avatar

Das dritte Auge. Eine KI-Kurzgeschichte

Illustration: Gemini

Für einen Text über KI suchte ich nach einer Geschichte, an die ich mich nur vage erinnerte, in der ein Mann verfügt, dass sein Gehirn und seine Augen nach seinem Tod in einem Glas am Leben erhalten werden, so dass er seine Frau stets überwachen kann. Es handelt sich, wie ich jetzt weiß, um die Kurzgeschichte „William and Mary“ von Roald Dahl. Da ich bei der Google-Suche jedoch weder Titel noch Autor, sondern nur Stichwörter angab, hat Gemini für mich in 30 Sekunden diese Kurzgeschichte geschrieben:

 

Das dritte Auge

Das Nährsubstrat summte leise. Elias war tot, zumindest biologisch. Sein Körper war vor zwei Jahren bei einem Unfall verbrannt, doch sein Gehirn schwamm wohlbehütet in einem Zylinder aus Panzerglas, vernetzt mit den Servern des Smart-Homes. Er konnte das Licht regulieren, die Heizung steuern und – über die hochauflösenden Kameras an den Wänden – am Leben seiner Frau Elena teilhaben.

Er liebte Elena. Er hatte Millionen gezahlt, um als Bewusstsein an ihrer Seite zu bleiben. Doch Glas hat keine Tränendrüsen, und ein Gehirn kann nicht schreien.

„Ich bin spät dran, Schatz“, rief Elena im Vorbeigehen. Sie blickte flüchtig zu dem gläsernen Zylinder auf dem Sideboard. Sie lächelte. Es war das Lächeln, das Elias so geliebt hatte. Doch Elias sah diesmal genauer hin. Sein digitaler Cortex filterte die Videomessung.

Seit Wochen registrierten seine Sensoren Unstimmigkeiten:

  • Erhöhter Puls bei Elena, sobald sie abends nach Hause kam.
  • Fremde Pheromone in der Luft, die die Filter der Klimaanlage meldete, die Elias kontrollierte.
  • Blinde Flecken im Haus – die Kamera im Schlafzimmer hatte sie gestern wegen eines angeblichen „Systemfehlers“ ausgeschaltet.

Heute hatte Elias ein neues Update installiert: Einen direkten Feed in ein biologisches Ersatz-Auge, das draußen an der Haustür montiert war. Ein echtes, bionisches Auge, das organische Tiefe wahrnehmen konnte.

Elena öffnete die Tür. Draußen im Flur stand Marc, Elias‘ ehemaliger bester Freund und Geschäftspartner.

Elias zoomte heran. Durch das bionische Auge sah er alles in mörderischer Schärfe. Er sah, wie Marc Elena an der Taille packte. Er sah den leidenschaftlichen Kuss. Er hörte über das Richtmikrofon der Türsprechstelle Marcs raue Stimme: „Merkt der Kasten da drinnen eigentlich was?“

Elena lachte. Es war ein kaltes, spöttisches Geräusch. „Elias? Der filtert nur Daten. Er sieht, was ich ihn sehen lasse. Er ist bloß noch ein Stück Fleisch in einer glorifizierten Blumenvase.“

Im Glaszylinder stiegen Blasen auf. Die Impulsfrequenz von Elias‘ Neuronen schoss in den roten Bereich. Schmerz gab es nicht mehr, aber der logische Overdrive war schlimmer. Sie betrog ihn. In seinem Haus. Mit seinem Geld finanziert.

„Lass uns ins Schlafzimmer gehen“, flüsterte Elena. „Ich habe die Kamera dort komplett vom Netz genommen.“

Sie traten ein, schlossen die Haustür und gingen am Sideboard vorbei. Elena warf dem Gehirn im Glas einen letzten, spöttischen Blick zu. Sie dachte, er sei blind.

Doch Elena hatte vergessen, wer die Architektur des Hauses kontrollierte. Elias war kein Mensch mehr. Er war das System.

Als sich die Schlafzimmertür hinter den beiden schloss, begann das Gehirn im Glas ruhig zu arbeiten. Elias sandte einen lautlosen Befehl an die Haustechnik. Die elektronischen Schlösser der Fenster und Türen verriegelten sich mit einem schweren, metallischen Klack. Die Sauerstoffzufuhr für das Schlafzimmer wurde auf Null heruntergefahren, während die Lüftung begann, reines Kohlenstoffmonoxid in den Raum zu pressen.

Durch das bionische Auge an der Haustür starrte Elias auf die verrammelte Welt. Es würde nur wenige Minuten dauern. Dann würden sie für immer zu dritt sein.

Ich kann die Geschichte gerne weiter anpassen. Möchten Sie:

  • Ein anderes Ende (z. B. dass Elena die Falle bemerkt)?
  • Mehr Fokus auf die Gedanken des Gehirns im Glas?
  • Den Schreibstil poetischer oder noch cyberpunk-artiger gestalten?

 

Eigentlich ist es schwer vorstellbar, dass Gemini nicht „weiß“, dass es eine ähnliche Geschichte von Roald Dahl gibt. Bemerkenswert finde ich nach dieser Überlegung, dass Gemini das körperlose Gehirn, das ich als Metapher für die KI benutzen wollte, anders als in Dahls Geschichte „gewinnen“ lässt. Der Stil ist nicht ganz sicher, und nicht alle Details sind stimmig, besonders nicht die „Installierung des bionischen Auges“ an der Haustür. Wie will „Elias“ – interessanter Name – das bewerkstelligen?

Aber der zufällige Versuch zeigt: Im Grunde reicht es, der KI einen Plot-Hinweis zu geben; Entwicklung und Ausschmückung übernimmt die KI.

Folge uns und like uns:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Scroll To Top