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Geschichte Sachsen-Anhalts (2) Oder fangen wir mit Magdeburg an?

Bild oben (aus Wikipedia): Wappen Magdeburgs, der Stadt (Burg) der „reinen Magd“. Sie trägt einen Jungfernkranz in der Hand. 

Oder fangen wir eine Geschichte Sachsen-Anhalts doch nicht mit Germanen und Slawen an, sondern mit den großen Städten, mit Magdeburg und Halle?

Doch, fangen wir mit Magdeburg an. Magdeburg lag auch im Frühmittelalter nicht im „Slawenland“.Es lag an der Grenze zu diesem, dem Land auf der östlichen Elbseite, jenseits von Magdeburg. An der Grenze zu Ostelbien eben.

Unser deutscher Kaiser Otto „der Große“ errichtete auf der westlichen Seite der Elbe 968 n. Chr. das Erzbistum Magdeburg. In der Burg der Magd, der Jungfrau Maria. Mit Dom. Dem Erzbischof stiftete er das Erzstift Magdeburg als ein recht ansehnliches Fürstentum. Als reichsunmittelbare eigene Herrchaft. Im Dom ist Otto begraben.

Bild oben, blau eingefärbt: Das Erzstift Magdeburg im heutigen Sachsen-Anhalt (grau eingefärbt), der „Kern“ des heutigen Bundeslandes (aus Wikipedia).

Apropos „Deutscher Kaiser“: Eigentlich war Otto Kaiser des Heiligen Römischen Reiches. Und was war 968 n. Chr.  überhaupt „deutsch“? Otto unterzeichnete seine Urkunden immer unter ein „Odo“. Wahrscheinlich sprach er so ähnlich wie seine Frau Edgitha, die angelsächsische Prinzessin aus Wessex (= „Westsachsen“)  die von der britischen Insel nach Magdeburg gekommen war.

Beider Sprache unterschied sich gewaltig von der Sprache des Frankenherzogs Eberhard. Auch mit dem heutigen Englisch hatte Edgithas Spracheweniger zu tun.

Und auch noch apropos „Erzstift Magdeburg“, das weltliche Fürstentum des Magdeburger Erzbischofs:

So ein zölibatär zu lebender Erzbischof als Fürst hat etwas sehr Praktisches für einen Kaiser. Der Erzbischof kann keine Dynastie errichten, weil er keine Kinder hat. Jedenfalls keine, die als Erben anerkannt würden. Er und seine Nachfolger werden dem Kaiser treu ergeben sein.

Aber ob das für das Erzstift Magdeburg so bleiben sollte, das war dann über 500 Jahre später nicht mehr so klar.

Luther predigte schon 1524 in Magdeburg und die protestantische Reformation wurde 1561 bis 1567 im Gebiet durchgezogen. Den (katholischen) kaiserlichen Truppen gelang es im Dreissigjährigen Krieg (1618 bis 1648) nicht, dies wieder rückgängig zu machen.

Das Erzstift Magdeburg wurde mit dem Westfälischen Frieden (1648) ein weltliches Herzogtum, zunächst verwaltet von einem wettinischen, also Dresdner Prinzen als Administrator. Nach dessen Tod (1680) kam es vertragsgemäß, also wie schon im westfälischen Friedensvertrag von 1648 vorgesehen, an Brandenburg. Das spätere Brandenburg-Preußen.

Bild oben (aus Wikipedia): Der „Magdeburger Reiter“, hier eine Kopie auf dem Marktplatz der Stadt, soll nach einiger Meinung Otto I. darstellen.

Es erzählt übrigens von großen Plänen Ottos , des Römischen Kaisers, dass er Magdeburg, die Stadt an der Ostgrenze seines Herzogtums, zum Zentrum seines Reiches erklärt hatte. Er wollte noch viel weiter nach Osten.

Zu Wladimir I., dem noch immer ungetauften Großfürsten der Rus in Kiew, hatte er römische Priester entsandt, um diesen zu seinem Glauben zu bekehren.

Aber nicht nur Otto, sondern auch der Kaiser von Konstantinopel und mosaische Chasaren von der Krim und die islamischen Wolga-Bulgaren sandten um das Jahr 986 n. Chr. Missionare nach Kiew.

Großfürst Wladimir, welcher der Legende nach 7 Frauen und 800 Nebenfrauen hatte, entschied sich letztendlich für den Christengott aus Konstantinopel und des byzantinischen Kaisers Schwester als einzige Frau. Die anderen 807 Frauen soll er mit seiner Taufe 988 n.Chr. weggeschickt haben.

Bild oben: Wiktor Wasnezow: Taufe Wolodymyrs (1890), aus Wikipedia.

Den islamischen Missionaren, die dem Wladimir statt der vielen Frauen den Schnaps verbieten wollten, soll er gesagt haben:

„Eher kann ein Rus‘ von der Vielweiberei lassen als vom Alkohol!“

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Über Bodo Walther

Bodo Walther, geboren 1960 in Weißenfels im heutigen Sachsen-Anhalt, studierte 1985 bis 1991 Rechtswissenschaften in Tübingen und Bonn. Er war aktiver Landes- und Kommunalbeamter in Sachsen-Anhalt, ist heute im Ruhestand und Anwalt in der Nähe von Leipzig.

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