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Warum Juden nicht das Geschäft der Rassisten besorgen sollten

Zu den guten Traditionen des Diaspora-Judentums gehört es, sich mit anderen Minderheiten solidarisch zu erklären und ihnen beizustehen, wenn der Mehrheit, was immer wieder geschieht, die Sicherungen durchknallen. (Diese Sicherungen nennt man heutzutage „politische Korrektheit“.) Die Juden tun dies nicht, weil sie – etwa infolge eines besonderen Gens – von Natur aus Gut- oder Bessermenschen wären, sondern aus wohlverstandenem Eigeninteresse.

Sie wissen, dass die Fremdenphobie eine frei flottierende Angst vor dem angeblich Andersartigen ist, die sich heute gegen Muslime, morgen gegen Zigeuner, übermorgen gegen Schwule und immer wieder – zumal in unserem angeblich „jüdisch-christlich geprägten“ Kulturkreis – gegen die Juden, das Urbild des Anderen, das „Volk der Gottesmörder“, wenden kann, ja wenden muss.

Darum haben sich etwa in den USA überproportional viele Juden in der Bürgerrechtsbewegung zur Emanzipierung der Schwarzen engagiert, darum gehörten und gehören überproportional viele Juden zu den Unterstützern Barack Obamas, obwohl es etwa unter den „Black Muslims“ üble Antisemiten gibt, man denke an Louis Farrakhan – ebenso wie unter radikalen schwarzen Christen, man denke an Obamas langjährigen Pastor Jeremiah White, der übrigens Farrakhan bewundert.

Liberale Juden in den USA verschließen nicht die Augen vor solchen Erscheinungen, aber sie wissen sehr wohl zwischen dem Rassismus der Minderheit und dem Rassismus der Mehrheit zu unterscheiden. Sie wissen, dass die Anbiederei an die Ressentiments der Mehrheit ihnen nichts bringt; dass sie allenfalls als nützliche Idioten benutzt werden. „Divide et impera“ ist die Losung der Mehrheitsrassisten. „Gemeinsam sind wir stark“ ist die Losung der Minderheiten.

Wie homosexuelle Katholiken sind rassistische Juden im Grunde genommen bemitleidenswerte Geschöpfe. Sie lieben dort, wo sie verachtet werden.

Auch in Deutschland haben sich die meisten Juden und ihre Organisationen an jene Faustregel des Überlebens in der Diaspora gehalten: Die Toleranz ist unteilbar. Seit einiger Zeit aber haben einige wenige Juden, bemitleidenswerte Geschöpfe, diese Faustregel vergessen. Als selbst erklärte Richter über das, was als antisemitisch zu gelten habe und was nicht, stellen sie jenen Ariern einen Kaschrut-Schein aus, die heute einen unverblümten eugenischen und kulturellen Rassismus gegen Muslime predigen: Geert Wilders, Thilo Sarrazin, den Befürwortern von Minarettverboten und Kleidervorschriften für muslimische Frauen.

Wie kommt das?

Ich unterstelle, dass diese Juden aus den edelsten Motiven heraus handeln, dass es ihnen also mit ihrer Unterstützung der Tiraden eines Wilders oder Sarrazin um den Erhalt des jüdischen Volks und der israelischen Nation geht. Wie das? Sie glauben, dass ein Europa, das sich der „islamischen Gefahr“ bewusst ist, das sich der muslimischen Weltverschwörung zur Schaffung „Eurabiens“ entgegenstellt und die Toleranz gegen den Islam als tödlich erkennt, eher bereit sein wird, sich auf die Seite Israels und der Juden zu stellen, gemäß dem Motto „Der Feind meines Feindes ist mein Freund“. Sie können darauf verweisen, dass Wilders etwa seine „Liebe“ zu Israel wegen Israels Kampf gegen den islamischen Terror bekannt hat (obwohl seine Liebe nicht so weit geht, seinerseits den Kampf gegen den islamischen Terror in Afghanistan zu unterstützen); und dass Sarrazin immer wieder betont, wie gern er „Ostjuden“ als Zuwanderer hätte, die bekanntlich keine „Kopftuchmädchen“ produzieren und sich nicht unproduktiv im „Gemüsehandel“ betätigen, sondern vornehmlich Banker werden wie er. (Leider haben die christlichen Vorfahren der heutigen Generation Sarrazin mit ziemlich rabiaten Mitteln das ostjüdische Genpool erheblich reduziert, aber die Sarrazin und seinesgleichen umschmeichelnden Juden nehmen schon mal den guten Gedanken für die gute Tat.)

So sehr diese Schmeichelei durch edelste Motive zu erklären sein mag: sie ist ein Irrweg.

Warnendes Beispiel sollte den mit dem Mehrheits-Rassismus flirtenden Juden Hans-Joachim Schoeps sein, der als assimilierter preußischer Jude glaubte, die Achtung der von ihm bewunderten konservativen und nationalsozialistischen Kräfte erlangen zu können, indem er in die bereits lange vor der Machtübergabe an Hitler üblichen Tiraden gegen die angeblich integrationsunwilligen und unproduktiven Ostjuden einstimmte.

Im Februar 1933 gründete Schoeps dann den Verein „Der deutsche Vortrupp. Gefolgschaft deutscher Juden“, den er bis 1935 führte. In seiner Zeitschrift Der Vortrupp schrieb Schoeps: „Der Nationalsozialismus rettet Deutschland vor dem Untergang; Deutschland erlebt heute seine völkische Erneuerung.“ Er forderte eine „Beschleunigung der unbedingt notwendigen Trennung von deutschen und undeutschen Juden sowie Erfassung aller deutschbewussten Juden unter einheitlicher autoritärer Führung bei möglichster Umgehung der alten Organisationen.“ Wer als „undeutscher Jude“ sich der Assimilation widersetzte – alle die im Kleiderhandel und in der Kleinkriminalität tätigen Knoblauchjuden, die kleine Kaftanträger produzierten – sollte in den Osten abgeschoben werden.

Leider half alles „Deutschbewusste“ diesem unverbesserlichen Feind der Linken und Liberalen und Bewunderer der Konservativen und Reaktionäre nicht. Schoeps musste emigrieren. Sein vorbildlich assimilierter Vater kam nach Theresienstadt, seine vorbildlich assimilierte Mutter wurde in Auschwitz ermordet.

Jenen heutigen „deutschbewussten“ Juden, die noch gestern eine Karriere daraus machten, jedem Arier nachzuweisen, er sei, vielleicht ohne es zu wissen, eben doch der ewige Antisemit, und die sich nun einem Arier anbiedern, der ohne Scham antisemitische Vorurteile verkündet wie jene, alle Juden seien durch ein spezielles Gen miteinander verwandt, das ihren „Nationalcharakter“ bestimme, sie seien intelligenter als arische Deutsche und hätten deshalb im 19. Jahrhundert, bald nach ihrer Ankunft in Deutschland, die Banken unter ihre Kontrolle gebracht – jenen ehedem „antideutschen“, inzwischen hyperdeutschen Juden muss man zurufen, dass sie mit ihrer schwanzwedelnden Anbiederei das Gegenteil von dem bewirken werden, was sie – wie ich unterstelle – wollen.

Da sie immer vorgeben, für das einzig wahre Judentum und für Israel zu sprechen und auch ihre jüdischen Kritiker als „Antisemiten“ denunzieren, werden sie durch ihre lautstarke Unterstützung eines islamophoben Rassismus viele Muslime gegen die große, aber publizistisch nicht so gut vernetzte und nicht so skrupellose Mehrheit der Juden und gegen Israel aufbringen; und die arischen und christlichen Rassisten werden dann keinen Finger krümmen, um ihnen zu helfen. Oder hat man je von Thilo Sarrazin ein gutes Wort über heutige Juden oder gar über Israel gehört?

Es trifft sich, dass der Salon-68er Peter Schneider in der aktuellen Ausgabe des „Spiegel“ nun die ganz große Keule herausholt und behauptet, Sarrazin sei ein Opfer der falsch verstandenen „Lehren der Vergangenheit“. Sarrazin sei wegen einiger „täppischer Spekulationen über ein jüdisches Gen und die Vererbbarkeit der Intelligenz“ zu Unrecht auf die „Strafbank des Rassismus“ gesetzt worden. Soweit, so AchGut. Schneider geht es aber bei der Neuinterpretierung dieser „Lehren“ gar nicht in erster Linie um Sarrazin, sondern um – was sonst? – Israel, jene alte Obsession der Deutschen.

Folgt aus den „Lehren der Vergangenheit“, so Schneider rhetorisch, „dass die Deutschen auch die Siedlungspolitik Israels verteidigen müssen?“ Natürlich nicht, aber die Frage unterstellt schon mal ein Ja. „Darf er“ – der Deutsche – „Zweifel am Demokratieverständnis eines Staates anmelden, der seinen arabischen Bürgern nicht dieselben Rechte gewährt wie seinen jüdischen?“ Darf er, auch wenn Schneider nicht sagt, welche Rechte die arabischen Bürger Israels angeblich nicht haben. Aber die Frage unterstellt schon mal sowohl ein israelisches Demokratiedefizit als auch ein deutsches Kritikverbot. Darf der von den „Lehren der Vergangenheit“ derart gebeutelte Deutsche „am Friedenswillen einer israelischen Regierung zweifeln, die Friedensgespräche unterbricht, um das Territorium Israels zu erweitern?“ Darf er, auch wenn die Aussage, die gegenwärtige Regierung „erweitere das Territorium Israels“ eine Lüge ist, auch wenn die Frage wie die vorigen ein Verbot unterstellt – oder, wie Schneider sagt, eine „quasi automatische Vermeidungshaltung“, hervorgerufen durch „Schuldgefühle“ – Schuld-Gefühle, wohlgemerkt, nicht wirkliche Schuld; Schuldgefühle zudem, die durch israelische „Erpressung“ ausgenutzt werden. So sind sie, die Juden. Nutzen unser edles deutsches Gefühl schamlos aus.

Was Schneider schreibt, ist nicht originell. Es ist der basso continuo des deutschen Jammerns über die angebliche „Erpressung“ durch die Juden und Zionisten, der sich durch die Geschichte der Bundesrepublik zieht, von den Gegnern der Wiedergutmachung über Ulrike Meinhofs Klage, der „Judenknacks“ mache die Deutschen unfähig zur Revolution, Martin Walsers Anklage in der Paulskirche, „man“ wolle „uns“ mit dem ständigen Verweis der Vergangenheit nur „wehtun“, bis hin zu Jürgen Möllemanns Versuch, das „Projekt 18“ mithilfe einer antisemitischen Kampagne gegen Ariel Sharon und Michel Friedman zu verwirklichen, die uns das Geschäft mit den Arabern vermiesen. Neu an Schneiders Artikel ist nur die Verbindung dieses alten deutschen Grolls mit dem neueren deutschen Groll, den Sarrazin formuliert, die Verbindung von Islamfeindlichkeit und Antizionismus im ressentimentgeladenen Ton des „das wird ein Deutscher trotz der Sache mit dem Holocaust doch noch sagen dürfen!“

Freilich, die meisten Juden in Deutschland wird diese Verbindung nicht wundern. Sie wissen eben, dass man einen Rassismus nicht gegen den anderen ausspielen kann. Peter Schneiders dümmlicher Artikel ist das Quod erat demonstrandum.

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46 thoughts on “Warum Juden nicht das Geschäft der Rassisten besorgen sollten

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    Schon wieder ein Gutmensch mit ewiger Rassismuskeule
    Wer die Scharia und die Salafisten nicht will; ein Rassist
    Das gewaltätige fanatische Minderheiten mittlerweise
    die Mehrheit terrorisieren, auf die Idee kommt der Gutmensch
    Poesner nicht, der redet wie Fatima Roth .
    Keine Gruppe in Amerika ist so priviliegiert wie die Juden
    und ständig die Rassismuskeule,- es reicht. Wenn Herr Poesner Terror erleben möchte gehen Sie nach Sderot am Gazastreifen dort können Sie islamische Toleranz der Hamas fast täglich erleben.
    Wir wissen ja hohe Gewaltkriminalität, Bomben in Zügen,
    Ermordung von Kritikern auch Exmuslime, alles eine Bereicherung . Wer nicht begeistert ist ein Rassist,- eine
    Nummer für Geisteskranke Die Schoa taugt nicht dazu
    um den islamischen Faschismus zu relativieren, im Gegenteil Zu viele
    Juden leben zu sehr in der Vergangenheit und sehen die Gefahr des islamischen Faschismus nicht. Mancher Goi hat
    deutlich mehr Hirn, wie mancher Jude, Herr Poesner !
    Rabbi Kahane hatte Recht, er hat neuen Faschismus
    schon vor 30 Jahren erkannt . Die Rassismuskeule langweilt
    , vom angeblich jüdischen Scharfsinn zeugt der Artikel
    nicht , nur uralte Phrasen der Grünen ; – Sie langweilen
    Herr Poesner !

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    Warum eigentlich diese Unterscheidung zwischen Juden und Nicht-Juden? Verstehe ich den Beitrag richtig: ‚Die Nicht-Juden „dürfen“ Rassisten sein, die Juden „dürfen“ das nicht? Und warum? Etwa, weil Juden schon so oft Opfer von Rassismus und Hass waren, „dass sie jetzt gefälligst immer alles richtig zu machen haben“?‘

    Besteht nicht gerade in solch unterschwellig suggerierten „Erwartungen“ an die schier übermenschliche Charakterstärke und „Klugheit“ von gesellschaftlichen Minderheiten, die Gefahr – in diesem Falle – einen Philosemitismus zu kultivieren, der in Wirklichkeit ja nichts anderes ist, als ein versteckter Antisemitismus? Sie kennen doch sicher den bösen Witz: „Was ist ein Philosemit?“ Antwort: „Ein Antisemit, der behauptet Juden zu lieben“

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    Soweit ich weiß stammt das Gerede vom „Judenknacks“ von Dieter Kunzelmann, bzw. aus seinem ominösen „Brief aus Amman“ und ich glaube Ulrike Meinhof hat auch nie derartige Begriffe benutzt, so klar ist sie dann doch im Kopf gewesen.

    Aber glauben ist ja bekanntlich nicht wissen, daher wäre ich um aufklärende Worte dankbar, auch für „um die Ohren gehauene“.

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    @ Mehmet Daimagüler:

    „… Zudem glaube ich, dass manche Menschen “einfach so” – sprich aus welchen Gründen auch immer islamophob sind. Wenn ich mir anschaue, mit welchem Schaum vor dem Mund ein Giordano früher gegen einen türkischen EU-Beitritt, wetterte bevor er das Thema Moscheebau entdeckte, dann glaube ich, dass das nichts mit Israel zu tun hat, sondern einfach mit der Unkenntnis und den Ressentiments dieses Mannes. …“

    Giordano ist ein Sonderfall, dessen Motive nichts mit dem überaus lesenswerten Posener-Artikel zu tun haben. Bei ihm muss man wissen, dass eine bis in die achtziger Jahre zurückreichende „Fehde“ mit dem türkischen Staat und seinen Institutionen im In- und Ausland, zu denen ja auch die DITIB mittelbar zu zählen ist, eine gewichtige Rolle für seine Haltung spielen dürfte. Insbesondere seine Beschäftigung mit der historischen „Armenierfrage“ scheint mir von zentraler Bedeutung zu sein, wenn man nach seiner Triebfeder sucht, wobei ich aus der Distanz natürlich nicht zu beurteilen vermag, ob nun das Huhn oder das Ei zuerst da war, sprich also, ob er seine ausgeprägt feindliche Gesinnung „uns“ Türken gegenüber erst im Rahmen seiner Auseinandersetzung mit der Armenierthematik entwickelt hat oder ob er sich dieser Thematik eben wegen einer solchen Gesinnung überhaupt erst angenommen hat.

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    Gerne würde ich Deine Zuversicht teilen; irgendwann mal sollen ja auch Löwe und Schaf, Fuchs und Gans zusammen friedlich lagern. Gerade Hebron ist ein gutes Beispiel, der SPIEGEL-Bericht ist zwar schon von 2006, aber wohl immer noch aktuell, was die Kohabition zwischen Siedlern, Soldaten und Palästinenser in Hebron betrifft http://www.spiegel.de/politik/.....71,00.html
    Es wäre schön, wenn es mehr Yehuda Shauls gäbe; wie sagt man so schön „Die Hoffnung stirbt zuletzt?

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    @ Scrutograph: Wieso darf ich nicht anreden, wen ich will? Und wieso benutzen Sie nicht Ihren Klarnamen?
    @ 68er: Ich bin kein Freund der Siedlungspolitik. Aber es ist nun einmal eine Tatsache, dass es etwa in Hebron immer – seit mindestens 3000 Jahren – Juden gab, bis sie von den Arabern dort vertrieben wurden. Überhaupt reden viele von den palästinensischen „Flüchtlingen“, niemand aber von den Juden, die aus den arabischen Ländern vertrieben oder herausgeekelt wurden.
    @ Bernd Dahlenburg M.A.: Keine Toleranz für die Feinde der Toleranz, das ist das Popper’sche Paradoxon, und ich unterschreibe es. Nirgendwo habe ich dafür plädiert, antidemokratischen Gruppen gegenüber zu kapitulieren. Im Gegenteil. Ich weiß aber nicht, was das mit dem hier angesprochenen Thema zu tun hat.

  7. avatar

    Homosexuelle und Juden nicht als Menschen, sondern als „bemitleidenswerte Geschöpfe“ zu bezeichnen ist eine ganz schön altertümliche Wendung. Ich glaube, Posener hat sich zuviel mit Piusbruderschaft u.ä. befasst.

    Abgesehen davon spielt die Sache mit dem Gottesmördertum für europäische Mehrheits-Christen heute kaum noch eine Rolle.

  8. avatar

    Alan, redest Du nicht um die Sache herum? Du scheinst die Faktizität der Siedlungspolitik nicht zu sehen, schau mal hier http://sites.google.com/site/yeshaisrael/. Glaubst Du, dass diese Siedler Bürger eines palästinensischen Staates würden, die Souveränität und Jurisdiction anerkennen würden? Und selbst wenn es zu einer Lösung eines nicht „judenreinen“ Palästinas mit jüdischen Siedlungen kommen würde, würde sich Israel nicht auf jeden Fall und mit einem gewissen Recht als „Schutzmacht“ gerieren? Souverän wäre dieses Gebilde „Palästina“ mit Sicherheit nicht. Von seinem Selbstverständnis her könnte Israel gar nicht anders als bei jedem „innenpolitischen“ Konflikt Gewehr bei Fuß zu stehen. – Davon abgesehen, scheint mir die Macht der Siedler so gefestigt, dass niemand in Israel wagt, an der Siedlungspolitik zu rütteln. Man wird den Status quo der Besatzungs- und Siedlungspolitik fortsetzen und die Stressresistenz der Palästinenser testen.

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    Die Toleranz ist unteilbar

    lieber Alan Posener,

    große Worte locker formuliert.

    Nur sind sie vom Ideal weit entfernt.

    Sie wissen selbst genauso gut wie ich, dass „Toleranz“ bisher immer vertikal interpretiert wurde, also von der Spitze einer „absolutistisch“ herrschenden Gesellschaft nach unten.

    Wenn man allerdings heute den Begriff „Toleranz“ genauso falsch interpretiert, dass von einer flachen Hierarchie in der Gesamtgesellschaft ausgegangen wird und „Toleranz“ die Herrschaft der Minderheit über die Mehrheit implizieren könnte, stellt sich Ihr formuliertes Axiom ganz anders dar, weil er qua idealistischer Vorgabe (Sozialismus?) auch entwertet werden kann.

    Wir sind beide etwa gleich alt, und Sie kennen Carlo Schmid.

    Was halten Sie von dem Ausspruch, den er in der Verfassungsgebenden Versammlung zum GG 1948 formuliert hat:

    „Ich für meinen Teil bin der Meinung, dass es nicht zum Begriff der Demokratie gehört, dass sie selber die Voraussetzungen für ihre Beseitigung schafft…

    Man muss in einer Demokratie auch den Mut zur Intoleranz denen gegenüber haben, die die Demokratie gebrauchen wollen, um sie zu beseitigen!”

    Warum sträuben Sie sich gegen diese Einsicht?

    Das muss vorerst genügen.

    Beste Grüße
    Bernd Dahlenburg

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    Für alle, die den Rest des Satzes lesen wollen:

    …und deshalb hält NATO Generalsekretär Fogh Rasmussen das eigene Strategiepapier der NATO wohl auch noch unter Verschluss.

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    @ Alan Posener

    Das mit der Themenvielfalt war nicht an Sie gerichtet. Ich habe den Kommentar nur deshalb hier in der Diskussion angebracht, weil Frau Groda wieder aufgetaucht war und bei Ihnen natürlich auch die meisten „virtuellen Bekannten“ mitlesen.

    Ihr Architekturartikel und auch der Jahresrückblick beim European zu diesem Thema haben mich sehr interessiert und wenn die Zeit da gewesen wäre, hätte ich gerne etwas dazu geschrieben. Denn was in Berlin auch sonst so architektonisch – vor allem seit der Wende – verbrochen wurde ist ja oft auch nicht wirklich „modern“ im Sinne von „fortschrittlich“.

    NATO 2020 / Bundeswehr 2020

    Mich wundert nur, dass unsere Gesellschaft offenbar lieber über Winterbereifung und Zwangsheirat diskutiert anstatt darüber, ob man die Wehrpflicht abschafft, die Bundeswehr zu einer internationalen teilprivatisierten Rambo-Polizeitruppe umbaut und Hunderte von Milliarden in ein „Star-Wars-Programm“ stecken will, nur damit die Rüstungsindustrie volle Auftragsbücher hat. Wenn man bedenkt, dass die USA mit ihrer Luftsicherung nicht mal in der Lage waren ein paar hundert km/h „schnelle“ und von Hobbypiloten gesteuerte Passagierjets abzufangen, frage ich mich, wie sie Raketen abschirmen wollen, die mit einigen Mach durch die Luft sausen. Ich lasse mir ja auch nicht von meinem Klempner ’nen Bypass legen.

    Interessant ist in diesem Zusammenhang auch, dass die NATO ein paar Tage vor dem legendären Interview von Herrn Köhler über die Zukunft der Bundeswehr ein u.a. von Madeleine Albright erarbeitetes Strategiepapier veröffentlicht hat, in dem die strategischen Ziele der NATO genau so neu definiert bzw. erweitert werden sollen, wie es Herr Köhler angeblich nicht gemeint haben will.

    http://www.nato.int/strategic-.....report.pdf

    Es sollen jetzt nicht nur Kriege für Handelswege und Versorgungswege geführt werden, jetzt kommen auch noch die Datenwege hinzu. Damals gab es ein großes Geschrei, und deshalb hält Herr Rasmussen

    Drohnenkrieg

    Dann regt sich offenbar niemand darüber auf, dass deutsche Bundesbürger in Pakistan von Drohnen, die angeblich von der CIA abgeschossen worden sind, getötet worden sind. Hier müsste die deutsche Staatsanwaltschaft eigentlich nach § 7 StGB zumindest ein Strafverfahren gegen „unbekannt“ möglicherweise auch gegen Herrn Panetta vom CIA oder seinen Vorgänger im Amt und jetzigen Verteidigungsminister Gates einleiten. Ob unser „Nobelpreisträger“ Obama die Einsätze gebilligt hat, will ich fast schon nicht mehr wissen. Am meisten interessiert mich eigentlich, ob „unsere Dienste“ an der Sache beteiligt waren.

    Interessant ist doch, was für ein (berechtigtes) Bohei man um die Sache Kurnaz gemacht hat, der doch „nur ein bisschen verschleppt“ wurde und den man nur ein wenig die üblichen amerikanischen Verhörmethoden hat kennenlernen lassen, und wie ruhig es doch bleibt, wenn man die Sache „gründlicher“ angeht. Vielleicht liegt das ja an unserer deutschen Natur, dass uns „das“ nicht so nah geht, wenn „das“ irgendwo weit im Osten passiert.

    CIA „Freedom of Information Act“- BND ?

    Auf Ihre indirekte Empfehlung lese ich gerade das Buch „CIA“ von Tim Weiner und da hat mich – bei allem Ekel, den ich bei den dort beschriebenen klandestinen Aktionen empfunden habe – positiv überrascht, dass in den USA über das Thema Geheimdienste wenigstens ansatzweise kritisch und vor allem öffentlich diskutiert wird. Dort sind aufgrund des Freedom of Information Acts viele Akten der Öffentlichkeit zugänglich gemacht worden.

    https://www.cia.gov/library/foia/index.html

    Bei uns bleibt alles unter Verschluss. Sowohl in der Sache Buback/Verena Becker als auch in der Sache Eichmann/Globke/BND/CIA.

    http://www.gabyweber.com/prozesse_bnd.php

    So! Das war jetzt zwar total am Thema vorbei aber Sie schrieben ja so einladend und treffend:

    „Jeder Meinungsbeitrag ist auch ein Kampf um Deutungshoheit.“

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    Alan Posener: Zu wenig Abwechslung bei den Themen?

    Ja. Bei der Abhandlung der Themen.

    Dieses Blog bringt den Mehrwert nicht, den es – verglichen mit redaktionell gelenkten und kontrollierten Elaboraten wie welt.de, faz.de, fr-online.de usw. – erbringen könnte. Weder bringt es das Mehr an „Tiefe“ noch das Mehr an „Oberfläche“, das es bringen könnte und – sollte es Sinn machen wollen – auch sollte. Die Primärautoren haben, wenn schon nicht die Zensur, dann jedenfalls die Redaktion im Kopf.

    Alles bleibt sehr brav und – mit Verlaub – gängiges (Zeitungs-)Mittelmaß. Der einzige Autor, der formal und inhaltlich (mit seinen hingerotzten Beiträgen) halbwegs(!) über die Stänge schlug, hat längst das Weite gesucht. Auf starke-meinungen.de schreiben Profis, Zeitungsleute. Und mehr und anderes als in einer x-beliebigen Zeitung ist hier nicht zu finden.

    Wenn schon nicht bei den Blog-Autoren, führt das jedenfalls bei den Blog-Kommentatoren auf die Dauer womöglich zur Sinnkrise, zumal dann, APO, wenn sie’s schon mal ganz anders kennengelernt haben 🙂

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    …. kann ihre Argumente nachvollziehen. Hat aber angesichts der Anfeindungen, die Juden in Berlin von islamischen Millieus fürchten müssen, ein wenig Probleme mit den pauschalen Solidaritätserklärungen von Herrn Kramer und hier auch Herrn… Posener. Die Schutzmaßnahmen für jüdische Einrichtungen in Berlin, vor den Schule, Gemeindezentren und Synogagen sind ja keine Paranoia, sondern ein notwendiger Schutz auch vor muslimischer Intoleranz, die von Berliner Boden ausgeht. In diesem Zusammenhang emfpehle ich allen Interessierten die Biographie des in Berlin aufgewachsenen iranischstämmigen Juden Arye Shalicar, der beschreibt, wie er als Jude im islamisch geprägten Wedding gemobbt und bedroht wurde. Sollte sich der Zentralrat der Juden wirklich mit jedem islamistischen Hinterhof-Mobster solidarisieren oder könnte man das nicht etwas differenzierter tun? http://www.hagalil.com/archiv/2010/10/21/shalicar/

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    David Berger schrieb: Mit Operation Gomorrha hat Churchill Machiavellis Spruch in die Tat umgesetzt und NS-Deutschland eine Lektion erteilt: “Vernichte Deine Feinde vollständig”.

    Deswegen gab es ja so viele Nazi-Bonzen in hochrangigen Postionen der Bundesrepublik, die Blut ann ihren Händen hatten. Siehe z.B. aktuell Auswärtiges Amt.

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    @ 68er: Jeder Meinungsbeitrag ist auch ein Kampf um Deutungshoheit. Aber konkret zu Judäa und Samaria (so heißen diese Gebiete in der Bibel, und der ausdruck ist sicherlich weniger problematisch als die „Westbank“, was bedeutet, die auf der Westseite des Jordans gelegenen Teile Jordaniens, oder „Palästina“, was implizit einen Anspruch auf das ganze ehemalige britische Mandatsgebiet gleichen Namens formuliert): Sie sind besetzte Gebiete. Israel hat sie nicht annektiert, also nicht sein Territorium ausgeweitet. Ich bin kein Freund jüdischer Siedlungen, aber ich wüsste in der Tat nicht, weshalb es arabische Städte in Israel, aber keine jüdischen Städte in einem künftigen Palästinenserstaat geben sollte.
    @ Hannes: Völlig d’accord.
    @ David: Bleib bitte beim Thema. Und bleib cool.
    @ George:
    „Im Westen herrscht die Vorstellung, der Islam sei übermächtig und befinde sich auf dem Vormarsch. Die demographischen Entwicklungen in der islamischen Welt und in Europa sowie die blutigen Anschläge und schrillen Töne des fundamentalistischen Islam scheinen die Annahme zu bestätigen. Tatsächlich, so der Politikwissenschaftler Abdel-Samad, ist es jedoch so, dass sich die islamische Welt in die Defensive gedrängt fühlt und gegen die in ihrer Wahrnehmung aggressive Macht- und Wirtschaftspolitik des Westens heftig protestiert. Das, was der Westen als Re-Islamisierung wahrnimmt, ist in Wirklichkeit nur ein Vorhang, der das Verschwinden der Religion kaschieren soll. Die islamischen Staaten werden zerfallen, der Islam wird als politische und gesellschaftliche Idee untergehen.“ (Ankündigung des Verlags Droemer-Knaur zu Abdel-Samads neuem Buch. Ich halte das für eine richtige Analyse. Deshalb ist die Islamophobie so irrational.)
    @ 68er: Zu wenig Abwechslung bei den Themen? Was war mit letzter Woche (Städtebau / Architektur)? Was ist mit Margaret Heckels Beitrag über Sonnenenergie? Man klagt über mangelnde Themenvielfalt, aber man kommentiert mit Leidenschaft halt immer wieder die themen, von denen man angeblich die Nase voll hat…

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    Lieber 68er, jetzt bin ich aber froh, daß auch Sie endlich zurück sind.
    Der Urlaub von APO mag verhindert haben, daß wichtige Themen nicht angesprochen wurden, ansonsten können wir uns ja um die Thematisierung auch selber kümmern, oder nicht?
    Herzliche Grüße Ihre Rita E.

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    Neue Worte, alte Lügen, die Antisemiten benutzen das Wort Zionisten, um die Pogromstimmung fortzusetzen. Fortsetzung des Krieges gegen die Juden mit anderen Mitteln. Dagegen gibt es keine Toleranz. Da hat Henryk Broder Recht.
    Und was Gaza betrifft, erzählen Sie mir nicht, dass es in Gaza Elend herrscht. In Gaza verhungert auf Grund der Blockade niemand. Israel stellt humanitäre Hilfe zur Verfügung, und die Hamas kassiert die Gelder der EU. Also Schluss mit diesen Lügen. Schlechter gestellt sind die Kinder in Afrika.

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    @ Oliver Strebel

    Churchill war Soldat, er hat lediglich die Strategie Hitlers Generäle zur Kenntnis genommen; Hitler war zu dumm, um einen Krieg zu gewinnen, zumal er keine Ahnung von Kriegsführung hatte. Churchill war jedoch cleverer als Hitlers Generäle. Mit Operation Gomorrha hat Churchill Machiavellis Spruch in die Tat umgesetzt und NS-Deutschland eine Lektion erteilt: „Vernichte Deine Feinde vollständig“.

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    @ Alle

    Bei aller Liebe, die ich zu diesem Blog hegen mag, lag meine in den letzten Wochen geübte Abstinenz (vielleicht auch die einiger geschätzter Bekannten) wahrscheinlich nicht nur an der Bergerschen Blogwut.

    Es fehlt in der letzen Zeit die Abwechslung in den Themen und vielleicht auch bei den Autoren. Wo ist Herr Friedman verschollen? Wieso diskutieren wir nicht die Bundeswehrreform? Die Fernsehwut von Frau von und zu Dingenskirchen?

    Herzliche Grüße

    vom 68er

  20. avatar

    Im Artikel werden mehrere Dinge durcheinander geworfen.

    Warum sollten z.B. die niederländischen Juden Angst haben, dass sie irgendwann von der Mehrheitsgesellschaft diskriminiert werden? Wann hat es in den USA, England und Holland zuletzt die Verfolgung oder auch nur eine leichte Benachteiligung der Juden gegeben (Für Holland zählen die Jahre 1940-1945 nicht, da keine nationale Souveränität)?

    Und selbst in Deutschland ist für jeden Angehörigen einer ethnischen, religiösen oder anderen Minderheit sehr viel angenehmer unter den Deutschen zu leben, die über den „Zionismus“ jammern, als unter den Moslems, die unvermittelt zu den Taten schreiten, sobald sie einen „Zionisten“ erblickt haben. Vermutlich ist das der Grund, warum Henryk M. Broder das kleinere Übel bevorzugt.:)

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    Daniel Berger schrieb: Danke für den Tipp, Herr Dr. Strebel. Nein leider nicht, habe ich noch nicht gelesen.

    Als Tipp war das gar nicht gemeint, denn ich glaube kaum, daß Sie Lobeshymnen auf deutsche Generalfeldmarschälle goutieren werden ;).

  22. avatar

    Völlig einverstanden, lieber Alan, mit einer Ergänzung oder Korrektur: Ich glaube nicht, dass es in erster Linie „enlightened self interest“ war, der amerikanische Juden dazu bewog, sich an die Seite der Bürgerrechtsbewegung zu stellen. Es hatte vor allem mit der jüdischen Ethik zu tun. Immerhin findet sich in der hebräischen Bibel die erste mir bekannte Verwerfung jeden Rassedünkels (Amos 9,7).
    Man sollte — man muss — in diesem Zusammenhang leider auch erwähnen, dass der Antisemitismus unter schwarzen Amerikanern bei Umfragen signifikant höher ist als bei anderen Gruppen: aggressive Undankbarkeit, eine besonders miese Form der Selbstbehauptung (die wir ja übrigens auch aus Deutschland ganz gut kennen). Das heißt natürlich nicht, dass das damalige Engagement falsch war.

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    Sehr geehrter Herr Posener, querdenkend, wie ich nun einmal bin, gehe ich davon aus, daß Sie zwar Peter Schneider zitiert und kommentiert haben, aber grundsätzlich auch andere „Juden“ damit gemeint haben könnten. Nicht ganz zu Unrecht, wie ich glaube.

    Sie haben sehr ausführlich und überdeutlich ausgeführt, weshalb Juden gut beraten sind, sich nicht vordringlich rassistisch zu betätigen. Mit meinen rhetorisch etwas begrenzteren Möglichkeiten würde ich es auf folgenden Extrakt reduzieren, wie beim Kochen:
    Eine angeborene Vorsicht, sowie jahrhundertealte Erfahrungen mit anderen Kulturen, ebenso eine Jüdische „Kardinaltugend, nämlich die vornehmliche Liebe zur Freiheit, müßten es jedem Juden unmöglich machen zum Rassisten zu werden.
    Es ist auch mir nicht unbekannt, daß wo zwei Juden sich zusammenfinden, es mindestens 3 Meinungen gibt.
    Wie gefährlich tatsächlich selbst innerjüdische Kritik für die Juden höchstpersönlich sein kann, könnte man, so man will, z.B. bei „kreuznet“ nachlesen. Über die letzten Artikel dort sollten sich Juden tatsächlich mehr Gedanken machen, als z.B. über Herrn Peter Schneider.
    Da konnte man am 10.8.2010 lesen:
    „Nieder mit dem von christlichen Zionisten aufoktroyierten PhilosemitismusNicht alle Deutsche sind der Gehirnwäsche zum Opfer gefallen: Warum soll der Holocaust „einmalig“ sein, wenn ihn Israel mit seinen ethnischen Säuberungen wiederholt?“ ……..

    http://www.kreuz.net/

    Wie dort Frau Hecht Gallinsky instrumentalisiert wird – da kommt einem das große K………..
    In dieser Beziehung kann ich Herrn Broder langsam wirklich gut verstehen. Der genannte Blog ist wirklich rassistisch, nämlich was Juden betrifft, vornehmlich und das wäre doch Ihr ganz eigenes Spezialgebiet, wo es ebenso wichtig ist dagegen anzutreten, wie gegen Rassismus gegen Muslime.

    Wenn es so viele überangepasste Juden in unserem schaurigen Vaterland gibt, die sich eventuell rassistisch anhören, so könnte es einfach auch daran liegen, daß diese, aus einer gewissen Erleichterung heraus, gerade einmal nicht zu der bevorzugten Opfergruppe zu gehören, sich einem allgemeinen Trend anpassen.

    Unserem gemeinsamen Freund kann man vielleicht nachsagen, daß er manchmal unsäglich, peinlich oder sehr undezent ist, was er demnächst öffentlich mit seinem muslimischen Freund aufführt, ist womöglich ebenfalls unsäglich, peinlich aber auch sehr komisch und wirkt nicht besonders rassistisch.

  24. avatar

    Lieber Alan, ich habe Schneider im SPIEGEL gelesen. Im großen und ganzen eine ordentliche Betrachtung, und welche hätte nicht Ihre Schwächen? Ist das bei Dir nicht ein reichlich später Hahnenkampf um die richtige Deutung, oder wie hat Helmut Kohl gesagt, Oberherrschaft über die herrschende Sprache oder die Stammtische, ich weiss nicht mehr genau, vielleicht weisst Du es noch?
    Jetzt habe ich ein konkrete Frage: Dass „Judäa und Samaria“ (das sind ja keine werneutralen Bezeichnungen) „nicht judenrein sein dürften“ ist ja mehrfach publiziert worden. Kannst Du das anders verstehen als die Fortführung der Besatzungspolitik und Siedlungspolitik? Was sind Deine Quellen, wenn Du schreibt, dass die Aussage „erweitere das Territorium Israels“ eine Lüge ist? Ich kann Dir insofern beistimmen, dass „Erweiterung“ nicht das richtige Wort ist, dass Israels bereits dort herrscht.
    Lotta continua. Vorwärts und nicht vergessen. Ich war nicht in Deiner K-Gruppe, aber habe sie gekannt.
    Ein alt gewordener 68er

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    Danke für den Tipp, Herr Dr. Strebel.
    Nein leider nicht, habe ich noch nicht gelesen. Haben Sie „Geschichte der Deutschen“ des nicht so sehr bekannten deutschen Historikers Veit Valentin (seine Karriere endete er gezwungernermaße im Library of Congress wegen den Nazis) gelesen? Das ist auch lesenswert…in Bezug auf dieses Kapitel der europäischen Geschichte.

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      Ein Bitte an alle Kommentatoren,
      wir freuen uns über starke Meinungen, aber nicht über persönliche Diffamierungen. Bitte argumentieren Sie – und bleiben sachlich.
      Mit freundlichen Grüßen, Ihre Margaret Heckel

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    Eine sehr gute Analyse. Ich verstehe trotzdem die Kurzsichtigkeit von Leuten wie Broder nicht.

    Zudem glaube ich, dass manche Menschen „einfach so“ – sprich aus welchen Gründen auch immer islamophob sind. Wenn ich mir anschaue, mit welchem Schaum vor dem Mund ein Giordano früher gegen einen türkischen EU-Beitritt, wetterte bevor er das Thema Moscheebau entdeckte, dann glaube ich, dass das nichts mit Israel zu tun hat, sondern einfach mit der Unkenntnis und den Ressentiments dieses Mannes.

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    @ Ramona: So isses.
    @ Milchmädchen: Und haben diese Verbrecher, Gauner und Scharlatane Namen?
    @ Stan: Auch wenn mich Henryk wie einen Feind behandelt hat, indem er mich ohne Anhörung aus der Achse des Guten herausgeworfen hat, betrachte ich ihn als Freund. Darum unterstelle ich ihm nur die alleredelsten Motive. Im übrigen halte ich die These, dass es mehr Spaß mache, Täter als Opfer zu sein, für falsch. Alle wollen Opfer sein. (Teils, um dann umso gewissenloser Täter sein zu können…)

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    Wirklichkeit und Theorie: Wenn man in USA mit allen moeglichen Rassen und Ethnien lebt, arbeitet und verkehrt – nicht als Studierender fuer ein Jahr, oder „war schon oefters in USA“ – sondern Tag fuer Tag mit all den „aches and pains of real life“, der koennte ueber dieses Thema nuechterner berichten. Aber lieber nicht… Jedoch eine akademische Beobachtung: Die Neigung vieler Juden in der Vergangenheit sich fuer die Belange der African-Americans und Sozialschwache zu interessieren (die Hispanic-Latinos waren noch nicht „sichtbar“ vielerorts) – war weitgehen eine Welle vorheriger Generationen. Ein Beispiel ist die Familie Kristol – der Grossvater war Trotzkist, dann „New Deal Democrat“, der Vater war „Johnson’s Great Society Democrat“ dann wechselte zu Ronald Reagan. Der Sohn ist heute der extremste Neoliberal-cum-Conservative der „rechten“ Denker in Washington.

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    David Berger schrieb: Täter werden zum Opfer. Churchill würde sich im Grabe umdrehen.

    Offensichtlich haben Sie Churchills Geschichte des zweiten Weltkrieges nicht gelesen. Für dieses Geschichtswerk hat er, wie Mommsen für die Geschichte Roms, den Literaturnobelpreis bekommen.

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    Lieber Herr Posener,

    ich stimme Ihrem Artikel voll und ganz zu und habe ebenfalls nie verstehen können, wie manche jüdische Publizisten einem Rattenfänger wie Sarrazin Beifall zollen können.

    Freilich gehen Sie von edlen Motiven aus, wo möglicherweise keine sind. Daher meine Frage an Sie: Könnte es nicht sein, dass beispielsweise die Kollegen von der AdG, und hier insbesondere der unsägliche HMB, bloß deshalb einen unbändigen Hass gegen den Islam pflegen, weil sie damit hoffen, selbst aus der Schusslinie der Rassisten zu geraten? Dass dies eine Milchmädchenrechnung ist, haben Sie ja bereits dargelegt. Meine These ist nur, dass dies nicht Israel zuliebe geschieht – was ja tatsächlich ehrenhaft wäre – sondern aus purem Egoismus.

    HMB hat diese perfide Einstellung ja einmal erstaunlicherweise offen zum Ausdruck gebracht, indem er sagte: „es macht mehr Spaß, Täter als Opfer zu sein.“ (Jüdische Allgemeine, 17. März 2005, S. 3). Insofern macht es ihm vermutlich auch mehr Spaß, Rassist zu sein als selbst rassistisch angegriffen zu werden. Wie ist Ihre Meinung dazu?

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    Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung…eigentlich Verhöhnung der Opfer des Holocaust. Täter werden zum Opfer. Churchill würde sich im Grabe umdrehen. Das ist das „wir sind wieder wer“-Syndrom in Deutschland. Posthumer Sieg von Jürgen Möllemann.

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    Vielen Dank, Herr Posener, dass Sie hier das zum Ausdruck gebracht haben, was ich aufgrund meiner überschaubaren Fähigkeiten nicht so eloquent und bissig vorzutragen vermag, mich aber schon länger beschäftigt hat. Schade, dass manche ihr Talent derartig vergeuden, nur weil sie nicht die Chuzpe haben, auf halbem Weg einzusehen, dass sie falsch abgebogen sind.

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    Ein Verbrecher ist, wer das Recht auf freie Meinungsänderungen für Deutsche relativ zum Rest der Menschheit einschränken will. Ein Gauner ist, wer Deutsche dafür diffamiert, daß sie objektiv bestehende Menschenrechtsverletzungen anprangern. Ein Scharlatan ist, wer dies mit Moral rechtfertigt.

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    hmm, warum sollen denn Juden nicht auch dumm sein? Die jüdischen Anhänger der neusten Salonrassisten widerlegen doch sozusagen auf wunderbar subtile Weise die These des Thilo Sarrain. Zum Beispiel die These, dass die Juden „einen um 15 % höheren IQ“ haben- aber: mit so einem hohen IQ würd man doch nicht auf so einen abgeschmackten Blödsinn reinfallen, oder? Eben.

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