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Professor Lüdecke und der Klimawandel

Auch wenn 97 Prozent der mit dem Thema befassten Wissenschaftler meinen, der menschengemachte Klimawandel sei eine Tatsache, abonniere ich den Rundbrief des „Europäischen Instituts für Klima und Energie“, das den Einfluss des Menschen auf das Klima leugnet. Man muss ja in einer derart wichtigen Frage offen bleiben für andere Meinungen.

So habe ich mir also wieder einmal einen Artikel von Professor Doktor Hans-Joachim Lüdecke zu Gemüte geführt: „rbb, Klima, Extremwetter und Relotiusdorfsäue“. Mir scheint, er ist einigermaßen typisch für das Genre der bei EIKE und ähnlichen Vereinen erscheinenden Artikel, die den menschengemachten Klimawandel leugnen.

Professor Doktor zwar, doch nicht für Klimaforschung

Beginnen wir mit dem Autor. Lüdecke ist weder Klimatologe noch Meteorologe. Er ist, „Professor Doktor“ zum Trotz, auf dem Gebiet der Klimaforschung ein Hobby-Autor. Sein Spezialgebiet vor der Pensionierung war die Strömungsmechanik, besonders in Pipelines und dergleichen. Als Physiker hat er, das gebe ich sofort zu, bestimmt ein besseres Verständnis meteorologischer und klimarelevanter Vorgänge als ich, der ich Germanistik und Anglistik studiert und an der Uni im Wesentlichen kommunistische Agitation betrieben habe. Aber ich bin nicht, wie Lüdecke, Pressesprecher eines „Europäischen Instituts für Klima und Energie“, gebe mich also nicht als Fachmann aus.

Lüdeckes Artikel ist eine Kritik –  na, sagen wir ruhig: ein Verriss – einer Publikation des Rundfunks Berlin-Brandenburg  (rbb) zur möglichen Klimaentwicklung in der Region Brandenburg-Berlin in den nächsten 80 Jahren. Wer diese Publikation liest, wird feststellen, dass sie – mit Ausnahme des „Anteasers“, also des kurzen Texts, der zum Lesen einladen soll, der redaktionell erstellt wird und über den sich nicht nur beim rbb so mancher Autor oft wegen des reißerischen Tons ärgert – relativ sachlich gehalten ist. Verschiedene Szenarien der Klimaentwicklung werden durchgespielt. Um es vorwegzunehmen: Mit diesen Szenarien befasst sich Lüdecke erst gar nicht.

Nichts Genaues weiß man nicht

Stattdessen schreibt der Professor: „Vorhersagen sind schwierig, besonders wenn sie die Zukunft betreffen (Zitat W. Heisenberg). Woher kommt der Vorhersageunsinn des rbb eigentlich? Klar, aus Klimamodellen. Das sind diese Computerrechnungen, die einst den bekannten Modellierer Mojib Latif zu der Aussage verführten „In Deutschland gehören klirrend kalte Winter der Vergangenheit an: Winter mit starkem Frost und viel Schnee wie noch vor zwanzig Jahren wird es in unseren Breiten nicht mehr geben“. Nun ist es bekanntlich so: Mit Klimamodellen kann man höchstens einigen ganz wenigen Details des unendlich komplexen Klimasystems näherkommen, das ist auch schon alles. Auch das wird vom IPCC (dem UN- „Klimarat“, A.P.) bestätigt, langfristige Klimavorhersagen sind prinzipiell nicht möglich. Könnte ja vielleicht der eine oder andere deutsche Redakteur auch mal zur Kenntnis nehmen. Aber natürlich: wenn man in ein Klimamodell den CO2-Anstieg hineinsteckt, erhält man einen Temperaturanstieg. Solch ein Ergebnis politisch zu instrumentalisieren ist unredlich, und die Aussage ist wissenschaftlich wertlos.“

Würde das stimmen, so wäre es unsinnig, über die Klimaentwicklung überhaupt nachzudenken. Nichts Genaues weiß man nicht, und Vorhersagen sind „Vorhersageunsinn“. Gleichzeitig aber gibt Lüdecke zu: „Aber natürlich: wenn man in ein Klimamodell den CO2-Anstieg hineinsteckt, erhält man einen Temperaturanstieg.“ Immerhin. Die Modelle sehen also eine Korrelation zwischen CO2-Anstieg und Temperaturanstieg. Weiterhin können diese Modelle – mit allen Einschränkungen, die auch durch die laufenden Berichte des IPCC dokumentiert werden – Szenarien entwerfen, welche Folgen der globale Anstieg der Temperaturen haben könnten.

Noch einmal: Wenn „langfristige Vorhersagen prinzipiell nicht möglich“ und Computermodelle weitgehend wertlos sind, erübrigt sich jede Diskussion. Jedoch ist die Behauptung, dass Computermodelle wertlos sind, ein Mythos, wie man hier nachlesen kann.

Die zentrale Aussage lautet: „Alle Modelle werden also zunächst durch einen Prozess, der Hindcasting genannt wird, getestet. Die Modelle, die für die Vorhersage des zukünftigen Klimas verwendet werden, können Klimaveränderungen der Vergangenheit korrekt nachzeichnen. Wenn sie die Vergangenheit richtig darstellen, gibt es keinen Grund zu glauben, dass ihre Vorhersagen falsch sein könnten. Die Modelle mit den vorhandenen instrumentellen Aufzeichnungen zu testen, legte den Schluss nahe, dass CO2 die globale Erwärmung verursachen muss, da die Modelle nicht simulieren konnten, was bereits passiert war, ohne dass das zusätzliche CO2 in den Modellen berücksichtig wurde. Nichts anderes konnte den Temperaturanstieg im letzten Jahrhundert erklären.“ (Die Übersetzung ist holperig, aber der Sinn klar. Ich empfehle dennoch das englische Original.)

Die Webseite „Skeptical Science“ empfehle ich jedem, der sich einen Überblick über die Diskussion verschaffen will.

Es hätt noch immer jot jejange

Im Übrigen erschlägt das Argument „Nichts Genaues weiß man nicht“ sich selbst. Wenn man nicht modellieren kann, wie sich der Anstieg des CO2 in der Atmosphäre auswirkt, dann kann alles ja auch viel schlimmer kommen, als es die Wissenschaftler schätzen – vielleicht so, wie es uns Greta Thunberg ausmalt. Tatsächlich ist das wichtigste Argument gegen die apokalyptische Klimahysterie die wissenschaftliche Klimaforschung. Doch läuft Lüdeckes Position auf den frommen Wunsch hinaus: Es hätt noch immer jot jejange.

Warum ist der Professor so bösartig?

Jenseits des Inhalts – eigentlich vor jeglichem Inhalt – fällt einem der unangenehme Ton des Professors auf: Der rbb treibe „die Dorfsäue des Relotius durch alle Medien-Dörfer“; Relotius sei ein „Superfälscher“, doch „gelernt haben die rbb-Journalisten aus dem Relotius-Skandal nichts, sie setzen ungerührt dessen Methode fort: Geschichten erfinden, ohne zu recherchieren.“ „Keep cool und traue keinem Journalisten, der vom Weltuntergang faselt.“ „Fazit: die Brandenburg/Berlin-Temperaturreihe ab 1881 als Beleg für eine gefährliche globale Erwärmung heranzuziehen ist mehr als fragwürdig, um den harten Ausdruck Schwachsinn zu vermeiden. Es belegt eigentlich nur den Unwillen der verantwortlichen rbb-Redakteure, sich ordentlich zu informieren.“ „Die einschlägigen Journalisten im rbb können einem im Grunde nur leid tun. Wir hoffen zwar auf Besserung, glauben aber nicht mehr daran.“

Man kann das natürlich verbuchen unter: „Hier lacht der Akademiker“; hier verwechselt halt jemand, der sich für ungemein witzig hält, hölzernen Sarkasmus mit Humor und Beleidigung mit Kritik. Doch scheint mir genau das bezeichnend. Jeder kennt das von sich. Desto unsicherer man selbst ist, desto lauter schimpft man auf den Gegner, auch um die leise innere Stimme zu übertönen, die da sagt: Vielleicht ist da was dran.

Lüdeckes Geschimpfe enthält überdies eine Reihe von Unterstellungen.

Relotius hat zwar als Journalist gern seine Reportagen durch erfundene Szenen aufgewertet, aber mit Klimaforschung hat er nichts zu tun gehabt. Auch wenn die Szenarien der rbb-Kollegen falsch wären, so wären sie also keine „Relotius-Säue“. Doch haben die Kollegen nichts erfunden, sondern Daten des Deutschen Wetterdienstes und des Brandenburger Landesamts für Umwelt ausgewertet. Sie treiben diese „Relotiussäue“ auch nicht „durch alle Mediendörfer“. Der Rundfunk Berlin-Brandenburg bedient nur dieses Gebiet. Sie benutzen die Brandenburger Temperaturreihe auch nicht als Beleg für eine gefährliche globale Erwärmung, sondern nur als Beleg dafür, dass sich auch in Brandenburg der von den Modellen vorhergesagte Temperaturanstieg bemerkbar macht. Warum das „Schwachsinn“ sein soll, erschließt sich einem auch nach der Lektüre der professoralen Kritik nicht, aber dazu gleich mehr. Dass die Kollegen des rbb „unwillig“ seien, „sich ordentlich zu informieren“, ist eine Unterstellung; sie haben sich an die Institutionen gewendet, die über die besten Daten für die Region verfügen. Das EIKE hingegen, das sie wohl nicht konsultiert haben, ist weder europäisch, noch ein wissenschaftliches Institut, noch betreibt es eigenständige Klimaforschung. Schon gar nicht „faseln“ die rbb-Kollegen „vom „Weltuntergang“, im Gegenteil: Sie benutzen erstens für die schlimmsten Szenarien, die sie auch nicht als „Weltuntergang“ beschreiben, den Konjunktiv („… drastische Folgen könnten auf uns zukommen“); und sie sagen ausdrücklich: „Aber die Daten zeigen auch: Es gibt durchaus noch Handlungsspielraum.“

Warum schimpft der Professor so? Warum arbeitet er mit Unterstellungen und Beleidigungen?  Leider ist dieser Ton bei Leugnern des menschengemachten Klimawandels die Regel eher als die Ausnahme. Warum? Warum geht es nicht sachlich?

Zahl ich gewinne, Kopf du verlierst

Nun kann man einwenden, zwischendurch schreibe Lüdecke sachlich. Bedingt stimmt das auch. Doch auch hier argumentiert er nach der Methode „Zahl ich gewinne, Kopf du verlierst“. Nehmen wir die Temperaturmessreihe, die einen Anstieg der mittleren Temperatur im heutigen Gebiet Berlin-Brandenburg um 1,5 Grad seit 1880 anzeigt. Einerseits sagt der Professor, das sei ganz normal, schließlich sei es seit Ende der Kleinen Eiszeit überall in Europa wärmer geworden. Dann aber unterstellt er, der Anstieg könne etwas mit fehlerhaften Messungen zu tun haben, schließlich sei Berlin eine „urban heat island“ (die Existenz solcher Inseln zeigt übrigens, dass der Mensch sehr wohl das Klima beeinflusst, ganz ohne CO2). Ob tatsächlich die Brandenburger Institutionen den elementaren Fehler gemacht haben, in Berlin zu viel und auf dem Land zu wenig gemessen zu haben, das bleibt freilich im Dunkeln, wo gut munkeln ist. Schließlich legt der Professor eine Ausgleichsgerade durch eine willkürlich ausgewählte Zeitspanne – 1920 bis 1985 – und findet einen Rückgang der Temperaturen, trotz Ende der Kleinen Eiszeit und Berliner Hitzeinsel! Was denn nun?

Man muss hier nicht nach Logik suchen. Hier geht es nur darum, einen eindeutigen Befund – einen Temperaturanstieg um etwa 1,5 Grad seit Beginn der Industrialisierung – zu verunklaren.

Fieber ist gleich Fieber

Aber es gibt doch natürliche Temperaturschwankungen! Es hat doch früher schon Eis- und Warmzeiten gegeben, ganz ohne menschliches Zutun! Dieser Teil des Essays ist der sachlichste, weil er sich ja auch nicht auf die aktuellen Zahlen aus Berlin-Brandenburg bezieht, sondern allgemein gehalten ist und sich so fast wörtlich in mehreren Artikeln Lüdeckes wiederfindet.

Das Argument, das Klima befinde sich stets im Wandel, die Erde habe sich auch früher erwärmt, die gegenwärtige Entwicklung sei also ganz natürlich und von uns gar nicht, schon gar nicht durch einen weitgehenden Verzicht auf die Verbrennung von Kohle, Öl, Gas und Co. zu beeinflussen, wird von „Skeptical Science“ als der „am häufigsten benutzte Klima-Mythos“ bezeichnet.

Der Kern des Gegenarguments: „Es ist offensichtlich wahr, dass Klimaveränderungen in der Vergangenheit durch natürliche Antriebe verursacht wurden. Wenn jedoch so argumentiert wird, dass wir deshalb heutzutage den Klimawandel nicht verursachen können, ist das gerade so, als ob wir sagen würden, dass die Menschen keine Waldbrände verursachen könnten, weil diese in der Vergangenheit natürliche Ursachen hatten. Die Zunahme von Treibhausgasen hat in der Geschichte der Erde schon häufig zu einem Klimawandel geführt und wir fügen der Atmosphäre heute immer mehr Treibhausgase immer schneller hinzu.“

Man könnte auch diejenigen, die mit dem Hinweis auf frühere Warmperioden den menschengemachten Klimawandel leugnen, mit einem Arzt vergleichen, der das Fieber seines Patienten mit dem Hinweis abtut, Fieber sei ganz natürlich, der Patient habe früher auch Fieber gehabt, er solle sich also nicht so haben.

Wetter und Klima

Im gewohnt aggressiven Ton schreibt Lüdecke: „Klimawandel findet statt, seit die Erde existiert, konstantes Klima gab es noch nie. Insofern ist das ‚Klimawandel in vollem Gange‘ des rbb völlig richtig. Aber was wollen uns die rbb-Redakteure mit dieser Binsenweisheit sagen? Knüppeldick ist dagegen der Unsinn von zunehmenden Wetterextremen. Diese Behauptung, zu der nicht nur vom rbb auch gerne das angebliche Absaufen von Pazifik-Inseln hinzugefügt wird, gehört inzwischen zu den unverzichtbaren und beliebtesten Dorfsäuen des Relotius.“

Nun haben die Kollegen vom rbb in ihrem Bericht nichts über das „Absaufen von Pazifik-Inseln“ geschrieben, das, nebenbei gemerkt, eine ganz natürliche Folge auch einer ganz natürlichen Klima-Erwärmung wäre, und keine „Dorfsau des Relotius“. Die Kollegen haben auch nicht behauptet, dass man gegenwärtig schon in Brandenburg die beobachteten Wetterextreme dem Klimawandel kausal zuordnen könnte, was übrigens auch der IPCC, wie Lüdecke richtig feststellt, nicht tut. Die Kollegen schreiben: „Klimaforscher rechnen damit, dass gerade die heute 10- bis 20-Jährigen von den Folgen einer starken Erderwärmung mit voller Härte getroffen würden: von extremer Hitze, Dürren oder heftigen Unwettern. Dass mit solchen Phänomenen nicht zu spaßen ist, haben die Berliner und Brandenburger in den vergangenen Jahren zu spüren bekommen, etwa beim Starkregen 2017 oder im Dürresommer 2018.“

Noch einmal und langsam lesen: Dort steht, dass die Extremwetterphänomene der letzten beiden Jahre unangenehme Folgen hatten – nicht, dass sie Ergebnis des Klimawandels seien. Die prognostizierte Zunahme solcher Ereignisse wird, so die Kollegen, „erst die heute 10- bis 20-jährigen mit voller Härte treffen.“  Professor Lüdecke schreibt dennoch: „Wer nun mit der Dürre des letzten Sommers oder mit einer starken Hurrikan-Saison in den USA argumentiert, hat den Unterschied von Wetter und Klima nicht begriffen.“

Mit der Hurrikan-Saison haben die Kollegen ebenso wenig argumentiert wie mit dem „Absaufen“ von Pazifik-Inseln, obwohl auch das verstärkte Auftreten von tropischen Stürmen ein Ergebnis der Erderwärmung auch dann wäre, wenn sie rein natürlichen Ursprungs wäre, so dass es für Häme eigentlich keinen Anlass gibt.  Doch wie ist es mit dem Verhältnis von Klima und Wetter? Klar gibt es einen Unterschied, aber auch einen Zusammenhang. Klimaveränderungen verändern ja das Wetter.

Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein AfD-Mann objektiv urteilt?

Wie es der Zufall will, entdeckte ich heute in WELT, einem Medium, dem man kaum einen Hang zu Klimahysterie nachsagen kann, einen Artikel zum Thema Wetter und Klima. Wissenschaftsredakteurin Sarah Maria Brech schreibt über die ungewöhnlichen Hitzeereignisse der letzten Jahre: „War das nur eine seltene Wetterlage oder schon Zeugnis des Klimawandels? Bislang wagten weder Klimaforscher noch Meteorologen eine klare Antwort.“  Richtig. Doch: „Die deutsche Physikerin Friederike Otto hat vor fünf Jahren eine Forschungsrichtung mitbegründet (…): die Attribution Science, auf Deutsch Zuordnungs- oder Attributionswissenschaft. Attributionswissenschaftler versuchen herauszufinden, wie die Erderwärmung die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten eines ganz bestimmten Wetterereignisses beeinflusst hat. Dazu berechnen sie diese Wahrscheinlichkeit zunächst für die Welt, wie sie heutzutage tatsächlich ist – nämlich ein Grad wärmer als zu Beginn der Industrialisierung. Und dann für die Welt, wie sie ohne die Erderwärmung wäre. Der Unterschied zwischen beiden Ergebnissen ergibt die Veränderung der Wahrscheinlichkeiten.“

Die Wissenschaftlerin hat eine Beispielrechnung für die Stadt Kopenhagen angestellt: „Die dortige Hitzewelle ist in der heutigen Welt ein Zehnjahresereignis – das heißt, dass sie im Schnitt alle zehn Jahre auftritt. Ohne Klimawandel träte sie nur alle 50 Jahre auf. ‚Das einzige, was diese beiden Welten unterscheidet, ist der Klimawandel‘, sagt Otto. ‚Er macht eine sommerliche Hitzewelle in Europa wie 2018 fünfmal wahrscheinlicher.‘“

Politik, Klima, Religion

Wäre ich so verbittert wie Lüdecke, würde ich schreiben: Wer das nicht akzeptiert, versteht weder die Grundsätze der Statistik noch den Zusammenhang von Wetter und Klima. Aber natürlich unterstelle ich dem gelernten Physiker und Hobby-Klimatologen Lüdecke weder das eine noch das andere. Als Mitglied der AfD freilich und ihres Bundesfachausschusses Energie hat er vielleicht ein politisches Interesse daran, auch die Wissenschaft durch die parteipolitische Brille zu sehen. (Das Beitragsbild zeigt ein von der AfD manipuliertes Foto nebst Original von einer Schüler-Demo zum Thema Klimawandel.)

Werde ich mit diesem Artikel auch nur einen Menschen überzeugen, der den menschengemachten Klimawandel leugnet? Ich glaube kaum. Mittlerweile ist die Leugnung dieser Tatsache für die quasi-religiöse populistische Bewegung zu einem Kern-Dogma geworden, wie das Leugnen des Darwinismus für Evangelikale (und manche Katholiken, wie etwa Benedikt XVI) und radikale Muslime. Und gegen religiöse Überzeugungen ist die Vernunft machtlos.

ich habe also diesen Essay, wenn man so will, zur Selbstvergewisserung geschrieben. Weil man sich von den wütenden Angriffen dieser Leute ebenso wenig wie beim Darwinismus in die relativistische Ecke drängen lassen darf, wo man allenfalls die Hysterie einer Gretas Thunberg gegen die Gemeinheit ihrer Kritiker aufrechnet, ohne sich nach den Tatsachen zu fragen und nach einer Politik, die diesen Fakten angemessen ist.

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32 thoughts on “Professor Lüdecke und der Klimawandel

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    Eigentlich ist das Prinzip hinter EIKE und anderen lange bekannt, nur muß man für die Erlkärung ein wenig ausholen:
    Für ein Unternehmen ist nichts bequemer als ein laufender und eingespielter Prozeß, der ordentlich Gewinne abwirft. Dabei ist es unerheblich, ob es sich um greifbare Produkte handelt (von Zigaretten über Musik-CDs und Bücher bis zu Automobilen mit Verbrennungsmotor), um Software und Filme oder um Dienstleistungen – vom Einzelhandel bis zum Luft- oder Schienenverkehr. Das zweitschlimmste, was einem solchen Unternehmen passieren kann, ist daß jemand mit einer anderen Geschäftsidee kommt (Musik als MP3 auf dem Computer oder Versandhandel oder Personentransport mittels Fernbussen) und die eingespielten Prozesse alt aussehen läßt. Die Platzhirsche haben meistens nicht vor, dem Neuling auch nur ein bißchen was von ihrer Marktstellung abzugeben, und als Folge setzt in der Regel ein intensives Lobbying ein. Das ist keine Erfindung der neueren Zeit, als die Musikindustrie gegen MP3 mobil machte und die US-Regierung zum DMCA drängte, sondern ein alter Hut: Hitler hat auf Drängen der Reichsbahn ein Verbot gegen Fernbusse erlassen, und im Mittelalter haben die Ritter beim Papst interveniert, die aufkommende Armbrust zu ächten, die von Bauern bedient werden konnte und im Wortsinne durchschlagenden Erfolg gegen Ritterrüstungen hatte.
    Das schlimmste, was einem Unternehmen dagegen passieren kann, ist, wenn sich herausstellt, daß sein Produkt den Konsumenten oder der Allgemeinheit schadet und dies auch noch wissenschaftlich untermauert wird. In solch einem Fall folgt nämlich fast zwangsläufig eine Regulierung durch den Staat. Wie dies zu verhindern versucht wird, dafür liefert die US-Tabakindustrie eine Blaupause. Diese hatte sehr früh erkannt, daß es zu auffällig wäre, wenn ihre Verbandsvertreter die Erkenntnisse der Wissenschaftler bestritten; stattdessen wurden andere Wissenschaftler – nicht selten aus einem anderen Fachgebiet – engagiert, um Zweifel zu säen, vermeintliche wissenschaftliche Institute und Zeitschriften wurden aus dem Boden gestampft, deren Aufgabe darin bestand, die wissenschaftlichen Erkenntnisse in Zweifel zu ziehen – im konkreten Fall der Tabakindustrie, daß Rauchen und sogar Passivrauchen Lungenkrebs auslösen kann (die Tabakindustrie sah sich mit etlichen Prozessen in den USA mit Millionenklagen konfrontiert). Mittel zum Zweck waren Gefälligkeitsgutachten, in der Regel auf unwissenschaftlicher Basis, d.h. durch Rosinenpickerei bei den Daten oder schlichtweg durch Fälschungen, intensive Öffentlichkeitsarbeit, bei der nur die eigenen Gutachten betrachtet werden, die durch gegenseitige Referenzierung scheinbar mehr Bedeutung bekommen und Forschungstätigkeit vorgaukeln, durch Diffamierung der anderen Forscher oder indem regulatorische Maßnahmen als Angriff auf die persönliche Freiheit (bzw. den American Way of Life) gebrandmarkt wurden.
    Ich habe mir angewöhnt, nach genau solchen Merkmalen Ausschau zu halten, wenn wissenschaftlicher Konsens – insbesondere der durch eine große Menge empirischen Datenmaterials untermauerte – pauschal in Frage gestellt wird.
    Bei EIKE werde ich ziemlich schnell fündig:
    – Es ist – auch wenn es sich so nennt – kein Institut, sondern ein eingetragener Verein;
    – Wissenschaftler, die auf EIKE publizieren oder von ihnen besonders hervorgehoben werden, sind etwa Fritz Vahrenholt (gelernter Chemiker), Hans-Joachim Lüdecke (Strömungsmechaniker) oder Nir Shaviv (Astrophysiker). Klimatologen finden sich so gut wie keine darunter;
    – EIKE bezeichnet sich als Institut, aber seine Veröffentlichungen in Zeitschriften mit Peer Review sucht man mit der Lupe – auch unter der Rubrik Publikationen;
    – EIKE verbreitet auf seiner Seite bereits den alarmistischen Slogan “Nicht das Klima ist bedroht, sondern unsere Freiheit”.
    Für meinen Geschmack sind das ein paar Parallelen zu viel zu dem Verhalten der Tabakindustrie und ihrer U-Boote. Die intensiven Verbindungen der EIKE-Autoren zu den Energie- und Mineralölkonzernen, den hauptsächlich Betroffenen einer Regulierung, welche die Verbrennungsmotoren verbannen würde, sagt ein übriges. Wer mit wem unter einer Decke steckt, wird etwa von Lobbypedia (https://lobbypedia.de/wiki/Europ%C3%A4isches_Institut_f%C3%BCr_Klima_und_Energie#Institut_f.C3.BCr_Unternehmerische_Freiheit) aufgedröselt.

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    Ich halte es mit dem Klimawandel wie mit der Pascal’schen Wette.
    Sind die Vorhersagen falsch, auferlegen wir uns vielleicht unnötige Askese. Sind sie allerdings richtig und wir unternehmen nichts gegen den CO2 Anstieg riskieren wir das Ende der Welt wie wir sie kennen. Also ja zu einem vernünftigen Klimaschutz. Übertreiben wir es in Deutschland allerdings damit und richten unsere Industrie und unseren Wohlstand zugrunde, riskieren wir in Deutschland politische Verwerfungen, die jeden Klimaschutz politisch nicht mehr durchsetzbar machen.
    Schlimmer noch – ein Deutschland, dass sich mit übertriebenem Klimaschutz ruiniert, könnte weltweit als abschreckendes Beispiel dienen und dort dei Durchsetzung von Massnahmen erschweren
    Darum mit Ludwid Erhard:
    “Maß halten!”

    (Wo sind heute Politiker wie dieser?)

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      Die Pascal’sche Wette bezieht sich auf etwas nicht Beweisbares – nämlich die Existenz eines gütigen Gottes und eines Lebens nach dem Tode. Der Klimawandel ist hingegen ein belegbarer wissenschaftlicher Fakt.

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        Ich schweife ab, aber der Mathematiker Kurt Gödel, einer der bedeutendsten Logiker des 20. Jahrhunderts, hat mathematisch bewiesen, dass ein allmächtiger und gütiger Gott existiert. Im Prinzip ist es der ontologische Gottesbeweis des Anselm von Canterbury, merzte aber dessen logische Schwäche aus.

        https://de.wikipedia.org/wiki/Gottesbeweis#Der_ontologische_Gottesbeweis

        Der Beweis wurde er vor Kurzem von anderen Logikern bestätigt.

        “Der Klimawandel ist hingegen ein belegbarer wissenschaftlicher Fakt.”

        Der Klimawandel ist belegbar, was schon aus der Definition des Klimas folgt. Klima ist der statistische Durchschnitt der metrologischen Daten der jeweils letzten 30 Jahre.
        Aber Ausagen über die Ursache und Prognosen über den weiteren Verlauf würde ich eher als Hypothesen bezeichnen. Aber wie gesagt, weil diese Hypothesen nicht von der Hand zu weisen sind, sollten wir aus Vorsicht den C02 Ausstoss reduzieren.

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        Lieber Waldgänger, auch an Sie ergeht die Aufforderung, die Internet-Burka abzulegen. Ich werde mich jetzt nicht an einer Diskussion über Gottesbeweise beteiligen. Nur so viel: da geht es um Logik, nicht um wissenschaftliche Fakten.
        Beim Klimawandel geht es um wissenschaftliche Fakten. Und damit wir uns hier nicht mit Wortklaubereien aufhalten: Es ist ein Fakt, dass höhere Konzentrationen von CO2 in der Atmosphäre zu einer Erwärmung der Erde führt. Wir erhöhen die Konzentration von CO” durch das Verbrennen fossiler Energieträger. Also (hier spielt die Logik doch eine Rolle!) tragen wir zu einer Erwärmung der Erde bei. Sie wiederum wird einige positive und einige negative Folgen haben. Aber die negativen Folgen überwiegen. Die Kosten sind berechenbar und sind berechnet worden (siehe etwa den Stern-Report). Sie sind erheblich geringer als die Kosten des Nichtstuns. Fazit: keine “Hypothese” nirgends.

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    ich habe also diesen Essay, wenn man so will, zur Selbstvergewisserung geschrieben

    Das muss man schon mal häufiger, im Laufe der Jahrzehnte wechseln da nur Anlässe, Themen und die politische Richtung der Propagandisten.

    Lüdecke ist weder Klimatologe noch Meteorologe

    Was mittlerweile für 99,999 % der Gegner der gut bestätigten Hypothese gilt, Menschen verursachten ganz wesentlich einen weltweiten Temperaturanstieg. Auch im englischsprachigen Raum.

    Die Professoren und Doktoren unter den Kritikern sind ausgemachte wissenschaftliche Scharlatane – sie argumentieren mit ihrer wissenschaftlichen Reputation auf einem Gebiet, auf denen sie nur denselben “educated guess” anbieten können, den auch jeder andere halbwegs gebildete und halbwegs informierte Mensch hätte.

    Gruss,
    Thorsten Haupts

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    Die “Gutmenschen” leugnen ja auch, dass der Islam eine Ideologie ist. Ähnlich wie der Nationalsozialismus und der Kommunismus.

    Sie lesen nur Bücher, die ihre Ansicht stützen. Islamkritische Bücher werden erst gar nicht gelesen.

    Der Islam ist friedlich, er verträgt sich bestens mit dem GG und die Messermorde der Afghanen haben eine soziale Ursache. Das hat alles nichts mit dem Islam zu tun.

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      Sie müssen überall den Islam anbringen, gell? Auch wenn er gar nichts mit dem Klima zu tun hat. so etwas nennt man eine Obsession.

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    Der Journalist Axel Bojanowski dröselt aus meiner Sicht sehr schön auf, woran es an der gesamten Diskussion hapert: http://axelbojanowski.de/die-v.....#more-1000.

    Jeder Nichtwissenschaftler ist völlig auf das Vertrauen in die Quellen, Wissenschaftler etc. angewiesen. Er kann tatsächlich nur “glauben” und nicht wissen. Weder normale Politiker, Jounalisten, Greta, EIKE oder wer auch immer an der vorderen Meinungsfront haben den wirklichen Durchblick. Sie erwecken aber den Eindruck, sie hätten die Weisheit mit Löffeln gefressen, obwohl sie vielleicht nur 5% mehr Ahnung haben, als der durchschnittlich informierte Normalbürger.

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      Lieber “Giuseppe Botazzi” (warum benutzen Sie nicht Ihren richtigen Namen, Herr W.?):
      Woher nehmen Sie Ihre Erkenntnisse über die Menschen an der “Meinungsfront”? (Bezeichnende Wortwahl: Wer ist der Gegner?) Jede ordentliche Zeitung hat eine Wissenschaftsredaktion, die mit studierten Naturwisenschaftlern besetzt ist, wie etwa Norbert Lossau bei WELT. Dass Lossau “nur 5% mehr Ahnung hat” als Sie, würde ich stark bezweifeln. Und was mich betrifft, wo habe ich in dem Artikel, um den es hier geht, oder gehen sollte, “den Eindruck erweckt, sie hätten die Weisheit mit Löffeln gefressen”? Das Gegenteil ist wahr. Ich schreibe ausdrücklich, dass Lüdecke als Strömungsphysiker vermutlich einen besseren Zugang zur Materie hat als ich, der ich Germanistik und Anglistik studiert habe.
      Im Übrigen besteht ein Unterschied zwischen “glauben”, wenn es sich um etwas handelt, was prinzipiell nicht wissbar ist, wie die Existenz Gottes, und glauben im Sinne von Vertrauen, wenn es um komplexe, aber prinzipiell wissbare Sachverhalte der Wissenschaft geht.

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    … die Theorie der ‘anthropogenen Klimaerwärmung’ ist wissenschaftlich nicht bewiesen. Das ist ein Fakt. Klimaschwindler, Klimapropheten und Merkels ‘Berater’ wollen CO2-Steuer. In der Folge werden Benzin und Heizöl teurer. Es geht ums Geld.

    Prof. Dr. Nir Shaviv von der Hebräischen Universität Jerusalem, Racah Institut für Physik, entlarvt Klimaschwindel am 28.11.2018 im Bundestag!

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        … werter APo, ‘mein’ Prof., weiter oben, ist auf Ihre Argumente eingegangen. Ich füge hinzu; wer behauptet, der Mensch sei ‘Schuld’ an einer globalen Erwärmung, der soll auch erklären, warum 4,6 Milliarden Jahre Erdgeschichte, mit all seinen Klimaschwankungen im 20./21. Jahrhundert nicht mehr gelten sollen. In der Erdhistorie gab es Zeitperioden in denen die CO2-Konzentration höher war als gegenwärtig gemessen. So ganz ohne Ferrari und andere.

        2/3 der Erdoberfläche ist mit Wasser bedeckt. Ozeane speichern CO2. Kaltes Wasser = größere Aufnahmefähigkeit, warmes Wasser = geringere Aufnahmefähigkeit von CO2. Und wer ‘beheizt’ die Ozeane? Richtig, die Sonneneinstrahlung!

        Das heißt; eine erhöhte CO2-Konzentration in der Atmosphäre ist Folge einer Erderwärmung. Und nicht umgekehrt.

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        Lieber blonderhans, Sie beschreiben einen Rückkopplungsprozess, keinen Primärvorgang. Es stimmt: Wenn wir CO2 in die Luft pusten, erwärmt sich die Erde, und dadurch wird der von Ihnen beschriebene Prozess in Gang gesetzt, der den Vorgang noch verstärkt. Umso mehr Grund, nicht weiter CO2 in die Luft zu pumpen. Das gilt allgemein: Wenn Schwankungen in der Sonneneinstrahlung einen so starken Effekt haben, ist es unsinnig, den seit fast 200 Jahren bekannten Treibhauseffekt noch zu verstärken. Sie stellen Ihre Tomaten ja auch nicht im Sommer ins Treibhaus. Wir haben heute eine CO2-Konzentration in der Luft, die wir in der Menschheitsgeschichte bisher nicht gesehen haben. Nicht als Folge der Ozeanerwärmung (das ist allenfalls ein Rückkopplungs- und Verstärkungseffekt, siehe oben), sondern als Folge der Verbrennung fossiler Brennstoffe. Oder wo glauben Sie ist der ganze Kohlenwasserstoff hin? Die Modelle prognostizieren als Folge dieser erhöhten Konzentration einen Anstieg der Temperaturen, mit teils absehbaren, teils unabsehbaren Folgen. Nicht ich muss Ihnen und “Ihrem Professor” das übrigens erklären, die wissenschaftlichen Grundlagen sind einfach und seit 1824 bekannt, als Joseph Fourier den Treibhauseffekt entdeckte. Sie müssen erklären, warum Sie mit religiöser Inbrunst nach Zeugen gegen naturwissenschaftliche Erkenntnisse suchen, wie ein Kreationist nach Zeugnissen, dass die Dinosaurier in der Sintflut untergegangen seien.

      3. avatar

        Die Frage ist hier, ob die Vegetation, d.h. im Meer Phytoplankton und Algen den größeren CO2-Gehalt aufnimmt. Begünstigt übrigens durch höhere Wassertemperatur. Wir reden hier von den oberen Schichten, in denen sich durch das so höhere Nährstoffangebot auch weitere Lebensformen, Plankton, Fische ernähren. Absterbendes organisches Material sinkt in größere, kältere Tiefen und sedimentiert. Es ist wahrscheinlich, daß dies so ist, denn genau so sind die Erdöllagerstätten und die Kohle entstanden. Daß ein höheres Nährstoffangebot z.B. dem an viele Stellen fast mineralischen Mittelmeer gut tun würde, also der Fischerei, wäre ein weiterer Profit.
        Es wird tatsächlich Zeit, daß die IPCC-Klimaforscher, also die vom IPCC zitierten Klimaforscher anfangen, mit den anderen Naturwissenschaftlern, z.B. hier wären das Limnologen zu reden. Allerdings gehört dieser Abgleich tatsächlich in den wissenschaftlichen Betrieb und nicht auf die politische Bühne. Wissenschaft muss Wissenschaft bleiben und Politik Politik. Bei EIKE wird das vermischt, allerdings auch bei den Wissenschaftlern, die die junge Dame aus Schweden jetzt als Monstranz benutzen, ja benutzen. EIKE würde ich aber zugute halten, daß sie eine Plattform für die Skeptiker bietet und es kann nicht verkehrt sein, wenn dadurch – vielleicht – einige Wissenschaftler noch mal in sich gehen und ihre Aussagen prüfen, ggf. ergänzen. Allerdings wird das durch den Ton, wie er im Artikel beschrieben ist, wohl kaum möglich gemacht werden können. Andererseits scheint es mir auch kein Ruhmesblatt der Wissenschaft zu werden, wenn Laien Argumentationsschwächen der etablierten Wissenschaft auffallen. Die Politik sollte m.E. durchaus berücksichtigen, daß da noch offene Fragen sind und die oft so beklagte Trägheit von Politik und Behörden hat auch ihre Vorteile. (Der Chef von hans mahlt ja auch langsam.)

        Ein weiterer Hinweis noch:

        Unter dem Link auf ‘Sceptical Science’

        https://skepticalscience.com/translationblog.php?n=320&l=6

        las ich folgendes:

        Die Treibhausgase verursachen ein Energieungleichgewicht und der Planet speichert immer mehr Wärme. Aus der Erdgeschichte wissen wir, dass positive Rückkopplungen die Erwärmung durch Treibhausgase noch verstärken. Frühere Klimaveränderungen zeigen uns also nicht, dass die Menschheit das Klima nicht beeinflussen kann. Das Gegenteil ist der Fall: sie zeigen uns, dass das Klima sehr empfindlich auf die Erwärmung durch Treibhausgase reagiert, die wir gerade verursachen.

        ich weiß nicht, welche Funktion Sceptical Science erfüllt, aber das ist so, wie es da steht falsch.

        Richtig wäre:

        Die Erhöhung der Konzentration der Treibhausgase kann eine Verschiebung des Strahlungsaufnahme – Strahlungsabgabe – Gleichgewichtes verursachen und damit eine Temperaturerhöhung. Das Gleichgewicht ist nur im Zeitpunkt der Erhöhung außer Kraft. Der Planet speichert eben nicht “immer mehr Wärme”, sondern Temperatur hängt von der Zusammensetzung der Atmosphäre ab, das ist eine andere Aussage.
        Grundsätzlich kann daher der Mensch das Klima beeinflussen. Der maximal mögliche Klimaerwärmung kann durch überschlägige Berechnung, also den zusätzlichen CO2-Eintrag durch Verbrennung von fossilem Kohlenstoff abgeschätzt werden, weil die Empfindlichkeit der Klimareaktionen z.B. anhand der Änderungen des Sommer/Winter-Zyklus der Nordhalbkugel und sich der damit ändernden CO2-Konzentration in der Atmosphäre bekannt ist. [Dann Zitat der Quelle, wer das wann wo gemacht hat.]

        Es ist schon mühsam..

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        Wissen Sie, Klaus J. Nick, es gibt längst Untersuchungen über die Zunahme von Algen usw. durch erhöhte CO2-Konzentration in der Atmosphäre. Die Ergebnisse sind uneindeutig. Einerseits gibt es zweifellos den von Ihnen beschriebenen Effekt, andererseits gibt es das Phänomen der durch zu viel Algen usw. “abgestorbenen Meere”. Bei Bedarf könnte ich Ihnen die Quellen in wissenschaftlichen Publikationen nennen, aber Sie finden sie auch selbst.
        Was nun die Formulierung angeht, so ist das Wort “immer” falsch. Was nun die Obergrenze der Erwärmung angeht, so ist sie rein theoretisch. Wichtiger ist folgende Rechnung: Wenn wir versuchen, den CO2-Ausstoß so zu verringern, dass der 1,5 Grad-Celsius Limit nicht überschritten wird (und dazu haben sich die Staaten in Paris verpflichtet), dann sind 4/5 der Reserven, die BP, Shell, Exxon Mobile, Aramco, Gazprom, Rozneft und Co. jetzt schon besitzen (also akquiriert haben), wertlos, weil sie nicht ausgebeutet werden dürfen. Angesichts eines derart gewaltigen Verlusts: Wie viel Geld würden Sie an der Stelle dieser Energieriesen aufwenden, um Wissenschaftler, Politiker und Publizisten zu beeinflussen? Eben.

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        @APo

        … ohne Treibhauseffekt, oder auch ohne CO2, gäbe es kein Leben auf der Erde. Ich erinnere an die Photosynthese.

        Treibhausgas ist zuerst Wasserdampf. Fourier beschreibt den Treibhauseffekt experimentell, dabei nutzt er Sonnenstrahlen, Sonnenlicht.[sic!] Von CO2 lese ich nix in seinem Experiment.

        Schon geringe Mengen Wasserdampf transportieren große Mengen Wärme und damit Energie. Bedauerlich, dass in dieser Richtung nicht ernsthaft geforscht wird.

        Dass CO2, gegenwärtig etwa 0,04 % Anteil in der Atmosphäre – wovon Deutschland anteilig etwa 0,00005% von weltweit etwa 0,0015% produziert – eine, wie auch immer, wärmende Wirkung hat, dafür gibt es keinen wissenschaftlichen Nachweis.

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        Lieber AP, ich weiß natürlich, daß es Untersuchungen über Algenwachstum durch CO2-Düngung gibt. Im Übrigen weiß das jeder, der ein Aquarium besitzt, wie das funktioniert. Und daß ein Gewässer, eben auch ein (flaches) Meer überdüngt werden kann, ist (mir) auch ohne aktuelle Recherche noch in Erinnerung, aber da spielt Phosphor als limitierender Faktor () Kalk-Kohlensäure-Gleichgewicht aber i.d.R. nicht möglich.
        Es geht darum, ob und wie solche Dinge eine Rolle bei den existierenden computerbasierten Klimamodellen spielen, also ob die Fixierung des Kohlenstoffs in der Erdrinde oder den Sedimenten (man spricht von einer Senke für Kohlenstoff) und seine Dynamik wirklich erfasst wird, so wie sie sich ja auch in der Erdgeschichte gezeigt hat. Derartiges können Atmosphärenforscher eigentlich nicht leisten. Ich habe daher meine Zweifel. Auch infolge unserer Diskussion, in der Sie viele Fragen anstoßen, mit denen ich mich sonst vielleicht weniger beschäftigen würde.
        Sowieso bewundere ich Ihre Energie und Neugierde, die Sie an den Tag legen, um sich in “die Niederungen” dieses Themas einzuarbeiten – aber ich weiß es nicht, ob es sinnvoll ist, wenn wir uns hier unser Halbwissen oder durchaus Wissen um die Ohren klatschen. Stellvertretend für das zumindest mich nicht überzeugende IPCC-panel. Ich will Ihnen meine Zweifel darüber, ob es sinnvoll ist, daß wir uns hier streiten, an einem Beispiel, das Sie gegeben haben (der BBC-Film an den blondenhans), versuchen, erläutern: Natürlich absorbiert CO2 IR-Strahlung/Wärme. Kein ernzunehmender Mensch bestreitet das. Aber die Frage ist, ob es einen quantitativen Effekt, also bedeutenden Effekt gegenüber der der IR-Absorption von H2O hat. Und welche Bedeutung diese Sekundär- oder Rückkopplungseffekte, die Sie ja ansprachen, haben. Das ist eine Frage, die wir beide nicht beantworten können, weil wir weder die Parameter (einprogrammierten Randbedingungen), noch die zugrundeliegenden Gleichungen kennen, die den Simulationsprogrammen zugrunde liegen, gar nicht kennen können, weil wir nicht am Forschungsbetrieb teilnehmen. Wir bewegen uns hier auf einem, sage ich mal Schulniveau, was nicht abwertend gemeint ist, sondern nur ausdrückt, daß wir die Vorgänge zwar durchaus richtig, aber nur prinzipiell (qualitativ, nicht quantitativ) erfassen. Sie werden zu Recht fragen, was will er denn nun, daß ich mich damit beschäftige und dann schreibt er mir, daß das doch nichts bringt und ich damit nicht argumentieren kann, weil es immer nicht reicht? Tatsächlich zweifle ich da nach der Lektüre von Frau Bednarz’ Beitrag, aber ich glaube schon daß es was hilft, sich die Effekte klar zu machen: Man gewinnt nach und nach eine Vorstellung und vor allem ein Gefühl für die quantitative Bedeutung dieser Vorgänge (gerade auch bei dem CO2-Beispiel). Man geht wacher durch die Welt, z.B. jetzt im April, wenn die Wolken die Sonne frei geben, merkt man den Unterschied in der Abschattung der Sonne durch H2O auf der Haut: Von sagen wir 70 W/m² auf 1500 W/m². Man vergleicht, Gedanken werden angestoßen und man fängt an plausibles von unplausiblem zu trennen. Natürlich bin ich da im Vorteil nach 30 Jahren professioneller Tätigkeit, sagen wir mal in einem angrenzenden Fach. Mir fallen natürlich solche Formulierungen, wie auf Sceptical Science sofort ins Auge und daß da der Wunsch, etwas bestimmtes auszusagen, an das man glaubt, den Wunsch, die exakten physikalische Verhältnisse sprachlich zu formulieren, überwiegt. Vielleicht ist das auch unfair, was da mache, mir, wenn durchaus auch wahllos, so etwas heraus zu picken.
        Meine Fragen an das IPCC, die Sie ja kennen, bleiben jedoch. Vielleicht fasse ich sie mal zusammen.
        Sie bleiben, wie Ihre Frage, was Shell, Texaco & Co. machen, wenn die Gefahr besteht, daß die Bodenschätze nichts mehr wert sein sollten.

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        Ja, lieber KJN, aber nichts Anderes habe ich zu Beginn unserer Unterhaltung, deren EINE Folge ja meine Polemik gegen Prof. Lüdecke war, selbst gesagt. Ich MUSS dem Konsens der beteiligten Wissenschaftler und der wichtigsten wissenschaftlichen Institutionen folgen. Alles andere wäre fahrlässig. Das gilt natürlich erst recht für die Politik. Und es gilt, das sagen Sie ja auch, selbst für Sie, wenn auch vielleicht auf einem höheren Niveau als bei mir.
        Es mag ja sein, dass sich die Wissenschaft irrt. Aber es wäre im Wortsinne irre, wenn man aus dieser Möglichkeit (beziffern wir sie sehr hoch mit 20 Prozent) die Schlussfolgerung ziehen würde, nichts zu tun, um den Temperaturanstieg zu begrenzen. Hier kommen wir nun aus dem Bereich der Wissenschaft in den Bereich der Technik (was ist machbar?) und dann in den Bereich der Politik (was ist durchsetzbar?) – und da potenzieren sich die Fehlermöglichkeiten.
        Ich bin gern bereit, über den Sinn oder Unsinn von Atomkraft als Alternative zu fossilen Brennstoffen zu diskutieren usw. usf. – nur finde ich es unredlich, wenn aus Fehlentwicklungen beim Versuch, Alternativen zu fossilen Energiequellen zu entwickeln, rückgeschlossen wird auf den Ausgangspunkt. So nach dem Motto: “Ich bin gegen Elektroautos, weil die Batterien auf Dauer eine nicht zu verantwortende Umweltbelastung darstellen (so weit, so diskussionswürdig), ALSO bin ich gegen CO2-Ziele, ALSO leugne ich den menschengemachten Klimawandel. Niemand wird offen so argumentieren, aber es ist klar, dass die Versuche, alternative Energiequellen infrage zu stellen, nicht nur von desinteressierter Seite stammen.

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        @APo

        … wenn solche Bemerkung geschrieben stehen wie; wird ‘oft von Leugnern behauptet’ mag ich eigentlich nicht weiterlesen. Ich bin kein Leugner, ich will wissen. Aber sei ‘s d’rum. Ich komm gleich zu meinem Ergebnis, wenn ich ein Küchenstuhlbein mit einer Lampe ‘bestrahle’ erwärmt sich das Bein ähnlich wie CO2. Trotzdem wird niemand behaupten Küchenstühle haben Einfluss auf das Klima.

        CO2 kann, wie die Hauptbestandteile der Luft, ausgenommen Wasserdampf, keine Sonnenstrahlen absorbieren, aber Wärme abstrahlen, wenn dem CO2, wie im Versuch, Wärme zugeführt wird.

        Wasserdampf kann Sonnenlicht absorbieren und Wärme abstrahlen. Schließlich ist es tagsüber hell, obwohl die Sonne nicht zu sehen ist. Wo ist da für CO2 ein Zusammenhang, einen zu berücksichtigenden Nachweis für den Treibhauseffekt?

        Im Übrigen ist CO2 das wichtigste Kühlmittel der Erde.

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        Korrektur … ich meinte; schließlich ist es tagsüber hell, obwohl die Sonne, so der Himmel bedeckt ist, ob es regnet oder schneit, nicht zu sehen ist.

  7. avatar

    Lieber Herr Posener,

    bei jemandem, der so virtuos mit der Sprache umgehen kann glaube ich nicht, daß bestimmte Formulierungen nur aus Zufall benutzt werden. So schreiben Sie über das „Europäischen Instituts für Klima und Energie“, daß es den Einfluss des Menschen auf das Klima leugnet.
    Laut Online-Ausgabe des Duden bedeutet “leugnen” folgendes:
    1. (etwas, was einem zur Last gelegt oder über einen behauptet wird) für nicht zutreffend oder bestehend erklären
    2. (etwas Offenkundiges wider besseres Wissen) für unwahr oder nicht vorhanden erklären und nicht gelten lassen (meist verneint)
    3. (etwas, was als Lehre, Weltanschauung o. Ä. oder allgemein anerkannt ist und vertreten wird) für nicht bestehend erklären
    Interessant ist dabei Punkt 3, denn hier könnte auch noch Dogma stehen.
    Am Ende Ihres Aufsatzes werfen Sie ausgerechnet denen, die am von 97% der Wissenschaftler vertretenen Dogma der menschgemachten Erderwärmung zweifeln vor, selbst Dogmatiker zu sein.
    Schon der Begriff “Klimaleugner” ist dermaßen unsinnig, daß man sich eigentlich gar nicht damit befassen will. Man kann das Klima so wenig “leugnen” wie man die Existenz der Sonne oder des Mondes leugnen kann.
    Es ist erst ein paar Jahrhunderte her, da war das Leugnen Gottes oder des Teufels ein todeswürdiges Verbrechen, und 100 % der Wissenschaftler waren der Meinung daß die Erde eine Scheibe sei.
    Glücklicherweise haben wir seit der Zeit einige Fortschritte gemacht, und angestoßen wurden diese von Menschen, die Zweifel am gültigen Dogma hatten.
    Aufgrund meiner beruflichen Erfahrung mit Meßtechnik habe ich Zweifel daran, daß man Meßwerte von 1880 mit denen von 2018 vergleichen kann.
    Ich habe auch meine Zweifel, daß eine mit so zweifelhaften Methoden ermittelte Erwärmung um 0,85°C wirklich signifikant ist.
    Ebenso habe ich meine Zweifel, ob die Korrelation zwischen (vermeintlichem) Temperaturanstieg und (meßbarem) CO2-Gehalt auch eine Kausalität beinhaltet.
    Ich wundere mich auch, daß die Extremwetterlagen wie der vergangene Sommer in den Medien als Beleg für die Erderwärmung genommen werden, wenn man selbst recherchieren kann, daß es solche Lagen auch schon früher gab.
    Und wenn in den gleichen Medien die Verschiebung der Weinanbaugrenze in den Norden als Beleg für die Erderwärmung genommen wird, während verschwiegen wird, daß diese bis vor 1000 Jahren ähnlich weit im Norden lag, dann fühle ich keine Zweifel, sondern habe das Gefühl ich werde verarscht.
    Natürlich kann es sein, daß meine Zweifel unberechtigt sind und die Klimaapokalyptiker haben Recht. Aber auch dann habe ich meine Zweifel, daß die schon angelaufenen und noch geplanten bzw. geforderten Maßnahmen wirklich sinnvoll sind.
    Ist der Umwelt wirklich geholfen, wenn bei uns Biotreibstoff verbrannt wird, zu dessen Produktion Regenwälder gerodet werden oder Europa mit Monokulturen überzogen wird ?
    Sind Batterien sinnvoll, deren Ökobilanz über die Gesamtnutzungsdauer auch nicht besser ist als Verbrennungsmotoren nach dem aktuellen Stand der Technik, d.h. ohne die Betrügereien der Industrie ?
    So gibt es viele Fragen, die immer neue Zweifel aufwerfen. Nur die Dogmatiker glauben, sie hätten die endgültige Antwort auf alle Fragen.

    PS:
    Dabei wissen wir doch, daß die Antwort 42 lautet.

    1. avatar

      Lieber Don Geraldo, sie belegen meine These leider, dass man durch Argumente keinen überzeugen kann, der einer Religion anhängt. Statt sich mit meinen Argumenten auseinanderzusetzen, hängen Sie sich am Verb “leugnen” auf. Sie wettern auch gegen den Begriff “Klimaleugner”, den ich nirgends verwende. Auch Sie als Messtechniker wissen: Was 97% der Wissenschaftler für wahr halten, ist kein “Dogma”, sondern – bis zum Beweis des Gegenteils – Fakt. Wer Fakten verneint, leugnet sie. Aber ich bin gern bereit, jedes andere Verb Ihrer Wahl einzusetzen, sagen wir “bezweifeln”, wenn Sie sich im Gegenzug bereit erklären, sich mit den Argumenten im Text und den verlinkten Beiträgen auseinanderzusetzen, statt andere Fragen aufzuwerfen, der Professor würde sagen, “andere Säue durchs Dorf zu jagen”: Weinbaugrenze (davon habe ich nicht gesprochen), Biotreibstoff (davon habe ich nicht gesprochen), Regenwälder (davon habe ich nicht gesprochen), Batterien (davon habe ich nicht gesprochen).
      Entweder wir diskutieren ernsthaft, das heißt am Thema, und dazu habe ich einen Beitrag zu leisten versucht, oder wir machen Stimmung. Sie haben die Wahl.

      1. avatar

        Lieber Alan Posener,

        Wortklaubereien sind doch eigentlich unter Ihrem Niveau.
        Auch wenn Sie das Wort “Klimaleugner” nicht explizit benutzt haben, wie soll ich den Satz “… abonniere ich den Rundbrief des „Europäischen Instituts für Klima und Energie“, das den Einfluss des Menschen auf das Klima leugnet.” denn sonst verstehen ?
        Da es in Ihrem Beitrag um die Auseinandersetzung mit einem vermeintlichen “Klimaleugner” geht, habe ich einige Fakten aufgeführt, die mich bewogen haben, die aktuelle wissenschaftliche Lehrmeinung – das ist wohl der passendere Begriff als Dogma – zu bezweifeln.

        Ich denke, ich habe mich damit im Rahmen des vorgegebenen Themas bewegt, aber wenn Sie das anders sehen kann ich das auch nicht ändern.
        Wenn Sie Prof. Lüdecke zu Recht Ungereimtheiten bei seiner Interpretation der Temperaturerhöhung von 1,5°C in Brandenburg seit 1880 vorwerfen gehört es schon zum Thema, wenn ich auf die grundsätzlichen Ungenauigkeiten bei Messungen über einen so langen Zeitraum hinweise.
        Der von mir benannte Wert von 0,85°C ist die angebliche globale Erwärmung seit 1880. Für Brandenburg läßt sich vielleicht noch eine vernünftige Meßreihe erstellen, vorausgesetzt Orte und Anzahl der Meßstellen haben sich nicht geändert, die Unterschiede bei den Thermometern über die Jahrzehnte fallen demgegenüber nicht so sehr ins Gewicht.
        Global gesehen gibt es allerdings vergleichbare Messungen erst seitdem die ersten Wettersatelliten (1966) im Einsatz sind. Wie man da auf eine Genauigkeit von 0,01°C seit 1880 kommen will ist mir ein Rätsel.
        Bei Temperaturmessungen in der Atmosphäre, unter wechselnden Bedingungen von Luftdruck, Wind und Luftfeuchtigkeit, wäre meiner Meinung nach schon eine Genauigkeit von +-1°C gut. Das allerdings nur, sofern die weiteren Meßparameter (Meßort, Meßzeitpunkt, Meßgerät bzw. Meßgerätgenauigkeit) sich nicht ändern.
        Egal ob die globalen 0,85°C oder die brandenburgischen 1,5°C, wir bewegen uns da im Bereich der Meßtoleranz.
        Mehr wollte ich eigentlich nicht aussagen.

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        Don Geralde, Sie sind der Worklauber. Sie nahmen Anstoß an dem Verb “leugnen”, das ich benutzt habe, und zitierten außerdem das Wort “Klimaleugner”, das ich nicht benutzt habe. Sie schreiebn nun: “Auch wenn Sie das Wort “Klimaleugner” nicht explizit benutzt haben, wie soll ich den Satz “… abonniere ich den Rundbrief des „Europäischen Instituts für Klima und Energie“, das den Einfluss des Menschen auf das Klima leugnet.” denn sonst verstehen ?” Nun, wenn Sie richtig lesen würden, müssten Sie, wie Sie das zu verstehen haben, nämlich so, wie es dasteht: Das EIKE leugnet den Einfluss des Menschen auf das Klima. Wenn schon, würde ich die EIKE-Mitarbeiter nicht als “Klimaleugner” bezeichnen, sondern als “Einflussleugner” bezeichnen.
        Es ist aber einigermaßen ärgerlich, sich mit solchen sprachlichen Detailfragen herumschlagen zu müssen, während Sie nicht nur unter Pseudonym argumentieren, sondern auch nicht sagen, was Ihre eigene Position ist. Finden Sie das fair?

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        Lieber Alan Posener,

        ich poste hier und auch anderswo zwar schon seit geraumer Zeit als Don Geraldo, dachte aber, Ihnen als Mitbetreiber dieser Seite wären die notwendigen Angaben aus dem E-Mail Zugang bekannt. Da ich nichts zu verbergen habe, kann ich in Zukunft auch unter Klarnamen schreiben.
        Was meine eigene Position betrifft dachte ich, das wäre offensichtlich.
        Ich weiß nicht, ob die “Klimaleugner” oder die “Klimaapokalyptiker” Recht haben, aber zumindest manche Thesen von Letzteren sind für mich nicht schlüssig. Natürlich bin ich hier beruflich vorbelastet, aber die Art und Weise, wie hier aufgrund von sehr ungenauen Daten grundsätzliche Aussagen getroffen und langfristige Entscheidungen getroffen werden bestärken meine Zweifel.
        Erst wurden fossile Brennstoffe gegen nachwachsende Rohstoffe (Biodiesel etc.) ausgetauscht mit den mittlerweile bekannten fatalen Folgen für die Artenvielfalt.
        Seit einiger Zeit wird auf allen Ebenen das batteriebetriebene Elektroauto propagiert, obwohl es Studien gibt, die hier im Bereich CO2-Emisionen keinerlei Vorteile gegenüber Verbrennungsmotoren zeigen.
        Warum propagieren gerade die Gläubigen des menschgemachten Klimawandels Maßnahmen, die für die Umwelt eine Verschlechterung bedeuten ?
        Auch hier habe ich keine Ahnung, aber ich bezweifle mittlerweile grundsätzlich alles, was diese Leute fordern.

      4. avatar

        Lieber Gerald Wissler, willkommen im Klarnamen-Club.
        Ich teile Ihre Position, weil sie vernünftig ist: Weder “Klimaleugner” (und wir sind uns einig, dass das Wort schrecklich ist) noch “Klimaapokalyptiker” haben Recht.
        Freilich wirft das die Frage auf: Wer oder was ist ein Klimaapokalyptiker? Mir scheint, der Begriff wird allzu schnell auf alle angewandt, die das Faktum des Klimawandels akzeptieren und die Schlussfolgerung ziehen, dass nur eine erhebliche Reduktion der CO2-Produktion (oder seines Ausstoßes in die Atmosphäre) auf Dauer die unangenehmen und möglicherweise katastrophalen Folgen abwenden kann. (Nicht allein eine CO2-Reduktion, aber vor allem eine CO2-Reduktion.) Einer solchen Definition würde ich nicht zustimmen.
        Die Mais-Monokultur für die Produktion von Biokraftstoff halte ich für eine Fehlentwicklung. Bei Elektroautos bin ich eher der Meinung, dass sie die Zukunft darstellen. Aber wir können gern darüber diskutieren. Der Punkt ist aber: Selbst wenn Elektroautos so schädlich wären wie die Mais-Monokultur: das würde an den wissenschaftlichen Fakten zum Klimawandel nichts ändern und nicht bedeuten, dass wir weiterhin in unseren Autos CO2 produzieren dürfen.
        Darum ist es mir wichtig zu wissen, mit wem ich auf welcher Grundlage argumentiere. Stichwort “offenes Visier”.

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