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Lanzenreiter und andere Elemente der militärischen Abschreckung

Bild oben: Lanzenreiter aus der Reichswehr der Weimarer Republik, erst 1927 abgeschafft (Bild aus Wikipedia/Bundesarchiv)

Als wir 1998 einen Bauernhof in einem Ortsteil von Weißenfels kauften, fanden wir darin ein altertümliches Poster. Eine Fotografie, etwa DIN A 2. Eine Schar von Soldaten war darauf abgebildet, ein Gruppenfoto. Darunter stand:

„Und wo ich bin auf Erden, vergessen werd‘ ich’s nie.

Ich war ein Lanzenreiter in der sächsischen Kavallerie.

Zur Erinnerung an meine Dienstzeit, Grimma 1911 bis 1914“ Weiterlesen

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Partizipations-Populismus

Obschon tragischerweise im guten, alten Deutschlandfunk eindeutig zu häufig gegendert und gewoket (gewoked, was weiß ich, egal) wird, bleibe ich ihm treu. Nüchterne Nostalgie: Mein Vater öffnet, es sind die End-1970er, im Bad, morgens, das Klappradio und jene fünf berühmten Pieptöne schallwellen den Fokus auf die erste Nachricht: 7 Uhr. Bonn. Der Kanzler…

Seitdem ist alle möglichen Flüsse jede Menge Wasser runtergeflossen. Der DLF-Programmablauf blieb. Somit lauschte ich am Samstag Vormittag just einem Zeitzeugen, der sich offenbar seit Jahrzehnten wohltätig betätigt: Ulrich Schneider, der Paritätische inklusive Linkenvorstandsmitglied*schaft. Der rote Faden des DLF-Dialogs war die Teilhabe. Über diese denke ich schon längere Zeit nach. Weiterlesen

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Sei doch nicht immer so pauschal…

Tiergarten – Wikipedia

»Das Problem sind Männer« – Reichinnek, paranoide Terafeminist*in

»Der Terrorist vom Potsdamer Platz ist ein Einzeltäter« – dtsch. Medienlandschaft.

»Her mit dem Matriarchat, denn: Frau ist der genuin bessere Mensch« – paranoider Terafeminismus

»Den „Vorfall“ in Berlin jetzt nicht instrumentalisieren, nicht der AfD die Meinungshoheit darüber gestatten!« – dtsch. Medienlandschaft

»Ubiquitäre Frauenquote, jetzt!« – p. T.

»Nach wenigen Stunden versammelten sich Tausende vorm Brandenburger Tor gegen Rechts« – d. M.

»Die Rolle der Frau im Islam ist die Sache des Islam – keine Intervention, das wäre kolonial-imperialistisch« – p. T.

»Die Option auf einen Verbotsantrag gegen AfD verdichtet sich« – d. M.

»Queers for Palestine – From the River to the Sea!« – p. T.

»Steinmeier appelliert an unsere Demokratie, die offene, vielfältige; Hass & Hetze haben darin keinen Platz« – d. M.

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Bundeswehr-Einsätze: Die Mühen des Ja und des Nein

Der Schriftsteller David Kermani mit Verteidigungsminister Boris Pistorius und dem Generalinspekteur bei der Vereidigung in Berlin. Screenshot ARD

„Eine sehr beeindruckende Rede“ nannte Carlo Masala, Militärexperte und Professor an der Bundeswehr-Universität München, die Ansprache von Navid Kermani bei der Vereidigung von Rekruten und Rekrutinnen am 20. Juli im Bendlerblock in Berlin. Allein dass Kermani dort sprach, ist bemerkenswert: In diesem Auftritt wird der viel beschworene Zeitenbruch konkret. Er zeigt, wie sehr sich die Gewissheiten der alten Bundesrepublik verschoben haben.

Die Teilnahme an der Bonner Hofgarten-Friedensdemonstration 1983 hatte der 15-jährige Kermani noch als einen Augenblick des Mächtig-Seins empfunden; an seinem ersten Auto klebte ein „Fuck the Army“-Aufkleber. Nun, 43 Jahre später, schreitet der Schriftsteller mit dem Verteidigungsminister und Generalinspekteur die Front der zur feierlichen Vereidigung Angetretenen ab und wendet sich an sie: „Danke, liebe Rekrutinnen und Rekruten, dass Sie sich verpflichten, die Bundesrepublik Deutschland und das Recht und die Freiheit ihrer Bürgerinnen und Bürger auch unter Einsatz Ihres Lebens zu verteidigen. Möge Gott Sie beschützen, und geben Sie acht auf sich selbst.“ Weiterlesen

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30 Jahre im Bann der Camera obscura. „Melodie der Zeit“ – eine neue Kalender-Edition von Volkmar Herre

30 Jahre im Bann der Camera obscura
„Melodie der Zeit“ – eine neue Kalender-Edition von Volkmar Herre

Wenn durch ein kleines Loch Licht in einen dunklen Raum fällt, erscheint auf einer hellen Fläche die Welt von außen als Bild: auf dem Kopf stehend, seitenverkehrt, zweidimensional und mit weichen Konturen – doch in natürlichen Farben und Schattierungen.

Leonardo da Vinci beschrieb dieses Schauspiel noch als „göttliches Mysterium“. In der Renaissance erhielt es den Namen Camera obscura – die dunkle Kammer. Aus ihr entwickelte sich später die Fotografie. Bereits früh nutzten Künstler die Lochkamera und ihre Weiterentwicklungen als Hilfsmittel beim Zeichnen und Malen. Bis heute gehört sie zu den ursprünglichsten Formen des fotografischen Sehens.

Gerade deshalb hat die Camera obscura im digitalen Zeitalter nichts von ihrer Faszination verloren – im Gegenteil. Sie setzt auf Entschleunigung und Konzentration. Ihre Bilder entstehen langsam. Sie halten nicht den flüchtigen Augenblick fest, sondern machen Zeit selbst sichtbar.

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Wie geht es weiter mit dem Abraham-Geiger-Kolleg?

Noch residiert hier das Abraham-Geiger-Kolleg. Foto: Rigorius, Wikimedia Commons

Vor einer Woche wurden die Studierenden des Abraham-Geiger-Kollegs in Potsdam durch folgende Nachricht überrascht: „Heute beim Frühstück gab R(abbi Andreas) Nachama bekannt, dass die Universität Potsdam den Mietvertrag mit dem Kolleg gekündigt hat. Zwar nicht mit sofortiger Wirkung: Wir bleiben hier mindestens noch ein Semester, wenn nicht länger. Jedoch wird das Kolleg irgendwann in der Zukunft permanent umziehen, und zwar ins Jüdische Krankenhaus Berlin.“

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Die Hufeisentheorie – mit Musik bewiesen

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Schlagzeuger meiner ehemaligen Band »Riot« hatte einst eine grandiose Idee: Er wollte dessen Schlagzeugervisitenkarte mit dem Zusatz »Langsamster Schlagzeuger der Welt« garnieren, um, wie wir Jazzer es halt gern taten und tun, slightly zu provozieren. Einstmals nutzte man tatsächlich ausschließlich jene Karten. Eine Welt ohne Websites, QR-Codes und Smartphones. Erholsame Welt. Egal.

Das mit dem Langsamseinsuperlativ, das habe ich nie vergessen. Im Zuge des Verfassens meines Buchs »Terrohr« machte ich mir dessen Idee zunutze und komplettierte diese mit dem Schnellseinsuperlativ:

Tempo halten! Weiterlesen

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Maike marschiert gegen rechts – ihr Deutschland ist bunt

Prideflag. Bild Sasel13 von Pixabay

In meiner Geschichte geht es um eine Migranten-Fanatikerin, die ich Maike nenne. So eine Erzählung hätte ich als Autorin selbst nicht erfinden können. Es ist eine wahre Begebenheit und bildet die tagtägliche Unterwanderung unserer Werte und Kultur ab.

Maike hat in ihrem jungen Leben bereits viel erreicht. Seit Kurzem leitet sie eine bedeutende Kultureinrichtung der Stadt. Ihr Beruf ist gleichzeitig ihre Berufung. Er bietet ihr ein starkes Netzwerk, um ihr ehrenamtliches Engagement auszubauen. Sie organisierte mehrere Veranstaltungen gegen Rassismus und Islamophobie; zudem nahm sie zweimal an Demonstrationen gegen rechts teil. Ihre Schulkameradin Katja leitet eine große Autowerkstatt, die sie von einem Onkel mütterlicherseits geerbt hat. Weiterlesen

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Die Stadt und ihr Erzähler. Zum Abschied des Rothenburger Nachtwächters

Rothenburg ob der Tauber ist eine Stadt, über die viel geschrieben worden ist: „Eine Stadt, deren Gesicht auf eine Postkarte gepresst wurde“, so Hans Dieter Schmidt in seinem sehr lesenswerten Taubertal-Buch „Melusine und schwarze Wasser“. Oder der bedeutende Kunsthistoriker Georg Dehio: Die Stadt sei „als Ganzes ein Denkmal“, schreibt er. Und Herbert Schindler in seinem Buch über die Romantische Straße, an der Rothenburg liegt: Man fände hier „reines, großes Mittelalter“. Oder, noch besser, Rothenburg, das sei schlichtweg die „Lieblingsstadt der Welt“.

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Das war’s für Spahn

Ein Kinderwunsch kann auch bei Männern die politische Karriere beenden. Bild von dsaiko auf Pixabay

Als Bundeskanzler und Vater Friedrich Merz dem Unions-Fraktionsvorsitzenden zu dessen überraschender Elternschaft durch eine Leihmutter aus den USA gratulierte, wird er das nicht aus Freude über den Verlust seines gefährlichsten und härtesten Konkurrenten in der eigenen Partei getan haben; so tickt Merz nicht.

Aber so tickt Politik. Eben noch, während der Verabschiedung der Reformvorhaben der schwarz-roten Koalition, wurde Spahn als der eigentlich starke Mann der CDU durch die Medien gereicht. Allenfalls der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Hendrik Wüst erschien als möglicher Konkurrent für eine mögliche Nachfolge von Merz. Damit ist es nun ein für alle Mal vorbei. Weiterlesen

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Antiantiantisemitismusbeauftragung

Wer kennt jemanden, der die Frage, ob er ein Antisemit sei, mit einem lässigen Ja beantwortet? Oder der es einfach so artikuliert – wie als sei er eben Fan von z. B. der Borussia (es gibt nur eine)? Ich niemanden. Dennoch widerfährt mir regelmäßig, dass zu obskursten Gelegenheiten über Juden gesprochen wird – über wen denn sonst. Und mit denen spricht man doch einfach nicht, also bitte! (Immerhin wird zu 99,9 % der Plural benützt. DER Jude ist quasi nie mehr Thema, wenn dann gleich alle, obschon der Jude gemein(t) ist.)

O, eine Eilmeldung: Der Antisemitismus steigt an – so ein Mist! Meiner Treu, wie groß ist die Empörung. Ich denke dann ad hoc: Er steigt nicht an, er bricht einfach aus, weil er immer da ist – und immer da sein wird. Weiterlesen

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