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Wenn es weihnachtet bei Wulff …

Ok, ok, es ist kitschig: Der Bundespräsident lädt verdiente Bürger und Bürgerinnen ein, Kinder sitzen auf dem Teppich im Schloss Bellevue in Berlin, die Kamera zeigt ergriffene Gesichter. Dennoch: Was sich Christian Wulff für seine erste Weihnachtsansprache ausgedacht hat, lohnt fast schon wieder, sich dieses abgestandene Ritual im Fernsehen doch anzusehen.

Da ist zum einen die Botschaft. Untadelig. Wer könnte etwas dagegen haben, dass der Bundespräsident den Einsatz der Bürger und Bürgerinnen lobt, die sich im Ehrenamt verdient gemacht haben. Allerdings auch ohne jede Kontroverse. Ein einfach eingefahrener Punkt. Was das ganze interessant macht, sind die frei Haus dazugelieferten Mit-Botschaften: Die bunte Republik aus seiner Antrittsrede. Der Respekt für andere Lebensformen, sprich den Islam. Wer dem einen zuhört, bekommt auch das andere zu hören. Wer weiß, vielleicht sackt die Botschaft ja ein. Zu wünschen wäre es.

Und da ist zum anderen die Inszenierung: Nicht unbedingt modern, aber zumindest moderner als zuvor. Und insofern in der tradierten Bildspracher dieser tradierten Übertragungen fast sowas wie eine Innovation. Auf jeden Fall anregender als die bisherige Frontalberieselung.

Mal sehen, ob die Bundeskanzlerin die Herausforderung bei ihrer  Neujahrsansprache annimmt.  Und wen sie dann zu sich ins Kanzleramt einlädt. Wie wäre es mit ein paar dankbaren Griechen?

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4 thoughts on “Wenn es weihnachtet bei Wulff …

  1. avatar

    Nach des Altpräsidenten Köhler vergeigtem Rücktritt, den dieser so wehleidig wie verfälschend mit angeblich mangelndem Respekt vor dem Amt des Bundespräsidenten (BP) begründete, stellte Neupräsident Wulff das Ansehen des Amtes wieder her.

    Das tat er, in dem er erklärte, Bundespräsident aller Menschen zu sein, einschließlich der Muslime. Damit war zweierlei klar: Dass Muslime sowohl ein nicht mehr in Frage stehender Bestandteil der deutschen Gesellschaft sind und dass es Sache der Muslime ist, die säkulär ausgerichtete deutsche Verfassung mit Ihrem Glauben in Einklang zu bringen. Die eigentliche Bedeutung war aber die, dass er schlicht (aber nicht zu unterschätzen) das einforderte, auf dem die Deutsche Verfassung beruht: Gegenseitige AKTZEPTANZ.

    Die Weihnachtsansprache nimmt BP Wulff zum Anlass, um danach zu fragen, wie weit es in unserer Gesellschaft um gegenseitigen RESPEKT steht. Er fordert sie dabei nicht ein, er stellt sie vielmehr in die freie verantwortliche Entscheidung jedes Einzelnen. Die ganz persönliche Bereitschaft, für jemand anderen über das Maß hinaus einzustehen, was im Sinne von AKZEPTANZ bereits Rechtsfrieden garantiert: Friede in der Gesellschaft, d.h. in der Familie, im Bekanntenkreis, in der Nachbarschaft, in einer Hilfsorganisaton etc.

    Die MENSCHEN sind es, die der amtierende BP in seiner Weihnachtsansprache einschloss. Falls Religionen, Institiutionen oder sonstiges in der Weihnachtsbotschaft überhaupt erwähnt worden sein sollten, so doch nur der Vollständigkeit wegen und in Anbindung an seiner ersten Rede als BP, als er AKZEPTANZ gewissermaßen einforderte. Die Weihnachtsbotschaft verwies statt dessen auf Beispiele, die Ausdruck des RESPEKTS, d.h. couragierter Hilfe sind.

    Was die beiden Aspekte AKZEPTANT und RESPEKT für sich so besonders macht; müsste der BP während seiner Amtszeit noch besser verdeutlichen.

  2. avatar

    Freilich war es nett anzusehen.
    Wer sollte das schon kritisieren?
    Wer sich dieses Bild ausgedacht hat,
    hat sich gutes überlegt,
    wie er Herrn Wulff ins Szene setzen kann.
    Herr Wulff bleibt ein netter Mann der eher ein netter Pfarrer hätte werden sollen.
    Er will nirgends anecken.
    Er möchte am liebsten jedem Recht geben.
    Wer in der Politik führen will, muß klare Ansagen machen und auch ein nein aussprechen können.
    Wulff denkt nicht weiter,
    als dass er alle vereinen will.
    Christen und Mosleme sind nicht zu vereinen.
    Mosleme haben sich nur zurückgehalten,
    solange sie in einer Minderheit waren.
    Wenn Mosleme in einer Mehrheit sind, werden sie verlangen, was unter einem Islam verstanden wird.
    Das Christentum hat unsere Kultur geprägt.
    Das vergessen alle,auch Atheisten,dass es uns die Freiheit und Menschlichkeit brachte.

  3. avatar

    Was soll er denn anders sagen ? Er ist nur eine “Uebergangsfigur” wie die damals in der Weimar-Republik. Von ausen ahnt man schon das Kommen eines mehr traditionellen Germania – mit einem ordentlichen Adeligen, Berufsmilitaer, Abgrenzung von den “welschen Schuften” am Mittelmeer, Einsatz von deutschen “Schutztruppen”(auch “Gruene) in exotischen Laendern (Naturschutz!): Die Guttenberg-Republik fuer ordentliche, sparsame Deutsche. Niemand glaubt das der “Neue” wirklich Sinatra am Broadway nachahmen moechte, oder ein Fernsehstar werden moechte, auch keine Hollywoodfigur trotzt Ronald-Reagan-Platz in der Hauptstadt. Nein, hier ahnt man wirklich dass Mutti Angelas “Starke Stimme in Europe” denn Drang hat auch “stark” gegenueber den anderen Kontinenten zu wirken. Indien, Brasilien, Deutschland – sind Konkurrenten fuer einen permanenten Sitz im Weltsicherheitsrat – dieser Wettbewerb wird interessant! Der Graf Poldi fragte seinen Freund 1939: “Sag’ wo ist Deutschland hier auf dieser Weltlandkarte ?” Der Freund deutete auf den Fleck in der Mitte Europas. Graf Poldi: “Und was sind diese grosse Flaechen ?” Der Freund: “Das ist die USA, Russland und das britische Weltreich!” Poldi war beeindruckt und fragte: “Weiss das der Fuehrer?” Die USA, China, Russland, Indien und Brasilien braucht man nicht auf der Weltlandkarte zu suchen. Und hinter Britanien steht immer noch die “Echo” Community (when things get down to the wire…), und Frankreich ist verbunden mit der “francophonie” – auch in Amerika (7 Millionen in Kanada, 1 Million in Suedamerika und Karibik). Aber wer wuenscht ein Deutschland im Weltsicherheitsrat ?

  4. avatar

    die Weihnachtsansprache sollte abgeschafft werden, mich stört dieses Ritual als Atheist, Neujahrsansprache reicht völlig aus, wie es in anderen europäischen Ländern üblich ist.

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