20 % aller 65-Jährigen entwickeln eine Altersdepression. In Pflegeheimen steigt die Quote auf 40 %.
Neurologen und Psychiater nennen die Ursachen: Verluste und weitere Verlustängste. Und die Aussicht, sterben zu müssen, ist nicht die rosigste Zukunftsperspektive.
Allerdings:
Das Bundesjustizministerium bastelt gerade an einer Verordnung:

War der depressive alte Mensch vor 35 oder mehr Jahren in der DDR auch nur 30 Tage zu Unrecht in Haft, war’s die Stasi, die das verbrochen hat.
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Lieber Bodo Walther, ich versuche mal die Kurve zu kriegen: Juristische Aufarbeitung von Schuld und Haftung und Psychoanalyse haben wohl i.d.R. nur eine geringe Schnittmenge, es sei denn es wird nachgewiesen, daß das Leben der Opfer nach der Tat nachweislich durch die Tat bestimmt ist. Schwierig, weil, wie immer ‚multikausal‘..
Wer mal in verantwortlicher Position (Personalverantwortung) gearbeitet hat, kennt wohl die Abwägung von Verantwortung, Kausalität und Schuldzuweisung aus seiner Alltagspraxis und ist entsprechend daran gewöhnt, in eigener Verantwortung Entscheidungen zu treffen. Und kann sich vor diesen immer speziellen Entscheidungen am allermeisten nicht mit Handbüchern, dem Arbeitsrecht oder dem BGb absichern.
Unserer stets wohlinformierten Gesellschaft ist erstaunlicherweise die erforderliche Menschenkenntnis soweit abhanden gekommen, daß so hilflos gewordene moderne Mensch eher einen politischen Irrweg nach dem anderen sucht, als noch Verantwortung für das eigene Leben zu übernehmen.
Es wird also eher nach der individuellen oder politischen Schuld bei anderen gesucht, als sich vielleicht selber auch als überlebt habendes Opfer den Umgang mit den Ereignissen zu erarbeiten.
Das heißt aber ja nicht, daß Politik (als angewandte Gruppendynamik, wo jeder sich den bequemsten Weg sucht) da keine Verantwortung hätte, aber genau da müssten sich aber die klügeren Leute mit beschäftigen. Tun sie aber nicht. Herausragendes Beispiel ist die unsägliche Frau Merkel, aber auch so einige andere. Stattdessen wird immer nur über die ‚richtige‘ Ideologie gestritten – leider auch hier – und so ist es nur logisch, daß kein (!) Lernprozess stattfindet. Im Gegenteil, so pflanzt sich Dummheit fort, denn das Gegenteil von Dummheiten können auch immer nur Dummheiten sein. Wie z.B. das von Ihnen zitierte Gesetzesvorhaben. Oder derzeit der Position von AfD, ‚Grünen‘, Linken, SPD und Teilen der CDU beim Thema Iran. Alles das Gleiche in anderen Farben. Naja, und so entsteht auch immer die neue Bürokratie in einer wohlorganisierten Verantwortungslosigkeit.
Natürlich fällt das irgendwann krachend in sich zusammen, i.d.R. durch einen Krieg (nein nicht Ukraine, Iran.., sondern hier, wahrscheinlich infolge an eine KI deligierte Verantwortung..).
Tut mir leid, das macht nicht gerade Hoffnung, aber wir hatten nach WK II in Europa viele gute Chancen, haben sie aber nicht genutzt und werden sie jetzt nicht mehr nutzen, weil die Charakterköpfe mittlerweile fehlen. Vielleicht hilft ja noch mal Amerika..
Jedenfalls halte die Reaktion der Forumsteilnehmer hier auf die Fragen, die sie berechtigterweise hier stellen, unübertroffen billig und intellektuell unterirdisch und es wird hier erkennbar und exemplarisch eine weitere Chance verspielt, aus den Fehlern aus der Vergangenheit zu lernen. Therapieresistent sozusagen. Und.. ’nach mir die Sintflut‘.
Ja, des Menschen Resilenzen, seine psychischen (Gegen-)Kräfte gegen die Unbill des Lebens, lieber KJN,
als junger Assessor hatte ich 1994/95 die Behörde zum Vollzug des Verwaltungsrechtlichen Rehabilitierungsgesetzes, VwRehaG (mit) aufgebaut.
Und stehe bei dem anderen Verordnungsvorhaben noch ratloser da:
https://www.bmjv.de/SharedDocs/Downloads/DE/Gesetzgebung/RefE/RefE_VwRehaGSch%C3%A4V.pdf?__blob=publicationFile&v=2
Eine „Zersetzungsmaßnahme“ vor 40 Jahren, also ein DDR-Staatsmobbing soll Ursache heutigere Depressionen sein?
Was ist eigentlich als eine solche Maßnahme zu qualifizieren?
Wieso ist der Betroffene da noch immer nicht „drüber weg“ ?
Wo sind seine Resilenzen? Wieso konnte er sie nicht aufbauen?
Und daraus folgend: Was ist hier überhaupt „Ursache“?
P.S.:
Weder die, welche das Konzentrationslager überlebt hatten, noch die, welche aus sowjetischer Kriegsgefangenschaft heimkehrten, hatten in den 1950er Jahren Zeit oder Willen, sich „mit so was“ auseinanderzusaetzen. Dieser Nabelschau.
Sie haben wohl Recht: Krieg gebiert dann ganz andere Sorgen.