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Kasino fatal – Die globale Zockerbude wackelt

So einfach ist das also – ein „Tippfehler“ versetzt die Wall Street in helle Aufregung, die japanische Notenbank muss Milliarden zuschießen, um die Währung zu stabiliseren. Ein neuer „schwarzer Freitag“ droht.
Und das alles nur, weil angeblich einer der New Yorker Börsenzocker vermeintlich nicht ein „B“ von einem „M“ unterscheiden konnte. Staat einer Million habe ein englischer Spekulant eine Billion (Milliarde) an Papieren verhökert. Und schon purzeln die Kurse. Ganz davon abgesehen, dass der jenseits des Atlantik wohl ohnehin als marode angesehene europäische Finanzmarkt diesen fatalen Deal als wahrscheinlich vermuten ließ, zeigt dies, auf welch wackeligem Fundament das gesamte Weltwährungssystem zu stehen scheint. Wobei sich übrigens über die wahre Bedeutung des Begriffs „Tippfehler“ ohnehin trefflich sinnieren ließen.
Es ist ja nicht so ganz auszuschließen, angesichts der augenblicklichen Währungsturbulenzen die globalen Finanzmärkte als eine einzige Tippgemeinschaft einzuschätzen. Wer weiß denn noch wirklich seriös über die angebliche Stabilität von Dollar, Yen, Euro und Co. Auskunft zu geben.

Geld regiert die Welt und im „Kasino global“ rotieren die Roulette-Kugeln. Politiker müssen sich nolens volens mit höchst dubiosen Hilfsprogrammen zu den internationalen Zockerbanden gesellen. Welch eine grandiose Halunken-Kumpanei!

Die Chip-Schiebereien an den „grünen Tischen“ nehmen kein Ende. Wer setzt die meisten Jetons, die Finanzhaie gleichen raffgierigen Croupies, die ihre Kompetenzen und moralischen Gesetze längst überschritten haben.

Noch heißt die Parole „faites votre jeu“ –weiterspielen! Doch das „rien ne va plus – nichts geht mehr(!) wird nicht lange auf sich warten lassen.

Nennen wir es doch jenseits aller Solidaritäts-Salbaderei beim Namen: Die Europäische Währungsunion (EWU) ist gescheitert!  Ein altes Sprichwort sagt: Nur ein Schuft gibt mehr als er hat. Und so gesehen müssen wir einsehen, dass bei aller Hilfsbereitschaft für notleidende Länder im „Maastricht-Raum“ wir nur noch so tun können, als würden wir helfen. Das wird noch deutlicher werden, wenn andere Staaten ebenfalls die leeren öffentlichen Hände aufhalten.

Also – raus aus dem Euro! , kann nur die Parole dieser Epoche sein, wenn nicht ganz Europa in den finanziellen und damit auch politischen Abgrund stürzen soll. War mal nur so eine Idee – nicht schlecht gedacht, aber schlecht gemacht.

Das hat mit Renationalisierung überhaupt nichts zu tun. Doch faktisch hat sich EU-Europa längst dem Tode entgegen erweitert. Die leidenden PIIGS  (Portugal, Italien, Irland und Spanien) sind die Vorboten eines politischen Desasters, das uns allen schwärmerische Gesamteuropäer vom Schlage eines Helmut Kohl eingebrockt haben.

Die angeblichen „Antieuropäer“ aus Großbritannien waren da viel weitsichtiger. Ihr Motto: Europäische Politische Union ja, aber doch bitte nicht auch noch unser volles Pfund aufs Spiel setzen. Und sie hatten ja so Recht!

Je schneller jetzt der Euro „abgewickelt“ wird, desto besser. Lieber ein Ende mikt Schrecken als ein Schrecken ohne Ende. Also: Ade Euro – willkommen D-Mark. Das ist kein Traum, sondern das Ende eines Albtraums.

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3 Gedanken zu “Kasino fatal – Die globale Zockerbude wackelt;”

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    Jetzt schreckt der gute Michel aus seinem Doesen! Und nun sofort wieder Parademarsch zur „Blitzloesung“: Zurueck zum „Reich“! Gestern noch Merkels „Starke Stimme in Europa“, und Besuch beim Chefpartner in Cochran/Texas, und dankbaren Knicks vor dem U.S. Congress fuer die „blue jeans“ (Levy-Straus brand, genuine!). „Wir sind das Volk!“ und „Jetzt sind wir wieder jemand!“ – nach dem November 2010 sogar noch tiefer und weiter mit der USA-Nato-Welt-Polizei – nicht nur in Asien oder Afrika: In Lateinamerika sind einige welche den „Coalition leader“ zu „unabhaengig“ sind! Auch diesmal wird der gute Michel wie ein verwirrter Dackel in den falschen Ecken herumspueren – nicht nur in Kunduz. Die USA und die Briten (und Israel) wollen die naechste „Europa & Nato-Erweiterung“: Georgien und Moldova. Doese weiter guter Michel – der Wolfowitz und Blankfein werden weiter fuer dich denken…

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    Normalerweise hasse ich ja die Leute, die sich die Vergangenheit zurückwünschen – aber hier ist es wohl die einzig sinnvolle Lösung. Auch ich warte auf die DM.

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