avatar

Appeasement: Versuch einer Ehrenrettung

75 Jahre nach dem Beginn des Zweiten Weltkriegs ist es vielleicht angebracht, sich zu fragen, ob wir die richtigen Lehren aus dessen Vorgeschichte ziehen. Bekanntlich bin ich skeptisch, was das Lernen aus der Geschichte angeht; hauptsächlich, weil sich die Geschichte nicht wiederholt. Heute gilt es zum Beispiel als ausgemacht, dass die Beschwichtigungspolitik gegen Adolf Hitler nicht nur gescheitert ist, sondern verbrecherisch war.

Ein Beispiel für diese Lesart der Geschichte – verbunden mit der Aufforderung, daraus zu lernen und keine Beschwichtigung gegenüber Wladimir Putin zu betreiben – findet sich in diesem Aufruf polnischer Intellektueller.

Meines Erachtens ist es aber möglich, die von den polnischen Intellektuellen geforderten Konsequenzen aus Putins Aggression gegen die Ukraine – Stopp französischer Waffenlieferungen, Vorantreiben der deutschen Energiewende, um die Abhängigkeit von russischem Gas zu verringern, materielle Unterstützung der ukrainischen Regierung bei der Bewältigung der Folgen des Kriegs in der Ostukraine , Offenhalten der Möglichkeit einer ukrainischen Mitgliedschaft in der Europäischen Union – gutzuheißen, ohne die Parallele zum Zweiten Weltkrieg zu ziehen, und ohne die Beschwichtigungspolitik in Bausch und Bogen zu verdammen.
Ja, befänden wir uns in einer Situation wie im Sommer 1939, wären alle diese Maßnahmen entschieden zu wenig. Die Lage ist jedoch kaum vergleichbar.
Treten wir jedoch einen Schritt zurück und fragen wir uns zunächst, weshalb die Appeasement-Politik einen so schlechten Ruf hat. Nun, weil sie am Ende gescheitert ist; weil das überragende Ziel Neville Chamberlains, einen erneuten europäischen Krieg zu vermeiden, nicht erreicht wurde. Wir sind ja im Rückblick klüger, so meinen wir. Hitler, so wissen wir jetzt, wollte gar keinen Frieden. Er war nicht zu beschwichtigen, weil seine Ziele über alles hinausgingen, was sich europäische Staatsmänner vorstellen konnten.
Chamberlain konnte das jedoch nicht wissen. Das wussten selbst viele der engsten Mitarbeiter Hitlers nicht. Man hielt Hitler allgemein für einen zweiten Mussolini. Und wenn dem so war, so sprach einiges dafür, ihm entgegenzukommen. Nämlich
1. Der Versailler Friede war tatsächlich ungerecht. Nicht in erster Linie die aufgrund der Alleinschuldthese dem Deutschen Reich aufgebürdeten Reparationen, die man dank Inflation und diversen Verhandlungen mit den Gläubigern schon vor Hitlers Machtantritt entschärft hatte; sondern vor allem die Abtretung von Gebieten, in denen mehrheitlich Deutsche lebten, an die neuen Nationen Polen und Tschechoslowakei und das Verbot der Vereinigung Rest-Österreichs mit Deutschland , was alles kaum mit dem in Versailles verkündeten nationalen Selbstbestimmungsrecht der Völker vereinbar war. Man hatte also – in Frankreich weniger, dafür umso mehr in Großbritannien – ein schlechtes Gewissen.
Eine Revision von Versailles hielt man für unumgänglich. Wenn es hier Lehren zu ziehen gibt, dann vielleicht die: Erstens, Friedensschlüsse sollten keine moralischen Urteile enthalten, keine allgemeinen Prinzipien, vor allem, wenn man sich nicht selbst daran zu halten gedenkt. Zweitens, das nationale Selbstbestimmungsrecht der Völker ist Unsinn. Völker sind keine Rechtssubjekte. Wenn man einmal anfängt, jedem „Volk“ einen Staat zuzubilligen, stehen sämtliche Staatsgrenzen zur Disposition. Manchmal müssen Menschen es aushalten, ethnische Minderheiten in einem anderen Staat zu sein; es ist nicht das furchtbarste Schicksal der Welt, siehe die Südtiroler, die nordirischen Katholiken, die deutsche Minderheit in Belgien, die dänische in Deutschland, die arabische in Israel usw. usf. Und drittens: Man hätte auf John Maynard Keynes hören sollen, der meinte, ohne Gründung einer Europäischen Wirtschaftsunion würde Versailles zu einem neuen Krieg führen.
2. Das britische Volk – und erst recht das französische – war kriegsunwillig. Man vergisst es heute gern, aber Chamberlain wurde, als er mit seinem Regenschirm, einem Wisch Papier und dem Spruch „Peace in our time!“ aus München zurückkehrte, in London ekstatisch gefeiert. Auch US-Präsident Franklin D. Roosevelt schickte ihm ein Telegramm mit zwei Worten: „Good man!“ In Amerika war die pazifistische Stimmung noch stärker als in Großbritannien. Und demokratische Politiker sind nun einmal gehalten, den Willen der Wähler zu exekutieren, Nun kann man sagen, dass es aber auch Aufgabe von Staatsmännern (und –frauen) ist, das Volk zu führen und zu erziehen. Schon. Die Frage ist, wie das geschieht. Fraglos war das britische Volk am 3. September 1939 auch deshalb bereit, erneut in den Krieg zu ziehen, obwohl er, wie der König in seiner Erklärung sagte, „nicht auf das Schlachtfeld zu beschränken sein“ würde, weil es gesehen hatte, wie alle Bemühungen, Hitler zu beschwichtigen und dadurch den Frieden zu retten, gescheitert waren. Roosevelt hatte diesen Mechanismus bereits im Ersten Weltkrieg studieren können, als Woodrow Wilson trotz wiederholter deutscher Provokationen den Kriegseintritt der USA möglichst hinauszögerte, weil er – wie er seinem Marineminister Roosevelt sagte – um sein Bild in den Geschichtsbüchern besorgt war. Er wollte Amerika nicht in den Krieg führen, sondern dem Land in den Krieg folgen.
Lehre: Die Bellizisten behielten am Ende Recht, aber ohne das Scheitern der Pazifisten hätten sie keinen politischen Rückhalt gehabt.
3. In dem Zusammenhang ist auch erwähnenswert, dass Großbritannien (und auch Frankreich, und erst recht die USA) Zeit brauchte, um wieder aufzurüsten – was nach München begann und in dem von den polnischen Intellektuellen kritisierten „Sitzkrieg“ zwischen der Invasion Polens und dem Angriff auf Frankreich auch geschah. Insbesondere die britische Luftwaffe wurde ausgebaut, was am Ende dazu führte, dass Hitler die Luftschlacht über England verlor, die Invasion Großbritanniens abblasen und einen Zweifrontenkrieg führen musste. Die Vorstellung, Großbritannien und Frankreich hätten 1936 oder 1938 oder 1939 einfach so Truppen ins Rheinland, in die Tschechoslowakei oder nach Polen schicken und dadurch Hitler stoppen können, ist extrem naiv.
Lehre: Vermeide militärisches Maulheldentum, wenn deine militärische Schwäche jedermann klar ist.
4. Die Kritik an der Appeasement-Politik, obwohl heute eher ein Topos rechter Publizistik, war ursprünglich eine linke Haltung. Man warf Chamberlain vor, er habe darauf spekuliert, Hitler und Stalin aufeinander zu hetzen, um auf diese Weise möglichst beide Diktatoren los zu werden. Das mag sein, auch wenn der Pazifismus die überragende Motivation Chamberlains war; und wenn er so gedacht hat, so war das nicht verwerflich. Was tatsächlich verwerflich war, das war der Pakt zwischen Stalin und Hitler, die prompt gemeinsam in Polen einfielen und sich das Land teilten. Stalin riss sich außerdem die baltischen Staaten unter den Nagel; aus Dankbarkeit hat er fortan Hitler mit Öl und anderen kriegswichtigen Rohstoffen versorgt, mit deren Hilfe Deutschland den Westfeldzug führen konnte. Die russlandfreundliche linke Kritik an der Appeasement-Politik sollte ja von der Tatsache ablenken, dass Großbritannien und Frankreich zwar Hitler nachgegeben, die Sowjetunion sich jedoch mit Hitler verbündet hat.
(Nur sozusagen in Parenthese merke ich an, dass einer der Hauptideologen der Antideutschen, Stephan Grigat, noch 2006 klagte, der „Sozialimperialismus“ der Sowjetunion sei „leider völlig in Verruf geraten“; schließlich habe es sich darum gehandelt, „mittels Zivilisationsexport (sic!) Einflusssphären abzustecken“, wodurch es „sehr viel mehr Anzeichen für eine Dialektik von nationaler und sozialer Befreiung gab als heute“.
Grigat und seine Antideutschen, die mit ihrem pro-zionistisch verhülltem Linksradikalismus mittlerweile auch die seriösen Medien unterwandern, unterschlagen schlicht und einfach, dass die „leider völlig in Verruf geratene“ Sowjetunion mit Hitler verbündet war, als dessen Einsatzgruppen in Polen ihre Mordarbeit gegen die Juden begannen.)
Lehre: Wer den Westen kritisiert, den Osten aber ausblendet, tut das in ideologischer Absicht.

Wie gesagt, ich bin durchaus dafür, Putin mit Festigkeit zu begegnen. Er hat schon Truppen in Armenien, das seinerseits Teile von Aserbaidschan besetzt, er hat Georgien und Moldau zerstückelt, die Krim mit fadenscheinigen Begründungen annektiert, unterstützt Europas letzten Diktator in Weißrussland, hat das korrupte Regime in der Ukraine gestützt und fordert nun nach der Verjagung seines Statthalters die Aufteilung der Ukraine. Außerdem hat er Tschetschenien verwüstet, Assad und das iranische Mullah-Regime unterstützt und fördert reaktionäre Kräfte in ganz Europa. Wer homophob oder xenophob ist, antikapitalistisch und antiliberal, europa- und amerikakritisch, kann mit Putins Unterstützung rechnen. Unsere Antwort sollte sein, alle demokratischen, pro-westlichen und liberalen Kräfte zu unterstützen, innerhalb und außerhalb Russlands, die sich ihm entgegenstellen.

Mit historischen Parallelen sollten wir jedoch – das sage ich durchaus selbstkritisch – so vorsichtig sein wie mit historischen Urteilen und Lehren aus der Geschichte. Es geht nicht darum, Hitler nachträglich zu stoppen, sondern Putin jetzt.

Shares

104 Gedanken zu “Appeasement: Versuch einer Ehrenrettung;”

  1. avatar

    „…er hat Assad unterstützt (weniger den Iran), dafür aber im Gegensatz zum demokratischen Westen nicht die Jihadisten in Syrien angefangen von der Nusrah-Front bis hin zur ISIS (bevor diese offensichtlich ihren Ziehvätern entglitt);…“

    ISIS „Ziehvater“ ist das Assad-Regime selber. Der Westen mag in Syrien ebenfalls die eine oder andere islamistische Strömung unterstützt haben, ISIS gehörte da aber ganz sicher nicht dazu. Im Gegenteil: über Monate hinweg hat ISIS Tag ein Tag aus kaum etwas anderes gemacht, als die übrigen Rebellenfraktionen aufzureiben, während man sich mit den Regimetruppen allenfalls das eine oder andere Scheingefecht geliefert hat. Freilich: wenn man zwischen Islamist und Islamist nicht zu differenzieren vermag, zwischen einem hanafitischen Muslimbruder und einem hanbalitisch-salafistischen IS-Anhänger keinen Unterschied macht, mag das einerlei sei. Für die davon Betroffenen ist das mitunter der Unterschied zwischen Leben und Tod.

  2. avatar

    Und während Villariba noch über die vergossene Milch der letzten Jahrzehnte diskutiert, bereitet Villabajo in Marijopol schon die nächste Parade vor…

  3. avatar

    A.Posener sagt: „Wie gesagt, ich bin durchaus dafür, Putin mit Festigkeit zu begegnen. Er hat schon Truppen in Armenien, das seinerseits Teile von Aserbaidschan besetzt, er hat Georgien und Moldau zerstückelt, die Krim mit fadenscheinigen Begründungen annektiert, unterstützt Europas letzten Diktator in Weißrussland, hat das korrupte Regime in der Ukraine gestützt und fordert nun nach der Verjagung seines Statthalters die Aufteilung der Ukraine. Außerdem hat er Tschetschenien verwüstet, Assad und das iranische Mullah-Regime unterstützt und fördert reaktionäre Kräfte in ganz Europa. Wer homophob oder xenophob ist, antikapitalistisch und antiliberal, europa- und amerikakritisch, kann mit Putins Unterstützung rechnen. Unsere Antwort sollte sein, alle demokratischen, pro-westlichen und liberalen Kräfte zu unterstützen, innerhalb und außerhalb Russlands, die sich ihm entgegenstellen.“ All das ist irgendwie richtig und dennoch im Wesentlichen falsch. Zum einen ist es faktisch zumindest fraglich oder schief.1. sind „Putins Truppen“ in Armenien gegen den Willen der dortigen Regierung? Wohl nicht; 2. In Georgien hat Putin die Gelegenheit ergriffen, ein Abenteurerregime, das – in der vergeblichen Hoffnung auf NATO-Rückendeckung – einem nicht-georgischen Teil der ehemaligen Georgischen SSR mit Waffengewalt seinen Willen aufzwingen wollte, in seine Schranken zu verweisen; 3. es erscheint mir keineswegs als ein „fadenscheiniges“ Argument, wenn russische Truppen verhinderten, dass der freie Wille der Mehrheit der Krimbewohner vom ukrainisch-chauvinistischen Regime in Kiew militärisch unterdrückt wird; 4. ja, er hat das korrupte – inzwischen gestürzte – Regime in der Ukraine unterstützt. Dafür unterstützt er im Gegensatz zum Westen das ebenso korrupte und überdies in bedeutenden Teilen ultranationalistische bis offen faschistische Nachfolgeregime nicht; 5. er hat Assad unterstützt (weniger den Iran), dafür aber im Gegensatz zum demokratischen Westen nicht die Jihadisten in Syrien angefangen von der Nusrah-Front bis hin zur ISIS (bevor diese offensichtlich ihren Ziehvätern entglitt); 6. bei weitem nicht jeder Homophobe, Xenophobe, Antikapitalistische und Antiberale kann auf Putins Unterstützung rechnen. Beispielsweise nicht Herr Klitschko in Kiel, der den dort geplanten CSD-Umzug verboten hat, nicht die Repräsentanten der Swoboda-Partei und des Rechten Sektors sowie deren weiteres Umfeld in der Ukraie, die legitimen Nachfolger der ukrainischen antijüdischen Pogromisten zwischen dem 19.Jahrhundert und der deutschen Besetzung im 2.Weltkrieg. Diese erfreuen sich vielmehr direkt oder indirekt der Unterstützung und zumindest wohlwollenden Duldung der offiziellen Repräsentanten der westlichen Wertegemeinschaft.6. Dass Putin in Russland einem weiteren poststalinistischen oligarchischen kapitalistischen System vorsteht, sollte ausreichen, um die Idee, er sei eine Stütze irgendwelcher antikapitalistischer Kräfte, als völlig abstrus zu entlarven.
    Die Empfehlungen A.Poseners, alle demokratischen, pro-westlichen und liberalen Kräfte zu unterstützen, wäre ganz nett, wenn die „prowestlichen“ Kräfte notwendigerweise auch „demokratische“ und von mir aus „liberale“ wären. Nichts könnte jedoch abstruser sein als diese Vorstellung. Um nur bei der Ukraine zu bleiben: Die einst von Putin gestützte Oligarchenregierung war immerhin durch demokratische Wahlen an die Macht gekommen, ihre Nachfolgerin, das aktuelle orange-braune Regime hingegen ist das Ergebnis eines in der letzten Phase auch bewaffneten Umsturzes. In der Ukraine kämpfen heute auf Seiten Kiews eine demoralisierte offizielle Armee Seite an Seite mit faschistischen Parteimilizen,Privatarmee verschiedener Oligarchen und ausländischen Söldnern gegen russisch-ukrainische Selbstverteidigungskräfte, in deren Reihen wiederum sich zunehmend großrussische Nationalisten bis hin zu Faschisten und (nur vermutlich, weil bislang allerdings ebenso offiziell dementiert wie nicht nachgewiesen) Spezialkräfte der Armee der RF befinden. Abgesehen davon, dass der russischen Bevölkerung in der Ostukraine (man erinnere sich im übrigen, dass die Ukraine ihren Status als Staat der Oktoberrevolution verdankt und die Westukraine, die die Hauptbasis des zwar verständlichen aber nichtsdestoweniger weitgehend utrareaktionären ukrainischen Nationalismus ala Bandera ist, erst nach dem 2. Weltkrieg der Ukranischen SSR angeschlossen wurde und vorher zu Polen gehörte, weil Polen, wenn es mal gerde nicht geteilt war, ebenso expansionistiosch war wie all seine Unterdrücker)natürlich das Recht auf nationale Selbstbestimmung ebenso zusteht wie den Ukrainern, ist Eines ganz offensichtlich: Mit Demokratie, Liberalismus oder gar Menschenrechten und dergleichen hat der Ukrainekonflikt nichts zu tun. Innerukrainisch geht es um den Kampf verschiedener Oligarchenfraktionen einerseits und die Selbstverteidigung der von ökonomischer und kultureller Unterdrückung bedrohten und aktuell von ukrainischer Artillerie und Luftwaffe beschossenen russischsprachigen Zivilbevölkerung im Süd-Osten andererseits, und im Hintergrund um den Versuch der „westlichen Wertegemeinschaft“, Russland als internationale Konkurrenz möglichst in die Enge zu treiben, klein zu machen.Dabei interessiert sich der Westen ebenso wenig für den politischen und sozialen Charakter seiner Verbündeten und lokalen Handlanger wie das Russland tut. Die vergleichsweise aktuellen Erfahrungen mit dem Irak, Libyen oder Afghanistan machen das ausreichend deutlich, und verglichen mit solchen „Partnern“ des Westens wie Saudi Arabien ist das blutige Assad-Regime noch ein Hort des Liberalismus. Die Frage bleibt: ist eine solche Politik „des“ Westens auch im Interesse der Mehrheit der hier lebenden Bevölkerung? Ist es im Interesse der Menschen in der BRD und allgemein der EU (falls diese denn den Zweck hätte, diesen Interessen zu dienen), wenn ihre Politik mitbestimmt wird von hysterischen Nationalisten aus der ex-SU (Baltikum, Ukraine udgl.) und solchen „Demokraten“ wie der Regierung in Ungarn? Betrifft es „uns“ nicht viel mehr, wenn Homophobie, Xenophobie und Antiliberalismus in EU-Ländern wuchern als wenn das in Putins Russland, das ja gar kein Stimmrecht in der EU anstrebt, so ist. Und was bedeutet es für unsere Zukunft, wenn Länder wie Polen, Littauen, oder Lettland, deren Nationalismus entweder wie in Polen stets von seinen Nachbarn (Deutschland und Russland) gekränkt oder wie im Fall der baltischen Völker als Ergebnis allgemeiner sozio-ökonomischer Rückständigkeit historisch verspätet pathologische Züge ausweist, gleiches Stimmrecht in EU-Gremien haben und „uns“ gegen Russland in Stellung bringen wollen (oder werden sie von „uns“ nur vorgeschoben?), was „uns“ schon seit Napoleons Zeiten nicht bekommen ist?

  4. avatar

    @ Don Camillo

    Auch sie als Insektenforscher sollte beeindrucken, dass die Osteuropäer, nach 50 Jahren zivilisatorischer Erfahrung mit dem Kreml, lieber durchs Stahlgewitter gehen werden, als sich zu beugen.
    Nach den Aderlässen des 19. Und 20. Jahrhunderts gibt es kein eigentliches Russland mehr. Die Verbindung wurde gekappt. Haben sie Dugin gelesen? Dass, was deutsche Konservative die Herzen höher schlagen lässt, sind hohle Versatzstücke. Das ist der Nihilismus einer gebrochenen Seele. Christliche Orthodoxie ohne universellen Anspruch – der bedient sich aus dem Setzkasten der Begriffe. Eine pseudo-reaktionäre Phrasendreschmaschine, jemand, der für den Kreml alles einsammelt, was gegen Westen ist. Der Kreml ist der Hort der Korruption, nicht der Reaktion.

  5. avatar

    @Daniel Leon Schikora

    Naja, die Russland hätte heute bestimmt mehr Freunde unter den ehemaligen Brüdern, wenn die Rote Armee nicht so eine furchtbar eigenwillige Auslegung von Zivilisation gehabt hätte.

    @Ziegler

    „Den neuen NATO-Ländern ist sie offenbar gar nichts wert.“

    Die Polen wurden von den Germanen übelst zugerichtet. Trotzdem haben sich alle gefreut, als die Russen abgezogen sind. Ungarn hat sich gefreut, Bulgarien etwas weniger, die Tschechen fanden es dafür richtig klasse. Was sagt das jetzt ihnen, nach fast 50Jahren Brüderlichkeit?

  6. avatar

    @Walter Schmidt

    Bitte? Der Warschauer Pakt ist nicht vom Westen eingesackt worden, Polen, Ungarn, Rumänen, Bulgaren, Tschechen und Slowaken hatten keinen Bock mehr. Es gibt zwischen Washington und Moskau eine Menge Leute die glauben, dass es kein Geburtsrecht der Supermächte gibt.

  7. avatar

    @Ziegler

    „Nebenbei: Derzeit sind laut UNHCR 814.000 Ost-Ukrainer nach Russland geflohen. Was könnte uns diese Zahl sagen?“

    Dass es mehr Sinn macht, 100Killometer Richtung Osten und offener Grenze zu fliehen, wo die Russen eben auf diesen Krieg vorbereitet sind und Auffanglager eingerichtet haben, als durch die Frontlinie 500Killometer Richtung Westen, wo nicht mal die kämpfende Truppe versorgt wird. Die Ukraine ist ein Schrotthaufen, das wissen wir, die Rußen, das wissen die Menschen. Mir zeigt das, wer sich auf diesen Showdown vorbereitet hat und wer nicht. Da die Leute nicht doof sind, wissen die das auch. In welcher Richtung würden sie in der Situation mit ihren Kindern fliehen?

    Viel interessanter ist die personelle Stärke der Separatisten. Für einen Volksaufstand in einer Region mit Millionen Einwohnern sind ca. 18000 Leute (bitte um Korrektur), unter denen viele Freiwillige, welcher Quelle auch immer, sind, nicht besonders viel. Mag sein, dass viele die Ukraine ablehnen. Was jetzt läuft, ist aber keine ostukrainische Emanzipation, es ist die russische Reconquista. Deswegen fehlt es an original ostukrainischen Freiwilligen.

  8. avatar

    @ Stevanovic

    Die schärfsten Waffen des Westens sind Pussy Riot, Boxweltmeister, Schwule. Da schwillt den frommen Moskowiter Reaktionären der Kamm.

  9. avatar

    Ich halte den Beitrag für sehr gelungen und sehe mich durch die Diskussionen in meiner Meinung bestätigt, dass wir nicht nur ständig, ob wir nun wollen oder nicht, aus „der Geschichte“ lernen, sondern, dass „sie“ auch unsere Identitäten prägt. Problematisch erscheint mir nur, dass zu häufig Eunuchen über ihre lieblingsstellung philosophieren. Was bedeutet es wirklich merkel, Obama oder Putin zu sein? Welches wissen steckt in ihnen? Sind unsere werturteile ihre dachurteile? Sind wir in ihren wissenden Augen Patienten in einer Klinik die felsenfest behaupten Napoléon zu sein…..

  10. avatar

    @Edmund Jestadt

    Na, da sind wir doch beim eigentlichen Thema: Appeasement wäre gewesen, ein paar Telefonate zu führen um Janukowitsch im Amt zu halten. D.h. für einen geordneten politischen Prozess zu sorgen, in dessen Rahmen alle Interessengruppen Ansprechpartner und Regeln vorfinden. Putin hat sich auf eine Eskalation vorbereitet, wollte sie aber nicht. Alles andere glaube ich nicht, was Russland bevorsteht, nimmt man nicht einfach nur so in Kauf. Es war Aufgabe des Westens, dem revolutionären Moment des Maidan diese „alles ist möglich“ Stimmung nehmen. Nur Erbsenzähler konnten hoffen, dass die Absetzung Janukowitschs nicht von beiden Seiten als Zeitenwende verstanden wird, dass die formelle Rechtmäßigkeit des Vorgangs überhaupt wahrgenommen wird (sofern sie wirklich vorliegt). Diplomatisch war das kein München. Chamberlain hat in München gefragt, was passieren muss, damit es keinen Krieg gibt. Die EU hat agiert, als ob es diese Möglichkeit gar nicht gäbe. Deswegen können wir heute auch nicht von Appeasement sprechen, es war grobe Fahrlässigkeit (dieses Desaster konnte man nicht planen), gepaart mit einer unglaublichen Trägheit. Es wurde A gesagt, ohne die Bereitschaft, im Zweifel auch B52 zu sagen. Es war nicht einer der cleversten Momente des Westens.

    Aber, als die erste Miliz ihren Checkpoint aufgebaut hatte, war der Maidan ein Thema von gestern (natürlich nicht bei denen in Deutschland, für die der Kindergarten Maidan ein einleuchtender Grund für einen Krieg mit tausenden Toten ist). Wegen Nazi-Hooligans auf einem Platz fängt niemand einen Bürgerkrieg an. Natürlich geht es um Russland und nicht um die Ostukraine. Russland spult seine Eskalationspläne ab und der Westen hat kein Szenario in der Schublade, dies zu verhindern. Putin schlägt vor, dies einfach zu akzeptieren und nennt es Friedensplan. In Anbetracht der Stümper, egal welcher Geschmacksrichtung, die mit schweren Waffen imaginäre Stellungen in Städten beschießen, ist es im Moment gar keine schlechte Idee. Es ist aber kein Appeasement, wir haben verloren. Weniger Chamberlain in München 38, mehr MacArthur auf den Philippinen 42. Das Ziel der Politik war eine lebenswerte Ukraine, nun brennt das halbe Land. Mehr kann man als „Westen“ in einem Konflikt nicht unterliegen.
    Ich persönlich kann mir diesen „NATO umkreist Russland“ Stuss nicht mehr anhören. Es gibt evident keine Umkreisung und Russland hat alles, nur keine Angst. Betonen zu müssen, dass wir NATO-Partner verteidigen werden, ist erbärmlich. Und es ist nicht so, dass da eine Strategie nicht „geklappt“ hat, diese Strategie hat es nie gegeben. Eine Airbase in der Nähe der russischen Grenze ist bei der russischen Feuerkraft eine Tontaube. Die „Bedrohungen“ sind alles leichte Ziele, weil sie eben keine Bedrohungen sein sollen. Oder glaubt wirklich jemand, dass die Transportflieger in Zentralasien insgeheim Death-Ray Maschinen eingebaut haben?

  11. avatar

    @ Stevanovic: 4. September 2014 um 09:13

    Was Sie vergessen haben zu fragen: Wie der Westen bei solcher – zutreffend beschriebenen – inneren Verfassung drauf kommen konnte, Putin die Ukraine unter der Nase wegziehen zu wollen.

  12. avatar

    Edmund Jestadt: @ lucas: die 68er und blonden Hänse
    Oha! Sie wissen jedenfalls, wie man sich Freunde macht

    … werter Edmund Jestadt, EJott, ich habe keine Feinde.

    Ich bekenne mich zu Jesus Christus, zu meiner Familie, zu meiner mecklenburgischen Heimat, zu Deutschland, zu Europa und zur Würde aller Menschen.

    Daher!

  13. avatar

    Ich stelle mir vor, Putin erinnert sich an die Operation Anadyr und schickt ein paar Frachtschiffe nach Kuba oder Venezuela. Wollen wir das wirklich? Und wenn nicht, wieso nicht?

    Ich stelle mir vor, Russland fördert über NGOs und Milliarden von Rubeln eine „emanzipatorische“ Bewegung abgehängter und unterdrückter Afroamerikaner mit der Bestrebung einen eigenständigen afroamerikanischen Staat auf einem Teil der Gebiete der US-Staaten Louisiana, Mississippi, Alabama und Georgia zu gründen, der sich aus „nachvollziehbaren Gründen“ unter den militärischen Schutz Russlands begeben will.

  14. avatar

    Rumsfeld sagte mal, in dem Moment geschmacklos, weil zutreffend: You don`t fight with the army you want, you fight with the army you have.

    Ein Krieg wird nicht mit den Absolventen der Kunstakademie geführt. Leider stehen der Ukraine keine westlichen Truppen zur Verfügung, die sich auf der Suche nach dem McDrive mit schwerem Gerät um hunderte Kilometer verfahren.
    Swoboda, der rechte Sektor und ähnliche sind nützliche Idioten. Nach dem Krieg wird es eine Tschistka geben, von was anderem auszugehen ist albern. Erinnert sei an die Ustasa-Verbände der Kroaten in den 90ern, heute eher eine Heulsusen-Selbsthilfegruppe. Kroatien, gestern noch voller U Symbole, ist ein lebenswertes Land, mit lebendiger Zivilgesellschaft. Unwitziger Weise sind die größten Antisemiten Europas, FN + Fides, alle Putin-Fans. In Deutschland drückt ihm ein Großteil derer, die Israel und Amerika irgendwie doof finden, die Daumen. Der Nihilist Dugin ist zitierfähig geworden, für alle, die eine offene Gesellschaft ablehnen, ist Putin heute eine Ikone. Der Faschismus in Europa soll aber über kahlrasierte ukrainische Stiernacken wieder auferstehen. Sorry, passt nicht.

    Was die Aggressivität der NATO angeht: Nach 20Jahren Einkreisung hat die NATO nichts, wirklich gar nichts, vorbereitet. Die größte Militärmacht der Welt braucht ein halbes Jahr, um die Aufstellung einer Eingreiftruppe von 4000Mann zu beschließen. 4000Mann Eingreiftruppe! Weil eben im Osten keine Truppen stehen, die Einkreisung Russlands ist Stuss. Die NATO-Armee an Russlands Grenze ist nicht mal ein potemkinsches Dorf. Was dort steht, sind Truppen der Mitgliedsländer, die zur NATO gehören. Wenn aber ein paar Esten dem Kreml Angst machen, dann sprechen wir nicht von Gefahrenanalyse, sondern, wohlwollend interpretiert, von einer Neurose. Deswegen springen die NATO-Aggression-Theoretiker dann auch munter hin und her: Der Westen als Synthese aus Allmacht und Infantilität. Mal ist der Westen durchtrieben und böse, dann aber gleichzeitig zu doof um Kampfstiefel zu schnüren. Man gibt Billionen für eine militärische Einkreisung aus, um dann kein Militär bereit zu haben. Man bedroht Russland militärisch so, dass Putin und halb Asien nachts nicht schlafen können, hat aber nicht mal ein Regiment der Oberammergauer Kirmesschützen am Start. Ganz im Gegenteil, das ausführende Organ, Kiew, muss den ganzen zur Verfügung stehenden Müll zusammenkehren, mit dem es den Krieg nun erwartungsgemäß verliert.

    Fällt jemanden noch etwas ein, wie wir Russland die Angst nehmen können? AOK-Auslandskrankenscheine für die beurlaubten Freiwilligen?

  15. avatar

    Putin ist kein russischer Bär sondern ein
    Schachspieler, der – auch um die eigenen Soviet-Reaktionäre ruhigzustellen – Reexpansionspolitik betreibt, wo es möglich ist. Und der Westen geht so geschickt damit um, wie ein Elefant im Laden mit Porzellan-Fettnäpfen.
    Ich bin bis dato immer davon ausgegangen, daß außenpolitische Äußerungen von Spitzen-Politikern deren Wirkung mit einkalkuliert: Da weiß ich nicht, wer mir da im Moment mehr sorgen macht, der Westen, die USA, der Hühnerhaufen EU oder Putin. Aber vielleicht ‚hilft‘ ja der gemeinsame Feind im mittleren Osten [Zynikmodus wieder aus].

  16. avatar

    „Meines Erachtens ist es aber möglich, die von den polnischen Intellektuellen geforderten Konsequenzen aus Putins Aggression gegen die Ukraine – Stopp französischer Waffenlieferungen, Vorantreiben der deutschen Energiewende, um die Abhängigkeit von russischem Gas zu verringern, materielle Unterstützung der ukrainischen Regierung bei der Bewältigung der Folgen des Kriegs in der Ostukraine , Offenhalten der Möglichkeit einer ukrainischen Mitgliedschaft in der Europäischen Union – gutzuheißen, ohne die Parallele zum Zweiten Weltkrieg zu ziehen, und ohne die Beschwichtigungspolitik in Bausch und Bogen zu verdammen.“

    Wo er recht hat, hat er recht, der Alan Posener: Warum sollte, wer heute für den Schulterschluss mit jenen Ukrainern plädiert, die die ‚Befreiung‘ ihres Landes von einer „Moskau-jüdischen Mafia“ propagieren, ein Gegner der Beschwichtigungspolitik jener britischen und französischen Regierungen sein, die Hitlerdeutschland die Tschechoslowakische Republik auslieferten? (Schließlich repräsentierte die bürgerlich-republikanische Tschechoslowakei alles, wofür der „Euro-Maidan“ nicht steht. Sie war in der Zwischenkriegsära das einzige Land im östlichen Zentraleuropa, in dem auch eine kommunistische Partei unter den Bedingungen der formalen Gleichberechtigung an den Meinungsbildungs- und Entscheidungsfindungsprozessen im öffentlichen Raum mitwirken konnte.)

    „(Nur sozusagen in Parenthese merke ich an, dass einer der Hauptideologen der Antideutschen, Stephan Grigat, noch 2006 klagte, der „Sozialimperialismus“ der Sowjetunion sei „leider völlig in Verruf geraten“; schließlich habe es sich darum gehandelt, „mittels Zivilisationsexport (sic!) Einflusssphären abzustecken“, wodurch es „sehr viel mehr Anzeichen für eine Dialektik von nationaler und sozialer Befreiung gab als heute“. […]“

    Klar, „sozialimperialistischer“ Zivilisationsexport ist in deutsch-(post-)maoistischer Perspektive stets etwas ganz Schreckliches gewesen. Man denke daran, dass die mit der Sowjetunion verbündeten vietnamesischen Kulturimperialisten 1979 nicht einmal davor zurückschreckten, den deutschen Maoisten ihren Genossen Pol Pot zu nehmen!

    „[…] Grigat und seine Antideutschen, die mit ihrem pro-zionistisch verhülltem Linksradikalismus mittlerweile auch die seriösen Medien unterwandern, unterschlagen schlicht und einfach, dass die „leider völlig in Verruf geratene“ Sowjetunion mit Hitler verbündet war, als dessen Einsatzgruppen in Polen ihre Mordarbeit gegen die Juden begannen.)“

    Bemerkenswerterweise unterschlägt Posener, weshalb die Nazis zwar in Polen – wie in Österreich und der Tschechoslowakei, die ihnen seitens antisowjetischer Regierungen in London und Paris bereits 1938 ausgeliefert worden waren – Juden deportieren und ermorden konnten, nicht jedoch bis 1941 in der Westukraine, in Westbjelorussland, Litauen, Lettland und Estland: weil Moskau den Hitlerfaschisten niemals nachgab, ohne sie zu schmerzhaften Gegenleistungen zu zwingen, die dem Hitlerismus letztlich das Genick brachen.

  17. avatar

    Was Russland dagegen schriftlich hat, ist anscheinend die Zusage, dass keine NATO-Stützpunkte in den neuen NATO-Ländern errichtet werden. Bedingungen sind an diese Zusage offenbar keine geknüpft. Mal sehen, wieviel diese Schriftlichkeit im Vergleich zur Mündlichkeit wert ist. Den neuen NATO-Ländern ist sie offenbar gar nichts wert. Deutschland scheint sich dafür einzusetzen, dass diese Zusage nicht genauso einfach ignoriert wird wie jene mündliche.

    Nebenbei: Derzeit sind laut UNHCR 814.000 Ost-Ukrainer nach Russland geflohen. Was könnte uns diese Zahl sagen?

  18. avatar

    Die Nato hat sich ohne zu Fragen, munter an Putins Grenzen ausgedehnt. Welcher Staat lässt sich das bieten? Deshalb der Einhalt von Putin! Für mich nachvollziehbar. Der Warschauer Pakt ist auch vom Westen eingesackt worden und die Machthaber in Russland haben dies zugelassen. Welche Machthaber haben es schon gerne, wenn andere ihnen auf der Nase herumtanzen. Oder?

  19. avatar

    Auch interessant in diesem Zusammenhang das Gefeilsche um Worte:

    „Baker ging – so stellt es der Historiker Gerhard A. Ritter dar – von der „Tutzinger Formel“ aus, und sagte zu Gorbatschow, die Beistandsgarantie oder „militärische Präsenz der Nato in östlicher Richtung“ werde „um keinen einzigen Zoll ausgedehnt“. […] Baker wiederum sagte, er habe mit seiner Formulierung von „keinem einzigen Zoll“ einzig und allein das Gebiet der DDR gemeint. Sein Gesprächspartner Gorbatschow will das anders verstanden haben. Er schimpfte, es habe sehr wohl eine Zusage gegeben, die Nato nicht nach Osten zu erweitern – und wird in Russland wiederum dafür beschimpft, sich diese Zusage nicht in schriftlicher Form besorgt zu haben.“

    http://www.faz.net/aktuell/pol.....11-p2.html

    Ich kann dazu nur sagen: Wenn man wirklich nur das Territorium der DDR gemeint haben will mit der Redeweise von „keinem einzigen Zoll in östliche Richtung“, dann hätte man diese Präzisierung selber vornehmen müssen. Und nicht jetzt darauf pochen, dass die Gegenseite nichts Schriftliches hat und alles vage wäre.
    So wie es hier steht, ist nichts vage. „Kein Zoll in östliche Richtung“ ist präzise und ein uneingeschränkter Satz. Russland hat Recht, diese Zusage so zu verstehen, wie es das tut.

  20. avatar

    …Korrektur: Es hieß in dem Filmbeitrag nicht: „Es herrschte große Einigkeit“, sondern: „Wir waren uns einig“. Interessant auch: „Das gilt nicht nur für die DDR, die wir uns nicht einverleiben wollen…“ (O-Ton Genscher). „Einverleiben“. Außerdem ist die Rede von der „Absicht“, die man nicht hätte. Das erinnert mich etwas an jene berühmte andere Absicht, die niemand hatte, eine Mauer zu bauen. Beides im Brustton der Seriösität vorgetragene Absichtserklärungen.

    Auf diese Weise wird jedes Vertrauen der beiden Mächte Ost und West – zweier jahrzehntelang bis aufs Blut zerstrittenen Erzfeinde – erneut und willentlich zerstört, und am Ende steht ein Krieg.

    Was für ein Wahnsinn! Früher wurde die weltbedrohende Feindschaft damit erklärt, dass sich die beiden Gesellschaftssysteme nicht miteinander vertragen und einander verdrängen würden. Inzwischen hat der Kapitalismus gesieht und ist Russland kapitalistischer als jeder andere. Wo sonst kann man es als Privatmann mit etwas Ellenbogengefühl zu einem eigenen Fußballverein in der Champions League bringen?

  21. avatar

    Morgenmagazin: Die Ukraine hat in Deutschland 20.000 Helme und Schutzwesten bestellt. Im Juni. Jetzt, im September, wurde das Geschäft bewilligt. Natürlich kann es sein, dass viele Infos für ein Bild fehlen, sollte es aber so sein, würde mich als Esten eine schnelle Eingreiftruppe unter Beteiligung Deutschlands nicht beruhigen. Lahmarschigkeit ist das effektivste Appeasement.

  22. avatar

    ..mehr zum Fliegenschutz:

    ein Zitat von John Swinton, Chefredakteur NYT 1860-1870

    „“Das Geschäft der Journalisten ist, die Wahrheit zu zerstören, schlankweg zu lügen, die Wahrheit zu pervertieren, sie zu morden, zu Füßen des Mammons zu legen und sein Land und die menschliche Rasse zu verkaufen zum Zweck des täglichen Broterwerbs. Sie wissen das, und ich weiß das, also was soll das verrückte Lobreden auf eine freie Presse? Wir sind Werkzeuge und Vasallen von reichen Männern hinter der Szene. Wir sind Marionetten. Sie ziehen die Strippen, und wir tanzen an den Strippen. Unsere Talente, unsere Möglichkeiten und unsere Leben stehen allesamt im Eigentum anderer Männer. Wir sind intellektuelle Prostituierte.” [5]““

    http://de.wikipedia.org/wiki/John_Swinton

  23. avatar

    @ Uwe Wimmer
    Er
    mag
    keine
    Christen.
    Daher! ist er gegen Russland (christlich-orthodox), für Pussy Riot, ergreift einseitig Partei gegen Armenien und will im Nordirak, wo auch Christen verfolgt werden, nicht mit Waffen (an die Kurden) helfen. Außerdem liegt das ganz gut auf der türkischen Linie. Er wird jetzt flattern wie eine ganze aufgescheuchte Entenschar und versuchen, das zu widerlegen, aber es wird immer wieder auftauchen.

  24. avatar

    @Moritz Berger
    Da meinten sie, der Kapitalismus hätte keine Antwort auf das Problem der durch Automatisierung wegfallenden Konsumenten und die Lösung sei (wieder mal) einzig und allein staatlicher Eingriff. Seltsam, zeigt Google nicht, dass es ohne Staat geht?

    Und jetzt nicht mit, das ist ja alles im Indanett kommen. Da steht auch Hardware aka Server, etc.

  25. avatar

    Wenn die Ukraine-Krise auch eine positive Seite hat, dann ist es die Tatsache, daß jeder Mensch glasklar erkennen kann, daß die Meinung, die mit Unterstützung der Demokratieabgabe und anderen gekauften Wahrsagern, Schriftgelehrten und vielen Pharisäern – zustande kommt, krass abweicht von den Tatsachen, den ein Großteil der Bevölkerung wahr nimmt, dazu genügt ein Blick in blogs des mainstreams und ein Vergleich, mit den anschließenden Kommentaren. Die FAZ hat Kommentierungen, den Russlandkonflikt betreffend, gar ganz unterbunden.

    Immer mehr Menschen erkennen, die Lügengeschichten der „Kümmerer-Fliegen“ im Insektenreich.
    Hierzu ein paar biologische Anmerkungen, was eine Stubenfliege ausmacht: Sie ist vor allem unbelehrbar. Sie fliegt zum Beispiel immer wieder gegen eine Glasscheibe, so lange bis sie völlig entkräftet ist oder sich den Kopf einschlägt. Sie fliegt immer wieder in eine grelle heiße Lampe, bis sie sich die Flügel und Augen verbrannt hat. Dieses Verhalten trifft auf die Politik übertragen auf die USA und ihre EU-Kolonien zu. Sie unterstützen in Syrien Islamisten, sie rüsteten die Taliban auf, sie begangen ohne Not den Irak-Krieg bombten in Lybien und Tunis Sharia-Regime an die Macht. Stereotyp wie eine Fliege. Nein, die „Russlandversteher“ haben diese Stereotypen und Wiederholungen satt. Putin ist die Spinne, ein nützliches Tier!

    Gruß vom Insektenforscher

  26. avatar

    Ich möchte demblondenhans (und Ulrich Eggert, der den entsprechenden Fernsehlink geliefert hat) zustimmen: Die Zusage, die NATO nicht nach Osten vorrücken zu lassen, wurde offiziell gegeben: „es herrschte große Einigkeit“, heißt es in der Fernsehaufnahme. Das ist offenbar eine gültige mündliche Zusage von Genscher und Baker und vermutlich auch von den anderen NATO-Mitgliedern. Der betreffende Link steht oben, jeder kann es hören.
    Ein Verteidigungsversuch à la: „Damals war Russland ein anderes Land“ ist angesichts der Formulierung lächerlich.
    Es ist ein absolutes Unding und eine große Peinlichkeit für den Westen und insbesondere für Deutschland, zu dessen Einigung diese Zusage ja gemacht wurde, dass sie nicht eingehalten wird, ja dass man jetzt sogar spotten kann: „Wie – ihr habt nichts Schriftliches? Tja, dann…!“ – Hier zeigt sich ein sehr unangenehmer, doppelzüngiger Zug im Wesen des Westens.

  27. avatar

    http://www.faz.net/aktuell/pol.....ageIndex_2
    Inwiefern widerspricht eine Truppenstationierung der Diplomatie? Mit Truppenstationierung (übrigens macht Russland nichts anderes an seinen Grenzen) ist doch die Verhandlungsbasis gesicherter.
    Rasmussen darf natürlich nicht der Finger auf den Roten Button rutschen. Da er aber bei der Inkursion Russlands in die Ukraine ruhig blieb (hätte ich nicht gedacht), gehe ich nicht von so etwas aus, sondern denke, dass er weiterhin bei der rationalen Absicherung der Grenzen wie bisher bleiben wird.

    @derblondehans
    „Amerikanische Politiker und Politikberater, darunter Paul Nitze, Robert Strange McNamara, Richard Pipes und Gary Hart, kritisierten die Beitrittsangebote der NATO 1997 als „politischen Irrtum von historischen Ausmaßen“. Sie befürchteten, dass Russland durch diese Politik der NATO als potentieller Friedensbrecher dargestellt und so westfeindliche Kräfte, auf die sich die Sorgen der NATO-Staaten eigentlich beziehen würden, in Moskau an die Macht kommen könnten.“

    Den Teil finde ich viel interessanter.
    Wobei ich mir nicht mehr sicher bin, ob Putin nicht jetzt, obwohl er früher nicht so westfeindlich war, einfach selbst den westfeindlichen Nationalisten macht.

    @Alan Posener
    Manche Teilnehmer der ukrainischen Revolution wollen aber mit der EU nichts zu tun haben. Und die SS-Opas find ich auch nicht mehr fortschrittlich revolutionär…
    Weiterhin ist nicht klar, ob die Ukraine überhaupt eine Nation ist. Es gibt traditionell österreichisch orientierte Ukrainer im Westen und russisch orientierte im Osten.
    Der Westen (EU, USA und so) sollte auf eine demokratische Befragung der Menschen in den separatistischen Gebieten der Ostukraine drängen, ob sie nun zu Russland oder zur Ukraine gehören wollen, um den Konflikt beizulegen. Oder sind Ukraine und Westen keine Demokratien? Wenn Putin noch weiter eskalieren würde, hätte das null, narda, niente rationale Basis (wenn man das an Russland orientiert sein noch halbwegs als rationale Basis sehen möchte), womit sich ein Vorgehen gegen solch eine Eskalation selbstlegitimieren würde.

    Oder soll der Konflikt noch weiter gehen, so dass die 68er und blonden Hänse fröhlich Urständ feiern?

    Le Pensky gewinnt vermutlich die nächste Wahl.

    Putin macht zwar den westfeindlichen Nationalisten, einerseits weil es ihm wirklich gefällt, andererseits um nationalistische Stimmungen im Land zu besänftigen und das ist vermutlich überhaupt das wichtigste für ihn seine Macht zu sichern (angesichts der echten russischen Nazis ist Putin vermutlich analog zu den Muslimbrüdern und Sisi die harmlosere (/=harmlose) Variante). Würde der Westen Putin zur Gesichtswahrung und Beschäftigung nun IS(IS) hinhalten, wäre das vermutlich das sinnvollste.
    Putin könnte sein Gesicht wahren und seine Macht behalten, würde sich aber mit Russland (am besten zusammen mit China und Indien) an den Westen annähern, um IS(IS) in Schach zu halten.

  28. avatar

    Hier noch, falls Sie des Russischen oder des logischen Denkens mächtig sind:

    http://www.ethno-kavkaz.narod.ru/rnkarabax.html

    IMHO hinkt der Vergleich mit Chamberlain aus heutiger Sicht nicht so sehr. Die Tatsache „he couldn’t have known it better“ sollte uns nicht davon abhalten, bestimmter, wenn nicht sogar drakonischer mit Putin, nicht den Russen an sich, umzugehen. Aber da scheinen Sie bei mir zu sein.

    Bei all der Verteidigung muss dennoch gesagt werden, dass Churchill für Europa mehr getan hat, als Chamberlain jemals im Stande gewesen wäre zu tun.

  29. avatar

    Ihre Einsicht erstaunt mich erneut. Immerhin, Herr Posener.

    Sie möchten jedoch partout nicht auf die Vorgeschichte des Konflikts eingehen.
    Hätten Sie wirklich Ahnung von Armenien oder würden Sie das Land etwas kennen, dann dürften Ihnen auffallen, dass Armenien Ende der 80er und Anfang der 90er sicher besseres zu tun hatte, als einen Angriffskrieg zu führen und andere ihnen fremde Gebiete zu annektieren.
    Ein verheerendes Erdbeben und die plötzliche Unabhängigkeit des Landes, die fehlende humanitäre Unterstützung Russlands und die Emigration hat der armenischen Bevölkerung nachhaltig geschadet. Ein Krieg war sicher nicht im Sinne der Machthaber. Zudem konnten die Generäle nicht damit rechnen, dass so viele Diaspora-Armenier zur Hilfe eilen würden, ohne die der Krieg sicher nicht hätte gewinnen werden können.

    Die Armenier wurden erneut von besser bewaffneten, feindlich gesinnten Nachbarn angegriffen, mit denen sie, wenn auch in Fremdherrschaft hundert Jahre lang friedlich zusammengelebt haben. Insbesondere der Angriff gegen die Armenier aus Sumgait und Baku, die nichts mit den Armeniern in Berg Karabach zu tun hatten und jahrzehntelang friedlich mit ihren aserbaidschanischen Nachbarn gelebt hatten, sollte jedem Relativierer zu denken geben.

    Ohne diese Verteidigungshandlungen, gäbe es kein armenisches Berg Karabach, sondern einen ethnisch gesäuberten Transkaukasus und wenn überhaupt, ein kleines, geschwächtes Armenien. Die Luftlinie zwischen Stepanakert, der Hauptstadt Berg Karabachs, und Eriwan beträgt keine 200 km.

    http://en.wikipedia.org/wiki/Baku_pogrom

    http://en.wikipedia.org/wiki/Sumgait_pogrom

    http://en.wikipedia.org/wiki/Artsakh

    Sie schreiben „Und für was? Entsetzlich.“

    Ganz einfach: um armenisches Menschenleben zu verteidigen und armenische Kultur zu retten.
    Aus den sechs armenischen Provinzen im Osten des osmanischen Reichs ist nichts mehr übrig geblieben. Von ursprünglich über 2 Millionen Armeniern leben in der Türkei nun 30 Tausend Armenier, jedoch keine davon im Osten des Landes, sondern in Istanbul. Das hat man aber im Berg Karabach Konflikt zu verhindern gewusst.

    Armenien sollte sich nicht dafür entschuldigen, nach jahrhundertelanger Invasion, Okkupation und Völkermord einen Krieg gewonnen zu haben.

    Ihr „Für was“ ist an Zynismus nicht zu übertreffen. Würde mich nur allzu sehr interessieren, was ein durchschnittlicher Armenier von Ihren Ansichten hält.

    „Die ganze Armenien-Chose ist für meine Argumentation völlig unerheblich.“
    Exactly, so you shouldn’t have mentioned it in the first place, genius!

  30. avatar

    APo: … Lieber Blondi, es bleibt Ihnen unbenommen, “nach drüben zu gehen”, wenn Sie sich im Machtbereich Putins besser aufgehoben fühlen als im “Westen”.

    … lieber APo, das funktioniert nicht, das nützt nix. Das habe ich schon mal getan. Die Sozialisten kommen alle hinterher. … daher bleibe ich und kämpfe.

  31. avatar

    ‚USA und EU hätten mit voller Absicht und in Kenntnis der – aus dem Sicherheitsinteresse Russlands heraus verständlichen – ablehnenden Haltung Russlands die Ostausdehnung der NATO in Verbindung mit der EU-Erweiterung vorangetrieben, „um die Ukraine für den Westen zu gewinnen“. Putins Reaktion gegen dieses Bestreben sei verständlich, die Ukraine sei als Puffer für Russlands Sicherheitsbedürfnis unabdingbar.‘

    Daher!

    Bleibt die Frage … warum die USA die Ukraine für den ‚Westen‘ ‚gewinnen‘ will. (Die Frage stellen, heißt eigentlich sie schon beantwortet zu haben. Oder?)

    1. avatar

      Lieber Blondi, es bleibt Ihnen unbenommen, „nach drüben zu gehen“, wenn Sie sich im Machtbereich Putins besser aufgehoben fühlen als im „Westen“. Verdrehen sie aber bitte die Geschichte nicht mehr als unbedingt nötig. Die Ukrainer haben eine Revolution durchgeführt, um zum „Westen“, genauer: zur EU gehören zu dürfen, sie haben ihrem Präsidenten und ihrem Parlament den Auftrag erteilt, die Annäherung an die EU zu betreiben, und dafür bezahlen sie nun mit der Annektion eines Teils ihrer Nation und mit einem Krieg, der im Namen der „nationalen Selbstbestimmung“ der Ostukraine diese Nation in den Ruin treiben soll. Daher.

  32. avatar

    Ein sehr gelungener Artikel, Herr Posener. Vielen Dank. Die Jubelchöre in England bei der Ankunft Chamberlains aus Deutschland sind ja ausreichend bebildert. Aber es gab schon damals im Unterhaus kritische Stimmen, die Wasser in den Wein gossen. (u.a. Churchill), und es gab Stimmen in den Gazetten Englands und Frankreichs, die im Vorgehen Hitlers die Schuld im Westen suchten, weil das Diktat von Versailles Hitler keine andere Wahl mehr ließ… usw… (übigens gibt es ja auch heute stimmen vor allem von der Linken, die Putins Vorgehen in der Ukraine mit den Fehlern des Westens ursächlich in Zusammenhang bringen, ohne zu berücksichtigen, dass Putin eine historische Aufgabe erledigen will und er nur auf eine günstige Gelegenheit wartete. Imperiale Politik braucht keine Begründung für eine wie auch immer ablaufende Invasion. Sie braucht sie höchstens für ihre Propaganda und/oder einen drohenden Gesichtsverlust. Ist es eine gewagte These zu behaupten, Putin hat keine Angst vor der NATO, nutzt aber die sogenannte Einkreisung durch die Nato als Begründung für sein Einschreiten in der Ukraine? Du bist mein Feind – eine Begründung findet sich schon noch…

  33. avatar

    Zur Ergänzung: Bei Otto Bauer und Karl Renner hieß das nicht Kultur- sondern Nationalverein und war als Lösung der Nationalitätenfrage gedacht.

    Übrigens ist diese Kombination (Nationalverein+Anarchokapitalismus+Menschenrechte) vielleicht gar nicht so seltsam, wie sie aussieht: Otto Bauer studierte zusammen mit von Mises und Schumpeter bei Böhm-Bawerk und von Wieser, die die Anarchokapitalisten Murray Rothbard und David D. Friedman beeinflussten.

    Und die von Posener hier mal besprochene Situation in Großbritannien (eigene Gerichte für Minderheiten, usw.) ist vielleicht schon die Umsetzung dieses Vorschlags.

  34. avatar

    @Don Geraldo

    „Es gibt glaubhafte Aussagen, daß er erschüttert gewesen sei und nicht damit gerechnet habe.“

    Vor dem Fehler sollten man doch Putin bewahren.

  35. avatar

    Christen gegen Muslime? Vous m’étonnez Monsieur.

    Wie bezeichnen Sie die Pogrome in Baku und Sumgait gegen Armenier, die dem Konflikt vorangegangen waren?
    Welche ethnischen Säuberungen meinen Sie?
    Sie scheinen eine Obsession mit armenischen Kriegshandlungen zu haben, scheinbar können Armenier gar keine Opfer für Sie sein?

    Ihre Armenierfeindlichkeit wird dadurch deutlich, dass Sie das Leid der Armenier negieren oder gar nicht erwähnen und ihnen religiös motivierten und durch ethnische Säuberungen vollzogenen Landraub vorwerfen, obwohl der Krieg nach den genannten Pogromen auf unbeteiligte Armenier außerhalb Berg-Karabachs begann.
    Ein ungewollter Krieg, den die Armenier trotz der Unterstützung der muslimischen Tschetschenen, Afghanen, Türken und auch der Russen auf Seiten Aserbaidschans für sich entscheiden konnten. Mich erinnert dieser große Gefälle in Heereskraft und an Verbündeten eher an den Sechs-Tage- Krieg als an ethnische Säuberungen von Armeniern gegen Aserbaidschanern. Sie scheinen aber andere Assoziationen im Kopf zu haben.

    Diese Täter-Opfer Umkehr kennt man aus dem Nahost-Konflikt, wo Israel jede Verteidigungshandlung aufs Neue rechtfertigen muss. Sollte Armenien nicht seine Bürger verteidigen? Hätten Sie erneut einen weiteren Völkermord über sich ergehen lassen sollen?
    Sie messen mit zwei Maß.

    Zu den schrecklichen Geschehnissen in Khojali:

    „Ich bezweifle, dass die Armenier den Aserbaidschanern erlaubt hätten ihre Toten einzusammeln, wenn die Vorwürfe eines Massakers wahr wären.“

    – Ajas Mutalibow, erster Präsident der Republik Aserbaidschan

    „Nach dem ich mich mit der Gegend vertraut gemacht habe, kann ich mit voller Überzeugung sagen, dass die Unterstellungen über das Fehlen eines armenischen humanitären Korridors völlig unbegründet sind. Der Korridor war in der Tat vorhanden, dennoch waren die Bewohner vollständig verhindert, aus dem Kessel auszubrechen. Ich habe mich mit hunderten Flüchtlingen unterhalten, die das Vorhandensein eines humanitären Korridors bestätigt haben und mir versicherten, dank dieses Korridors dem Tod entkommen und am Leben geblieben zu sein.“

    – Ejnulla Fatullaew, aserbaidschanischer Journalist

    „Es ist eine Tatsache, dass eine organisierte Menschenevakuierung aus Xocali nicht durchgeführt wurde. Es wurde nicht durchgeführt, obwohl die Behörden von Xocali, das Oberkommando und die Leitung der aserbaidschanischen Kämpfer Bescheid wussten und der dafür eingerichtete humanitäre Korridor zur Verfügung stand.“

    – Memorial, internationale Menschenrechtsorganisation

    Unbenommen, dass viele Unschuldige gestorben sind und kein Krieg ist sauber oder gerecht. Dass aber ein Autor Ihrer Größe auf Aliyevsche Propaganda hereinfällt oder diese billigend in Kauf nimmt, ist erstaunlich.

    Get your facts right.

    1. avatar

      Nun hyperventilieren Sie nicht, Herr Wimmer. Ich nehme vorerst mit dem Ausdruck des Bedauerns die Behauptung zurück, die Armenier hätten Berg Karabach annektiert und dort ethnische säuberungen betrieben. Den Vorwurf der Armenien-Feindlichkeit weise ich aber mit entschiedenhait zurück. Die ganze Armenien-Chose ist für meine Argumentation völlig unerheblich. Die Feuerpause, so Sie mir eine gönnen, werde ich nutzen, um die Fakten zu checken. OK?

  36. avatar

    Vielleicht sind die historischen Vergleiche ja alle etwas schief, ungenau und polemisch. Sicher aber ist eines: Sowenig sich Chamberlain auf die öffentliche Meinung stützen konnte, für die Gerümpelstaaten und Drecksvölker im Osten eine Mehrheit für deren Verteidigung zu finden, so unwillig ist die deutsche Öffentlichkeit heute.
    Während kein Sicherheitsinteresse des Kremls zu durchsichtig und abwegig ist, als das es in Deutschland keine Unterstützer finden könnte, interessieren die Sicherheitsinteressen der osteuropäischen Völker nicht die Bohne. Was ist mit den Rechten der: Polen, Esten Litauer, Ukrainer, Ruthenen, Tataren, Moldauer, Weißrussen…ich habe bestimmt ein paar vergessen, da haben wir Europa ja noch nicht mal verlassen.

    Wenn der russische Bär knurrt und Deutschland dann schnurrt, brauchen wir uns nicht mehr über eine europäische Sicherheitsarchitektur zu unterhalten. Polen, Balten und ähnliches „unreifes“ Gerümpel tun gut daran, sich an den USA zu halten. Bis man in Deutschland sich überlegt hat, ob der Stärkere nicht vielleicht doch Recht hat, könnte ein Krieg in Estland schon vorbei sein. Unter der Prämisse wird es keine europäische Armee geben.

    Der selige Scholl-Latour meinte mal, dass Putin nicht verrückt sei, sondern ein Geheimdienstmann, der kenne seine Grenzen. Jetzt müssten wir noch ohne Burn-Out mit dem Druck umgehen, das wir diese Grenzen setzen müssen, oder Putin hat eben keine. Stand heute: Russland fährt mit regulären Truppen in der Ukraine herum.

    Ach ja: Als die Zusagen zur NATO-Erweiterung gegeben wurden, war Russland noch anders. In der Zwischenzeit wurden in einem brutalen Kaukasuskrieg tausende Menschen getötet, Tschetschenien pulverisiert.Die NATO-Erweiterung war nicht nötig, weil Russland ein Staat werden wollte, dann doch aber das Kreml-Imperium blieb. Wer hat eigentlich wen angelogen?

  37. avatar

    hmm, nationales Selbstbestimmungsrecht à la Otto Bauer+Anarchokapitalismus+Menschenrechte? Jeder kann nach eigenem Recht oder dem von irgendwelchen Kulturvereinen seine Kultur leben; Menschenrechte werden aber eingehalten.

    Was Keynes da sagt könnte vielleicht auch im Hinblick auf IS(IS) interessant sein: Hitler hat ja praktisch die Einigung Europas auf reaktionärem Weg mit bekannten Folgen versucht. IS(IS) versucht etwas ähnliches: die Einigung Arabiens auf rückwärtsgewandtem Weg, an dessen Rand ermordete Tote, unterdrückte Frauen, etc. liegen. Was die Welt dagegen setzen könnte, wäre die fortschrittliche Einigung Arabiens, die Unterstützung liberaler Kräfte. Das Problem in Arabien ist, gibt’s dort überhaupt Liberale, also „echte“ und nicht solche wie Obama?

    zu 4.
    nicht zu vergessen, die amerikanischen Fahrzeuge die in Deutschland hergestellt wurden, nicht wahr?
    Hat die Sowjetunion unter Stalin dies vielleicht getan, um einen direkten Einmarsch Deutschlands in der Sowjetunion zu verhindern? Oder ist das stalinistische Legende?

  38. avatar

    Von wem stammt der schöne Satz „Geschichte sind die Lügen, auf die sich die Historiker geeinigt haben“ ?

    Dabei muß man gar nicht weit in die Geschichte zurückgehen. Im aktuellen Fall der Ukraine könnte man ja durchaus den Standpunkt vertreten, daß eine legitime Regierung durch einen Putsch gestürzt wurde. Die neuen Machthaber in der Hauptstadt versuchen ihre Macht auch in den Provinzen durchzusetzen. Die sogenannten Separatisten wären dann die legitimen Vertreter der widerrechtlich gestürzten alten Regierung, und dann würde die russische Unterstützung schon in einem anderen Licht erscheinen.

    Nachdem sich mittlerweile viele „Wahrheiten“ der Geschichte des 20igsten Jahrhunderts verflüchtigt haben bleibt immerhin noch „Hitler wollte unbedingt Krieg“. Wenn er das unbeding wollte, warum hat er dann nicht gejubelt als ihn die Kriegserklärungen von Großbritannien und Frankreich erreichten.
    Es gibt glaubhafte Aussagen, daß er erschüttert gewesen sei und nicht damit gerechnet habe.

    Daß Frankreich, England und die USA erst aufrüsten mußten um Hitler in seine Schranken zu weisen ist eine Fabel, die bestenfalls auf Frankreich zutrifft.
    England gründete seine Strategische Bomberflotte kurz vor der Sommerolympiade 1936, als nicht nur Deutsche Hitler noch zujubelten.
    Und über die Kriegspläne der USA konnte seit Amtsantritt Roosevelts kein Zweifel bestehen; der hatte es nur mit einer extrem kriegsunwilligen Bevölkerung zu tun und konnte seine Planungen nur im Verborgenen umsetzen. Wie gut ihm das gelungen ist sah man daran, wie schnell die US-Wirtschaft von Zivil- auf Kriegswirtschaft umgestellt war.

    Von den Übergriffen, die es während der gesamten Zwischenkriegszeit in Polen auf Deutsche gab will ich gar nicht erst anfangen, das läuft ja unter „Revanchismus“ und „Aufrechnung“.
    Seltsam ist nur die Reaktion der polnischen Schutzmächte Frankreich und Großbritannien auf den GEMEINSAMEN Überfall von Deutschland und UdSSR.

    Warum gab es ein Kriegserklärung nur an Deutschland ?

  39. avatar

    „(Putin) hat schon Truppen in Armenien, das seinerseits Teile von Aserbaidschan besetzt“

    Meinen Sie das ernst oder kennen Sie sich einfach überhaupt nicht in dem Thema aus? Schreiben Sie doch, mit Verlaub, von Angelegenheiten in denen Sie versiert sind.
    Ihre Stücke über die Rolling Stones haben mir deutlich besser gefallen.

    1. Russland beliefert Aserbaidschan seit Jahren mit mehr Waffen als Armenien und geriert sich dennoch als Schutzmacht. Es ist aber undenkbar, dass russische Soldaten jemals mit russischen Waffen aus Aserbaidschan angegriffen werden. Wenn doch, werden diese Soldaten sofort verschwinden, genauso wie im Berg-Karabach Krieg.
    Jeder Armenier weiß das und verlässt sich gar nicht auf die Scheinschutzmacht. Genauso wenig hat auch das Zarenreich die Armenier vor dem Völkermord bewahrt. Im Berg-Karabach Krieg hat Russland auch mehrheitlich die von ihrem Vorgängerstaat willkürlich gesetzten Grenzen verteidigt und somit Aserbaidschan zunehmend unterstützt und nicht Armenien.
    http://en.ria.ru/politics/2014.....Putin.html

    2. Russland steht an der armenisch-türkischen Grenze und nicht in Berg-Karabach und offiziell auch nur um diese Grenze zu bewachen.

    3. Armenien hat die Gebiete, in denen Armenier seit 3000 Jahren leben und wo die ersten christlichen Kirchen gebaut wurden, befreit und hält sie nicht besetzt.

    4. Die Gebiete waren nie aserbaidschanisch, die Grenzziehungen in der Sowjetunionen geschahen willkürlich. Finden Sie eine Karte vom 18. Jahrhundert wo das Gebiet aserbaidschainisch ist?

    5. Berg-Karabach ist urchristliches Siedlungsgebiet der Armenier, über 80 % der Bevölkerung war armenisch, somit waren Aserbaidschaner in der Minderheit. Ihre These von „lebt doch einfach als ethnische Minderheit“ greift nicht. Zudem hatten die Armenier sicher keine Lust erneut einem Völkermord zum Opfer zu fallen.
    http://en.wikipedia.org/wiki/Sumgait_pogrom

    Gott sei Dank war es Armenien und Israel recht egal, was man von dem Selbstbestimmungsrecht der Völker hält und haben sich teils mit Hilfe Dritter teils trotz Drohungen Dritter gegründet. Zu Recht!

    Ihre Armenierfeindlichkeit hatte sich schon bei Ihrem Kommentar zum Gesetz gegen die Genozidleugnung in Frankreich gezeigt. Sogar bei einem Kommentar über den 2. Weltkrieg und Appeasement-Politik quetschen Sie etwas ungelenk Armenien hinein und behandeln das alte, schwache Volk, das wie aus einem Wunder den Krieg vor 20 Jahren gewann, als Besatzungsmacht. Shaking my head.

    1. avatar

      Ist natürlich Unsinn, Herr Wimmer, ich bin nicht anti-armenisch. Ich habe das Land vor einiger Zeit besucht und sehr freundlich darüber geschrieben, Sie können das nachlesen. Ich bin grundsätzlich gegen die Festlegung von Wahrheiten per Gesetz, also auch gegen die Kiriminalisierung der Holocaust-Leugnung. Macht mich das zum Antisemiten? Was Berg karabach angeht, so war die „Befreiung“ mit einer ethnischen Säuberung verbunden. Christen gegen Muslime.

  40. avatar

    Chamberlain hat die Tschechoslowakei, das einzig nennenswerte Bollwerk im Osten, 1938 verraten. Durch diesen Verrat hat er Zeit für die Hurricane und Spitfire Produktion gewonnen, mit denen UK die Luftschlacht überhaupt führen konnte. Somit ist abzuwägen zwischen Verrat und Verteidigungsfähigkeit. Chamberlain hat die Entscheidung getroffen, sich eher auf die Briten als auf das Vielvölkerkonglomerat CZ zu verlassen. Keine leichte Entscheidung, ohne Narben nicht zu treffen. Ohne das Rüstungsjahr 38/39 hätte es die Luftschlacht um Britannien wahrscheinlich gar nicht gegeben.

    Heute versammeln sich die mächtigsten Heere, Flotten und Luftwaffen unserer Zeit unter dem Dach der NATO. Appeasement wäre es dann, wenn Zeit gewonnen werden würde. Ich verstehe nur nicht für was. Ich bezweifle ernsthaft, dass die russische Armee überhaupt gegen Polen antreten könnte. Moldawien ist nicht wehrfähiger als Mali, Georgien war nicht gut ausgerüstet und vor allem, nicht gut geführt. Im Grunde hat Russland in den 20Jahren durch eine unglaubliche Feuerkraft gewonnen, nicht durch intelligenten Einsatz seiner Armee.

    Chamberlains Appeasement war eine schmerzhafte Strategie, für die er Verbündete opfern musste. Wir opfern Verbündete, weil wir keine Strategie haben.

  41. avatar

    @Alan Posener

    … übrigens, wenn Ihnen und dem ‚freien Westen‘ das Wort nix gilt, wie wir wissen, auch nicht mal das schriftlich festgehaltene, was wollen Sie denn eigentlich den Lesern hier klar machen, erzählen, schreiben?

    Anders gefragt: was ist bei Ihnen und dem ‚freien Westen‘ nicht gelogen? Nix?

  42. avatar

    APo ‚… noch wurde die Nichtausdehnung der Nato in irgendeinem Dokument festgehalten.‘ …

    … schon klar, in Anlehnung an ein altes Sprichwort der Tuareg: Das Wort des ‚freien‘ Westens, zerrinnt wie der Sand der Wüste zwischen den Fingern. Wer möchte mit Ihnen – oder der ‚westlichen Freiheit‘ – Geschäfte abschließen?

    … und werter APo, ss gibt ein Recht der Völker auf nationale Selbstbestimmung. … und … hinzu: das Völkerrecht kennt kein Verbot einer Unabhängigkeitserklärung.

    … im Übrigen hat das Selbstbestimmungsrecht gar den Charakter eines Notwehrrechts.

  43. avatar

    Auch ich bin aus ähnlichen Gründen skeptisch, was Lehren aus der Geschichte betrifft, und will mich deshalb bei der historischen Diskussion, d.h. dem zentralen Thema des Beitrags, zurückhalten.
    Allerdings finde ich das etwas versteckte „Zweitens“ in Ihrem Punkt 1 heikel: das Selbstbestimmungsrecht der Völker. Das sei Unsinn, sagen Sie. Diese Bewertung ermöglicht es Ihnen, Abstimmungsergebnisse auf der Krim – und übrigens auch z.B. zum EU-Beitritt oder -Austritt – für irrelevant zu erklären. Grenzverläufe, neue Grenzen oder Grenzauflösungen können demnach nicht der Gegenstand irgendeiner Abstimmung im Wahlvolk sein. Das ist eine gravierende Aussage.

    Wenn es wirklich kein Selbstbestimmungsrecht gibt (was heißt schon „es gibt“? Wir setzen eines oder eben nicht), dann gibt es genausowenig eine Unantastbarkeit existierender Grenzen. Oder müssen wir den Ist-Zustand auf der Welt irgendwie schockgefrieren?
    Grenzen pflegen im Verlauf der Geschichte munter zu mäandrieren, sich aufzulösen, sich neu zu bilden, teilweise mit dem Lineal am Schreibtisch, teilweise in Kämpfen um jeden Quadratmeter. Für diese Prozesse muss es irgendwelche Regelungen geben, bessere als das Recht des Stärkeren, das nach einem gewonnenen Krieg für den neuen Grenzverlauf sorgt.

    Es gibt tatsächlich Schlimmeres als Mitglied einer ethnischen Minderheit in einem funktionierendem Staat zu sein. Minderheit in einem nicht-funktionierendem Staat kann das aber die Hölle sein.

    In einem föderalen demokratischen System muss der Wille der regionalen Bevölkerung immer berücksichtigt werden. Ich bin deshalb der pragmatischen Meinung, dass man Streithähne, wenn es keine Versöhnung geben kann, trennen muss, im wörtlichen, d.h. räumlichen Sinn. In der Osturkaine kann ich mir nicht vorstellen, wie dort ein vernünftiges Zusammenleben in absehbarer Zeit funktionieren soll. Im Irak ebenfalls nicht. Deshalb muss man die verfeindeten Gebiete irgendwie trennen, und die jeweiligen Minderheiten müssen umziehen. Das ist sicher bitter, aber dürfte noch angenehmer sein, als zu bleiben und von der Mehrheit der Region bis aufs Blut bekämpft zu werden.

  44. avatar

    Dokumente für den Offenen Brief zur Entschuldigung beim russischen Volk:

    ‚So sprach Genscher am 10. Februar 1990 zwischen 16 und 18.30 Uhr mit Schewardnadse, und der bis vor kurzem geheim[sic!] gehaltene deutsche Vermerk hält fest:

    BM (Bundesminister): ‚Uns sei bewusst, dass die Zugehörigkeit eines vereinten Deutschlands zur Nato komplizierte Fragen aufwerfe. Für uns stehe aber fest: Die Nato werde sich nicht nach Osten ausdehnen.‘

    Und da es in dem Gespräch vor allem um die DDR ging, fügte Genscher ausdrücklich hinzu: ‚Was im Übrigen die Nichtausdehnung der Nato anbetreffe, so gelte dieses ganz generell.‘

    … daher, frei nach Schillers ‚Wallenstein‘: spät kommt die Wahrheit, doch sie kommt … allein sozialistische Ideologie – entschuldigt ihr säumen … *rofl*

    (Bei Gudrun Eussner gefunden.)

    1. avatar

      Genscher hatte natürlich weder die Vollmacht so zu reden, noch wurde die Nichtausdehnung der Nato in irgendeinem Dokument festgehalten. Daher, lieber Blondi.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Shares
Scroll To Top