander? Nein danke, kein Interesse.

Eine derartige Haltung mag uns verblüffen und enttäuschen. Aber sie deshalb in Abrede zu stellen, hilft niemandem weiter. Und es nützt rein gar nichts, wenn wir vor der Gefahr des militanten islamischen Fundamentalismus wahlweise die Augen verschließen oder den Kopf in den Sand stecken. Man muss ihm sich mit aller Kraft entgegenstellen. Und wenn ein Viertel der jungen nicht deutschen Muslime starke Abneigungen gegenüber dem Land empfindet, in dem sie leben, dann ist das bedrohlich.

In der „Welt“ schreibt Alan Posener: „Dass Ausgrenzung und Chancenlosigkeit Extremismus begünstigen, ist so wahr wie trivial. Das enthebt die offene Gesellschaft aber nicht der Pflicht, offensiv für ihre Werte einzustehen und gegen diejenigen vorzugehen, die ihr antidemokratisches, antiwestliches und antisemitisches Gift unter muslimischen Jugendlichen verbreiten.“ Man sollte an diese Worte denken, wenn die nächste Integrationsschlacht beginnt.

 

 

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7 Gedanken zu “Integration? Nicht mit uns!;”

  1. avatar

    Aus einem Bericht zu entnehmen ist Integration der muslimischen Gesellschaft auch ein Thema in den USA, nur mit dem Unterschied, dass dort viel toleranter und sensibler mit der Religionsfreiheit umgegangen wird, was natürlich auch viele Unstimmigkeit im Volk mit sich zieht, aber so gibt es beispielsweise verhältnismäßig gesehen mehr Moscheen, als hierzulande.

    Junge Muslime in den USA

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    @ Parisien & derblondehans: Dass die Indianer intelligent sind, bemerkten schon die Spanier welche 1519 die grosse Hauptstadt des Aztekenreiches, Tenochtitlan (heute Mexico. D.F.) bestaunten – und Hernan Cortez, wie auch Bernal Diaz del Castillo bemerkten in ihren Werken: „Es ist bewundernswert, dass die Indios das alles entwickelt haben – ohne Beispiele von anderen Kulturen!“ Denn diese Spanier hatten eine gute Bildung, und wussten dass die Zivilisation in Europa sehr viel von Kulturen in Asien und dem Nahen Osten „abgegukt“ hatten. Das Kakchiquel-Maya, wie die anderen 12 Sprachen der Maya-Kultur, and andere Indianersprachen – hat eine Grammatik welche genau so entwickelt ist wie das Deutsch – also in Kakchiquel, Tzotzil and anderen Maya-Sprachen koennte man genau sagen (im Subjunctive – Past Conditional): „Ich wuerde gesprochen haben!“. (Die fanatisch religioesen Spanier verlangten von ihren Missionspriestern, dass sie erst die entsprechende Indigenensprache erlernten!) — James Anaya, ist der UN Beobachter fuer Indigenenrechte, ein Indianer von New Mexico, Rechtsanwalt und Juraprofessor, auch Richter in seinem Stamm mit 156 Menschen, die Prescott: Sie betreiben (wie 220 andere Staemme in USA) ein Spielkasino, einen Shopping Center, und einen Business-Park (Bueros usw.) und beschaeftigen 2,500 Angestellte. Die 3,300 Seminole in Florida (eine Mischung von Creek und anderen Indianergruppen, African Americans und Weissen) betreiben in Florida 7 Spielkasinos, besitzen die weltweiten „Hard Rock Cafes“ welche sie fuer $ 2.2 Millarden gekauft haben. Jeder bekommt im Monat $ 14,000 (also eine Familie von 4 – $ 800,000 im Jahr), der gewaehlte Vorsitzende (Chief = Haeuptling) hat Grundgehalt von $ 1 Million im Jahr. In Colorado hat eine Sippe von Indianern mit 440 Menschen, ein Gasvorkommen, welches ihnen soweit einen „Development fund“ von $ 4 Millarden geschaffen hat. In New York City leben 40,000 Indianer, in Sao Paulo 60,000. In den Amerikas ist der Indianer ueberall – zum Glueck fuer uns, die als junge weisse Maenner in die Neue Welt kamen und dort die romantischen Mestizas und Indias entdeckten: Das grossartigste Wunder in der Neuen Welt. Der bekannteste der heute noch lebenden romantischen Komponisten der spanisch-sprachigen Welt, dessen 400+ Kompositionen aber auch schon von Placido Domingo, Frank Sinatra, Elvis Presley gesungen wurden, ist ein Maya-Indianer von Yucatan: Armando Manzanero. (Sieh youtube Video: PLACIDO DOMINGO ARMANDO MANZANERO MIA) – vor dem Maya Tempel Chichen Itza – zu dem Manzanero 1945 von seiner Grossmutter gebracht wurde, mit welcher er nur in Maya sprach – wie er erklaert – wenn er zu ihrem Andenken seine Komposition „Verehrung“ in Maya singt, sieh youtube Video PLACIDO DOMINGO ARMANDO MANZANERO ADORO: Ikkatixch tuxchkkabi… („Explosives Doppel-„K“! – das muss gelernt werden!)

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    @ jan z.volens
    – Ich sagte zu einem Kakchiquel-Maya am Atitlan-See in Guatemala: “Wie kommt das: Ihr sprecht alle das Kakchiquel unter euch, aber euere kleinen Kinder sprechen alle das Spanisch ?” Der alte Kakchiquel laechelte: “Bis unsere kleinen Kinder noch nicht in die Schule gehen, sprechen wir mit unseren kleinen Kindern nur in Spanisch um sie fuer die Schule vorzubereiten. Aber wenn sie dann in die Schule gehen – und dort mehr das Spanisch lernen, dann sprechen wir mit unseren Kindern nur noch in Kakchiquel!”

    Großartiges, vorbildhaftes Beispiel. Bestätigt mein Vorurteil, dass Indianer klüger sind als wir.

    Und dieses: „Natuerlich ist das ersatz-amerikanische Pop-Getue der jungen “Germans” ekel- eregend, und man muss schon einen starken Magen haben um in dieser Fauna zu existieren. Da flieht jeder normale Mensch in die interessante Musik der Tuerken und Araber. Wenn man den “Pop-Export” von “Germany” in der weltweiten “Deutschen Welle” bemerkt, muss man schnell eine Spuktuete bereit haben!“

    Ja, kann man des öfteren nachvollziehen. Ersatzkultur ist keine Kultur uns hat mehr mit der bekannten Religion Konsumerismus zu tun. Germarica ist ein müdes Plagiat ohne Größe und Inhalt. Bambi ist nicht Oscar, unsere Stars sind allzu oft nur Abziehbilder. Türken sind dagegen authentisch, immerhin.

    Ihr comment ist interessant.

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    Alle ueberall, koennten von einem Indianer in Kanada lernen. Er lebt in British Columbia – im Fernen Westen nahe der Kueste des Pazifiks. Sein Stamm hat nur wenige Angehoerige. Er meint ueber seine Tochter: ICH WILL DASS MEINE TOCHTER BEIDES HAT: WURZELN UND FLUEGEL! DESHALB LERNT SIE DIE SPRACHE UNSERES KLEINEN INDIANERSTAMMES, ABER AUCH ENGLISCH UND FRANZOESISCH! (Franzoesisch wird nicht nur in Quebec gesprochen, sondern auch in vielen Gemeinden ueberall in Kanada – besonders mit Metis (Mestizen) und Indianern. Die Franzosen hatten vom Anfang in den ersten Jahrzehnten des 17. Jahrhunderts – eine diplomatische und freundschaftliche Beziehung zu den Indianern in Nordamerika, nicht nur in Kanada sondern in grossen Teilen des heutigen USA, in welchen die Franzosen als erste Europaer erschienen. Deshalb haben viele Staedte im Nordwesten und Mittelwesten der USA – franzoesiche Namen. —Ich sagte zu einem Kakchiquel-Maya am Atitlan-See in Guatemala: „Wie kommt das: Ihr sprecht alle das Kakchiquel unter euch, aber euere kleinen Kinder sprechen alle das Spanisch ?“ Der alte Kakchiquel laechelte: „Bis unsere kleinen Kinder noch nicht in die Schule gehen, sprechen wir mit unseren kleinen Kindern nur in Spanisch um sie fuer die Schule vorzubereiten. Aber wenn sie dann in die Schule gehen – und dort mehr das Spanisch lernen, dann sprechen wir mit unseren Kindern nur noch in Kakchiquel!“ — („Vorzubereiten“ ? oder wie schreibt man das in „German“ ?) – Also eine Flexibilitaet ist schon notwendig. Gleichzeitig muss man sich in die jungen Auslaender in „Germany“ hineindenken: Natuerlich ist das ersatz-amerikanische Pop-Getue der jungen „Germans“ ekel- eregend, und man muss schon einen starken Magen haben um in dieser Fauna zu existieren. Da flieht jeder normale Mensch in die interessante Musik der Tuerken und Araber. Wenn man den „Pop-Export“ von „Germany“ in der weltweiten „Deutschen Welle“ bemerkt, muss man schnell eine Spuktuete bereit haben!

  5. avatar

    Spät kommt Ihr a href=“http://www.youtube.com/watch?v=D2l95fuAVWs&feature=related“>doch Ihr kommt! Der weite Weg, Herr Böhme, Entschuldigt Euer Säumen. (Frei nach Schiller.) 😉

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