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Wie eine inspirierende Europa-Erzählung beginnen könnte

Alle suchen sie, hier ist sie. Oder zumindest meine Version einer faszinierenden Story, warum wir an Europa, dem Euro und der europäischen Integration unbedingt festhalten müssen.

Mit Krieg und Frieden will ich nicht kommen. Ich bin 1966 geboren. Frieden in Europa ist für mich selbstverständlich. Der Rückgriff vieler Politiker – zuletzt auch Ex-Finanzminister Peer Steinbrück im Bundestag bei der Euro-Abstimmung – auf den 1. und 2. Weltkrieg und seine Folgen ist für viele, zumal wenn sie keine Zeitzeugen sind,  kaum mehr als eine Floskel. Er kann – und er sollte – nicht im Zentrum der Argumentation stehen, warum wir im 21. Jahrhundert Europa mehr denn je brauchen.

Ebenso wenig werden wir die Bürger und Bürgerinnen mit Details vom Hocker reißen, wie beispielsweise den maßgeblich von der EU per Verordnung gesenkten Mobilfunk-Gebühren in Europa. Das ist schön, vor allem für Vielreisende. Doch für die Mehrzahl der Menschen ist es kein ausreichender Tätigkeitsnachweis, der für „mehr Europa“ begeistert.

Auch der gemeinsame Markt ist bislang vor allem ein Eliten-Projekt geblieben. Natürlich profitiert die Wirtschaft immens von dem gemeinsamen Währungsraum. Es ist ihr aber vorzuwerfen, dass sie das nie offensiv vermarktet hat. Die Bürger und Bürgerinnen sehen  den gemeinsamen Markt vor allem durch die Arbeitnehmerbrille. Sie hören oder lesen davon, dass billige Arbeiter aus dem EU-Ausland zu Dumping-Preisen auf dem Bau schuften. Und sind empört. Dass dies in vielen Fällen dazu führt, dass die Schule ihrer Stadt oder die Umgehungsstraße weniger ihrer Steuern kostet, wird weder registriert noch kommuniziert. Ein Fehler, natürlich.

Ebenso blenden die gleichen, die über Lohndumping am Bau schimpfen, in der Regel aus, was es bedeutet, wenn sie selbst den preiswerten Maler aus Polen für die Generalüberholung der eigenen Wohnung einstellen. Von der Pflegekraft aus Rumänien wollen wir erst gar nicht reden …

All das aber ist natürlich der gemeinsame Markt, in seinen Sonnen- und seinen Schattenseiten. Eine neue, mitreißende Europa-Erzählung darf sie weder verschweigen noch überstrapazieren. Die Tatsachen sind eindrücklich genug: Ein gemeinsamer Rechtsraum vom Nordkap bis Sizilien, der den Menschen eine persönliche Freizügigkeit ermöglicht, die in ihrer kulturellen Vielfalt nirgendwo sonst auf der Welt möglich ist.

Dieser gemeinsame Raum ist noch viel mehr. Er ist ein Labor für viele der spannendsten Experimente, die momentan weltweit ablaufen. Wie viel könnten wir von den Esten lernen, die innerhalb weniger Jahre ihre Wirtschaft und Gesellschaft ins allumfassende Internetzeitalter gebeamt haben. In Tallinn arbeiten die Minister in einem papierlosen Kabinettssaal, Wlan ist selbst im letzten Winkel des Landes verfügbar.

Wie sehr könnten wir von den Erfahrungen der Schweden und Dänen profitieren, die die Rente weitestgehend flexibilisiert haben und einen völlig neuen Umgang mit dem Altern pflegen. Und ja, natürlich können die anderen von unserem dualen System in Deutschland lernen, das ausgezeichnet ausgebildete Fachkräfte hervorbringt.

Solche Beispiele ließen sich noch über Seiten weit finden. Gerade weil Europa sich seine kulturellen Unterschiede bewahrt hat, bringen die einzelnen Ländern und Regionen immer wieder wegweisende Lösungen für Probleme hervor, die die ganze Welt hat oder bald haben wird. Es lohnt sich, hier näher hinzusehen. Denn überall warten faszinierende Geschichten, die unbedingt erzählt werden müssen.

Sie strömen ein in die große Erzählung von Europa. Einem Kontinent, der abwechselnd ist wie kein anderer. Der den Reisenden innerhalb von zwei Stunden Auto- oder Zugfahrt in eine ganz andere Landschaft, eine ganz andere Kultur, zu ganz anderen Menschen bringt – ohne dass Grenzen überquert und Geld gewechselt werden muss. Einem Wirtschaftsraum, der weit größeres Potential hat als das, was er momentan nutzt.  Deshalb ist es unbedingt notwendig, auf weitere Reformen in den Ländern am Rand Europas und natürlich auch in den derzeitigen Krisenstaaten zu drängen. Wir dürfen sie nicht einfach aufgeben!

Es lohnt sich, dafür zu streiten, dass Griechenland Reformen durchzieht. Es macht Sinn, den Italienern Druck zu machen, damit sie das Rentenalter erhöhen und den Staatseinfluss reduzieren. Und es ist vernünftig, Portugal dazu zu drängen, überflüssige Beamte zu entlassen. Denn all diese Maßnahmen werden die Länder wettbewerbsfähiger machen. Sie werden sie in die Lage versetzen, auch in der globalisierten Welt des 21. Jahrhunderts konkurrieren zu können.

Europa braucht auch an seinen Rändern dynamische, wachsende Wirtschaften hat. Ein Kerneuropa allein reicht nicht aus. Wir müssen es schaffen, alle in die Lage zu versetzen, ihren Wohlstand selbst zu mehren.

Viel zu oft ist die Geschichte von Europa, die wir hören, eine defensive. Europa schrumpfe, wir müssten uns anpassen, nur gemeinsam hätten wir eine Chance in der globalisierten Welt. Das stimmt zwar alles, aber es ist zutiefst defätistisch.

Es blendet aus, dass wir uns gemeinsam aus dem Sumpf ziehen können, wenn wir uns anstrengen. Überall in Europa werden täglich neue, gute Ideen entwickelt. Wir müssen nur hinsehen. Wir müssen unseren Spirit von „das Schrumpfen verwalten“ auf „die Chancen nutzen“ umstellen. Wir müssen aufhören, uns einzureden, die Zukunft sei schon eine beschlossene Sache, die wir quasi nur verwalten können.

Wir machen unsere Zukunft selber. Und für mich heißt das, wir machen sie in einem gemeinsamen Europa der Chancen, der Vielfalt, der Möglichkeiten. Dazu müssen wir nach unserer wirtschaftlichen auch unsere politische Zusammenarbeit weiter vertiefen. Die Bürger und Bürgerinnen müssen dazu hören, wie sich ihre gewählten Politiker Europa in 20 Jahren vorstellen. Es wird Zeit für eine neue Erzählung von Europa.

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23 Gedanken zu “Wie eine inspirierende Europa-Erzählung beginnen könnte;”

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    @BledowskiK Bledowski

    Wir leben sozusagen noch in den „roaring twenties“ in Deutschland.

    Die Politik von Merkel/Schäuble ist kriminell. Nicht mehr und nicht weniger.

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    Eine „Europa-Erzählung“ könnte die Überschrift „Peter Gauweiler-der Mann der Zukunft“ erhalten.

    Ich wünsche Herrn Gauweiler (CSU) viel Glück bei der Wahl zum Vize-Parteichef der CSU. Der Mann sagt, was er denkt und ist authentisch. Ein überzeugender Politiker, der der CSU eine gute Zukunft verheißt.

    Dem Mann ist durchaus zuzutrauen, Angela Merkel in die Schranken zu weisen. Die Frau betreibt eine Politik, die nicht mehr zu verantworten ist. Wann wird diese Frau endlich als Bundeskanzlerin und Parteivorsitzende abgewählt? Die Frau versteht es einfach nicht, Schaden vom deutschen Volk abzuhalten.

    Von daher kann man nur noch auf Leute wie Peter Gauweiler hoffen. Ich denke, die CSU wird eine gute Wahl treffen. Länder der europäischen Union, die dieser Union wirtschaftlichen Schaden zufügen, sollten die Union auch rasch verlassen müssen. Für diese konsequente Politik steht Peter Gauweiler!

    Dr. Dr. Joachim Seeger, Recklinghausen

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    @K. Bledowski
    „Weltschmerz und Angst“
    Sie haben schon recht, Europa hat eine lange Zeit von Stabilität und Wohlstand gesorgt und die Mitgliedstaaten haben deutsche Produkte gerne verlangt und die Welt europäische.
    Ob das immer so sein wird, darf man als Realist durchaus mal bezweifeln und was wir jetzt als Erfolg sehen ist auch ein Nachholbedürfnis an Investitionsgütern.
    Aber solange es noch Leute gibt, die die Fehlentwicklungen eines deutschen und europäischen bürokratischen Speckgürtels als das erkennen und benennen, was es auch ist, nämlich eine erhebliche Bedrohung unsrer individuellen Freiheit, hält sich auch mein Weltschmerz und meine Angst in Grenzen.
    Leute, die sich nicht damit begnügen, z.B. nach einem Ingenieurstudium ihr ganzes leben lang Arbeitschutzrichtlinien zu interpretieren oder Auto-Türgriffe nach den immer neuen Sicherheitsrichtlinien zu gestalten, sondern sich einfach erlauben, das hinzuschmeißen, was abstrus geworden ist, was verblödet, einengt und durch die Hintertür unfrei macht, den Menschen zu einseitig fordert. Mit denen habe ich die Hoffnung daß wir nicht alle in Depression und Burnout oder als „abgehängtes Prekariat“ vergammeln.
    Wir verwalten zu viel, werden dabei unglücklich – andere handeln und werden dabei glücklich. Steve Jobs hatte es erkannt (und natürlich Glück gehabt, noch eine Nische zu finden..).
    Euro-Selbstgefälligkeit führt ins Unglück!

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    @K Bledowski

    Ihre Auflistung sieht ja imposant aus. Aber glauben Sie wirklich, daß all dieses Deutschland nur deshalb widerfahren ist, weil es Mitglied der EU ist und den EURO eingeführt hat?

    Haben bzw. hätten europäische Firmen sonst nicht in Deutschland investiert?

    Hat Deutschland zuvor nicht exportiert (Stichwort: Exportweltmeister)?

    Gab es vor der EU keine ausländischen Besucher in Deutschland?

    War der Ruf Deutschlands ehedem nicht auch schon exzellent (Stichwort: Wirtschaftswunder)?

    Glauben Sie ernsthaft, Deutschland würde seine Kavallerie in fremde Länder einmarschieren lassen, wenn es nicht mehr in der EU wäre?

    Ich meine, Sie sollten die Kirche im Dorf lassen! Alternativlos ist nichts auf der Welt.

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    damit ich das Entscheidende nicht vergesse: Frau Heckel und K. Bledowski:

    Wir sollten uns nicht so wichtig nehmen!… von 7 mrd Menschen leben nicht mal 1 mrd in good old europe …

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    EUtopia – Der Stoff aus dem die Träume sind….

    Der Euro – bei Licht besehen

    – die ohne Not per Kaiserschnitt ans Licht geholte Frühgeburt

    – liegt, nach anfänglich scheinbar erfolgreicher Entwicklung, nun auf der Intensivstation.

    Lebensunfähig und von der ständigen Versorgung mit immer neuen Blutkonserven abhängig, führt seine Erhaltung zur Ausblutung, zur Anämie des gesamten Eurolandes…..

    http://www.egon-w-kreutzer.de/0PaD2011/40.html

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    Weltschmerz und Angst? Ich bitte Sie! K. Bledowski.

    Ich darf dem Politik- und Planungsfetischismus (den Märchentanten auch…) der Mitteleuropäer etwas entgegensetzen:

    Es gab einen, der sagte: Du kannst ´nichts` planen, weil alles liegt in der Zukunft und du weisst nicht, wie die Zukunft sein wird. Du kannst nicht die Punkte der Zukunft verknüpfen, sondern nur die deiner Vergangenheit! Mit ein bisschen Glück wird so in der Rückschau ein sinnvoller Lebensweg. Sei in deinem Denken ´hungrig` und ´g´spinnert`, tollkühn. Wage etwas!

    Sei nicht niedergeschlagen, wenn dir etwas mißlingt, du Enttäuschungen erlebst! Tue nur die Arbeit, die du liebst. Nur, wenn du deine Arbeit liebst, wird sie erfolgreich sein. Es ist der einzige Weg, grosses zu vollbringen, wenn du die Dinge die du tust, gerne tust!

    Bedenke, es ist alles endlich! Es ist die einzige wirkliche große Gemeinsamkeit aller Menschen, dass alles mit dem Tod endet. Wenn du zwei Tage das Gefühl hast, es würden nicht die letzten sein, so verändere etwas in deinem Leben! Der Blick auf den Tod ist etwas wertvolles – es ist dein ´life change agent`, er verhindert, dass du dein Leben vergeudest. Nutze die Zeit für dein Leben und vergeude sie nicht!

    —-

    …angelehnt an Steve Jobs’ Rede 2005 an Absolventen der Stanford University

    (meine Nachwuchsgeneration hat mich darauf gebracht….)

    http://www.youtube.com/watch?v.....r_embedded

    ca. 15 min. (leider nur in englisch…)

    —-

    Dem steht eine alternde Gesellschaft (in ganz Europa) gegenüber, denen die Visionen abhanden gekommen sind, die sich an gestrigem labt, die bestrebt ist, seine Besitzstände zu verteidigen, sich zwischenzeitlich in Märchen ergiesst, …. erzählen Sie weiter, ich kann dabei sooo gut einschlafen….

    doch, einen Schocker habe ich noch zu bieten, damit´s nicht gar langweilig wird:

    so lange wir hier träumen hat der Staat in seinem Namen, aber auf meine Rechnung 5.000 euro weitere Schulden gemacht (400 mrd bei 80 mio EW). Da pro Kopf schon 25.000 euro Schulden lasten, sind es bei meiner achtköpfigen Familie (ja, wer hat den schon so viele Kinder…) bereits 240.000 euro Schulden. Hinzu kommen Pensions- und nicht „bilanzierte“ Verpflichtungen des Staates, die den Betrag um das 2 bis 3 fache erhöhen..

    – Im Märchen ist sogar Dornröschen aus dem Tiefschlaf erwacht!

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    „Mit staatlichem Kapital sollen die großen europäischen Banken gestützt werden – das hatten am Dienstag bereits die EU-Finanzminister besprochen. Die Europäische Zentralbank (EZB) beschloss auf ihrer Zinssitzung an diesem Donnerstag, bedrohten Instituten mit gewaltigen Geldbeträgen zu helfen. Zentralbankchef Jean-Claude Trichet mahnte die europäischen Regierungen eindringlich, für eine ausreichende Kapitalisierung ihrer Banken zu sorgen.

    Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) positioniert sich inzwischen ebenfalls klar auf dieser Linie. Am Mittwoch verkündete sie gemeinsam mit EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso ihre Bereitschaft zur Bankenrettung. Nach einem Treffen mit den Chefs der wichtigsten internationalen Wirtschafts- und Finanzinstitutionen bekräftigte sie ihre Position an diesem Donnerstag erneut: Sollten Banken dringend Geld benötigen, dann sollten die europäischen Staaten mit Finanzhilfen „nicht zögern“, denn es wäre „vernünftig investiertes Geld“.“

    Die europäische Erzählung …

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    @Don Camillo
    @derblondehans
    @Wolfgang Schäfer
    @Hänschen Klein

    Aus dieser Diskussion verwehen Weltschmerz und Angst, als ob der Weltuntergang nahe stände. Mögen Sie das Leiden oder ist Schwarzmalerei eine Art von Vergnügen? Mir fehlt hier etwas.

    „Protest gegen die wirtschaftliche Not, die furchtbar ist …“ – was bitte? Deutschland um 1930 war ein hoffnungsloser Fall, eine ruinierte Wirtschaft, eine verzweifelte Gesellschaft die gerade aus den Trümmern eines Krieges sich erheben wollte aber nicht recht konnte. Weltschmerz und Angst konnte ich damals verstehen. Aber heute? Heute ist Deutschland die größte, stabilste und erfolgreichste Wirtschaft Europas – sogar einer der Welt. 1930 und 2011 – für Deutschland – ist wie Nacht und Tag. Gucken Sie nur mal auf die Arbeitslosenzahlen …

    Wenn Sie Märchenerzählungen nicht inspirieren, welche Realitätserzählung mögen Sie?

    Wenn Europa an Realitätsferne leidet, was schlagen Sie vor als realitätsnah?

    In welcher Zukunft wollen Sie also dass Ihre Kinder leben?

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    “ „ … Ein solcher Umsturz-Wille ist, wir dürfen uns wahrhaftig nicht in Illusionen wiegen, bei einem Teil sicherlich vorhanden. Der andere Teil hat lediglich Protest gewollt. Protest – auch darüber dürfen wir uns keine Illusionen machen, und am allerwenigsten dürfen das diejenigen Parlamentarier und sonstige Parteistellen, die es zunächst angeht – gegen die Methoden des Regierens oder Nichtregierens, des entschlußlosen parlamentarischen Parlamentierens der letztvergangenen Jahre, die jedem anderen mißfallen haben als den Parlamentariern, die sie betrieben. Protest gegen die wirtschaftliche Not, die furchtbar ist und die viele, zum Teil aus ehrlicher Verzweiflung zum anderen bloß aus dem Ärger über diese oder jene Einzelmaßnahme, einfach in die Stimmung treibt: die Partei, für die sie bisher gestimmt hatten, habe ihnen nicht geholfen, also versuche man es nun einmal mit der anderen Tonart. …“

    Wörtlich aus dem Leitartikel der Frankfurter Zeitung vom 15.09.1930, Nr. 688, zitiert nach W. Conze, „Der Nationalsozialismus“, Teil I, Stuttgart, 6. Aufl. 1972, RZ 54, S. 38-39.“

    Ein Blick in die Zukunft der EU.

    http://www.querschuesse.de/occ.....r-amerika/

  11. avatar

    K Bledowski meinte: „[Wem der Frieden und Wohlstand am Herzen liegen, der wird den zentralen Platz Deutschlands in einem integrierten Europa unterstützen.]“

    Deutschland wird seinen zentralen Platz in Europa noch ein paar Jährchen behalten, denn die Kontinentalplatten bewegen sich äussert langsam. Pro Jahr wird der Erdumfang nur 1,8 cm größer. Es hat sehr lange gedauert, bis Amerika so weit weg von uns ist. Der Rheingraben wird erst in 100 Millionen Jahren ein neuer Ozean sein. …

    Wenn Sie jetzt noch behaupten, die – europa- und weltweite – Globalisierung, mit Integration, teils gegen den Willen der Politik, sei ein Verdienst der Politik, dann kommen mir beim Requiem noch die Tränen, – vor Lachen.

    Was wäre mit Europa geschehen, hätte Politik seine wulstigen Pfoten aus einem natürlich fortschreitenden Einigungsvorgang herausgehalten? Auf eine Zwangsklammer, die sich Euro nennt, verzichtet? wäre es womöglich gar besser gewesen, – gar nichts zu tun – wenn ich unterstelle, wir stehen vor einem absehbaren Scherbenhaufen?

    Ich bedaure sehr, dass mich Märchenerzählungen überhaupt nicht inspirieren können, wenn ich an die Zukunft unserer Kinder denke. Ich frage mich vielmehr, wieso werden weiter Märchen erzählt, die gerade zu jetztigen Situation geführt haben? Realitätsferne, dass sich Schuldentürme aufgehäuft haben, die bis zum Mond reichen….?

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    @derblondehans
    Hatten ‘wir’ schon – Fr. Heckel. ????? ????????????? ????????????
    Ihre Russischkenntnisse finde ich ausreichend; Ihre Andeutung mangelt an Überzeugungskraft.
    Margaret (ooops, Entschuldigung, Frau Heckel …) hat ihre persönliche Geschichte von Europa erzählt. Ich mag sie, ich erkenne mich in vielen Aspekten ihrer Story. Hier gebe ich meinen Senf dazu.
    • EU-Firmen haben 300 Milliarden € in Deutsche Filialen investiert
    • 3 Millionen Deutsche arbeiten in Deutschland in Filialen von EU-Firmen (aus der Gesamtsumme von 44 Millionen Erwerbstätigen)
    • Wenn Sie mal auf einer Café-Terrasse sitzen, jeder zwölfte Erwerbstätige der vorbei läuft arbeitet in einer Deutschen Filiale der EU-Firma.
    • Deutschland exportiert 1.100 Milliarden €, darunter etwa die Hälfte in die EU
    • Weitere Millionen von Deutschen arbeiten für Firmen die in die EU-Länder exportieren
    • Millionen von Europäern besuchen das Land von Goethe, Schiller, Bach und Mercedes Benz
    • Sie schlafen in Hotels, essen Wurst und Schnitzel, genießen Eis und Bier, Kaufen T-Shirts und Souvenirs – sie hinterlassen ein Haufen Geld in den Händen Deutscher Arbeitgeber.
    • Viele Europäer erlernen Deutsch (erraten Sie warum); sie werden Deutsche „Schattenbotschafter“ wenn sie die Welt herum reisen und den guten Ruf Deutschland anpreisen.
    • Die Deutschen schätzen den guten Ruf seines Landes weil der Ruf nicht immer gut gewesen war über Jahrhunderte hinweg; ein guter Ruf hilft Mercedes und Maschinenwerke zu verkaufen, Touristen in das Land von Goethe, Schiller … sie wissen wer noch … zu bringen …und … sie wissen schon was folgt …
    • Deutschland bleibt Deutschland weil das Land in der Mitte Europas einen Weg gefunden hat der Frieden und Wohlstand seinen Bürgern haftet. Wem der Frieden und Wohlstand am Herzen liegen, der wird den zentralen Platz Deutschlands in einem integrierten Europa unterstützen.

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    „Der liberale Grundgedanke geht in einer zu großen Einheit verloren. Neben Schlechtem gibt es ja auch viel Gutes an der Europäischen Union, aber wenn man mit Druck und Zwang das vereinte Europa schaffen will, ist das falsch. Es ist so falsch wie einst der Versuch, die Sowjetunion und den kommunistischen Block in Europa mit Kanonen und Panzern zu erhalten. Für Deutschland hat die Währungsunion mittlerweile die Sprengkraft der Reparationszahlungen aus den Versailler Verträgen nach dem Ersten Weltkrieg.“

    http://www.sueddeutsche.de/wir.....-1.1155198

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    Die Erzählung der EU II:

    Rettet die Banken mit dem Geld der Steuerzahler:

    http://www.ftd.de/unternehmen/.....11829.html

    „Die beiden Staaten sind nach eigenen Angaben bereit, für die Kreditaufnahme des auch in Luxemburg aktiven Instituts zu bürgen. Die Regierung werde „ihre Verantwortung für das Weiterbestehen der Bank wahrnehmen“, sagte der amtierende belgische Ministerpräsident Yves Leterme.“

    Wie bitte? Seit wann sind Staaten für die Existenz von Banken verantwortlich?

    Die EU ist der Zuhälter, der Europa auf den Strich schickt.

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    Es ist kaum zu fassen, zu welchen Märchenerzählungen sich erwachsene Menschen hingeben können. Will Frau Heckel mit dieser blauäugigen Sichtweise auf die EU tatsächlich kritische Leser überzeugen?

    Nach allem, was wir heute über die groteske Agrar- und Schulden-Union wissen, wäre es besser bei einer EWG auf Basis der Römischen Verträge geblieben.

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