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Das Griechische Schicksal: Staatenlos

Griechenland ist eine edle Nation, beheimatet ein sympathisches Volk und hat keinen Staat. Daran gehen jetzt Nation und Volk zugrunde. Und Europa wird das Problem durch Amputation zu lösen suchen.

Kann das denn sein? Wo doch das Heil für die einen, die Linken, aus der Gesellschaft kommt, für die anderen, die Liberalen, aus dem Markt. Da soll es an so etwas Hässlichem fehlen wie dem Staat? Und das gefährdet die anderen Länder in Europa mit schwachen Staaten? Darf man da von fatalem Krebs reden? Ja, man muss. Darf ich erzählen?

Vor drei Jahren habe ich Freunde in Athen besucht. Wir schliefen, großzügig eingeladen, im Hotel Grand Bretagne am Syntagma Platz. Man isst dort im obersten Stock, eine sonnendurchflutete Terrasse mit direktem Blick auf die Akropolis. Der Standard des Hotels ergeht sich in einem Luxus, den man nur noch aus Romanen des vorigen Jahrhunderts kennt.

Jedes größere Zimmer hat einen Butler, der auf Knopfdruck Champagner serviert oder die Schuhe wienert oder Zeitungen aus aller Welt herbeischafft. Klima-Anlagen säuseln. Die Servietten in der Bar sind aus feinstem Leinen und mit dem Emblem des Hauses bestickt.

Beim Frühstück Blick auf die Akropolis, auf der die Bauarbeiten mal wieder ruhen, am Nachbartisch ein englischer Banker, zwei griechische Reeder, ein Militär und ein orthodoxer Pope. Tee für den Geistlichen, Gin `n Tonic für die anderen Herren; es ist noch keine zehn. Von hier blickt man herab auf den großen Platz namens Syntagma und auf das Parlament, vor dem die folkloristisch kostümierten Wachen paradieren.

Plötzlich: Sprechchöre, Lautsprecher, Plakate und binnen Sekunden Hunderte von Polizisten, die eine Straße sperren. Die Gewerkschaften haben zum Generalstreik aufgerufen. Die Touristen springen ans Geländer, um zu sehen, was dort passiert. Ich bemerke, die Herren heben nicht mal eine Augenbraue und gehen weiter ihren Geschäften nach, flüsternd. Sie blicken nicht mal herab. Sie schauen schon lange nicht mal mehr hin.

Shopping. Das größte Kaufhaus am Platz, ein Harrods in Athen. Alle Luxusmarken, bildhübsche Verkäuferinnen, kaum Kunden. Während wir durch die Etagen schlendern, eine Frau mit Gummihandschuhen und  einem Müllsack auf dem Rücken, der sich immer mehr füllt. Sie sucht in allen Etagen die Toiletten auf und entfernt händisch das benutzte und verschmutzte Klopapier.

Die griechische Hauptstadt hat zwar eine Kanalisation, die ist aber in einem miserablen Zustand. Und daher nicht in der Lage, auch Toilettenpapier zu transportieren. Es ist daher grundsätzlich untersagt, Papier hinunterzuspülen. Das benutzte Papier kommt in bereitgestellt Eimer, die die Dame nun händisch leert. Eine europäische Metropole ohne vernünftiges WC. Versprochen hat die Politik die Sanierung der Infrastruktur seit Jahren. Nichts passiert.

Auf der Ferieninsel unserer Freunde sind mehr als die Hälfte aller Einwohner blind. Weil es dafür Staatsknete gibt und der örtliche Arzt mit dem Bürgermeister paktiert, gibt es gegen einen kleinen Stapel Scheinchen für jedermann eine Blindenbescheinigung. Unser Taxifahrer, ein Blinder, findet das lustig. Und typisch deutsch, dass wir das nicht verstehen. Auch nicht, dass selbst gut verdienende Reeder steuerfrei sind, wegen der türkischen Konkurrenz.

Die Staatsgewalt muss Recht und Gesetz durchsetzen, Korruption unterbinden und Steuern von jedermann eintreiben, um die öffentlichen Aufgaben zu erfüllen. Alles andere ist vormodern.

Eine demokratische Gesellschaft, eine freie Nation, ein selbstbestimmtes Volk, all das sind Folgen des staatlichen Gewaltmonopols. Gewiss, einer Staatsmacht in einer repräsentativen Demokratie. Gewiss, Macht nur auf Zeit. Sicher, die Macht geht vom Volke aus.

Aber das griechische Gemeinwesen hat sich aus der Vormoderne und dem Faschismus noch nicht dahin entwickelt, wo wir es mit unserer Westminsterbrille sehen wollen. Vielleicht gilt das auch für die ehemaligen Diktaturen Portugal und Spanien.

Man muss das als Deutscher mit einer eigenen Dankbarkeit an die Siegermächte des Zweiten Weltkriegs sehen, jedenfalls die westlichen. Welch’ ein Glück, dass meinem Vaterland von den Alliierten keine Wahl gelassen wurde. Wir wurden nach Westminster getrieben. Dem Tommy sei dank.

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40 Gedanken zu “Das Griechische Schicksal: Staatenlos;”

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    KJN
    falls es der Vanity Fair Artikel über Deutschland ist (und nicht der über Island), dann würde ich sagen, der Teil mit dem Analen ist eigentlich unter Lewis’ Niveau und ich nehme es als ein weiteres Indiz dafür, daß die Magazine seit Ausbruch der Zeitungskrise immer noch an Lektoren sparen.

    Das mit der Analfixierung findet sich schon in Erica de Jong’s Fear from Flying und muffelte damals schon von abgestandener Möchte-Gern-Originalität.

    Der einzige Teil, der mir in dem Zusammenhang einer Erwähnung/Untersuchung wert erscheinen würde, nämlich daß wir sh*t-zentriert fluchen, während Griechen es z.B. f*ck-zentriert tun und ob das Auswirkungen auf unseren Umgang miteinander hat, bleibt auch bei Lewis außen vor.

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    @Silke
    danke für den Vanity-Fair-Artikel, sehr amüsant, viel Wahres. Jedem hierzulande zu empfehlen, der allzuviel auf “Mentalität” zurückzuführen meint.

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    @ Rita E. Groda
    Immerhin gibt es inzwischen Gestalten, die Frau Merkel widersprechen, nicht nur Hollande:
    “Die Frau, die noch im März intern warnte, sie sei zu jedem denkbaren Präsidenten bereit “außer Gauck”, dürfte mit Argusaugen verfolgen, welch selbstbewusstes Staatsoberhaupt da nun im Bellevue amtiert – und wie unabhängig dieser Mann international auftritt.”
    http://www.welt.de/politik/ausland/article106389740/Gauck-rueckt-von-Merkels-Staatsraeson-Formel-ab.html
    So wird sie mit dem Wort “alternativlos” nicht mehr ohne weiteres durchkommen, und das macht Hoffnung.

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    Liebe Rita!
    Trotzdem sollten Sie sich nicht so ins Bockshorn jagen lassen. Überall auf der ganzen Welt kann man mit Pech oder schlechter Führung Geld verlieren. Wir stehen einem völlig ausgeuferten Kreditwesen naiv gegenüber. Man hat jahrelang darüber gelesen, dass die Amerikaner sich zu sehr verschulden und fühlte sich überlegen. Inzwischen sieht man, dass es hier genauso ist, in südlichen Ländern mehr. Das zu reparieren und die Mentalitäten zu ändern, wird mindestens zwanzig Jahre dauern. Was schmerzt, ist, dass wir an dieses System geglaubt haben. Die Globalisierungsgegner hatten letztlich recht.

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    @Silke: Antwort auf Ihre Frage: Auch ich möchte natürlich mein Erspartes vor Brüssel, Griechenland und Merkel retten. Daher überlasse ich gerne zukünftig Baden-Württemberg den Griechen und jedem, der gerne sein Geld verliert.

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    Liebe Silke: Bin doch ganz Ihrer Meinung, was die Marbels angeht!
    Mich hat ein 6 Wochenaufenthalt in den 70-ern in Griechenland restlos ernüchtert. Die Verwahrlosung der”Kulturgüter” hat mich restlos erschüttert.

    Natürlich waren die Griechen damals bettelarm(das Volk), was sie jetzt wieder werden. Der Bau des Akropolis-Musseums hat ja auch 30 Jahre gebraucht.

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    @Lieber Parisiene: Ich bin tatsächlich nicht auf der Flucht.
    Tatsächlich wohne ich wohl im schönsten Winkel der Republik. Den Hölderlinturm meines”genialen Wahnsinnsidols” in Sicht, den Daimler vor der Haustür und den Schöbuch neben der Haustür, den Bodensee nicht weit entfernt und Kretschi als Landesheiligen.
    Eigentlich ein Traum; könnte ich mir Merkel wegdenken und das restliche Europa!!!!

    Aber,”meine Restlaufzeit” möchte ich nicht in der Unfreiheit verbringen.

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    zur Unter”mauerung” von Roda’s BW-Beobachtung:

    capital flight (aus Griechenland) mostly goes to Germany

    Kann es sein, daß die, die da einfliegen, mal Eltern oder Großeltern hatten, die beim Daimler die Kohle für die ersten Schritte auf die Bürgerlichkeitsleiter machten? Es hieß mal, die Griechen gingen in viel größerem Ausmaß zurück als andere Gastarbeiter und der Anschein schien das Ende der 60er zu bestätigen. Da wimmelte die Gegend um Athen von angefangenen Häusern, an denen in jedem Urlaub weitergebaut wurde, hat mir ein Hotelportier erzählt, kein Taxifahrer.

    Und was die mediale, Sarrazin’sche, Lagarde’sche etc. Konzentration auf Griechenland anlangt, gibt’s in dem Artikel auch noch dies.

    Whenever nations fail in a crisis, the blame game starts. Some in Europe and the IMF’s leadership are already covering their tracks, implying that corruption and those “Greeks not paying taxes” caused it all to fail. This is wrong: the euro system is generating miserable unemployment and deep recessions in Ireland, Italy, Greece, Portugal and Spain also. Despite Troika-sponsored adjustment programs, conditions continue to worsen in the periphery. We cannot blame corrupt Greek politicians for all that.

    http://baselinescenario.com/2012/05/28/the-end-of-the-euro-a-survivors-guide/

    PS: Merke, auch Simon Johnson & Buddies ist IMHO nicht im Besitz der allein seligmachenden Wahrheit sondern nur eines bestimmten Blickwinkels. Die wahre und vollständige alles erklärende Wahrheit kennt nur Sarrazin 😉

    Re: Island – germanische Solidarität? mmh – bei Journalisten, die auf ein up to date Abwassersystem Wert legen, vielleicht, doch geopolitisch vermutlich eher die Lage als Flugzeugträger südlich des schmelzenden Pols.

    Es war zu kurios, einen Tag sagte der IMF, wir??? auf keinen Fall!, dann sagten die Russen, ja wir würden und den nächsten Tag sagte der IMF Nein WIR natürlich!!! und danach habe ich nie wieder was dazu gesehen.

    Und drum fehlt mir in dem was ich lese immerzu der Hinweis drauf, daß die Türken auf’m Bosporus hocken, den die Russen gern wollen und die Griechen sind die nächsten dran. Und Erdogan flirtet mit Putin bzw. der Orthodoxen Kirche. Und das soll auf einmal im Jahr 2012 unwichtig sein?

    Und ja natürlich nehmen unsere Regionalpolitiker aus den Töpfen mit, was immer sie kriegen können und stehen darin an Durchtriebenheit und Schlitzohrigkeit den Griechen in nix nach, obwohl ich zur Ehre der Bürgermeister, die ich kennenlernte, sagen muß, daß die alle in Sachen persönlicher Bereicherung wie Waisenknaben auf mich gewirkt haben, scheint wohl eine deutsche Marotte zu sein (preussisches Beamtenethos), worüber sich Michael Lewis sehr erstaunte:
    http://www.vanityfair.com/business/features/2011/09/europe-201109

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    “Der Besucher packt seine Koffer, sobald er versteht ueber was das Dienstpersonal redet!” Barzini in “The Italians”. Aber das bezieht sich auf den Zuwanderer, Besucher, Tourist – vielfach ueberall in der Welt. Es ist Glueck, wenn man den richtigen Platz zur richtigen Zeit “erlebt” und das “Erlebnis” ist der Zweck einer privaten Reise oder nomadischer Wanderung. Was nuetzt einem “freien” Mann (unter 55, denn danach ist zu spaet) -der schoenste Tropenstrand ohne exotische einheimische “gastfreundliche” feminine Fauna ? (Das wussten doch sogar Obamas “Secret Service” Agenten – am exotischen Tropenstrand in Cartagena!) Was nuetzt einem Ehepaar im Ruhestand, die praechtige Villa in der Karibik – wenn Erntezeit kommt und das Zuckerrohr abgebrannt wird, der Vulkan in Monserrate die Asche und das Gas in die Region wirbelt, und ein Sandsturm in der Sahara die “fine particles” ueber den Atlantic weht, und die lokale Elektrizitaet durch billiges “high sulphur oil” produziert wird: Da sitzen die beiden aelteren reichen Senioren in ihrer teuren Villa in der Karibik – und haben alles – auser Atem! –In dieser Beziehung macht euch auch keine Illusionen ueber Kuba – denn reine “Luft” ist nicht zuerwarten in der Karibik oder Mittelamerika (auch Costa Rica). Auch teilweise nicht in USA – die web site AIR NOW bietet taegliche Information ueber die Luft in USA: Immer schlecht und teilweise gefaehrlich in Kalifornien! (Pst! Die besten Tropenstraende sind in – ILHA SANTA CATARINA – Pst!!!)

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    @Silke
    Ich glaube der bauernschlaue Giorgos ist uns Regionaldeutschen (hoffentlich) nicht so ganz unähnlich. Denn wenn unser ganzes ausgeklügeltes Wirtschaftssystem nicht mehr funktionieren sollte, aus welchen Gründen auch immer, ist genau die gefragt. Sie weisen als einzige darauf hin, daß „daß die “Elite” die “breite Masse” am Abschöpfen in so generöser Weise teilnehmen läßt“, was natürlich „völlig inakzeptabel ist, wo kämen wir denn da hin..“.

    Wir Deutsche trauen natürlich dem Staat und seinen Ordnungsinstitutionen mehr als solch mafiösen Familienbanden.. Ach ja, und das Verständnis für Island: Germanische Solidarität – hm..?
    Deutschland – Griechenland: Ein Kulturkonflikt. Deutsche schätzen „die Wiege der Demokratie“, Aristoteles, Platon. Das reale Griechenland – mein Gott tsss.. tsss – ekelhaft. (das ist wie mit den toten Juden und den…)

    @derblondehans
    Griechenland ist gar kein schlechter Tip. Wenn es mir nur gelingen würde @Jan.Z.Volenz Rat mit dem „unabhängigen Einkommen“ „nachhaltig“ zu realisieren. Euro verdienen, Drachmen ausgeben.. Ansonsten Heimatverbundenheit: Mir geht es so wie in Janoschs Kinderbuch „oh wie schön ist Panama“. Wenn es denn zuhause auch so schön bleibt..

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    zwischen dem “Raub” der Elgin Marbles von den Ottomanen von der hochgradig zerstörungsgefährdeten Akropolis bis zu deren Ankunft im British Museum verging geraume Zeit.

    Die Diskussion, die im UK in dem Zusammenhang stattfand ist der Interessante Teil des Buches.

    Warum ist eigentlich der Bohai um die Elgin-Marbles so viel prominenter als der um das, was Napoleon so alles aus Ägypten hat mitgehen lassen?

    Und nein, unterm Strich möchte ich nicht, daß die Briten, die Marbles zurückgeben, sondern ich möchte, daß sie sich endlich trauen, die Marbles angemessen zu präsentieren.

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    Liebe Rita,
    ich bin ein leidenschaftlicher Nomade. Aber etwas fand ich immer wichtig dabei: Die Sprache. Isländisch ist nicht leicht. Gelegentlich machen wir kleine Touren, um uns neue potentielle Lebensmittelpunkte anzusehen. Die vorletzte Tour machten wir nach Österreich, wo man schnell Kontakt zur Bevölkerung bekommt, gut essen und schön wandern, klettern und skilaufen kann. Die Tour war relativ ernüchternd. Die Städte sind zugebaut von Industrien, die in Deutschland viel besser und separater angesiedelt und schöner gebaut werden. In Österreich gibt es Mischbebauung. So kann man schöne Häuser finden und angrenzend daran hässliche Industriegebiete. Wir waren recht erleichtert, als wir ins schöne Bayern einliefen. Ich möchte hier mal Blonder Hans unterstützen. So schlecht ist Deutschland nicht, es hat Nach-, aber auch Vorteile. Man muss genau hinschauen.
    Wenn man das Ganze rein wirtschaftlich betrachtet, muss man als Rentner derzeit nach Griechenland ziehen, denn die Immo-Preise dürften niedrig sein. Spanien geht vermutlich auch. Die Griechen und Spanier kommen anscheinend hierher zum Arbeiten und zahlen dann Steuern für das Land, in dem Sie in der Sonne leben. Insgesamt bringt Flucht nichts. Es gab immer Wellenbewegungen.
    Kuba? Wieso nicht. Bevor es zu teuer wird.
    In BW waren wir auch schon mal auf Tour, auch sehr schön.
    Wenn Sie vom Umziehen träumen, dürfen Sie nicht mehr den Touristen machen, sondern müssen sich alle Orte mit den Augen eines Immobilienmaklers ansehen. Dann sehen Sie, dass alle Orte Macken haben. Mal ist es die Schule, mal das Einkaufen, mal die Umgebung, mal der Preis. Und die richtig guten Lagen hat die Superkaste weitgehend aufgekauft, auch die Grundstücke. Wenn sie mal was verkaufen, meist wegen Scheidungen, wollen sie astronomische Preise, schlimmer als in Hollywood. Wenn die Buden länger als zwei Jahre auf dem Markt sind, darf man getrost die Wasserleitungen reparieren.
    So komme ich regelmäßig zu dem Schluss, dass es hier nicht perfekt, aber so schlecht dann auch nicht ist, und dass wir uns von einer bürokratischen, unsympathischen Politikerkaste nicht ins Bockshorn jagen lassen sollten, solange wir mit unserem Bürgermeister zufrieden sind und der keine schlimmen Bausünden unterstützt.

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    @Silke: Leider kann ich Ihren Ausführungen, den Parthenon-Fries betreffend, nicht ganz folgen.

    Lord Elgin hat “Elgin-Marbles” illegal, bzw. unter Vorspiegelung falscher Tatsachen mitgenommen. Wenn ich es richtig weiß hat Bruce sie erworben und dem Britishen Museum verkauft.

    Hätten Sie das Griechische Nationalmuseum 1974 gesehen, so wie ich, dann wären Sie ganz sicherlich so wenig unerfreut über den”Raub” gewesen wie ich.
    Damals hat diese stolze Nation auf ihr Kulturerbe gepfiffen und es verkommen lassen.
    In diesen Kulturraub war übrigens auch ein “badischer Russe” verwickelt, Feodor der Kalmück. Immerhin haben die Deutschen ein kleines Stück des Frieses, in dessen Besitz, glaube ich, Karlsruhe kam, dem neuen Akropolismuseum zurückgegeben.

    By the way, die Griechen sind schon irgendwie arme Schlucker, immer wurden Sie von jemand ausgeraubt, von den Osmanen, den Briten und immer von den eigenen Regierungen und der Oberschicht.

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    Von wo kommen die Griechen, die derzeit BW “belästigen”?

    1. geographisch
    2. klassenmäßig im Kontext der jeweiligen Geografie

    Mich ärgert, daß die, die die Brüsseler Buchhalter – womöglich aus guten militärischen Gründen – anwiesen, beide Augen zu schließen und ihr Gehirn abzuschalten, wann immer Unterlagen aus Griechenland auf ihrem Tisch erschienen, nirgendwo diskutiert werden.

    Nahezu keiner meiner Buchhalterkollegen über die Jahre wäre so doof gewesen, den Braten nicht zu riechen. Und jetzt werden Griechen dafür verprügelt, daß sie es mit der Schlitzohrigkeit übertrieben haben, sicher in dem Gefühl, daß Brüssel lächelnd über alles hinweg gehen würde.

    Persönlich glaube ich, daß die USA der EU nicht erlauben werden Griechenland fallen zu lassen und das ist vermutlich gut so. Erdogan und Davutoglu, nicht Ihr türkischer Nachbar, sind ein so seltsames Paar, daß man es nicht ohne kräftig ausgestattetes Gegenüber auf’m Bosporus hocken lassen sollte.

    PS: Wären Sie Grieche, würden Sie nicht versuchen, Ihr Erspartes zu retten und gegenüber der Meinungsmache, die hier derzeit gängig ist (und wunderbarerweise nicht gegenüber Island), den Kopf ganz besonders hoch zu tragen. Nebenbei die “besseren” Griechen, die ich kannte, hatten alle einen Hang zum von-oben-herab, ob ihnen das von den Türken und den Italienern und all den anderen Besatzern, die sich in der Gegend ausgetobt haben, geblieben ist? Ihr erster König war, wenn ich’s recht erinnere, Deutscher.

    Ansonsten bleibe ich dabei: Taxifahrer-Journalismus ist mir minimalst glaubwürdig.

  15. avatar

    by the way Ms. Groda,

    Wie groß ist denn die Welle der Griechen in ihrem Schwabenland?

    Wenn gleich gegen cash Haeuser gekauft werden, profitiert doch die Immobilienbranche oder?

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    Ist doch alles halb so schlimm. Unsere Regierungen drucken Papiergeld und verbrennen es dann, Tinten-Günter schreibt mit letzter Tinte lustige Gedichte auf Papier und die Griechen transportieren ihr gebrauchtes Toilettenpapier nicht durch die Kanalisation. Das muß doch in einer gesunden Fäkalien-Union zusammen passen?

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    was den Parthenon-Fries anlangt, würde ich, bevor ich geklaut sage, mal das hier lesen

    http://www.amazon.de/Parthenon-Mary-Beard/dp/1846683491/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1338206390&sr=8-1

    Erstaunlich wie wenig bei den Argumenten seit damals hinzugekommen ist.

    Und dann gibt es auf Mary Beard’s Blog zu der Zeit als in Griechenland der Wald rund um Olympia brannte, die Bemerkung, daß es doch auch was für sich habe, wenn die Schätze der Menschheit über die ganze Welt verteilt und nicht an einem brand- und/oder erdbebengefährdeten Ort konzentriert.

    Und nein Mary Beard hat’s nicht mit dem Imperialismus sondern eher mit dem Mea Culpa.

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    Silke: Als wahlschwäbischer Schwejk kann ich Ihnen eine ganz neue Geschichte erzählen, die mir die Armut und”Blindheit” des Normalo-Griechen nicht mehr so plausibel macht.Ich spreche hier wohlgemerkt weder vom armen rentner noch vom Zocker-Beamten.

    Daß wir in BW mit der Integration unserer vorwiegend Türkischen Mitbürger noch keine nennenswerten Schwierigkeiten hatten, lag sicher an der schlampigen Integrationspolitik und der halbmediteranen Mentalität. Wir lassen üblicherweise jeden machen was er will, solange keiner den anderen belästigt. Da wir Industriestandort erster Güte sind, findet jeder irgendwie sein Auskommen. Die Moschee steht gleich neben dem Fabriktor vom Daimler und der TTürkischstämmige Mitbürger ist Naormalität, keine Exotik.

    Jetzt haben wir hier ein neues Phänomen. Wir erleben hier in BW eine geradezu Einzugswelle von Griechen.
    Nicht ungebildete Arbeiter vom Land, auch keine Millionäre die hier ihr Schwarzgeld verschieben.
    Normale Griechen mit mittlerem Bildungsstand, die sich hier eine Immobilie kaufen, vorwiegend Eigentumswohnung, und dann auf eine Arbeitsstelle oder das Sozialnetzt hoffen.
    Jetzt fragt sich der von den sieben Schwaben, wozu Europa Milliarden in Griechenland investiert, um die Menschen dort vor dem Absturz zu retten, wenn die einigermaßen gut ausgebildeten nach Deutschland(vorwiegend) kommen und dort dann womöglich die Arbeitslosenstatistik zu erhöhen oder die Sozialausgaben.

    Ja natürlich, Sie brauchen mir wirklich nicht zu erklären, daß die Europäischen Milliarden bei den Banken landen, nicht bei den griechen. Ist aber nicht mein Problem, wenn unsere Regierungen so bescheuert sind!!!

    By the way, vergleicht der Schwabe das Auftreten des Griechischen Flüchtlings mit dem Türkischen Mitbürger; Ali aus Anatolien, der schon 20 Jahre beim Daimler malchot hat, sich sein Häusle gebaut, seine Kinder in die Deutsche Schule und auf die Uni geschickt hat ist uns um Längen lieber als der arrogante Grieche, der nun versucht uns Demokratie beizubringen.

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    @jan Z. Volens: Für einen reichen männlichen Alleinstehenden mag Ecuador eine gute Wahl sein, aber, sagen wir, für ein heranwachsendes Mädchen? Wer in Quito aufwächst, lebt in einem inversen Gefängnis: in einer Festung umgeben von Wächtern und Stacheldraht; die einzig als vertrauenswürdig erachteten Menschen sind die Mitglieder der eigenen Familie, die sozialen Erlebnisse sind, irgendwelche entfernten Coursins & Cousinen in deren Burgen zu besuchen… Die Freiheit hier in Deutschland ist wesentlich größer als viele glauben. Wer nachts um eins noch raus in die Kneipe oder Disco will, kann das gefahrlos tun, jedenfalls in den Großstädten.

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    @jan z. volens

    Kanada ist sehr schön und wäre eine alternative. Das war in unserem Familienkreis auch schon mal angedacht. Aber da der mecklenburgische Seeadler in der Flügelspanne gut 20 cm größer misst als der amerikanische, haben wir unsere Auswanderungsgedanken ‘ad acta’ gelegt.

    Und wer die Ostsee in den vier Jahreszeiten erlebt hat, möchte kein anderes Meer mehr. Glauben Sie mir, ich habe fast alle Meere und Ozeane der Welt ‘beschifft’; 😉 in der Heimat ist ‘s am schönsten.

  21. avatar

    Korrektur: Selbstverständlich haben die Briten den berühmten”Parthenon-Fries” geklaut, nicht Pergamon.

    In the heat of the night und der Hitze des Gefechtes kann das mal passieren; besonders wenn man nicht im Grand Hotel logiert und keinen Butler zur Verfügung hat, der einem die erhitzte Stirn kühlt ………..

  22. avatar

    Warum sollen die Isländer was fürchten? Die haben abgezockt und anscheinend finden’s alle Klasse, daß sie damit durchkommen.
    Kaum hatten seinerzeit die Russen gesagt, sie würden aushelfen, stand der IMF auf der Matte und alles war wieder gut. Honi soit qui mal y pense
    http://www.vanityfair.com/politics/features/2009/04/iceland200904

    Und was die Griechen anlangt, die sind halt so stolz auf ihr Porniros-Sein, daß die Story vom Taxifahrer und der Insel der Blinden alles bedeuten kann.

    http://www.youtube.com/watch?v=b5m7vWPAk90&feature=related

    Aber uns zu erzählen, was sie von Taxifahrern gehört haben, sehen ja Journalisten aller Couleur unter allen Umständen als ihr vornehmste Aufgabe an. Es geht eben nix über ne Quelle aus’m Volk wie einen Taxifahrer. Daß selbiger Taxifahrer aber zum Zeitpunkt der Auskunftserteilung längst genauestens weiß, was der Tourist/Journalist hören möchte, das nu habe ich von nem Taxifahrer gehört. Merke den Schwejk gab’s nicht nur im Osten.

    Möglich ist natürlich alles, also auch die Insel der Blinden, aber irgendwie wäre es das erste Mal, daß die “Elite” die “breite Masse” am Abschöpfen in so generöser Weise teilnehmen läßt. Oder haben die Blinden der Insel Provision gezahlt und falls ja wieviel und an wen?

    Die reichen Griechen sollen übrigens ihr Geld in London in Sicherheit bringen. Das der “Blinden” auch?

    http://www.youtube.com/watch?v=b5m7vWPAk90&feature=related

  23. avatar

    KJN und Jean-Luc: Leider liegt Island noch in Europa.
    Allerdings, pleite waren die schon. Die fürchten inzwischen weder Tod noch Teufel, noch die EU.

    Wie Sie ja schon gehört und gelesen haben, hat die Klimaveränderung für Island Vorteile. Es werden inzwischen erfolgreich Tonaten angebaut, sogar Kartoffeln und Getreide, was früher unmöglich war.
    Inzwischen auch schon nicht unerfolgreich Erdbeeren.
    Der Tourismus floriert, Trecking by Islandpony ist eine tolle Sache.
    Die Lebenserwartung der Isländer ist eine der höchsten in Europa!!!!
    Man wird dort nicht auf Schritt und Tritt vom Euro verfolgt, es gibt noch die Isländische Krone.

    Auch wenn Island noch in Europa liegt, da ich wetterfest und reiterprobt bin, für Island könnte ich mich ebenfalls erwärmen.

    So, und jetzt widme ich mich mal wieder meinem Privatleben.

  24. avatar

    @Herr Kocks:Was das Gespenst des Kapitals angeht.
    Im Feulleton der FAZ fand ich eine entsprechende Buchbesprechung.

    Ein Zitat fand ich hoch interessant:
    “Joseph Vogl hat einmal gesagt, an Texten müsse man sich die Nase blutig schlagen und dort, wo es weh tut, mit der Analyse beginnen. Das hat der Berliner Literaturwissenschaftler mit Blick auf die Finanzökonomie getan und dabei einen Text verfasst, dem es an Sprengkraft nicht mangelt.”

    Dem kann ich mich nur anschließen, auch der Feststellung daß die Finanzwelt einer Geisterbahn ähnelt.

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    @derblondehans&KZN: “Auswandern/nichtdeutsches Exil” ? Raus aus Deutschland auf jeden Fall – aber das ist meine persoenliche Meinung: Kaltes Klima und wichtigtuerische und humorlose Menschen. Wer noch arbeiten muss – nur Kanada oder Australien oder Schweiz – und nur mit handwerklicher Fachausbildung, oder Uni-Titel (Medizin, Technologie). Aber mit “Unabhaengigen Einkommen” : Du hast die ganze Welt! “Zwei Koffer und wo du leben willst!” war der Rat von Gudrun urspruenglich von Dresden, enttaeuschte Auswanderin in USA 1983. Sie traeumte von Oaxaca – aber das war damals schon dreisig Jahre zu spaet. You got to move with the time ! Mit “unabhaengigen Einkommen” muss man sich nicht festnageln. 2004, Teresita, eine brasilianische Millionaerin verheiratet mit einem Millionaer von Costa Rica, welcher ein Hotel in Paris betreibt: Vancouver. BC. (Das haben auch die chinesischen Millardaere erkannt). Suche mal nach Meinungen unter : (search) retire in …… (Nahme des Landes in englisch) – z. B. Ecuador ( z. B.Salinas Ecuador Real Estate, Gringos abroad. com- solche Information besteht ueber hunderte Exilmoeglichkeiten. Also: Retire in Uruguay, usw. (Da leben eine Anzahl von sehr vermoegenden Deutschen – welche das ihr Geheimnis belassen. Ein komfortables Land mit gemuetlichen Menschen – halb Suedeurope, halb Lateinamerika, Mittelmeerklima mit viel Strand (Luxus! Punta del Este usw.). Fast keine Europaer. Viel Tourismus von gepflegten Argentiniern und reichen Brasilianern. Tango-Kultur (“La Cumparsita” wurde von einen Architekturstudenten 1917 in Montevideo komponiert – Gerardo Matos Rodriguez -wenn du das nicht weisst -lassen die dich nicht ins Land!) Ecuador ist das Geheimnis von wohlhabenden U.S. Americans und Canadians. Salinas Ecuador, ist der einzige Strand in der Welt ohne Temperaturwechsel – immer 24 C Grad -durch den Humboldtstrom.

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    Trotzdem wir Hunnen Demokratie und Freiheit von den Alliierten geschenkt bekamen, wofür ich Nachkriegskind sehr dankbar bin, fühle ich mich nicht außerstande auch an Nichtdeutschen Diktaturen Anstoß zu nehmen.

    Für die nach 1974 Geborenen wäre es sicher interessant nochmals die Wikipedia-Abhandlung über die griechische Diktatur zu lesen.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Griechische_Milit%C3%A4rdiktatur

    Zimperlich waren sie nicht, weder der König, noch die anderen”Superdemokraten” in Griechenland. Tote gab es genug, nicht nur in den Lagern auf der Teufelsinsel.

    Tsipras heiß der neue Bauernfänger. Wie man hört und lesen kann” Er will nicht nur Griechenland, sondern ganz Europa verändern. Dabei vergleicht er Syriza gern mit einem trojanischen Pferd. Man werde für grosse Veränderungen in ganz Europa sorgen, so prophezeit er.”

    So, was will er verändern, will er mit neuen und geschönten Zahlen – so, wie man sich bereits die Mitgliedschaft in der Währungsunion erschlichen hat, durch Betrug also – neue Milliarden aus den restlichen Europäern herauspressen?

    Nun, wir, Deutschland haben es ja. Geld enough, natürlich nicht für unsere Hartz-Empfänger,oder unsere Rentner, oder unsere Teilzeitarbeiter; aber wir sind solidarisch mit jedem Trojanischem Pferd, Hauptsache es heißt Europa und läßt sich gut verkaufen und wird von Merkel promotet.

    Wenn es nicht so traurig wäre, könnte ich mich fürstlich über das Bittere Ende des Euro um jeden Preis freuen.

  27. avatar

    R.E.G.: By the way, es waren nicht nur die Alliierten, die die Hunnen vor einem Griechischen Schicksal bewahrt haben.
    Es war z.B. auch die überlebende Jüdische Intelligenz und ein paar andere Unbelastete.

    … da fällt mir aber ein Stein vom Herzen, denn die Mohammedaner der Türkiye Cumhuriyeti behaupten immer – sie hätten Deutschland, wahrscheinlich der kopftuchtragenden Trümmerfrauen wegen, anno ’45 wieder aufgebaut.

    Tja, und östlich der Demarkationslinie konnte man es sich wohl daher leisten die komplette Industrie, (einschließlich der Fahrräder und Armbanduhren), an die alliierte Sowjetunion zu verschenken.

    Und Millionen Deutsche fuhren über Jahre zum ‘Streichholzschnitzen’ nach Sibirien, zum Subbotnik sozusagen.

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    @Herr Kocks: Ich selbst habe Griechenland während der Militärdiktatur erlebt, nicht im Grand Hotel.

    Wann war das noch? Nicht allzu lange her, Herr Kocks.
    Das Stammland der Demokratie in der Diktatur.
    Ein Nationalmuseum in Athen, schlampig und dreckig, wie kein Deutsches Provinzlermuseum. Die Schätze der Antike präsentiert, wie billiger Trödlertand.
    So wie ich Griechenland auch schon erlebte, muß man geradezu froh sein, daß die Briten den Pergamon Fries geklaut haben, so wurde er wenigstens erhalten.

    Der überdimensionierte Militärhaushalt entspricht immer noch der Denke der Militärdiktatur, und selbstverständlich hat auch die Deutsche Waffenindustrie hier großzügig partizipiert; wir sollten uns also, bzw. die mit dem Kapital verkuddelte Regierung, bloß nicht so künstlich darüber aufregen.

    Von der Demokratie zur Diktatur; nur ein kleiner Schritt. Wir Deutschen haben da massenhaft Übung in Ost und West.

    Allerdings, unsere Kanalisation ist besser, die Korruption ist ungleich kleiner.

    Was die Kultur betrifft, wir haben unseren Plato nicht nur im Bücherschrank, er wird sogar gelesen.
    Und im Gymnasium müßen wir uns Jahre mit der Antike,
    dem heldenhaften Leonidas, den Irrfahrten des Odyseus
    und den Griechischen Göttern herumplagen, nur um uns dann nicht mal als Kulturvolk bezeichnen zu dürfen.

    Jesses, gehen Sie zurück in ihr Griechisches Grand Hotel und rufen Sie den Butler; er möge Ihnen kalte Tücher bringen für Ihre heiße Stirn …………..

    By the way, es waren nicht nur die Alliierten, die die Hunnen vor einem Griechischen Schicksal bewahrt haben.
    Es war z.B. auch die überlebende Jüdische Intelligenz und ein paar andere Unbelastete.

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    KJN: ..nichteuropäische Exil!”

    Helfen Sie einem deutschen Deppen – Brasilien??Helfen Sie einem deutschen Deppen – Brasilien??

    … Griechenland … !

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    Lieber KJN und Jean Luc: Die Lateiamerikanischen Länder, wo die Alt-Nazis residieren, sind für uns Demokraten ein wenig anrüchig.

    Ich persönlich würde Kuba präferieren. Und zwar noch solange die Gebrüder Kastro halbweg lebendig sind.
    Was nach deren Ableben passieren wird, können wir uns alle lebhaft vorstellen; die amerikanische Invasion wird nicht nur reine Freude für die Bevölkerung bringen.

    Nein, ich bin weder Sozialist noch Kommunist, wie Sie ja wissen. Allerdings kenne ich schon jemand, der nach Kuba ausgewandert ist, kein Ossi und kein Kommunist.
    Nachdem der Papst jetzt schon Kuba erobert hat und Ostern ein Feiertag wurde, kann es in Kuba nur noch besser werden.

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    @Rita E. Groda
    “..ein Land mit am Tisch sitzen wird, und über z.B. das Deutsche Finanzwesen mitentscheiden wird, das noch nicht einmal, entschuldigen Sie bitte die Ausdrucksweise, mit seiner eigenen Scheisse fertig wird”
    Ihre Befürchtungen teile ich so nicht: Die griechische Politelite ist mittlerweile an der Kandarre des blinden Brüsseler Ordnungsmonsters. “Blind” deswegen, weil es das Offensichtliche übersah. “Ordnungsmonster” deswegen, weil ihm, wenn es mal geschafft hat, seine Blickrichtung neu auszurichten, nichts entgeht.
    Da andere Staaten auch Schulden haben (Griechenland trägt die offenste Hose), gelangten die Ratingagenturen zu ungeahnter Macht, die diese anderen auch noch zu spüren bekommen. So verspeist sich das Monster mit seinen ratinggestützten Kriterien irgendwann selber.
    Ich hatte nie verstanden, warum Schröder die Hedgefonds in D zugelassen hat. Derweil vermute ich allerdings, daß das mit dem Bedürfnis der Staatsbürokratie, Schulden zu machen, zusammenhängt.

    “..nichteuropäische Exil!”
    Helfen Sie einem deutschen Deppen – Brasilien??

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    ….Vor drei Jahren habe ich Freunde in Athen besucht. Wir schliefen, großzügig eingeladen, im Hotel Grand Bretagne am Syntagma Platz….

    Wenn sie schon vom blinden Taxifahrer schreiben
    M. Kocks

    Haben ihre Freunde in Greece die Steuern bezahlt??

    @Rita Groda

    Chère Ms. Groda,

    verraten sie mir doch bitte in welches nichteuropaeische Land wir auswandern sollen.

    Russland, China, Brazil, Singapur, Monaco, Australia?

    Vielleicht kennen sie das englische Sprichwort:

    The grass is always greener on the other side.

  33. avatar

    Zitat: “Griechenland ist eine edle Nation…”

    Diesen Biedermann-Historismus finde ich allmählich geschmacklos. Glauben Sie das oder ist es nur gerade opportun diese Worthülsen zu verbreiten? In einer Nation, die in Korruption und politischer Heimtücke erstickt, müssen die Bewohner seltene, bisher nicht erkannte Tugenden besitzen, die sie zu einer “edlen”(?) Nation vereinigten. Diese eben haben Sie ihren eigenen Schilderungen aber nicht angetroffen. Wenn das Feuer der aristotelischen Ethik noch ein bisschen glimmen würde, hätten Klassenkampfparolen auch in GR keine Chancen, so aber dominiert nur der proletarische Kleingeist rechter und linker Facon, der sich von ein paar Oligarchen am Nasenring durch die Weltgeschichte ziehen lässt. Die griechische Kultur liegt in Trümmern, und daran hat der nationale Gedanke nur wenig geändert. Ein Plato im Bücherregal macht eben noch keine edle Nation, vielleicht macht diese Erkenntnis auch im Club Med und in Brüssel einmal die Runde. GR sollte sich mit Cuba zusammentun und bitten in die USA aufgenommen zu werden, dann könnte ihnen in der Tat geholfen werden, denn der dort angetroffene Sozialstandard und eine zugegebenerweise neoliberale, aber demokatrische Grunddisposition erlaubten dann die
    Entwicklungen, die auch wir nach dem Weltkrieg II beschrittenen haben. Die EU kann aber GR weder helfen noch sie auf Dauer alimentieren, denn Sozialstandards wie in DE sind ohne entsprechende leistungsfähige Industrien illusorisch und nicht erreichbar.

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    Die EU wird auch Deutschland noch in den Abgrund reißen. Ein herzliches Danke schön dafür an die deutsche Politmafia von Merkel über Schröder bis Kohl.

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    Die alt-teutsche Einbildung: “Ueber alles!” Die “Anderen” – alle – haben ihre “Lasten”: Brasilianer kommen von drei vollkommen verschiedenen Rassen und ethnischen Kulturen – und die Sklaverei wurde erst 1888 beendet. Noch gibt es “Mitbuerger” welche ueberhaupt nicht wissen dass wir alle schon aus der Steinzeit sind: “Isolados” – eine Anzahl von Indianergruppen welche nocht nicht “kontaktiert” sind – oder von welchen man nur vermutet, dass sie in einer Region herumwandern. Auch Indianerstaemme welche noch Neugeborene oder Kinder die nicht “normal” scheinen – lebend begraben (sieh “Sandra Terena Breaking the Silence”). Eine Studentin in Sao Paulo wurde verurteilt weil sie im Internet geschrieben hatte: “Die Nordoestlichen sind keine Menschen”. Der Nordosten kommt gerade aus dem 19ten Jahrhundert. Die Briten haben auch ihre Geschichten – die Jahrhunderte darwinischer Saeuberung durch Deportierung nach Uebersee (auch von Irland), auch noch nach 1945 – von tausenden von Waisen nach Kanada und Australien und dort Sterilisierung der Aborigines. Die Griechen haben ihre Mitbuerger nicht deportiert und ihre junge Maenner sind NIE in andere Laender einmarschiert. Jetzt kratschen die Deutschen wegen dem Geld – nachdem sie alle die Unterseeboote und Panzer an das vollkommen ueberdimensioniertes NATO-Militaer Griechenlands verkauft haben!

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    Da freue ich mich aber unerhört, daß in einem vereinten Europa, einer Fiskalunion, an die zukünftig alle beteiligten Länder ihre finanielle Souveränität an ein Europäisches Zentalorgan abgeben werden, ein Land mit am Tisch sitzen wird, und über z.B. das Deutsche Finanzwesen mitentscheiden wird, das noch nicht einmal, entschuldigen Sie bitte die Ausdrucksweise, mit seiner eigenen Scheisse fertig wird.

    Welch wunderbare Aussichten für eine Kulturnation, wie Deutschland, wo man noch nicht einmal einen Blindenschein durch Korruption ergattern kann.

    Ihre Schilderung macht auch noch dem letzten Deutschen Deppen klar, worauf wir uns mit diesem Europa einlassen.

    Da gehe ich wirklich mit großen Freuden ins nichteuropäische Exil!!!

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