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Alles wird gut. Warum die Corona-Krise das Ende der Medizin einläutet, und warum das eine gute Nachricht ist

Dieser Text eschien zuerst in meinem Online-Magazin bei RiffReporter: https://www.riffreporter.de/erbe-umwelt-peter-spork/corona-essay/

Außerdem erschien er in einer Anthologie des Penguin Verlags, Titel „Corona und wir. Denkanstöße für eine veränderte Welt.” Darin neben diesem Essay Texte von Thea Dorn, Yuval N. Harari, Gerd Gigerenzer, Esther Duflo, Jakob Augstein und vielen anderen.

Wollen wir eines Tages die Krankheiten besiegen, das Siechtum, vielleicht sogar das Altern und die quälenden Schmerzen? Und natürlich auch Corona, genauer Covid-19? Selbstverständlich wollen wir das. Und die gute Nachricht ist: Wir sind mittendrin. Dieser Wunsch treibt die Medizin seit Menschengedenken an. Er hat sie zu beachtlichen Erfolgen geführt. Die durchschnittliche Lebenserwartung steigt und steigt, einige gefährliche Infektionskrankheiten – manche bedrohlicher als Covid-19 – sind fast oder ganz ausgerottet, andere dank Impfungen oder Antibiotika harmlos geworden: Pocken, die Pest oder Polio zum Beispiel. Säuglinge müssen kaum noch sterben. Chirurg*innen transplantieren lebenswichtige Organe. Stammzellforscher*innen beginnen sogar, Mini-Organe in Petrischalen zu züchten. Selbst die ersten einst tödlichen Krebsarten haben ihren Schrecken verloren.

Dennoch scheint die alltägliche Medizin diesen Entwicklungen fast tragisch hinterherzuhinken. Dank moderner Techniken können wir heute das Erbgut lesen, die Arbeit einzelner Zellen über längere Zeit hinweg auf molekularer Ebene aufzeichnen, das Gespräch zwischen Erbe und Umwelt belauschen, unsere Mitbewohner im Darm und auf der Haut analysieren, den Einfluss einer Psychotherapie auf die Genregulation erfassen. Wir sind dabei, das Leben als solches zu verstehen und damit den Prozess zu begreifen, der unsere Gesundheit ist. Doch die Medizin ficht all das nicht an. Für sie ist Gesundheit noch immer das Gegenteil von Krankheit. Und Krankheiten definiert sie noch immer über wichtige Symptome oder betroffene Organe.

Medizin darf sich nicht von der Krankheit in die Irre leiten lassen

Die Medizin muss endlich lernen, in komplexen biologischen Netzwerken zu denken. Sie darf sich nicht immer wieder von der Krankheit in die Irre leiten lassen, wenn sie doch in Wirklichkeit der Gesundheit auf der Spur ist. Vielleicht wird es rückblickend sogar die Corona-Krise gewesen sein, die hier eine Trendwende eingeleitet hat.

Die neue Pandemie zeigt uns überdeutlich, wie wichtig Forschung ist. In den großen biomedizinischen Zentren dieser Welt wird fieberhaft nach Lösungen gegen dieses Virus SARS-CoV-2 gesucht. Bis vor kurzem hatte die breite Öffentlichkeit noch nicht einmal den Schimmer einer Ahnung, was in all den Laboren passiert. Doch die neue Infektionskrankheit wirkt wie ein Brennglas, das unser aller Aufmerksamkeit auf die Wissenschaft fokussiert. So könnte ein kleines Virus erreichen, was die Gesellschaft seit langem verschläft: Wir könnten das veraltete medizinische Denken aus dem 19. und 20. Jahrhundert hinter uns lassen und eine Medizin des 21. Jahrhunderts erschaffen.

Diese Medizin wäre nicht mehr an simplistische lineare Monokausalketten gefesselt, sie konzentrierte sich nicht mehr darauf, Symptome von Leiden zu bekämpfen, deren wirkliche Ursache im Dunkeln liegt. (Ja, es stimmt: Grundsätzlich verstanden haben wir bislang erst sehr wenige Krankheiten.) Es ginge dieser Medizin darum, Erkrankungen als Zustände in nichtlinear geregelten, biologischen, psychologischen und soziologischen Systemen zu begreifen. Es ginge ihr um die Beziehungen, in denen die unzähligen Elemente eines solchen hochkomplexen Netzwerks zueinander stehen. Und es ginge ihr um die Veränderungen dieser Beziehungen über die Zeit hinweg.

Das klingt kompliziert. Und ja: Es ist kompliziert. Aber in der Corona-Krise lernen wir auch diesbezüglich dazu. Wir alle können plötzlich Exponentialfunktionen lesen. Wir wissen, warum es so wichtig ist, auf die Verdoppelungsrate der gemeldeten Infektionen zu schauen. Wir haben begriffen, welch epidemiologisch, gesundheitspolitisch und biomedizinisch wichtige Botschaft sich hinter dem Hashtag #FlattenTheCurve verbirgt. Wir haben verstanden, dass räumliche Isolation Sinn macht. Wir halten Abstand voneinander, vor allem auch, weil wir Risikogruppen schützen wollen. Noch niemals zuvor dürften so viele Menschen zur gleichen Zeit das gleiche getan – oder besser nicht getan – haben, alleine im Interesse der Krankheitsprävention. Man stelle sich nur vor, wir ließen mit der gleichen Sorgfalt auch gemeinschaftlich das Rauchen, Saufen und Zu-früh-Aufstehen sein.

Die neue Wissenschaft wäre gar keine Medizin mehr

Eine Wissenschaft, die in Regelsystemen und in Netzwerken denkt, würde uns dabei jedenfalls motivieren und unterstützen. Denn sie könnte das Leben und die Gesundheit mit Hilfe neuer Computertechniken simulieren und zuverlässige Prognosen machen, wie beide sich unter bestimmten Vorbedingungen verwandeln. Es wäre eine echte Präventionsmedizin, man könnte auch sagen, eine Gesundheitsmedizin, oder – völlig radikal gedacht: Es wäre im Grunde überhaupt keine Medizin mehr. Denn diese neue Wissenschaft würde Krankheiten bereits dann vernichten, wenn sie noch gar nicht ausgebrochen sind.

Wie gut dieser Ansatz funktioniert, wissen wir längst. Gerade Infektionskrankheiten sind vergleichsweise gut verstanden. Wir kennen ihre Mechanismen. Verglichen mit den komplexen, meist schleichend verlaufenden massenhaft auftretenden Volks- und Altersleiden oder all den psychischen Krankheiten sind sie regelrecht simpel. Deshalb beugen wir vielen von ihnen auch effektiv vor, indem wir unsere Biologie systemisch verändern. Mit Impfungen regen wir das Immunsystem dazu an, passende Antikörper zu bilden. Auch im Kampf gegen SARS-CoV-2 wird das die Lösung sein. Die ganze Welt hofft jedenfalls auf nichts sehnlicher als auf den Corona-Impfstoff. Früher oder später wird er uns aus der Umklammerung der Pandemie befreien.

Die Bedrohung durch Covid-19 macht auf einmal erfahrbar, was zuvor für die meisten zu weit weg und zu abstrakt war. Wir begreifen, wie existenziell es ist, Gesundheit wissenschaftlich zu untersuchen und mechanistisch zu verstehen. Selten beschäftigte sich die Gesellschaft so sehr mit Wissenschaft. Selten hatten Wissenschaftsjournalisten als Vermittler zwischen beiden Seiten eine bedeutendere Funktion. Wir müssen hoffen, zumindest einen Teil diesen Momentums in den neuen Alltag nach Corona hinüberretten zu können.

Trotzdem macht die Aussicht auf eine Vormachtstellung der Wissenschaft vielen Menschen Angst. Biomedizinische Forschung braucht immer mehr Daten. Sie ist regelrecht süchtig nach Daten. Sie liest genetische und epigenetische Codes von möglichst vielen Menschen, erfasst alle Proteine, die einzelne Zellen unter bestimmten Voraussetzungen erzeugen, analysiert Laborwerte, liest Fitnesstracker aus und vieles, vieles mehr. Die Daten werden schließlich dazu benutzt, immer bessere Algorithmen zu entwickeln und mit ihrer Hilfe das Leben und die Gesundheit lesen zu lernen.

Nächstes oder übernächstes Jahr werden wir hoffentlich fast alle gegen Covid-19 immun sein

Viele fühlen sich dieser Entwicklung ausgeliefert. Wer möchte schon, dass Algorithmen über sein Leben bestimmen? Aber glauben Sie mir: Diese Angst ist unbegründet. Es geht hier nicht um Macht. Alles wird gut. Niemand wird Ihnen Ihre Freiheit rauben. Im Gegenteil, Sie werden an Freiheit gewinnen. Auch wenn es uns derzeit schwer fällt, daran zu glauben. Auch wenn wir gerade womöglich liebe Menschen verlieren, auch wenn der Titel dieses Beitrags für viele zynisch klingen muss.

Der Impfstoff gegen SARS-CoV-2 wird sehr wahrscheinlich kommen. Im nächsten oder übernächsten Jahr werden wir hoffentlich fast alle gegen Covid-19 immun sein. Bis dahin werden Forscher*innen das neue Virus, seine Herkunft, seine Übertragung von Mensch zu Mensch, seine hoffentlich nicht allzu große Wandelbarkeit und die Reaktion des menschlichen Immunsystems auf den Erreger grundliegend verstanden haben. Und dann werden wir dem Ziel nahe sein, dass möglichst viele Menschen gar nicht erst die Krankheit Covid-19 bekommen. Dass sie gesund bleiben. Dass sie keine Medizin benötigen. Die eigentliche Bedrohung ist ja nicht das Virus selbst. Es ist der Umstand, dass es für uns Menschen neu ist. Unser Immunsystem hat noch nicht gelernt, mit ihm umzugehen. Die biomedizinische Forschung ist gerade erst dabei, es haarklein kennenzulernen, seine Schwächen aufzuspüren, effektive Gegenmittel zu finden.

Wir sind seit langem auf dem Weg in eine naturwissenschaftlich denkende und handelnde Medizin. Aber wir sind noch nicht bei ihr angekommen. Medizin, wie wir sie heute kennen, ähnelt an vielen Stellen eher einem Kunsthandwerk als einer Wissenschaft. Das lehrt uns nicht zuletzt die Hilflosigkeit in der Corona-Krise.

Elektronische Helfer – Gesundheitscomputer oder digitale Zwillinge genannt – werden eines Tages alle Daten über uns verarbeiten und uns wie Navigationssysteme auf dem Pfad der Gesundheit begleiten. Dann werden wir uns nicht mehr auf die Krankheiten konzentrieren, um sie zu bekämpfen. Vielmehr werden wir die Gesundheit fördern und die allerersten Anzeichen, dass eine Entwicklung in die falsche Richtung läuft, mit Änderungen des Lebensstils oder mit Hilfe der Wissenschaft bekämpfen. Das heißt aber auch, die Medizin muss vom Konzept der Krankheit Abstand nehmen. Sie muss sich der Gesundheit zuwenden. Diese ist nach meinem Verständnis nicht das Gegenteil von Krankheit. Sie ist der Prozess, der uns anpassungsfähig und vital erhält, der uns mitunter sogar hilft, eine Krankheit zu besiegen oder mit ihr besser zu leben. Gerade chronisch kranke oder alte Menschen benötigen aus diesem Blickwinkel betrachtet eine besonders gute Gesundheit. Nach der gängigen Definition gelten sie aber schlicht als nicht gesund.

Biomedizinische Forschung wendet sich dem Leben und der Gesundheit zu

So gesehen könnte die Corona-Krise tatsächlich das Ende der Medizin einläuten. Denn eine Medizin, die die Krankheit aus dem Blick verliert und sich auf die Gesundheit konzentriert, ist keine Medizin im herkömmlichen Sinn mehr. Im Kampf gegen Covid-19 erreicht die biomedizinische Forschung eine systemische, komplexere, der Gesundheit und dem Leben zugewandte Ebene. Und weil das eine positive Entwicklung ist, weil wir alle davon profitieren werden, ist dieser Anfang vom Ende der klassischen Medizin eine gute Nachricht.

Eines Tages werden völlig neue Krankheitserreger dann hoffentlich so früh entdeckt, durchschaut und ausgemerzt, dass es zu keinen Pandemien mehr kommt. Basis nicht nur dieses Fortschritts wird das Sammeln der unendlich vielen individuellen biomedizinischen Gesundheitsdaten sein. Wir selbst werden in großen Bereichen unsere eigenen Ärzt*innen sein. Die Mechanismen des Alterns werden verstanden und manipulierbar sein. Die Daten werden dank Künstlicher Intelligenz, maschinellem Lernen und gigantischer medialer Vernetzung eine präzise, personalisierte und treffsichere Medikation ermöglichen.

Natürlich werden wir aufpassen müssen, dass unsere Daten vor allem uns nutzen und nicht irgendwelchen skrupellosen Geldvermehrern in die Hände fallen. Schon heute gibt es gute Ansätze, wie das gelingen könnte. Und dann werden wir nicht mehr Opfer unserer Leiden sein. Wir werden stattdessen die Freiheit haben, frühzeitig zu verstehen, was sich innerhalb des biologischen Netzwerks, das der Körper als untrennbares Ganzes bildet, im Krankheitsfall in die falsche Richtung entwickelt.

Wir dürfen also nicht den Fehler machen, jetzt nur Corona zu bekämpfen. Wir müssen aus der Krise lernen. Wir müssen verstehen, was am Anfang der Pandemie schief gelaufen ist. Wir müssen dafür sorgen, dass wir in Zukunft das Auftreten neuer Erreger, die ganz anders sein können als SARS-CoV-2, registrieren und konsequent eindämmen, bevor sie sich auf unkontrollierbare Weise über die ganze Welt verteilen. Haben wir diesen Punkt erst einmal verstanden, lernen wir auch für viele andere Krankheitsmechanismen das System kennen, in dem sie wirken. Dann können wir die biologische menschliche Entwicklung theoretisch aber schon im Vorhinein steuern. Genau dann ist das Ende der Medizin, wie wir sie heute kennen, erreicht.

Die Corona-Krise wird Veränderungen in der Wissenschaft katalysieren

In der Wissenschaft deuten sich also dramatische Veränderungen an. Die Corona-Krise wird diese Entwicklungen katalysieren. Schon seit längerem wandelt sich das Verständnis von Krankheit und Gesundheit. Ich selber habe ein Buch darüber geschrieben (Gesundheit ist kein Zufall) und arbeite gerade an einem neuen Buch, das vorherzusehen versucht, wie sich die Biomedizin entwickeln wird. Glauben Sie mir: Wir Menschen beginnen gerade damit, das Leben zu verstehen. Und die Corona-Krise hilft uns dabei.

Eines Tages werden wir hoffentlich zielsicher den Kipppunkten aus dem Weg gehen können, die unseren Organismus aus dem Gleichgewicht werfen. In diesem Moment befinden wir uns im Zustand der Gesundheit. Unser Organismus wird uns sogar dabei helfen, diese Gesundheit aufrecht zu erhalten. Er tut es im Grunde heute schon die meiste Zeit. Denn komplexe Systeme sind erstaunlich stabil.

Der Vergleich zum Klimawandel drängt sich auf. Auch dieser ist ein komplexes systemisches Problem. Auch diesen können Klimaforscher*innen bereits weitgehend simulieren. Sie kennen die Auslöser der ansteigenden Temperaturen auf der Erde, und sie wissen dank guter Prognosen sogar, wie die Menschheit dafür sorgen kann, dass die entscheidenden Kipppunkte auf dem Weg in die Klimakatastrophe nicht erreicht werden. Das größte Problem in diesem Feld ist derzeit, dass die Menschheit zu träge zum Umdenken und Handeln ist. Auch hier könnte das existenzielle globale Gemeinschaftserlebnis der Corona-Krise Wunder wirken: Egal ob in Russland, China, Südafrika oder den USA – alle Menschen erleben die gleiche Gefahr. Und sie spüren das auch, anders als bei der Klimakrise.

In Sachen Gesundheit lernen wir mit dem Corona-Virus derzeit also täglich dazu. Noch geht es vor allem um die Bekämpfung einer neuen Krankheit. Aber im Idealfall wird die Gesellschaft der Wissenschaft weiterhin so sehr vertrauen wie heute, sie wird auf sie hören und sie auch finanziell in gleichem Maße unterstützen. Dann sollte sich unser aller Leben zunehmend verbessern. Jeder von uns wird in seine individuelle biomedizinische Zukunft blicken. Das wird uns von den Fesseln der Medizin befreien. Denn wir alle – oder vielleicht auch erst unsere Kinder oder Enkel – werden eines Tages wissen, wie wir unsere Gesundheit erhalten. Besser noch: Wir werden tun und lassen können, was wir wollen, und dennoch von Algorithmen, die uns geduldig dienen, immer wieder neu zurück auf den Pfad der Gesundheit geführt werden. Wir werden mit dem Altern, den Schmerzen und Krankheiten und sogar dem Sterben leben, nicht gegen sie.

Covid-19 ist auf dem Weg dorthin eine besonders harte Prüfung. Viele Menschen sterben, noch mehr leiden unter den veränderten Lebensbedingungen, die der Kampf gegen die Pandemie mit sich bringt. Aber unsere Gesellschaft wird diese Krise meistern: Alles wird gut.

Peter Spork ist einer der „führenden Wissenschaftsautoren hierzulande“ (DLF). Er hat mehrere populärwissenschaftliche Sachbücher veröffentlicht, darunter die Bestseller Der zweite Code (2009) und Gesundheit ist kein Zufall (2017). Im Frühjahr 2021 erscheint bei DVA sein neues Buch. Darin beschreibt er, wie die aktuellen Fortschritte der Biologie die Medizin verändern werden.

Zum Originaltext bei Erbe&Umwelt bitte hier entlang: https://www.riffreporter.de/erbe-umwelt-peter-spork/corona-essay/

Anthologie “Corona und wir”

Dieser Essay erschien auch in der Anthologie „Corona und Wir“, herausgegeben vom Penguin Verlag. Gerne lege ich Ihnen den Kauf des E-Books an dieser Stelle ans Herz. Denn wir Autor*innen verzichten zugunsten des Sozialwerks des Deutschen Buchhandels auf ein Honorar.

Mit Beiträgen von Anne Applebaum, Jakob Augstein, Abhijit V. Banerjee, Nikolaus Blome, Luca d’Andrea, Thea Dorn, Ulrike Draesner, Esther Duflo, Gerd Gigerenzer, Matthias Glaubrecht, Stephen Greenblatt, Dana Grigorcea, Annett Gröschner, Yuval Noah Harari, Matthias Horx, Philipp Hübl, Bas Kast, Martin Korte, François Lelord, Geert Mak, Annette Mingels, Ian Morris, Mareike Ohlberg, Boris Palmer, David Quammen, Richard C. Schneider, Martin Schröder, Frank Sieren, Mark Spitznagel, Peter Spork, Reinhard K. Sprenger, Nassim Nicholas Taleb.

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28 Gedanken zu “Alles wird gut. Warum die Corona-Krise das Ende der Medizin einläutet, und warum das eine gute Nachricht ist;”

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    Ich denke, man sollte akzeptieren, dass Menschen sterblich sind. Unsere Gesellschaft ist offenbar nicht bereit dazu, nicht mal sehr alte Menschen jenseits der 80 dürfen an den allfälligen Infektionskrankheiten sterben. Alles wird jetzt auf den Kopf gestellt, damit das Unvermeidliche nicht kommt. Irrational. Die Gesundheitsdiktatur wird Schiffbruch erleiden, wie andere utopische Diktaturen vor ihr.

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    Ach Die dachten nur an den AfD Mann Meuthen und den Schwätzer Augstein, na herzlichen Glückwunsch für so schlichte Kategorien!

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    ach Herr Spork: offenbar sind Sie nicht in der Lage zwischen Ideologen (Ihre Formulierung “Leute wie Sie” – wer argumentiert denn wie ich? Herr Bolsonaro und Herr Trump sind die extrem fern) und Beobachtern zu unterscheiden. Lassen wir es also.

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      ach Frau Frommel, ich wollte nur höflich sein, und Sie nicht zu direkt angehen. An Trump und Bolsonaro hatte ich wirklich nicht gedacht, eher an Augstein, Meuthen und Co. Aber Sie haben Recht: Lassen wir es. Vielleicht folgen ja andere, die hier mitlesen, den Links, die ich empfohlen habe.
      Einen Text und ein Statement von mir würde ich allerdings gerne noch nachlegen, um zu verdeutlichen, warum mir diese Diskussion so wichtig ist: Wir müssen den Schwachen und Vulnerablen helfen, anstatt permanent von überfälligen Lockerungen und drohenden wirtschaftlichen wie psychologischen Katastrophen zu raunen. Warum jammern die Starken am lautesten? Keine Ausgrenzung und Verängstigung der wirklich Belasteten!
      Hier, in diesem kostenfreien RiffReporter Erbe&Umwelt-Beitrag “Stress und Resilienz in der Corona-​Krise: Werden wir jetzt alle psychisch krank? Wie schützen wir uns in der Covid-​19-Pandemie vor Depressionen, Ängsten, Überforderung, Sucht und Gewalt? Warum ist die Krise auch eine Chance?” lesen Sie mehr dazu: https://www.riffreporter.de/erbe-umwelt-peter-spork/stress-resilienz-corona/

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    Zum RKI: klar, auch Ich bemerke, dass diese Einrichtung mittlerweile selbst gemerkt hat, dass sie Panik verbreitet. Sie beendet diese aber nur halbherzig und das ist schädlich für die Ökonomie. Dies zu Ihrem Satz: “Glauben Sie wirklich, man sei sich dort der Schwächen nicht bewusst?”
    Das andere ist aber, wie die Politik aus dem shutdown wieder heraus kommt. Der österreichische Kanzler hat es vorgeführt. Er sehe “Licht am Ende des Tunnels” und deshalb könne man nun den Ausstieg angehen. Die deutsche Politik gibt hingegen den ökonomischen Akteuren keine Planungssicherheit. Wissenschaft lebt davon, dass man hinterher schlauer ist. aber das sollte man dann offen und nicht so verscherbelt zugeben.

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      Liebe Frau Frommel, sorry, aber das RKI verbreitet keine Panik – im Gegenteil: Es beruhigt mit vernünftigen wissenschaftsbasierten, abgewogenen Maßnahmen. Es scheint eher so, als würden sich Leute, die argumentieren wie Sie, Panik geradezu wünschen oder sie herbeireden. Das Muster wird derzeit von sehr vielen benutzt, es kommen immer die gleichen Stränge und Argumente. Hier scheinen alle nur das zu lesen, was in ihrer Blase geteilt wird. Mein Versuch war, Sie aus dieser Blase herauszuholen, aber offenbar haben Sie die verlinkten Texte leider nicht gelesen.
      Eine Sache noch zu Ihrer Art zu argumentieren. Sie beginnen Ihren langen gestrigen Kommentar mit dem Satz: “Was habe ich gegen das RKI? Die Art der Daten-Präsentation ist unwissenschaftlich.” Und später loben Sie die angeblich so wissenschaftliche Präsentation der Daten von Prof. Streeck. Das ist manipulativ, weil schlicht verkehrt. Die Daten von Streeck und Kollegen waren damals noch nicht veröffentlicht und von unabhängigen Kolleg*innen gegengelesen, sie waren von einer PR-Agentur (StoryMachine) vorab mit viel Geraune begleitet und von der Politik (Herrn Laschet) bereitwillig aufgegriffen worden. Zudem war die Studie zu klein, nicht repräsentativ für Deutschland oder gar die Welt und es wurden daraus Schlüsse gezogen, die nicht zu halten sind. All das hätten Sie hier lesen können: https://www.riffreporter.de/corona-virus/corona-streeck-heinsberg-pandemie-exit-laschet/. Aber das wollen Sie ja gar nicht. Sie wollen ihr Weltbild bestätigt sehen.

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    O je, lieber Herr Spork, ich wiederspreche Ihnen nicht. Wie jeder habe ich in Familie und Freundeskreis viele Krankheitsverläufe gesehen, war mit Angehörigen im Krankenhaus und ich glaube, ich verstehe, worauf Sie hinauswollen. Was mich stutzig macht, sind die Menschen. Viele, viele Dinge, die wir jetzt schon haben nutzen wir nicht oder machen das genaue Gegenteil. Rauchen und Saufen sind ja nur die Spitze des Eisberges. Eisbomben, Fertigpizza, Tätowierungen im Hinterhof, Stunden vor dem PC, nie besuchte Fitnessstudios und vor sich hingammelnde Ingwerknollen in der Ecke des Kühlschranks – die Liste ist ja unglaublich lang. Selbst Sport wird bis zum Gelenkverschleiß betrieben. Ist es nicht so, dass viele Gebrechen oder Krankheiten (ohne Prozente zu lallen, weil ich sie nicht kenne, nur vermute) auf dem tiefsitzenden Unwillen basieren, seinen Körper wirklich gut zu behandeln? Nicht umsonst ist Binge-Drinking ein neuer Initiationsritus geworden, die Verkaufszahlen der Nikotinverdampfer ist bei jungen Erstrauchern durch die Decke gegangen, von Drogen in verschiedener Form ganz zu schweigen. Derjenige, für den der Körper der Tempel der Seele ist, wird die neue Gesundheitswelt danken annehmen. Die, für die der Körper der Vergnügungspark der Seele ist, werden nach wie vor daran arbeiten, ihrem Leben ein amüsantes oder zumindest ein bittersüßes Ende zu bereiten. Ist nicht das Mindset, die Psyche oder die verletzte Seele vieler Patienten ein viel, viel größeres Problem für das körperliche Wohlbefinden als die Möglichkeiten der Medizin? Was nützt ein Fitnessarmband, das Misserfolg in der Prävention liebevoll protokoliert? Ein Hauskauf wird mit einer Risikolebensversicherung abgesichert, dazu hat die Versicherung Einblick in die Krankenakten der letzten 10 Jahre. Das hat Auswirkungen auf die Beiträge. Schon heute. Es würde mich wundern, wenn diese Protokolle keine Rolle spielen. Ihr Ansatz ist gut für die heute schon auf sich achtende Bevölkerung, was ich sehr begrüße. Im Gegenzug legt des die Unzulänglichkeiten des anderen Teils schonungslos offen und da auch Gesundheit Geschäft ist, hat das auch schnell wirtschaftliche Folgen. Nochmal, ich wiederspreche Ihnen nicht, ich habe nur das Gefühl, dass die Welt, die Sie sich vorstellen, noch einer nicht unbeträchtlichen Schärfung durch weitere Disziplinen wie der Juristerei, Psychologie oder Soziologie bräuchte (das ist der erste Artikel dazu, den ich lese, vielleicht haben Sie das). Facebook hat mehr verändert, als sich nur unkomplizierter Geburtstagsgrüße zu schicken zu können, heute fallen dort Regierungen. So, wie Sie sich um einen anderen Blick auf die Gesundheit bemühen, haben Sie diesen anderen Blick auf das gesellschaftliche Zusammenleben angewandt? Eine Punkband hieß mal „Life, but how to live it“. Hängt es nicht hier weitaus mehr, als an den Möglichkeiten seinem Körper etwas Gutes zu tun?

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      Danke, lieber Herr Stevanovic, Ihre Sorgen sind vermutlich begründet. Aber genau daran versuche ich ja anzusetzen: Feedback – soziologisch, biologisch, psychologisch – für alle und mit allem. Weil die Evolution zu langsam ist, passen wir als Organismen nicht in die selbst geschaffene neue Welt. Nun hoffe ich darauf, dass sich das allmählich ändert. Das Resultat muss übrigens nicht Genussfeindlichekit, Langeweile und Askese sein. Nehmen wir Ihr Beispiel vom “Sport bis zum Gelenkverschleiß”. Früher haben Ärzte Menschen mit Arthrose zu viel Bewegeung verboten – heute empfehlen sie in Ihren Richtlinien u.a. Jogging bis zur Halbmarathondistanz. Die Medizin muss halt noch sehr viel lernen.

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      Ich möchte zu bedenken geben, dass es immer schwierig ist, “das Leben und wie man es lebt” zu beurteilen oder gar zu ändern. Es ist eine Bionsenweisheit, aber trotzdem das einzige, was man da sagen kann: Man muss ja nicht immer gleich auf alles zugleich zielen. Es ist schon ein Fortschritt, wenn man ein Detail ändern kann, nach dem Motto: Das große Ganze besteht aus einzelnen kleinen Dingen. Zum Beispiel Süßigkeiten weglassen und stattdessen joggen gehen – für die Menschheit ein nicht mal mikroskopischer Schritt, und für mich, mein Leben und meinen Gesamtzusammenhang ist er auch nur ein bisschen größer. Aber schwer ist er.

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        Der Denkfehler bei der Sache (“das Leben und wie man es lebt”) ist, dass statistisch erfasste Aussagen auf das Individuum übertragen werden sollen. Wenn ich Süßigkeiten weglasse und stattdessen Joggen gehe (was auch schon 2 Sachen auf einmal sind.. puh), heißt das noch lange nicht, dass ich dann auch lange lebe. Andererseits kann mir mit Bewegungsmangel am Laptop ein erfülltes Leben bis 95 bevorstehen. Ich bin daher sehr skeptisch gegenüber der Aussage, dass eine ‘ganzheitliche’ Achtsamkeits-Wissenschaft, die auch nichts anderes können wird, als herauszufinden, dass die Menschen nun mal unterschiedliche Bedürfnisse haben und gut damit fahren, diese auszuleben und sich dabei möglichst wenig Gedanken um irgendwelche möglichen Körper-Fehlfunktionen zu machen, zu Erkenntnissen finden wird, die die Medizin ersetzen. Ein gebrochener Knochen muss nun mal geschient werden, ein fauler Zahn raus, ein übersäuerter Magen neutralisiert und ein gebrochenes Herz therapiert werden. Wir sind nicht so Geistwesen, die nur mit der richtigen Information gefüttert werden müssen, damit sie in ein perfektes Gleichgewicht und einen Astralzustand gelangen – oder ‘clear’ werden, wie die Scientologen versprechen. Welche Aussagen sollen denn kommen, von einer intensivierten Forschung? Dass der Blutdruck dauerhaft steigt, wenn ich mich chronisch aufrege? Das weiß doch auch jeder jetzt schon.

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    Was habe ich gegen das RKI? Die Art der Daten-Präsentation ist unwissenschaftlich. Das RKI hat die Innenministerien beraten und ein worst case Szenario entworfen, das es auch jetzt, als sich zeigt, dass das Gesundheitssystem nicht überfordert, sondern nur gefordert ist, festhält.
    Wer sich zu Beginn der Pandemie (Ende Februar) die Zahlen des Robert Koch Instituts oder der Hopkins Universität angeschaut hat, wunderte sich schon damals, dass die von der Politik herangezogenen Experten ausschließlich mit absoluten Zahlen arbeiten. Auch noch Vergleiche zwischen völlig unvergleichbaren Ländern anstellen. Um die Letalität des Virus zu schätzen, rechnen sie mit der Zahl der “Infizierten”, eine fiktive Zahl des Hellfeldes, welche nur über die Gesundheitsämter vermittelt wird. Sie nehmen also die dem Gesundheitsamt mitgeteilte absoluten´ Zahlen der Toten (mit oder an Corona gestorben, von Obduktionen wurde im Februar ausdrücklich abgeraten) und berechnen auf dieser Grundlage erneut eine fiktive Zahl (Tote pro Infizierte). Unzulässig ist diese Methode, weil niemand weiß, wie hoch zum einen die Zahl der tatsächlich Infizierten ist und die an Corona Gestorbenen, Man darf mit fiktiven Zahlen nicht rechnen, wenn man keine weitere Studie hat, welche anhand einer oder mehrerer Stichproben das Ergebnis diskutiert macht. Amtliche Meldungen beim Gesundheitsamt sind nun einmal kein empirischer Nachweis. Nachvollziehbarer wäre es allenfalls gewesen, wenn das RKI früh eine Stichprobe qualitativ und quantitativ erhoben hätte, um mit den so gewonnenen empirischen Daten seine Hypothesen, mehr ist es nämlich nicht, zu konfrontieren. Politiker übernehmen dann diese Schätzungen und erheben sie zur angeblich unstreitigen Basis ihrer politischer Kompromisse.
    Wie hoch die Legalität einer Erkrankung mit dem Virus ist? Nur dieser Wert zeigt die Gefahr.
    Zum Glück hat Prof. Streeck (Bonn) das vom RKI Versäumte nachgeholt. Er leitet eine Studie der Universität Bonn, die nicht mit den offiziellen Zahlen der den Gesundheitsämtern Gemeldeten arbeitet, sondern auf der Basis von Stichproben alle Bewohner einer hoch belasteten Region als Probanden untersucht. Er präsentiert also demnächst eine qualitative Studie, welche repräsentative Zahlen (zunächst 500 Probanden, dann 1000 Personen) liefern soll:
    Das vorläufige Ergebnis der ersten Auswertung ergab bereits, dass es wohl sehr viel mehr Infizierte mit Antikörpern gebe, die im Dunkelfeld geblieben seien, da sie keine (oder zumindest keine typischen) Symptome gehabt hätten und deshalb keinen Grund hatten sich testen zu lassen, also auch nicht gemeldet wurden. Zu einem ähnlichen Ergebnis kam eine Schweizer Anfrage bei Paul Robert Vogt. Außerdem hat ein österreichischer Virologe, Christoph Hofinger, eine vergleichbare Studie vorgelegt:
    https://www.welt.de/politik/ausland/article207187759/Coronavirus-Eisberg-hoeher-als-gedacht-Oesterreich-legt-Dunkelziffer-Studie-vor.html
    Die deutsche Politik hätte also spätestens seit Ostern sehr viel klarer sein können, wenn sie nicht nur auf das in meinen Augen sehr bürokratische und wenig innovative RKI gehört hätte. Die Sturheit, welche die Politik nun an den Tag legt, erzeugt nur noch Angst. Das ängstliche auf Sicht fahren erzeugt ungeheure ökonomische Schäden, die nicht mehr mit dem Spruch: “wir retten Leben” legitimiert werden kann.

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      Liebe Frau Frommel,
      ich könnte jetzt sehr ausführlich antworten, aber es fehlt mir ehrlich gesagt die Zeit (und die Energie). Bei den RiffReportern (hier: https://www.riffreporter.de/corona-virus/ und hier: https://www.riffreporter.de/corona-virus/corona-symptome-ansteckung-impfstoff-fragen-antworten/) beantworte ich gemeinsam mit einem Team vieler anderer erfahrener (Wissenschafts-)journalist*innen seit Wochen sehr viele Fragen in diese Richtung. Wir tun dies größtenteils unentgeltlich, teilweise von Stiftungen gefördert. Die Artikel zu Corona stellen wir kostenfrei ins Netz. Wir werden vielfach von neutraler Stelle als seriöse Quelle empfohlen. Sie haben sicher Verständnis, dass ich jetzt nicht alles noch mal aufschreibe. Sie können dort gerne herumstöbern.
      Zum RKI nur so viel: Glauben Sie wirklich, man sei sich dort der Schwächen nicht bewusst? Ähnlich wie bei der WHO erkennt man diese an und wird im Nachhinein klären, was man das nächste Mal besser machen kann. (Dass China, Taiwan, Hong-Kong, Südkorea und die WHO aus der letzten SARS-Pandemie 2003 und aus der MERS-Pandemie 2012 anders als wir gelernt haben, sieht man ja derzeit.)
      Zur Überforderung des Gesundheitssystems: Es ist perfide, mit dem (vermutlichen) Erfolg der Maßnahmen den Sinn der Maßnahmen zu hinterfragen. Wir sind nun mal auf Prognosen angewiesen und können keine Doppelblindstudien machen. Ich empfehle Ihnen diesen sehr ausführlichen Beitrag, der das Dilemma gut beschreibt und viele Fakten liefert. Fazit: Eigentlich waren wir in Europa zu überheblich und haben eher zu spät und zu inkonsequent reagiert. (Was übrigens auch bedeutet, die Krise mitsamt der ökonomischen und psychologischen Folgen wäre vielleicht weniger schlimm, wenn wir noch früher und konsequenter gehandelt hätten, als es das RKI angeregt hat. Es waren also nicht zu viele, sondern im Gegenteil zu späte und zu wenige Maßnahmen zum Shut- und Lockdown!): https://www.mittellaendische.ch/2020/04/07/covid-19-eine-zwischenbilanz-oder-eine-analyse-der-moral-der-medizinischen-fakten-sowie-der-aktuellen-und-zuk%C3%BCnftigen-politischen-entscheidungen/
      Zur Vergleichbarkeit der Daten und den absoluten Zahlen: Es ging ja nie darum, alle Kliniken Deutschlands gleichzeitig vor dem Zusammenbruch zu bewahren, sondern nur dort, wo hotspots auftreten. (Dumm ist halt, dass man vorher nicht weiß, wo die hotspots sein werden.) Und deshalb betrachten Epidemiologen absolut zu Recht die absoluten Zahlen. Oder wird ein Waldbrand weniger schlimm, nur weil der Wald größer ist? Was passiert, wenn man zu spät reagiert, haben wir zB in Italien, Spanien und New York gesehen.
      Zu Hendrik Streeck und seiner Studie haben meine Kollegen Joachim Budde und Christian Schwägerl in zwei ausführlichen Artikeln bei den RiffReportern alles aufgeschrieben, was man wissen sollte. Eine großartige journalistische Leistung, die sie teils ihre Osterfeiertage gekostet hat. (Wie wichtig solche Recherchen sind, zeigt übrigens auch die Art, wie Sie hier argumentieren, zu der ich mich aber nicht äußern muss, weil alles dazu in den beiden Texten steht):
      1. https://www.riffreporter.de/corona-virus/corona-streeck-heinsberg-pandemie-exit-laschet/
      2. https://www.riffreporter.de/corona-virus/update-heinsbergstudie-corona-streeck-laschet/
      Bitte machen Sie sich die Mühe und lesen alle drei verlinkten Artikel. Es kostet etwas Zeit, aber danach werden Sie einiges klarer sehen.
      Vielleicht eine Sache noch: Angst erzeugen keine angeblich sturen Maßnahmen aus der Politik. Die Angst erzeugt die Verunsicherung und das untergrabene Vertrauen in diese Maßnahmen. Die Maßnahmen sind nicht stur. Die Regeln ändern sich doch permanent und von Bundesland zu Bundesland. Das alles zeigt, dass sich unsere Politiker beraten lassen, dass sie auf die jeweilige Situation im Land bzw. Bundesland eingehen und dass sie auf die Berater*innen hören, ich finde das sehr beruhigend und es nimmt mir Angst.
      Und nein: Sie schreiben “Wie hoch die Legalität (Letalität?) einer Erkrankung mit dem Virus ist? Nur dieser Wert zeigt die Gefahr”. Das ist falsch. Eine Krankheit mit einer sehr hohen theoretischen Letalität gegen die wir alle immun sind oder gegen die effektive Medikamente existieren, ist weitgehend ungefährlich. Eine Krankheit mit einer geringen theoretischen Letalität, gegen die keinerlei Immunität und keine Medikamente existieren, ist sehr gefährlich. Auch eine Letalität von 0,5 (sagen WHO und zB Drosten) oder 0,37 (die Streecksche Zahl) ist viel zu hoch, um “ängstliches auf Sicht fahren” zu unterstellen, das “ungeheure ökonomische Schäden” rechtfertige, “die nicht mehr mit dem Spruch: “wir retten Leben” legitimiert werden” könnten. Sorry, das ist einfach Unfug.
      Herzliche Grüße,
      Peter Spork

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      Prof. Streek ist der einzige, der aktuell substanzielles beigetragen hat. Das RKI? Masken nein, jetzt ja, Einfluss des ‘Lockdown’ auf den R-Faktor – jetzt doch nicht.. Man kann Irrtümer und widersprüchliche Aussagen entschuldigen, aber das RKI und auch Christian Drosten (der kein Epidemiologe ist) sollten sich mal entscheiden, ob sie aufklären oder erziehen wollen. Es ist noch nicht mal die Präsentation der Erkenntnisse, es ist die mangelnde Selbstreflexion von Akteuren, die nicht wissen was ihre eigentliche Aufgabe ist. Und das gilt gleichermaßen für die IPCC-‘Klimaforscher’. Wissenschaft hört auf, Wissenschaft zu sein, wenn sie anmaßend wird und meint Politik machen zu dürfen. So wie Bischöfe im Mittelalter aufhörten Geistliche zu sein.

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        Es ist das “Ja aber”, das Wissenschaft auszeichnet, nicht das Verkünden von Wahrheiten. Wissenschaft überprüft sich permanent und korrigiert sich wenn nötig umgehend. Zu Prof. Streeck und dem Heinsberg-Protokoll empfehle ich die bereits in der Diskussion verlinkten RiffReporter-Artikel. Prof. Drosten ist einer der ganz wenigen weltweit anerkannten Corona-Experten. Wir sollten froh sein, so jemanden in Deutschland zu haben. Schon seit vielen Jahren publiziert er in den angesehensten Fachmagazinen zu diesem Thema und hat endlos Studien verfasst. Prof. Streecks Forschungsschwerpunkt ist die Erforschung von HIV. Epidemiologen sind beide nicht. Bitte schauen Sie dazu dieses Video: https://youtu.be/u439pm8uYSk

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    “Es ginge dieser Medizin darum, Erkrankungen als Zustände in nichtlinear geregelten, biologischen, psychologischen und soziologischen Systemen zu begreifen.”

    Mit freundlichem Verlaub – aber das ist genau die Art sozial- und geisteswissenschaftlichen Geschwurbels, die nach meiner Beobachtung immer mehr Menschen abstösst und von klassischen Medien ferntreibt.
    Vermutlich können Sie, geehrter Herr Spork, gar nicht anders schreiben, so haben Sie es auf der Hochschule gelernt und im deutschen Bildungsbürgertum verfeinert, wo diese Art von nichtssagenden Rauchwolken als Ausweis von Bildung gilt. Sei´s drum. Zu meiner Erkenntnis der Welt haben Sie nichts beigetragen, aber – das mussten Sie ja auch nicht.

    Gruss,
    Thorsten Haupts

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      Sorry, lieber Herr Haupts, aber an einer Version in leichter Sprache arbeite ich noch. Offenbar haben Sie nach dem von Ihnen zitierten Satz nicht weitergelesen, was mir sehr leid täte. Es war nämlich eigentlich ein rhetorisches Mittel. Im nächsten Absatz deute ich selbst an, dass es gar nicht darum geht, den vorigen Satz schon heute in vollem Umfang zu verstehen: “Das klingt kompliziert. Und ja: Es ist kompliziert. Aber in der Corona-Krise lernen wir auch diesbezüglich dazu.”

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        “Sorry, lieber Herr Haupts, aber an einer Version in leichter Sprache arbeite ich noch. ”

        Jo :-). Auch ne Leistung, an der Widergabe eines Dreisatzgedankens noch zu arbeiten. Sie haben es geschafft, die furchtbar originelle und absolut neue Erkenntnis, dass Krankheiten mehr als eine Ursache haben können, in einen anderthalbseitigen Aufsatz zu verwandeln.

        Dazu meinen Glückwunsch,
        Gruss,
        Thorsten Haupts

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    Lieber Peter Spork,
    Ihr Impuls gefällt mir gut. Medizin soll und kann nicht mehr tun als das zu verstärken, was auch die Selbstheilungs Kräfte anstreben. Technische Lösungen wie Chirurgie und Organtransplantation gehen weiter, biochemische Verfahren desgleichen. Aber am Ende werden wir- nun schmerzfreier als in früheren Zeiten – sterben.
    Allerdings erlebe ich bei der jetzigen Corona Politik nicht das Virus als besonders einschränkend und hochgradig gefährlich, sondern auf der einen Seite die Schlamperei derer, welche vorhandene Hilfen vereitelt haben (keine Schutzmasken etc. vorrätig bzw. zu beziehen), und die überzogenen Maßnahmen derer, die zu spät und im Glauben, das RKI wisse schon, was zu tun ist, radikale Maßnahmen bürokratisch umgesetzt haben. Gefährlich ist das für die Gesellschaft nun in einem sozialen und ökonomischen Sinne. Denn es werden die falschen ökonomischen Akteure darunter besonders zu leiden haben. Künstler und Dienstleister bieten etwas an, das man selten ich noch zu einem späteren Zeitpunkt genießen kann. Hingegen kann man Waren später kaufen (falls man sie dann noch will). Verderbliche Waren wie etwa die Tulpen kurz vor Ostern mussten vernichtet werden. Es war zu spät, als endlich Blumenläden öffnen durften. Ihr Satz ist daher leider zu relativieren: “alle Menschen erleben die gleiche Gefahr. Und sie spüren das auch, anders als bei der Klimakrise”. Da nur Virologen als Experten angesehen wurden, auch noch solche des RKI, haben wir wohl in Deutschland eher unsinnige Maßnahmen erdulden müssen. Zielgenauer und interdisziplinärer wäre mir also lieber gewesen! Danke daher für Ihre klugen Beobachtungen.

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      Vielen Dank für Ihre freundlichen Worte liebe Frau Frommel, aber was, bitteschön, haben Sie gegen das Robert-Koch-Institut? Ich bin sehr froh, dass wir dort (und auch in anderen Fachgremiem, die derzeit die Politik beraten) viele Expert*innen sitzen haben, die uns und unsere Politker*innen kompetent und ohne irgendwelchen Eigeninteressen aufklären. Wem sollten wir derzeit denn sonst vertrauen?

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    Lieber Peter Spork, ich weiß jetzt schon, was ich tun müsste, um gesund zu bleiben: nicht rauchen, weniger Alkohol und mehr Wasser trinken, mehr Gemüse und weniger Fleisch essen, mehr spazieren gehen, weniger am Schreibtisch sitzen usw. usf. Und trotzdem mache ich die ganzen ungesunden Sachen (außer rauchen). Weil ich die Gesundheit nicht an erste Stelle setze, und weil ich Leute, die das tun, langweilig finde, egal ob sie mir Diäten oder Bachblüten aufschwatzen wollen.
    Nun finde ich es toll, wenn die Wissenschaft die Methoden zum Gesundbleiben mittels Datensammlung verfeinert. Aber was, wenn meine Daten meiner KV mitgeteilt werden und sie mir – weil ich mich nicht an die wissenschaftlichen Empfehlungen halte – die Beiträge heraufsetzt oder die Leistungen kürzt. Bei der Zahnpflege ist das schon der Fall: Wer nicht jährlich zum Zahnarzt geht, bekommt weniger Zuschüsse für Prothesen.
    Ein wenig Angst macht mir Ihre Vision also schon. Wir schulden Gott einen Tod. Aber wir schulden der Gesellschaft nicht, gesund zu leben.

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      Lieber Alan Posener, ich stimme Ihnen in allen Punkten zu. Aber: Seit wir mit Navis Auto fahren, fällt es uns sehr viel leichter als früher, auch mal einen Umweg zu machen, zB um uns irgendwo eine schöne Kirche anzuschauen. Das Navi bringt uns ja immer wieder auf dem kürzesten Weg zum Ziel, auch wenn der alte Weg kürzer gewesen sein mag. So läuft das mit der Gesundheit auch. Wenn Sie rauchen wollen, rauchen Sie. Einen Algorithmus juckt das wenig, er berechnet halt, wie sie trotz Rauchen möglichst gesund bleiben. Anders steht es natürlich um Ihre Krankenkasse: Unsere Gesundheitsdaten können, sollten und werden wir besser schützen. Ich gehe sogar noch weiter: Wir werden sie gezielt einsetzen, um positives damit anzustoßen. Sie überlegen sich doch auch heute schon, wie sie ihr Geld anlegen oder nicht?
      Herzlich, Ihr PS

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    Sehr geehrter Herr Spork,
    einmal angenommen, die Welt wuerde tatsaechlich „berechenbarer“, und einmal angenommen, Mediziner wuerden Wissenschaftler werden, was sie momentan nicht sind, und KI und alle von Ihnen aufgelisteten Methoden wuerden funktionieren, dann bleiben immer noch die elementaren Gesetze, die des Zufalls, die des ploetzlich und grundlos auftauchenden Fehlers und die biologischen Prozesse an sich, die bekanntlich um nahezu unendlich mehr Dimensionen verfuegen als Strings. Zugegeben, in meiner naturwissenschaftlichen Ausbildung habe ich so gedacht wie Sie und beim Lesen des Textes habe ich still in mich hineingeschmunzelt, Sie moegen mir das bitte verzeihen. Sie sehen die Zukunft aus der Sichtweise eines Menschen, was in die Irre fuehrt.
    Das SARS-CoV-2 ist keine Krankheit, sondern ein biologisch-evolutionaerer Prozess, wie alle Viren im Kern dazu fuehren, dass von diesen attackierte biologische Strukturen eine Veraenderung erfahren, die zu einer Weiterentwicklung fuehrt oder in der Sackgasse endet. Die Coronavirus Desease 2019 (COVID-19) muss verstanden werden, hier stimme ich Ihnen zu, und wir Menschen muessen aus ethischen Gruenden einen Weg finden, dass der Schaden begrenzt wird. Trotzdem ist das weder berechenbar, noch wird eines fernen Tages „eineindeutig“ das Wirken dieses Virus bekannt sein, auch, weil Ursache und Wirkung nicht so scharf getrennt sind wie man es sich wuenschen wuerde.
    Ihren Optimismus teile ich insofern, dass es einen Weg geben wird, die Opferzahlen unterhalb der von Neil Ferguson berechneten Zahl zu halten. Zur Frage, wie diese Pandemie auf zukuenftige Ereignisse wirkt, teile ich Ihren Optimus nicht, obwohl die Vorstellung, dass es keine Mediziner nach heutigem Ausbildungsstand mehr gibt und (man lausche!) sogar eine praezise, personalisierte und treffsichere Medikation moeglich sein wird, mag.
    Menschen sind organische Strukturen, in denen berechenbare und unberechenbare Vorgaenge ablaufen, wobei die sich auch noch gegenseitig beeinflussen. Nur durch dieses Chaos in uns wurden wir was wir sind. Ich weiss gar nicht, ob ich das berechnen koennen will.

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      Danke für die Hinweise lieber James Taylor,
      natürlich geht es hier nur darum, einen Prozess in die richtige Richtung zu lenken. Mein Optimismus speist sich dabei aber aus dem Blick zurück: Wie war noch mal die Lebenserwartung vor 180 Jahren?

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    „Dann können wir die biologische menschliche Entwicklung theoretisch aber schon im Vorhinein steuern.“
    Wer wird da in welche Richtung steuern?

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      … Jeder von uns wird seine eigene Entwicklung selbst steuern. So wie heute schon – nur besser. Ich halte nichts von Verschwörungstheorien.

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        So meinte ich das nicht, lieber Herr Spork. Ich hatte Sie so verstanden, dass Ihr Optimismus so weit geht, dass Sie vermuten, wir könnten die Medizin irgendwann durch ‚richtiges‘ Verhalten überflüssig machen. Wer sagt, was da richtig ist und für wen? Follow the science – which science? Ausschlafen, erfüllte Beziehungen, Sex, viel Bewegung draußen, Obst usw. – bin ich dabei.. auch ohne science, weil das schon mindestens die Römer wussten. Vollkornbrot, Halbfettmargarine, kein Fleisch usw…, da bräuchte ich schon mehr Begründung und Cholesterin-Statistiken finde ich jetzt nicht so überzeugend. Tatsache ist doch, dass die Medizin viele Krankheiten aus der Welt geschafft und damit das Leben so vieler verlängert hat und damit dem individuellen Leben prinzipiell gedient hat. Allerdings hat sie nicht die Krankheit an sich aus der Welt schaffen können, denn wer früher an TBC, Typhus, Rachitis,Herzinfarkt usw. starb, hatte gar nicht die Zeit, an Krebs, Diabetes-Folgen oder Alzheimer-Folgen zu sterben. Und mir fehlt die Phantasie, mir vorzustellen, wie eine geeignete wissenschaftliche (ganzheitliche, multikausale) Programmierung der Menschen oder der Gesellschaft da erfolgreicher sein sollte. Allerdings habe ich Ihre Ausführungen gestern mit sehr viel Interesse gelesen, denn unser Gesundheitssystem scheint ja immer wieder durch die Fortschritte der Medizin an die Grenzen seiner Ressourcen zu stoßen, sei es dass die südafrikanische Regierung Herzverpflanzungen irgendwann verbieten musste, um die Kapazität nicht nur für jene Privilegierten auszuschöpfen und derzeit? In den 60ern hat man die Hong-Kong – Grippe noch geschehen lassen, ein Covid-19 hätten man mangels PCR gar nicht ‚auf den Schirm‘ bekommen. Soll jetzt die Medizin mangels Ressourcen durch ‚smarte Vorsorge‘ ersetzt werden? Ist das ethisch vertretbar? Wer sich die Corona-App nicht aufgespielt hat, kommt nicht an das Beatmungsgerät bzw. hinten auf die Liste? Ich weiß, böse Fragen, aber nicht böse gemeint. Ich unterstelle Ihnen nichts dergleichen.
        Im Übrigen: In Israel macht man das m.W. im Falle der Organspenden genau so. Wer einen Nachweis für Einverständnis für Organspende vorweisen kann, wird als Empfänger bevorzugt. Solange es Knappheit an einer Ressource gibt, müssen solche Entscheidungen immer irgendwann getroffen werden. Und der medizinische Fortschritt scheint genau diese Ressourcen zu verknappen.

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        Danke. Das Problem beginnt in der falschen Definition von Gesundheit. Grob verkürzt denken fast alle, Gesundheit sei das Gegenteil von Krankheit und Medizin sei dazu da, Krankheiten aus der Welt zuschaffen. In meinem Buch “Gesundheit ist kein Zufall” schlage ich stattdessen vor, Gesundheit als Fähigkeit zur (biopsychologischen) Anpassung zu begreifen (nach Georges Canguilhem). Dann könnte man gleichzeitig gesund und krank, gesund und alt, gesund und “behindert” sein. Auch Menschen mit einer Erbkrankheit wären dann zB gesund. Eine Medizin, die sich danach richtet, wäre keine Medizin im heutigen Sinn mehr. Sie würde versuchen, die Mechanismen der Gesundheit zu verstehen und zu begleiten – inklusive Krankheiten, Altern und sogar bis in den Tod. Aus meinem letzten Buch stammt auch die Betrachtung, dass wir immer das untrennbare Zusammenspiel aus Erbe, Umwelt und Vergangenheit sind. Wir sollten also auch immer frei sein, über unseren Lebensstil selbst zu bestimmen. Wir haben aber auch die Verantwortung, mit den Konsequenzen zu leben. Eine Medizin, wie sie mir vorschwebt, würde uns dabei begleiten und unterstützen. Sie würde uns nicht abhängig von sich machen – sie wäre im Gegenteil abhängig von uns. Und ja, Sie haben völlig recht: Anders als bei der noch heute üblichen Medizin des 19. und 20. Jahrhunderts, besteht m.E. berechtigte Hoffnung, dass eine solche Medizin sehr viel weniger kostspielig wäre. (Dafür würde die zugrundeliegende Forschung sicher sehr viel des gesparten Geldes aufzehren – was aber letztlich gerechter wäre, als das heutige System. Denn sofern die Forschung öffentlich finanziert ist, sollte sie auch allen gleichermaßen zugute kommen.)

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