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Warum ich Zionist bin

Zu den vielen Stolpersteinen auf dem Weg zu einem Frieden zwischen Israel und seinen Nachbarn – vorausgesetzt, es gibt diesen Weg – gehört Israels Beharren darauf, als „jüdischer Staat“ anerkennt zu werden. Dies wird oft missverstanden – meines Erachtens oft mit Absicht missverstanden.

Es geht, um es vorweg zu sagen, nicht um die Anerkennung der Tatsache, dass die Staatsreligion Israels das Judentum ist.

Es gibt Staaten, auch Demokratien, in denen die Staatsreligion institutionalisiert ist, von der „Islamischen Republik Iran“, wo die Mullahs den Staat kontrollieren, bis zur  Türkei, wo der Staat die Moscheen kontrolliert, von Großbritannien, wo das Staatsoberhaupt nominell auch Oberhaupt der Staatskirche ist, bis Deutschland, wo es zwar offiziell keine Staatsreligion gibt, wo aber die großen christlichen Kirchen institutionell mit Staat und Gesellschaft verwoben sind.

In Israel hat das Rabbinat einen enormen Einfluss zugestanden bekommen; so gibt es beispielsweise keine Zivilehe und darum auch keine zivile Scheidung. Die Kehrseite dieses Missstands ist, dass diese Angelegenheiten in der arabischen Bevölkerung vom Imam geregelt werden. Israel, das von Islamophoben wie Geert Wilders immer gelobt wird als Bastion des antiislamischen Abwehrkampfs, ist vermutlich der einzige westliche Staat, in dem die Scharia anerkannter teil der zivilen Rechtsprechung ist.

Der Mehrheit der Zionisten ging es nie darum, eine Theokratie zu schaffen. Im östlichen Schtetl hatten sie bereits eine Parallelgesellschaft erlebt, in der das Wort des Rabbiners oft mehr galt als das Gesetz des Landes, und genau solchen Zuständen wollten sie entkommen. Es gab zwar explizit religiöse Zionisten, und zwar lange vor Theodor Herzl, aber Herzl ging es eben nicht um die Religion, sondern um die Rasse – genauer um Volk und Nation. Herzl war ein Kind seiner Zeit, in der die alten europäischen Reiche zerfielen und der moderne Nationalismus entstand. Ein anderes Kind dieser Zeit war Kemal Atatürk.

Es galt als ausgemacht, dass in einer idealen Welt ein „Staatsvolk“ seinen eigenen – kulturell relativ homogenen, durch eine gemeinsame Sprache und gemeinsame Werte zusammengehaltenen – Staat haben sollte. Herzl forderte nicht mehr und nicht weniger für die Juden. Sie sollten sich als Staatsvolk konstituieren. Dadurch würde der Antisemitismus verschwinden, der mit dem Aufstieg des Nationalismus zunahm und nun nicht mehr nur religiös, sondern auch national und rassistisch begründet wurde.

Es ist kein Zufall, dass Adolf Hitler aus Österreich stammt; er ist ein Produkt der Zersetzung des Habsburgerreichs durch den Nationalismus. Die Juden waren ja die letzten Getreuen des multikulturellen Habsburgerreichs, die einzigen „Europäer“ auf einem Kontinent, wo die Ehrenbezeichnung „Kosmopolit“ einen schlechten Klang bekam. Auch Herzl war zunächst radikaler Befürworter der jüdischen Assimilation gewesen, bevor ihm der Dreyfus-Prozess in Frankreich klar machte, dass der Dank für die Assimilation der Hass war.

Die Ideologie der Epoche wurde ironischerweise vom amerikanischen Präsidenten Woodrow Wilson formuliert, der in Versailles das „Selbstbestimmungsrecht der Nationen“ propagierte. (Ironisch deshalb, weil dieses Selbstbestimmungsrecht beschworen wurde, um das Recht der Polen, Tschechen, Slowaken, Serben, Kroaten usw. zur Sezession von den Verliererreichen des Ersten Weltkriegs zu begründen, während doch der amerikanische Bürgerkrieg geführt worden war, weil Abraham Lincoln ein Sezessionsrecht einzelner Bundesstaaten oder einer Gruppe von Staaten völlig zu Recht verneinte.)

Es ist kein Zufall, dass in Versailles zum ersten Mal das Recht der Juden auf eine „nationale Heimstätte“ in der früheren osmanischen Provinz Palästina anerkannt wurde.

Als Imperialist – was ich damit meine, will ich hier nicht ausführen, verweise auf mein Buch „Imperium der Zukunft“ (2009) – bin ich kein Freund der „Selbstbestimmung der Völker“. Kulturell bin ich Kosmopolit, als Anhänger des Kapitalismus bin ich für den freien Austausch von Waren und Menschen, für Freihandel und Freizügigkeit, gegen Grenzen und Zölle. Für mich verbindet sich Nationalismus immer mit Engstirnigkeit, Antisemitismus, Xenophobie, Dummheit.

Mütterlicherseits stamme ich ja aus einer Familie, die erstens bunt gemischt ist – englisch, schottisch, deutsch – und zweitens Kolonialbeamte, Soldaten und Missionare hervorbrachte, die immer außerhalb Englands zuhause waren – in Ghana, Ceylon, Malaya. Väterlicherseits stamme ich aus einer hochgradig assimilierten deutsch-jüdischen Familie, deren Mitglieder in ihrer Mehrzahl den Zionismus für lächerlich hielten. Das prägt. Und:

Vom griechisch-türkischen „Bevölkerungsaustausch“ unter der Ägide des Völkerbunds, mit dem die 5000-jährige griechische Präsenz in Kleinasien liquidiert wurde, über die Vertreibung der Deutschen aus Pommern, Schlesien, Böhmen und Mähren usw. bis hin zu den „ethnischen Säuberungen“ nach dem Zerfall Jugoslawiens hat der Nationalismus nur Unglück über die Völker gebracht. (Sie merken, dass ich von den Verirrungen des deutschen Nationalismus nicht rede.) Zum Glück wird der Nationalismus in der Europäischen Union nach und nach überwunden, wenn auch unter Schmerzen und nicht ohne Rückschläge. Aber das ist eine andere Geschichte. (Und wieder verweise ich auf mein Buch „Imperium der Zukunft. Warum Europa Weltmacht werden muss“.)

Wie kann ich mit dieser Einstellung Zionist sein?

Müsste ich nicht einem binationalen, multikulturellen Staat Palästina das Wort reden?

Ist der Zionismus nicht ein überholtes Konzept, Produkt des europäischen Nationalismus, fremd in der neuen, postnationalen Welt?

Theoretisch ja.

Praktisch leider nein.

Beginnen wir mit meiner Familie. Was half es etwa meinem Vater, dass er es, wie er in seiner Autobiografie schreibt, absurd fand, als Deutscher „in der Wüste unter Kamelen“ zu leben? Nach 1933 fand er nur dort Zuflucht. Und viele andere auch. „Kommst du aus Überzeugung oder aus Deutschland?“ So lautete ein Witz, der in Palästina unter Zionisten zirkulierte. Die Unterscheidung war jedoch hinfällig geworden. Wer nach Palästina kam, war gerettet. Wer in Deutschland blieb, wurde vernichtet. Die Zionisten hatten die meisten deutschen Juden nicht theoretisch von ihrem Standpunkt überzeugen können. Hitler überzeugte sie praktisch.

Im wunderbaren Buch „Memories After My Death“, den von seinem Sohn geschriebenen postumen Lebenserinnerungen Tommy Lapids, eines liberalen, antireligiösen israelischen Journalisten und Politikers, findet sich die Anekdote, wie Tommy als Kind in Budapest zusammen mit seiner Mutter und den anderen Bewohnern des jüdischen Viertels, eines Tages abholt wird und zur Erschießung an die Donau geführt wird. Während eines alliierten Luftangriffs können die Mutter und er entkommen. Und was tun sie? Da sie keinen sicheren Ort kennen, gehen sie in das Haus zurück, aus dem sie abgeholt wurden. Das, schreibt Lapid, blieb ihm als Lehre: Juden müssen einen Ort haben, an den sie zur Not gehen können.

Dieser Ort ist ein Staat, in dem Juden (ob sie religiös sind oder nicht) die Mehrheit bilden. Viele Juden wollen nicht dort leben; aber seit dem Holocaust wird nur eine verschwindend kleine Minderheit, selbst in Amerika, wo die Stellung der Juden sicher erscheint, selbst in Großbritannien, wo mit Benjamin Disraeli schon im 19. Jahrhundert ein Jude Premierminister werden konnte, selbst in Frankreich und Holland – nur eine verschwindend kleine Minderheit glaubt, Israel sei als Lebensversicherung, als letzte Zuflucht verzichtbar. Ich gehöre nicht zu dieser Minderheit.

Ja, die Teilung Palästinas war nicht schön, wenn sie auch keine „Naqba“ war, keine Katastrophe, wie die Araber behaupten, und wenn sie auch viel zivilisierter und weniger blutig vonstatten ging als die Teilung Indiens in einen hinduistischen und einen islamischen Staat, als die Schaffung eines ethnisch homogenen türkischen, griechischen, tschechoslowakischen, polnischen Staats. Und ja: Irgendwann in einer fernen Zukunft wäre es schön, wenn Palästina als eine Art Schweiz mit autonomen jüdischen und arabischen Kantonen Mitglied der Europäischen Union als Nachfolgerin des Osmanischen, Habsburger und britischen Imperiums werden könnte.

Der Weg dorthin geht aber über die Anerkennung des Rechts der Juden, einen Ort zu haben, an den sie gehen können, weil sie dort die Mehrheit sind. Über die Anerkennung des Ergebnisses des Zionismus, des jüdischen Staats Israel. Der so lange unverzichtbar sein wird, wie es Antisemitismus in der Welt gibt. Und der vielleicht das einzige Produkt des europäischen Nationalismus ist, auf das Europa stolz sein kann.

 

 

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134 Gedanken zu “Warum ich Zionist bin;”

  1. avatar

    @ Lyoner:
    Sie schrieben: „Die Israelis scheren sich um diese Diskussion noch weniger als um die Einwände Obamas.“

    Diese hier ist ja nur eine kleine Randdiskussion. Ansonsten scheren sich die Israeli schon um die öffentliche Meinung in D. Was die Obama-Regierung betrifft: Ich hatte den Eindruck, dass sie es darauf angelegt hatte, die Regierungskoalition in Israel zu zerstören. Netanyahu hat Gründe, den Amerikanern nicht nach der Pfeife zu tanzen. Es wird vergessen, dass er diese schwierige Koalition nicht gesucht hat, sondern lieber mit Kadima koaliert hätte.
    Was Sarkozy betrifft: Ich lasse das jetzt mal vor der französischen Wahl, aber möchte andeuten, dass Sarkozy wirklich nichts zu glauben ist. „Wer im Glashaus sitzt“.
    Den Israelis geht es erstmal um sich selbst, und das erscheint mir richtig. Schließlich haben sich die euroäischen Juden im 19. und 20. Jh beständig darum geschert, was andere Kräfte von ihnen wollten. Sie waren assimiliert, viele sind konvertiert, und es hat ihnen nicht das Geringste gebracht. Juden sind vermutlich besser dran, wenn sie nicht anderer Kräfte Wünsche erfüllen, sondern sich auf sich selbst verlassen.

    Sie fragten: „Natürlich sind für Sie die israelischen Akte pure Gegen-Reaktion, nicht wahr?“

    Antwort: Ja, häufiger jedenfalls, als das im deutschen Fernsehen erwähnt wird. Aber natürlich sind immer präventive Aktionen damit vermischt und vermutlich auch übertriebene.

    Als nächstes postulieren Sie: „Die von Ihnen plastisch ausgemalte Herrschaft der Muselmanen über die Israelis ist doch in unserer Zeit eine Phantasmagorie, oder steht sie ante portas?“

    In dem Moment, in dem eine signifikante Anzahl von Mullahs und Imamen Fatwas herausgibt, die sich auf den Satz aus dem Koran „Man soll jede Kreatur achten“ bezieht, in dem Moment, wo erkennbar wird, dass Juden, Christen, Hindu, Buddhisten, Frauen, Homosexuelle und sogar Hunde nicht mehr herabgewürdigt werden, sondern (bis auf die Hunde, die man separat betrachten muss) auf derselben Achtungsstufe stehen, können wir darüber reden, vorher nicht. Vorher gibt es in zahlenmäßig nicht zu unterschätzenden muslimischen Kreisen die Vorstellung einer Pyramide, wo oben der muslimische Mann angesiedelt ist und ganz unten die Juden.

    Dann fragten Sie: „Nochmals zu meinem Argument, dass das Opfer-Narrativ für Israel eher schädlich als nützlich, eher ideologischen Charakter hat: Kann man aus der Geschichte lernen?“

    Was genau meinen Sie damit? Das sollten Sie spezifizieren.

    Außerdem müssen Sie den letzten link von Hannes Stein über Norman Finkelstein mal lesen. Die Stimme von Finkelstein dürfte für Sie Gewicht haben.

  2. avatar

    Liebe Frau Groda,

    Sie eiern hier so göttlich beherzt herum, dass Sie sich den Ruf einer schwäbischen Pythia zu Recht verdient haben. Durch Ihren Mund raunt die Gottheit hinreichend hell und hinreichend dunkel, damit wir Sterbliche es uns nicht zu leicht machen, das Orakel zu entschlüsseln. Deshalb geht meine Frage auch eher an die geschätzten Kombattanten als an Sie, ob ich Ihre Kundgebungen richtig verstanden habe.

    Sie schreiben: „Lyoner macht inzwischen bemerkbar klar, daß es ihm nicht primär um Antisemitismus geht. Eher um den zum Scheitern verurteilten Versuch nicht nur Israel gerecht zu werden.“

    Heißt das: Der Versuch, auch der Sache der Palästinenser gerecht zu werden, ist zum Scheitern verurteilt? Reziprok: Man kann nur der Sache Israels gerecht werden?

    Steht das im Zusammenhang mit dieser bewußtseinserweiternden Verlautbarung: „Auch in Israel gab es versöhnungswillige und friedensverheißende Visionäre.“ Gibt es die noch oder gibt es keine mehr?

    Interpretiere ich das schöne Gedicht von Shalom Ben-Chorim, das ich, ich muss das gestehen, als Poesie etwas unterschätzt habe, richtig? So: Ben-Chorim sagt, wenn er ein Fischlein wäre, würde er ja gerne nachgeben und sich seines Lebens im Mittelmeer erfreuen. Da er aber kein Fischlein ist … was meinen Sie, schlägt der Visionär nun vor, wenn

    „Man teilt und feilt – doch ob das heilt…
    Ich glaub’s nicht – glaubst es du? …
    Wenn zwei nicht satt zu kriegen sind
    Mit einem Braten schon,
    Ob die dann wohl zufrieden sind
    Mit halber Portion?
    Die Rechnung geht halt gar nicht auf
    Wie man’s auch dreht und wend’t.“

    Wenn eine Teilung, eine Ko-Existenz nicht glaubwürdig, nicht möglich ist, was dann? Ist ein Dichter verpflichtet, die Implikationen seiner Dichtung zu denken?

    Ich grüsse Sie herzlich in das schwäbische Epizentrum des Deutschen Widerstands. Haben Sie ein beschwingtes Weekend. Ich freue mich auf Ihre Parade!

    Ihr Lyoner

    P.S. Was meinen Sie, hat es inzwischem unserem Leitartikler die Sprache verschlagen?

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    @Lyoner

    … Jesus war allein zum Volk Israel gesandt. Maria – durch sie war das Wort Fleisch geworden, seine Apostel, seine (ersten) Nachfolger – waren ‚rein jüdisch‘. Daher Jesus selber: …‚das Heil kommt von den Juden.‘

  4. avatar

    Ich bitte meine geschätzten Opponenten auf Unterstellungen zu verzichten, z.B. dass (mir) Mitleid und Sympathie für die Hinterbliebenen fehle, oder „Judenfresser“ oder „Pro-Palästinenserfraktion, ältere Damen und Herren mit elterlichem Nazi-Hintergrund“ – Ich habe auch keinem hier einen irgendwie gearteten „Hintergrund“ oder Schuldkomplex unterstellt – sind diese minima moralia einer Diskussion für Sie akzeptabel?

    @ Parisien

    Apropos „Nanny“. Sie überschätzen bei weitem die Wirkung, die good and bad vibrations dieser Diskussion auf Israel und die Israelis. Ich erziehe und reglementiere hier nicht Israelis, sondern tausche mit Ihnen und den geschätzten Kombattanten Argumente aus, die man auf ihre Stichhaltigkeit überprüfen kann. Die Israelis scheren sich um diese Diskussion noch weniger als um die Einwände Obamas.

    Die von Ihnen plastisch ausgemalte Herrschaft der Muselmanen über die Israelis ist doch in unserer Zeit eine Phantasmagorie, oder steht sie ante portas? Dagegen ist die Herrschaft der Israelis über die Palästinenser Fakt, oder sehen Sie das anders?

    Sie erregen sich über den „asymmetrischen“ Kampf der Palästinenser/Araber/ Muslime; sagen Sie, welche symmetrischen Reaktionen hätten sie denn gegen die stärkste Militärmacht zwischen der Straße von Gibraltar und dem Chinesischen Meer zumal in einer Allianz mit der bei weitem stärksten Militärmacht der Welt? Diese assymmetrischen Akte sind doch Nadelstiche, ein Fanal, dass man noch Widerstand leistet (jedes menschliche Opfer in solchen Konflikten ist eines zuviel; ich will Ihnen gegenüber kein Body-Counting machen, die Opfer der einen Seite gegen die Opfer der anderen Seite aufzählen). Natürlich sind für Sie die israelischen Akte pure Gegen-Reaktion, nicht wahr?

    Ist Ihnen der Begriff „strukturelle Gewalt“ geläufig? Das ist das, was tagtäglich in den „Gebieten“ geschieht. Die Internierungslager des Shin Bet, Brutstätten des Hasses, sind gut gefüllt; natürlich ist jeder jugendliche palästinensische Steinewerfer ein Terrorist, nicht wahr? – Apropos Einfühlung: Der israelische Schriftsteller David Grossman hat in „Der gelbe Wind“ (http://www.amazon.de/gelbe-Win.....342604076X), erschienen 1988, während der 1. Intifada, 20 Jahre nach dem Sechs-Tage-Krieg, jetzt über 20 Jahre vor unserer Zeit, eine Frage an die Siedler von Ofra:

    „Eigentlich ein Frage von nebensächlicher Bedeutung, sagte ich, nicht einmal Bestandteil der Diskussion darüber, wer im Recht sei, wir oder die Araber, die Rechten oder die Linken. Ich sei einfach neugierig zu erfahren, ob sie sich in die Lage ihrer arabischen Nachbarn versetzen und mir sagen könnten, was Ihrer Meinung nach für die Araber das Schlimmste an der Besetzung sei….Nehmen wir an, ihr habt Recht, eure Meinung ist hundertprozentig richtig und die Geschichte wird das auch mit der Zeit bestätigen. Ich möchte euch also jetzt nur um etwas gedankliche Beweglichkeit bitten und wiederhole meine Frage: In welcher Beziehung spürt ein Araber in Silwad oder in Ain Jabrud eure – in euren Augen gerechtfertigte – Anwesenheit hier am meisten, in einer Gegend, die er als seine Heimat betrachtet, wo erlebt er eurer Meinung nach diesen Einfluss am stärksten in seinem Alltag, in seinen Gedanken, im Verhältnis zu seinen Kindern? …sie [die Siedler von Ofra] gestatteten sich nicht eine Sekunde des Mitgefühls und der Anteilnahme am Leben der Menschen, deren Schicksal mit dem ihren so eng verwoben ist. …Dann sagte Jehuda, die Antwort sei einfach: er wolle auch nicht eine Minute lang über die Lage der Araber in seiner unmittelbaren Umgebung nachdenken, weil er sich im Streit mit ihnen befinde, im Krieg, sagte er, und er würde sich selbst schwächen und in Gefahr bringen, wenn er sich gestatte, mitleid mit ihnen zu empfinden oder sich mit ihnen zu identifizieren. Die Leute im Saal nickten. Zustimmendes Gemurmel breitete sich aus.“ (Kap 4, Habt bloß nicht zuviel Mitleid)

    M. E. müßten die Palästinenser etwas zu verlieren haben – oder eine berechtigte Hoffnung auf ihre Ambition, nicht von den Israelis beherrscht zu sein. Sollten die Palästinenser an die Aufrichtigkeit der Administration Netanyahu & Lieberman glauben (Sie kennen die Aussage von Benzion Netanyahu; wenn nicht, hier nachlesen: http://starke-meinungen.de/blo.....ment-12373)? Nicolas Sarkozy hält Netanyahu für einen Lügner (http://starke-meinungen.de/blo.....ment-12373) – das ist nur die Spitze des Eisbergs; gespentisch ist jedoch, dass der „Westen“ ihn & Co. schalten und walten läßt; hier ist Netanyahu Herr im Ring (http://www.youtube.com/watch?v=Xi0GPEXOzng).

    Nochmals zu meinem Argument, dass das Opfer-Narrativ für Israel eher schädlich als nützlich, eher ideologischen Charakter hat: Kann man aus der Geschichte lernen? Möglicherweise, wenn man sowohl Gemeinsamkeiten als auch Unterschiede von jeweiligen Konstellationen abwägen kann. Mir scheint jedoch, dass die Wahrnehmungen in Israel und im weltweiten Judentum durch stereotype und sklerotische Gedenkmuster bestimmt sind. Seit Jahrtausenden wird der „Feinde Israels“ gedacht, Amalek (dessen gedacht wird, indem sein Andenken getilgt werden soll), Haman, Edom; im letzten Jahrhundert kam noch „Hitler“ dazu, der dann als Wiedergänger am Nil (Nasser), als Hitler vom Euphrat (der mit den Massenvernichtungswaffen), Hitler von Ramallah und Hitler von Teheran herumspukt. Also, wenn man „Hitler“ sagt, gibt es doch keine Wahl mehr, keine alternative politische Option, nicht wahr? – Ich möchte keineswegs bestreiten, dass die iranischen Ambitionen eine Gefahr für Israel sind, auch wenn erst mal eine annähernde „Symmetrie“ der Waffen hergestellt würde. Überzeugender wäre der Einsatz Israels gegen eine atomare Proliferation im Nahen Osten, wenn es klare Verhandlungsangebote mit Bedingungen verknüpfen würde, unter denen es selbst bereit wäre, atomar abzurüsten mit dem Ziel eines atomwaffenfreien Nahen Ostens.

    @ Roland Ziegler

    „Davon sind wir aber leider noch weit entfernt.“

    Wenn in weiter Ferne der „Perfekte Frieden“, eine schöne Begriffsfindung von Amos Oz, bereits da ist, dann können auch die Isrealis die Friedenstauben fliegen lassen. Mit Alan Posener setzen Sie Ihre Wette auf den St. Nimmerleinstag.

    @ derblondehans

    „Lyoner: ‘Wieso sollten wir das Heil von den Juden erwarten? Das tut weder ihnen noch uns gut.’

    … moin, moin. Nix für ungut, das steht so nicht geschrieben. Das wissen Sie auch.“

    Ich weiß es nicht. „Johannes 4; (…) 22 Ihr betet an, was ihr nicht kennt, wir beten an, was wir kennen; denn das Heil kommt von den Juden.“ Warum ist das so [sic] nicht geschrieben?

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    @ Roland Ziegeler:
    Zu diesem von Ihnen: – @Parisien/KJN: Sie haben recht. Aber was, wenn Ihr Opponent sagt: “Sie erklären sich unkritisch für Israel, also haben Sie einen Schuldkomplex!” und Sie darauf sagen: “Unsinn, ich habe gar keinen Schuldkomplex”, und der andere sagt: “Da haben wirs! Ihre offensichtliche Verdrängung ist der beste Beweis für Ihren Schuldkomplex!” Aus einer sich selbst erfüllenden Theorie führt kein Weg heraus. Deshalb könnten Sie sagen: “Nennen Sie es meinetwegen Schuldkomplex, ich nenne es Mitleid, aber es tut nichts zu Sache.”

    Würde ich nicht sagen. Ich würde sagen: „Lassen Sie Ihre Unterstellungen und Ihre Laienpsychologie.“
    Sie erinnern sich doch noch an Kohls Satz von der „Gnade später Geburt“. Meine Güte, war das ein Theater. In diesem Land werden einfache, simple Wahrheiten sofort zu Theaterstücken. Dabei ist es wahr. Es ist eine Gnade, später geboren zu sein. Wir wissen nicht, wie wir uns verhalten hätten mit jener Indoktrination und jenem Druck. Es ist eine große Gnade, daran nicht schuldig geworden zu sein. Ich weiß, dass ich so, wie ich bin, nicht schuldig geworden wäre. Aber sehen Sie, ich wäre vielleicht anders gewesen durch ungute Propaganda. Vielleicht ist das der Beweis, dass Umfeld und Prägung wichtiger sind als Genetik, aber genauso zerstörerische Folgen haben können.
    Ich finde, man muss wahnsinnig aufpassen, dass man Muslime nicht unter Generalverdacht stellt. Andererseits muss man einiges kritisieren, aber das betrifft nicht jeden. Außerdem darf man den Islam nicht generalisiert verteufeln. Im Koran steht z.B. auch so was: „Du sollst jede Kreatur achten.“ Diese heiligen Bücher sind widersprüchlich und komplex. Muslime sind hellhöriger und empfindlicher geworden, finde ich. Man kann aber heute manchmal etwas Klartext mit ihnen reden, wenn sie merken, dass man ihnen freundlich gesonnen ist, oder sagen wir, dass man überhaupt freundlich ist. Ich würde nie auf die Idee verfallen, einem Muslim zu sagen, sein Buch sei hmh, also ich würde ihn damit nicht provozieren, wissend, dass er gekränkt wäre. Wieso soll ich ihn kränken? Die Juden sind auch mit ihrer Religion gekränkt worden. Einmal fing einer im Taxi mit Israel an. Das ist wirklich schwierig.

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    Nachdem ich – selbstgerecht wie üblich – lesen konnte, wie meine Provokationen die Kreativität und Intelligenz hier befeuern, kann ich mich wieder meinen eigenen Unzulänglichkeiten ausgiebig widmen.

    Bei Parisiene und Jean Luc möchte ich mich bedanken, für die Erinnerung an Ben-Chorin.
    Sein Land war Israel, dem galt seine Liebe und Loyalität. Während seine Heimat (seine innere) Deutschland war mit der Sprache seiner Kindheit.
    Lyoner macht inzwischen bemerkbar klar, daß es ihm nicht primär um Antisemitismus geht. Eher um den zum Scheitern verurteilten Versuch nicht nur Israel gerecht zu werden.
    Herr Ziegler und KJN machen philosophisch einen verdammt guten Job.
    Und mein Freund 68 er ist mir auch weiterhin lieb und teuer, besonders, da er Kardinal Lehmann ebenfalls vorgeschlagen hätte.

    Ich freue mich schon auf die nächste Auseinandersetzung hier in diesem Theater!

    Bis dahin, dann siegt mal schön.

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    @ Settembrini
    Ich hoffe, nachdem Sie diesen edlen Namen gewählt haben, Sie meinen ethnische Minderheiten, z.B. solche, die man aus Nordafrika und Bagdhad einst vertrieb oder solche, die man heute aus Ägypten zu vertreiben sucht. Falls Sie Rechte meinen, die Türken gern aus Deutschland vertreiben möchten, sind Sie auch auf dem richtigen Weg. Falls Sie aber Araber im NO meinen, sind Sie auf dem Holzweg, denn diese sind weder eine einzige Ethnie, noch eine Minderheit.

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    …und zu guter Letzt: Die Schuldigen haben meistens keinen Schuldkomplex, und die mit dem Schuldkomplex sind oft unschuldig. Alle Deutschen unter 80 sind pauschal unschuldig, was die Nazizeit angeht. Eigentlich sollte man also den Opponenten fragen: „Klar habe ich, wie die meisten anständigen Menschen, einen soliden Schuldkomplex. Sie nicht? Was haben Sie denn ausgefressen?“

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    @ Rita E.Groda:
    Tja.
    Haben Sie sich auch schon mal überlegt, was den Israelis blühen würde, wenn sie sich von den oh-so wohlmeinenden, karitativen USA abwenden würden?
    Fantasy: Stellen Sie sich vor, Israel und der Iran würden sich plötzlich anfreunden. Was glauben Sie, wie schnell die Saudis die Atombombe hätten?
    Übrigens ist es m.E. nicht machbar, alle Energiebedürfnisse mit alternativen zu decken. Sie haben auch Nachteile, wie zum Beispiel zu viel Fläche zu brauchen. Ich finde die Gasförderung interessant, die zur Zeit in Diskussionen zu kurz kommt. Außerdem ein paar mehr Kohle-KW, die heute sauberer sind. Einen Mix insgesamt. Außerdem Solarförderung in Wüstenländern, also da, wo Sonne ist.
    Vielleicht sehe ich das ja falsch: Ich habe den Eindruck, dass, wenn alle Länder auf maximales Wirtschaftswachstum und Kompetition setzen, statt sich insgesamt zu beschränken, die Energiefrage einfach schwierig wird.
    Aber das ist komplex. Ich muss zugeben, dass ich mich damit nicht gut genug auskenne, obwohl ich regelmäßig darüber lese. Außerdem fühlt man sich schlecht informiert, weil jede Energielobby ihre pressure groups hat.
    Auf jeden Fall muss die Sicherheit der Israelis Priorität vor dem Benzinpreis haben. Wir können nicht klagen: Die AB und die Flughäfen sind voll in den Ferien. Dann muss es eben etwas weniger sein.

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    Es ist immer wieder ekelhaft, Deutschen beim Verharmosen und relativieren ethnischer Vertreibungen zuzusehen, ganz besonders dann, wenn sie auch noch Heimatlieder dazu singen.

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    …nebenbei: So ein Schuldkomplex kann übrigens auch eine ganz intelligente Sache sein. Wer sich für Schuldkomplexe im Allgemeinen und was man daraus machen kann, interessiert, dem sei die Lektüre von Franz Kafkas „Der Prozess“ ans Herz gelegt.

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    …dasselbe Argument gilt im übrigen natürlich auch umgekehrt für die Israelkritiker. Der Eingangssatz muss in diesem Fall nur geändert werden in: „Sie kritisieren permanent Israel, also haben Sie einen Schuldkomplex!“

  13. avatar

    @Parisien/KJN: Sie haben recht. Aber was, wenn Ihr Opponent sagt: „Sie erklären sich unkritisch für Israel, also haben Sie einen Schuldkomplex!“ und Sie darauf sagen: „Unsinn, ich habe gar keinen Schuldkomplex“, und der andere sagt: „Da haben wirs! Ihre offensichtliche Verdrängung ist der beste Beweis für Ihren Schuldkomplex!“ Aus einer sich selbst erfüllenden Theorie führt kein Weg heraus. Deshalb könnten Sie sagen: „Nennen Sie es meinetwegen Schuldkomplex, ich nenne es Mitleid, aber es tut nichts zu Sache.“

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    Auch ein herrlicher Witz – schöne Gefängnisse:
    „Was mich ärgerte, war das offensichtliche Fehlen eines Lektorats. Nur so kann ich mir etwa folgenden Satz über die koloniale Architektur erklären: „Jede Region Neu-Spaniens wurde verschönt mit großartigen Kirchen, stilvollen Plazas, Cabildos, Poststationen und Gefängnissen.“ Nichts gegen Gefängnisse. Aber dass durch sie eine Region „verschönt“ würde, glaube ich nicht.“
    http://www.welt.de/print/die_w.....laeft.html

    Diese Formulierung ist auch großartig, ab neben:
    – Katharina Pringsheim (genannt Katia, spätere Mann) war das jüngste Kind und NEBEN den vier Söhnen Erik (1879–1908), Peter (1881–1963), Heinz (1882–1974) und ihrem Zwillingsbruder Klaus (1883–1972), die einzige Tochter des Mathematikprofessors Alfred Pringsheim und seiner Ehefrau Hedwig Pringsheim.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Katia_Mann

    Neben heißt für mich, dass die Söhne in Wirklichkeit Töchter waren, aber Katja war die Einzige. Deutsche Wertarbeit.

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    @Roland Ziegler
    „Nimmt man noch das hinzu, was EJ kommentiert hat, nämlich dass nicht nur die Pro-Israel-Fraktion, sondern auch die Contra-Israel-Fraktion einen gehörigen Schuldkomplex haben können,..“
    Vor allem letztere ist doch die mit dem Komplex, die Pro-Palestinenser-Fraktion, ältere Damen und Herren mit elterlichem Nazihintergrund, die es „diesmal“ richtig machen wollen. Dieses Ansinnen ist ja nicht falsch, aber ich meine, sie haben sich das falsche Objekt ausgesucht, um diese so empfundene Bürde abzuarbeiten.
    Es gibt auch sicher die Pro-Israel-Fraktion mit diesem Komplex, aber auch die haben vorwiegend mit ihren eigenen Gefühlen zu tun, als mit der Realität (was ich auch in Ordnung finde).
    Realität ist aber, was Parisien, bei dem ich keine Komplexe vermute, ausdrückt:
    1. Die Deutsche Nanny-Manie, auch an Griechenland erkennbar
    2. „Entebbe, München, Klinghoffer, Pearl, Halimi, Shalit etc.“
    3. Ein Wahnsinniger, der aktuell in, sagen wir 1500 Km Entfernung von Israel Atomwaffen entwickeln lässt und dessen „Religionsgemeinschaft“ sich an der möglichen Auslöschung Israels aufgeilt.

    „Was täte dies zur Sache? Würde durch diesen Schuldkomplex unser Israelbild automatisch falsch oder verzerrt?“
    Irgendwie scheinen mir „Komplexe“ bei dem Thema hinderlich:
    Wenn ich mich an die Friedensdemos der 80er Jahre in Deutschland, an denen auch ich teilnahm, erinnere, brauche ich zum Verständnis der Angst vor Nuklearwaffen und der Auslöschung keinen Schuldkomplex.

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    @ Roland Ziegler:
    Ihre Aussage: „Ich möchte noch was zu unserem Schuldkomplex sagen, der hier mehrmals angesprochen wurde. Nehmen wir an, es würde stimmen, wir alle hier hätten einen Schuldkomplex gegenüber den Juden (und wenn man diesen Schuldkomplex nicht verspürt, dann würde man ihn nur umso stärker verdrängen, wie mancher Psychologe sagt).“

    Ich habe keinen Schuldkomplex.
    Erstens habe ich den nicht, weil ich das nicht getan habe.
    Zweitens wehre ich mich dagegen, dass staatliche und wirtschaftliche Eliten die Schuld generalisiert auf ihre teilweise auch unbeteiligten Völker abwälzen, während sie selbst wieder in Amt und Würden sind (siehe Kiesinger, siehe Filbinger, siehe mancher Richter) oder bequem in Lateinamerika (siehe Mengele, siehe Eichmann, siehe Barbie).
    Ich hatte, wann immer ich mich damit beschäftigt habe, Mitleid mit den Betroffenen. Ich brauche nicht mal Auschwitz dafür. Es zerreißt mich schon, wenn ich mich mit Verboten beschäftige, Berufsverbote, Schulverbote, oder gar mit der „night of the broken glass“, als Geschäfte und Synagogen brannten und Juden vorübergehend eingelocht und auf der Straße zusammengeschlagen wurden. Das war an sich schon der Zeitpunkt, an dem England, Frankreich und die USA Deutschland den Krieg hätten erklären müssen.
    Was Israel betrifft, siehe oben.

    Was EJ und Sie andeuten, nämlich dass die Contra-Israel-Fraktion einen gehörigen Schuldkomplex haben könnte, ist ein sehr interessanter Gesichtspunkt.
    Vielleicht fehlt ihnen sogar das, was ich habe: Mitleid und Sympathie für die Hinterbliebenen.
    Außerdem hört das ja damit nicht auf. In Polen gab es reichlich Pogrome nach dem Krieg, in Russland hatten es Juden auch nicht gut, in Nordafrika wurden sie nach der Staatsgründung schweren Repressalien ausgesetzt, genauso in Bagdad. Antisemitismus hört nie auf. Wo mehr als ein Jude lebt, ist auch Antisemitismus. Er ist sein Schatten.
    Man braucht keine ausgeuferten Schuldkomplexe, um diese Fakten zu sehen. Man braucht etwas anderes: Unvoreingenommenheit gegenüber Juden, das Gegenteil von jedem Ismus: Unvoreingenommenheit. Und die wünsche ich mal dem Iran und den Arabern.

  17. avatar

    Liebe Rita,

    ich habe natürlich auch schon an Kardinal Lehmann gedacht, ihn aber aus den selben Gründen für ungeeignet abgeschrieben wie Herrn Gauck. Er würde durch seine „Nähe“ zur katholischen Kirche nicht so integrierend wirken, wie ich es mir für einen Bundespräsidenten wünschen würde.

    Die Eigenschaften Selbständigkeit, Mut, Intelligenz, Herzenswärme, Uneitelkeit und Bürgernähe die ihn für das Amt eigentlich prädestinieren würden, hat er nach meiner Ansicht, aber gleichwohl bleibe ich dabei, dass er als Bundespräsident für viele ein Affront wäre.

    Gibt es denn im weltlichen Bereich niemanden, der sonst noch für den Job geeignet wäre?

    Aber vielleicht verlegen wir die Debatte an eine andere Stelle, denn mit dem Zionismus des Herrn Posener hat das nicht mehr allzuviel zu tun.

    Grüßen Sie mir die schwäbischen Pietisten!

    Ihr 68er

    P.S.: Meine subjektiven Vorbehalte gegen überzeugte Protestanten in staatlichen Ämtern mag vielleicht damit zu tun haben, dass ich einmal an Heiligabend einen „Weihnachtsgottesdienst“ in der Cannstätter Stadtkirche miterleben musste, in der nach meiner vielleicht ein wenig getrübten Erinnerung keine einzige Kerze brannte, kein Weihnachtslied gesunden wurde und der Pastor den wenigen anwesenden Schäfchen in seiner ellenlangen Ansprache eindringlich ins Gewissen redete.

    Ich glaube solche Erfahrungen machen auch viele muslimische Kinder, die z.B. von unseren Lehrern regelmäßig zu St. Martin oder am Schuljahresende mit in die hiesige evangelische Kirche mitgeschleift werden. Teilweise sogar gegen den Willen ihrer Eltern.

  18. avatar

    @Parisien: Obwohl Sie alle gängigen Klischees bedient haben – wie es die Judenfresser formulieren würden – sind Sie in keinster Weise im Unrecht.

    Da ich Sie sehr geeignet halte, unübliche Gedankenakrobatik zu betreiben, möchte ich Sie mal auf den konspirativen Weg schicken sich zu einmal zu überlegen, was das z.B. bedeuten könnte (für Israel), den Öl produzierenden Ländern in den Allerwertesten zu kriechen und gleichzeitig die Emanzipation von der fossilen Energie systematisch zu hintertreiben; in Deutschland mit der massiven Kürzung der Solarförderung, oder bei der Automobilindustrie fertige Konzepte für alternative Motoren absichtlich Jahrzehnte in verschlossenen Schubladen zu horten, und dem blöden Plebs zu erzählen, der Verbrennungsmotor wäre alternativlos.

    Gestern bereits las ich, daß schon heute Tausende Deutsche in kalten Wohnzimmern sitzen, weil sie sich die Energiekosten nicht mehr leisten können, und wir sprechen hier nicht von Hartz-Empfängern.
    Wir lassen es uns immer noch friedlich gefallen, daß eine lediglich Drohung des Irren aus dem Gottesstaat, und erst ab Juni die Ölproduktion zu drosseln, sowie die Schwankungen des Dollar, der Energielobby gestatten den Ölpreis in höchste Höhen zu treiben. Wie lange eigentlich noch?

    Wenn speziell wir Deutschen uns nicht schleunigst auf den Weg zur Revolte gegen dieses Pack machen, hat auch Israel keine großen Überlebenschancen mehr.

    Für die Damen und Herren Mitleser vom Verfassungsschutz; nein ich bin weder ein Terrorist noch Rechts- oder Linksradikaler.
    Ich bin Bürger dieses Landes und möchte mir den Weg zur Arbeit weiterhin leisten können. Öffentliche Nahverkehrsmittel sind für mich zu teuer.

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    Ich möchte noch was zu unserem Schuldkomplex sagen, der hier mehrmals angesprochen wurde. Nehmen wir an, es würde stimmen, wir alle hier hätten einen Schuldkomplex gegenüber den Juden (und wenn man diesen Schuldkomplex nicht verspürt, dann würde man ihn nur umso stärker verdrängen, wie mancher Psychologe sagt). Was täte dies zur Sache? Würde durch diesen Schuldkomplex unser Israelbild automatisch falsch oder verzerrt?

    Um ein unverfänglicheres Beispiel zu nehmen, das den Blick ggf. freimachen kann: Wenn jemand einen üblen Angstkomplex hat vor der Dunkelheit und sagt: „Draußen ist es schon dunkel!“, dann wird diese Aussage ja nicht dadurch falsch, dass er diesen Angstkomplex hat.

    Nimmt man noch das hinzu, was EJ kommentiert hat, nämlich dass nicht nur die Pro-Israel-Fraktion, sondern auch die Contra-Israel-Fraktion einen gehörigen Schuldkomplex haben können, dann wird dieser bei der Frage, wer recht hat, gleich völlig irrelevant und kann wie eine Variable, die auf Zähler und Nenner vorkommt, aus der Betrachtung herausgenommen werden.

    Der Schuldkomplex wird erst dann bedeutend, wenn man wiederholt auf offensichtlich unbegründete Aussagen stößt. Dann kommt man nicht umhin, sich aus Ermangelung von überzeugenden Gründen nach kausalen Ursachen umzusehen. Ein Schuldkomplex kann eine solche Ursache sein.

    Man kann diese Bertrachtung auch ins Ethische drehen, dann lautet die äquivalente Frage, was schlecht daran ist, wenn man aus einem Schuldkomplex heraus eine bestimmten Gruppe von Leuten unterstützt, die diese Unterstützung verdienen?

    @Lyoner: Dieser sachlicheren Darstellung von Ihnen kann ich im Grundsatz, nämlich dass eine Politik des Interessenausgleichs und der Zweistaatlichkeit unter besonderer Berücksichtigung der Sicherheitsinteressen des gefährdesten Staates der Region, Israel, angestrebt werden muss, zustimmen. Es ist auch sicher so, dass unter dem Deckmantel legitimer Sicherheitsinteressen ganz andere, illegitime Interessen von bestimmten politischen Kräften in Israel verfolgt werden. Ein Grund mehr, diese Sicherheitsinteressen zu bedienen, damit es keinen Deckmantel und keine Ursache für Angst, die bekanntlich blind machen kann, gibt. Davon sind wir aber leider noch weit entfernt.

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    @ Lyoner:
    Zu Ihrer Aussage: „Was ich in Frage stelle ist die Angemessenheit und Nützlichkeit des Opfer-Narrativ. Wieder mal ist das Volk Israel gefährdet und in der Opfer-Rolle; alle Nachbarn sind unsere Verfolger und die ganze Welt ist gegen uns.“

    Nach den zahlreichen Terroranschlägen in und auf Israel und diversen anderen Dingen (Entebbe, München, Klinghoffer, Pearl, Halimi, Shalit etc.) ist doch wohl jedem Deppen klar, dass Israel und Juden generell tatsächlich in der Opferrolle sind, selbst wenn sie sich weigern, ihren Opferstatus zu zelebrieren, sondern nach dem Motto „Kopf hoch“ versuchen zu leben. Und dass die „ganze Welt“ in Gestalt zum Beispiel der UN, die Israel oft genug als Bösewicht SELEKTIEREN, aber Ahmadinejad eine Plattform geben, gegen Israel ist, kann einem nur entgehen, wenn man blauäugig, blind oder antisemitisch ist. Oder wie in Ihrem Fall, wenn man Israelkritik als Hobby hat.
    Soweit ich weiß, haben die Israelis eine echte Staatsfeindin – ich nenne den Namen nicht, sie bekam in diesem Land das BVK – immer noch nicht ausgebürgert, das ist Israel. Wir dagegen hatten einen BuPrä, dessen Vater dafür eintrat, Thomas Mann auszubürgern. Der BuPrä war gut und kann nicht für Papi und sein Amt bei Ribbentrop, und Sippenhaft sollte man gerade bei Kindern, die sich noch am besten distanzieren können, nicht betreiben. Also nichts gegen jenen BuPrä, aber alles für die israelische Demokratie.
    Und hören Sie: Die Israelis würden jemandem wie mir womöglich vorübergehendes Gastrecht dort geben, aber darauf habe ich es nicht angelegt. Mir ist es dort zu heiß. Ich ziehe kühlere Länder vor und mag auch Regen. Ich beobachte das ziemlich objektiv,wie ich meine und brauche auch APo nicht nach dem Mund zu reden, weil die Fakten unübersehbar sind. Die Araber und Iraner sind eine Seite dabei. Die andere ist der Westen, der denen die Füße küsst wegen Öl und dieselben Fehler macht wie im 20.Jh., als Daladier und Chamberlain in München Hitler die Füße küssten.

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    @ Lyoner:
    Sie schrieben: Ich bin nicht generell gegen Zionismus, die Definition, die mich am meisten überzeugt hat, war die Jeshayahu Leibowitz´s “Ich definiere den Zionismus folgendermaßen: Wir Juden haben genug von der Herrschaft der Goyim über die Juden.”

    Die Israelis fürchten ebfs. die Herrschaft der Muslime. Sie haben historische Gründe dafür, z.B. das Kalifat von Córdoba, wo es ihnen zwar insgesamt nach vorherrschender Ansicht besser ging als im Durchschnitt unter Christen, sie aber dennoch im Al-Dhimma-Status lebten (wie auch die Christen) mit eingeschränkten Rechten.
    Außerdem war der Mufti von Jerusalem ein Freund von Hitler.
    Insofern ist es absolut nachvollziehbar, dass sie eine solche Situation vermeiden wollen. Außerdem bietet der heutige Islam keine Hinweise darauf, dass er so milde wäre wie das Kalifat von Córdoba, das außerdem wirtschaftlich erfolgreich und kulturell ergiebig war. Vielleicht sollte man hier daran denken, dass Islam eine Religion ist und nicht etwas Genetisches, und dass diese Religion nach Eroberung von El-Andaluz durch die Mauren noch nicht lange bestand.
    Mit heutigen Muslimen, die Jihad nicht als reine Besinnung verstehen, sondern als bewaffneten asymmetrischen Kampf auslegen, Frieden zu schließen, erscheint daher kompliziert. Es ist doch wohl eindeutig, wer damit angefangen hat und wer den Staat, den ihm die UN zugewiesen hatten, zurückgewiesen hat.
    Außerdem ist es doch wohl sonnenklar, dass wir mit, sagen wir Frankreich oder Polen nicht in Frieden leben würden, wenn sie uns als Staat nicht anerkennen würden und sogar in ihren Verfassungen unsere Eliminierung eingraviert hätten.
    Die Tibeter dagegen haben es nicht auf eine Eliminierung der Volksrepublik China abgesehen, insofern verdienen sie mehr Unterstützung. Sie bekommen keine, weil man sich mit China nicht anlegt. Mit Israel dagegen meint man, sich anlegen zu können – kleines Land, nicht so bedeutsame Wirtschaftsbeziehungen wie mit China etc. Das ist einfach nur billig. Und billig ist auch, einem unabhängigen Staat von Deutschland aus vorschreiben zu wollen, wie er die komplexe Situation zu bearbeiten hat. Es ist nicht nur billig, sondern in einer Art Nanny-Manier überheblich. Dieselbe Nanny-Manier wird übrigens auf eigene Bevölkerung und unabhängige Denker und Skeptiker oder Abweichler angewendet. Es ist die Kindergartentante in Person, die meint, mit Israel wohlmeinend zu sein, wenn sie das Land kritisiert und die Israelis wie auch Teile ihrer eigenen Bevölkerung zu unmündigen, erst noch zu erziehenden Kindern macht.

  22. avatar

    Lyoner: ‚Wieso sollten wir das Heil von den Juden erwarten? Das tut weder ihnen noch uns gut.‘

    … moin, moin. Nix für ungut, das steht so nicht geschrieben. Das wissen Sie auch.

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    68-er: Wie kam ich nur dazu Sie für einen Protestanten zu halten?
    Katholisch bin ich ja nun auch, mir machen die vielen Protestanten in der Politik keine Probleme, solange sie ihren Job gut machen.

    meine Mutter, über die wir schon privat hin und wieder sprachen, machte Sonntag den bisher besten Bundespräsi-Vorschlag.
    Nämlich Kardinal Lehmann, der sich so bösartig gegen die Nichtabtreibungspraxis der eigenen Mischpoke gestemmt hat. Diesen Vorschlag unterstütze ich ebenfalls.

    Meine über 80-jährige Mutter ist übrigens eine radikale (Katholikin). Als man in Württemberg vor einigen Jahren einen Anschlag auf die katholischen Trommelfelle ausübte, Glockenläuten für das ungeborene Leben, beschwerte diese sich beim Bischof über das scheinheilige Gebimmel. Sie meinte recht dezidiert, nur wer sich hinterher auch um das geborene Leben kümmere, hätte das moralische recht für das ungeborene zu bimmeln. Schnell war der Lärm abgestellt.

    So hält man das in unserer unmoralischen Familie.
    noch Fragen zur Moral, der Ökomene oder einem katholischen Bundespräsi? Also, ich bin dafür!

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    @ Rita E. Groda: Schön das Sie wieder da sind. Leider habe ich im Moment wenig Zeit, denn bei uns sind Ferien, ab Montag wird es hoffentlich besser, so bin ich im Moment doch eher lesend.

    Es ist so schwer sich in diese Zeit hinein zu versetzen. Jedes Buch, das ich lese, ist ein kleines Teilchen und doch ist es kaum zu begreifen. Während ich mich mit der Shoah und Israel beschäftigt hatte, las ich das Buch von Gerhart M. Riegner Niemals verzweifeln

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    Es ist auch mir verständlich, dass in Israel Sicherheit und Sicherheitspolitik eine um einiges höhere Priorität hat als anderswo. Was ich in Frage stelle ist die Angemessenheit und Nützlichkeit des Opfer-Narrativ. Wieder mal ist das Volk Israel gefährdet und in der Opfer-Rolle; alle Nachbarn sind unsere Verfolger und die ganze Welt ist gegen uns. Mit dieser Sicht – deswegen sage ich: es ist eine gefährliche Autosuggestion – läßt sich keine Politik eines Ausgleichs und von Kompromissen (etwa die Oslo-Vereinbarungen oder die Vorschläge Obamas) betreiben (wobei ich auch in Frage gestellt habe, ob das die jetzige Administration und der israelische Mainstream überhaupt noch will). Mit dem Opfer-Narrativ versucht man sich und andere darüber zu täuschen, dass man in Israel/Palästina Kolonisator, eine Besatzungsmacht mit Annexionsabsichten ist. Hier stehen sich nicht ein Opfer und böse Verfolger gegenüber, sondern Israel beherrscht mit der „jüdischen Faust“ (J. Leibowitz) ein anderes Volk, das sowenig wie Israel von den Goyim von den Juden beherrscht werden will. M.E. gibt es bezüglich Sicherheit die Alternative, die Palästinenser in „Kantonen“ oder Palistans durch Homeland-Politics abzuriegeln oder ernsthaft eine Politik zu betreiben, die einen unabhängigen palästinensischen Staat zum Ziel hat. Frieden, lieber Roland Ziegler, schließt man nicht mit netten Nachbarn, sondern mit Feinden, die zu verträglichen Nachbarn werden könnten, wenn sie sich geachtet fühlen (auch wenn man nie ausschließen kann, dass sich auch nette Nachbarn an die Gurgel gehen können, wie man in Ex-Jugoslawien gesehen hat). Eine wie auch immer unvollkommene Einigung über eine Zwei-Staaten-Lösung, die von den Palästinensern zähneknirschend akzeptiert wird und flankiert wird durch arabische Staaten, die diesen Konflikt auch herzlich leid sind, würde m.E. mehr zur Sicherheit Israels beitragen als alle Kontrolle, die Israel in den besetzten Gebieten ausübt. Nach Martin van Creveld ist das West-Jordan-Land sicherheitspolitisch nicht relevant. Ich befürchte jedoch, Israel hat den Rubikon bereits überschritten und wird unter dem Mantel des Status quo und einer angeblichen „Friedensplitik“ die Annexionspolitik weiter betreiben. In dieser Konfrontation werden die Sicherheitsrisiken nicht kleiner.

    Noch was zur „letzten Zuflucht“ Poseners: Man stelle sich vor, es würde eine politische Konstellation eintreten, in denen die Juden in aller Welt nach Israel fliehen müßten; ich befürchte, diese „Lebensversicherung“ ist ein Flop.

    @ EJ

    Ich kann Ihnen ruhigen Gewissens versichern, dass Israel mir nicht ständig auf der Zunge liegt, ich schreibe eher darüber. Dies ist ein abgegrenzter Bereich meines Lebens, früher auf meinem Blog Von den Einzigwahren Freunden Israels, heute noch in Diskussionen auf Starke Meinungen; sowohl in meiner Familie, als auch im Freundes- und Bekanntenkreis spielt dieses Thema wenn überhaupt eine sehr marginale Rolle. Ich gehöre auch keiner Pro-Palästina-Gruppe oder einer Deutsch-Israelischen Gesellschaft an, bin also kein Aktivist.

    Damit will ich nicht sagen, dass es für mich unwichtig ist, ganz im Gegenteil, es gibt hier eine Frag-Würdigkeit, die mich mehr als bei vielen anderen historischen und politischen Themen „anzieht“. Also Israel ist für mich bedeutsamer als die Marokkaner mit den Saharouis, die Chinesen mit den Tibetaner und Uiguren etc, hier geht es schlicht um Herrschaftsausübung und wird nicht bemäntelt und beschönigt. Natürlich bin ich auch als getaufter Katholik und als Deutscher mehr als reichlich mit „Jüdischem“ infiltriert worden (das steckt in meinen Knochen), suche nach der passenden Medizin für eine bessere immunologische Lage. Dabei bin ich überzeugt, dass die Dogmen, die uns z.B. Alan Posener zu beten vorschlägt, eine schädliche Medizin sind. Für ein klares, unabhängiges Unterscheiden zu argumentieren, ist mein Schärflein, das ich hier einbringen will; es sollte doch zu denken geben, dass auf diesem Blog zu allen sonstigen Themen unbefangen, frisch von der Leber weg (man muss kein Fachmann sein) diskutiert wird, hier jedoch um das Denken „Zäune“ gelegt werden und gefragt wird, ob man überhaupt befugt ist, sich hier einzumischen. Vielleicht ergibt sich der Eifer, mit dem ich mich mit dieser Causa beschäftige, daraus, dass es sich um eine intellektuell herausfordernde, aber m.E. politisch gefährliche Vermengung einer säkularen und religiösen Ambition handelt. Ich bin nicht generell gegen Zionismus, die Definition, die mich am meisten überzeugt hat, war die Jeshayahu Leibowitz´s „Ich definiere den Zionismus folgendermaßen: Wir Juden haben genug von der Herrschaft der Goyim über die Juden.“; ich bin jedoch ein Gegner („Negativ-Zionismus“) eines Zionismus á la Gush Emunim, auf den sich die Avantgarde Israels, die Siedler, die jetzige Administration und möglicherweise auch der Mainstream hinbewegt, dass das Land „erlöst“ werden soll („Die religiöse Ideologie der Bewegung fußt auf Messianismus, der Heiligkeit des Volkes Israel, der Heiligkeit des Landes Israel und der Heiligkeit der Tora. Israel inklusive Westjordanland und Ost-Jerusalem werden dabei als Heiliges Land angesehen, das, erst einmal erworben, keinesfalls zurückgegeben werden dürfe.“). M.E. ist das der Dibbuk oder Succubus, die kaum verhüllte Agenda israelischer Politik.

    Wenn Sie so wollen, arbeite ich meinen „Israel-Tick“, meine „Israelfixierung“ hier ab.

    @ Parisien

    Tut mir leid, dass „apportieren“ eher despektierlich, abwertend als provokativ rüberkam. Dabei halte ich wie die meisten Menschen Hunde für bessere Freunde des Menschen als die meisten Zeitgenossen und andere Mitmenschen.

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    @RolandZiegler
    @KJN

    zur Aufkärung die Originalversion in Hochdeutsch:

    Eine Umfrage in der Schweizerischen Rundspruch-Gesellschaft, dem Fernsehen.
    Die Frage des Reporters lautet: „Woran denken Sie, wenn Sie die Schweizer Fahne sehen?“
    Da antwortet einer der Befragten: „Ich denke an Geschlechtsverkehr.“
    „Aber warum denken Sie an
    Geschlechtsverkehr, wenn Sie die Schweizer Fahne sehen?“ will der Reporter wissen.
    Darauf der Mann: „Ich denke immer an Geschlechtsverkehr!“

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    @ Lyoner: Sicherlich hat auch das damit zu tun, dass man nicht ausreichend geklärt hat, wie es sich denn mit der individuellen und kollektiven Schuld verhält und was daraus an Entscheidungen abzuleiten ist.

    Meine (Kollektivschuld-)Rede! Die ungeklärte Schuld-Schuldopfer-Beziehung kann (gerade bei aller Ungeklärtheit) tatsächlich die bevorzugte bzw. „zionistische“ Hinwendung zu Israel erklären. Insofern Zustimmung.

    Aber wie ha’m wir’s denn umgekehrt? Ganz erstaunlicher Weise liegt Ihnen mit Ihrem – ach so abgeklärt gerechten! – Israel-Urteil Israel ebenfalls ständig auf der Zunge. Viel öfter als mir z.B., mindestens so oft wie APO, wahrscheinlich jedoch noch viel öfter als ihm.

    Als einer unter vielen „Unrechtsstaaten“ (insofern Normal-Staat, sozusagen) müsste Ihnen Israel doch nur so bedeutsam sein wie alle anderen „Unrechtsstaaten“, ihnen jenseits dessen aber so ziemlich am Arsch vorbei gehen.

    Warum tut es das nicht? Warum geht Ihnen, gerade Ihnen, Israel nicht am Arsch vorbei? Woher Ihr Negativ-Zionismus, woher Ihre Israelfixierung?

  28. avatar

    nebenbei: die Griechen haben uns das Denken, die Hebräer zusammen mit der jüdischen Sekte, die zur Weltreligion des Christentums wurde, den unbeirrten Kampf für den Glauben gelehrt

    … das Christentum ist keine jüdische Sekte. Zwar heißt es in

    Johannes 4; (…) 22 Ihr betet an, was ihr nicht kennt, wir beten an, was wir kennen; denn das Heil kommt von den Juden. 23 Aber die Stunde kommt und sie ist schon da, zu der die wahren Beter den Vater anbeten werden im Geist und in der Wahrheit; denn so will der Vater angebetet werden. (…)

    aber in

    Johannes 8;58 … ehe Abraham wurde, bin ich.

    Ihre Auffassung, werter Lyoner, entspricht dem Talmud. Dort: … dass Jesus durch seinen römischen Vater, ’nicht nur ein Bastard, sondern der Sohn eines Nichtjuden war.‘

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    @ Lyoner:
    Ist Ihnen noch nie selbst aufgefallen, dass Sie versuchen, eine erhebliche suggestive Kraft zu entfalten? Dabei werden dann mit Israel wohlmeinende Kommentatoren zu Hunden, die „apportieren“ und Gedichte zu „Ablenkungsmanövern“. Offen gestanden, finde ich, dass Alan Posener im Gegensatz zu Ihnen nicht als Dompteurlehrling bzw. Hundehalter ‚rüberkommt.
    Ich will Ihnen mal sagen, was ich als israelischer Premier in der Epoche der ABC-Waffen und ihrer willigen Lieferanten machen würde: Ich würde in der Tat nach den vielen Terroranschlägen in und auf Israel und angesichts einiger Ausstatter das Wasser kontrollieren. Den Siedlungsring um Jerusalem kann man ebfs. unter strategischen Gesichtspunkten betrachten. Muss man aber nicht. Es gibt durchaus Zionisten, die das kritisch betrachten, Jeffrey Goldberg zum Beispiel. Daher will mir immer nicht einleuchten, wieso ein Deutscher sich damit befasst.

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    @Roland Ziegler
    Ach Sie sind der aus dem uralten Witz:

    Kommt ein Mann zum Psychiater:
    „Ich muß ständig an Sex denken, können Sie mir helfen?“
    Psychiater:
    „Mal sehen, malen Sie mal ein Quadrat… An was denken Sie dabei?“
    Patient: „Das ist ein Bett, und da liegen 2 drauf und die machen es..“
    Psychiater:“Na gut, jetzt malen Sie mal einen Kreis und..“
    Patient:“Oh mann, ein Schirm, darunter treiben es zwei im Stehen..“
    Psychiater:“Letzter Versuch: Zeichnen Sie ein Dreieck und schildern Sie Ihre Assoziationen!“
    Patient:“Ein Zelt und da sind 2 nicht verheiratet und maches es schon die ganze Na..“
    Psychiater:“Hören Sie, Ihnen ist aber wirklich zu helfen!“
    Patient:“Ja, wenn ich immer so versaute Sachen malen soll..“

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    @ Rita E. Groda

    Sie schreiben „Ich möchte noch ein wenig bei der Ursachenforschung bleiben, was spezifisch Deutsche Israelkritik betrifft.“

    Vielleicht könnten Sie auch eine Ursachenforschung hinsichtlich einer spezifisch Deutschen Israelaffirmation bedenken, warum man hier so herumeiert, kaum einen klaren Gedanken fasst und gerne von on topic auf off topic und auf Poesie ausweicht?

    Sicherlich hat auch das damit zu tun, dass man nicht ausreichend geklärt hat, wie es sich denn mit der individuellen und kollektiven Schuld verhält und was daraus an Entscheidungen abzuleiten ist. Aber auch damit, dass Wohlgesinnte (Eumeniden) wie Alan Posener suggerieren, dass man damit am besten fährt, wenn man einige Formeln und Dogmata (Glaubensbekenntnisse) inkorporiert und daher betet. Auch ich sehe eine Verantwortung (der Deutschen) aus der Geschichte und leite daraus ab, dass man nicht noch zu Zeit und Unzeit die gefährliche Autosuggestion des Opfer-Narrativs bekräftigt – sondern auf der Verantwortung für die jeweilige Tat besteht und dabei nicht damals und heute vermischt. Klar unterscheiden und Rechenschaft ablegen (logon didonai) ist die beste Übung (nebenbei: die Griechen haben uns das Denken, die Hebräer zusammen mit der jüdischen Sekte, die zur Weltreligion des Christentums wurde, den unbeirrten Kampf für den Glauben gelehrt) – und wäre auch der beste Dienst, den wir unseren Freunden in Israel erweisen könnten.

    „Die Welt hat jetzt auch das Recht, mit den Juden wie mit allen anderen zu sprechen … der Kampf für die Rechte der Juden ist nicht fortschrittlicher als der Kampf für die Rechte anderer Völker. Es ist Zeit, den Spiegel zu zerbrechen und sich umzusehen: wir sind nicht allein auf der Welt.“ schrieb S. Margolina in „Das Ende der Lügen“ (zitiert nach A. Solschenyzin, Zweihundert Jahre zusammen – Die Juden in der Sowjetunion, München 2003, S. 402)

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    Liebe Rita E.,

    ich habe nicht grundsätzlich etwas gegen Pfaffen in der Politik. Gerne hätte ich es zum Beispiel gesehen, wenn Herr Schröder versucht hätte Friedhelm Hengsbach SJ als Sozialminister zu gewinnen anstatt den „Ganoven“ Peter Hartz mit der nach ihm benannten „Reform“ zu beauftragen.

    Ich finde aber, dass das Amt des Bundespräsidenten nach Möglichkeit nicht mit einem Geistlichen besetzt werden sollte, da dieses Amt in meinen Augen eine wichtige Integrations- und Identifikationsfunktion für alle Bürger haben sollte.

    Ich weiß nicht, ob Sie sich von einem Mullah, Rabbi oder Hindu-Mönch als Präsidenten gut repräsentiert fühlen würden, ich als getaufter Katholik spüre jedenfalls ganz subjektiv ein Unbehagen, wenn Herr Gauck als evangelischer Geistlicher Bundespräsident würde. Ich habe nichts gegen Protestanten. Unsere ganze Familie ist seit drei Generationen gemischt-konfessionell. Ich habe auch nichts gegen Atheisten, Juden, Hindus, Muslime oder gar Katholiken. Beim höchsten Staatsamt würde ich mich aber freuen, wenn man jemanden finden würde, der seinen Glauben nicht zum Beruf gemacht hat.

    Ich fände es auch schwierig wenn man Herrn Sommer vom DGB als Bundespräsidenten vorgeschlagen hätte oder Herrn Hundt vom BDA.

    Dass es sehr viele – vielleicht zu viele – Juristen und andere Selbständige im Bundestag gibt, liegt wohl auch daran, dass sich politisches Engagement im Rahmen einer Selbständigkeit vielleicht besser arrangieren lässt. Ich würde tippen, dass auch hier im Blog überdurchschnittlich viele Selbständige kommentieren.

    Es liegt wohl auch daran, dass im Parlament nun einmal Gesetze gemacht werden und der (Irr-?)Glaube zu bestehen scheint, dass Juristen hier eine gewisse Kompetenz haben könnten. Dass dadurch eine Fehlrepräsentanz entsteht, räume ich ein, dass dadurch mitunter zu wenig auf die Lebenswirklichkeit geachtet wird, mag auch sein, aber ich tippe, dass z.B. ein Anwalt mit etwas Berufserfahrung mehr von der Lebenswirklichkeit mitbekommen hat bzw. mitbekommt, als z.B. ein Berufspolitiker, der direkt vom Politikstudium in die Parteimühle gewechselt ist.

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    @ Jean-Luc: Was für ein schöner Eintrag von Ihnen:
    M e i n Gedicht von Schalom-Ben Chorin ist:

    – Das Zeichen

    Freunde, dass der Mandelzweig
    wieder blüht und treibt,
    ist das nicht ein Fingerzeig,
    dass die Liebe bleibt.
    Dass das Leben nicht verging,
    so viel Blut auch schreit,
    achtet dieses nicht gering,
    in der trübsten Zeit.

    Tausende zerstampft der Krieg,
    eine Welt vergeht.
    Doch des Lebens Blütensieg
    leicht im Winde weht.
    Freunde, dass der Mandelzweig
    sich in Blüten wiegt,
    bleibe uns ein Fingerzeig,
    wie das Leben siegt.

    Und dieses Zitat sollte uns Mut machen:

    Aber muss man nicht ein bisschen verrückt sein, um die Hoffnung nicht aufzugeben in dieser Welt, und den Glauben an Gott? –

    Wirklich gut. Habe in den letzten Tagen – endlich – das Werk „Die Manns – Ein Jahrhundertroman“ gesehen. Wie das Inventar der Villa Poschi, Poschinger Str.1, München, versteigert wurde, die Villa für „Lebensborn“ verwendet wurde. Das Pringsheim-Palais, Arcisstr. 12, wurde abgerissen und ein nationalsozialistisches Amt dort gebaut. Aber immerhin kamen die Pringsheims, auch die alten, mit dem Leben davon.

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    …damit Sie sich jetzt nicht allzusehr in die ikonografische Betrachtung der Schweizer Fahne vertiefen: der die Schweizer Fahne Betrachtende gibt tatsächlich als Begründung an: „Ich denke immer an Geschlechtsverkehr.“

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    @Rita E. Groda
    Schön, Sie wieder hier zu lesen.
    „Ich möchte noch ein wenig bei der Ursachenforschung bleiben, was spezifisch Deutsche Israelkritik betrifft.“

    Ich sehe folgende Ursachen:
    a) Interesse am Land, der Region (ich beziehe mal die palestinensische Seite mit ein)
    b) Antisemitismus
    c) Erleichterung eines Schuldkomplexes

    Wer a) reklamiert, kann sich ja mal selber fragen, wo genau sein Interesse liegt.

    zu c) hat Parisien schon das Nötige gesagt:
    „Unabhängig von Israel muss man in Deutschland aufpassen, dass dieses neue Deutschland, das mit dem von 1933-45 wenig zu tun hat, sich von seinen Schuldgefühlen befreit und sich nicht von Wirtschaftsinteressen durch die Mühle drehen lässt.“
    Vor allem „sich selber befreit“! „Persilscheine“ werden von den Amerikanern ja nicht mehr ausgestellt. Vielleicht fühlt sich noch die katholische Kirche zuständig? Heutige Israelis und/oder Juden aber wohl kaum.
    Unsere heutige Gesellschaft hat überdies wirklich andere Probleme. Die „Wirtschaftsinteressen“, Parisien, das sehe ich auch als vordringliches Problem für die dt. Gesellschaft Und weil Heinrich Manns „Der Untertan“ nach wie vor aktuell ist, hat sie Schwierigkeiten, das zu erkennen.

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    @Lyoner: Wenn Sie sich mal kurz auf die Überschrift besinnen, erkennen Sie, dass Herr Posener hier sein persönliches, subjektives Verständnis von Israel darlegt. Es geht nicht um eine allgemeine und vollständige Definition des Staates.
    Ansonsten sollten Sie den Umstand berücksichtigen, dass Israel sich als existientiell bedroht betrachtet. Ob zurecht oder zu unrecht, das können Sie ja dann klären. Nur unter den Tisch fallen lassen sollten Sie das nicht. Was wäre, wenn die Nachbarn dem israelischen Staat grundsätzlich freundlich oder wenigstens nachbarschaftlich gesonnen wären? Wenn von einer Gefahr keine Rede sein könnte? Und muss man nicht von jeder Nachbarschaft fordern, dass sie ihren Nachbarn im Prinzip freundlich gesonnen ist? Auch wenn der Nachbar anders ist als man selbst? Und sind diese Staaten einer liberalen Demokratie, in der Mann und Frau gleichberechtigt sind, nicht möglicherweise grundsätzlich unfreundlich gesonnen? Nicht weil sie es anders handhaben wollen, sondern weil das Konzept der liberalen Demokratie möglicherweise eine prinzipielle Bedrohung für diese Staatsformen darstellt?

    @Gauck-thema: Was mich an Gauck stört, ist weniger seine wilde Ehe oder sein Priesterum oder seine offensichtliche Eitelkeit, sondern dass er noch nicht ganz in der aktuellen Wirklichkeit angekommen zu sein scheint. Sein Thema ist „Freiheit“, grundiert auf den Erfahrungen der DDR. Das ist ein prima Thema für die Außenpolitik, aber hierzulande gibts die DDR nicht mehr und die Freiheit ist da. Die Themen, die die Leute interessieren, sind Europa, Ökonomie, Alternativen zum reinen Kapitalismus, Solidartransfers, soziales Leben im Allgemeinen, Ausgleich, Gerechtigkeit usw., und davon hat Gauck scheinbar nicht viel Ahnung.

  37. avatar

    @Alan Posener: In der Schweizer Fahne lässt sich vieles sehen, auch Geschlechtsverkehr. Dazu muss man nichtmal Freudianer sein, es reicht die Perspektive von Strauss-Kahn.

  38. avatar

    Wie schade, dass Daniela Schadt nicht in Nürnberg bleibt und die beiden ihre WE-Beziehung weiterleben. Das wäre ein Bundespräsidentenpaar, welches vorleben würde, was manche, und nicht zu wenige, in dieser Republik leben, eine durch getrennte Arbeitsplätze erzwungene reine WE-Beziehung.
    Warum heile Welt vorspielen, wodoch alle mit Brüchen und Patchwork leben und teilweise leben müssen? Warum nicht die Realität? Eine Ehefrau und Kinder, eine andere Frau mit einem Job – bitte, das ist doch nichts Besonderes.

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    @ APo:
    „Den Vorstoß von Norbert Geis fände ich in der Tat absurd und abstoßend, wenn Gauck nicht Pastor wäre. Verpflichtet dieses moralische Amt denn zu gar nichts?“

    Doch. Es verpflichtet ihn unter Umständen moralisch dazu, mit der Mutter seiner Kinder verheiratet zu bleiben und sie auch erbmäßig zu versorgen, nachdem sie die Kinder großgezogen hat. Steuern dürften hierbei keine Rolle spielen. Soweit ich weiß, wird ständig getrennt lebend genauso bewertet wie geschieden.

    Ich finde, Sie sollten an diesen Punkt nicht rühren, vor allem nicht als Mitarbeiter des Verlages von Axel Springer, der trotz seiner fünf Frauen einen ordentlichen BuPrä hätte abgeben können. Sitzt das?

  40. avatar

    Lieber 68 er: Was haben Sie gegen Pfaffen in der Politik?
    Darf ich Sie an Artikel 1 unserer Verfassung erinnern!

    Ich habe sehr wohl etwas gegen Juristen im Bundestag und in der Regierung. Sicherlich wissen Sie, daß die Juristen im Bundestag mehr als überrepräsentiert sind.
    Warum wohl? Unser Bundespräsident war Jurist, unser Außenminister ist Jurist, usw. und so fort. In dieser Berufsgruppe scheint der gesunde Menschenverstand tatsächlich unterrepräsentiert zu sein, wie die nachprüfbaren Ergebnisse beweisen.

    Um mal wieder aber auf die immer wieder reklamierte Moral von insbesonders Bundespräsidenten zu kommen.

    Nach gängiger katholischer Kirchenlehre, lebte unser noch Bundespräsi Wullf mit seinem Zweitwagen, Pardon seiner Zweitfrau in wilder Ehe.
    Genau das tut unser zukünftiger Bundespräsi Gauck ebenfalls. Und, wo ist das Problem?

    Was bei Wulff in Ordnung war, kann bei Gauck nicht in Unordnung sein, oder sind die Protestanden, wie Heer Thierse päpstlicher als der Papst.

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    M e i n Gedicht von Schalom-Ben Chorin ist:

    Das Zeichen

    Freunde, dass der Mandelzweig
    wieder blüht und treibt,
    ist das nicht ein Fingerzeig,
    dass die Liebe bleibt.
    Dass das Leben nicht verging,
    so viel Blut auch schreit,
    achtet dieses nicht gering,
    in der trübsten Zeit.

    Tausende zerstampft der Krieg,
    eine Welt vergeht.
    Doch des Lebens Blütensieg
    leicht im Winde weht.
    Freunde, dass der Mandelzweig
    sich in Blüten wiegt,
    bleibe uns ein Fingerzeig,
    wie das Leben siegt.

    Und dieses Zitat sollte uns Mut machen:

    Aber muss man nicht ein bisschen verrückt sein, um die Hoffnung nicht aufzugeben in dieser Welt, und den Glauben an Gott?

  42. avatar

    @Rita Groda

    Ich fühle mich nicht nicht so kompetent – wie Sie – zu urteilen, daß überlasse ich anderen Irren.

    Dear Ms. Groda:

    Seit wann bin ich irre

    Und wo habe ich geurteilt?

    Und wenn ich “ ihr Marokkaner “ geschrieben habe, dann weil sie das Beispiel gebracht haben.

    Ich bin vielleicht naeher mit dem Thema Israel beschaeftigt als sie glauben.

    Und d e r gebildete Marokkaner hat leider vergessen, dass Alsace und Lorraine von 1872 bis 1918 von Deutschland annektiert waren. Von der Hitler-Occupation von 1940 bis 1945 will ich nicht sprechen.

    P.S. Aber vielleicht liegt das Missverstendnis auch an meinen schlechten Deutschkenntnissen 🙂

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