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Köln und kein Ende

Silvester in Köln – und nun instrumentalisieren alle das Medienspektakel.

Die Grünen fordern ein neues Sexualstrafrecht, die Gewerkschaft der Polizei mehr Beamte, die Politik schärfere Gesetze und Psychologen tun so, als hätten „alle Migranten“ ein Problem im Umgang mit einer freizügig normierten Sexualität. Außerdem soll nun „der Rechtsstaat“ zuschlagen. Vergessen wird, dass sich die Polizei schlicht verschätzt hat, und zwar auf allen Ebenen. Sie haben nicht damit gerechnet, dass sich marokkanische und andere kriminelle Banden über die unvermeidbaren Lücken beim Registrieren von Flüchtlingen eine zweite, dritte und sogar x-te Identitäten verschaffen, um dann unerkannt und schwer zu ermitteln eine Vielzahl von Straftaten zu begehen, Diebstahl, Raub, Betrug und auch Sexualstraftaten.

Nachher ist man immer klüger.

Hätte man sofort um 22 Uhr, als der externe Sicherheitsdienst des Hotels „Ernst Exzelsior“ an der Domplatte die unerwartete Aggressivität einiger „Schwarzafrikaner“ twitterte, reagiert und alle Typen festgenommen, die randalierten, dann hätte die Polizei vor Ort gemerkt, dass deren Identität nicht stimmen kann. Eigentlich hätte das BKA mit solchen Täuschungen längst rechnen müssen und warnen. Dann wäre es vielleicht möglich gewesen, die Lage vor der Eskalation realistisch und unter Wahrung der Unschuldsvermutung neu zu bewerten.

So aber befürchtete der ehrenwerte Sozialdemokrat Albers, er könne Flüchtlinge diskriminieren, die falschen Kritiker ermuntern und rannte in sein Unglück. Es waren gar keine Flüchtlinge, sondern Schein-Syrer. Nun ist er im Ruhestand und die örtliche Polizei muss Strafanzeigen bewerten. Nicht alle müssen der Wahrheit entsprechen, auch das sollten Beobachter bedenken; denn nach 10 Tagen sind die Legenden fest geklopft. Wenn die Polizei so viel Angst vor ihren repressiven Befugnissen hat, dann ist das gut für nette Menschen in Feierlaune, aber leider ermuntert eine derartig verunsicherte Polizei routinierte Kriminelle. Dass sich solche in Köln versammelt haben, konnte man nicht unbedingt ahnen. Auch deutsche Intensivtäter haben übrigens ein verkorkstes Frauenbild und demonstrieren Dominanz statt Selbstkontrolle. Es ist nun einmal marginalisierte Männlichkeit, die zu solchen Demonstrationen einer Macho-Unkultur greift. Aber das ist eigentlich nicht neu und sicher kein Problem bestimmter Ethnien. Es betrifft auch nicht mehr Mehrheiten. Diese Zeiten sind vorbei. Auch der Dümmste weiß, dass das verboten ist.

Wieso haben dennoch alle, wirklich alle, so falsch verallgemeinert? Hinterher sollte sich keiner so aufspielen, als hätte man es immer schon gewusst, tun sie aber. Denn alle Beobachter haben sehr schnell und ziemlich falsch verallgemeinert. „Die Frauen“ sahen den Grund in der allgegenwärtigen „Männer-Gewalt“. Der Psychologe, den die SZ an diesem Wochenende bemüht hat, der palästinensisch-israelischer Autor Ahmad Mansour („Generation Allah“) erklärte den Lesern das gespannte Verhältnis vieler Migranten zur Sexualität. Andere strapazierten den Rechtsstaat oder forderten härtere Gesetze und eine härtere Flüchtlingspolitik. Es ist immer dasselbe Spiel.

Wenn etwa 300 Rechtsextreme und bereits verurteilte Täter untergetaucht sind oder sogar von der Polizei (als Informanten) geschützt werden, dann nützen härtere Gesetze nichts. Dasselbe gilt für Abschiebungen. Wenn kriminelle Banden ihren Kumpels zeigen, wie man sich neue Identitäten verschaffen und sich die Leistungen des Asylbewerberleistungsgesetzes ergaunern kann, dann haben wir ein Umsetzungsproblem. Die Rechtslage und die Politik sind einigermaßen vernünftig, aber eben schwer umzusetzen. Öffentliche Erregung nützt da genau so wenig wie Bagatellisieren. Es ist eben schwierig und schon gar nicht „Merkels Menetekel“, wie die SZ heute meinte titeln zu müssen. Reicht es nicht, wenn verbiesterte Rechte dramatisieren. Muss es auch die viel beschworene „Mitte“ der Gesellschaft tun?

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5 Gedanken zu “Köln und kein Ende;”

  1. avatar

    “ … Psychologen tun so, als hätten „alle Migranten“ ein Problem im Umgang mit einer freizügig normierten Sexualität.“

    Ich stimme Ihnen zu, dass nicht „alle Migranten“ ein Problem mit „freizügig normierter [sic!] Sexualität“ haben. Das hat aber auch kein Psychologe behauptet (oder haben Sie einen, der das behauptet hätte?). Jedoch, was schätzen Sie, Frau Professor, wieviel Prozent der Migranten aus dem Dar al Islam haben keine Problem mit freizügig normierter Sexualität?

    Was glauben Sie, warum man hier auf „Starke Meinungen“ Ihre Beiträge nahezu ignoriert, nicht mit Ihnen diskutieren will? Sind Sie relevant oder irrelevant?

  2. avatar

    „Es waren gar keine Flüchtlinge, sondern Schein-Syrer.“

    Das sagen die Deutschen doch schon lange, aber die Linken waren zu dumm oder zu verlogen, das wahrzunehmen. Sind die Linken lernfähig? Schaun mer mal, würde der Kaiser sagen.

  3. avatar

    Es tut mir leid Frau Frommel, ich habe den Eindruck,
    dass sie bagatellisieren und so tun, als hätten alle ausser Ihnen und Herrn Albers und Frau Reker und ARD und ZDF ,die tagelang gar nichts meldeten, falsch verallgemeinert nach dem Motto, die bösen Flüchtlinge sind schuld, Das schreibt nur das Pegidamilieu im asozialen Netz, aber keine einzige Qualitätszeitung.Ich habe ähnliche Probleme leider seit September vorhergesehen, doch ich wurde auch zensiert so wie HErr Buschkowsky.
    Es wurde eben montatelang viel schön geredet auch von der SZ und der liberalen und gebildeten Mitte und von der taz, Grünen, Linkspartei, Teilen der SPD und eben Frau MErkel und ihrem team,aber nicht von allen in der Politik.Wenn, wie Sie schreiben, alle das falsche Spiel spielen mit den erschreckenden Ereignissen in Köln, wie soll dann reagiert werden, was darf diskutiert werden?

  4. avatar

    Die Gesetzeskeule zu schwingen ist in den allermeisten Fällen ein Zeichen von Ratlosigkeit und endet meist in Überreaktionen. Wir müssen anerkennen, dass die soziale Entwicklung der Menschen sehr unterschiedlich ist. Die höchstentwickelte menschliche Fähigkeit ist die Empathie. Wenn wir uns die Entwicklung in diesem Bereich anschauen, dann herrscht in unserer Gesellschaft noch ein großes Defizit (nicht nur bei den Zuwanderern). Wir müssen auf das achten, was man früher einmal „Herzensbildung“ genannt hat. Wenn wir nur den Verstand bilden aber nicht unsere emotionalen und sozialen Fertigkeiten, dann sind wir nicht kultiviert, sondern lediglich „gebildete Barbaren“.

  5. avatar

    Wissen Sie, wie Leute reich werden?
    Indem sie Trends vorhersehen:
    Hier die Zukunft deutscher Städte, erahnt von D&G:
    http://www.cosmopolitan.de/dol.....68835.html

    Sie schreiben ja nur. Und können auch nackt schreiben. Gehen Sie mal ‚raus, provokant angezogen. Nehmen Sie eine versteckte Kamera mit. Köln bleibt. Die Kollektion von Dolce hat den falschen Namen: Eau de Cologne wäre angebracht.

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