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Der Kampf gegen den Terror ist unteilbar

Wenn über die Ursachen dafür spekuliert wird, dass der „Nationalsozialistische Untergrund“ (NSU) so lange von der Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt seinen Terror verbreiten durfte, darf über die Polarisierung innerhalb der Kreise nicht geschwiegen werden, die sich den Kampf gegen den Terror auf die Fahnen geschrieben haben.

Konkret: Die Antifa bekämpft die Neonazis, drückt aber beim islamischen Terror ein Auge zu und gestattet, dass in ihren Reihen ein Antizionismus grassiert, der eindeutig antisemitisch ist. Und diejenigen, die den islamischen Terror bekämpfen, haben allzu lange den Kampf der Antifa-Leute als Ablenkung vom Hauptwiderspruch belächelt, schlimmstenfalls sogar diffamiert; haben allzu oft zugelassen, dass in ihren Reihen eine Moslemfeindlichkeit grassiert, die schlicht und ergreifend rassistisch ist.

Um es vorwegzunehmen: Auch wenn ich mir zugute halten darf, seit Jahren darauf hingewiesen zu haben, dass es nicht angeht, sich bei der Islamkritik (die notwenig und legitim ist) mit Rassisten zusammenzutun oder sich rassistischer Argumente und Redewendungen zu bedienen: auch wenn ich etwa über die Landnahme der Neonazis in Mecklenburg-Vorpommern berichtet habe:

http://www.netz-gegen-nazis.de/artikel/die-netten-oekofaschisten-besuch-bei-familie-mueller-lalendorf-6463

 

So habe ich doch dazu geneigt, die Antifa zu belächeln und ihren Kleinkrieg gegen die Nazis für eine Art Räuber- und Gendarmenspiel zu halten, ein wenig wie unsere Kämpfe gegen „die Bullen“ in den 1970er Jahren. Und da mag übrigens etwas dran sein. Dennoch gilt seit der Aufdeckung der NSU: die gegenseitige Abschottung, ja gegenseitige Bekämpfung der antifaschistischen Kräfte in Deutschland ist unverantwortlich. Und da ich sozusagen aus der Ecke der Islamkritiker stamme (und noch einmal: Islamkritik ist, wie jede Religionskritik, nicht nur legitim, sondern notwendig, und die Verwendung des Worts „Islamkritiker“ als Diffamierung durch Linksliberale, die damit auch einen Voltaire – etwa – in die faschistische Ecke stellen würden, ist ein Skandal) – da ich also aus dieser Ecke stamme und nicht aufhören werde, den Zusammenhang von Religion und Intoleranz aufzuzeigen, fühle ich mich berechtigt und genötigt, zuallererst auf den Balken im eigenen Auge – also im Auge der Islamkritiker – hinzuweisen, bevor ich auf den (ziemlich großen) Span im Auge allzu vieler Linker eingehe.

Nehmen wir Bernd Zeller, einen ostdeutschen Allround-Versager, der dennoch als Mitglied der „Achse des Guten“ eine nicht unbedeutende publizistische Plattform für seine Hasstiraden erhält. Noch im August 2011 hatte er Folgendes zu sagen:

„Der Islam ist noch immer keine Religion, deshalb stimmt es sogar, dass eine theologisch fundierte Auseinandersetzung nicht stattfindet. Die Umrechnungsformeln von Datteln in Kamele sind zwar göttlich vorgegeben, aber was das theologisch bedeuten soll, darf zum Glück auch nicht hinterfragt werden. Will man die Denkfiguren der großen Religionen und des Islam vergleichen, kann man gar nicht so viel Toleranz und Nachsicht aufbringen, um dem Islam ohne Behindertenbonus zu begegnen.
Und trotzdem: Wie schön wäre es, wenn die Probleme, die wir mit dem Islam haben, religiöse wären. Ein Dialog auf theologischer Ebene könnte gewinnbringend sein. Aber das, was als Dialog verkauft wird, ist bloße Beschwichtigung der Leute, die sich vorsorglich abducken sollen.
Vielleicht – und ich denke: sicherlich – ist es gerade dieses loserhafte Kuschen gewesen, das Brejvik zu seiner Untat anfeuerte. Hätte er das Gefühl, unsere Feuilletonisten und Politiker werden die Entdemokratisierung und Abschaffung der Rechtsstaatlichkeit nicht zulassen, hätte er seinen Dünger zum Düngen verwendet.“

Der ganze Beitrag ist hier nachzulesen:

 

 

http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/ich_nicht/

 

Nun, ob der Islam eine Religion ist oder nicht, hat zum Glück ein Herr Zeller nicht zu entscheiden, der weder übers Judentum, noch über das Christentum noch über den Islam etwas weiß, dafür aber eine alte Denkfigur Adolf Hitlers wiederbelebt, der bekanntlich sagte, das Judentum sei keine Religion, sondern eine Blaupause für die Weltherrschaft:

 

http://books.google.de/books?id=tkq6LiCANykC&pg=PA157&lpg=PA157&dq=hitler+judentum+ist+keine+religion&source=bl&ots=ptcrBCCos6&sig=1TvYHfr9ObNZjL2gR_slkV5VpCc&hl=de&ei=1VDTTuu0OY_c4QS86tnbCg&sa=X&oi=book_result&ct=result&resnum=4&ved=0CEIQ6AEwAw#v=onepage&q=hitler%20judentum%20ist%20keine%20religion&f=false

 

Was aber Zellers Beitrag so ungeheuerlich macht, ist der Schlussabsatz. Das „loserhafte Kuschen“ vor dem Islam habe Anders Breivik zu seiner Tat motiviert, weiß Herr Zeller, damit den Loser Breivik zum Widerständler stilisierend;  „unsere Feuilletonisten und Politiker“ (man achte auf die Verallgemeinerung, auch sie ein beliebtes Mittel des Demagogen, ob links oder rechts) würden der „Entdemokratisierung und Abschaffung der Rechtsstaatlichkeit“ nichts entgegensetzen, darum habe Breivik „seinen Dünger nicht zum Düngen verwendet“, sondern zum Bombenbasteln.

Es gibt eine Grenze, jenseits derer die notwendige Einfühlung in eine Tat in Rechtfertigung umschlägt. Diese Grenze ist hier erreicht; und man müsste nur statt Breivik die Mitglieder und Helfer der NSU einsetzen, um zu sehen, wie Zeller hier der Ideologie ihrer Propaganda der Tat aufsitzt.

Übrigens argumentiert er haargenau so wie jene Linke, die er als „loserhafte Kuscher“ verachtet und etwa islamistische Selbstmordattentäter rechtfertigen: Wären sie wegen der zionistischen Besatzung / der Arroganz Amerikas / der Kollaboration der arabischen Führer mit Israel und den USA / der Rechtlosigkeit und des Mangels an Demokratie usw. nicht so verzweifelt, sie würden auch „ihren Dünger zum Düngen verwenden“.

 

 

Der Kampf gegen den Terror ist so unteilbar wie es die Menschenrechte sind, deren wichtigstes (in der Reihenfolge der Unabhängigkeitserklärung der USA) das Leben ist. Auf der Linken – ich wiederhole es – darf es keine Verniedlichung der islamistischen und panarabischem Ideologie geben, keine Rechtfertigung des Terrors als „Befreiungskampf“; aber genau so notwendig ist auf der Seite derjenigen, die vorgeben, die Demokratie gegen den Islamofaschismus zu verteidigen, die entschiedenste Distanzierung von einem ressentimentgeladenen Hassprediger wie Bernd Zeller. Soll er auf „P.I.“ publizieren. In anständiger Gesellschaft haben Leute wie er nichts zu suchen.

8819-Debatte-ueber-Rechtsextremismus-NDP-Verbot-und-Behoerden
 

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117 Gedanken zu “Der Kampf gegen den Terror ist unteilbar;”

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    @ Alt 68 er: Das ist ja nicht per se negativ, „Light Unto the Nations“ sein zu wollen. Haben Sie sich je überlegt, wie die Situation aussähe, wenn die Araber in Palästina damals den ihnen von der UNO angebotenen Staat genommen hätten? Und wenn alle umliegenden Nationen Israel anerkannt hätten? Und wenn die Palästinenser Handel mit Israel getrieben hätten? Ich habe mir das schon sehr oft überlegt. Vielleicht gibt es sogar Palästinenser, die das bedauernd bedenken.
    Wir hier in Deutschland werden doch zur Zeit in den südlicheren Ländern schon wieder etwas beneidet und gehasst, nicht wahr? Wir sind auch ziemlich tüchtig. Dieses lange Zusammenleben zwischen deutschen Christen und Juden mag sich auf beide Gruppen befruchtend ausgewirkt haben. Vielleicht verbindet uns das sogar stärker als die Schuld bzw. Täter/Opfer. Gebildete Juden lieben deutsche Dichter und umgekehrt. Ich will damit jetzt aufhören, ohne noch etwas über arabische Aspirationen auf El Andaluz oder die Unfähigkeit, sich einer Verlustsituation zu stellen, zu sagen. Oder vielleicht noch eins sage ich: Meine Großeltern hatten ein schönes Haus in Memel. Dort gab es Birken, Sand, Meer und Pferde. Ich habe nicht die geringste Sehnsucht, es wiederzuhaben. Ich bin froh, dass mein Vater es über das Eis geschafft hat, während der Diktator seine eigenen Leute in Ostpreußen einsperrte und als Bollwerk gegen die Russen benutzen wollte. Mögen glückliche Litauer in der Bude wohnen, so sie noch steht. Wir sind weitergegangen. Ich liebe statt dessen Paris.
    Wissen Sie, diese Unbeweglichkeit.

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    @Alt 68 er

    … die Frage ältere – jüngere Brüder; oder alter Bund – neuer Bund; hat mit der Frage ‚Auserwählung‘ nix zu tun. Warum?

    Daher: Joh. 8;58 … ehe Abraham wurde, bin ich.

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    @ derblondehans

    Tja, lieber Hans, an diesem Knochen haben nicht nur die Christen und die Nationalsozialisten, sondern auch nahezu alle Aufklärer und nicht zuletzt Sie, Ihro Ooopsigkeit, herumgebissen. Wenn ich mich richtig erinnere, haben Sie erst vor kurzer Zeit die neue Vatikan-Doktrin von den älteren Brüdern und dem Weiterbestehen des Alten Bundes sehr in Frage gestellt und auf das Gnadenangebot des Neuen (alle Menschen umfassenden) Bundes für die Juden hingewiesen.

    Natürlich ist das jetzt eine heiße Kartoffel, die man am liebsten nicht anrührt. Ich glaube jedoch nicht wie Parisien, dass sie irrelevant, unbedeutend geworden ist. Sie ist nicht durch Lächerlichkeit gestorben, auch nicht bei den meisten Juden. Sie geistert als Nicht-Toter ebenso wie verschiedene Vorstellungen der Nationalsozialisten in der Welt umher. Es wäre interessant, eine Lehre des Zerfalls (mitsamt den Risiken und Nebenwirkungen des Zerfalls) von Ideen, Memen zu formulieren (das übersteigt meine schwachen Kräfte).

    Kein geringerer als der illustre Henryk M. Broder hat nach einer Privataudienz im Vatikan kundgetan:

    „Kürzlich habe ich mit dem Chef der Historischen Kommission im Vatikan gesprochen. Der strenge katholische Theologe und der säkulare Jude waren sich einig, dass die Juden tatsächlich das auserwählte Volk sind. Das beste Beispiel ist der Antisemitismus. “ (Quelle: Berner Zeitung, 8.2.2007)

    Nun sollte man nicht glauben, dass diese Berufung Schuld der Antisemiten ist, ihnen zu verdanken ist. Keine geringeren als David Ben Gurion und Benjamin Netanyahu haben postuliert

    „History … did grant us the uncommon intellectual and moral virtue, and thus it [the virtue] is both a privilege and an obligation to be a „Light Unto the Nations“ (David Ben Gurion)

    „… proud people with a magnificent country and one which always aspires to serve as „Light Unto the Nations“.“ (Benjamin Netanyahu)

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    @Alexander Wallasch
    Wenn ich lese, auf welch‘ erquicklichen Niveau sich alt68er und parisien hier austauschen, vergeht mir die Lust am Aufenthalts mit Ihnen am anderen Ende der Niveauskala. Ich vermute mal, da haben wir beide mehr „Freiheitsgrade“.
    Die „Arythmie“ und der “Nazi-Jargon“: Geschenkt! Aber der “politische(n) Agitationsmist“ und „dämlich“, das kostet was:
    Sie hüpfen hier ‚rum von Post zu Post und bewerten, ohne weitere Begründung. Wer sind Sie denn? Daß Sie Bücher schreiben: Gut ist das. Ihre Leser gucken derweil kein DSDS. Aber ansonsten pöbeln Sie rum wie auf dem Schulhof. Mach ich auch schon mal, aber nicht dauernd und daß ich manchmal Mist schreibe, weiß ich selber oft im Nachhinein oder kriege es gesagt.
    Jedenfalls möchte ich nicht Schuld an Ihrer Wut-Dyslexie haben.
    Und da Sie sich ja trotz Ihres „charmanten“ Einstiegs (irgendwas mit „Stasi“, oder „einsame Ödnis hier“, oder so) anscheinend doch ganz wohl hier fühlen, weil Sie vermutlich irgendwann mal etwas Substantielles hier loswerden wollen, oder den einen oder anderen Beitrag lesenswert finden, werden Sie auch meinen Klarnamen, unter dessen Kürzel ich hier schreibe und den Andere bereits kennen, erfahren können. Das ist keine Geheimnis- oder Wichtigtuerei, sondern ich würde per Google vorwiegend hier gefunden, wenn ich unter Klarnamen poste und hier verdiene ich nun mal kein Geld.

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    “Kein Volk sein ein von Gott einzig auserwähltes Volk der Erde; die Wahrheit müsse von allen gesucht, der Garten des gemeinen Besten von allen gebauet werden” – Nur die wenigsten haben auf ihn gehört.”

    Die Opfer dieser Gottesvergiftung sind alle Völker, an erster Stelle die Juden.

    … so ein Qark.

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    @ Alt 68 er: Ich hoffe, Sie haben die Rätsellösung weiter oben gesehen. Das überschneidet sich hier zwangsläufig. „Allerdings am Ort des Verschwindens“ ist das Zauberwort. Jaja, er sehnt sich danach – Houellebecq ist ein Liebessuchender. Erkennbar ist das noch in dem Aufflackern der Liebesbeziehungen beider Männer, bevor die eine Frau stibt und die andere schwer erkrankt.
    Was das „Auserwählte“ betrifft, die meisten Juden lachen doch darüber. Orthodoxe mögen das glauben. Aber „auserwählt“ sind sie schon. Die Hamas wie auch der Iran haben sie zum Verschwinden auserkoren. Die Hamas ist ein Beispiel dafür, dass fehlende Nationalstaatlichkeit auch nicht hilft. Vielleicht führt sie sogar zum Verrücktwerden. Und die Herren Hitler, Goebbels et al. hatten sie auch „auserwählt“. Und ein Teil von OWS hat sie auch schon wieder „auserwählt“, in der Gestalt von Bankern. Jo mei, alle Banker sind Juden, oder? Das Schlimme daran ist, dass wir das alles schon hatten.

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    @ Parisien

    Sehr schön! Herzlichen Dank.
    Genau so! Ist das nicht im Sinne Herders? So lernen wir zusammen mit allen anderen, der eine vom anderem.
    Das ist jenseits von Philo- und Antisemitismus.

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    @ Parisien

    Da muss ich Ihnen und Marcel Reich-Ranitzki energisch widersprechen; ohne groß zu suchen, habe ich das Wort „Liebe“ in Elementarteilchen zweimal gefunden, allerdings am Ort des Verschwindens. Die erste Stelle habe ich vor kurzem hier zitiert ist der Tod der Großmutter Michels „Menschen, die ihr ganzes Leben gearbeitet, hart gearbeitet haben, und das nur aus Hingabe und Liebe; Menschen, die ihr Leben aus Hingabe und Liebe den anderen buschstäblich geschenkt haben; und die dennoch keineswegs den Eindruck hatten, sich aufzuopfern; und die sich in Wirklichkeit keine andere Lebensweise vorstellen konnten, als ihr Leben aus Hingabe und Liebe den anderen zu schenken.“ Die zweite Stelle ganz zum Schluß in einer Eulogie auf die verschwindende Menschheit „Jene schmerzbeladene, nichtswürdige Spezies, die sich kaum vom Affen unterschied und dennoch so viele edle Ziele angestrebt hat. Jene gequälte, widersprüchliche, individualistische, streitsüchtige Spezies mit grenzemlosem Egoismus, die manchmal zu Ausbrüchen unerhörter Gewalt fähig war, aber nie aufgehört hat, an die Güte und Liebe zu glauben.“ M.E. hat Houellebecq auch einen Ton der Barmherzigkeit gegenüber den von ihm geschilderten, scheiternden Figuren dieser Spezies gefunden.

    M.E. ist Philosemitsmus/Antisemitismus etwas ganz anderes als Frankophilie/Anglophilie/Abneigung gegen Franzosen oder Angelsachsen. Nirgendwo anders gibt es diesen nahezu mythischen Kampf zwischen Gut und Böse mit gegenseitigen Dämonisierungen. Ich gestehe, dass ich auf meinem Blog einseitig, nicht ausgewogen bin (hoffe jedoch, den Dämonisierungen entgegenzuwirken). Die „Philosemiten“ der von mir beobachteten einzigwahren Freunde Israels, sowie Wilders, Strache oder die Herrschaften auf P.I. würden, falls die Zeit gekommen wäre, die Palis nach Vorstellungen der radikalen Siedler und der Adepten in die Wüste zu transferieren, nicht verlegen sein, die besten aller Apologien zu finden.

    Ich habe eine Hypothese, warum dieser Kampf um einiges heftiger und glühender als alle anderen politischen Auseinandersetzungen ist. Sie können Sie – wenn ich Sie richtig verstanden habe, sind Sie Christ – erwägen, müssen nicht. M.E. liegt dem eine Gottesvergiftung, genauer eine Vergiftung der Geschichte durch Gott im Zuge der mosaischen Religion zugrunde. Hans Magnus Enzenberger schließt sein Essay über die Entstehung der Nationen im letzten SPIEGEL, S. 135 mit einem Zitat Johann Gottfried Herders ab.

    „Nationalwahn“, schrieb er, „ist ein furchtbarer Name. Wer nicht mitwähnet, ist ein Idiot, ein Ketzer, ein Fremdling.“ Und dies war seine Antwort auf die Frage, was eine Nation sei: „Ein großer, ungejäteter Garten voll Kraut und Unkraut. Wer wollte sich dieses Sammelplatzes von Torheiten und Fehlern sowie von Vortrefflichkeiten und Tugenden ohne Unterscheidung annehmen und gegen andere Nationen den Speer brechen? Offenbar ists die Anlage der Natur, dass wie Ein Mensch, so auch Ein Geschlecht, also auch ein Volk von und mit dem anderen lerne, bis alle endlich die schwere Lektion gefasst haben: „Kein Volk sein ein von Gott einzig auserwähltes Volk der Erde; die Wahrheit müsse von allen gesucht, der Garten des gemeinen Besten von allen gebauet werden“ – Nur die wenigsten haben auf ihn gehört.“

    Die Opfer dieser Gottesvergiftung sind alle Völker, an erster Stelle die Juden.

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    KJN , Tritt einfach mal mit Deinem namen an, dann wärew man in der Lage Dich zu Siezen, anstatt Deinen politischen Agitationsmist hier hinter einemPseudo zu verstecken. Wie albern konspirativ. Denn immerhin tritt der Autor selber ja auch nicht mit Pseudonym auf. Soviel zu Höflichkeiten.
    Na ja und ihr Nazi-Jargon („Antisemitismus ist eine Krankheit und da hilft nur Hygiene zur Prophylaxe.“) ist einfach nur dämlich. Also wunder Dich nicht, wenn sich die Diskussionsinhalte zuuspitzen. Anonymusse wie Du geben doch allen Anlass.

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    @ Alt 68 er: Das Rätsel: Zunächst muss man das natürlich abstrakt lesen können. Abstraktion ist Ihnen nichts Fremdes. Aber vielleicht hatten Sie nicht das Glück, französisch zu lernen.
    Friedrich der Große und Voltaire konversierten als kultivierte Menschen ihrer Zeit auf Französisch und waren eng befreundet. Beide hatten Witz und waren mit beachtlicher Intelligenz ausgestattet.
    F.d.G. lud V. mit diesem Bruch nach Sanssouci zum Souper ein: Venez (Kommen Sie) sou- (unter, das s von sous fehlt) p (-per) à Sans-sous-ci
    Voltaire, auch nicht auf den Kopf gefallen, antwortete:
    G a
    G (j’ai=ich habe) grand (großen) a (petit=klein):
    Ich habe großen Appetit.
    Ich fand, das sollten Sie kennen trotz Ihrer Broder-Obsession. Ist die jetzt philo- oder antisemitisch? Sie können das gern auf Ihren Blog setzen. ich habe nichts dagegen, andere mit Friedrich oder Voltaire weiterzubilden.

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    @Liebe Rita E. Groda: Sie haben Recht, der Begriff Terror ist missverständlich. Laut Jugendlexikon Brockhaus: Verbreitung von Angst und Schrecken durch Gewaltaktionen; Schreckens-, Gewaltherrschaft, Unterdrückung“ Den Tyrannenmord hätte ich jetzt persönlich nicht dazu gezählt, obwohl er unter Terrorismus mit aufgezählt wird. Der versuchte Tyrannenmord Georg Elser galt in erster Linie Adolf Hitler, Goebbels und Göring.

    Elser weiß, daß »ein Krieg unvermeidlich ist«. Im Herbst 1938 entschließt er sich daher, die nationalsozialistische Führung – Hitler, Goebbels und Göring – zu beseitigen. Als am 1. September 1939 der Zweite Weltkrieg mit dem deutschen Überfall auf Polen beginnt, bestärkt dies Elser in seinem Vorhaben. (Quelle: http://www.georg-elser.de/dok/index.html)

    @alle: Jetzt habe ich doch ein Zeitproblem: Kinder, Weihnachtsvorbereitung, Schule ….. Also bis bald!

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    Was Alan Poseners These angeht, schließe ich mich Alt 68ers Kritik an, die weniger die These selbst als ihren Hintergrund betrifft: ddass sich die Gegner die Hand reichen. Auch ich glaube nicht, dass alle europäischen Islamophoben auch Antisemiten sind. Ihre Liebeserklärungen zu Israel mögen vordergründig sein, aber sie sind zunächst mal da und sollten stärker berücksichtigt werden. Auch von der anderen Seite betrachtet, wenn man Teile der Antifa zu den Antisemiten rechnet, passt die These nicht. Denn die Antifa ist auf dem islamistischen Auge oft kurzsichtig bis blind. Insgesamt vereinfacht die These also zu stark.

    Die Selbstkritik – das systematische Unterschätzen der Rechten – trifft vermutlich genauso zu wie für die Mehrheit der politischen Veröffentlichungen der Vergangenheit. Im Zuge der Europäisierung und der europäischen Krise sind alle nationalen Bewegungen im Aufwind und bedeuten eine Gefahr. Die radikalen Nazis sind nicht abzukoppeln von dieser grundsätzlichen nationalen Rückwärtsbewegung (so wie A. Wallasch das abzukoppeln versucht).

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    „Bposdsde“ solte „Bosse“ heißen 😉 (ich sollte das Getippte besser nochmal durchlesen, bevor ichs abschicke…)

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    @Wallasch: Danke für Ihre Sorge, abrer ich habe mir schon oft an den Schubladen die Finger geklemmt und weiß, dass das weh tut. Sie dagegen scheinen völlig schmerzfrei zu sein, naja, das mag ja zu Ihrem Vorteil so sein.

    Die breite Unterstützerszene der damaligen RAF entspricht der heutigen Unterstützerszene der Xenophoben. In diese Schublade packen wir sie jetzt mal rein. Das Gemurmel der Leute: Die Muslime. Die Ausländer. Die in die Luft ballernden Türken. Die lächerlichen Dönerverkäufer. Die draußen vor den Grenzen, die ins Paradies reinwollen (wo es doch bei anderer Gelegenheit hier so furchtbar ist). Die Abzocker. Die Bposdsde. Die Politiker. Die EU. Die offenen Grenzen. Die fremden Kulturen. Die Muslime. Usw.

    Vielleicht ist diese Unterstützerszene nicht so dicht dran wie damals die der RAF, dass die berühmte „klammheimliche Freude“ nicht entstehen kann, aber das kann ja wohl nicht der Unterscheid sein.

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    Wenn der Bericht des Stern von gestern stimmen sollte,

    http://www.stern.de/politik/de.....57092.html

    nach dem der amerikanische Auslandsgeheimdienst DIA den Mord an der Polizistin Michèle Kiesewetter in Heilbronn beobachtet hat und dabei auch zwei deutsche Verfassungsschützer und der aus der Sauerland-Posse bekannte MIT- bzw. CIA-Kontaktmann Melvüt K. anwesend gewesen sein sollen,

    http://www.stern.de/panorama/s.....53678.html

    wenn es stimmen sollte, was heute die Welt berichtet, dass auch in anderen Fällen die Geheimdienste ihre Finger im Spiel gehabt haben sollen,

    http://www.welt.de/politik/deu.....haben.html

    würde ich vorschlagen, die Diskussion über Rechtsradikalismus, Islamismus und Linksradikalismus einstweilen etwas herunterzufahren und dafür ein wenig detaillierter über GLADIO zu diskutieren,

    http://de.wikipedia.org/wiki/Gladio

    http://upload.wikimedia.org/wi.....lament.jpg

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    @ Alt 68 er: Sie nennen Philosemitismus „Idealisierung.“ Demnach ist Frankophilie für Sie vermutlich auch „Idealisierung.“ Ich nenne diese Einstellung links. Linke sind lieblos. Man darf nicht lieben, denn sie wissen nicht, was das ist. Marcel Reich-Ranicki sagte einst, in dem Buch „Elementarteilchen“ fehle ein Wort: Liebe. Bei Goethe stünde auf fast jeder Seite etwas von Liebe. Genau: Houellebecq beschreibt darin einen Zustand kollektiver Leere und Lieblosigkeit, die die französische Linke erzeugt hat. Ich nenne Philosemitismus eine gutartige Spielart von Sympathie. Wieso bekämpfen Linke etwas Gutartiges? Sind sie neidisch, weil sie nicht dahinter kommen, dass man Juden kollektiv und einzeln auch mögen kann? Entsetzt, dass es Leute gibt, die der Ansicht sind, dass Israel genug Kritiker hat, die in dem demokratischen Staat in Haaretz publizieren dürfen? Deutsche Israelkritik hat etwas Obsessives, weil sie sich exclusiv mit Israel befasst. Als wenn wir in diesem eigenen Land nicht genug zu kritisieren hätten. Und ich pflege schon lange die These, dass Linke eins am besten können: Juden heimlich beneiden, so wie sie auch „Reiche“ beneiden. Und Neid und Hass liegen nicht weit auseinander.

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    @Kerstin
    „Für mich steht noch immer die inhaltliche Auseinandersetzung den Zielen der NPD im Vordergrund, die Parteimitglieder und ihre Ideen werden nicht mit dem Parteiverbot verschwinden.
    Genau, womit wir beim Punkt wären, sowie vielleicht auch beim Artikel: Antifa und Islamkritiker wollen irgendwas Erkennbares. Was will die NPD? Die macht vor allem Kulturkritik („die armen Deutschen..“) und was man will, da hält man sich aus gutem Grund, bedeckt. Das macht die Rattenfänger argumentativ schwer angreifbar. Man wird die NPD wahrscheinlich verbieten. Ich sage leider! Leider, weil das offensichtlich als notwendig angesehen wird oder vielleicht ist. Denn einerseits hat sie Sympathisanten (Kulturkritik zieht immer) und andererseits legt sie ihre Ziele nur begrenzt offen, so daß ein offener Diskurs nicht möglich ist.

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    Sehr verehrter Herr Posener, der letzte Satz Ihres Beitrags bringt mich zum Schreien.

    „In anständiger Gesellschaft haben Leute wie er nichts zu suchen.“

    Laut dieser Diktion sind die heutigen Regierungschefs in Europa keine anständigen Leute. Diese haben sich – aus vorgeblichen Sachzwängen – wie Wirtschaf und Energieversorgung unseres Landes – mit Mubarak, Gaddafi und anderen ehrenwerten Terroristen an einen Tisch gesetzt.

    Verblöden Sie uns jetzt bitte nicht auch noch.

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    @Kerstin: Noch besser präzisiert, mit Terrorismus assoziieren wir nach unserer heutigen Lesart Handlungen die vermeintlich ideologisch oder religiös legitimiert sind(täterseitig natürlich).

    Jemand der Pasanten bedroht oder attackiert, jemand der Nichtarier ermordet – das ist erst einmal ein Straftäter und/oder ein Verbrecher.

    Die Motivation ist von einem Richter herauszufinden, denn dieser bestimmt das Strafmaß. Die Urteilsbegründung erfährt dann – da dies von öffentlichem Interesse ist – bzw. sein sollte – auch die Öffentlichkeit.

    Aufgrund dieser Ergebnisse und bereits bekannter Informationen, könnte dann eine inhaltliche Auseinandersetzung erfolgen.

    Die Spekulationen vernünftiger, aber auch wildgewordener Journalisten helfen bei dieser Debatte wenig.

    Reden wir Klartext – Verbrecher sind Verbrecher, auch wenn sie Terroristen sind.

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    Forts.: Diese Fixation auf Sachschäden fällt immer wieder auf. Ein brennendes Auto scheint größeren Unmut zu erzeugen als eine vergewaltigte Schülerin. Letztere überlässt man der Bildzeitung, die als rechts angesehen wird. Über Vergewaltigungen und Morde zu berichten, ist also rechts. Der nach links gewanderte Staat plus die Medien sind nur empört, wenn Migranten oder ausländische Besucher betroffen sind. Aus diesem Grunde ist PI entstanden. Autochthone Deutsche, insbesondere Opfer, fühlten sich übersehen.
    Am meisten empört über die Zwangsheirat einer 13Jährigen mit einem alten Mann in Afghanistan war de Winter. Linke oder Grüne scheint das nicht zu jucken.
    Infibulation: Scheint sie überhaupt nicht zu interessieren.
    Daher bin ich dagegen, die NPD zu verbieten. Die ganze Szene, die durch linke und Mainstream-Gleichgültikeit zugenommen hat, würde in den Untergrund abwandern. Der Horror darüber, dass man als autochthoner Deutscher geflissentlich ignoriert wird, selbst, wenn man zum Opfer wird, würde ja bleiben. Und das ist auch der Grund, dass „Deutschland schafft sich ab“ so ein Renner wurde. Es ist der Titel. Das Buch ist trocken und steht vermutlich ungelesen in manchem Regal. Die Deutschen fühlen sich übersehen, ignoriert, nicht für voll genommen. Wenn jemand wie Röttgen mit einem Carbon-Fußabdruck ankommt, auch noch gegängelt, überwacht und irgendwie überflüssig. Eine andere Antwort als rechts ist ein Phänomen wie Kretschmann. Kretschmann wirkt gütig und interessiert an Bürgern.

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    Lie Kerstin: Absolut und begeistert einverstanden, was die Vorrangigkeit der inhaltlichen Auseinandersetzung betrifft. Auseinandersetzung plus NPD- Verbot – womöglich eine Lösung.

    Mit Ihrer These“ es gibt keinen gerechten Terror“, bringen Sie mich jetzt ins Schwitzen.

    Der schwäbische „Terrorist“ und Kommunist Elser wollte mit seinem Attentat auf Hitler den krieg verhindern. In Deutschland West bekam er bis kürzlich keine Anerkennung, weil er – bäh – Kommunist war.
    Ein Leipziger Professor schrieb – ich glaube 1992 Elser wäre zu verurteilen, weil bei dem Anschlag auch unschuldige Zivilisten hätten zu Schaden kommen können.
    Bei Stauffenberg hätten bloß Militärs zu Schaden kommen können, also gerechtfertigt.

    Bei der Definition von Terror also sollte man sehr subtil vorgehen. Links-Terror war im West-Teil unserer Republik immer relativ“unbeliebter“, als Rechts-Terror.

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    ach, und @Alexander Wallasch
    meine Frage, warum Sie die Morde unbedingt anhand der Opfer differenzieren wollen, können Sie nämlich nicht beantworten, weil das Ihre Absicht offenlegen würde. Sie bewerten hier ständig, haben aber außer ihrem „das (die Morde) kommen nicht von rechts“ eigentlich keine Botschaft. Nee nee, mit Ihrer „Analyse“ kommen Sie nicht durch.

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    @ Alan Posener

    Ihre These stimmt so nicht oder nur unter wesentlichen Einschränkungen. Natürlich gibt es noch die Rechtsradikalen alten Schlags, die Antisemiten und Fremdenhasser (also auch Islamhasser) sind. Bei weitaus mehr „rechten“ und „liberalen“ Islamophoben finden Sie jedoch eine große Begeisterung für Israel und den Zionismus des Gush Emunim. Bei P.I. heißt die Devise „Proamerikanisch. Proisraelisch.Gegen die Islamisierung Europas“. Erweitern Sie doch Ihre empirische Basis.

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    @Alexander Wallasch
    „Ja, klar. NPD verbieten reicht nicht, sondern die bösen Jungs gleich ins Lager. “politische Hygiene” – sag mal, tickst Du noch ganz richtig?“
    1) Ich wüsste nicht, daß wir uns Duzen.
    2) Antisemitismus ist eine Krankheit und da hilft nur Hygiene zur Prophylaxe. Das „Lager“ haben Sie assoziiert aber, damit habe ich gerechnet: Wer von „internationalem Finanztum“ schwadroniert, kann nur so denken. Ich höre diesen kranken (sic!) Mist, den Sie hier verzapfen, seit meiner Kindheit von Nachbarn, Lehrern und ich hoffte das wäre langsam mal vorbei!
    3) Ihr sozialtherapeutisches Getue („böse Jungs u.A.“) beeindruckt überhaupt nicht und wenn Sie meinen Sie könnten damit Ihre rechte Gesinnung auf „Verständnisbasis“ hier einschmuggeln, fällt mir auch noch einiges andere ein und ich bin froh, daß ich da noch ziemlich laut und vernehmbar ticke!

    @alt68
    „sind Sie eigentlich Ich-stark?“
    Offensichtlich (s.o.).
    „welchem gütigen Geschick haben Sie das zu verdanken?“
    Was fragen Sie mich, das wissen Sie doch selber – Familie natürlich.

    @Alan Posener
    Wie soll man denn hier beim Thema bleiben?!

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    @ Parisien

    Ich habe ja hier nicht am Witz Leon de Winters Anstoß genommen, sondern an Ihrer Idealisierung der Juden, dass sie auch noch im Menschlich-Allzumenschlichen, in der „Potentialität des Scheiterns“ Weltmeister sein müssen. Ich stimme Ihnen zu, dass es in diesem unserem Lande mehr Witz und Humor geben sollte. War Kohl nicht auch Humorist? Harald Schmidt? Immerhin haben wir einen Robert Gernhardt, z.B.

    BEIM ANBLICK DES FREGATTVOGELS

    Den hat kein grübelnd Hirn ersonnen,
    der ist aus Stoff und Sturm geronnen
    zu reinem Flug.

    Das ist der Inbegriff des Schwebens,
    des Höher-, Schneller-, Weiterlebens,
    und ich karieche.

    Bitte helfen Sie mir, bei Ihrem Bruch stehe ich auf der Leitung. Black out.

  26. avatar

    @ Alt 68er
    “Suaviter in modo, fortiter in re” –
    Ach gott – dialektische Spielchen …

    „Du musst Amboß oder Hammer sein.“ – Johann Wolfgang von Goethe.
    (Nur weil da oben jemand nach Goethe heulte)

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    Ziegler – klemmen sie sich mal nicht die Finger ind er Schublade. Das kann übel aua machen.

    Und Posener – was soll das für eine Selbstkritik sein, die erzählt, Sie hätten die Faschos zu harmlos eingeschätzt? Damit stellen Sie diese im politisch-aktionistischen Sinne doch wirkfreien Morde (analog RAF-Morde) vorne an. Da gehören sie aber nicht hin. Was für eine Wrikung soll da ausgehen? Keine. Für solche Fälle haben wir eine Judikative und eine Exekutive. Die hat versagt. Das ist doch längst geklärt und die Nutzung der vorhandenen Instrumente wird einfach optimiert werden. Wo also bitte hat da eine Fehleinschätzung Platz? Drei Killer-Idioten. Von mir aus noch zehn hirnlose Kumpel dabei. Und weiter? Die RAF hatte eine breite Unterstützerszene. Damals wäre jeder vierte Bürger trotz BILD und Co bereit gewesen, den RAF-Killern Unterschlupf zu gewähren. So etwas auch nur annährend bei den Faschos anzunehmen ist doch schlicht Unsinn. Und Scham wie sie Merkel für sich und Deutschland empfindet – Wofür???

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    @ Alexander Wallasch

    Was ich den Alt 68ern u.a. vorwerfe, ist ihr mangelhaftes Verhältnis zu Form, zu einer symbolischen Ordnung. Den Vorwurf muss ich Ihnen jetzt auch hinsichtlich der Art und Weise Ihrer Interventionen und Anreden machen.

    Kennen Sie den Merksatz der alten Römer „Suaviter in modo, fortiter in re“? Ich habe Nostalgie nach Zeiten der Courtoisie, der Ritterlichkeit.

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    @ APo: Ich neige demütig mein Haupt und nehme die 6 für „Thema verfehlt“ an.
    „Manche meinen

    lechts und rinks

    kann man nicht velwechsern

    werch ein illtum“ Ernst Jandl
    Das hat Broder in seiner letzten Meinung in der ‚Welt‘ gebracht. Man denke links und rechts auf einer Gerade und schließe diese Gerade dann zu einem Kreis. Dann ist klar, dass die äußersten Enden dort, wo der Kreis sich schließt, verschmelzen.
    Folkloristisch ist gut. Ich habe die mal erlebt. Wir machten in MeckPom eine Abendführung durch einen berühmten Vogelpark. Dabei waren drei ca. 18Jährige in voller Montur inclusive Springerstiefeln und Schlagketten. Das war angsteinflößend. Sie waren immer existent, im Osten, in Bayern, in Delmenhorst. Man dachte nur, sie würden nichts machen, aber sie haben ständig etwas gemacht. Allerdings wenig Sachbeschädigung. Der Staat achtet mehr auf Sach- als auf Personenschaden.

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    @A. Posener: Dass wir uns nicht auf Ihre These konzentrieren können, liegt daran, dass der Wallasch hier alle verrückt macht mit seiner Spiegelfechterei (bzw. eigentlich fuchtelt e rnur mit seinem groben Holzschwert herum).

    @Wallasch: Was Sie als „Schublade“ bezeichnen, heißt bei mir „Begriff“. Sie können aber gerne weiter frei schwadronieren, wenn es für Sie bekömmlicher ist. Dafür brauchen Sie allerdings auch die „Schubladen“, nur machen Sie immer gleich die auf, die Ihnen gerade in die Finger kommt. Oder alle auf einmal.

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    @ Alle: Schade: Ich hatte eine These und eine Selbstkritik veröffentlicht. Die These: Antifa und (for want of a better word) Islamkritiker behindern sich gegenseitig, obwohl ihre Gegner sich längst die Hand reichen. Die Selbstkritik: ich habe selbst die hiesigen Neonazis eher folkloristisch betrachtet. Ich denke, so banal war und ist die These nicht, dass es sich nicht lohnte, darüber zu diskuutieren.

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    @ Alt 68 er: Ich muss Ihnen leider zugestehen, dass Sie selbst recht gut schreiben. Nicht humorlos. Ihre Philippika bezüglich Apostel Bernd D. kann man Ihnen durchgehen lassen. Der hat auch was von verkanntem Tempelritter. Ihre Stadt ist schön. Kennen Sie das? (Denken Sie sich den Schrägstrich gerade wie bei einem Bruch): p/venez à ci/sans

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    @KJN: In der Frage eines NPD-Verbotes bin ich im Moment total verunsichert. Immer neue Informationen werden durch die Medien verbreitet. Gleichzeitig befürchte ich bei einem Verbot der Partei, eine weitere Radikalisierung der rechten Szene also eine Eskalation der Situation. Für mich steht noch immer die inhaltliche Auseinandersetzung den Zielen der NPD im Vordergrund, die Parteimitglieder und ihre Ideen werden nicht mit dem Parteiverbot verschwinden. Eine Aufklärung der Straftaten muss dringend erfolgen.

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    @ Alt 68 er: Da ich Ihren Blog kenne, wundert mich nicht, dass Sie jetzt an diesem Anstoß nehmen. Ich bewundere sein Talent. Es muss ihm erstmal jemand nachmachen, wie ein jüdischer Geschäftsmann mit einem Porsche! Chassidim auf dem Weg zur Schul anfährt. Es ist eine der Passagen, die ich gern vorlese, wenn jemand bei mir Trübsal ablässt.
    Eine andere Passage ist die Geschichte mit der Seife in Garcia Marquez‘ ‚Liebe in den Zeiten der Cholera.‘
    Ich bewundere Humor, jüdischen, französischen, britischen, amerikanischen oder lateinamerikanischen.
    In diesem unseren Lande (Kohl), also in Idula, ist zuwenig davon. Wenn Broder, der etwas nachgelassen hat, finde ich, nicht wäre, wäre mein Zwerchfell schon atrophiert.
    Außerdem habe ich ein großes Faible für Talent. Wir haben sehr wenig sichtbares Talent (Sport rechne ich nicht dazu-das ist nur gelungene, gut geförderte Physis). Diese Pfeifen im TV. Das Land der Schlaftabletten. Ich wünschte, Goethe würde auferstehen.

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    Ziegler – klar, wenn sie es pathologisch so lesen wollen. Aber wir wissen beide, das es hier nicht num Wertung ging, sondern um die Frage, ob man es überhaupt diifferenzieren könnte. Dann müssen sie an der Frage arbeiten. Nicht an der Antwort. Aber ich weiß ja, sie brauchen die Schublade. Alles andere ängstigt Sie.

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    …Nachtrag: Außerdem ist es – immer im Duktus der RAF gesprochen – grundsätzlich „politischer“, Erwachsene statt Kinder umzubringen. Die Möglichkeit, dass sich irgendjemand aus der zu revolutionierenden „Masse“ mit einem Kindermörder identifiziert, ist verschwindend gering. Wenn es dagegen das Obbjekt der Belustigung oder des Hasses – den türksichen Dönerverkäufer – trifft, mag das aus Tätersicht schon anders aussehen. Auch der Gesichtspunkt der Zweckrationalität spricht also, was die Einordnung ins Politische betrifft, gegen Breiviks Tat und für die Zwickauer.

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    @Alexander Wallasch
    Gut, Sie wollen also anhand der Opfer differenzieren.
    Warum eigentlich?

    Sollten wir in Zukunft nicht besser darum streiten, wie weit politische Hygiene (z.B. NPD-Verbot) gehen muß, damit niemand mit einem schwachen mentalen Immunsystem (schon wieder Ich-Schwäche 🙂 )infiziert wird.

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    @Wallasch: Auch auf die Gefahr hin, dass Sie gleich wieder eine Entschuldigung einfordern: Ich halte diese Differenzierung in dem Fall, um den es hier geht, für Schwachsinn, um es in Ihren Worten zu sagen. Wenn es politisch ist, Kinder umzubringen in der Annahme, mit den Kindern würde man die Verhältnisse der Zukunft beeinflussen nach dem Motto „kill them before they grow“, dann ist es noch viel politischer, eingewanderte Familienväter umzubringen, weil diese Tat auf die Gegenwart zielt. Sie will anderswo lebende Leute im hier & jetzt dazu bewegen, nicht herzukommen, und hier lebende Immigranten dazu bewegen, wieder auszuwandern; darüber hinaus will sie ein Exempel statuieren, wer hier der Herr und wer hier das Opfer ist. Eine immens politische Unterscheidung.

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    Aber was ist mit Leuten wie Ströbele und der leider verstoprbene Peter O. Chotjewitz? Diese Herrn verdienen meinen Respekt. Weil sie sich verdient gemacht haben und weil sie vor allem Lust haben, sich weiter auseinanderzusetzen, anstatt nur eine verknöcherte Haltung zu demonstrieren und frecherweise diese auch noch verteidigen.

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    @Alan Posener: Ich stimme Ihnen zu: „Der Kampf gegen den Terror ist unteilbar“. Ob ich Angst vor linken, islamistischen oder rechten Terror habe, ist für mein Lebensgefühl völlig egal. Eine Bedrohung bleibt eine Bedrohung.

    Es gibt keinen gerechten Terror. Ich denke, für alle jede Art von Terror gilt der von A. C. Grayling in „Die toten Städte“ geschriebene Satz: In all diesen Fällen geht es im Kern um einen Angriff auf die Zivilbevölkerung, der darauf abzielt, größtmöglichen Schaden, Schock, Zermürbung und Terror zu verursachen. Dies ist die Gemeinsamkeit dieser Ereignisse, gleich viel, ob sie in einem erklärten Krieg stattfinden oder nicht, und was diesen Kernpunkt anbelangt, sind solche Angriffe moralische Abwägungen allenfalls irrelevant. All diese Angriffe sind moralisch verwerfliche Gräueltaten.

    So sollten alle Demokraten rechte, islamistischen und linken Terror gleichermaßen verurteilen und sich zu keinen Rechtfertigungsreden hinreißen lassen. Terror ist und bleibt Terror. Dies gilt für mich für Anschläge auf die Bahn in Berlin, Anschläge in Jerusalem und Anschläge auf türkische Mitbürger gleichermaßen. Ziel und Opfer dieser Aktionen ist in der Regel die Zivilbevölkerung.

    Bei Bekanntwerden der Vorwürfe gegen die NSU fiel mir doch tatsächlich sofort Stalin ein, der hat sein Untergrundleben auch mit Banküberfällen finanziert. (Quelle: Der stählerne Schmetterling http://www.zeit.de/2007/50/P-Montefiore)

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    @Alt68er Gute Schreibe! Gerne gelesen.
    Zu Ihrem Posener Absatz: „ist der beständige unbeirrbare Kern“ – eben das finde ich bei diesen Jahrgängen auf eine kalte Weise erschreckend. Natürlich noch erschreckender, wenn die Klientel wirklich erfolgreich war wie z.B. Fischer und Co. Posener ist ja letztlich ein Gescheiterter.

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    @ Parien

    Sie schreiben „Ich glaube kaum, dass Juden einen Anspruch darauf erheben, perfekt zu sein, und das macht sie für mich so überaus menschlich. In diesem überaus menschlichen Chaos, dass Leon de Winter so brillant in seinen Romanen schildert inclusive einer tiefen Verzweiflung und einer Komik in derselben (Supertex, Zionoco) liegt das Potential zu menschlichem Versagen.“

    Sie sind nicht jenseits der Idealisierung, bei Ihnen sind die Juden jetzt die besten Im-Perfekten.

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    @ Alan Posener

    Sie schreiben „Es ist so, wie ich immer wieder schreibe: Wer Moslemfeind ist, der ist auch Antisemit. Und umgekehrt.“ Ich erinnere Sie nochmals an Wilders, Strache und Co, die glühende Zionisten sind oder an die fundamentalistischen amerikanischen Christen.

    Es wär ja alles wunderbar auf dieser Welt, wenn die Richtigen immer das Richtige sagen würden und die Falschen immer das Falsche. Leider Gottes ist das nicht so in unserer Welt.

    Ich weiß auch nicht, wer „Who the fuck Clio“ ist. Namen sind ja Schall und Rauch, auch wenn Sie es vorziehem mich statt mit meinem Nickname, mit dem ich mich gerne an den Diskussionen hier beteilige, mit einem bürgerlichen Namen anzureden; das ist offenbar für Sie von Bedeutung.

    Ich meine, dass es um Argumente geht, ob sie nun vom Teufel oder von Gott stammen, von einem Nazi oder einem Elie Wiesel, die Person ist zweitrangig. Insofern ist es durchaus die Frage wert, die Clio stellt, ob Sie soweit gehen würden zu formulieren “Der Staat schreibt dem “Rechtsextremen” vor, was gut für ihn ist. Welch unerträgliche Anmaßung.” nachdem Sie geschrieben haben „Gewiss, man will nur ihr Bestes. Aber man spricht ihr das Recht, die Fähigkeit und die Kraft ab, selbst zu entscheiden, was für sie [die Burkaträgerin] gut ist.“

    Ich verstehe auch, dass Sie zuweilen lieber auf Schießbudenfiguren wie Bernd Zeller einschlagen; das tue ich ja auch nicht wenig – zur Entspannung. Ich weiß, dass Sie sich ansonsten lieber an Riesen wie dem Deutschen Papst abarbeiten, wie ich mich dem Genie der Polemik in Deutschland, dem selbsternannten „Beutedeutschen“ Henryk Broder, dem ich meinen Blog gewidmet habe, oder Ihnen als Bannerträger der Freiheiten der Investmentbanker und einer polymorph-perversen Gesellschaft zuwende.

    Auch wenn Sie jetzt Ihre Religionskritik durch Islamkritik erweitern wollen – Sie gehen nicht an die Wurzel, nämlich an die mosaische Religion. Davor hüten Sie sich wie der Teufel vor dem Weihwasser.

    @ Alexander Wallasch

    Ich bin ja gänzlich unverdächtig, Alan Posener in der Allerwertesten oder sonst hinein kriechen zu wollen, auch wenn jeder Mitkommentator weiß, dass ich einen Narren an ihm gefressen habe. Wenn Sie der Überzeugung sind, dass alles Scheiße ist, was er bringt, dass bei ihm nichts zu holen ist, diesen Zeitvertreib würde ich mir an Ihrer Stelle sparen. Oder reicht Ihnen, hier zu wüten? Da ich selbst weniger ein schöpferischer Geist bin, der Häuser baut, sondern nur ein kritischer Geist, der Risse in den Argumentationen wahrnimmt, bin ich auf die Geister angewiesen, die noch Imperien oder die Beste aller Welten bauen wollen. Daran schärfe ich dann meine Vorstellungen. Als Generationsgenosse Poseners stehe ich dazu, was ich vor kurzem auf diesem Blog geschrieben habe:

    Klar – und da bin ich Zeit- und Generationsgenosse Alan Poseners – dass die alte Welt travail, famille, patrie, die sich nach dem Krieg in ihrer Rigidität versteifte, fällig und hinfällig war, mit einer erstaunlichen Leichtigkeit durch andere Rhythmen aufgelöst wurde; hier hat der Rock´n´Roll ohne Zweifel mitgespielt. Das Programm war, so Herbert Marcuse in “Der eindimensionale Mensch”, eine jenseits der judäochristlichen Moral stehende neue Moral, die die vitalen Bedürfnisse nach Freude und nach dem Glück erfüllt und die ästhetisch-erotischen Dimensionen umfasst. Als Antithese war diese Bewegung m.E. gerechtfertigt; verfehlt wurde jedoch eine Synthese. Nichts zeigt dies deutlicher als der affirmative Positivismus Alan Poseners mit der Behauptung, dass wir in der “lebens- und liebenswürdigsten Gesellschaft” aller Zeiten leben, mit seiner Aufforderung, den Kapitalismus zu lieben, das eigene Volk zu verachten, mit seinem noch bestehenden Furor gegen Familie, Moral, Fleiß, aufgeschobene Bedürfnisbefriedigung. Michel Houellebecq könnte dies – im Gegensatz zu mir ohne Häme – mit einem tragikomischen Kapitel würdigen. (http://starke-meinungen.de/blo.....ment-10409)

    Was mich an Alan Posener fasziniert, ist der beständige unbeirrbare Kern hinter seinen Metamorphosen jüdischer Anglikaner-Maoist-Rock´n´Roller-Kommentarschef der Welt- Chefliberaler-Neocon. So etwas ähnliches gibt es auch in uns.

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