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Die Zockerterroristen – Der Euro unter „friendly Fire“ aus New York und London

Die Binse feiert mal wieder Urständ: beim Geld hört die Freundschaft auf. Die europäische Solidarität aber nicht. Oder doch?

Was hat Helmut Kohl einst im schönen Maastricht jubiliert, als die Europäische Wirtschafts- und Währungsunion aus der Taufe gehoben wurde. Damit werde eine Zone der ökonomischen und fiskalpolitischen Stabilität geschaffen – und zwar irreversibel, triumphierte der damalige Bundeskanzler.

Und vor allem das gerade wiedervereinigte Deutschland werde davon nachhaltig profitieren, denn immerhin wickelt die Bundesrepublik mehr als die Hälfte des Warenaustausches mit den EU-Partnern ab.

Und nun ? Nach dem Rausch an der Maas folgt nun der gesamteuropäische Kater, weil kurz nacheinander Griechenland und Portugal nicht mehr flüssig sind. Und demnächst werden auch Spanien und Irland, womöglich auch Spanien auf dem Trockenen sitzen. Euros nach Athen tragen reicht da längst nicht mehr.

Die Währung des Kontinents steht auf dem Spiel im wahrsten Sinne des Wortes. Aus der Stabilitätsgemeinschaft droht eine Inflationsgemeinschaft zu werden. Eine Katastrophe ungeahnten Ausmaßes steht uns bevor – die griechische Tragödie war nur ein allerdings mahnendes Menetekel an der Wand, vor die das Europa der Zukunft gefahren zu werden scheint.

Und dies vor allem aufgrund der zögerlichen Bundesregierung – Klaus Kocks hat dies bereits umfassend analysiert. Kurze Zusammenfassung: Merkel hat nichts gemerkt oder will nichts merken, weil sie keine schlechte Presse vor der NRW- Wahl gebrauchen kann.

Man muss schon ziemlich lange zurückdenken, um einen ähnlichen Provinzialismus in der deutschen Europa-Politik zu entdecken. Und das Schlimmste: Das alles hilft niemandem, ja es richtet nur noch mehr Schaden als vermutlich vermeidbar an. Das Ganze ist eine einzigartige deutsche Blamage. Unverantwortlich zudem!

Die Uraltklamotte von den Deutschen als Zahlmeistern in der EU, den „Europayern“ muss einmal wieder herhalten, um den fiskalpolitischen Berliner Dilettantismus zu kaschieren. Dabei ist kein Land so abhängig von der europäischen Solidarität wie eben die deutsche Wirtschaft. Wann kapieren die Kirchtumspolitiker in der Bundeshauptstadt das endlich?!

Merkel markiert die „eiserne Lady“ und redet nichts als Blech. Was sollen die Griechen denn beispielsweise noch sparen, wenn sie ohnehin nichts mehr auszugeben haben? Sie brauchen jetzt mindestens 140 Milliarden Euros – von der angeblichen Solidargemeinschaft, deren europapolitischer Horizont nicht einmal über das Havelland hinaus zu reichen scheint.

Wann begreifen die Begriffststutzigen in Berlin endlich, dass es einen koordinierten Angriff auf den bislang so starken Euro gibt. Eine unheilige Allianz der angelsächsischen Rating-Agenturen, die durch nichts demokratisch legitimiert sind, nehmen ganze Staaten in den ökonomischen Schwitzkasten. Und das ganze natürlich in Tateinheit mit einer gierigen Internationale des Spekulantentums.

Diese Bande gilt es zu bekämpfen, sie beherbergt eine kriminelle Energie, die dem globalen Terrorismus gleichzusetzen ist.

Eine kluger antiker Philosoph hat einst festgestellt, dass die Gier die größte Gefahr der Demokratie ist. Sein Name Plato. Ein Grieche…..

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16 thoughts on “Die Zockerterroristen – Der Euro unter „friendly Fire“ aus New York und London

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    Nicht wer zuerst nach den Waffen greift, verursacht einen Aufruhr, sondern wer die Ursache dafür geschaffen hat. (Niccolò Machiavelli)

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    Die deutscheste aller deutschen Disziplinen, die Königsdisziplin: „die anderen sind Schuld“, die Banken, das Wetter, die Rating-Agenturen, etc.

    Schuld gibt es in der Bibel, Ursachen in der Politik.

    Wenn die Bürger in Deutschland jetzt für diese Misere sparen müssen, sollten sie sich auch unfähige Politiker sparen!

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    Der Euro ist nicht vom Himmel gefallen, sondern war eine politische Entscheidung.
    Die jetzt so verteufelten “Märkte” agieren nur innerhalb der politisch gesetzten Rahmenbedingungen, auch dies sind politische Entscheidungen.

    Die Politiker die diese Entscheidungen getroffen haben werden – zumindest un Europa und Nordamerika – vom Volk bzw. den Völkern gewählt.

    Ihr Völker der Welt, wenn ihr eine andere Politik wollt wählt andere Politiker !

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    @Rita E. Groda
    “Vor nicht all zu langer Zeit meinte Herr Posener, Gier wäre gut, besonders in der Krise benötige die Wirtschaft die Gier. Und Sie zitieren hier Plato, die Gier sei die größte Gefahr der Demokratie.
    Was denn nun?”

    Gier kann, wie jede Emotion, als Triebkraft gut sein und ist erforderlich, damit sich was bewegt. Ein Herumhacken auf der Emotion Gier in der momentanen Situation hat was Bigottes, weil sie von der Tatsache ablenkt, daß sich am Finanzmarkt die Ratingagenturen Monopolstatus erarbeitet haben und daß die Politik das zugelassen hat. (Das meint wohl auch “Zocker”). Meinungs- und Bewertungsmonopol ist immer anti-freiheitlich.
    Daß Guido Westerwelle nun eine staatliche (!) europäische Ratingagentur fordert, führt in etwa die Hilflosigkeit eines falsch verstandenen Liberalismus vor, der sich auf die Freiheit von Unternehmen und Organisationen beschränkt. (Das war früher bei der FDP auch mal anders..)
    Gruß, KJN

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    Daß solche Gaunereien passieren konnten, ohne daß Branchen-Insider wie die europäischen Bank-Kapazunder davon Wind bekamen, kann ich einfach nicht glauben. Trotzdem verweisen sie mit unschuldigen Kinderaugen auf die bösen Rating-Agenturen, die ihnen den ganzen Zinnober eingebrockt hätten. Falls sie wirklich so blauäugig waren, gehörten sie umgehend ausgewechselt. Tatsache wird wohl sein, daß sie auf Teufel komm raus und wider besseres Wissen mitgezockt haben in der realistischen Annahme, vom Staat aufgefangen zu werden, falls es schiefgehen sollte.

  6. avatar

    Die Ratingagenturen bezeichnen sich nach amerikanischem Recht als „Journalisten“ und berufen sich auf das Recht der freien Meinungsäusserung. Damit unterliegen sie keinerlei Haftungspflichten. Die kann man nicht einmal auf Schadenersatz verklagen.

  7. avatar

    Danke Zocker!

    auf deutsch: die ratingagenturen haben bewusst und mit vorsatz falsche ratings vergeben!

    so und nicht anders muss das verstanden werden!

    das waere nach herkoemmlicher rechtsauffassung glatte beihilfe zum schweren gewerbsmaessigen betrug – darueber hinaus auch noch eine gefaehrdung der staatssicherheit!

    doch die moody und co werken fleissig weiter und sacken monat fuer monat milliarden ein…

  8. avatar

    Well, this debt was being packaged and sold off as securities before the scare began in the spring of 2007. The reason why the investment banks could do it is that they brought the rating agencies into the conversation when they were figuring out what types of debt to buy, to put into a pool, which then could be sliced up and sold as different securities.

    They would ask the rating agencies, “Okay, to get such and such a rating, what’s the mix of debt that we need to put into the pool?”
    And the rating agencies essentially underestimated the correlation between the different types of debt that the investment bankers were putting in, and said that they were willing to give a high rating where they shouldn’t have done it.

    I think the investment banks knew the rating agencies were making a mistake because their own analysts understood the product they were creating. But they knew they could sell it if the rating agencies gave them a good rating, so they just went with it.

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    The problem is, what do you do if you can’t trust the rating agencies? If you are a purchaser of this kind of debt, let’s say a European bank, are you going to go to the mortgage originator in Texas and start poring over their books? No, not likely. So I think the answer is the rating agencies ought to be discredited by this.

    There is a problem in that you have a near duopoly in Moody’s and Standard & Poor’s. And so you’ve got two companies doing this. And they’re being paid by the bond issuers, so they have an incentive to look on the bright side in terms of the quality of rating they give. And if investors don’t have an alternative, even if they know that they ought not look at the rating agency’s call and trust in it completely, they may fall back on that if there isn’t an alternative.

  10. avatar

    Die Hoffnung war gross fuer ein unabhaengiges Europa. Aber wir von ausen haben schon seit langen gewarnt: Die Gefahr fuer ein unabhaengiges Europa ist in “New York” – nicht irgendwo in Zentralasien. “Anti-Amerikanisch” wurde man abgestempelt – obwohl man das gar nicht war – nur “Anti-New York” – nicht nur in der “Economy” sondern auch in “entertainment”. Diese “Value Creators” in “New York” sind genau so eine Gefahr fuer die “American people” (in Greensburg, Kansas oder Victoria, Texas – und auch fuer “the man in the street in Bronx/New York”). Do your hear us now ?

  11. avatar

    Sie plappern und plappern und ziehen die falschen Schlüsse. Was Sie mit Ihrer Verschwörungstheorie von Ratingagenturen und angelsäschsischen Intentionen zu vertuschen versuchen, ist schlicht und einfach die Tatsache, dass die EU-Nomenklatura konkursverschleppung betreibt, auf dem Rücken des deutschen “Stimmviehs”.

    Schade, dass Sie nicht den Mut besitzen, die Dinge auch beim Namen zu nennen.

    Meine Hochachtung gilt an dieser Stelle ausdrücklich dem tschechischen Ministerpräsidenten Vaclav Klaus. Ich war angenehm überrascht, wie sachlich und ohne Überheblichkeit er die europäische Situation schildert. Nachzulesen in der FAZ, vielleicht bilden Sie sich ja auch noch ein weniger opportunistisches Bild der Lage, was angesichts der sich abzeichnenden finalen Ereignisse angemessen erschien. Ihr Kommentar bleibt dem mainstream deutscher Provinz- und Sozialpolitiker verpflichtet. Leider.

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    “koordinierten Angriff”

    Stimmt, es gibt einen koordinierten Angriff auf den Euro, aber nicht von bösen Ratingagenturen und Spekulanten, sondern von den Finanzpolitikern aller(!) Euroländer, die den Euro seit Jahren mittels eine verantwortungslosen “Nach-uns-die-Sintflut”-Finanzpolitik an die Wand fahren.

    Der Angriff scheint Erfolg zu zeitigen und die Flut kommt.

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    Vor nicht all zu langer Zeit meinte Herr Posener, Gier wäre gut, besonders in der Krise benötige die Wirtschaft die Gier. Und Sie zitieren hier Plato, die Gier sei die größte Gefahr der Demokratie.
    Was denn nun?
    Daß wir hier schon mitten in einem Krieg sind, haben Herr Kocks und ich schon lange begriffen. Berlin übrigens auch, die tun nur so, als ob. In unserer Republik ist nicht einmal mehr das Geld da, die Winterschäden auf den Straßen zu beheben – erst heute hatte ich Angst vor einem Achsenschaden als ich ein riesiges Schlagloch übersah. Lange kann die Koalition die Märchenstunde für Währungsstabilität den Bürgern nicht mehr abhalten.
    Wenn der nächste, kollabierende Staat mit seinen Forderungen kommt, dann läuft das Deutsche Fass über – garantiert.

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